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Rubrik handeln

Von Bewusstheit zur Aktion

Von Ulrike Brandhorst

Das Anliegen dieser Artikelserie ist es, die Gedanken von Riane Eisler zu einer Wirtschaft der Fürsorge zu verbreiten. Der hier folgende Text ist eine zusammenfassende Übersetzung des zehnten und letzten Kapitels von Riane Eislers „The Real Wealth of Nations“.

In den ersten neun Kapiteln legt Eisler dar, dass wir Einfluss auf die Wirtschaft nehmen müssen, wenn wir eine menschengerechte und gesunde Umwelt wollen und dass für eine funktionierenden Wirtschaftstheorie nicht nur die Marktwirtschaft, sondern alle Bereiche der Wirtschaft, besonders aber die grundlegende wirtschaftliche Bedeutung der Fürsorgearbeit beachtet werden müssen. Als wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Form des Wirtschaftens erklärt sie den Wechsel von einem dominatorischen zu einem partnerschaftlichen Denken. Sie macht deutlich, dass sich Fürsorgearbeit wirtschaftlich für Firmen, Staaten und Gemeinden auszahlt und zeigt, wie wir neue Vorstellungen und Geschichten dafür einsetzen können, um eine Wirtschaft der Fürsorge zu verwirklichen und welche Chancen sich in unserer postindustriellen Ära dafür bieten. Anhand von praktischen Beispielen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen macht sie klar, dass das Bedürfnis für andere zu sorgen dem Menschen innewohnt.

Im zehnten und letzten Kapitel von „The Real Wealth of Nations“ gibt Eisler konkrete Beispiele, wie jeder Einzelne zu einer Wirtschaft der Fürsorge beitragen kann. Eingangs erinnert sie im Sinne Ghandis daran, dass wir unsere Gewohnheiten nicht zur Norm erheben sollen und dass sich in der Wirtschaft Gewohnheiten als Normalität etabliert haben, die Mensch und Umwelt schaden. Diese Normalität ist jedoch nichts, was wir als gegeben hinnehmen müssen. Es ist weder von Natur noch von Gott so bestimmt, dass wir mensch- und umweltzerstörende Aktivitäten als „produktiv“ und Fürsorgearbeit als (finanziell) wertlos betrachten.

Foto: Pfensig / pixelio

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Es ist nicht zwingend als normal zu betrachten, dass das Geld, das die Zentralbanken schaffen und in Umlauf bringen, eigentlich in keinem Zusammenhang mehr mit greifbaren Werten steht oder dass in den Geschäftsberichten von Unternehmen die Kosten der von ihnen verursachten Umweltschäden schlicht nicht auftauchen…. Es ist unsere Entscheidung, ob wir es dabei belassen uns über diese unhaltbaren Zustände zu beschweren, ob wir uns damit abfinden uns irgendwie durch den Alltagstress zu mogeln, ob wir uns einreden, wir könnten nichts an der Situation ändern – oder ob wir uns zusammenfinden, um eine gesündere, heilere und fürsorglichere Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen.

Wirtschaft als Ansatzpunkt für grundlegende Änderungen

Wenn wir uns der Möglichkeiten, die wir haben, bewusst werden, können wir unser Fühlen, Denken und Handeln ändern. Und das ist nur der Anfang. Wenn genügend von uns ihre Glaubensgrundsätze und ihr Verhalten ändern, dann ändert sich unsere Gesellschaft. Je mehr partnerschaftlich orientierte Familien, Institutionen und Gemeinden es gibt, umso mehr ändern sich unsere täglichen Beziehungen – und das wirkt sich langfristig in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft aus –und dann wieder rückwirkend auf unseren Alltag und unsere privaten Beziehungen.

Eisler hat diese Erfahrung selbst gemacht und die Wirtschaft als kritischen Ansatzpunkt für grundlegende Änderungen erkannt, weil eine Fortführung der derzeitigen nicht nachhaltigen Wirtschaftsstrukturen zu einem wirtschaftlichen und ökologischen Kollaps führt. Dabei verweist Eisler auf Lester Brown, der auf eine Änderung des Konsumverhaltens, einem Wechsel zu erneuerbaren Energien und einem langsameren Bevölkerungswachstum drängt. Eisler hält diese Forderungen für richtig, jedoch nicht für tiefgehend genug – sie hält es für unabdinglich, die Änderungen auf einer sehr viel grundlegenderen Ebene anzugehen. Sie erinnert erneut daran, dass alle wirtschaftlichen Systeme menschliche Erfindungen sind – von Banken über Unternehmen bis hin zur Arbeitslosenversicherung. Es gibt keinen Grund irgendein Element unserer wirtschaftlichen Systeme als gegeben hinzunehmen.

Entscheidungsprozess

Wir müssen uns entscheiden, welche wirtschaftlichen Gegebenheiten wir akzeptieren und welche wir abschaffen wollen. Wenn wir uns zusammenschließen, um neue Strukturen zu fordern, können wir alle dazu beitragen, dass unsere Wirtschaft und unsere Welt zu einer Wirtschaft und einer Welt der Fürsorge werden. Von Unternehmen verursachte Kosten durch Schäden an Mensch und Umwelt dürfen nicht der Allgemeinheit aufgehalst werden. Nachhaltiges Verhalten muss für Unternehmen reizvoll werden. Steuervorteile für umweltbewusste, soziale Unternehmen und Steuern auf nicht nachhaltige Unternehmensführung können hier ebenso wie die Besteuerung (kurzfristiger) Spekulationen sowohl Lenkungswirkung haben als auch Einnahmequelle des Staates sein.

Helene Souza / pixelio.de

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Desweiteren muss die Politik die lokale Produktion von Nahrungsmitteln unterstützen und dafür sorgen, dass die Kontrolle von so lebenswichtigen Gütern wie z.B. Trinkwasser in öffentlicher Hand bleibt. Kleine Unternehmen sollten unterstützt werden, auch wenn man nicht vergessen darf, dass ein kleines Unternehmen nicht automatisch ein nachhaltiges oder von Fürsorge getragenes Unternehmen sein muss. Wir brauchen weltweit gültige Standards, die das Wohl von Angestellten und Konsumenten sowie den Umweltschutz lokaler, nationaler und internationaler Unternehmen garantieren.

Während wir diese wirtschaftlichen Strukturen im privaten und öffentlichen Bereich verwirklichen, müssen wir gleichzeitig den Wechsel zu partnerschaftlichen Werten und Strukturen weltweit beschleunigen, damit die Fürsorge einen höheren Stellenwert bekommt.

Was Politiker und Unternehmer tun können

Nach den derzeit geltenden Regeln müssen die Menschen als Arbeiter und Konsumenten dem Markt dienen – sinnvoll jedoch wären Regeln, die garantieren, dass der Markt unseren Bedürfnissen dient und dabei berücksichtigt, dass wir auf einem ausgesprochen gefährdeten Planeten leben. Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft müssen diese Regeln ändern, um eine Änderung der institutionellen Strukturen und des Denkens erreichen.

Ein Grundpfeiler für eine Wirtschaft der Fürsorge ist eine neue Art wirtschaftlichen Erfolg zu messen. Die unentgeltlich geleistete Arbeit in Familie und Ehrenamt muss dabei ebenso berücksichtigt werden wie die Kosten, die Unternehmen durch Umwelt- oder Gesundheitsschädigungen verursachen. Tatsächlich finden diese Faktoren bereits heute in manchen Bewertungen Beachtung und es gibt bereits Staaten und NROs, die versuchen den Wert unbezahlter Arbeit in Geldwert anzugeben, doch wir müssen darauf hinarbeiten, dass die daraus resultierenden Erkenntnisse auch sichtbar gemacht und bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen berücksichtigt werden. Die wirtschaftliche Bedeutung von Fürsorge in den Haushalten sichtbar zu machen, bedeutet, dass flexible Arbeitszeiten, Teilzeitjobs und andere Möglichkeiten für lebens- und familienfreundliche Arbeitsformen wirtschaftlichen Reiz gewinnen. Es wird dazu führen, dass in den Schulen Haushaltsführung und Familienfürsorge unterrichtet werden. Der Staat wird mehr in Gesundheit und Familien investieren. Die Pflege von Kindern, Kranken und Alten wird bezahlt und im Rentensystem adäquat anerkannt.

Helene Souza / pixelio.de

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Ein weiterer Grundpfeiler sind neue offizielle und inoffizielle Regeln im Wirtschaftsleben. So muss klar werden, dass pflegerische und erzieherische Berufe nur deswegen schlechter bezahlt sind, als beispielsweise handwerkliche Berufe, weil sie traditionell als „weiblich“ und damit „minderwertig“ betrachtet werden.

Es gibt keine zwingenden oder gar logischen Gründe dafür, dass diese Berufe so wenig (finanzielle) Anerkennung erhalten. Es geht hier um wirklich neue Perspektiven: Die Regierung stellt Geld zur Verfügung, damit Soldaten lernen, wie sie töten. Sie stellt jedoch kein Geld zur Verfügung, um unseren Jugendlichen beizubringen, wie man eine Familie gründet oder einen Haushalt führt. Es muss in das öffentliche Bewusstsein dringen, dass Investitionen in die Kompetenz und Stärkung von Eltern und Kindern sich in höheren Bildungsabschlüssen, weniger Kriminalität und weniger Kosten im Gesundheitssystem auszahlt, wie in mehreren von Eisler im Laufe des Buches aufgeführten Studien gezeigt wird. Investitionen in die Bildung von Kindern und die Förderung von Familien zahlen sich für Wirtschaft und Gesellschaft in Form von fähigen, fürsorglichen, steuerzahlenden Arbeitskräften und Bürgern aus.

Was aktive Bürger ändern können

Eisler erinnert daran, dass eine rein partnerschaftliche Gesellschaft und Wirtschaft ein Ideal ist, das wir anstreben, aber nie vollständig erreichen können. Wichtig ist, dass wir dem Ideal so nahe wie möglich kommen. Wer danach strebt, ein Wirtschaftssystem zu verwirklichen, das den menschlichen Bedürfnissen und Sehnsüchten entspricht, sollte vom Ziel her denken. Lauralee Alben, Vorreiterin auf dem Gebiet des Interaktiven Designs, weist daraufhin, dass die Visualisierung des erwünschten Ziels grundlegende Veränderungen ermöglicht. Ebenso wichtig für Veränderungen ist das Zusammenwirken zahlreicher Einzelkräfte, die sich wie kleine Bäche zu einem mitreißenden Strom zusammenfinden.

Wir können

–       Druck auf die Politiker ausüben, dass sie die politischen Rahmenbedingungen entsprechend ändern  — oder die Politiker ändern.

–       die Rechte der Frauen und Kinder stärken, indem wir uns z.B. in entsprechenden Organisationen stark machen oder diese unterstützen. Zum einen sind Frauen und Kinder in allen Ländern der Welt besonders von Armut betroffen, zum anderen führt Eisler zahlreiche Studien auf, die zeigen, dass eine Besserstellung von Frauen immer mit einem besseren Lebensqualität in einem Land einhergeht. So haben zum Beispiel Studien in  frika, Lateinamerika, der Karibik, Asien und Indien übereinstimmend festgestellt, dass Kinder gesünder waren und eine bessere Schulbildung bekamen, wenn ihre Mütter ein gewisses Maß an Bildung genossen und eine gewisse Kontrolle über das Familieneinkommen hatten.

–       ehrenamtlichem Engagement und nachhaltigem Handeln zu mehr Anerkennung verhelfen und abschätzigen Bemerkungen über „Gutmenschen“ Einhalt gebieten.

–       Tauschringe, Kommunalwährungen und ähnliche Formen der wirtschaftlichen Organisation initiieren.

–       als Vorbilder in Familie und Gemeinde wirken.

–       wenn wir eine führende Stelle in einem Unternehmen haben, dort neue Prozesse in Bezug auf Mensch und Umwelt initiieren oder neue Standards vorschlagen. Die Einhaltung bestimmter Standards könnte eine Bedingung für die Mitgliedschaft bei der Handelskammer oder anderen Unternehmerverbänden sein.

–       uns beim Einkauf und bei politischen Wahlen für die Unternehmen/Parteien entscheiden, die eine Wirtschaft der Fürsorge praktizieren bzw. unterstützen.

–       Menschen in einflussreichen Positionen dafür gewinnen, sich für einen Wandel hin zu einer partnerschaftlich orientieren Wirtschaft und Gesellschaft einzusetzen. Wir müssen unsere Möglichkeiten nutzen Politiker, die eine Gesinnung der Fürsorge haben, zu unterstützen, indem wir sie wählen, sie mit Spenden unterstützen oder ihnen im Wahlkampf helfen. Natürlich können wir auch selbst versuchen, ein politisches Amt zu übernehmen, damit wir direkt Einfluss nehmen können.

–       Änderungen im Bewusstsein, im Arbeitsleben, in der Gemeinde oder der Politik bewirken, indem wir zum Beispiel Gespräche über Wirtschaft in neue Bahnen lenken.

Ein erster Schritt wäre, schlicht und einfach den Begriff „Fürsorge“ in den Diskurs einzuflechten. Das scheint ein wenig nichtig, ist aber grundlegend. Denn es macht bislang ausgeblendete Zusammenhänge sichtbar. In weiterführenden Gesprächen können wir zeigen, wie die aktuellen wirtschaftlichen Maßstäbe die Realität verzerren und Alternativen aufweisen, die ein weitaus realistischeres Bild geben und zeigen wie hoch die Gewinne eine Wirtschaft der Fürsorge sind – und wie hoch die Kosten wenn ohne Rücksicht auf Mensch und Natur gewirtschaftet wird. Wir können ebenfalls klarstellen, dass das Anschaffen von immer mehr Konsumgütern nicht zu der Zufriedenheit führt, welche uns die Werbung verspricht und erklären inwiefern dieses Missverständnis dem dominatorischen Denken inhärent ist. Auch die Tatsache, dass ungerechte Verteilung der Ressourcen, fehlende Investitionen in Bildung und andere dominatorische Wirtschaftspraktiken nicht nur zu einem materiellen, sondern auch zu einem emotionalen und spirituellen Mangel führen, sind in diesen Diskursen wichtig, ebenso wie die Tatsache, dass die Fürsorge in der menschlichen Natur angelegt ist und Kindern in ihren Familien vorgelebt werden muss.

Also: Sprechen Sie über Wirtschaft und Fürsorge – zu Hause, am Arbeitsplatz, auf Partys, in Konferenzen, in Schulen und Universitäten und an öffentlichen Plätzen, bilden sie Diskussionsgruppen mit Nachbarn, Freunden und Kollegen, schreiben Sie Leserbriefe zum Thema, rufen sie Blogs ins Leben und halten sie Vorträge. Business Schools und Universitäten spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht dem Wirtschaftsdiskurs neue Impulse zu geben. Eisler selbst hat eine solche Schule mit Kursangeboten gegründet.

Die Menschheit steht an einem Scheideweg – wir können den gegenwärtigen Lauf der Dinge als gegeben hinnehmen und einfach so weiter machen, bis unsere Ressourcen verbraucht sind oder nukleare oder biologische Waffen unserer Existenz ein Ende gesetzt haben – oder wir können unsere herausragenden Fähigkeiten dazu einsetzen, eine neue Geschichte und Realität zu schaffen. Eine Realität, in der eine Wirtschaft der Fürsorge das menschliche Überleben und die menschliche Weiterentwicklung unterstützt. Eine Welt in der unsere grundlegenden Bedürfnisse nach Nahrung, Behausung und Sicherheit ebenso befriedigt sind, wie unsere Sehnsucht nach Fürsorge, Liebe, Gerechtigkeit, Frieden, Sinn und Gemeinschaft. Vor allem aber eine Welt, in der unserer Kinder überleben und gedeihen können.475980_original_R_by_Irene Lehmann_pixelio.de

Eislers abschließendes Plädoyer lautet: „Es ist nun an uns diese Vision zu verwirklichen. Die Natur hat uns mit einem erstaunlichen Verstand ausgestattet, mit einer enormen Liebesfähigkeit, einer bemerkenswerten Kreativität und einer einzigartigen Fähigkeit zu lernen, uns zu ändern und zu entwickeln und vorauszuplanen. Wenn wir jetzt handeln, können wir diese Fähigkeiten nutzen, ein wirtschaftliches und gesellschaftliches System mitzugestalten, das die großartigen Gaben, die uns die Evolution verliehen hat, zu fördern und zu nutzen.“

Lasst uns hier im deutschsprachigen Raum beginnen, indem wir uns zusammenschließen – es gibt schon zahlreiche Bewegungen in diese Richtung,, die sich verflechten können. Ein Beispiel ist das Care-Manifest – viele weitere können ergoogelt werden (oder mit der Kommentarfunktion kann  auf entsprechende Projekte hingewiesen werden).

Kapitel 1      Die Entwicklung einer Wirtschaft der Fürsorge

Kapitel 2      Wandel zu einer Geisteshaltung der Fürsorge

Kapitel 3+4  Fürsorgearbeit zahlt sich aus

Kapitel 5        Partnerschaftliche Systeme brauchen die entsprechende Geisteshaltung

Kapitel 6       Unterdrückung und Umweltzerstörung als Konsequenz dominatorischer Systeme

Kapitel 7        Eine neue Wirtschaftstheorie des Partnerismus

Kapitel 8        Ethik in der Wissenschaft ist überlebensnotwendig

Kapitel 9        Stress und ein pervertiertes Wertesystem als Ursache für fehlende Mitmenschlichkeit

Zum weiterlesen: Riane Tennenhaus Eisler, The Real Wealth of Nations: Creating a Caring Economics, 2008.

Autorin: Ulrike Brandhorst
Redakteurin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 03.02.2014
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Ute Plass sagt:

    Das Bewusstsein, dass wir alle notwendig auf
    Sorgearbeit angewiesen sind und dass es dazu auch veränderter Macht- und Strukturverhältnisse bedarf, dieses Bewusstsein nimmt zu.

    http://www.feministisches-institut.de/aktionskonferenz/

  • Sabrina Bowitz sagt:

    Liebe Frau Brandhorst, danke für die immer spannenden Artikel hier! Ich könnte daraus einige Absätze zitieren und immer weiter drüber nachdenken und mit anderen diskutieren, daher ist der Artikel so wichtig, denn ich denke, anderen geht es auch so!
    „Wenn wir uns der Möglichkeiten, die wir haben, bewusst werden, können wir unser Fühlen, Denken und Handeln ändern. Und das ist nur der Anfang“. Wie wahr das ist, sowohl im Privaten wie auch Politischen/Wirtschaftlichen, das sowieso mehr verzahnt ist als wahrscheinlich viele VertreterInnen der Fachgebiete denken.
    Die zwei Dinge sind mir besonders aufgefallen, weil so sehr zutreffend:
    „Druck auf die Politiker ausüben, dass sie die politischen Rahmenbedingungen entsprechend ändern — oder die Politiker ändern“ – das hier vergessen viele, dabei ist selbst in der Politik immer wieder ein Wechsel möglich und die Macht liegt bei uns und nicht bei den einzelnen Menschen dort
    und das:
    „uns beim Einkauf und bei politischen Wahlen für die Unternehmen/Parteien entscheiden, die eine Wirtschaft der Fürsorge praktizieren bzw. unterstützen“.
    Beides ist so so wichtig, gerade wenn es um die Umsetzung der Menschenrechte geht -sowohl für Frauen, wie für Männer und alle die sich weder zuordnen können und/oder wollen. Auf fairen Handel zu achten, auf eine gerechte Entlohnung und zwar für alle Menschen die im Prozess mitgewirkt haben, bis das Produkt entsteht und zu schauen, wer da wirklich gewählt wird. Es ist so: Wir haben viel mehr Macht, als wir denken!

  • Ute Plass sagt:

    @Sabrina Bowitz – „Es ist so: Wir haben viel mehr Macht, als wir denken“. Ja, sehe ich auch so!:-)

  • Elisabeth von Grafen sagt:

    „…das Bedürfnis für andere zu sorgen dem Menschen innewohnt.“

    Sehe ich auch so. Deswegen ist es auch so wichtig für uns Frauen im Patriarchat, in erster Linie für uns selbst Sorge zu ergreifen, damit wir aus der Fülle geben können und nicht – wie üblich – beraubt werden. Bis jetzt wurden uns Frauen im Patriarchat die Kräfte einfach entzogen. Es reicht!

  • margarete normann sagt:

    „So muss klar werden, dass pflegerische und erzieherische Berufe nur deswegen schlechter bezahlt sind, als beispielsweise handwerkliche Berufe, weil sie traditionell als „weiblich“ und damit „minderwertig“ betrachtet werden.“

    Es ist wahr. Ich las mal eine Studie, die bewies, dass Berufe, wo Männer aufsteigen an Prestige gewinnen, und wo Frauen ankommen, abgewertet wird. Ich denke nur einfach ans Kochen. In Sterne-Restaurants kochen und verdienen Männer. Zuhause sind Frauen unentgeltlich für Ernährung der Familie zuständig…

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