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Rubrik Blitzlicht

„Sich verständlich machen?“

Von Antje Schrupp

Bei der Bzw-Tagung 2009 in Rüsselsheim.

Bei der Bzw-Tagung 2009 in Rüsselsheim. Foto: Antje Schrupp

Viele kennen wohl solche Situationen: Du sitzt in einem Vortrag oder schaust einen Film und nimmst etwas wahr, aber alle anderen sehen es nicht und reagieren vollkommen anders. Oder du sagst etwas, das dir sonnenklar zu sein scheint, aber niemand versteht, was du meinst.

Dieses Gefühl, fremd zu sein, kann überall aufkommen: In der eigenen Familie am Küchentisch, im Büro-Meeting, im Freundeskreis. Besonders wenn wir mit einem postpatriarchalen Politikverständnis in der Welt unterwegs sind, ist es oft schwer, sich in anderen „Szenen“ und Kontexten verständlich zu machen.

Wir, die Redaktion von „Beziehungsweise Weiterdenken“, laden Leserinnen und Autorinnen deshalb ein, sich einen Samstag lang über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten auszutauschen, ein postpatriarchales, feministisches Denken der Geschlechterdifferenz zu vermitteln.

Vor fünf Jahren hatten wir schon einmal einen solchen Austausch geführt. Damals war das Thema „Sichtbar und einflussreich, ohne sich anzupassen“. Ausgehend von den dort diskutierten Erfahrungen und Ideen haben wir seither beobachtet, dass selbst, wenn wir irgendwo sichtbar und einflussreich sind, es nicht unbedingt gelingt, mit dem Besonderen, das wir zu sagen haben, auch verstanden zu werden. Oft haben wir den Eindruck, sozusagen auf einer anderen Ebene zu sprechen und zu handeln. Zum Beispiel wenn wir unter Freiheit eher Bezogenheit verstehen als Unabhängigkeit, oder unter Politik eine Praxis der Beziehungen und nicht das Formulieren von Resolutionen und Forderungen.

Was tun wir in solchen Situationen? Was bewährt sich, was funktioniert nicht so gut?

Wir haben den Titel unserer neuen Tagung: „Sich verständlich machen?“ bewusst mit einem Fragezeichen versehen, weil nicht bei allen von uns der Wunsch, sich in den „fremden Welten“ verständlich zu machen, gleich groß ist. Wir wollen also nicht nur darüber sprechen, wie wir uns verständlich machen können, sondern einen Schritt vorher anfangen und fragen, wann und wo ein solches Bemühen überhaupt sinnvoll ist und wann – und wo vielleicht auch nicht.

Die Tagung findet am Samstag, 28. Februar 2015, von 9.30 bis 17.30 Uhr in Frankfurt am Main statt, und zwar in Kooperation mit dem Evangelischen Frauenbegegnungszentrum in den dortigen Räumen, Saalgasse 15 (in der Nähe vom Römerberg). Wir bitten euch, interessierte Frauen ebenfalls darauf hinzuweisen.

Die Teilnahme kostet 15, 20, 25 Euro nach Selbsteinschätzung (inkl. Mittagessen), und anmelden könnt Ihr euch jetzt schon im Frauenbegegnungszentrum, Telefon 069 9207080 oder per Mail an eva-frauenzentrum@frankfurt-evangelisch.de.

Autorin: Antje Schrupp
Redakteurin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 12.08.2014
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