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Rubrik vertrauen

Frauenzeit

Von Ulla Janascheck

Die Frau im Wandel

Weibliche Spiritualität unterscheidet sich von männlicher. Einer der Hauptunterschiede liegt in der Betrachtung und im Erleben der Zeit. Um die Wandlungsphasen der Zeit zu illustrieren, sind in allen alten Kulturräumen symbolische Ordnungen meist in Form eines Kreises, entwickelt worden. Das uns bekannte astrologische System, d.h. der Tierkreis mit den zugeordneten Planeten und Häusern ist ein sehr altes, welches die Veränderungen des Lebens in einzelnen Schritten von Geburt bis zum Tod und der Wandlung zur neuen Geburt ausdrückt. Der Tierkreis geht ursprünglich auf das Rad des Lebens im asiatischen Raum zurück. Er entspricht ebenso dem karmischen Rad – einem Symbol für die Göttin in ihrer Funktion als Gebieterin des Schicksals, wie auch dem Rad der Galaxis oder der Milchstraße, das sich spiralförmig um die Vulva oder den Nabel der Göttin bewegt. Das Rad der Zeit war auch das Glücksrad, das von Fortuna, der dreigestaltigen Göttin des Schicksals gedreht wurde.

Das Rad ist ein Symbol der Ganzheit. Seine ursprünglichen Unterteilungen in dreizehn veränderliche Abschnitte richtete sich nach den dreizehn Monden, die sich im Laufe eines Erdumlaufs um die Sonne füllen und leeren sowie in zwölf veränderliche Abschnitte, die sich an dem Sonnelauf orientieren, vereinen das veränderliche und statische Prinzip der Weltenschöpfung. Damit verbunden fanden entsprechende Festlichkeiten statt, Tänze und Rituale, die das jeweils zugrunde gelegte Lebensthema feierten und so dessen Bedeutung im Bewusstsein der Gemeinschaft verankerten.

Während die patriarchalen Religionen allerlei Methoden entwickelt haben, um dem Rad des Lebens zu entfliehen, weisen uns die matriarchalen Kulturen einen Weg, damit und darin zu leben und uns entsprechend zu verwandeln. Erst wenn frau alle Wandlungsphasen leben kann, ist sie wirklich frei und dennoch tief eingebunden in den natürlichen Rhythmus der Erde. Das bedeutet: Ich lerne zu verstehen, dass Entwicklung spiralförmig ist, wobei sich Erfahrungen wiederholen, damit ich in immer tiefere Erlebensschichten eintauchen kann. Mir bleibt allerdings nicht erspart, dass sich Talfahrten an Höhenflüge anschließen. Ich lerne im großen Rund zu sein mit allen Fasern meiner Wurzeln.

Mondin Mutter, alte Weise

Etymologisch leitet sich „Mond“ vom indoeuropäischen manas, mana oder men ab, was bedeutet: das weise, vom Mond regierte Blut der Großen Mutter. Bei den alten Griechen war menos gleichzeitig Mond und Kraft. Luna (der lat. Name der Mondgöttin) regiert über Empfängnis und Wachstum. Monatlich durchläuft Luna das Himmelszelt und tritt dabei einmal in Konjunktion zu allen übrigen Planeten unseres Sonnensystems. In diesem Sinn gilt sie auch als Gefäß aller himmlischen Kräfte, „die Gattin aller Sterne“, und wird somit gleichsam zum Urphänomen der Verbindung. Sie fängt die kosmischen Kräfte wie eine Schale auf und gibt sie dann an die Erde ab. Sie ist auch das Tor, durch das die Seelen der Verstorbenen in die himmlischen Gefilde gelangen.

Die Mondin lehrt Tod und Wiederauferstehung, die Gesetze der ewigen Wiederkehr. Mit ihrer Kraft kann man sich versenken, empfangen, träumen und inspiriert werden.

Sie entsteht wachsend und vermindert sich langsam. Aus diesem Rhythmus heraus bestimmt sie das Wachstum der Pflanzen und entspricht dem Lebenslauf des Menschen, sie rhythmisiert die Gezeiten des Meeres und die monatlichen Blutungen der Frauen.

Orientieren wir uns an der „Mondzeit“, entwickelt sich in uns ein Verständnis für zyklische Entwicklungsphasen. Wir erfahren das Jahr als Kreis, der über Geburt und Blüte, Ernte und Tod durch die Unterwelt zu neuem Leben, neuer Geburt führt. Die einzelnen Abschnitte dieser Erfahrung kennen wir als die 12 bzw. 13 Vollmonde, die ein Jahr gliedern. Diese dreizehn Mondzyklen können wir als Initiationsstufen während unserer Seelenreise begreifen. Indem wir ihnen Bedeutung schenken, wächst unser Verständnis für die Zeit, für Entwicklung und Wachstum. Wir lernen, uns dem natürlichen Rhythmus der Zeit anzupassen, anstatt ihn zu bekämpfen oder gegen ihn zu arbeiten. Parallel dazu vertieft sich unser Verständnis für die seelische Entwicklung. Die Frauenseele wächst sozusagen organisch, spiralförmig – nicht linear-männlich, wobei wir geradeaus weitereilen und Angst haben, zu spät zu kommen. Das „mondliche“ Zeitverständnis lehrt uns, bestimmte Lektionen ganz zu lernen, den Prozess von Erneuerung, Säen, Wachstum, Ernte und Loslassen, Sterben vollständig zu durchlaufen, um unsere Erfahrungen allmählich zu erweitern. Wir steigen nicht auf einer patriarchalen Leiter Stufe für Stufe in den Himmel, wobei wir alles Unangenehme allmählich hinter uns lassen, um irgendwann befreit zu sein, sondern lernen vielmehr wiederholt das Gleiche, wobei eher die Dimension unserer Erfahrungen zunimmt.

So wird jeder Monat zu einer kleinen Reise, die auch zugleich schon die nächste vorbereitet, wobei das Ende des einen Abschnittes schon den Anfang des nächsten in sich trägt. Jeden Monat wird der Mond voll und wieder leer, sehen wir ihn wachsen und wieder „sterben“, ein Vollmond geht in den Neumond über und dieser füllt sich wieder, um einen neuen Zeitabschnitt anzuzeigen.

Auch im weiblichen Seelenraum schlummern verschiedene Bildkräfte, die parallel zum rhythmischen Zeitablauf auftauchen, die wir erwecken, denen wir Form geben und die wir wieder loslassen können.

Bisher gibt es leider noch viel zu wenige Priesterinnen, die auf die Jahreszeiten abgestimmte Rituale abhalten. Dennoch sind diese Rituale für uns wichtig, denn ohne sie fühlen wir uns unvollkommen, so als ahnten wir, dass irgendetwas fehlt. Wir können uns jedoch an alten Überlieferungen orientieren, diese auf unser heutiges Leben übertragen und sie dem Leben und Alltagsbewusstsein so anpassen, dass sie durchführbar sind, das Bewusstsein erweitern und die widerstreitenden Teile unserer Persönlichkeit verbinden. Die Magie der Neuzeit trägt ein anderes Gesicht als früher, und wir aufgefordert, uns selbst kreative Gedanken über unsere Spiritualität und unser seelisches Wachstum zu machen.

Göttinnenzyklus – der Kreis der Sonne

Ich habe die durch den Jahreskreis bedingten Wandlungsphasen der Frau, die auf die Sonne bezogen sind, Göttinnenzyklus genannt und möchte die damit verbundenen Frauenkräfte aus meiner Sicht heraus hier an dieser Stelle kurz vorstellen. Beginnen wir im März/April, der Zeit des Frühlings, wenn die Kräfte der Natur erwachen. Es ist die Zeit der Amazonen, der Kriegerinnen und Jägerinnen, es ist die Frauenzeit der Eigenmacht. Daran an schließt sich die Zeit der Erdmütter (April/Mai), der Bewahrerinnen und der Ernährerinnen. Sie haben andere Aufgaben, vornehmlich, einen sicheren Raum zu schaffen, als Basis für das Leben. Gefolgt werden diese von den Geschichtenerzählerinnen (Mai/Juni), die innerhalb des errichteten Raums ihr persönliches Wissen und das der Ahninnen weitergeben. Daran an schließen sich im Juni/Juli die Traumweberinnen, Schicksalsspinnerinnen, Mondinnenkräfte, die die Geschichten mit ihrer Magie beleben. Ist der Traum geträumt, werden sie im Juli/August zu Tänzerinnen, Sonnengöttinnen, die das Leben durch ihre rhythmischen Bewegungen ertanzen und sich als schöpferisches Zentrum begreifen. Sie tragen das Wissen um ihre Einzigartigkeit in sich. In der Verwandlung werden sie im August/September zu heiligen Priesterinnen, die nun die Früchte ihrer Erfahrungen zusammensetzen, verwandeln, ernten und verteilen können. Diese gereiften Frauen sind ebenfalls der Veränderung unterworfen. Sie sind im September/Oktober bereit, ihre Künste auszubilden und ihre innere Schau im Spiegel der Welt zu erfahren. Sie treten mit ihr in einen regen Austausch und schaffen Kunstwerke, die ihre inspirierenden Erkenntnisse abbilden und Erfahrungen sichtbar machen. Aus ihnen gehen im Oktober/November die Schattenfrauen hervor. Die obere Welt ist erkundet, und nun öffnet sich der unsichtbare Raum. Die Dunkelheit kann aufgesucht werden, Ängste lassen sich verwandeln und Schutzräume entstehen durch die tiefe Auseinandersetzung mit dem Unbekannten, den Sehnsüchten, Begehren und Leidenschaften. Die Frau wird zur Magierin, um sich erneut zu wandeln. Es schließt sich im November/Dezember die Zeit der Königin an. Häufig wird diese von Tieren begleitet. Sie regiert ihr Leben und weiß andere in ihr Erfahrungsgebiet einzuführen, sie ist weise Lehrerin, die mit ihren Instinkten und Intuitionen (der Tierkraft) eine Einheit bildet. Sie wandelt sich im Dezember/Januar zur Einsiedlerin, die geschickt die Spreu vom Weizen trennt und die Fülle ihrer Erfahrungen zu einer einfachen Wahrheit läutert. Ihr innerer Diamant entsteht durch die Umwandlung der unangenehmen Erlebnisse, des Schmerzes und der Hindernisse. Die Einsiedlerin erlangt durch ihre Selbstgenügsamkeit Meisterschaft. Sie gebärt das unzerstörbare innere Licht. Aus ihr geht im Januar/Februar die Närrin hervor. Die unabhängige Netzwerkerin, die inspirierte Freigeistin, diejenige, die längst begriffen hat, dass das Leben weit über das persönliche Erleben hinausreicht. Geschickt verbindet sie die vielen Facetten, die das Leben hervorgebracht hat und behält den Überblick. Sie weiß genau, an wen sie sich zu wenden hat, wer gut zueinander passt, und für welche Projekte wer geeignet ist. Leichtfüßig und humorvoll bewegt sie sich spielerisch durchs Leben. Um sich selbst im Februar/März in der Ganzheit zu erfahren. Sie wird zur Spiegelfrau, die nicht mehr trennt zwischen sich und anderen. Sie lernt über die Hingabe und die Verbundenheit. Löst sich auf, um wieder neu geboren zu werden. Als Amazone, Kriegerin, Jägerin. Und ein neuer Kreislauf beginnt.

Eingebunden in den Sonnen-Mondkreislauf der Erde sind die acht Jahreskreisfeste, die ebenfalls die Göttin in ihrer Wandlung von Werden und Vergehen begleiten. Den Jahreskreis, das Lebensrad der großen Mutter zu erfahren und die Übergänge mit entsprechenden Ritualen zu erfahren, bindet tief ein in das natürliche Geschehen von Geburt bis Tod. Durch die Kontinuität entsteht Vertrauen und Mut zur Veränderung, Wandlung. Ich bin viele. Orientiere ich mich an der Wandlungssymbolik der großen Göttin, gehe ich sicher, dass ich keinen Schritt auf dem zyklischen Weg auslasse.

Übergänge

Für tiefe Wandlungsphasen im Leben hält das Weisheitswissen unserer Vorfahrinnen Rituale bereit, um gekonnt die Neugeburt vorzubereiten. Da eine Frau, die im Begriff ist, über eine Schwelle zu gehen, auch in Kontakt mit den neuen Gesetzmäßigkeiten der dort vorherrschenden Magie treten muss, braucht sie mehr als die ihrer bisherigen Erfahrung entsprechenden ritualisierten Handlungen (die Gewohnheiten). Die Seele braucht ein angemessenes Ritual, um die Türe zum neuen Erlebnisraum zu öffnen.

Unsere Ahnen haben für die großen Übergänge der Lebensphasen sinnvolle Rituale entwickelt, wobei die Betroffenen, die bereit waren, die Schwelle zu überschreiten, von anderen bereits Erfahrenen eingewiesen wurden. Ein Ritual unterscheidet sich von den gewöhnlichen Handlungen in mehreren Punkten. Zum einen ist es wiederholbar, es besitzt damit eine gewisse Form und es ist unumkehrbar. Das bedeutet, wenn die Veränderung, die das Ritual besiegelt hat, aufgehoben werden soll, bedarf es eines neuen Rituals. Ein weiteres Merkmal des Rituals ist das Motiv, eine Ebene, die über sich selbst hinausweist und transzendenten Bezug hat. Es verbindet die Seele mit ihrem Ursprung, ihrer Quelle tiefen Vertrauens und führt gleichzeitig in die irdische Erfahrung. Dann beinhaltet ein Ritual auch ein Opfer. Das Überholte wird geopfert, damit Raum für das Neue entsteht. Dies lässt sich immer mit dem Gefühl „zu sterben“ vergleichen. Letztendlich wird ein wirkliches Ritual einen spürbaren Wechsel bewirken, der von Außenstehenden wahrgenommen werden kann.

Nach Angelica-Benedicta Hirsch sind Übergangsrituale in drei Phasen gegliedert. [1]

1. Die Absonderung vom bisherigen Lebensbereich

2. Die Einweihung in den neuen Lebensabschnitt

3. Die Übernahme der neuen Aufgabe

Bei jedem Wendepunkt überschreiten wir innere Schwellen. Dadurch kommt Bewegung in die Magie der Projektionen, die wir als Realität erfahren. Solange die innere Magie sich in ihrem Wandlungsprozess befindet, haben wir normalerweise Angst. Denn das Bekannte ändert sich und wir müssen für eine Weile sogar relativ tatenlos dabei zusehen. Nicht selten haben wir an diesem Punkt das Gefühl, keinen Einfluss mehr zu haben. Der Zugriff entgleitet.

Das Wissen unserer Vorfahren birgt mächtige Schwellenhüterinnen, die unerbittlich prüfen, ob wir bereit sind, hinüber zu gehen. Röntgenstrahlen scheinen die dunkelsten Winkel innerhalb unserer Persönlichkeit auszuleuchten, damit wir heranwachsen und uns die darin gebundene Energie zur Verfügung steht.

Vielleicht sollten wir uns an dieser Stelle mit Schwellenhütern in Märchen und Mythen beschäftigen. Es sind entweder wilde Höllenhunde, Sphinxen, Drachen, Schlangen, dämonisch aussehende Wesen und mehr. Sie bewachen den Eingang zu einem geheimen Raum, einer anderen Welt oder einem Heiligtum. Nur wer reinen Herzens ist und es versteht, ganz bei sich und seinem Vorhaben zu bleiben, kann sie passieren.

Was sagt uns das? Damit wir die Schwelle überschreiten können, müssen unsere Schattenanteile zu Verbündeten geworden sein und ihr Einverständnis geben. Die wilden, ungebändigten Anteile, die Ängste, Aggressionen und zerstörerischen Kräfte müssen zu unserem Schutz bereit sein, in die Gesamtpersönlichkeit eingebunden werden, damit sie den Weg des Fortschreitens freigeben. Sie wollen eingeladen und willkommen geheißen sein. In das Ritual eingebunden werden.

Ritual und Alltag

Grundvoraussetzung für die Durchführung eines Rituals scheint mir das persönliche innere Anliegen zu sein. Ich spüre deutlich eine Frage oder innerliche Aufforderung, die mich über einen langen Zeitraum hinweg bewegt. Mit meinen Antworten komme ich allerdings nicht weiter. Ich stehe vor einem Berg oder Abgrund, einem unüberwindbaren Hindernis und schaffe es nicht alleine. Jetzt brauche ich die Rückbindung und Führung der magischen Begleiter/innen. Ich rufe sie, auf eine persönliche Weise, die mir entspricht. Wenig Sinn macht es dabei, leere Worte oder Gesten nachzuahmen. Ich versuche also eine authentische Sprache zu finden, mit der ich mich der unsichtbaren Welt annähern kann. Das Opfer gehört dazu. Ich opfere etwas, das für mich besondere Bedeutung hat und bitte um Einlass, der mir tiefere Einsicht gewährt. Ich halte inne. Meine Verbundenheit drücke ich dankbar aus und öffne mich so vertrauensvoll, dem, was kommt. Aufmerksam beobachte ich die kommenden Tage und damit verbundenen Zeichen. Was kommt mir entgegen? Neue Sichtweisen, Eingebungen?

Ich glaube nicht, dass es für ein Ritual wichtig ist, bis ins Detail den Anweisungen von Überlieferungen zu folgen. Im Grunde kann jede Alltagshandlung ritualisiert werden. Ich kann mit der richtigen Einstellung selbst das Putzen zum Ritual erklären. Ich stelle mir gegebenenfalls vor, dass ich einen bestimmten Bereich meines Lebens reinige und mit frischem Wind versorge, während ich mich scheinbar ganz „normal“ mit dem Staubwedel bewege. Ich brauche dazu keine bestimmte Kleidung und auch keinen fremden Ort auszusuchen – obwohl es bisweilen auch von Vorteil sein kann. Ich verleihe einfach meinem Tun innerhalb eines zeitlich festgesetzten Rahmens eine tiefere Bedeutung, überschreite eine imaginäre Schwelle und schon ist das Ritual im Gange. Wichtig ist allerdings dessen Abschluss. Ich lege also fest, wann in diesem Fall die reinigende Handlung beendet ist und übergebe den ganzen Prozess der entsprechenden Führung, unter deren Schutz ich mich anfänglich gestellt habe. Damit ist das Opfer erfüllt und ich kann mich anschließend beruhigt anvertrauen und auf Führung hoffen.

Leere Rituale kennt die Geschichte schon seit langer Zeit. Bedeutungslose Opfergaben werden vor ehrfürchtig gekleidete Priester geschleppt und alle haben Angst, etwas falsch zu machen. Hinterher fragt man sich dann, was war eigentlich los, ist überhaupt etwas passiert? Weil eben nicht die ganze Persönlichkeit daran teilgenommen hat, weil die persönliche Anbindung gefehlt hat, weil man vielleicht gar nicht verstanden hat, worum es geht. Damit ist der Sinn des Ganzen komplett verfehlt. Ein Ritual führt immer durch einen Engpass, in eine andere Erlebnisebene, hin zu erweitertem Bewusstsein und tieferer Eingebundenheit. Deshalb sollte es auch jedes Mal neu belebt, erfunden und kreiert werden. Aus dem Innen kommend einen angemessenen äußeren Ausdruck finden. Jeder Raum kann in einen heiligen verwandelt werden. Jede Kleidung kann bedeutsam sein. Dankbarkeit und Bitten lassen sich sehr persönlich und unterschiedlich ausdrücken.

In diesem Sinne wünsche ich allen Frauen Lust und Mut, sich auf das Lebensrad einzulassen und gemeinsam mit anderen die Übergänge zu feiern. Befreiung entsteht durch Einbindung.

Literaturhinweise

  • Ulla Janascheck, Göttin der Gezeiten, die weibliche Kraft in Mond, Mythen und Märchen
  • Ulla Janascheck, Cambra Skadé, Göttinnenzyklus, von weisen Frauen, ihren Künsten und Wirkstätten
  • Ulla Janascheck, Krisengeschenke, vom kreativen Umgang mit Wegkreuzung, Loslösung und Neuorientierung
  • Ulla Janascheck, Kessel, Ofen, Feuer, köstliche Rezepte zum Feiern der Jahreskreisfeste

[1] Hirsch, Angelica-Benedicta: An den Schwellen des Lebens, Atmosphären Verlag, München 2004

Autorin: Ulla Janascheck
Redakteurin: Christel Göttert
Eingestellt am: 18.12.2006

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