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Frauenaktionen bei „Blockupy“ am 18. März

Von Elfriede Harth

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Seine Einweihung am 18. März soll „von unten umfunktioniert“ werden: Das neue EZB-Gebäude in Frankfurt. Foto: Antje Schrupp

„Von unten umfunktioniert“ werden soll die für den 18. März angesetzte Einweihungsfeier des neuen Gebäudes der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Am 18. Januar trafen sich zur Vorbereitung gut 200 Menschen im DGB-Haus.

Dieser Mittwoch im März, wenn sich die herrschenden Eliten aus der Politik- und Finanzwelt der Europäischen Union selbst feiern wollen, soll zu einem Tag des Widerstands von unten gegen Sparpolitik, Kürzungsprogramme, Verarmung, Umverteilung von unten nach oben, Ausbau der „Festung Europa“ werden.

Blockaden sollen für die Feiernden den Zugang zum Gebäude der EZB erschweren. Ebenfalls geplant sind eine Kundgebung mit Kulturprogramm an einem zentralen Ort in Frankfurt (vielleicht an der Oper oder am Römer) sowie eine Demonstration durch die Stadt. Es werden zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten aus dem In- und Ausland in der europäischen Bankenmetropole Frankfurt erwartet.

Da ich nun in Frankfurt wohne, habe ich an dem Treffen teilgenommen und mich in die „Arbeitsgruppe Frauen“ eingebracht. Den 14 Teilnehmerinnen war es wichtig, dass bei allen geplanten Aktivitäten Frauen und ihre Sicht der Dinge sichtbar werden. Zu diesem Zweck soll es einen kulturellen Beitrag geben, der an die Rolle der Frauen in der Kommune von Paris erinnert – der 18. März ist nämlich genau der 144. Jahrestag des Aufstands der Kommune, an der Frauen sich sehr aktiv beteiligt haben.

Außerdem wird „ein queer-feministischer Frauenblock“ an prominenter Stelle am Demonstrationszug teilnehmen, unter Umständen in einer zu kreierenden Choreographie, also tanzend. Dabei könnten neben den Bannern der unterschiedlichen feministischen Initiativen oder Frauenorganisationen auch bestimmte Requisiten verwendet werden, wie zum Beispiel Besen und Schrubber (vielleicht unter dem Motto: „Wir fegen den Kapitalismus weg!“).

Wir haben noch weitere Ideen diskutiert, zum Beispiel könnten bei der Blockade vor Hotels, vor Banken oder sonstwo mit Kaffeesatz „beschmutzte“ Windeln abgelegt werden (als Hinweis auf die Bedeutung von Care), oder ein Flashmob könnte aufgeführt werden oder oder oder. Es bleiben noch acht Wochen Zeit, um die konkreten Einzelheiten festzulegen.

In den kommenden Tagen soll ein Aufruf veröffentlicht werden, um weitere Frauen und mit ihren Anliegen und Sichtweisen sympathisierende Menschen zur Teilnahme eizuladen. Das nächste Vorbereitungstreffen in Frankfurt findet am  22. Februar statt, nähere Informationen unter http://blockupy.org/

 

Autorin: Elfriede Harth
Redakteurin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 19.01.2015
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Ute Plass sagt:

    Die „Beschmutze Windel-Aktion“ finde ich klasse, drückt sie doch sinngemäß aus: ‚Wir scheissen auf euer Geld‘

    Könnte mir aber auch noch ein großes Transparent mit folgender Botschaft vorstellen:
    „Immer daran denken:
    Als kleine Scheisserl seid ihr auf die Welt gekommen und als
    kleine Scheisserl werdet ihr sie auch wieder verlassen!“

    Jedenfalls ganz toll die Aktionen rund um die ‚große Scheiße‘ von der die sog. Eliten meinen, daraus Geld machen zu können. 🙂

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