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Rubrik handeln

Was frau beim Protest gegen Sexwerbung alles erleben kann

Von Jutta Bissinger

Fernsehen

Auch wo kein Sex verkauft wird, wie in dieser Fernseh-Unterhaltungssendung, sind wir mit Frauen herabwürdigenden Darstellungen konfrontiert. Foto: Antje Schrupp

Es war am 3. Mai 2007. Eigentlich ein ganz normaler Nachmittag: Das örtliche Anzeigenblatt lag im Briefkasten, ich blätterte es durch, Kinoprogramm, Veranstaltungen, auf der letzten Seite die Sexanzeigen. Wie immer. Doch an diesem Tag schaffte ich es nicht mehr, mich nur kurz über jene Anzeigen zu ärgern und dann das Blatt im Papierkorb zu versenken. Irgendetwas in mir sagte: Jetzt reicht’s.

Also tat ich was. Ich schrieb den Text der Anzeigen fein säuberlich ab. Einige Beispiele: „Abspritzgarantie“, „Endgeile Oma braucht Mann für untenrum“, „tabulose Dreiloch-Stute, Mega-Titten“, „Po-Sex – bin eng“. „Bums Mutti und mich!“

Dazu schrieb ich folgenden Brief:

„Es ist schon nichts Besonderes mehr, beim Fernsehen zu später Stunde ständig auf Telefonsex-Werbungen zu stoßen. Oder beim Zappen in Musiksendern den Eindruck zu haben, in einem Softporno gelandet zu sein. Oder im Internet ungewollt eindeutige Angebote zu bekommen. Oder Woche für Woche solche Dinge in kostenlosen Anzeigenblättern zu lesen.

Wo ist die Obergrenze? Ich empfinde diese Anzeigen als äußerst entwürdigend und menschenverachtend. Und zwar nicht nur für die betroffenen Frauen, die hier wie Ware angeboten werden, sondern für alle Leserinnen und Leser. Viele Frauen fühlen sich schon beim Lesen unwillkürlich entblößt und begrapscht. Männer werden als vermeintliche „Zielgruppe“ zu triebhaften Tieren herabgestuft. … Wie empfinden Jungen, die solche Anzeigen Woche für Woche lesen? Was für ein Bild bekommen heranwachsende Mädchen?

Die Identität von Kindern und Jugendlichen bildet sich heute ganz stark mit Hilfe der Medien. Deshalb haben diese eine Verantwortung. Kostenlose Anzeigenblätter kommen unaufgefordert ins Haus und liegen überall aus. So werden viele Leser ungewollt mit diesen Anzeigen konfrontiert. Ich fordere deren ersatzlose Streichung.“

Ich sendete den Brief per Mail an viele FreundInnen, Bekannte und KollegInnen. Ich bekam viel positive Resonanz, von Frauen wie von Männern. Einige Stimmen: „Ich lese das Blatt nur sehr oberflächlich, deshalb hätte ich solche Anzeigen vermutlich nie gefunden. Aber die sind der absolute Hammer, du hast Recht!“ „Diese Anzeigen sind mir noch nie aufgefallen, das ist ja schrecklich.“ „…Daraufhin habe ich mir das Blatt mal wieder etwas genauer angeschaut und war doch erstaunt, wie der Schmuddel- und Aggressionsgrad bei den Anzeigen gestiegen ist.“ „Ich habe mich auch schon mehrfach über diese Anzeigen aufgeregt, denn das lesen ja auch unsere Kinder und ich wundere mich, dass so etwas legal möglich ist. Wenn ich überlege, dass im Kino ein blanker Busen schon für eine Einstufung mindestens ab 16 sorgt und hier echt der Erniedrigungs-Porno-Punk für jeden Leser abgeht, kann das gesetzlich eigentlich auch nicht sein (moralisch schon gar nicht).“

Erstes Aha-Erlebnis: Alle lesen das Blatt, alle wissen, dass auf der letzten Seite die „Erotik“-Anzeigen stehen – aber die meisten blättern drüberweg. Scheuklappen-Mechanismus: Ich will’s nicht wissen, also mach ich die Augen zu? Eine 19-Jährige brachte es auf den Punkt: „Was regst du dich so auf? Ist doch schon fast normal. Schau einfach nicht hin.“ Es fiel mir buchstäblich wie Schuppen von den Augen, wie viel wir schon automatisch ausblenden aus unserer bewussten Wahrnehmung, weil wir es nicht sehen wollen, weil wir uns nicht ärgern und hilflos fühlen wollen. Sondern ein kleines bisschen heile Welt in uns bewahren möchten.

Da ich privat glücklicherweise in einer sehr schönen, heilen Welt lebe, hatte ich die Energie übrig, ohne Scheuklappen noch genauer hinzuschauen.

Das Ergebnis: Mehrere Treffen mit wechselnden Interessierten, viele Vorschläge und Ideen. Dann bat ich den Geschäftsführer des Blattes um ein Treffen in dieser Sache. Aus seiner Antwortmail: „Demo oder Debatte? Zehn Damen kann ich gerne aushäusig zum Kaffeeklatsch einladen, in meinem Büro habe ich bequeme Sitzgelegenheiten für zwei BesucherInnen. In der Sache: Dass Ihnen ‚in letzter Zeit die Sex-Anzeigen sehr unangenehm auffallen‘, liegt natürlich an Ihrer Wahrnehmung. Sex-Anzeigen gibt es in unserem Blatt seit rund 35 Jahren. Das Thema ist vielschichtig, ich bin aber selbstverständlich gerne bereit, mit Ihnen zu diskutieren.“

Kaffeeklatsch? Wahrnehmung? Ich beschloss, die allzu offensichtlichen Erwartungen zu enttäuschen und ging in Begleitung eines Mannes hin. Ein Journalist auch noch. Der Geschäftsführer war perplex. Er hatte wohl mit einem Schwarm aufgebrachter Frauen gerechnet, die mit Regenschirmen auf ihn eindreschen. Jetzt sah er sich den ruhigen Argumenten eines Geschlechtsgenossen gegenüber. Der Tenor seiner fassungslosen Reaktion: „Sie hier? Aber Sie sind doch auch ein Medienmann. Haben Sie das nötig?“ Er gab dem Kollegen zwischen den Zeilen ziemlich klar zu verstehen, dass der sich gerade selbst aus der Männer-Seilschaft rausgekickt hatte.

Dann erzählte er freimütig, dass er schon vor Jahren eine anonyme Anzeige bezüglich dieser Annoncen bekommen habe. Der Staatsanwaltschaft habe sich eingeschaltet, nach sechs Monaten seien von dort „Regeln“ vorgegeben worden: in den Anzeigen dürfen keine Umschreibungen für Geschlechtsverkehr mehr verwendet werden. Daran halte er sich seither (was nicht stimmte – siehe Beispiele oben). Auf seine Verantwortung als Verleger ließ er sich nicht festnageln. Er beabsichtige nicht, die Anzeigen künftig abzulehnen. Denn das seien „Peanuts“.

Dann schob er Alibifrauen vor: Die Texte würden angeblich von den „Damen der Anzeigenabteilung“ auf Druckfähigkeit beurteilt. In Zweifelsfällen würden sie seiner Assistentin vorgelegt (die ist zufällig auch seine Lebensgefährtin…). Ich wies ihn darauf hin, dass er hier der Chef ist.

Er behauptete, mit den Anzeigen würde ohnehin nicht der große Reibach gemacht. Im gleichen Atemzug erzählte er, dass die Preise 120 % über dem lägen, was für „normale“ Anzeigen genommen wird.

Bald waren die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und der Verein „Aufschrei“ gegen sexuelle Gewalt mit im Boot. Ich informierte die Presse – mit dem o. g. Brief. Reaktion einer Tageszeitung: „Solche Zitate können wir unseren Lesern nicht zumuten!“

Zweites Aha-Erlebnis: Ich zitiere etwas aus einem kostenlosen Blatt ab, das überall rumliegt. Und dann ist es plötzlich eine Zumutung.

Außerdem hatte man bei den örtlichen Tageszeitungen eine gewisse Beißhemmung gegenüber den Kollegen: „Sowas tut man nicht.“ Diese beiden Zeitungen und auch das Anzeigenblatt haben seit Jahren kein Problem mit einer gewissen sportlichen Konkurrenz miteinander, die sich auch mal in Herablassung und Häme äußert. Eine der beiden Tageszeitungen druckte dann eine „entschärfte Version“ des Briefes als Artikel ab. Die andere – nun, deren Verleger besitzt eine Druckerei, in der auch das besagte Anzeigenblatt gedruckt wird.

Hemmungen und Widerstand gab es auch bei vielen, als ich Unterschriftenlisten gegen die Sexanzeigen in jenem Blatt verteilte und den Brief mit den oben zitierten Annoncen als Begleitschreiben dranhängte. „Wenn das Kinder sehen!“ „Ich will den Dreck nicht nochmal lesen!“ so die Reaktionen der Verteilerinnen.

Drittes Aha-Erlebnis: siehe zweites Aha-Erlebnis. Doch ob mit oder ohne Zitate unters Volk gebracht – es kamen mehr als 500 Unterschriften zusammen.

Ich postete die Aktion über etliche Foren im Internet. Ich rief zum Protest bei Presserat und Werberat und Presserat auf. Ersterer erklärte sich für nicht zuständig. Zweiterer bezog sich auf ein Urteil des Bundesgerichtshof von 2006, das „dem gewandelten moralischen Empfinden der Gesellschaft in Zusammenhang mit Prostitution Rechnung trägt“ (Az.I ZR 65/05 v. 13.7.06). In solchen Fällen sei das Ordnungsamt zuständig.

Also rief ich zu massenhaften Beschwerden beim Ordnungsamt auf. Der arme, brave Sachbearbeiter beantwortete tagelang jeden einzelnen unserer nahezu identischen Briefe. Mit Absagen, die sich auf eben dieses Urteil bezogen. Er sah „keinen Spielraum für öffentlich-rechtliches Handeln“. Eine Anwältin hatten wir mittlerweile auch in unseren Reihen. So macht der Dialog mit dem Sachbearbeiter erst richtig Spaß: Wir konnten seine in Rechtsdeutsch verfassten Schreiben in ebensolcher Sprache beantworten.

Gleichzeitig nervte ich den Altverleger, der noch einige Anteile an dem Blatt hält. Er ignorierte meine Zuschriften. Ich informierte die GEW, die Fraktionen, die Schulen. Die Psychologin Anke Jörger aus Offenburg schrieb für uns eine Stellungnahme zum Thema „Geschlechteridentität und Medien“, die über meinen inzwischen riesengroßen Mailverteiler ging. Ein Auszug: „Mädchen lernen: Ein Mädchen kann es kaum erwarten, endlich gebumst zu werden. Ein Mädchen hat eng zu sein und analen Sex zu mögen – mindestens. Was es sonst noch ist oder hat – egal. Hauptsache, es ist nicht wählerisch. Jungs lernen: Guter Sex hat was mit Abspritzen zu tun, je geiler die Schlampe, je mehr Löcher man bei ihr benutzen darf, umso besser. Das konkrete Ergebnis schon heute: Die von Männern gewünschten Praktiken sowohl im heimischen Schlafzimmer als auch im Puff werden immer extremer. Prostituierte berichten, dass inzwischen eine Mehrzahl der Freier einen Service wünschen, der für die Prostituierten häufig entwürdigend oder schmerzhaft ist, und dass sie während des Sex sehr oft obszön oder brutal beschimpft werden. Das hat sich im letzten Jahrzehnt rasant verändert, während gleichzeitig in den Medien, besonders aber auch im Internet die Gewalt in der Sexualität sozusagen salonfähig gemacht wurde.“

Der Zuspruch und die wachsenden Unterschriftenlisten aber änderten nichts daran, dass wir zu wenig wahrgenommen wurden. Die Presse würde nur über öffentliche Aktionen weiter berichten. Außerdem würden wir Sexanzeigen in Anzeigenblättern nur über eine Klage beim BGH ändern können, so unsere Information.

Deshalb entschieden wir uns erstmal für Aufklärung der Öffentlichkeit.

Wir organisierten eine Vortragsveranstaltung mit dem Titel „Nix als Sex – wie wirkt das auf die Entwicklung von Jugendlichen?“ Referent war Werner Meyer-Deters, Leiter einer Abteilung für minderjährige Sexualtäter in Bochum. Er schlug den Bogen von den alltäglichen „Kleinigkeiten“ wie Sexanzeigen, 0900-Sports im TV, sexistischen HipHop-Texten und Handy-Pornos zu den schlimmsten Folgen davon, die bei seinen Klienten zu sehen ist. Einige von ihnen hatten schon mit 13 Jahren ihre kleinen Schwestern vergewaltigt.

Mitveranstalter waren nicht mehr nur die Gleichstellungsbeauftragten inzwischen zweier Städte und der „Aufschrei“-Verein, sondern auch Jugendamt, Volkshochschule, der örtliche Frauenrat, der Weiße Ring und der Journalistinnenbund Deutschland.

Und es sollte sich lohnen: Der Saal war mit über 100 Leuten voll besetzt, es gab betroffene Gesichter und eine angeregte Diskussion.

Übrigens: Die Anzeigen sind, so meinten wir festzustellen, seit einiger Zeit im Ton etwas moderater geworden. Es heißt jetzt nicht mehr „Bums Mutti und mich“, sondern „Nimm Mutti und mich“. Kein Grund, jetzt die Hände in den Schoß zu legen.

Zuschrift von Antje Schrupp

Liebe Jutta Bissinger,

Vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht, der gut zeigt, dass etwas zu unternehmen tatsächlich ganz schön viel in Bewegung bringen kann.

An zwei Stellen bin ich allerdings beim Lesen gestolpert. Sie schreiben, dass Sie diese Sex-Anzeigen als entwürdigend und menschenverachtend finden „und zwar nicht nur für die betroffenen Frauen, die hier wie Ware angeboten werden“. Soweit ich weiß, werden diese Anzeigen überwiegend von „freischaffenden“ Prostituierten, das heißt von den Frauen selbst geschaltet, die hier also Akteurinnen und nicht einfach „Betroffene“ sind. Normalerweise sind das kühl kalkulierende Geschäftsfrauen, die eben die Art von Anzeige schalten, von der sie annehmen, dass sie am meisten Kunden anzieht. Für mich liegt der Skandal nicht in erster Linie darin, dass Frauen oder Zeitungsverleger auf diese Weise versuchen, Geld zu verdienen (es wird ja mit vielen dubiosen Dingen Geld verdient im Kapitalismus). Was ich viel schlimmer finde, ist, dass diese Frauen ganz offenbar die Erfahrung machen, solche vulgären und frauenverachtenden Anzeigen bringen ihnen Kunden. Was bedeutet das? Was sagt es uns über das, was viele Männer unter Sex verstehen? Es wäre interessant, was Ihr Freund, der sich dem Protest angeschlossen hat, dazu sagt. Für diese Frage ist der Verleger jedenfalls nicht der richtige Adressat.

Das bringt mich zum zweiten Punkt Ihres Textes, an dem ich irritiert war, nämlich auf den Titel der Veranstaltung „Nix als Sex – wie wirkt das auf die Entwicklung von Jugendlichen.“ Das klingt ja so, als sei Sex (oder zuviel Sex) etwas Schlimmes. Meiner Ansicht nach dreht sich der Konflikt aber nicht um die Frage Sex oder nicht Sex, sondern um die Frage, von welchem Sex die Rede ist und was man sich unter Sex vorstellt. Ich habe kürzlich einen interessanten Fernsehbericht über Frauen in der Pornoindustrie gesehen. Darin wurde eine Regisseurin interviewt, deren Namen ich leider vergessen habe. Sie war früher in den PorNo-Kampagnen der Emma aktiv, hat aber dann angefangen, erotische Filme ausgehend von einer „weiblichen“ Ästhetik zu drehen. Sie sagte, sie hätte irgendwann gemerkt, dass es nichts bringt, gegen frauenverachtend-pornografische Darstellung von Sex vorzugehen, solange Bilder von „gutem“, nicht menschenverachtendem Sex fehlen. Ich glaube, da ist etwas dran. Es gibt kaum öffentliche Bilder von „guter“ Sexualität – und nur deshalb ist es möglich, dass „diese“ Art von Sex das Bild so dominiert. Es besteht die Gefahr, das noch zu verstärken, wenn wir den Eindruck erwecken, wir seien irgendwie „gegen“ (zu viel) Sex.

Herzliche Grüße, Antje Schrupp

Antwort von Jutta Bissinger

Liebe Antje Schrupp,

endlich will ich Ihre Zuschrift zu meinem Artikel beantworten.

Zu Ihren „Stolperstellen“: Sie meinen, die Anzeigen würden „überwiegend von freischaffenden Prostituierten… geschaltet“, die also Akteurinnen und nicht passive „Betroffene“ seien. Ich habe nicht im Einzelnen recherchiert, wer die betreffenden Anzeigen aufgegeben hat. Das wäre m. E. ein neues Thema. Doch ist mir bekannt, dass ein großer Prozentsatz der Sexarbeiterinnen Zwangsprostituierte sind (das Bundeskriminalamt schätzt, dass es jährlich 10.000 sind). Mit ziemlicher Sicherheit stecken also auch hinter diesen Anzeigen zumindest teilweise Frauen, die keineswegs „kühl kalkulierend die Art von Anzeige schalten, die die meisten Kunden anzieht“, sondern gar nichts davon mitkriegen, weil das ihr Zuhälter erledigt, der ihnen vorher den Pass abgenommen hat.

Nichtsdestotrotz will ich die Existenz der kühl kalkulierenden Geschäftsfrauen nicht in Abrede stellen. Selbstverständlich handeln diese, dem Gesetz des Marktes folgend, völlig richtig, wenn sie Anzeigen schalten, die ihnen möglichst viele Kunden bringen. Was uns das darüber sagt, was viele Männer unter Sex verstehen, ist wiederum einen neuen Artikel wert! Mein Bekannter ist leider im Moment für keine Stellungnahme zu erreichen. Ich habe aber schon erwogen, verschiedene Männer nach ihrer Sozialisation diesbezüglich zu fragen, also: Wurden sie als Kinder/Jugendliche mit Sex konfrontiert, ohne danach gesucht zu haben, in welcher Form und wie oft? (Z. B. solche Anzeigen, Pornos bei Freunden, auf Handy etc.)  Wie wurde dadurch ihr Verständnis von Sex geprägt? Wie ist es heute?

Zum zweiten Punkt Ihrer Irritation: Der Titel der Veranstaltung „Nix als Sex“ bezieht sich auf die immens gestiegene Sexualisierung der Öffentlichkeit. Natürlich ist nicht gemeint, dass (zu viel) Sex etwas Schlimmes sei. Sondern die Art, wie er allzu häufig präsentiert wird. Ich wäre auch sehr begeistert, wenn Bilder von „guter“, gleichberechtigter Sexualität und ebensolche Pornos den derzeit  vorherrschenden Erniedrigungs-Brutalo-Darstellungen ganz einfach den Rang ablaufen würden… Der Name der Porno-Regisseurin würde mich daher sehr interessieren.

Jutta Bissinger

PS von Antje Schrupp

Der Film, auf den ich mich in meiner Zuschrift bezogen habe, hieß „Die Pornografinnen„.

Autorin: Jutta Bissinger
Redakteurin: Dorothee Markert
Eingestellt am: 14.04.2008

Kommentare zu diesem Beitrag

  • JBGreen sagt:

    Was soll das?????

    Kein Mensch wird gezwungen, sich als irgendetwas zu sehen, ich bin eine Frau und weiß, dass ich nichts mit den dargestellten Frauen zu tun habe.

  • Janine sagt:

    Mehr Toleranz

    „Das hat sich im letzten Jahrzehnt rasant verändert, während gleichzeitig in den Medien, besonders aber auch im Internet die Gewalt in der Sexualität sozusagen salonfähig gemacht wurde.“

    Ich vermute mal, dass sie sich hier auf sadomasochistische Sexpraktiken beziehen, die aber entgegen der öffentlichen Meinung nichts mit Gewalt zu tun haben. Ich als Sadomasochistin fühle mich durch solche Kommentare angegriffen. Es ist wichtig, dass auch unsere Art des Sex endlich aus der Dunkelheit herausgeholt wird und mehr Toleranz und Akzeptanz begegnet! Sie bewerten diese Tatsache hier negativ, das finde ich schade. Auch Sadomasochisten haben Gefühle und mit Gewalttätern nichts gemeinsam!

  • ctmb sagt:

    Kritik am Artikel

    Ich finde es gut sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, aber:
    1. Zensur, wie sie in dem Text vorgeschlagen wird, schränkt Freiheit und Denken der Gesellschaft ein. Man sollte aufpassen, dass man nicht von einem Extrem ins andere hinüberrutscht. Dann braucht es nämlich erst wieder einen Immanuel Kant, der uns von den mittelalterlichen Schleier über unserem Denken befreit.
    2. ich finde als Jugendlicher/Erwachsener sollte man mental genug gefästigt sein, um kleine Angriffe auf die Würde auszuhalten und nicht unreif (untollerant) jede Kleinigkeit übertrieben aggressiv niederzuschlagen.
    Allerdings stimme ich zu, Kinder müssen geschützt werden und Anzeigen/Pornos/…, die sich eindeutig für GEWALT aussprechen sollten kritisch betrachtet werden und bei moralischen Bedenken verboten werden.

  • Hallo Jutta Bissinger, danke für diesen tollen Text, ist zwar schon länger her, den hab ich aber erst jetzt wirklich entdeckt.
    „Er schlug den Bogen von den alltäglichen “Kleinigkeiten” wie Sexanzeigen, 0900-Sports im TV, sexistischen HipHop-Texten und Handy-Pornos zu den schlimmsten Folgen davon, die bei seinen Klienten zu sehen ist. Einige von ihnen hatten schon mit 13 Jahren ihre kleinen Schwestern vergewaltigt“.
    Genau das ist auch mein Eindruck, aller verharmlosen das immer, dass das ja nicht zu mehr Gewalt führen würde blabliblub, aber die Wahrheit ist doch, dass Kinder solchen Bildern einfach ausgesetzt sind und das als Normalität vor die Nase gesetzt bekommen. Unter anderem auch in jeder Werbung. Daher finde ich die Watchgroup Salzburg mit ihren Protestkarten so toll, die schick ich gerad überall rum und würden sich auch in solchen Fällen dazu eignen, daher hier mal als Tipp:
    http://watchgroup-salzburg.at/

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