beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "denken"

Political Correctness. Geschichte einer Konstruktion

Franziska Schutzbach stellt fest: “Der Siegeszug des Gutmenschen-Bashing hat dazu geführt, dass Fragen der sozialen Gerechtigkeit oder der Diskriminierung heute als moralistisch abgetan werden.” Durch die Medien-Konstruktion von der angeblichen “Diktatur” der “Gutmenschen” werden Verantwortung für andere und eine emanzipatorische Sozialpolitik denunziert.

Neu in "denken"

Entzifferungsversuche

Silke Kirch schreibt über ihren Weg dahin, das Muttersein und das „Muttern“ positiv zu erleben und denkt damit an einem ihrer früheren Texte, dem Alphabet des mütterlichen Handelns, weiter.

Neu in "lesen"

Heike Schmitz: unsereiner.kriegsundführerkinder. Eine Buch-Empfehlung

Wer wir (auch) sind: kriegsundführerkindeskinder. Jutta Pivecka empfiehlt einen schwierigen, aber unbedingt lesenswerten Roman von Heike Schmitz aus dem Jahr 2010. Kein Buch, das man gern liest. Sondern: Ein Buch, indem man sich liest. Schmerzlich. Wiedererkennbar. Wieder fühlbar.

Neu in "lesen"

Der Darm in seiner ganzen Schönheit

Elfriede Harth empfiehlt Giulia Enders Buch „Darm mit Charme“ – oder: wenn Eva wissen will und das Wissen auf appetitliche Weise weiterreicht.

Neu in "erzählen"

Ein (noch unbetiteltes) Märchen

Dieses Märchen entstand aus der Zusammenarbeit von drei Frauen im Rahmen eines Theaterprojektes, das die Matriarchatsforscherin Maria Gimbutas zum Thema hatte. Ulrike Monecke, bat uns, es zu veröffentlichen, weil sie wissen möchte, was das Märchen bei anderen bewegt. Sie sucht auch noch Ideen für den Titel.

Neu in "Blitzlicht"

Ein toller Einfall – zur Nachahmung empfohlen

Eine unserer Patinnen hatte den schönen Einfall, durch eine Spende an bzw-weiterdenken ihr schlechtes Gewissen loszuwerden

„Sich verständlich machen?“

Von Antje Schrupp

Bei der Bzw-Tagung 2009 in Rüsselsheim.

Bei der Bzw-Tagung 2009 in Rüsselsheim. Foto: Antje Schrupp

Viele kennen wohl solche Situationen: Du sitzt in einem Vortrag oder schaust einen Film und nimmst etwas wahr, aber alle anderen sehen es nicht und reagieren vollkommen anders. Oder du sagst etwas, das dir sonnenklar zu sein scheint, aber niemand versteht, was du meinst.

Dieses Gefühl, fremd zu sein, kann überall aufkommen: In der eigenen Familie am Küchentisch, im Büro-Meeting, im Freundeskreis. Besonders wenn wir mit einem postpatriarchalen Politikverständnis in der Welt unterwegs sind, ist es oft schwer, sich in anderen „Szenen“ und Kontexten verständlich zu machen.

Wir, die Redaktion von „Beziehungsweise Weiterdenken“, laden Leserinnen und Autorinnen deshalb ein, sich einen Samstag lang über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten auszutauschen, ein postpatriarchales, feministisches Denken der Geschlechterdifferenz zu vermitteln.

Vor fünf Jahren hatten wir schon einmal einen solchen Austausch geführt. Damals war das Thema „Sichtbar und einflussreich, ohne sich anzupassen“. Ausgehend von den dort diskutierten Erfahrungen und Ideen haben wir seither beobachtet, dass selbst, wenn wir irgendwo sichtbar und einflussreich sind, es nicht unbedingt gelingt, mit dem Besonderen, das wir zu sagen haben, auch verstanden zu werden. Oft haben wir den Eindruck, sozusagen auf einer anderen Ebene zu sprechen und zu handeln. Zum Beispiel wenn wir unter Freiheit eher Bezogenheit verstehen als Unabhängigkeit, oder unter Politik eine Praxis der Beziehungen und nicht das Formulieren von Resolutionen und Forderungen.

Was tun wir in solchen Situationen? Was bewährt sich, was funktioniert nicht so gut?

Wir haben den Titel unserer neuen Tagung: „Sich verständlich machen?“ bewusst mit einem Fragezeichen versehen, weil nicht bei allen von uns der Wunsch, sich in den „fremden Welten“ verständlich zu machen, gleich groß ist. Wir wollen also nicht nur darüber sprechen, wie wir uns verständlich machen können, sondern einen Schritt vorher anfangen und fragen, wann und wo ein solches Bemühen überhaupt sinnvoll ist und wann – und wo vielleicht auch nicht.

Die Tagung findet am Samstag, 28. Februar 2015, von 10 bis 17.30 Uhr in Frankfurt am Main statt, und zwar in Kooperation mit dem Evangelischen Frauenbegegnungszentrum in den dortigen Räumen, Saalgasse 15 (in der Nähe vom Römerberg). Wir bitten euch, den Termin schon einmal zu notieren und interessierte Frauen ebenfalls darauf hinzuweisen.

Eine formale Ausschreibung mit Anmeldemöglichkeit folgt gegen Ende des Jahres.

Autorin:
Eingestellt am: 12.08.2014
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… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint