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Frauen aus der Karawane Sinais

Von Antje Schrupp

Safeta Obhodjas erzählt aus dem Alltag europäischer Musliminnen

Frauen aus der Karawane SinaisDie bosnische Schriftstellerin Safeta Obhodjas erzählt mit Humor und Ironie von den Beziehungen und Differenzen muslimischer Frauen in Europa. Seit ihrer Vertreibung aus Bosnien 1992 lebt sie in Deutschland und reflektiert in ihren Geschichten die komplexen Prozesse, in denen sich Fragen von Religion, Kultur, Migration und sozialer Schicht überlagern.

Unter der Überschrift „Frauen aus der Karawane Sinais“ hat sie nun sechs ihrer Kurzgeschichten in einem kleinen Büchlein veröffentlicht. Eine davon, „Dzammilas Vorbild„, hat sie in diesem Forum bereits veröffentlicht. Auch die anderen Geschichten handeln von den Konflikten zwischen muslimischen Frauen hier zu Lande, die oszillieren zwischen Solidarität der als „fremd“ kategorisierten Musliminnen untereinander und ihren klaren weltanschaulichen Konflikten.

Wie können Beziehungen zwischen Frauen, die die westlichen Rahmenbedingungen nutzen, um mehr persönliche und soziale Freiheit zu erringen und solchen, die sich in überkommene patriarchale Familien- und Sozialstrukturen fügen, gelingen?

Ob es die migrantische Kassiererin ist, die die Reizwäsche der Kopftuchtragenden Glaubensschwester durch den Scanner zieht, oder die Drehbuchautorin, die mit der Forderung konfrontiert ist, möglichst viele Klischees einzubauen. Obhodjas’ mit Humor und scharfer Beobachtungsgabe erzählten Alltagsgeschichten zeigen, dass Dinge, die auf weltanschaulicher und politischer Ebene klar zu sein scheinen, voller Fallstricke sind, wenn sie einer im wirklichen Leben begegnen.

Safeta Obhodjas: Frauen aus der Karawane Sinais. Aus der Schatztruhe einer europäischen Muslimin. NordPark-Verlag, Wuppertal 2009, 5,50 Euro.

Autorin: Antje Schrupp
Redakteurin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 12.07.2009

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