beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Rubrik Blitzlicht

Blick nach vorne – und zurück

Von Juliane Brumberg

Foto: Juliane Brumberg

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Erwartungen und Rückblick liegen zum Jahreswechsel in der Luft. Fangen wir an mit dem, was kommt: Gleich im Februar veranstaltet beziehungsweise-weiterdenken eine kleine Tagung. Unter dem Motto „Sich verständlich machen?“  laden wir von der Redaktion nach Frankfurt ins Evangelische Frauenbegegnungszentrum ein, und zwar am Samstag, den 28. Februar 2015. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Leserinnen und Freundinnen des Forums darüber nachzudenken, warum es oft so schwierig ist, richtig verstanden zu werden.

Hier im Forum haben wir in der Regel schon das Gefühl, verstanden und geschätzt zu werden. Das zeigt ein kleiner Blick in die Statistik. Durchschnittlich werden 300 – 600 mal am Tag bzw-Artikel angeklickt. Insgesamt hat es für die 586 Artikel, die in den acht Jahren unseres Bestehens eingestellt wurden, nun schon über 513 000 Klicks gegeben, das ist mehr als eine halbe Million. Und unsere Leserinnen denken mit und weiter: das zeigen die vielen Kommentare. Es gibt also ein großes Bedürfnis, darüber nachzudenken, wie das Zusammenleben der Menschen gut geregelt bzw. verbessert werden kann. Unser Forum zeigt, dass Frauen sich dafür oft andere Orte und andere Themen suchen, als die herkömmlichen Angebote.

Wohl mit der größte Wunsch ist der Wunsch nach Frieden. Gerade zum Jahreswechsel wird er überall von Politikerinnen und Politikern heraufbeschworen. Und gleichzeitig wird weiter viel Geld in Waffen und militärische Ausrüstung investiert. Zu diesem Thema hat mich sehr nachdenklich gemacht, was Christina Thürmer-Rohr, eine wichtige deutsche Frauenforscherin, unlängst in einer Gesprächsrunde gesagt hat: „Die Kriege, die zur Zeit stattfinden, sind Männerkriege. Warum sagt das niemand?“ und weiter „Es wäre wünschenswert und toll, wenn eine weltweite Frauenbewegung einen Aufschrei formulieren würde gegenüber diesen Kriegen, denn diese Kriege sind Männerkriege.“ Ein Anstoß, von dem es sich lohnt, weiter darüber nachzudenken.

 

Autorin: Juliane Brumberg
Redakteurin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 05.12.2014
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Ute Plass sagt:

    „Die Kriege, die zur Zeit stattfinden, sind Männerkriege. Warum sagt das niemand?“
    So wie Christina Thürmer-Rohr das sagt, sagen es wohl auch andere Frauen (und verschiedentlich auch Männer). Allerdings nicht laut genug und überall.
    Umso wichtiger der Anstoß zu einer weltweiten Frauenbewegung, die einen Aufschrei gegenüber diesen Kriegen
    formuliert.
    Vielleicht auch hier: http://friedenswinter.de/aufruf/ ?!

  • Ute Plass sagt:

    Eine von vielen Möglichkeiten, den notwendigen Aufschrei zu thematisieren:

    https://www.oedp-forum.de/bb/showthread.php?tid=505&pid=2154#pid2154

  • Bari sagt:

    Ja, im Grunde Stimme ich zu, es sind Männerkriege, aber was ist mit den Frauen in den verschiedenen Armeen? Trotz des ernsten Themas fand ich es „witzig“, dass die Kämpfer der IS Angst haben von einer Frau getötet zu werden.

  • Ute Plass sagt:

    @Bari – auch wenn mittlerweile Frauen in verschiedenen Armeen mit kämpfen und töten, so sind es doch immer noch
    „Männerkriege“. Ich denke, dass diese Kriege ein Spiegelbild der Männlichkeitskrise sind, in denen Männer
    versuchen ihre traditionellen Rollenbilder zu verteidigen um ihre alte Autorität zurück zu gewinnen, die ihnen in einer globalisierten Welt (auch durch ökonomische Ausbeutung ihrer angestammten Regionen) verloren gegangen ist. Die Überlegenheits- wie Beschützerrolle können sie Frauen u. Kindern gegenüber nicht mehr einnehmen, was bei nicht wenigen Männern zu einer Zunahme von Gewalt führt.
    Dieses Phänomen zeigt sich ja auch in unseren Breitengraden, dass Männer ohne gesellschaftliche soziale
    Anerkennung oft in den Familien gewalttätig werden.

    Frauen, die sich z.B. einer IS anschließen tun dies mutmaßlich auch aus Gründen der Aufwertung,
    wiewohl das im alten Rollenverständnis ja schizophren erscheint. Doch ist es nicht so, dass die altbekannte (patriarchale) Welt sich in einem ver-rückten Zustand und gewaltsamen Übergang befindet?.
    Welche ’neuen Welten‘ sich auftun werden, dürfte auch sehr davon abhängen, welche Gestaltungsmöglichkeiten Frauen gewährt bzw. sie selber ergreifen werden.

  • Ich kann zum Thema Männerkriege Claudia von Werlhofs „Planetare Bewegung für Mutter Erde“ (webmaster@pbme-online.org)sehr empfehlen. Denken wir an die neueste Militärtechnik Haarp. Darüber hat Rosalie Bertell ein Buch geschrieben:“Kriegswaffe Planet Erde“
    Und gerade ist das Buch mit dem Titel „Warum die Sache schief geht. Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um die Zukunft bringen“ von Karen Duve erschienen. Der Titel sagt wohl schon viel.
    Leider wird der Aufschrei von Frauen kaum publik gemacht und wahrgenommen.

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