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Jenseits der Empörung

Von Dorothee Markert

Link zum Beginn der Serie

Diotima: Das Fest ist hier

Diotima: Das Fest ist hier

Nach einer längeren Pause kommt nun die Zusammenfassung des 6. Kapitels des Diotima-Buchs Das Fest ist hier. Gemma del Olmo Campillo und Tania Rodríguez Manglano, zwei Frauen aus der Bewegung junger Menschen, die am 15. Mai 2011 mit der Belagerung der Puerta del Sol in Madrid begann, erzählen von ihren Erfahrungen bei diesem „Fest“. Sie schrieben keinen gemeinsamen Text, da ihnen unterschiedliche Schwerpunkte wichtig waren, diskutierten aber vor der Veröffentlichung miteinander über ihre Texte.

Von junger, frecher, kreativer Festlichkeit zur Ernsthaftigkeit älterer Männer

Gemma del Omo Campillo will versuchen, den Geist dieser Bewegung nicht zu verraten, ist aber sicher, dass ihr das nicht gelingen wird. Denn es ist schwierig, ihrer grundlegenden Vielfalt gerecht zu werden und die in ihr spürbare Sehnsucht sichtbar zu machen, in einer menschlicheren, gerechteren und glücklicheren Welt zu leben. Gemma ist nach wie vor sehr überrascht, wie groß die Bewegung geworden ist, denn es sei vor dem 15. Oktober 2011 undenkbar gewesen, dass in mehr als 900 Städten in 82 verschiedenen Ländern ähnliche Demonstrationen stattfinden würden.

Am wichtigsten an der Bewegung war und ist für Gemma ihre festliche und friedliche Atmosphäre. Nach einer Demonstration, die weder von den Gewerkschaften noch von den Parteien organisiert worden war, sondern über soziale Netzwerke und Mobiltelefone, besetzten viele junge Leute bis zum Alter von etwa 35 Jahren den Platz Puerta del Sol. Sie protestierten gegen die Untätigkeit und Korruption einer politischen Klasse, die durch ihre Gier nach Bereicherung die ökonomische Krise verursacht hatte, welche so viele Schwierigkeiten für die Menschen mit sich brachte, vor allem wenn sie erstmals in ihrem Leben nach einer Anstellung suchten.

Gemma unterstreicht die festliche und friedliche Stimmung auch deshalb, weil sie den Ursprung dieser Bewegung in etwas anderem sieht als in der Empörung, zu der ja auch die Wut gehört. In den Aktionen des 15. Mai, also zu Beginn der Bewegung, habe sie keine Wut wahrgenommen. Wut und Zorn hätten sie nämlich hinter sich gelassen, da sie nichts mehr von den politischen Parteien erhofften, jedenfalls nichts Gutes. Die politische Klasse des spanischen Staates hatte jahrelang die Grenzen des Erträglichen überschritten, und was vor Jahren Ärger und Wut erzeugt hatte, verwandelte sich zunächst in Verweigerung und Distanzierung, in Entmutigung und Vertrauensverlust, bis diese Gefühle schließlich Raum ließen für Lachen und Kreativität. Der Zorn löste sich also auf in Gelächter, Frechheit und Respektlosigkeit. Die Versammlungen, Umzüge und Begegnungen waren davon geprägt, sie waren überraschend friedlich, festlich und gleichzeitig ein bisschen verrückt.

Von dieser Aufbruchsstimmung und der Bereitschaft, etwas Neues zu wagen, war in den Medien nichts zu erfahren. Diese brachten die Bewegung in einen Zusammenhang zu dem Buch von Stephane Hessel Empört euch! und bezeichneten sie als „Los indignados“, „die Empörten“, obwohl ihre Praktiken in eine ganz andere Richtung gingen als Hessels Vorschläge. Es gab zwar auch innerhalb der Bewegung Menschen, die diese Bezeichnung akzeptierten. Gemma findet sie nicht adäquat, da die Bewegung, die sie selbst einfach 15-M nach ihrem Beginn am 15. Mai nannten, eben nicht in erster Linie eine Kampf- und Widerstandsbewegung war, sondern friedlich und achtsam. Auch ist der Begriff „indignados“ weit entfernt von der inklusiven Sprache, die bei der Belagerung und in den Versammlungen gebraucht wurde, wo das generische Maskulinum nicht verwendet und oft generell in weiblichen Formen gesprochen wurde.

Der am häufigsten wiederholte Slogan war „Ihr repräsentiert uns nicht“, womit ausgedrückt wurde, dass die politischen Parteien das unmenschliche System, das die BürgerInnen schlecht behandelt, selbst hervorgebracht hatten und aufrechterhielten, weil sie nur ihre eigenen Interessen verfolgten. Das Ergebnis langer Debatten in den Versammlungen war dann auch, dass dieses System nichts taugt und ersetzt werden muss.

Viele Medien verlangten nach Führern, damit die Bewegung eine Chance auf Erfolg haben würde, doch die Antwort war immer, dass sie keine Führer wolle. Das war von Anfang an ein ganz wichtiger Punkt: Die Logik der Führerschaft enthält in sich den Keim zur Korruption des Systems. Ob sie damit Erfolg haben würde oder nicht, setzte 15-M auf Führerlosigkeit, offene Versammlungen, Horizontalität, Differenz, Inklusion und Kooperation. Dass eine andere Organisation möglich ist, hat die Bewegung während der Belagerung bewiesen.

Die Platzbesetzung dauerte einen Monat, und da sie nicht ewig fortgesetzt werden konnte, wurden die Aktionen, Versammlungen, Demonstrationen und Kommissionsbildungen in die Stadtviertel verlagert, wo sich die Bewegung dann auch weiter ausbreitete. Der Druck der Bürgerschaft auf die politische Klasse sei auch jetzt noch stark, meint die Autorin.

Die Präsenz der Frauen war innerhalb der Bewegung immer sehr sichtbar. Wenn Frauen öffentlich sprachen, zitterten ihnen manchmal die Knie und sie mussten sich hinsetzen, behielten aber das Mikrofon in der Hand und sprachen weiter. In Spanien fällt es Menschen besonders schwer, das Wort zu ergreifen, da es dort nicht wie in Italien eine starke mündliche Tradition gibt, beispielsweise sind alle Prüfungen schriftlich, öffentliches Sprechen ist ungewohnt.

Gemma meint, beim Übergang zur Arbeit in den Wohnvierteln habe die Präsenz der Frauen abgenommen und auch die inklusive Sprache sei mehr und mehr verlorengegangen. Zu Beginn von 15-M gab es ein starkes Bemühen, Frauen nicht auszuschließen. Viele Männer und Frauen verstanden diese Sorge um eine adäquate Sprache zunächst nicht. Doch es gab viele Workshops, in denen ihre Bedeutung erklärt wurde: Es sei eine Frage des Respekts. Denn über Respekt wurde während der Belagerung ständig gesprochen. Es schien schließlich auch Einigkeit darüber zu bestehen: Die Männer wollten die Frauen nicht ausschließen und die Frauen wollten nicht ausgeschlossen werden. Die Einsicht nahm zu, dass auf die Sprache geachtet werden muss, da sie die Art der Interpretation der Welt wiederspiegelt, einer Welt, in der auch wir Frauen präsent sind.

Als die Bewegung sich in die Stadtviertel verlagerte, wurde weniger auf inklusive Sprache geachtet. Das fiel damit zusammen, dass auch die allgemeine Stimmung nun ernster und weniger festlich war und dass weniger Menschen unter 35 teilnahmen und auch weniger Frauen. Die Bewegung war also ernsthafter geworden, und diese Ernsthaftigkeit ist eher Sache der Männer. In dem Maße, wie die Bewegung sich darum bemühte, auf die Politik der Parteien Einfluss zu nehmen, wurden die Räume immer mehr von Männern über 35 ausgefüllt. Dazu kamen die Sparmaßnahmen der Regierung, die zunehmende Arbeitslosigkeit und die ständige Unsicherheit, die Wut und Anspannung erzeugten. Von da an änderte die Bewegung ihre Strategie und bezog sich mehr und mehr auf die politische Klasse in einer deutlich defensiven Haltung. Bis dahin war die Bewegung dadurch charakterisiert gewesen, dass sie weder auf deren Beleidigungen und Übergriffe noch auf Drohungen reagierte, ihrer Kritik und der der Medien den Rücken zuwandte und das umsetzte, was innerhalb der Bewegung gedacht und diskutiert worden war. Sie behielt ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Praktiken bei und ließ sich nicht von dem abbringen, worauf sie gesetzt hatte. Und einer der zentralen Punkte war, dem Weiblichen Raum zu geben.

Es stimmt natürlich, dass es in der Bewegung sehr unterschiedliche Einstellungen gab und dass es sehr schwierig war, sie unter einen Hut zu bringen. Aber vielleicht liegt der Reichtum eher in den Nichtübereinstimmungen und Widersprüchen als in einer vorgespiegelten Einigkeit, die in Wirklichkeit etwas verbirgt und unterdrückt, anstatt wirkliche Freiheit anzustreben. Zum Beispiel wurde einmal ein Schild mit der Aufschrift „Die Revolution wird feministisch sein oder sie wird nicht sein“ von einem Jungen heruntergerissen, der anschließend wie ein Gorilla gegen seine Brust trommelte und viel Beifall für diese Aktion bekam. Daraufhin wurden Workshops eingerichtet, in denen erklärt wurde, was Feminismus ist, denn dieses Wort reißt immer wieder Wunden auf und bringt Konflikte hervor. Eine Einheitlichkeit innerhalb von Bewegungen, wie wir sie aus dem 20. Jahrhundert kennen, ist heute nicht mehr möglich, sie ist eine Illusion und führt zu Dingen, die im Endeffekt kein Glück für die Bürgerschaft mit sich bringen.

Wichtig ist noch, dass das Setzen auf Kommunikation und Transparenz zwei Konstanten der Bewegung waren. Beispielsweise wurden die Versammlungen in Echtzeit im Internet übertragen, während die traditionellen Medien eher ausgebootet wurden. In vielen Institutionen wird ja heute auch so getan, als setze man auf Transparenz, doch es gibt dort immer auch legale Tricks, die dunkle Punkte und Betrügereien verschleiern helfen.

Überall waren Frauen und verschiedene feministische Kommissionen präsent, um die Aspekte zu bewahren, die Frauen am meisten interessieren: Dass nicht vergessen wird, die Präsenz von Frauen sichtbar zu machen, dass Menschen und nicht Ideologien ins Zentrum gestellt werden, dass nicht vergessen wird, dass die Bewegung pazifistisch, nicht ausschließend und vielfältig ist, dass all das vermieden wird, was andere Menschen versteckt und abwertet. Außerdem das Achten auf die Umwelt, die Schaffung einer lebenswerteren Stadt, das Respektieren von Differenz, das Schaffen von Unterstützungsnetzen. Das sind alles Themen, für die Frauen großes Interesse gezeigt haben. Und es sind auch die Kernpunkte der Bewegung.

Gegenüber der Anfangszeit hat sich die Bewegung verändert und Gemma Olmo Campillo bleibt auch nach dem Gespräch mit Tania Rodríguez Manglano bei ihrer Kritik daran. Verloren gingen die sichtbare Präsenz der Frauen, die festliche Stimmung und die Energie und Intelligenz der jungen Leute. Den Geist des Anfangs nicht ganz zu verlieren, ist eine große Herausforderung. Die entscheidende Frage ist, ob aus der Bewegung schließlich ein weiterer Männerort wird, der für Gemma dann keinen Sinn mehr macht, oder ein Ort, an dem Frauen und Männer ein fruchtbares Zusammenleben gestalten können mit Raum für Erfindungen und Experimente und einer Welt, in der ein besseres Leben möglich ist.

Mit Geduld und Respekt die politische Kultur verändern

Tania Rodríguez Manglano will die gegenwärtige Revolution nicht aus der Perspektive der Fehler und Irrtümer betrachten, die in ihr auftauchen – sie ist ja selbst ein Teil des gegenwärtigen Prozesses –, sondern will das Überraschende daran hervorheben sowie die weite Öffnung, die sie dadurch bewirkt, dass sie eine neue politische Kultur hervorbringt. Tania erinnert sich an viel Musik, Farben, an Sinn für Humor und an viele glückliche Gesichter. Männer und Frauen schauten einander verblüfft an. Ein Ereignis bzw. eine Reihe von Ereignissen, die ein solches Glücklichsein hervorbrachten, kennt die Autorin sonst nur aus der Erfahrung, wenn Worte mit den Dingen zusammenfallen.

Sie war überrascht, dass durch die Internetkommunikation so viele Menschen zusammenkamen und viele verschiedene Spruchbänder mitbrachten, z.B. „Stolze Mütter, über diese Jugend, die kämpft“; „Wir sind nicht gegen das System, das System ist gegen uns“; „Entschuldigung, hier gibt es keinen Führer, der uns zum Sieg führt“. Sie hatte das Gefühl, dass hier etwas Neues begann, das mit Würde, Gemeinschaft und Differenz zu tun hatte.

Die Kraft und Weisheit dieser Bewegung entstand nicht aus einer spontanen „Empörung“ heraus, sondern aus dem Handeln vieler Frauen und Männer, die in ganz unterschiedlichen Zusammenschlüssen schon einige Monate vorher damit begonnen hatten, die Wut in kreative statt in gewalttätige Aktionen umzuwandeln. Es ist wichtig zu wissen, dass all das nicht aus dem Nichts entstand. Hinter der Bewegung standen der Wille und die Arbeit von vielen jungen und auch weniger jungen Leuten, von vielen unterschiedlichen, aber ganz konkreten Personen. Und die von ihnen ausgestreuten Samen konnten keimen, weil fruchtbare Erde da war. Die Spuren ihrer Arbeit sind in dem, was in der Bewegung gesprochen und getan wurde, deutlich zu erkennen: Spuren von vielen verschiedenen und gegensätzlichen Reflexionen über den Kapitalismus, von der Arbeit vieler Gruppierungen im Laufe der Geschichte, von der Zärtlichkeit und Fürsorge vieler Mütter in vielen Familien, von Erfahrungen mit Gewaltlosigkeit an verschiedenen Orten des Planeten, vom Einfluss des Feminismus, der bewirkte, dass so viele Frauen auf ihren eigenen Füßen mitten auf den Plätzen standen, von dem, was in vielen Gruppen getan wurde, damit die Gewalt in der Stadt in den vergangenen Monaten abnahm, von dem, was auf den Plätzen in Tunesien und Ägypten geschah, vom Widerstand des isländischen Volkes. Es war auch noch ein Echo von der Massenbewegung gegen den Krieg 2003 zu spüren.

Für Tania ist die Stärke dieser Bewegung eher etwas Qualitatives als etwas Quantitatives. Ihre wirkliche Kraft hat sie auf der Ebene des Symbolischen. Die Plätze sind von nun an erfüllt von Werten wie Geduld, Respekt, Lernen, Phantasie und Gemeinschaft. Hier entstand Luft zum Atmen und ein Lächeln blieb zurück. Erkannt wurde die Bedeutung der Sprache und es entstand eine neue Faszination für die Politik der Straßen und Plätze.

Auch wenn viele Frauen an der Bewegung teilnahmen, vor allem im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, geht nicht alles, was gut daran war, auf die Frauen zurück. Viele waren überrascht, dass sich bestimmte Praktiken aus der Frauenbewegung längst auch anderswo eingebürgert und verbreitet hatten. Das gilt für die tiefgehende Kritik an der repräsentativen Demokratie, an der Repräsentanz, für die Bevorzugung von Konsensentscheidungen gegenüber Mehrheitsentscheidungen, für das Zurückgreifen auf den gesunden Menschenverstand statt auf Expertenmeinungen, für ein entwickeltes soziales Bewusstsein, für die Wichtigkeit, aus dichotomen Denkstrukturen auszusteigen und sich nicht vom Dogmatismus einfangen zu lassen, für den Respekt vor der Einzigartigkeit und Verschiedenheit der Menschen, für das Sprechen in erster Person und dem Folgen des eigenen Begehrens und für den Wunsch nach einer Welt mit anderen politischen Praktiken und anderen Seinsweisen. In den Versammlungen gab es vor allem mehr Geduld und Respekt als in anderen politischen Zusammenhängen.

Die Bewegung war ein Einschnitt, der eine Bresche in die überholte Art und Weise, wie in der Linken Politik gemacht wurde, geschlagen hat. Die Aktionen werden nicht von AktivistInnen geplant, entschieden und angeführt, sondern von Personen, von denen die meisten noch gar keine Gruppenerfahrungen haben. Sie schöpfen ihre Kraft nicht aus einem Programm oder einer Ideologie, sondern aus dem Empfinden und Eingebundensein in erster Person in das, was geschieht. Die Ungerechtigkeiten und die Wirklichkeit berühren uns und die Revolution geht durch den Körper. Wir wollen nicht diese Welt zerstören, um eine neue zu bauen, sondern wollen die einzige Welt, die es gibt, neu gestalten, indem wir die Männer und Frauen in ihre Schranken weisen, die sich gegen die Menschlichkeit wenden und die Menschheit gefährden.

Diese Kraft wird neutralisiert, wenn der Bewegung eine Identität zugesprochen wird. Die politischen Parteien und die Medien drängen darauf, einen „richtigen Gesprächspartner“ aus der Bewegung zu bekommen mit seinen Vorschlägen, Programmen und Alternativen. Die Strategie des 15. Mai war jedoch, aus den Machtspielen auszusteigen, um nicht regierbar zu sein.

Der Übergang von der Explosion, Emotion und Katharsis der Puerta del Sol zur politischen Arbeit in den Wohnvierteln ist der Punkt, auf den es ankommt, damit ein lebendiges Band zu den Menschen aufrechterhalten bleibt, die an der Mobilisierung teilgenommen haben. Hier geht es nicht um die Utopie, eine neue Welt zu bauen. Es ist die Einladung an die eine und den anderen, die man meistens noch nicht kennt, mitzumachen und Veränderungen zu bewirken. Diese Arbeit ist gleichzeitig einfach und politisch, beispielsweise den Platz zu verschönern oder dazubleiben, um ihn sauberzumachen, Komitees zu bilden, die nach bestimmten Wünschen und Notwendigkeiten zusammenfinden. Es ist kein Zufall, dass ganz verschiedene Frauen, die mit der Frauenbewegung noch nichts zu tun hatten, ähnliche Vorstellungen darüber hatten, was es bedeutet, die Wohnviertel mit Leben zu erfüllen: Es bedeutet, Beziehungen zu haben und zu pflegen, was ja deshalb wichtig ist, weil die Versammlungen die politischen Beziehungen sind, die aus zwei und zwei und drei und drei entstehen, weil wir so ein Netz von Beziehungen weben. Und das ist es, wodurch eine Stadt sichtbar wird.

Diotima, La festa è qui, Napoli 2012, 175 S., € 16,99

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Autorin: Dorothee Markert
Redakteurin: Dorothee Markert
Eingestellt am: 25.09.2014
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Elfriede Harth sagt:

    Liebe Dorothee, herzlichen Dank fuer diesen Beitrag. – Es weht ein frischer Wind in Spanien. Den Eindruck habe ich ebenfalls gewinnen koennen. Inmitten der Krise haben sich viele Menschen, besonders auch gerade junge Menschen, zusammen getan und erfinden sich neu.Es hat viel von Aufbruch. Vor zwei Tagen haben die Frauen einen grossen Sieg errungen. Die geplante Kontra-Reform des Abtreibunggsestzes ist vom Regierungschef Rajoy endgueltig zurueckgenommen worden. Der Widerstand dagegen kam sogar aus seiner eigenen Partei (Volkspartei). Nun ist der Justizminister Ruiz Gallardon, zurueckgetreten. Fuer ihn war dieser sehr restriktive Gesetzesentwurf, der Spanien um 30 Jahre zurueckgeworfen haette, sein wichtigstes politisches Anliegen. Die Bewegung fuer ein Bedingungsloses Grundeinkommen waechst, ebenso die Idee einer Postwachstumsgesellschaft… Es bewegt sich viel.

  • Ute Plass sagt:

    Danke, Dorothee Markert, für diesen aufbauenden Beitrag.
    Bin zutiefst beeindruckt von der inneren Einstellung und Haltung der Menschen, mit der sie sich den, alles andere als
    einfachen, Verhältnissen stellen und neue Lebenspraktiken miteinander einüben. Großartig und ermutigend, dass nicht (mehr) auf eine ‚Politik von oben‘ gewartet und vertraut sondern sprichwörtlich in die eigenen Hände genommen wird.

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