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Die Bücher von Diotima – klug zusammengefasst

Von Antje Schrupp

Die Frankfurter Bloggerin Jutta Piveckova hat in den vergangenen Wochen auf ihrem Blog „Gleisbauarbeiten“ eine Serie veröffentlicht, in der sie die bisher auf Deutsch erschienenen Bücher der Philosophinnengemeinschaft Diotima aus Verona vorstellt, zusammenfasst und sich inhaltlich mit den Thesen der Italienerinnen auseinandersetzt. Die Serie ist bestimmt auch für viele Leserinnen von „bzw-weiterdenken“ interessant, daher hier eine kurze Empfehlung:

Dem jüngsten Beitrag, der sich mit dem soeben erschienenen „blauen“ Diotima-Band „Macht und Politik sind nicht dasselbe“ beschäftigt, ist ein Zitat von Héloise vorangestellt: „Was nur für Männer geschrieben wurde, daran können sich auch nur Männer halten.“ (Annarosa Buttarelli zitiert ihn in ihrem Beitrag über Souveräninnen).

Ihrem Blogpost über den „grünen“ Diotima-Band „Die Welt zur Welt bringen“ überschreibt sie mit: „Philosophie ist etwas, was ausschließlich in der Tat und in der Praxis geschieht…“.

Ihre Besprecheung des „roten“ Diotima-Bandes „Jenseits der Gleichheit“ leitet Piveckova ein mit einem Zitat von Luisa Muraro, das so treffend ist, dass ich es hier auch noch einmal zitiere:

„Dieser Kampf der Frauen ist eine Folge der Täuschung durch ein Phantasiegebilde, das aus dem Bedürfnis einer Frau entsteht gegen die universale männliche Machtübernahme zu kämpfen. Es ist nämlich das Phantasiegebilde jener Machtübernahme, das sich vor meinen Kampf um eine menschliche weibliche Identität stellt und so tut, als sei es ihr angemessener Gegner. Dieses Phantasiegebilde redet mir ständig ein, dass mir das, was mir zu sein fehlt, vom Mann zugestanden werden müsse und dass ich es nur von ihm zurückbekommen könnte. Das Phantasiegebilde ist aber eine vollständige Täuschung. Der Mann hat nämlich die Güter nicht, die er gegebenenfalls der Frau geraubt hat. Auch wenn er ihr etwas genommen hat, ist er keineswegs in der Lage etwas zurückzugeben.“

Während diese beiden Bände 1999 erschienen sind, und zwar ebenso wie der jüngste im Ulrike Helmer Verlag und übersetzt von Dorothee Markert, mir und (im Fall des grünen Bandes) von Andrea Günter, stammt die erste deutsche Übersetzung eines Diotima Buches, „Der Mensch ist zwei“, von Veronika Mariaux und ist 1989 im Wiener Frauenverlag erschienen. Auch dieses Buch wird im Blog Gleisbauarbeiten vorgestellt und eingeleitet mit dem Motto: „Keine Weisheit ohne Liebe“.

Autorin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 05.09.2012
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Gré Stocker-Boon sagt:

    Liebi Lüüt, Dieses Zusammenfassen und Auseinandernehmen wird sicher noch eine Weile so weiter gehen.Oder Teile werden übergangen und zurückversetzt,anderes drängt vor.Ein Dienst versehen war (früher) eher kirchlich/sozial,heute eher politisch.Wer ist heute ein Dienstverhinderer? Ein Dienstverminderer? Ein geachtete „Dienst am Volk“ VollstreckerIn?

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