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Meine Eindrücke von unserem Treffen „Sich verständlich machen?“

Von Ulrike Monecke

Nach dem Bericht von Juliane Brumberg hier noch ein subjektiver Rückblick auf die Tagung in Frankfurt, zu der wir von der bzw-Redaktion eingeladen hatten.

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Beim Fishbowl-Gespräch

Es schreibt Ulrike, mo, aus Berlin

die Frau, mit dem Theaterstück, die eher gegangen ist …

ich bemerke, dass ich schreibe „unser Treffen“ …

das berührt mich ….. und erzählt darüber, wie ich mich gefühlt habe

und es erzählt auch etwas über die Struktur des Tages

ich habe die „Veranstaltung“ als wohltuend offen empfunden

also ….. das Verhältnis zwischen Tagesordnungspunkten und Intuition war ausgewogen für mich

ich war erfreut, dass ich mich – obwohl ich fast keine kannte – vertraut fühlte

eine vertrauensstiftende Atmosphäre war im Raum …. Interesse eben ….

ich hatte zwar Vertrauen mitgebracht, war aber auch unsicher und  kenne mich auch so, dass ich schnell ins Misstrauen gehe, wenn ich zu viel Hierarchie oder Desinteresse spüre

da war ein Haufen Frauen, die alle freiwillig gekommen waren …. weil sie ein Interesse hatten ….  eine Sehnsucht …..

und was für ein Haufen … beeindruckend unterschiedliche Wesen !!!

es war mir eine Freude, so viele unterschiedliche Gedanken zu hören und nachempfinden zu können

die Frauen, die im Vorfeld alles organisiert und strukturiert hatten … herzlichen Dank an dieser Stelle !!!!! …… haben angenehm transparent die Struktur vorgeschlagen und waren geduldig, entspannt und begeistert

oh …. welche Freude !!!

für mich war es so, dass ich das Gefühl hatte, dass ich kann, aber nicht muss

ich war selbst erfreulich entspannt und habe mir den Luxus gegönnt, meine Unsicherheiten wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten

so etwas ist bei mir ein Highlight und spricht Bände für die Atmosphäre ….

also erstmal vielen Dank an Euch Teil-Nehmerinnen-und-Teil-Geberinnen ….

und : ein Geständnis : „Ich liebe kluge Frauen !“

grins

so ….

ich werde jetzt meine Eindrücke, empfangenen Anregungen und Gedanken in der real erlebten Reihenfolge des Tages, in Stichpunkten ….. formulieren…………….

– Differenz ….. „die Differenz“ irgendwann als so begehrenswert empfinden können, wie momentan „die Harmonie“ …

– Vertrauen in die Welt setzen, dass ich verstanden werde

– das Fremde …. wie bei der Differenz …. begehren können

– Danke, ihr „Italienerinnen“ ….. grazie bellissi-ma’s !!! vor-Denkerinnen !!!

– ver-mitt-eln …. der Raum dazwischen …..

– Ermutigungen ….

– wie und warum ändern Menschen ihre Überzeugungen ….

– Überzeugungen ….. über-zeugen ….. Zeugen?……..   Zeuginnen !!!  …. ihr Vorhandensein ….. hilft ….. mir.

– das Zitat von Simone Weil :

„Es ist anstrengend und bedarf großer Aufmerksamkeit, eine neue Idee zu begreifen.“

oh ja ….

was für ein Satz !!!  …. dieser Gedanke führt mich sanft und respektvoll in die Geduld ….

– und das große Geheimnis:

„wie entsteht Aufmerksamkeit“ ?

ich wünsche mir, dass mir diese Frage immer wieder, in den unterschiedlichsten Kontexten ein-fällt …. so dass ich eine gute Atmosphäre gestalten kann, die aus den Antworten auf diese Frage besteht.

– Wohlwollen, Freundschaft, Sympathie – Mitgefühl ….

– einen Schritt zurückgehen, um den Raum zu erkennen

– eine Brücke zwischen

– „Es“ erstmal hinlegen und angucken

– Muse haben …. Pausen machen …. mich nicht hetzen lassen …. darauf vertrauen, dass „Es“ aufsteigt ….

– ich lasse mich auf mein Gegenüber ein

– ich muss das Risiko eingehen, dass sich das Eigene verändert …..

– meiner Intuition vertrauen – wenn ich zum Beispiel bei einem Wort die mehrfache Belegung kenne, dann ist es günstig, die konkret gemeinte Bedeutung nochmal zu umschreiben, um „unerwünschte“, vom Thema wegführende Assoziationsketten bei meiner Gesprächspartnerin gar nicht erst entstehen zu lassen.

– mich einfach ausdrücken

– nicht nur mein Thema durchziehen, sondern auch eine Wahrnehmung haben, ob mein Gegenüber aufnimmt …. und wenn nicht, darauf eingehen

…. Fragen stellen und den Antworten zuhören …

– „der Punkt, wo Interesse in Gleichgültigkeit umschlägt“ …..

oh ….. den Mut haben ….. das wahrzunehmen und es zu sprechen …. in einem zugewandten Tonfall

– echtes Fragen ist eine große Kunst ….

– ein Spielbrett und zwei unterschiedliche Spielregeln …. z.B.  Dame und Mühle

– mich zeigen ….. meine Sichtweise klar darlegen

meine Vision, meine Verletzung, meine Sicht, meine Angst  ….

– das Vertrauen üben !!!! immer wieder !!!

– eine sagte:

„die eigenen Dinge in die Welt stellen, dann kann ich mich selbst wieder zurückstellen ….“

wie schön …

– der Unterschied zwischen nicht verstehen können und nicht verstehen wollen

– der Tonfall, in dem jemand formuliert „Ich verstehe Dich nicht“

– der Unterschied zwischen Inhalt und Form

– der Unterschied zwischen verstanden werden wollen und wahrgenommen werden wollen …

– Wohlwollen – Menschen öffnen sich, wenn sie lieben

– ein richtiger Streit – geliebte Feindin – mit fairen Mitteln nach gemeinsamen Regeln kämpfen …

– die Lästerrunde ….. verstärkt (mit einer wohlwollenden Absicht) das Zugehörigkeitsgefühl. Lästern als eine Art Verdauung und aktiver Stressabbau, Dampf ablassen …. „da ist immer eine, die vermittelt“

– Kritikfähigkeit, Streitkultur ….

– mir selbst zutrauen, dass ich mich vertreten kann

– der anderen zutrauen, dass sie mich verstehen will

– der Unterschied zwischen wahrnehmen und akzeptieren

– ich denke über das Wort „ver-stehen“ nach und das „ver“ klingt für mich so negativ, dass ich das Gesamtwort gar nicht mehr erfassen kann

da sagt eine Frau – aus der Schweiz – dass sie das „ver“ im Sinne einer Diagonale, einer Raute, versteht …. als Bewegungsimpuls

ich bin glücklich …. dass macht mir ein neues Tor auf … Danke

DARÜBER würde ich mich gerne meeeehr austauschen …. über diese „ver’s“

da stolper ich gerne drüber und manchmal lass ich mich total ablenken und vergess meinen eigentlichen Impuls … grins

–  … bei der Auswahl der Vorschläge für das Forumtheater greift mich besonders ein Beispiel

eine Frau erzählt, dass sie oft für die weibliche Sprache eintritt und wenn dann eine sagt, das ist mir egal, dass bei ihr dann die Kraft raus ist

…. das finde ich spannend, weil ich dieses Prinzip gerade  an mir selbst erkannt habe

dass ich total traurig, sauer, zornig, müde usw. werde, wenn jemand so und so reagiert und nicht so oder so

ich liefere mich dieser Person aus und mache mich damit aktiv abhängig und die andere für meinen Zustand verantwortlich

ich bin nicht mehr in meiner Kraft, weil jemand nicht so reagiert, wie ich es gerne hätte

….

dafür ist dann allerdings nicht die andere verantwortlich, sondern ich selbst, weil ich nicht mit der Realität umgehe, sondern abhängig bin von der Vorstellung, wie ich es am allerliebsten hätte ….

ein interessantes Phämonen … grins

– persönliche Erlebnisse sind viel verständlicher als theoretische Abhandlungen

– auf welche Verletzungen treffen meine Worte ?  ….. dieses Feld wahrnehmen und nicht automatisch in die Verteidigung gehen

………………..

soweit meine Assoziationen

dieses Treffen hat mich sehr bereichert und ich freue mich an dieser Stelle nochmal öffentlich, dass es diese wunderbare Website gibt !!!

Danke !!!

freue mich über konkrete Gedanken zum Thema „ver“

….. antwortung, ….ständnis, ……pflichtung, …. fügung, …. teidigung, …. stand …… lockung ….

herzliches Zuwinken

 

Autorin: Ulrike Monecke
Redakteurin: Dorothee Markert
Eingestellt am: 19.03.2015

Kommentare zu diesem Beitrag

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Meine Traurigkeit, nicht teilnehmen haben zu können, ver-fliegt nach dem lesen dieses „fast poetischen Textes“. Mehr noch: es bereitet(e) mir allergrößtes Ver-Gnügen. Ein Dank in diese unsere Frankfurter Welt!

  • Gré Stocker-Boon sagt:

    Frau hat einfache und mehrfache Talenten.Welche Profile und welche lebensgeschichtlichen Daten spielen da eine Rolle? Und wie verläuft die Talententwicklung? Welche Faktoren wirken unterstützend und welche verhindern?Sind die Begabungsfaktoren immer noch mit beruflichen und betrieblichen Hintergrund verknüpft?Und welche Rolle spielen Gesundheit,zivilgesellschaftliches Engagement,usw.auf neue Kompetenzen?Ich war eingeladen am Dienstag in Zuerich,an eine Schweizerische Expertise(Dossier)von Prof.Dr.Margrit Stamm,teilzunehmen und habe mitgeschrieben.(Talente und Expertise der Babyboomer)Forschungsinstitut Swiss Education,Bern.Denn wir sind eingeladen einen Perspektivenwandel vorzunehmen.Besonders im Dritten Lebensalter.Das Dossier heisst dann auch: Potenziale im Alter(n): Unausgeschöpfte Talent-und Expertisereserven.Es grüsst: Gré

  • Hallo liebe Ulrike, danke für diesen wunderschönen Text. Ich musste oft lächeln, weil ich ähnliche Gefühle kenne, obwohl ich nicht mal da war, aber in anderen Gruppen. Dein Text hat mir geholfen, selbst noch weiter denken und handeln zu können und mich freier zu fühlen (seltsam wie schnell das geht, richtig? aber wunderschön). Daher danke!

  • Bettina sagt:

    Danke, liebe Mo, für diesen Text! Es freut mich besonders, weil ich sonst auch gerne meine Eindrücke aufschreibe, mich diesmal nach meiner etwas verfrühten Abreise gleich wieder in Korrekturarbeit gestürzt habe und ohne Deine Erinnerung vieles wieder in Vergessenheit geraten wäre oder zumindest vorübergehend verschüttet. Ja, es war eine sehr schöne Tagung! Ich bin froh, dass ich dabei war! Danke an die Organisatorinnen, Danke an die Chronistinnen, Schreiberinnen der Frauengeschichte seid Ihr!

  • Ute Plass sagt:

    „..dass ich total traurig, sauer, zornig, müde usw. werde, wenn jemand so und so reagiert und nicht so oder so

    ich liefere mich dieser Person aus und mache mich damit aktiv abhängig und die andere für meinen Zustand verantwortlich

    ich bin nicht mehr in meiner Kraft, weil jemand nicht so reagiert, wie ich es gerne hätte“

    Das ist immer wieder neuer ‚Stoff‘ zum Weiterspinnen 😉

  • Juliane Brumberg sagt:

    Liebe Ulrike,
    wie anregend, von derselben Tagung ganz ähnliche und ganz andere Erinnerungen, als die Eigenen zu lesen. Danke Dir für’s aufschreiben. Und alles trägt dazu bei, die Eindrücke zu bewahren. Wie schön, dass Ihr zu so vielen gekommen seid und unsere Gedanken weiterspinnt.

  • liebe Frauen
    vielen Dank für Eure „Rück-fütterung“ , euer feedback
    fräut mich sehr !!!
    …. bin z.Z. selten im Netz und jetzt erstmal bis Ende April gar nicht
    falls eine sich für die „Ver’s“ interessiert, würde mich das sehr freuen
    gemeinsam forschen ….
    …. die „Ver’s“ …. das „Ver’s-mass“
    damit ES selbst-ver-ständlich wird …
    was ? …. auch immer !!!
    grins
    herzliches Zuwinken
    Ulrike …. mo

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