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Rubrik denken

Das Ethische und die Tätigkeiten von Hebammen.

Von Andrea Günter

Den Dualismus von Natur und Kultur überwinden

Sich auf “Natur” und “natürlich” zu beziehen, gar aus „Natur“ Werte oder ein „natürliches Vorgehen“ abzuleiten, das ist heikel. Es entwertet menschliches Tun. Diese heikle Seite soll im Folgenden am Beispiel der Beschreibung von den Tätigkeiten der Hebammen aufgezeigt werden.

Hebammen werben damit, dass sie zu einer „natürlichen Geburt“ beitragen.  „Natürlich“ will im Kontext „Geburt“ auf einen Wertschöpfungsprozess aufmerksam machen. Dabei produziert das Wort „natürlich“ Missverständnisse, dennoch kann die Intention aufgegriffen werden. Und dies verlangt nach anderen Formulierungen, besseren Worten…

Hebammentätigkeit ist eine Kulturtechnik

Ist es nicht selbstverständlich? Hebammen nutzen all ihr Wissen und all ihre Erfahrungen, um Gebärenden beizustehen. Sie haben nicht nur entlang dem Wissen ihrer Zeit eine Ausbildung absolviert, können verschiedenste medizinische Verfahren anwenden und all dies in unterschiedlichen Situationen angemessen einsetzen. Hebammen bringen auch all das Erfahrungswissen ein, das sie selbst im Laufe ihres Lebens erworben oder aufgrund der Gespräche mit Kolleginnen kennengelernt haben. Und durch Ausbildung und Praxis entwickeln sie ein Berufsethos, eine reflektierte Haltung dem gegenüber, was sie tun.

Sei es die Tätigkeit einer Hebamme im 5. Jahrhundert vor Christus, im 12. Jahrhundert nach Christus oder sei es die einer Hebamme unserer Zeit, die in einer Universitätsklinik oder aber die in einem Geburtshaus tätig ist, eine jede wird auf ihre Überzeugungen und damit auf all das Wissen und all die Techniken zurückgreifen, die sie in ihrer Zeit und in ihrem Kontext kennen- und zu beurteilen gelernt hat.

Gerade mit dem Beistand von den Hebammen kommt also die Welt in den Zusammenhang der Geburt. Die Welt, damit ist das gerade beschriebene gemeint: Hebammen haben Erfahrungen, Wissen, Techniken erworben, gelernt, erprobt und miteinander tradiert, so wie es ihrer Zeit, ihrem Kontext und auch ihrer Person und ihren Überzeugungen entspricht. Mag das Gebären einer Frau als natürlicher Vorgang erscheinen, als allein durch den Körper gesteuerter Vorgang, so bezeugt gerade die Anwesenheit einer Hebamme, dass es Weiteres braucht, dass eine vermeintlich „reine“ Natur (der Geburt) bei Menschen ergänzt werden muss, weil Geburten ohne Beistand das Leben von Mutter und Kind gefährden können. Vor allem aber: der natürliche Geburtsvorgang kann ergänzt werden, so dass er für Mütter und Kinder leichter wird. Denn wie würden viele Geburten verlaufen und wie würden die Befindlichkeiten und Schicksale der Kinder und gerade auch der Mütter aussehen, wenn es keinen Beistand von  Hebammen gäbe?

Die Hebammentätigkeit und Geschlechterstereotype

Sich der Welthaftigkeit der Tätigkeit von Hebammen bewusst zu sein, das ist für eine Ethikerin außerordentlich spannend. Es führt mitten hinein in die Überwindung des Dualismus von Natur und Vernunft, versinnbildlicht in Frauen als Repräsentantinnen von Naturhaftigkeit und in Männern als Repräsentanten von Kultur, Technik, (technisierter) Medizin. Den Frauen das Gebären, Schwangeren ebenso wie Hebammen als Natur anheimstellen, während Männer die Mediziner, Techniker, Kultur- und Vernunftträger darstellen?

Zum Glück war Mutter Anna bei der Geburt ihrer Tochter Maria gut versorgt. Mit diesem Satz lässt sich das Bild „Geburt der Maria“ von Albrecht Dürer kommentierten. Auf Dürers Bild sind viele, beinahe unzählig erscheinende Hebammen tätig. Der Maler dokumentierte mit diesen Figurationen ganz genau die einzelnen wichtigen Tätigkeitsschritte dieser Zunft. Hebammentätigkeit ist hier also als eine differenzierte und vielschichtige Kunst und Kunstfertigkeit dargestellt. Und dargestellt wird auch: Hebammen werden für ihre Profession gut bezahlt: Ihnen stehen nach getaner Arbeit Taler und Wein zu.

Von „Natur“ ist auf Dürers Bild nichts zu sichten. Im Gegenteil, ein Engel schwebt über der Szenerie, in der eine Vielheit von Hebammen verschiedenes tut. Der Himmel scheint sich mit der Welt, der in ihr von Frauen und ihren Gemeinschaften entwickelten Gebärkunst und dem damit zustehenden Lohn zu verbinden.

Hebammentätigkeit und die Philosophie der Geburt

Hilft es Gebärenden und den Neugeborenen, von anderen Menschen, insbesondere von solchen, die über ein besonderes Wissen und hilfreiche Verfahren verfügen, versorgt zu werden? Beantwortet man diese Fragen mit einem Ja, dann macht die Tätigkeit der Hebammen auf etwas aufmerksam, dass unser menschliches Selbstverständnis grundsätzlich betrifft: Menschen sind kaum reine Natur. Und sie wollen und sollen auch nicht reine Natur sein und bleiben. Kulturelle Errungenschaften, Sozial- und Medizintechniken helfen ihnen auch beim Eintretens ins Leben, angefangen davon, nach einer Hebamme zu rufen, bis hin dazu, auf all die medizinischen Kenntnisse und Möglichkeiten zurückzugreifen, die einer Zeit zur Verfügung stehen.

Genau dafür, aus der „Natur“ der Geburt eine Kultur zu machen, dafür steht die Tätigkeit von „Hebammen“. Die Hebammen und ihre Tätigkeiten markieren das Zwischen: das Zwischen zwischen Natur und Kultur, Natur und Technik, Natur und Beruf/Profession. Vielleicht bedarf es der Hebammen als Mittlerinnen an dieser Schwelle gerade deshalb so sehr, weil der Prozess des Gebärens Frauen unweigerlich und elementar auf ihre Körper und ihre Körperlichkeit verweist. Gerade deshalb haben sie einen Beistand nötig, der Wissen, Technik, Kultur hochhält, und sich dabei auf dieser Schwelle zu bewegen gelernt hat.

So findet Hannah Arendt in der Gebürtigkeit eine vermittelnde Größe zwischen der Natur und der Weltlichkeit der Menschen. Für Arendt ist die Geburt – das Gebären, Geborenwerden und Geborensein – ein Phänomen menschlichen Seins an dieser Schnittstelle.

„Denn das Geborenwerden und das Sterben von Menschen sind nicht einfach natürliche Vorgänge, sondern können nur mit Bezug auf die Welt verstanden werden, in die Einzelne – einmalig, unverwechselbar und unwiederholbar – hineingeboren werden und aus der heraus sie sterben. Geburt und Tod setzen die Welt voraus.„[1]

Es kann differenziert werden: Die Geburt ist die verbindende Größe zwischen Natur und Gesellschaft/Kultur/Kunstfertigkeit/Tech­nik/­Welt, und dabei als solches immer ein Phänomen der Weltlichkeit.

Die Weltlichkeit der Geburt stellt die Verbindung zwischen Natur und Welt/Gesellschaft/Kultur/Kunstfertigkeit/Technik her. Und genau diese Schnittstelle beim Eintritt und EintretenLassen eines Menschen in die Welt machen die Tätigkeiten der Hebammen sichtbar. Sie machen die Geburt damit menschlich: zu einem Vorgang, der gebärende Frauen und zu gebärende Kinder als Menschen, nicht als Natur behandelt, als Menschen, denen Versorgung, Hilfe, Wissen, Techniken, Professionalität zusteht, eine Tätigkeit zwischen Natur und den unterschiedlichsten Weisen des Körperwissens, angefangen von traditionellem medizinischen über hightechnologisch medizintechnischem bis hin zu spirituellem Wissen.

Was heißt daher nun: „natürliche Geburt“?

In der Perspektive „zwischen Natur und Welt“ muss und kann auf die Diskurse über die Praktiken der Geburt und des Gebärens heute geschaut werden. Die Stellung der Geburt zwischen Natur und technisierender Welthaftigkeit scheint dabei als die Folie nutzbar, die es auch erlaubt, Diskurse über „natürliche“, soziale, medizinische und spirituelle Techniken um die Geburt herum zu beschreiben und zu bewerten.

Analog dem „guten Sterben“ kann der Wunsch nach einer „guten Geburt“ als Ausdruck für ein Gebären und Geborenwerden in Würde verstanden werden.[2] Hierin wird deutlich, dass in der Rede von der Natur eine Weise von Weltlichkeit auf eine andere Weise von Weltlichkeit, einen Weise von Medizintechnik – die „natürliche“ – auf eine andere Weise von Medizintechnik trifft – die, die wir heute mit Apparaten und Chemie assoziieren. Dies lässt sich verdeutlichen an derzeitigen Selbstdarstellungen von Hebammenpraxen und Geburtshäusern. Machen preisen an, dass sie zu einer „natürlichen Geburt“ beitragen. Jedoch, natürlich ist eine Geburt, die eine Schwangere sich für ein Geburtshaus entscheiden lässt, nicht. Denn diese interpretiert ihr Gebären und verortet sich in einer der verschiedenen Möglichkeiten, die ihr ihre Kultur bietet.

Die Rede von „Natur“ und „natürlich“ in den Angeboten von Geburtshäusern macht hingegen eine besondere Weltlichkeit kenntlich: den Bedarf nach einer besonderen Vermittlungsleistung, danach, mit Würde zu gebären. Mit Würde zu gebären besagt, jenseits des Zwangs fremder Interessen im Spannungsfeld zwischen eigenen Ängsten, Intimität, medizinischen Kenntnissen, Geburtstechniken und Versorgtheit so aufgehoben zu sein, dass Verknüpfung dieses Geflecht als eine Art von Unmittelbarkeit erfahren werden kann: als kohärent. Das aber ist ein sozialer Akt.

Das Geburtshaus schafft einen Rahmen, in dem die Frauen in ihrer eigenen Kraft gestärkt und ihren Bedürfnissen und Wünschen entsprechend begleitet und unterstützt werden. … Wir sehen das Werden und Wachsen einer Familie als individuellen und sozialen Prozess, der in unserer Kultur mehr Beachtung braucht.[3]

Zum Handwerk der Hebammen zählt neben der sog. traditionellen medizinischen Kompetenz zunehmend eine Kompetenz für hierzu „alternatives“ körperlich-seelisches Wohlbefinden, vor allem auch für Kommunikation:

„Besondere Angebote wie z.B. Ernährungs- und Stillberatung, Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin, systemische Familienberatung, Hypnose u.a. fließen in unsere Schwangerenbetreuung ein.„[4]

„Natürlich“ wird zum Signifikanten des Erfolgs der Weiterentwicklung einer sozialen Form. Der Beistand als gesellschaftlicher Akt kann dabei zwar in der Darstellung der eigenen Qualifizierung und dem persönlichen Ethos als Leistung markiert, in der Beschreibung von dessen Wirkung allerdings kann genau dies wieder unterlaufen werden:

„…so ist es wichtig ihnen bereits auf ihrem Weg in diese Welt mit Freundlichkeit und Respekt beizustehen. Die Entstehung einer natürlichen Eltern-Kind Beziehung, der Triumph und die Freude einer Frau, die gut geboren hat, sind für mich unvergleichbare Erfahrungen.“[5]

Das Angebot ist kreiert, vermittels weltlicher Praktiken „Natürlichkeit“ zu erzeugen. „Natur“ wird zur Vermittlungsleistung weltlicher, sozial vermittelter Selbstbestimmung. In Abgrenzung zur zunehmend grenzenlos instrumentalisierenden Medizintechnik allerdings muss sie als Synonym für eine Kulturleistung gekennzeichnet werden: für die Gestaltung einer Geburt entlang des Bedürfnisse nach menschlicher Kommunikation und Sinnhaftigkeit.

Genau dies aber als „natürlich“ zu kennzeichnen, wertet die Tätigkeiten der Hebammen ab. Statt als Ausdruck von Kunstfertigkeit, Profession und „Zunft“ erscheinen sie lediglich als Natur. Und wer schätzt und bezahlt heute entsprechend die Natur jenseits mythologischer Bekundungen?

Die Natur transzendieren

Hebammen werden immer in Verbindung mit den sozial-, kultur- und medizintechnischen Errungenschaften ihrer Zeit tätig. Die Identifikation eines Teils der sozial-technischen medizinischen Begleitung mit „Natur“ ordnet diese jedoch im Dualismus „Natur“-„Technik“ und letztlich „Natur-„Kultur“ falsch ein. Dieser Dualismus strukturiert die Beurteilung spezieller medizinischer (klinischer) Leistungen und Ansprüche falsch vor. Aus dem Handwerk der Hebammen, das über Jahrtausende Gebärende vor der Natur durch ihr medizinisches Wissen und ihre Techniken bewahren sollte, wird im Kontrast zu klinischer Medizin eine Dienstleistung, die Schutz, Kenntnisse und Selbstbestimmung als „Natur“ verspricht.

Die gesellschaftliche Verantwortung für die Kommunikation über das Gebären und Geborenwerden läge dagegen darin, den Raum der Geburt als Raum des Dritten sichtbar zu machen und Schwangeren als einen Raum der kulturellen Aushandlung zu eröffnen. Auch viele Kliniken haben sich genau darauf eingestellt. Sie bieten Informationsveranstaltungen an, in denen nicht nur Medizinisches, sondern vor allem auch Atmosphäre vorgestellt wird, behaglich gestaltete Räume, die die Geburtssituation sowohl medizinisch als auch sozial ernst nehmen und derart Vertrauen geschaffen werden soll.

In philosophischer Sprache hat dieses Entweder-Oder von substantieller Professionalität und verfließender, verpflichtungsloser, weil der Natur verbundenen Kommunikation die Philosophin und Psychoanalytikerin Luce Irigaray auf den Punkt gebracht:

Das Geborensein begründet das Dritte zwischen ei­nem essentialistischen, ge­neti­schen Determinismus und „dem gedank­li­chen Ideal der vollkommenen Flui­dität eines nicht geborenen, der eigenen Geburt nicht verpflichteten Körpers“.[6]

Dieses Dritte der Gebürtigkeit charakterisiert dabei nicht nur das Gebären. Es markiert darüber hinaus genau den Punkt, an dem das Kulturelle und mit ihm das Ethische in das Leben der Menschen einzutreten vermag, es als eigene Kraft Wirkung entfalten kann. Es scheint so, dass das „Natürliche“ dafür engagiert werden soll. Allerdings darf es nicht als ein Inhalt betrachtet werden, sondern kann als ein Differential behandelt werden. Es zeigt an, dass etwas anders sein soll. Damit regt es einen neuen Wertschöpfungsprozess an. Dessen Verschränkungen mit „Natur“ mögen vielfältig und komplex sein, Natur erzeugt er nicht, im Gegenteil, Natur wird als Signifikant kenntlich. Was durch diese Signifikation zu entstehen vermag, ist eine Kultur, die durch das eine andere Werthaltigkeit markierende „natürlich“ qualifiziert werden kann.

Weitere Literatur

Annette Esser, Andrea Günter, Rajah Scheepers KindSein – Kinder haben –Geborensein, Band zur Tagung der deutschen Sektion der ESWTR, Königstein/Ts. 2008 (Herausgabe zus. m. Annette Esser, Rajah Scheepers). Darin: Andrea Günter. Gebürtigkeit: eine philosophische Perspektive für den Umgang mit dem Leben, der Kindheit, der Frauenfrage, der Technik und der Welt, 274-295

Andrea Günter: Maria liest. Das heilige Fest der Geburt, Rüsselsheim 2004 (Herausgeberin, mehrere Beiträge)


[1]     Hannah Arendt: Vita activa, 89.

[2] Vgl. Görtz 2007, Das Gut des natürlichen Sterbens, ZfEE 52 (2007) 23-33)

[3] http://www.geburtshaus-hamburg.de/haus/philosophie.html$

[4] http://www.geburtshaus-berlin.de/index.php?id=team

[5] http://www.geburtshaus-berlin.de/index.php?id=estherspies

[6]     Vgl. Irigaray, Luce: Die sexuelle Differenz, in: dies., Ethik der sexuellen Differenz, Frankfurt/M. 1991, 28.

Autorin: Andrea Günter
Redakteurin: Christel Göttert
Eingestellt am: 25.06.2012
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Gré Stocker-Boon sagt:

    Liebi Lüüt,

    Danke für den Artikel.

  • Antonia sagt:

    Ich habe den Text jetzt zum 3. Mal gelesen und stolpere über folgende Punkte:

    Warum soll der Dualismus von Natur und Kultur überwunden werden?

    Wie könnte ein Begriff lauten der das beschreibt, was die meisten Menschen unter Natur / Natürlichkeit in dem beschriebenen Kontext verstehen / assoziieren?

  • Andrea Günter sagt:

    Liebe Antonia,

    danke für die beiden Fragen!
    Meine Intention in diesem Text geht erst einmal in eine andere Richtung als die, „Natur“ zu definieren. Mein Anliegen ist es darauf aufmerksam zu machen, dass die Kennzeichnung „Natur“ für Dinge gebraucht wird, die nicht „Natur“ sind. Manchmal handelt es sich um Dinge, die eine Schwelle zwischen Natur und Kultur markieren wie die Tätigkeiten der Hebammen.
    Um dennoch die Rede mittels den Worten „Natur“ oder „natürlich“ ernst zu nehmen, schlage ich vor, diese Worte zunächst gerade nicht als Bezeichnungen von dem, was unter Natur verstanden werden könnte, aufzugreifen, sondern als Differential: als Hinweis für einen Unterschied, der wie in den genannten Selbstdarstellungen z.B. weniger entfremdet. Weniger zu entfremden ist in der Regel eine Kulturleistung: es hängt davon ab, wie Menschen sich (zurück)binden. Die Selbstdarstellung des genannten Geburtshauses bringt das sehr anschaulich auf den Punkt.

    Warum es Sinn macht, den Dualismus Natur und Kultur zu überwinden? Nun, er war über Jahrtausende die Grundlage dessen, die Geschlechter zu charakterisieren, angefangen mit Aussagen wie „Frauen denken mit der Gebärmutter“, das schreibt sich bis heute fort, auch wenn kaum einer auf die Gebärmutter verweisen würde (vgl. http://www.bzw-weiterdenken.de/2008/08/frauen-haben-zu-wenig-selbstbewusstsein/)
    Zugleich geht es mit diesen um ganze Lebens- und Gesellschaftsmodelle, bis hin zum Verständnis von Ökonomie: der freie Markt als eine Naturkraft, die durch menschliche Regulierung beschädigt wird, steht einem Ökonomieverständnis gegenüber, indem jede Ökonomie eine Kulturleistung darstellt usw. Ökonomie als Kulturleistung ernst nehmen, scheint mit ein Anspruch an unsere Zeit: Was würde das beihalten?

    Herzliche Grüße
    Andrea Günter

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