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Mal eben 10 000 Euro geschenkt bekommen

Von Juliane Brumberg

Juliane Brumberg hat sich über Betteln, Geben und Annehmen-Können Gedanken gemacht und fragt sich, warum es mit Geldgeschenken so schwierig ist.

„Stellt Euch vor, zwei Freunde von mir haben mich neulich zum Abendessen eingeladen und mir dabei eröffnet, dass sie mir 10 000 Euro schenken wollen. Ich war total überrascht und habe mich riesig gefreut.“ Das erzählte mir vor einiger Zeit eine Freundin, die als Sozialpädagogin zwar nicht schlecht verdient, aber aufgrund einer typischen Frauenberufsbiografie auch keine großen Reichtümer anhäufen konnte. „Und das erzähle ich jetzt bewusst überall, damit auch andere auf so eine Idee kommen.“

Foto: Juliane Brumberg

So einfach ist es mit der Umverteilung von Geldreserven jedoch meistens nicht, obwohl es viele Menschen gibt, die sich ihrer privilegierten finanziellen Situation im reichen Deutschland bewusst sind und gerne etwas von ihrem Überfluss abgeben. Laut Wikipedia werden in Deutschland drei bis fünf Milliarden Euro im Jahr an gemeinnützige Organisationen und Stiftungen gespendet, das sind, grob gerechnet, um die 50 Euro pro Person.

Doch wie viele Geldgeschenke fließen direkt, von Mensch zu Mensch, an die, die es dringend gebrauchen könnten?

Nicht immer funktioniert das mit dem Annehmen-Können so wie in dem oben genannten Beispiel. Solange Geldgeschenke von der Großmutter, dem Patenonkel oder einer anderen Altvorderen kommen, sind sie in der Regel kein Problem. Aber was ist, wenn sie von einer Freundin oder auch nur Bekannten im gleichen Alter gegeben werden wollen? Mir fallen zwei Beispiele ein – und in beiden ging es gar nicht um eine so große Summe, sondern um Beträge jeweils unter 1000 Euro. Und beide Male ging es um die Ermöglichung eines Urlaubs. Im ersten Fall wollte eine Bekannte einer wirklich urlaubsreifen Journalistin, die für sehr wenig Lohn sehr viel Arbeit in Projekte investiert, die beiden sinnvoll erscheinen, eine Urlaubswoche finanzieren. Die Journalistin fiel aus allen Wolken über dieses Angebot und staunte, dass es sowas überhaupt gibt. Aber sie sah sich nicht in der Lage, es anzunehmen, obwohl die Beziehung zu der potentiellen Schenkerin nicht so eng war, dass es zu irgendwelchen Abhängigkeiten hätte führen können.

Annehmen ist eine harte Übung

Der zweite Fall dreht sich um eine Krankenschwester und alleinerziehende Mutter, die zwar hart arbeitet, aber doch nicht so viel verdient, dass es zu einer Südamerika-Reise reichen würde. Das nötige Geld für genau diesen geheimen Wunsch hatten Freundinnen und Freunde anlässlich eines runden Geburtstages hinter ihrem Rücken gesammelt. Doch als sie sie damit überraschten, flossen bei der Beschenkten erst einmal Tränen. „Es war für mich eine ganz harte Übung, dieses großartige Geschenk anzunehmen“, sagte sie hinterher. „Ich bin in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen, und meine Mutter konnte uns nur großziehen, weil wir immer wieder abgelegte Kleidung und andere Dinge von besser situierten Leuten aus dem Dorf geschenkt bekamen. Und dafür mussten wir dann dankbar sein und uns immer gut benehmen. Deshalb ist es mir eigentlich lieber, wenn ich alles, was mein Leben betrifft, selbst bezahle. Ich kann solche Geschenke nur schwer annehmen.“ Aber sie ist dann doch nach Südamerika gereist und konnte die Reise genießen.

Mir scheint, dass es bei uns an einer guten Kultur des Schenkens und Annehmen-Könnens fehlt.

Die genannten Beispiele gehören eindeutig zur Ebene des Schenkens und nicht etwa zur Ebene von Tausch oder Bezahlung, wie Dorothee Markert sie beschrieben hat[1]. Diejenigen, die geben wollten oder gegeben haben, erwarteten keine Gegengabe. Als Motiv sehe ich vielmehr eine Art von Sehnsucht nach Gerechtigkeit oder Ausgleich, weil es so offensichtlich ist, dass viele derjenigen, die weniger oder manchmal auch zu wenig Geld zur Verfügung haben, durchaus nicht weniger oder weniger hart arbeiten. Dieser Versuch, ein Gleichgewicht herzustellen, führt gleichzeitig zu einem Ungleichgewicht auf der persönlichen Ebene. Und das ist für die Beschenkten oft schwerer auszuhalten als das Ungleichgewicht beim Lebensstandard.

Darüber hinaus hat die Hemmschwelle beim Annehmen von Geldgeschenken vermutlich auch damit zu tun, dass Geld in unserer Gesellschaft als Mittel der Bezahlung von Arbeit oder Waren dient – schließlich wurde es ja erfunden, um Tauschprozesse zu vereinfachen –  und sich ein Druck aufbaut, doch eine Gegengabe leisten zu müssen.

Auch schenken will eingeübt werden

Das Wesentliche eines Geschenks ist, dass es aus freien Stücken gegeben wird und niemand einen Anspruch darauf hat. Meine Mutter hat uns als Kindern immer gesagt: „Wünschen könnt ihr euch alles, aber ihr wisst nie vorher, welche Wünsche und ob überhaupt welche erfüllt werden“. Umgekehrt ist es wichtig, dass, wenn es wirklich ein Geschenk sein soll, die Schenkenden keine Gegenleistung erwarten und ihr Geschenk „loslassen“. Der oder die Beschenkte muss damit machen können, was sie will. Ansonsten bewegen wir uns nicht mehr in der Welt der Gabe, die Dorothee Markert so anschaulich beschrieben hat[2]. Die große Bedeutung, die wechselseitiges Geben und Annehmen in unserem kulturellen Miteinander hat, ist in meinen Augen noch etwas anders gelagert als die der Geldgeschenke, von denen ich hier berichte.

Trotzdem profitieren natürlich auch in den beschriebenen Beispielen die Schenkenden – sei es von der Freude der Beschenkten, sei es nur von dem ureigenen Gefühl, etwas dafür getan zu haben, Ungerechtigkeiten in unserer Welt auszugleichen. Und es wird von der Reaktion der Beschenkten abhängen, ob die Schenkenden sich ermuntert fühlen, Geschenke dieser Art zu wiederholen und dieselbe Person oder jemand anders mit einem unerwarteten Geldgeschenk zu überraschen. Denn auch das spielt eine Rolle: in dem Moment, in dem ein Geldgeschenk erwartet wird, geht dessen Geschenkecharakter verloren, denn dann ist die Schenkende nicht mehr frei[3].

Erschleichen von Geschenken

Was es auch gibt, ist eine Unkultur des Erschleichens von Geschenken. Zum Beispiel, wenn eine Frau, die in ihrem Berufsverband bisher nicht durch besondere Aktivität oder spritzige Ideen aufgefallen ist, eine größere Anzahl von erfolgreicheren Kolleginnen gezielt um Bürgschaften oder Darlehen zur Existenzgründung bittet, ohne überhaupt ein schlüssiges Exposé zu haben und dann beleidigt reagiert, wenn diese Anfrage abschlägig beschieden wird. Hier war abzusehen, dass sie kaum in der Lage sein würde, das Geld zurückzuzahlen. Aber als ihr eine Summe expressis verbis als Geschenk angeboten wurde, sagte sie: „Nein, Geldgeschenke kann ich nicht annehmen.“

Dem Wunsch, Unterstützung von Kolleginnen zu erhalten, stand also das Tabu einer direkten Umverteilung durch ein Geldgeschenk entgegen.

Kreative Idee zur Geld-Umverteilung

Ein besseres Beispiel von Umverteilung durch freiwillige Geldzuwendungen gibt es im Kölner Frauengeschichtsverein. Dort wurde für eine Kollegin, die den Verein mitgegründet hat, seit Jahren für ihn Sitzungen besucht, Projekte anstößt und betreut, Archivmaterial beschafft, die also, kurz gesagt, eine der Seelen des Vereins ist, das „Ermentrude-von-Ranke-Aktions-und-Forschungs-Stipendium“ eingerichtet. Kolleginnen und Freundinnen können Geldgeschenke auf ein Stipendiumskonto überweisen, damit die Historikerin sich nicht in einem Gelderwerbs-Job verausgaben muss. In diesem Jahr konnte sie stattdessen zum Beispiel einen Beitrag zum Auschwitz-Gedenktag leisten, Websites zu Kölner Frauenbiografien erstellen, Kolloquien organisieren und Migrantinnengeschichte schreiben sowie den von ihr erfundenen Freundinnentag am 9. September fortführen. Alles Tätigkeiten, die ihr niemand bezahlt, die sie aber wichtig findet wie viele ihrer Freundinnen auch. Auf einem kleinen Flyer wird die Idee erklärt, und wer die Projekte unterstützen möchte, kann für den Lebensunterhalt der Historikerin spenden. Der Plan ist ganz gut angelaufen und scheint sich zu bewähren.

Ist es nun mutig oder fahrlässig, in der heutigen Zeit nach so einem Modell zu leben? Sucht sie einen bequemen Weg, sich den Pflichten und Notwendigkeiten eines geregelten Berufsalltags zu entziehen, oder wagt sie sich auf neue Wege, die zur Umverteilung der finanziellen Ressourcen anregen könnten – zu Gunsten von frauenpolitischen Aktivitäten, für die unsere Gesellschaft ansonsten kein Geld zur Verfügung stellt?

Diese Form von Unterstützung würde ich nicht mehr als Geschenk bezeichnen. Es ist jedoch auch kein eindeutiges Tauschgeschäft. Folgt man Dorothee Markert[4], bewegen wir uns hier immer noch in der „Welt der Gabe“, zu dem auch der Austausch unter FreundInnen, Verwandten und LiebespartnerInnen gehört. Die Unterstützerinnen geben Geld und ermöglichen dadurch in ihren Augen sinnvolle Tätigkeiten einer anderen Frau, die damit eine Gegengabe gibt, allerdings ohne, dass dies vertraglich geregelt und festgeschrieben ist. Sie werden sich vermutlich schnell zurückziehen, wenn die oben genannte Forscherin sich mit den Überweisungen ein faules Leben einrichtet. Diese wiederum muss den großen Schritt eines unüblichen „Annehmens“ vollziehen. Sie bekommt Ihr Geld nicht, wie es bei uns üblich ist, vom Staat oder einer Institution, sondern von Unterstützerinnen, die manchmal sogar ihre Freudinnen sind. Was ist, wenn sie essen geht und im Lokal eine der Spenderinnen trifft? Es ist ein Geben und Annehmen, das viele Risiken beinhaltet. Und das Beispiel zeigt, wie eng die Ebenen von schenken, geben, annehmen und tauschen beieinander liegen. Trotzdem lohnt es sich, mutig zu sein und in diese Richtung weiterzudenken, weil dadurch neue Wege zur Umverteilung möglich werden und die Grenzen unseres starren Marktsystems überschritten werden können.

Gerade Frauen haben oft das Bedürfnis, „die Gabenebene zu bewahren und zu beschützen, um damit zu gelingenden Beziehungen in ihrem Umfeld beizutragen“[5], meint Dorothee Markert. Ich schließe mich an und traue insbesondere Frauen zu, noch darüber hinauszugehen und eine neue Kultur des Schenkens und Annehmen-Könnens zu entwickeln und damit in ganz kleinen Schritten über unser knallhartes Wirtschaftssystem hinauszuwachsen. Die oben beschriebenen Beispiele sind Möglichkeiten, die ausgeweitet und eingeübt werden können. Erfolgreich werden Frauen dann damit sein, wenn es wohlabgewogen passiert und sie sich nicht ausschließlich in die Welt der Gabe zurückziehen, sondern gleichzeitig auch in der Welt der Tauschgeschäfte, die lange den Männern vorbehalten war, geschickt und umsichtig agieren.



[1] Dorothee Markert, Fülle und Freiheit in der Welt der Gabe, Christel Götter Verlag Rüsselsheim 2006, S. 23

[2] S. den Grundgedanken des Büchleins von Dorothee Markert, a.a.O.

[3]  Es sei denn, ein Geschenk ist vorher aus freien Stücken angekündigt worden. Dann darf es auch erwartet werden und es hat Konsequenzen für die Beziehung, wenn das Versprechen nicht eingehalten wird. S. Dorothee Markert, a.a.O., S. 36

[4] A.a.O., 41ff.

[5] A.a.O., S. 55

Autorin: Juliane Brumberg
Redakteurin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 25.08.2011
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Ich denke immer wieder mal darüber nach, ob es wirklich sinnvoll ist, zwischen „Tausch“ und „Gabe“ kategorial zu unterscheiden. Ob es nicht besser wäre zu sagen: Das ganze Leben ist Austausch, und es gibt mehr oder weniger kalkuliertes Tauschen. Das (Geld-)Geschenk ohne die (direkte) Erwartung einer Gegenleistung wäre dann sozusagen das eine Ende einer Skala, an deren anderen Ende sich „unser knallhartes Wirtschaftssystem“ befindet. Folgende Argumente sprechen meiner Auffassung nach dafür, das Ganze in diesem Sinne zu ordnen:
    1. Wir hätten dann weniger diesen moralischen Unterton: Schenken ist gut und eher weiblich, Tauschen ist schlecht und eher männlich.
    2. Wir wären den Dualismus los und würden unser Miteinander-Handeln als „Eines“ – mit verschiedenen Graden, Abstufungen, Varianten… denken.
    3. Ich meine: das Leben lässt sich tatsächlich sehr gut als nicht enden wollendes Tauschen beschreiben. Das fängt mit dem Stoffwechsel an und hört mit dem Generationenvertrag noch nicht auf: Nahrung wird zu Wachstum wird zu Scheisse wird zu Wachstum wird zu Nahrung wird zu… Ein ununterbrochenes Geben und Nehmen ist das. Auf der Motivationsebene mag es sich zuweilen so anfühlen, als schenkten Mütter ihren Kindern das Leben und noch viel mehr, ohne etwas zurück zu erwarten. Aber stimmt das wirklich? Erwarten sie nicht zumindest Anerkennung, Antwort, Respekt?
    4. Ich schenke gern, kann mich aber an keinen einzigen Schenkvorgang erinnern, bei dem ich reinen Herzens behaupten könnte, ich hätte mir nicht irgendetwas zurück erwartet, und sei es etwas ganz Überraschendes vielleicht erst in zehn Jahren. Die Vorstellung von der „reinen“ Schenk-Motivation ist mir irgendwie zu überirdisch und kommt in meiner Erfahrungswelt, ehrlich gesagt, nicht vor.
    5. Wir müssten nicht gegen das „knallharte Wirtschaftssystem“ frontal ankämpfen, sondern es ginge eher um ein Verschieben, Zurechtrücken, Aufräumen…

  • Hallo Ina,
    genau über dieses Thema haben Dorothee und ich lange diskutiert anhand ihres Gabe-Büchleins und ich sehe es so ähnlich wie du. Mein Vorschlag war, zu unterscheiden zwischen „symmetrischem“ Tauschen (Kaufvorgang) und „assymmetrischem“ Tauschen (Gabe).
    Trotzdem gebe ich Dorothee Recht, dass es gewissermaßen einen „klaren Bruch“ zwischen der Logik des Tauschens und der Logik des Gebens gibt.
    Mein vorläufiges Zwischenfazit daraus ist in etwa: Der Unterschied zwischen Tauschen und Schenken ist kein gradueller, sondern von der Logik her sind beide tatsächlich vollkommen verschiedene Vorgänge, mit den Unterscheidungen, die Dorothee in ihrem Buch vornimmt.
    Aber: In der Realität kommen beide Seiten niemals unvermischt vor, auch der „knallharteste“ Tauschvorgang hat eine Komponente des Gebens und das „selbstloseste“ Schenken hat eine Komponente des Tauschens.
    Und gerade weil es im realten Leben nicht möglich ist, beides rein voneinander zu unterscheiden, ist es umso wichtiger, beides von ihrer Logik her zu unterscheiden, damit man weiß, auf welcher (emotionalen, argumentativen etc.) Ebene man sich gerade bewegt.

  • Die Begrifflichkeit vom „asymmetrischen Tausch“ und vom „symmetrischen Tausch“ gefällt mir. Wenn wir die Gabe als asymmetrisches Tauschen verstehen wollen, dann bin ich ganz einverstanden. Auf welcher Ebene aber sollen nun Gabe und Tausch trotzdem „vollkommen verschieden“ sein? Das widerspricht meiner Meinung nach meinem Argument (vgl. oben Punkt 3), demzufolge das ganze Leben ein Austauschprozess ist, aus dem, wie ich meine, nichts „herausfallen“ kann. Wie hält sich die Gabe aus diesem ununterbrochenen Geben und Nehmen heraus? Auf welcher Ebene? Geht es da um Gefühle, Motivationen, Werthaltungen, oder doch um eine ontologische Differenz? (Ein analoges Problem wird übrigens derzeit in der Theologie diskutiert: Ist das Göttliche reine sich schenkende Liebe? Oder einbezogen ins Bezugsgewebe? Unbezogen oder bezogen? Traditionell gilt es als Sakrileg, Gott bezogen, als in Tauschverhältnissen zu denken. Aber macht das nicht gerade die quälende Unzugänglichkeit des traditionell verstandenen Gottes aus? Dass wir da nie etwas zurück geben können?)

  • Juliane Brumberg sagt:

    Hallo Ina, Deine letzten Gedanken, auf das Göttliche bezogen finde ich sehr spannend. Darüber muss ich erst noch nachdenken. – Ich möche noch einmal zurückkommen auf „selbstlose“ Geschenke, bei denen keine Gegengabe erwartet wird. Im weitesten Sinne wüde ich Euch zustimmen, auch das selbstloseste Geschenk ist nicht rein selbstlos, sondern vielleicht ein Geschenk an die Welt (oder Gott?), sozusagen verbunden mit der Hoffnung, dass durch ein selbstloses Geschenk eine Umverteilung stattfindet und die Welt besser/gerechter wird, was ja auch der oder dem Schenkenden zu Gute kommt – und das Gewissen beruhigt.
    Was mir wichtig ist, ist ein Bewussstsein dafür, dass zu dem Schenken auf der einen Seite auch das Annehmen-Können auf der anderen Seite gehört – was ja nicht einfach ist. Ich möchte das noch mit einem weiteren Beispiel erläutern. Mein Vater hat manchmal Menschen in finanzieller Not mit nicht ganz kleinen Geldbeträgen ausgeholfen, aber er hat das Geld nie geliehen, sondern immer geschenkt. Wenn die Empfänger Schwierigkeiten mit diesem Geschenk hatten, schlug er ihnen vor, das Geld dann, wenn es ihnen besser geht, in ähnlicher Form weiterzugeben oder einer gemeinnützigen Organisation zu spenden. Und so kann aus Geben und Annehmen im weitesten Sinne dann ein Tausch-Kreislauf werden.

  • @Ina – Bezogenheit kann ja nicht nur in Form von Tausch stattfinden, auch Gabe ist natürlich Teil eines Beziehungsgewebes. Dass es zwischen Tausch- und Gabe-Logik nicht einen gleichtenden Übergang gibt, sondern einen wirklichen Unterschied meine ich, weil mich Dorothees Beispiele aus ihrem Buch überzeugt haben, in denen sie schildert, wie Beziehungen geschädigt werden können, wenn zwischen Tauschlogik und Gabelogik nicht klar unterschieden wird.

  • @Juliane: ich glaube, dass es beim Annehmen von Geschenken hilft, das Geschenk als freies asymmetrisches Tauschangebot zu verstehen, so, wie Dein Vater es gemeint hat (Meine Eltern haben das übrigens auch öfter so praktiziert). Das Geschenk ist dann ein Impuls, anderswo mit anderen Leuten weiter zu tauschen und so weiter. Der Kreis der Tauschenden wäre damit erweitert, die oder der Schenkende vom Kontrollieren und Rechnen entlastet und die Beschenkte zur Kreativität befreit. Wenn ich mir die verschiedenen Beispiele, die Du in Deinem Text gebracht hast, anschaue, dann passt dieses Modell irgendwie auf alle. Was es dazu braucht: Vertrauen. (Gottvertrauen?)

  • Carmen sagt:

    Das Glück brauch ich auch mal. Wäre auf einmal alle Schulden los und könnte meinen Kids wieder was kaufen, das wäre mehr als ein Sechser im Lotto – aber leider kenne ich solche Leute nicht. Wenn ich reich wäre, würde ich auch was verschenken und nicht spenden. Man muss nur die Augen aufmachen: Armut gibt es überall! Schenkte mir jemand 10 000 € – mein Leben wäre wieder lebenswert. lg

  • Carmen sagt:

    Ich finde was hier in Deutschland alles so ungerecht geht los bei den Politiker die machen sich non stop die Taschen voll verzichten auf nichts und verlangen dann von uns „kleinen“ wir sollen den Gürtel Aenger Schnallen ;hier stimmt doch was nicht darf es das noch geben wie Mittagstisch und Tafel?? Unser Geld reicht nicht um bis zum Monatsende vernueftig zu essen oder zu trinken , dann wird einfach gesagt geh zur Tafel ; haben so welche die so etwas sagen überhaupt eine Ahnung wie peinlich so was werden kann bzw.ist ??? Warum werden zig Millionen ins Ausland gespendet obwohl es hier in Deutschland massenhaft Armut gibt??? Ist das gerecht ???? Nein ist es nicht ;so wollen sie das Kinder zur Welt kommen und was wirdgemacht nichts ;klar Kindergeld aber reicht es wirklich schulpflichtige Kinder damit durchzu bringen ??? Nein reicht es nicht ;die sagen Musik Unterricht und Sport wird bezahlt aber kann man es mit 10€ monatlich bezahlen ??nein geht nicht ein Verein ist teurer ;also sollen die Politiker doch mal nicht so auf den Putz hauen ;es reicht nicht 🙁 ich wünschte mir (damit es mal wieder gerecht wird)das jeder der sich unverschämt die Taschen voll macht ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen ,das die mal so leben muessten ;das wäre gerecht oder ist es gerecht das die soviel verdienen und normal Arbeiter gehen mit 1300€ Brutto auch noch nach hause dann kann man sich ja vorstellen das nichts überbleibt ; ich finde es einfach ungerecht verteilt ;reden kann man auch mit keinen darüber da fast jeder nur an sich denkt und viele freuen sich noch wenn es einen schlecht geht;ist das ein Wunder wenn man dann den glauben verliert???ganz zu schweigen vom vertrauen ;wen kann man heute noch vertrauen ???wie schon oben geschrieben vielleicht kann auch mir jemandhelfen werde es auch zurück geben oder monatlich begleichen ; es soll kein betteln sein das ist einfach Ratlosigkeit wo ich mich eigentlich fuer schäme lg

  • Carmen sagt:

    Hallo,ich habe ganz große finanzielle Probleme wer hat keine finanzielle Probleme und würde mir 10 000€ leihen ? Werde alles ordnungsgemäß zurück zahlen es ist sehr wichtig fuer mich bitte wenn jemand das liest dann mich bitte anschreiben möchte nicht betteln aber momentan sehe ich kein anderen Ausweg ,gibt es noch hilfsbereite Menschen ?meine Probleme wuerde ich dann persönlich erklären wenn mir jemand hilft möchte es nicht breittreten hier, ich hoffe ich habe Glück und mir kann schnellst möglich geholfen werden ,bitte es gibt bestimmt Menschen fuer diese Summe nicht so groß ist und es kann wie gesagt zahle es auch monatlich zurück lg

  • Sarah sagt:

    Wenn mir jemand 10.000€ schenken würde, würde ich es so unglaublich dankbar annehmen. Dann könnte ich endlich meine gewünschte Schule besuchen und damit meinen Traum verwirklichen!

  • Marcel H sagt:

    Wenn ich Geld geschenkt bekommen würde, könnte ich endlich meiner Oma ihren Traum erfüllen und mit ihr nach new York fliegen.
    Meinen Führerschein machen.
    Und einer Krebsstiftung Ged für die Chemotherapiemaßnahme spenden.

    🙂

  • Markus S sagt:

    Wenn ich 10.000€ geschenkt bekommen würde, dann würde ich damit meine Schulden abdecken, einen kleinen Teil auf die Seite legen, meiner Familie damit helfen und den Rest an ie Armen in Nepal spenden.

  • Tomislav sagt:

    Wenn ich 10.000€ geschenk bekommen wurde wurde ich mir keine sorgen mehr machen das ich meine Wohnung verliehre meine Lastige Schulden zahle endlich aus diesem Loch Rauskomme und neu starte ohne Sorgen Denn Diese zwingen einen in einem Psyschen desaster

  • Kim-Chantal Brumm sagt:

    Wenn ich Geld geschenkt bekomme denn würde ich erst mal meine schulden abbezahlen und endlich meinen Sohn und meinen 2 zieh Kindern die auch bei mir leben endlich mal einen Wunsch erfüllen und endlich mal in Urlaub fahren wollen. Was aber leider nicht klappt.

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