beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

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metoo 2024 – „Jenseits von richtig und falsch?“ Eine Kurzgeschichte

Im Zentrum der Kurzgeschichte steht ein BÄMM, eine Erschütterung, eine Unterbrechung des Alltags. Sie erzählt von einem Konflikt (lateinisch confligere, „zusammentreffen, kämpfen“), der zu einem Wendepunkt im Leben der Protagonist*innen führt.

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Das Wesen der eigenen Mutter erfassen

In dem Roman ‚Maman‘ versucht Sylvie Schenk ihrer verstorbenen Mutter noch einmal anders nahezukommen.

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Unklarheit im Ökologischsein

Die Erforschung der Dunkelheit und Unklarheit und was sie uns bringen könnte, um in die planetaren Grenzen zu kommen, geht in die nächste Runde. Ein Plädoyer dafür, die Unklarheit wieder in die Conditio Humana aufzunehmen.

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Weniger ist mehr!?

Ob weniger mehr ist? Wir planen eine Serie zu der Frage, ob Forderungsroutinen an die Realität angepasst werden müssen. Nicht mehr Geld, sondern weniger (sinnlose) Aufgaben? Nicht mehr Ressourcen, sondern bessere Strukturen? Dazu suchen wir Interviewpartnerinnen aus allen Arbeitsbereichen.

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Mein Antisemitismus

Die Autorin erzählt, wie es dazu kam, dass ein antisemitischer Gedanke in ihr auftauchte

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Den «Geist der Brüderlichkeit» überwinden: Ein Offener Brief an Antonio Guterres

Bei der UN hat sich einiges getan in Sachen Care und Menschenrechte. Gleichzeitig gibt es noch viel zu tun. Dank und Vorschläge für mehr von Ina Praetorius.

“Wir sollten nicht glauben, Rechte zu haben”

Von Dorothee Markert

Das ist der italienische Titel eines 1988 auf Deutsch erschienenen Buches italienischer Philosophinnen, das mir lange sehr wichtig war. Der Titel zitiert eine Aussage der Philosophin Simone Weil, die sie mit folgenden Worten erläutert: „Das bedeutet nicht, die Gerechtigkeit in Frage zu stellen oder zu deformieren, aber wir können nicht mit Recht erwarten, dass die Dinge gemäß der Gerechtigkeit geschehen, zumal wir doch selbst weit davon entfernt sind, gerecht zu sein.“

Der deutsche Titel ist ganz anders, er heißt „Wie weibliche Freiheit entsteht“. Damals hat uns auch dieser Titel durchaus noch inspiriert, doch inzwischen ist das Wort „Freiheit“ mehr und mehr zu einem „verbrauchten Wort“ geworden.


Das Zitat von Simone Weil fiel mir im Zusammenhang damit ein, dass gerade das 75-jährige Jubiläum unseres Grundgesetzes gefeiert wurde. In den Reden und Artikeln dazu wurde immer wieder auf die scheinbar ganz neue Erkenntnis Bezug genommen, dass das Grundgesetz allein, so kostbar es ist, uns die Freiheiten nicht garantieren kann, die uns darin zugesprochen werden. Dass die Demokratie bedroht ist (und es immer schon war), scheint allmählich in den Köpfen anzukommen.

Ich möchte nun zum Grundgesetz-Jubiläum einen Vorschlag machen, an den ich schon gedacht habe, als ich noch Lehrerin war, und später nochmals, als in der Politik darüber gestritten wurde, ob die Kreuze aus den Klassenzimmern entfernt werden sollten:
In jedem Klassenzimmer, in jedem Raum in öffentlichen Gebäuden, in jeder „Amtsstube“, sollte dort, wo einst Kreuze hingen oder wo in autoritären Gesellschaften das Bild des Staatspräsidenten prangt, ein Plakat aufgehängt werden mit dem Satz aus dem Anfang des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Und dann sollte jede Gelegenheit genutzt werden – im Unterricht, in Dienstgesprächen, bei Konferenzen und Meetings – gemeinsam über aktuelle Situationen nachzudenken, in denen dieses Postulat nicht erfüllt, in denen die Würde eines Schulkindes, einer Lehrperson, eines oder einer Jugendlichen, eines Elternteils, … , irgendeines in unserem Land lebenden Menschen, nicht respektiert wurde. Und wie man das in Zukunft besser machen könnte. Ich glaube, dabei könnte gelernt werden, dass wir die uns in der Verfassung garantierten Rechte nicht ein für allemal haben, aber dass wir daran arbeiten können – und vor allem, dass wir das dürfen. Denn in autoritären Gesellschaften ist ja genau das verboten und oft sogar lebensgefährlich.

Autorin: Dorothee Markert
Eingestellt am: 01.06.2024
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… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint