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Rubrik denken

Verfluchen, beten, nicht fragen

Von Annarosa Buttarelli

Die magische Kraft des NegativenFolgendes Vorhaben verbanden die Frauen der Philosophinnen-gemeinschaft Diotima mit ihrem Buch Die magische Kraft des Negativen, aus dem der folgende Text von Annarosa Buttarelli stammt: [1] „Von der Tendenz, das Negative zu ignorieren, es zuzudecken oder austreiben zu wollen, möchten wir dahin gelangen, über die Arbeit nachzudenken, die das Negative erfolgreich leistet, beispielsweise unfreie Bindungen zu lösen, unnütze Konstruktionen aus dem Geist zu räumen, dem Willen unvernünftige Lasten abzunehmen“. Dabei orientierten sich die Diotima-Frauen an der Frage: „Wie können wir verhindern, dass das Negative, das in jedem Leben vorkommt, ‚böse’ wird, sich also in etwas unheilbar Zerstörerisches verwandelt?“ Sie vertrauten darauf, dass das Negative, wenn es in den Diskurs eingeführt werden kann, „ein wenig oder auch recht weit aus seiner absoluten Negativität herausgekommen ist und nicht so tut, als könne es allein siegen. Dann hat es aufgehört zu zerstören und nimmt am Spiel des Symbolischen zwischen Anwesenheit und Abwesenheit teil.[2]

Das Negative und das Böse sind nicht unbedingt dasselbe, auch wenn sie einander ähnlich sind. Sie streben nicht notwendigerweise dieselben Ziele an, aber beides verursacht Leiden. Die Arbeit des Negativen kann unseren Kampf unterstützen, etwas sterben zu lassen, das wir „böse“ nennen, weil die Sprache uns dazu zwingt, obwohl es dabei nicht nur und manchmal überhaupt nicht um das Zufügen von Schmerzen geht. Das Böse existiert, auch wenn damit keineswegs ein gleichsam übernatürliches Unheil gemeint ist, sondern etwas, das an der Materie teilhat, aus der wir Menschen und die Welt gemacht sind, also etwas, das eine Realität und eine unbenennbare und unerfahrbare Andersheit im irdischen Leben hat.

Ich stelle mir das Böse als etwas vor, das – weitgehend – unabhängig davon ist, wie wir mit ihm umgehen und was wir über es wissen, so sehr wir uns auch anstrengen, es zu verstehen, ihm zu widerstehen oder es gar zu erlösen.

Bekanntlich hat sich das philosophische Denken von Anfang an mit den vielfältigen Formen des Bösen auseinandergesetzt. Oft schien es ihm einfacher, alle diese Formen in einem einzigen Konzept zusammenzufassen, und häufig diente die Annahme einer übernatürlichen Macht als Erklärung für das Böse. Simone Weil versuchte,  die vielfältigen Möglichkeiten, wie das unheilvolle Böse in unsere Welt eingreift, genau zu untersuchen. Sie kam dabei auch zu dem Schluss, es mit dem Nicht-Sein gleichzusetzen: „Es gibt keine Wahrheit der untergeordneten Zustände, weil diese den Irrtum einschließen. Deshalb gibt es keine Wahrheit des Bösen, außer in der Form eines vollkommenen Wesens, das leidet.“[3] Hier finden wir einen Widerhall der gnostischen Tradition, die die Existenz des Bösen als Irrtum versteht, als etwas Fehlerhaftes, eine schmerzende Erscheinung, ein Problem, dem auf logisch-deduktivem Weg begegnet werden muss, indem man sich um eine in erster Linie vernunftgetragene Korrektion bemüht.

Ich stimme nicht mit solchen Positionen überein, die, um zu einem Ergebnis zu kommen, eine Theodizee ausarbeiten müssen, was verhindert, dass das Mysterium des Bösen anerkannt wird, das Rätsel, das trotz aller vergangenen und gegenwärtigen Anstrengungen des Denkens nicht gelöst werden kann und konnte. Zu den letzten bemerkenswerten Versuchen, eine Vernunft-Ethik zu schaffen, um dem Bösen die  Stirn zu bieten, wobei das Böse nicht in seiner Unterschiedlichkeit erfasst wird, muss auch das Werk der Phänomenologin Roberta De Monticelli[4] gerechnet werden. Denn am Ende ist auch sie angesichts des Problems des Hasses gezwungen, sich auf ein Schwanken zwischen zwei Möglichkeiten einzulassen: An die Möglichkeit zu glauben, so wie es Augustinus vertritt, dass das Böse korrigiert werden kann, indem man ihm mithilfe der Vernunft die Wahrheit oder besser das Gute, das es nicht besitzt, zuführt. Oder zu akzeptieren, dass der Hass eine Kraft besitzt, die stärker ist als eine Ethik des Guten. Somit muss sie schließlich das Vorhaben aufgeben, die Widersprüche der Erfahrung in einem schlüssigen Erklärungssystem zusammenzufassen.

Mein Vorschlag ist, dass wir uns darauf einstellen, die Existenz eines auf rätselhafte Weise unheilbaren Bösen zu akzeptieren, das nicht von uns ausgeht, eines Bösen, das mit aller Kraft versucht, uns zu schaden, ohne dass es notwendigerweise dazu bei uns einen Widerschein oder eine Entsprechung geben muss.

Mir scheint, dass die Denkerin María Zambrano, die sehr nah am Konkreten geblieben ist, diese Einstellung sehr gut kannte, als sie schrieb:

„Sogar den nicht begangenen Fehler, das nicht getane Böse annehmen, sich alle Möglichkeiten des Bösen aufladen, alle Grenzen überschreiten, ohne je zu wissen und ohne wissen zu wollen, da dies nicht möglich ist, weil das Sein und das Nicht-Sein im Guten und Bösen die menschliche Erkenntnisfähigkeit überschreiten.“[5]

Interessant ist das „nicht wissen wollen“: Es hilft anzuerkennen, dass es im Gegensatz zur Sichtweise der unter der Vorherrschaft des platonischen Christentums stehenden Tradition  sowohl im Guten als auch im Bösen Sein und Nicht-Sein gibt. Um zu unserem Rahmenthema zurückzukehren, können wir nun also damit beginnen, die Arbeit des Negativen in beidem wahrzunehmen.

Als Bezugsperson für unsere Überlegungen schlage ich noch eine andere Denkerin vor, die die relative Unabhängigkeit eines Bösen beleuchtet, das uns braucht, um existieren zu können, das aber nicht notwendigerweise durch unser Denken beeinflussbar ist. Es handelt sich um Flannery O’Connor, eine amerikanische Autorin, die sehr jung starb, nachdem sie den größten Teil ihres Lebens aufgrund einer schweren, unheilbaren Krankheit leidend verbracht hatte: „Misstrauen gegenüber dem Abstrakten, Respekt vor Grenzen, einen Sinn für die menschliche Abhängigkeit von der Gnade Gottes und die Erkenntnis, dass das Böse nicht einfach nur ein Problem ist, das man lösen muss, sondern ein Mysterium, das es zu ertragen gilt.[6] Wir verstehen sofort, wie sehr Flannery O’Connor  – eine leidenschaftliche Katholikin – auf die Anwesenheit der Gnade vertraut, auf ein unvorhersehbares Göttliches, das Einzige und Ausschließliche, das dem Bösen die Stirn bieten kann. Diese Sichtweise beginnt uns in die richtige Richtung zu lenken. Sie bringt uns nämlich von der Annahme ab, wir könnten willentlich das Gute tun, und spricht dem Bösen eine Existenz zu, eine sehr konkrete, geheimnisvolle Präsenz, die in ihren Tiefen nicht gedanklich fassbar, aber durchaus wahrnehmbar ist:

„Um unseren Sinn für das Mysterium zu gewährleisten, [um Türen zu öffnen für das Mögliche, das Unvorhergesehene und für die Gnade], brauchen wir eine Vorstellung vom Bösen, das den Teufel als realen Geist betrachtet, einen Geist, der gezwungen werden kann, Farbe zu bekennen. Eine verschwommene Vorstellung vom Bösen genügt nicht, wir brauchen die Vorstellung einer besonderen Persönlichkeit des Bösen für jede Gelegenheit.“[7]

Diese Worte sollen uns keine Angst einjagen, sie lehren uns jedoch etwas Wichtiges in Bezug auf unser Thema: Wir können lernen anzuerkennen, dass wir unter den Bedingungen des Menschseins kein metaphysisches, flüchtiges, absolutes und ewiges Böses wahrnehmen können, sondern nur etwas, das ich kontingentes Böses nenne, auch wenn es beweglich und unfassbar in seiner Andersheit ist.

In jeder geschichtlichen Situation und entsprechend den jeweiligen Umständen zeigt es sich auf eine bestimmte Weise, unterliegt dem Gesetz der Fleischwerdung, wird von jeweils anderen Menschen gewählt, dringt in bestimmte Ereignisse ein. Und es hängt von uns ab, ob wir fähig sind, es zu erkennen und es aufzuspüren, ob wir es „zwingen können, Farbe zu bekennen“, so dass wir in der Lage sind, seine Wirkungen abzulesen und mit dem Finger auf es zu zeigen, dort, wo es gerade ist. Wir können das kontingente Böse wahrnehmen, wir können sehen, wer es verkörpert, wer es uns antut, und ob wir selbst im Begriff sind, ihm zur Fleischwerdung zu verhelfen. Wir dürfen uns erlauben, seine Ursachen nicht verstehen zu wollen, wir müssen auch nicht nach möglichen Rechtfertigungen suchen, stattdessen können wir seinen Verlauf erahnen, der manchmal nicht aufzuhalten ist. All das, das Mysterium einer Fleischwerdung, der nicht abzuhelfen ist, nimmt uns nicht die Möglichkeit, auf die zweifache Natur des Menschen zu hoffen – das Gute und das Böse sind seine Möglichkeiten – und zu glauben, dass das Gute seine Macht behalten wird, auf ebenso geheimnisvolle und unvorhersehbare Weise und ebenso Fleisch werdend in den kleinsten Einzelheiten des menschlichen Lebens.

Die Untersuchung, die dieses Diotima-Seminar durchführt, zeigt eine ziemlich weit verbreitete weibliche Weisheit, mit dem Schmerz umzugehen, den wir erleiden, und ihn in Denken zu verwandeln. Wir wenden dabei Praktiken an, die aus einem uralten Wissen schöpfen und es in die Gegenwart bringen, auch Simone Weil griff darauf zurück: Durch den Schmerz hindurchzugehen und zu akzeptieren, ihn zu erleiden, hilft dabei, ein höheres Bewusstsein von der Realität und von uns selbst zu bekommen. Schmerz und Leiden werden als etwas verstanden, das Veränderung bewirkt, um zu etwas zu gelangen, das die Alten Lebensangemessenheit nannten. Im Zeitalter des Humanismus galt die Bewusstseinsbildung auf dem Weg des Durchschreitens von Schmerz als etwas, das einen für das menschliche Leben „angemessen“ werden ließ. Der Kontakt mit dem Bösen verursacht Schmerz, folglich ist dieses Wissen wertvoll, denn es hilft uns, subjektiv zu leiden, ohne durch die Arbeit des Negativen in uns vernichtet zu werden. Wir können das nicht nur von Etty Hillesum lernen, die sich selbst zum „Schlachtfeld“ erklärte, sondern von vielen anderen Autorinnen wie auch Katherine Mansfield, die weniger bekannt ist und weniger zitiert wird, obwohl sie ebenfalls bemerkenswerte Erfahrungen im Umgang mit dem Schmerz und dem höheren Bewusstsein gemacht hat, das sich dabei herausbilden kann:

„Ich will nicht sterben, ohne meiner Überzeugung Ausdruck gegeben zu haben, dass das Leiden überwunden werden kann. […] Man muss sich unterwerfen. Widersetze dich nicht. Nimm es völlig an. Lass dich überwältigen. Mache es zum Bestandteil deines Lebens. Alles im Leben, was wir wirklich annehmen, verwandelt sich. So muss Leiden zu Liebe werden. Das ist das Geheimnis“.[8]

So können wir mit dem Unglück umgehen, das uns geschehen kann. Aber es kommt vor, dass diese Haltung und diese Erfahrung dem Bösen, das nicht in uns selbst ist, das nicht uns als Medium für seine Kraft benutzt, nicht gewachsen ist, vor allem dann, wenn das Böse von einem anderen Menschen getan wird oder wenn es sich uns als unheilbar, als unverbesserlich, als unveränderbar oder als etwas präsentiert, das nicht zu rechtfertigen ist, nicht einmal dann, wenn wir seine Existenz akzeptieren.

Beispielsweise zeigt sich Hannah Arendt in einer Vorlesung 1965 in New York schockiert darüber, dass immer wieder versucht wird, das Böse zu rechtfertigen, also es zu rationalisieren. Sie schreibt:

böse klein

Darstellung des Bösen am Freiburger Münster

„Schließlich ist da die Verwirrung, die am meisten schockiert und die ich vorhin nur angedeutet habe: die Umgehung, das Ausweichen vor oder Wegerklären der menschlichen Schlechtigkeit. Wenn sich die Tradition der Moralphilosophie von Sokrates bis Kant und, wie wir sehen werden, bis heute (im Unterschied zur Tradition religiösen Denkens) in einem Punkt einig ist, dann darin, dass es für den Menschen unmöglich ist, vorsätzlich schlechte Dinge zu tun, das Böse um des Bösen willen zu wollen. Gewiss, der Katalog der menschlichen Laster ist alt und inhaltsreich, doch kommt eigenartigerweise in einer Aufzählung, bei der weder Völlerei noch Faulheit (im Grunde kleinere Vergehen) fehlen, der Sadismus, das reine Vergnügen an der Erzeugung und Betrachtung von Schmerz und Leid, nicht vor, das heißt das eine Laster, das wir berechtigterweise als das Laster aller Laster bezeichnen können und das während ungezählter Jahrhunderte nur in der pornographischen Literatur und in der Malerei des Abartigen bekannt war. Es mag immer recht alltäglich gewesen sein, aber üblicherweise war es ins Schlafzimmer verbannt und wurde nur selten in den Gerichtssaal hineingetragen. Selbst die Bibel, in der alle anderen menschlichen Unvollkommenheiten an irgendeiner Stelle vorkommen, schweigt sich, soviel ich weiß, darüber aus; und dies mag der Grund sein, warum Tertullian und auch Thomas von Aquin sozusagen in aller Unschuld die Betrachtung der Leiden in der Hölle zu den Freuden zählten, die im Paradies erwartet werden konnten. Der erste, der dies wirklich als Skandal empfand, war Nietzsche“.[9]

Ausgehend von diesen Gedanken Hannah Arendts können wir einen Schritt weiter gehen und in das, was wir hier einmal „das Böse, das über eine bestimmte Arbeit des Negativen hinausgeht“ nennen wollen, auch die Anwesenheit von Lust, von einer gewissen bedeutsamen Positivität aufnehmen, das gilt zumindest für die Person, die das Böse tut. Um es auf den Punkt zu bringen: Es ist also meiner Meinung nach nicht möglich, die Arbeit des Negativen mit dem Bösen gleichzusetzen. Jedes Mal, wenn mir das bewusst wurde, löste es Unruhe bei mir aus, aber auch Neugier. Denn was geschieht, wenn das Böse über mich kommt, wenn ein Mann oder eine Frau mir Böses tut, wenn irgend etwas das Böse tut und wir keinen Zugriff darauf haben, es umzuwandeln? Da stellt sich doch gleich die Frage: Was mache ich dann? Und wie sind die vielen Frauen damit umgegangen, die ihr Verhalten nicht mit Hilfe von Ethik regelten und die sich nicht mit der guten Tat um jeden Preis trösten konnten?

Wie wir gesehen haben, besteht das Problem darin, ob wir auf den Wunsch verzichten können, nach den allerletzten Ursachen zu forschen und das kontingente Böse korrigieren und beherrschen zu wollen, weil wir es für einen Fehler halten, das mit unserem guten Willen verwandelt werden kann. Wenn Moral und ethische Vorschriften wegfallen, zeigt sich außerdem auch die andere Seite dieses Problems: Wie können wir vermeiden, zu Komplizinnen des kontingenten Bösen zu werden? Oder auch, wie können wir vermeiden, dem Bösen noch mehr Böses hinzuzufügen, also beispielsweise als Reaktion Selbstmord oder einen Mord zu begehen? Welche Möglichkeit bleibt uns?

Uns bleibt die Arbeit des Negativen – eine Form der Passivität – die viel mehr bewirken kann als der aufdringliche gute Wille.

Ich konnte eine Praxis von Frauen miterleben, die ohne aktive Handlung auskommt, da sie durch Nicht-Handeln wirkt: die Arbeit des Negativen im Bösen zu begleiten, um sie zu ihrem inneren Ende kommen zu lassen, in ihrem Raum und in ihrer Zeit. Das bedeutet auch, die Fähigkeit zu entwickeln, dem Bösen das ausschließliche Besitzrecht an der Arbeit des Negativen zu entziehen.

Um die Wirksamkeit dieser Praxis zu verstehen, muss man wissen, dass sie uns dann möglich wird, wenn wir ein radikales Vertrauen in die reale Existenz geheimnisvoller Verbindungen haben, die mittels ihrer Wirkungen intuitiv erfasst werden können, Verbindungen, die beispielsweise dazu führen, dass das Böse nicht völlig unabhängig von uns bleibt, und die in der Lage sind, es einfach dadurch zu verwandeln, dass sie es auf seinen Tod zugehen lassen. Es scheint wirklich so zu sein, dass das Böse fähig ist, auch sich selbst zu zerstören, wenn ihm nichts anderes angeboten wird als es selbst. Euripides zum Beispiel thematisierte dies in seinem Text über Medea, als er erklärte, dass sie sich selbst tötete, als sie ihre Kinder tötete, eine Aussage, die wahrscheinlich auch heute noch wahr ist. Damit kehre ich zu der Behauptung zurück, dass das Böse einer inneren Logik folgt, die zu seinem Tod führen kann.

Das Böse wird sterben, wenn wir nicht darauf beharren, ihm das Gute anzubieten, wenn wir ihm den Wachstumsraum entziehen, denn die Unabhängigkeit des Bösen ist relativ: Das Böse braucht das Gute außerhalb von sich ebenso wie seine innere Lust, um weiter existieren zu können.

Soweit ich es verstehe, widersteht die Praxis, von der ich spreche, der Versuchung, die Realität mit etwas beherrschen zu wollen, das man den Willen zum Guten nennen könnte. Sie vermeidet Anstrengungen, um das absolute, allgemeine Gute zu erreichen. Sie vermeidet also willensmäßiges Vorgehen und lenkt die Arbeit des Negativen im Bösen mit der Kraft einer Haltung, die das Risiko akzeptiert, das zu einem Mysterium gehört. Sie vermeidet so, in die zersetzende Tätigkeit des Bösen einbezogen zu werden und begleitet es stattdessen in den Tod. Diese Praxis zeigt, dass es wirklich möglich ist, sich dem Zugriff des Bösen zu entziehen, ohne es als Schicksal, als Trieb oder gar als Übungsfeld für Vernunftanalysen zu verstehen. Hannah Arendt hat Recht, wenn sie das Verständnis als eine Form der Zustimmung und als die Bereitschaft ansieht, derselben Logik zu folgen, während es dagegen möglich ist, eine Logik intuitiv zu erfassen, ohne sie zu verstehen, ohne sie in sich einzulassen und mit ihr eine Beziehung der Andersheit aufrechtzuerhalten. Jenseits des Verstehens (oder eher vorher) kann man auf eine Art intuitiven Wissens zurückgreifen, auf eine wenig wertgeschätzte Art des Denkens, die auf das Unsichtbare vertraut und auf die Tatsache, dass der „Geist“ gerade dann wirkungsvoll handelt, wenn Logiken von Konsistenz, Undurchsichtigkeit und Beständigkeit am Werk sind, die wir der Materie zusprechen.

Es gibt also praktische Verhaltensweisen, die uns lehren, die geheimnisvolle Logik der Dinge in einer vertrauensvollen und prophetischen Haltung gegenüber den unsichtbaren Zusammenhängen der Dinge, also gegenüber ihrem Mysterium, zu erkennen. Ich habe drei davon ausgewählt, die mir einigermaßen klar sind: verfluchen, beten, nicht fragen. Dabei gehe ich davon aus, dass es einen roten Faden gibt, der diese Praktiken auf gewisse Weise miteinander verbindet.

Das Böse verfluchen

Um die Wirklichkeit und Wirksamkeit des Verfluchens kennen zu lernen, müssen wir den Fluch, so wie er banaler- und üblicherweise verstanden wird, vergessen, nämlich als den Willen, das Böse dort herbeizurufen, wo es noch nicht ist, indem auf magische Kräfte oder Phantasien zurückgegriffen wird. Wir müssen den Fluch aus den Horrorfilmen und aus einigen antiken Tragödien sowie den aus den Ängsten der heiligen Inquisition vergessen, auch den Fluch, der in einigen Werken Shakespeares so schön in Worte gefasst wird, wie wir es in Macbeths Beschwörung der Hexen nachlesen können:

„Entfesselt ihr den Sturm gleich, dass er kämpft
Gegen die Kirchen, und die schäum’gen Wogen
Vernichten und verschlingen alle Schifffahrt,
Dass reifes Korn sich legt und Wälder brechen,
Dass Burgen auf den Schlosswart niederprasseln,
Dass Pyramiden und Paläste beugen
Bis zu dem Grund die Häupter. Müsste selbst
Der Doppellichter Pracht und Ordnung wild
Zusammentaumeln, ja, bis zur Vernichtung
Erkranken: Antwort gebt auf meine Fragen!“[10]

Beinahe immer wird der Fluch auf diese Weise dargestellt: als magischer Wille, das Böse in die Welt zu bringen, aus Hass, aus Rache, aus wütendem Schmerz. Von diesem Fluch spreche ich hier nicht.

Mich interessiert hier die Praxis, das Böse zu verfluchen, das schon da ist. Das heißt, die Person, die Böses tut, dazu verdammen, sich der Vollendung des Bösen in ihm oder in ihr zu unterwerfen, indem wir ihr Wohlwollen und wohltätiges Handeln entziehen. Ich möchte behaupten, dass diese Haltung im höchsten Maß nichthandelndes Handeln darstellt sowie die prophetische Disposition beschreibt, also die – in Worte gefasste – Voraus-Schau der Arbeit des Negativen im Bösen selbst. Wir sollten nachlesen, was zahlreiche Frauen früher getan und gesagt haben und auch heute noch tun und sagen, die genau dieser Inspiration und dieser seltsamen Art Folge geleistet haben, auf passive Weise politisch tätig zu sein. Dies ist der Fluch, den ich als eine der Praktiken vorschlagen möchte, soweit mir das möglich ist mit der wenigen Information, die ich darüber habe, denn diese Form des Fluchs ist nicht zufällig ein Tabu, zumindest in unserer wissenschaftlichen Literatur.

Da ich keine vollständige Bibliographie zu diesem Teil meiner Untersuchung vorweisen kann, – ich habe sie nicht gefunden – verlasse ich mich in diesem Punkt auf Monica Farnetti, eine sehr belesene Freundin, deren Urteil zweifellos maßgeblich ist. Sie bestätigte, dass es zu dieser Art des Verfluchens tatsächlich keine wissenschaftliche Literatur gibt, vielleicht noch nicht einmal zum Fluch überhaupt. Quellen zu dieser Art des Fluches können wir in der Literatur, in Filmen, in lyrischen Werken finden, vermutlich auch in bestimmten philosophischen Texten, aber es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung und theoretische Reflexion darüber. Und es gibt ja auch noch nicht einmal eine spezifische sprachliche Formulierung dafür, was sehr interessant ist, da es geradezu bestätigt, dass hier ein Tabu besteht oder dass es sich zumindest um etwas besonders Beunruhigendes und Umstrittenes handelt. Wir wissen, dass das Verfluchen manchmal zweideutig, zweischneidig klingt: „Ich wünsche dir, dass …“ und manchmal die sprachliche Form des Imperativs annimmt: „weine, stürze, fall auf die Knie…“ Wenn es ausdrücklich prophetisch gesprochen wird, finden wir es auch in der Zukunftsform: „es wird geschehen, du wirst sehen, du wirst leiden …“.

Kehren wir nun zuerst zur Literatur zurück, die reich an Beispielen des Verfluchens der Taten und Vorhaben des Bösen ist. In Antigone von Sophokles begreift die junge Frau, dass sie wegen ihrer frommen Tat verurteilt werden wird und wendet sich mit den Worten an Kreon, der sie zum Tod verurteilt: „Wie mir deine Worte nicht jetzt noch fürder je erfreulich sind, so müssen auch die meinen dir verhasst sein“.[11] Sie versteht, dass es für sie kein Entrinnen gibt, und hört auf zu argumentieren. Sie entzieht Kreon Kommunikation und Sinn, verdammt ihn zu leerem Gerede, das tatsächlich katastrophale Folgen haben wird. Ich habe Antigones Entscheidung immer als an Kreon gerichteten Fluch verstanden. Bestätigung für diese Interpretation fand ich in einem Gedicht von Mario Luzi, der Antigones letzte Worte folgendermaßen klingen lässt:

„Du wirst mich weder bezwungen, noch überzeugt haben, Kreon.
Ich werde zwischen die Schatten deiner Gedanken schlüpfen,
du wirst das Schwert meiner unnachsichtigen Argumente überall finden,
ins Mark deiner Entschlüsse gestoßen,
bis in deine Gemächer werde ich dir folgen.
Du wirst mich wie eine Feile des Zweifels und der Gewissensbisse
im Schlaf und in jeder Willkür- und Herrschaftsgeste bei dir haben.
Du wirst dich niemals von mir befreien.“[12]

Monica Farnetti interpretiert viele Aspekte von Anna Maria Orteses Werk unter der Perspektive „Das Böse verfluchen“. Zum Beispiel finden wir in Die Klage des Distelfinken einen ganz besonderen Fluch des Distelfinken selbst, der singend flucht, bis er alle zum Weinen bringt:

„Sing nur, Distelfink, sing, zärtlicher, verfluchter Vogel, sing noch einmal und öffne den Quell der Tränen […]. Und angesichts der Tränen auf den Gesichtern dieser beiden trostlosen Menschen […] ließ der Distelfink in Mitleid und Verachtung, wie die himmlischen Boten sie empfinden gegenüber dieser flüchtigen, federnlosen Welt, sein schwindelerregendes, fröhliches Lied ertönen, vor dem wir uns die Ohren verstopfen möchten. […] Eines weiteren Trillers oder einer größeren Bosheit bedurfte es für Ingmar nicht. Der Prinz fiel in Ohnmacht.“[13]

Auch in dem Film Antonias Welt[14], den die Filmkritik als „matriarchal“ bezeichnet hat, finden wir ein schönes Beispiel. An einer bestimmten Stelle der Handlung verzichtet eine Mutter, die vom Schmerz über die Vergewaltigung ihrer Tochter durchdrungen ist, darauf, den Mann, der diese nicht wieder gut zu machende Tat verübt hat, mit einem Schuss zu töten, und entscheidet sich dafür, ihn zu verfluchen, indem sie ihm sagt, wohin ihn die innere Logik seines Handelns führen wird: zu einem äußerst dramatischen Tod. Diese Mutter verzichtet auf eine impulsive Reaktion und kündigt mit ihren Worten etwas an, das später tatsächlich geschehen wird. Das ist eine Art Prophetie: passiv werden gegenüber der Person, die das Böse tut, und auf die innere Logik des unheilvollen Handelns setzen.

Aber schauen wir uns doch auch eine viel näher liegende Erfahrung an: Ich erinnere mich, dass ich während meiner Adoleszenz meiner Mutter mit meinem Verhalten Leid zufügte. Da sie sah, dass ich nicht bereit war, dies zu ändern, sagte sie mir: „Wenn du so weiter machst, wird das und das geschehen!“ Ihre Vorhersagen waren wirkungsvoll, sie erschreckten mich, denn sie sagten mir etwas über die Logik, die ich weiterführen wollte. Meine Untaten waren wohlgemerkt nicht so schwerwiegend, aber für sie war mein Verhalten schmerzlich und für mich wäre es sicherlich langfristig auch schmerzlich geworden. Die Vorankündigung der Folgen eines äußerst eigensinnigen Lebensstils war für mich wirkungsvoll: Meine Mutter konnte sich wortreiches, frustrierendes, nutzloses Predigen sowie bitteren Groll ersparen, mir ersparte ihre Vorwegnahme der Folgen unermüdliches Rebellieren und einen Weg, der möglicherweise zu Leiden geführt hätte.

Streng genommen garantiert natürlich nichts den Erfolg einer solchen Praxis, aber auf jeden Fall bewahrt sie einen davor, sich in das Handeln des Bösen einzumischen oder alle Kraft einzubüßen, weil man das Gute um jeden Preis will.

Es kann sein, dass das Böse zu verfluchen die einzige Möglichkeit ist, um das Gewissen wachzurütteln, um etwas hervorzurufen, dessen außerordentliche Bedeutung in der Antike wohlbekannt war: das Geschenk der Tränen, eine Art der Gnade, die auch blutrünstigsten Helden zuteil wurde, um einen Sinneswandel auszulösen. Möglicherweise dachte Simone Weil  ebenfalls daran, als sie in ihrem Buch Die Einwurzelung das Bedürfnis nach Bestrafung als eines der primären Bedürfnisse der menschlichen Seele bezeichnete, als eines der fruchtbarsten Leiden. Das Geschenk der Tränen wäre dann ein Zeichen für die Arbeit des Negativen, die das Böse gegen die Person zurückwirken lässt, die es tut, was zu einem tatsächlichen Wandel führen kann. Es kann aber auch sein, dass die Prophezeiung gleich wieder gelöscht wird und keine Veränderung bewirkt, doch es lohnt sich, dieses Risiko einzugehen.

Es könnte nützlich sein, explizit politische Beispiele für diese Praxis ausfindig zu machen. Lange ist es her, dass das Buch Eine Philosophin aus dem Irrenhaus von Helene von Druskowitz erschien, einer Philosophin aus Wien, Zeitgenossin von Nietzsche und Freud, die wegen der Dinge, die sie dachte und schrieb, tatsächlich ins Irrenhaus gesperrt wurde. Ein großer Teil ihrer Überlegungen unter dem Titel Pessimistische Kardinalsätze sind an das männliche Geschlecht gerichtete verfluchende Prophezeiungen wegen der Art und Weise, wie es die Welt regierte und wie es sich Frauen gegenüber verhielt und damit der Welt und den Frauen Böses zufügte. Hier sind einige ihrer pessimistischen Kardinalsätze:

„Ihr solltet in einem hartnäckigen Kampfe zu euch selbst und zu eurer Natur leben, nicht aber ihrem Zuge folgen. Horcht auf eure innerste Stimme und ihr wisset, dass ihr euch selbst fortwährend unrecht gebt und eure Hauptstrebungen verurteilt. Deshalb ist es ungeziemend, dass ihr an der Spitze aller Einrichtungen steht und die Welt beherrschen zu können glaubt. Lasst an Stelle eurer Eigenliebe und Selbstbehauptung ein pessimistisches Urteil treten, prüfet und untersucht euch schonungslos und ihr werdet von Hass gegen euch und eure Existenz überfließen.“[15]

Wir können verstehen, warum diese Denkerin ins Irrenhaus gesperrt wurde, aber wir können den „Pessimismus“ der Helene von Druskowitz auch als glänzendes Beispiel für die Arbeit des Negativen gegenüber dem wertschätzen, was sie als vom Bösen verursacht wahrnimmt und dem sie eine Chance zur Veränderung eröffnet durch ihre Praxis des „Pessimismus“. Um dies noch mehr schätzen zu können, sollten wir wissen, dass diese Philosophin bei klarem, gesunden Verstand geblieben ist, obwohl sie im Irrenhaus eingeschlossen war.

Nicht weniger wirkungsvoll ist Carla Lonzis Äußerung Wir spucken auf Hegel, mit dem sie die dialektische Theorie Hegels verflucht, eine Aussage, die im ersten Moment in ihrer verächtlichen Formulierung ziemlich unangenehm ist. Carla Lonzi sagt die Niederlage der Philosophie Hegels und derer, die sich auf ihn beziehen, voraus, auch die des Marxismus, weil darin die Welt erklärt und zum Handeln aufgefordert wird nach dem Schema der Beziehung zwischen Knecht und Herr, vor allem aber nach dem Schema Immanenz und Transzendenz, wobei die Frauen immer in die Immanenz verbannt bleiben. Die Prophezeiung Carla Lonzis hat sich als zutreffend herausgestellt: Durch die politische Frauenbewegung lösten sich Hegels Modelle und auch teilweise die Modelle der Marxisten in Luft auf.

Um auch politisch unserer Zeit noch näher zu kommen, kann ich noch sagen, dass mir die Existenz dieser Praxis in der Erzählung zweier Gewerkschafterinnen im öffentlichen Dienst von Pescara begegnet ist. Da es schwierig ist, diese Praxis zu beschreiben, besonders auch noch schriftlich, gebe ich nur ein paar Hinweise in wenigen Worten: Die beiden Frauen nahmen sich vor, den sterbenden Institutionen den Tod zu wünschen, den organisierten Kontrollsystemen, der Kontrollbürokratie, den repräsentativen Einrichtungen und der Kultur der Macht. In Institutionen, die wir schon seit einigen Jahren als sterbend wahrnehmen, arbeiten die beiden Gewerkschafterinnen in dem Bemühen, dem Tod dieser Einrichtungen nicht im Wege zu stehen, sondern ihn herbeizuwünschen. Wie machen sie das? Sie entziehen diesen Institutionen Zustimmung, also positives weibliches Handeln, das die Wege der Institutionen und der Macht, die im Todeskampf liegen, festigen, sichern, erneuern oder nähren könnte. Insgesamt beeilen die beiden Gewerkschafterinnen sich also nicht, dem Diktat jeder Reformidee oder jeder Neuerfindung im Machtmanagement sofort nachzukommen, sondern sie entziehen dem, was Böses bewirkt, weibliche Hilfe zum Überleben. Sie nehmen eine prophetische Haltung ein und begleiten so das, was schon im Todeskampf liegt, in seinen Tod.

Es gibt also offensichtlich eine Vorstellung vom Bösen, das nicht als ein Fehlen des Guten, sondern als tatsächlich vorhandene Realität verstanden wird, die Vorstellung von einem Bösen, das, um weiterhin in der Realität wirken zu können, das Gute, die Zustimmung, die Solidarität und die Bemutterung der Frauen braucht. Den Willen zum Guten entziehen wir auch dort, wo wir den Machtmenschen, die den Krieg bejahen, den Verlust ihrer Macht und ihres damit verbundenen Prestiges wünschen, wo wir denen, die vorsätzlich Böses tun, Liebe und Fürsorge verweigern.

Auf diese Weise kann der Fluch, so wie ich ihn dargestellt habe, sehr leicht eine politische Wirkung entfalten, die bis jetzt noch kaum erforscht ist.

Die Passivität des echten Gebets

Mit „beten“ wird eine Unmenge uralter Handlungen und uralten Wissens bezeichnet, Handlungen, die etwas auf den Tod hin ausrichten oder in den Tod begleiten, auch in ein nicht physisches Sterben. Das Gebet hat die Bedeutung und die Wirksamkeit einer passiven Haltung, bei der nicht versucht wird, den Tod einer Sache oder einer Person zu verhindern, die stirbt oder schon beinahe tot ist. Die Praxis des Gebets nimmt dann an Wirksamkeit zu, wenn die Arbeit des Negativen unumkehrbar das Gesicht des letzten Bösen, des Todes, angenommen hat.

Diese Art zu beten ist eine passive Handlung, denn sie bleibt in der Gegenwart dessen, was geschieht, ohne darum zu bitten, dass es nicht geschehen möge. Dies verhindert  Reaktionen wie den Wunsch zu retten, den Willen zum Guten, den Wunsch, alles solle ewig leben. Beten ist eine Beziehungspraxis im reinsten Sinne des Wortes, denn es ist ein Synonym für Ein Maximum an Aufmerksamkeit gegenüber der Andersheit. Simone Weil drückt dies folgendermaßen aus:

„Es gibt kein anderes perfektes Kriterium für das Gute und das Böse außer dem ununterbrochenen inneren Gebet. Alles ist erlaubt, wenn das Gebet nicht unterbrochen wird, nichts ist erlaubt, was es unterbricht. Es ist unmöglich, anderen Böses zu tun, während man sich im Zustand des Betens befindet. Unter der Bedingung, dass es sich um wirkliches Beten handelt.“[16]

In der Deutung von Simone Weil ist das Beten, wie man sieht, genau die Fähigkeit, sich von der inneren Präsenz des Willens zu befreien, so dass Raum entsteht für die Aufmerksamkeit für das, was jenseits von all unseren Möglichkeiten, aktiv Gutes zu tun, geschieht. Beten hält außerdem die Beziehung mit dem, was stirbt, aufrecht, weil es dem Bösen die Möglichkeit entzieht, das Leben der Person oder der Sache, die den Schmerz überlebt, vollständig von dem zu trennen, das darauf verzichten möchte, künstlich Leben zu erhalten. Bei den Frauen, die angesichts des Todes diese Art von Beziehung pflegen, erleben wir einen Verzicht auf ein  Heldentum des Willens. Eine Zeit lang haben viele Frauen etwas getan, was das heutige Gesundheitssystem verabscheut: Sie entzogen die Sterbenden den Krankeninstitutionen, behielten sie in ihren Häusern und begleiteten sie mit ihrem Gebet. Die jetzigen lebensverlängernden Maßnahmen stellen dagegen einen sehr aufdringlichen Willen zum Guten dar.

Diese Praxis, jemanden mit passiver Aufmerksamkeit in den Tod zu begleiten, wehrt sich nicht gegen das zersetzende Handeln des Bösen, das das Fleisch nimmt. Sie wehrt sich nicht gegen die Zerstörung des sichtbaren Lebens, weil sie in Beziehung mit dem unsichtbaren Leben bleibt, das zum Beispiel im Gedächtnis gespeichert wird.

Nicht sehr anders ist die Frage, die sich angesichts des Todes im mystischen Sinne stellt, also beispielsweise bezogen auf den Tod des Willens oder den Tod des Ichs. Was der Seele bei diesen Übergängen, in denen das Negative arbeitet, widerfährt, ermöglicht uns, Frauen und Männern, die Erfahrung der Andersheit, bezogen auf uns selbst. Das achtsame Gebet, ein Maximum an Aufmerksamkeit, ist eine Praxis, die den schmerzhaften Zerfall von etwas akzeptiert und nicht versucht, es um jeden Preis zu retten. Hier gilt die Weisheit des „Wer sein Leben bewahren will, wird es verlieren, wer es verliert, wird es gewinnen“.

An dieser Stelle möchte ich, um zum nächsten Punkt der Untersuchung überzuleiten, Folgendes festhalten: Diese Art zu beten – es ist natürlich nicht die einzig mögliche – enthält keine Fragen und sieht sie auch nicht vor. Hier gibt es keinen Kampf gegen den beginnenden Tod mit Hilfe von Fragen und Bitten. Dazu können wir uns die Kreuzigungsszene vergegenwärtigen, bei der Maria und die anderen Frauen am Fuß des Kreuzes beten und keine Fragen stellen, während Christus sterbend auf gewisse Weise über  Hiobs Frage nachdenkt. Diese ist zu einer Ikone für jedes Wesen geworden, das gegen das Böse rebelliert, das sich seiner bemächtigt hat.

Gebete ohne Fragen helfen dabei, dem Tod seinen Platz zu lassen, den Platz, den er gerade besetzt hält, an einem ganz materiellen, konkreten Ort. Alles, was die Situation des Menschen und die Welt betrifft, nimmt einen Platz ein. Wenn wir auf die beschriebene Weise beten, schöpfen wir Kraft aus einem konkreten Wissen über die Verbindungen zwischen Materiellem und Spirituellem sowie daraus, dass wir darauf achten, dass das an seinem Platz bleibt – ohne ihm seinen Platz streitig zu machen -, was sich leicht ausbreiten könnte.

Nicht fragen warum

Wenn angesichts des unheilbaren Bösen Fragen gestellt werden, vermehrt dies das Böse, anstatt es aufzulösen oder zu erhellen. Um diese Behauptung zu stützen, rufe ich zuerst Etty Hillesum als Zeugin auf und auch all diejenigen Frauen und Männer, die den Holocaust überlebt haben und die sich weigern, im Holocaust irgendeinen Sinn zu sehen, indem sie sich an ihn erinnern, über ihn sprechen und sich die Frage stellen, warum er geschehen ist. Mich hat das Fehlen von Fragen bei Etty Hillesum schon immer sehr berührt, bei einer Frau, die in einem Übergangslager gefangen war und darauf wartete, in ein Vernichtungslager gebracht zu werden. Damals habe ich verstanden, dass sich hinter diesem merkwürdigen Verhalten eine Praxis der Passivität verbarg.

Unter den drei Praktiken ist die des Nicht-Fragens die schwierigste, weil hier der Verzicht, die Person zu fragen, die Böses tut (und wahrscheinlich entschlossen ist, damit fortzufahren) auch einen Verzicht auf Gründe, Rechtfertigungen, Überlegungen und Verhaltensänderungen mit sich bringt.

Ich glaube, dass die Frage „Warum tust du mir das an?“ oder auch „Warum wird mir Böses zugefügt?“ in Wirklichkeit unaussprechbar und daher nicht praktikabel ist, wenn sie ohne das Gefühl gestellt wird, das mit dieser Frage verbunden ist, nämlich der Verwunderung auf unserer Seite, der Seite eines menschlichen Wesens, dass nicht das geschieht, was wir immer erwarten: dass wir geliebt werden. Ich habe die Intuition, was auch immer diese wert ist, dass der Drang, nach Gründen für das Böse zu fragen – und vielleicht überhaupt zu fragen – ursprünglich aus einer männlich geprägten Tradition kommt. Ich bin dieser Intuition gefolgt und habe mir Untersuchungen über weit zurückliegende Zeiten angeschaut. Bestätigung fand ich durch die Aussagen einer Bibelforscherin und Gelehrten der mesopotamischen neubabylonischen akkadischen Sprache, einer Sprache aus den Anfängen unserer schriftlichen Geschichte. Rita Torti Mazzi hat ein Buch geschrieben, in dem sie erklärt, nachdem sie eine große Zahl akkadischer Dokumente untersucht und sie mit Teilen des Alten Testaments verglichen hat, dass Gebete fast immer als Fragen formuliert werden, dass dies aber nie echte Fragen sind. Hier nur zwei Beispiele: Der berühmte Hiob fragt: „Warum bin ich nicht schon im Mutterleib gestorben?“ (Hiob 3,11). Genaugenommen ist das eher ein Fluch als eine Frage. Oder: „Warum verbirgst du dein Gesicht vor mir? Warum stößt du mich zurück?“ (Psalm 88). Hier handelt es sich eher um eine Anklage als um eine Frage.

Rita Torti Mazzi führt viele Beispiele dieser Art an und behauptet, dass diese Formulierungen, die mit einem „warum“ beginnen, erfunden wurden als ein Gebet, das an einen Gott gerichtet ist, der bewirkt hat, dass es einem schlecht geht. Das „warum“ geht einer Reihe von Worten voraus, die in Wirklichkeit aus fast lauter Aussagen bestehen, die dem Register des magischen Fluchs entsprechen, eines Fluchs, der sich dort Böses wünscht, wo es nicht ist: Hiob will seine Geburt aus der Welt schaffen. Die Anklage macht das Sprachspiel deutlicher und erpresserischer.

Ich glaube dieser Gelehrten, die es für sehr wahrscheinlich hält, dass diese Art der Fragestellungen in dem Moment entstand, als das Bewusstsein da war, einen Bund mit Gott geschlossen zu haben, also einen richtigen Vertrag, der einem das Recht gibt, nachzufragen, das heißt auch anzuklagen und Rechenschaft zu verlangen. In weit zurückliegenden Zeiten wurde das „warum?“ also erfunden, um eine Art Rechenschaftslegung zwischen männlichen Menschen und Gott einzuleiten, eine Rechenschaftslegung, die ihrerseits wiederum die Geschichte des Rechts einleitet.[17]

Es besteht ein Vertrag und man verlangt Rechenschaft über einen Vertragsbruch, man verlangt, dass seine Bedingungen eingehalten werden oder Wiedergutmachung geleistet wird.

Also drückt die Frage „Warum tust du mir das an?“, wenn wir sie in diesem Kontext betrachten, die Absicht aus, den anderen zu zwingen, dass er sich rechtfertigt, sein Verhalten ändert oder Schadenersatz leistet. Auch dann, wenn der andere die höchste Andersheit verkörpert, weil er Gott ist. Wenn diese Frage praktikabel wäre und eine eigene Wirksamkeit hätte, hätten gewisse Denker (wie Adorno) recht, wenn sie von der Macht der Verneinung sprechen und diese als einziges zulässiges Erkennungsmerkmal des Anderen bestimmen. Danach wäre die Beziehung zum Anderen nur möglich in dem Moment, in dem wir ihm sagen, dass er uns Böses zufügt, und nach Gründen dafür fragen. Die negative Frage wäre die einzige Möglichkeit, einen Dialog zu versuchen, weil das Böse zum einzigen Erkennungsmerkmal der Andersheit wird. In dieser Lesart wird das Andere zu einem Negativen, das man daran erinnern muss, dass es einen Vertrag einhalten, also sich bessern muss.

Die Philosophin Maria Zambrano unterstrich mehrfach in ihren verschiedenen Werken ihre Überzeugung, dass das zwanghafte Fragenstellen ein großes Problem für die westliche Philosophie und auch für die Existenz selbst sei. Sie schreibt beispielsweise:

„Die Frage unentschieden lassen, von der wir glauben, sie sei grundlegend für das Menschliche. Die unheilvolle Frage an den Führer, an das Anwesende, das vergeht, wenn man es bedrängt, an die eigene Seele, die vom Fragen des aufständischen Bewusstseins erstickt wird, an die eigene Vernunft, der man nicht den Frieden lässt, schweigend, im Dunkeln auch, zu empfangen und zu begreifen, ohne dass die unterbrechende Frage sie stumm wie eine Dienerin werden ließe.“[18]

Wir könnten sagen, dass ihre Haltung genau im Gegensatz zu der Adornos steht: Gefragt wird aus Angst vor der Ekstase, aus Angst, aus sich herauszugehen und der Andersheit zu begegnen. Und Maria Zambrano fordert uns auch auf, dem Bösen nicht noch mehr Böses hinzuzufügen, indem wir in der Frage eine schreiende Anklage verstecken:

„Der Schrei und das Wort sind durch einen unüberbrückbaren Abgrund getrennt. Der Schrei stammt aus dem Vollen und Massiven, daher wird in ihm ein irreduzibler Kern bleiben, wie es geschieht, wenn man all das explizit darstellen möchte, was voll und massiv ist.“[19]

Geht es um das „Volle und Massive“ des Grolls, der Kränkung, der aktiven Angst?

Die Frage treibt das Böse an, sich auszubreiten, da sie Schuldgefühle und Ärger wecken will und das Opfer darauf festlegt, immer Opfer zu bleiben. Sie drückt aus, dass das Opfer auf Erlösung wartet, und festigt damit die Anerkennung einer infernalen Abhängigkeit.

Um zum gegenwärtigen politischen Leben zurückzukehren: Die Praxis des Nicht-Fragens angesichts des kontingenten Bösen bestätigt sich als sehr wirksam. Der französische Arbeitssoziologe Christophe Dejours […] sieht das kontingente Böse in der Vorherrschaft des Denkens der Betriebsorganisation über alle Lebensbereiche verkörpert und meint, es sei „in der gewöhnlichen Arbeitspraxis“ gegenwärtig:

„Heute wird in vielen Unternehmen das, was vor einiger Zeit als Verstoß gegen die Moral betrachtet wurde und dem man sich entziehen oder gegen das man sogar opponieren konnte, wozu es keines außerordentlichen Mutes bedurfte, allmählich zur Norm in einem Verwaltungssystem menschlicher Fragen in der Arbeitswelt: wir befinden uns damit im Universum des Bösen.“[20]

Dejours zieht daraus den Schluss, dass die Anpassung an eine solche „Norm“, die vorschreibt, die eigenen Gefühle und die der anderen zu ignorieren, kein Mitgefühl zu zeigen, nicht den Mut zu haben, sich selbst zu bedauern, die Kränkungen zu spüren, eine Krankheit ist: wir werden zu Normopathen. Diese Diagnose der Normopathie ist interessant, weil sie in die Richtung geht, etwas sehr Beunruhigendes zu erklären, das gerade geschieht: die Zunahme der sogenannten Persönlichkeitsstörungen, der Borderline-Störungen, die Menschen dazu bringen, gleichgültig gegenüber den eigenen Gefühlen und denen der anderen zu werden, unfähig, Schmerz oder Freude zu empfinden oder zu wissen, wann andere solche Gefühle haben, während ihr Verhalten nach außen hin völlig normal ist.

Eine Person, die eine Borderlinestörung hat, tut Böses, weil sie die Notwendigkeit von Beziehungen ignoriert und Bindungen zerstört, weil sie das eigene Leiden nicht spürt. Sie spürt auch nicht, was sie anderen mit ihrem destruktiven Verhalten an Leid zufügt, was sie anderen ständig antut, weil sie keine Einfühlung kennt. Was kann eine Borderline-Persönlichkeit auf die Frage „Warum tust du mir das an“ antworten?

Stefano Bolognini ist ein Psychoanalytiker, der diese Art Störungen untersucht, die auch „destruktiver Narzissmus“ genannt werden. Er schreibt:

„Bei diesen Patienten sind die Identifizierungen mit dem bösen Objekt und den Beziehungsdefiziten viel tiefer und vollständiger[…] Deshalb scheint im Inneren der Person nur eine geringe Artikulation in der Beziehung zu bestehen, gibt es wenig Konflikt und verfestigt sich hingegen eine zähe und selbstgefällige Egosyntonizität. Der Konflikt äußert sich voll und ganz auf der interpersonellen Ebene; häufig sind die von Klein beschriebenen Triumph- und Verachtungserlebnisse, eine Folge der projektiven Entleerung und der Erleichterung bzw. Verarmung des Selbst. Die Selbstkritik ist tendenziell gering, und die kreativen Fähigkeiten sind keineswegs aufgehoben, sondern im Gegenteil häufig stark entwickelt und gepflegt, aber im Dienst einer alloplastischen und einseitig gerichteten Destruktivität pervertiert.“[21]

Der bekannteste und älteste Begriff für dieses Verhalten ist Perversion. Das Problem ist, dass die pervertierten Personen, die Bolognini beschreibt, fast immer sehr gut an das soziale Leben und das Arbeitsleben angepasst sind, es sind genau die Normopathen, von denen Dejours spricht.

Marie-France Hirigoyen, eine französische Psychiaterin und Psychoanalytikerin, forscht über das Leben derer, die wir „Opfer“ nennen und untersucht pervertierte (oder Borderline-) Situationen bei der Arbeit und in der Familie. Sie rät vehement davon ab, pervertierten Personen Fragen zu stellen, vor allem die berühmte Frage „Warum tust du mir das an?“:

„Jedem andern Gesprächspartner kann man nachfragen, wenn man nicht versteht. Bei den Perversen ist die Rede gewunden, ohne Erläuterung und führt zu gegenseitiger Entfremdung. Man weiß nie so recht, wie man es deuten soll.“[22]

Ich halte den Hinweis, dass man nie weiß, wie man das Gesprochene deuten soll, für sehr wichtig. Denn wenn man sich gezwungen sieht, die Antworten zu „deuten“, heißt das, dass man sich schon in den Schwindel der pervertierten Beziehung hat einbeziehen lassen, umso mehr, möchte ich hinzufügen, weil man zum Interpretieren gezwungen ist mit der Gewissheit, dass der Interpretation widersprochen werden wird. Das können all die Frauen bezeugen, die versucht haben, nach einer Antwort auf Fragen an ihren Partner zu suchen, der diese Antwort nicht gibt oder so gibt, dass sie unverständlich bleibt. Wir bemühen uns, nicht zu fragen, sagt Marie-France Hirigoyen, weil in der Pervertiertheit die einzig ehrliche Antwort niemals gegeben werden wird:

„Die unausgesprochene Botschaft lautet: ‚Ich liebe dich nicht!‘ Aber sie ist verdeckt, damit der andere nicht fortgeht […] Der Partner muss dableiben, um andauernd in seinen Erwartungen enttäuscht zu werden.“[23]

Wenn der Person, die Böses tut, in der Liebesbeziehung, bei der Arbeit oder in der Familie, Fragen gestellt werden, führt dies nicht dazu, dass sie weniger entschlossen ist, Böses zu tun, sondern spornt sie dazu an und verlängert diese Erfahrung. Denn die Perversion nährt sich von der Verfügbarkeit der Beziehung zum oder zur anderen. Deshalb wird die einzig wahrhaftige Antwort – „Ich liebe dich nicht“ – nie ausgesprochen, da sie zu dem Entschluss führen könnte, die Beziehung zu beenden. Die einzige Praxis, um dieses kontingente Böse aus seinem Leben zu entfernen, ist also tatsächlich: nicht fragen und weggehen.

Übersetzt von Dorothee Markert.

Wir danken dem Verlag Liguori Editore für die Erlaubnis, den Text in unserer Onlinezeitung bzw-weiterdenken zu veröffentlichen.

Zuschriften zu diesem Artikel:

Zuschrift von Sigrid
Zuschrift von Birgit Kübler

Anmerkungen

[1] Annarosa Buttarelli: Maledire, pregare, non domandare. In: Diotima, La magica forza del negativo, Liguori Editore, Napoli 2005, S. 34-51

[2] Diotima, La magica forza del negativo, Liguori Editore, Napoli 2005, Rückseitentext

[3] Simone Weil, Quaderni IV, Milano 1993, S. 137

[4] Vgl. Roberta De Monticelli, L’ordine del cuore. Etica e teoria del sentire, Milano 2003, S. 143-159

[5] Maria Zambrano, Il sogno creatore, Milano 2002, S. 165. An anderen Stellen stimmt die Philosophin im Widerspruch dazu mit der Tradition überein.

[6] Flannery O’Connor, Nel territorio del diavolo, Napoli 1997, S. 11. Ich muss hinzufügen, dass Flannery O’Connor in Sola a presidiare la fortezza. Lettere, Torino 2001, S. 51, einen Schritt in Richtung einer tröstlicheren und orthodoxeren Position geht: „Für mich ist das Böse ein unvollkommener Gebrauch des Guten“.

[7] Ebenda S. 88

[8] Katherine Mansfield, Tagebuch, Stuttgart 1975,  S. 325

[9] Hannah Arendt, Über das Böse, München/Zürich 2003, S. 42-43

[10] William Shakespeare, Macbeth, Stuttgart 1963, S. 51

[11] Sophokles, Antigone (Verse 499-501) in: Antigone, Vollständige Dramentexte, Nördlingen 1983, S. 53

[12] Es handelt sich um ein ursprünglich unveröffentlichtes Gedicht, das am 19. Oktober 2003 zu Ehren des 99. Geburtstags von Mario Luzi in der Sonntagsausgabe des „Sole 24 ore“ veröffentlicht wurde. Jetzt finden wir es in der Sammlung Le parlate im Interlinea-Verlag.

[13] Vgl. Anna Maria Ortese, Die Klage des Distelfinken, München, Wien 1995, S. 385-386

[14] Es ist ein Film der Regisseurin Marleen Gorris von 1996, die dafür den Oscar erhielt.

[15] Helene von Druskowitz, Pessimistische Kardinalsätze, Wittenberg 1905, S. 37

[16] Simone Weil, Quaderni III, Milano 1988, S. 209

[17] Vgl. Rita Torti Mazzi, Quando interrogare è pregare. La domanda nel Salterio alla luce della letteratura accadica, San Paolo, Ciniselo Balsamo 2003, beispielsweise S. 317-318

[18] Maria Zambrano, Waldlichtungen, Frankfurt 1992, S. 8

[19] Maria Zambrano, Il sogno creatore, S. 83

[20] Christophe Dejours, L’ingranaggio siamo noi, Milano 2000, S. 107-108

[21] Stefano Bolognini, Die psychoanalytische Einfühlung, Gießen 2003, S. 132

[22] Marie-France Hirigoyen, Die Masken der Niedertracht. München 2. Aufl. 2000, S. 122

[23] Ebenda S. 24

Autorin: Annarosa Buttarelli
Redakteurin: Dorothee Markert
Eingestellt am: 19.02.2008

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