beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "erzählen"

Von einer Trennung

„Ich habe meine Katze fortgegeben. Zwölf Jahre hat sie bei uns gelebt.“ Eine berührende Trennungsgeschichte.

Neu in "unterwegs"

Eine Amerikareise auf den Spuren von Victoria Woodhull

Antje Schrupp reiste auf den Spuren von Victoria Woodhull durch die USA. Ein Reisebericht in Bildern zu den Wurzeln der Frauenrechtsbewegung.

Neu in "anschauen"

MEAT JOY. Meet Joy. Carolee Schneemann-Retrospektive im MMK in Frankfurt

Das MMK Frankfurt/Main zeigt bis zum 24. September eine beeindruckende Retrospektive zum Werk Carolee Schneemanns. Carolee Schneemann ist vor allem als Performance-Künstlerin bekannt, durch ihre bahnbrechenden Performances wie „Eye Body“ (1963), „Meat Joy“ (1964) oder „Body Collage“ (1967), in deren Mittelpunkt auch ihr eigener Körper steht.

Neu in "handeln"

Gemeinschaftliches Wohnen und Carearbeit – zum Scheitern verurteilt?

Die große Herausforderung an neue Wohnformen: Wie lässt sich die Alltagsarbeit zur Zufriedenheit aller organisieren?

Neu in "Blitzlicht"

Wertebildung ist keine Einbahnstraße

Eine gemeinsame Wertebasis ist eine günstige Voraussetzung für ein gutes Zusammenleben im interkulturellen Kontext.

Neu in "denken"

Sich in der Differenz verwurzeln – wie geht das?

In ihrer Untersuchung, wie sie zu den Frauen wurden, die sie heute sind, zeigen die beiden Autorinnen Maria Livia Alga und Sara Bigardi, was für ihren Weg aus der alten Ordnung heraus wichtig war.

Die Revolution kommt nicht im Fernsehen (und auch nicht auf Facebook)

Von Antje Schrupp

Foto: Rasande Tyskar/Flickr.com (cc by-nc)

Gestern abend erzählte mir eine Freundin, die während des G 20-Gipfels in Hamburg war, um die Proteste gegen das Treffen der Staatschefs und -chefinnen zu unterstützen, vom „Solidarity Summit“, dem alternativen Gipfeltreffen von sozialen Bewegungen. 2000 Menschen haben sich da getroffen und diskutiert, es sei sehr international zugegangen, differenzierte und radikale, also an die Wurzel gehende Analysen und Ideen vorgetragen worden. Und: Alle Podien, die sie selbst mitbekommen habe, seien mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt gewesen. Auch bei den Diskussionen sei darauf geachtet worden, zum Beispiel mithilfe quotierter Redelisten, dass aus dem Publikum heraus Männer nicht die Redezeit dominieren. Und entsprechend hoch sei eben das inhaltliche Niveau des Treffens gewesen.

Ich selbst war ja während des G20-Treffens in den USA und konnte das alles nur medial verfolgen. Von den Debatten des alternativen Gipfels habe ich dort so gut wie nichts mitbekommen. Sowohl die professionellen Medien wie auch meine Timelines auf Facebook und Twitter waren voller Beiträge zu der Gewalt im Schanzenviertel (die wohl ein wenig anders abgelaufen ist als von der Polizei zunächst dargestellt). „Macker unter sich“ – das schien, laut medialer Darstellung, der wesentliche Kern der Proteste in Hamburg gewesen zu sein.

Aber eigentlich ist es eben wohl ganz anders gewesen, und womöglich ist das die wirklich gute, die revolutionäre Nachricht: dass die internationale Alternativbewegung schon längst größtenteils die „Mackerei“ hinter sich gelassen hat, dass Frauen und andere „männlichkeitskritische“ Menschen inzwischen bewirkt haben, dass hier eine andere Kultur, eine andere Praxis der Politik entstanden ist.

Gil Scott Heron sang mal in einem seiner Lieder vor Jahrzehnten: The Revolution will not be televised. Vielleicht muss es richtiger heißen: The Revolution is not being televised. Weil wir schon mitten drin sind.

(Über diesen Link kannst du kommentieren – nach dem runterscrollen)

Autorin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 05.08.2017
Tags:

beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

Weiterlesen

Illustration: Annekatrin Zint