beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "leben"

Nein! Wir Mütter sind nicht immer an allem Schuld!

Wenn bei der Kindererziehung etwas nicht rund läuft, werden häufig die Mütter dafür verantwortlich gemacht. Katharina Nachtsheim nervt das.

Neu in "denken"

Nicht der Rede wert

Ein weiteres Mal denkt Dorothee Markert über die unsichtbarsten und unbeliebtesten Care-Arbeiten und ihre Verteilung nach

Neu in "handeln"

Parité in den Parlamenten

Verstoßen die bayerischen Wahlgesetze gegen die Verfassung? Genau das soll der Bayerische Verfassungsgerichtshof auf Grund einer Popularklage prüfen. Die Klage geht davon aus, dass die jetzigen Wahlgesetze die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung der Geschlechter und die Beseitigung bestehender Nachteile verhindern.

Neu in "unterwegs"

„Who Moves?!“ Feministische Perspektiven auf Migration

Nach „Who Cares?!“ verwendet die feministische Künstlerinnengruppe Swoosh Lieu bei ihrer neuen Produktion „Who Moves?“ erneut ein englisches Wort, um sich der Vorstellung einer Wirklichkeit anzunähern. Vorige Woche waren sie bei einer Podiumsdiskussion über „Feministische Perspektiven auf Migration“ im Frankfurter Mousonturm.

Neu in "anschauen"

Rosenlicht im November

Bettina Schmitz lässt uns mit ihren Augen ein Bild von Frauke Thein anschauen. „Lichtblick“ – eine Wohltat in den dunklen Monaten.

Neu in "erinnern"

Fördern, mehren, wachsen lassen… Zum Tod von Ursula Knecht

Ein Nachruf von Dorothee Markert

Muss Politik spannend sein?

Von Juliane Brumberg

Foto: lillysmum_pixelio.de

„Jetzt wird es endlich mal spannend in der Politik!“, hörte ich verschiedentlich nach den letzten Bundestagswahlen, ausgesprochen in der Erwartung kontroverser Bundestagsdebatten nach dem Ende der großen Koalition. „Es war so langweilig, als sie immer alle einer Meinung sein mussten.“ Spannend ist es zur Zeit tatsächlich in der deutschen Politik, aber wohl anders spannend, als gedacht.

Mir sind solche Sätze etwas sauer aufgestoßen. Ich finde, Politik ist kein Unterhaltungsformat – auch wenn die Medien mit reißerischer Aufmachung aus dem politischen Geschäft gerne Sensationen oder einen Skandal machen.

Von den Politikerinnen und Politikern erwarte ich, dass sie unser Land gut regieren, dass sie wachsam neue Entwicklungen im Auge haben und zum Wohl der Menschen, insbesondere auch der Minderheiten, handeln. Dazu gehören auch Debatten und Diskussionen, in welche Richtung die Entscheidungen jeweils getroffen werden sollen: Wie kann das Gesundheitssystem erneuert werden? Wie soll die Energieversorgung der Zukunft aussehen? Ist das steuerliche Ehegattensplitting noch angebracht? Wie teilen wir unseren Wohlstand mit Menschen, die in Krisengebieten leben? Was können wir in Deutschland dazu beitragen, weltweit kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden? Alles Themen, über die es eines sachlichen und kompetenten Nachdenkens und Austausches bedarf. Sie warten dringend auf sinnvolle Lösungen. Das müssen nicht unbedingt Kompromisse sein, im Gegenteil.

Was ich mir nicht wünsche sind „spannende“ Schlagabtausche, persönliche Diffamierungen und Lächerlichmachen derjenigen, die eine andere Meinung haben. Ich wünsche mir, dass unsere Politikerinnen und Politiker zuhören und Fehler eingestehen können, dass sie bereit sind, ihre Meinung zu revidieren und Fronten abzubauen, dass sie gemeinsam das Miteinander in unserem Land gestalten, nicht aber dass sie politische Themen zu einer spannenden, medienwirksamen und unterhaltenden Show in Sache Eigenwerbung missbrauchen. Politik ist mühselige Arbeit und sollte kein lächerliches Showbusiness sein, so, wie es uns jüngst in Bayern vorgeführt wurde.

Das sind Kriterien, die aktives Gestalten der Politik auch für Frauen attraktiver machen würden. Sie haben nämlich oft keine Lust, ihre Zeit mit eitlen Machtspielchen und Herumgegockel zu verbringen

Autorin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 05.12.2017
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… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint