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Rubrik Blitzlicht

Neue Reihe: E-Books mit wichtigen feministischen Texten

Von Antje Schrupp

cover SottosopraKurz vor unserem zehnten Jubiläum (das wir im Januar mit einer Tagung in Frankfurt feiern werden) haben wir hier bei bzw-weiterdenken ein neues Projekt gestartet: Wir bringen wichtige feministische Texte als E-Books heraus.

Damit reagieren wir auch auf ein wachsendes Interesse jüngerer Feministinnen an den Anfängen der Frauenbewegung und auch an den Grundlagen des italienischen Differenzfeminismus. Viele dieser Texte sind leider nur noch schwer auffindbar, da die entsprechenden Sammelbände vergriffen sind und viele feministische Zeitschriften nicht mehr bestehen.

Den Anfang machen wir mit einem wichtigen Ursprungstext des Mailänder Frauenbuchladens, dem „Grünen Sottosopra“, das 1983 unter dem Titel „Mehr Frau als Mann“ erschienen ist. Geschrieben hat es eine Gruppe von Frauen, von denen wir nicht einmal die Namen kennen, wie das zu Beginn der Frauenbewegung üblich war. Die Gruppe gehörte damals zum Mailänder Frauenzentrum, fand aber später dann in der Libreria delle donne eine neue politische Heimat. Das grüne Sottosopra war eine der maßgeblichen Grundlagen für eine neue Richtung der Frauenbewegung, die sich von einer „Politik der Forderungen“ und dem Fokus auf Gleichstellung löste und sich einer Politik der Beziehungen unter Frauen zuwandte, die unter dem Stichwort „Affidamento“ auch in Deutschland viele inspiriert hat (unter anderem uns hier :)). Für die historische Einordnung hat Dorothee Markert ein Nachwort geschrieben.

Ihr findet das E-Book für 99 Cent in den gängigen Online-Buchläden, also bei Amazon im Kindle-Format und in anderen Buchhandlungen, zum Beispiel Thalia.de, im EPUB-Format.

Für diejenigen unter euch, die jetzt neugierig geworden sind, aber keine E-Books mögen: Das ist zumindest bei diesem Text kein HIndernis. Denn das grüne Sottosopra ist auch abgedruckt in dem 1995 erschienenen Buch „frauen-lehren“ im Christel-Göttert-Verlag, das für 7,50 € noch immer zu beziehen ist.

Vielleicht entwickeln wir die Reihe auch fort, indem wir wichtige Texte aus unserem Fundus hier, unter denen ja auch viele Übersetzungen sind, teilweise auch historische, thematisch gruppieren und als kleine Sammelbändchen herausbringen. Mal sehen. Schreibt uns eure Ideen, Wünsche und Vorschläge.

Autorin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 12.09.2016
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Elfriede Harth sagt:

    Tolle Idee! Aber möglichst nicht bei Amazon kaufen.

  • Elisabeth Bossart sagt:

    Die Idee der „alten“ Texte ist genial. Umso mehr als die Texte immer noch voll aktuell sind

  • Cornelia Roth sagt:

    Super! Genau das wird gebraucht!

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Mariarosa Dalla Costa/Selma James
    Die Macht der Frauen und der Umsturz der Gesellschaft

    Antje, ich habe spontan in mein Bücherregal geschaut und
    fand dort den Band im Zusammenhang mit der Internationalen
    Marxistischen Diskussion 36, Merve Verlag. Während meiner Studienzeit haben wir in Arbeitsgruppen in den 80er Jahren
    mit dem Band gearbeitet.

  • Antje Schrupp sagt:

    @Johanna Helen Schier – Den Text kenne ich gar nicht: Hast du vielleicht Lust, für dieses Forum etwas darüber zu schreiben? Was drin steht, warum du das wichtig findest usw.?

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Antje,NEIN,ich habe meine Aufzeichnungen und Notizen von 1982 nicht archiviert und … nach fast 34 Jahren
    möchte ich meine ehemaligen Studienkollegen_innen nicht kontaktieren. Das ist aber auch gar nicht notwendig!
    Ich wusste nicht, wie aktuell das Thema immer noch ist.
    Siehe da: Translib. Communistisches Labor. 6 laufende Lektürekurse und Arbeitsgruppen. Archiv und Materialien.
    Protokolle vom Lesekurs „Geschlecht und Arbeit“. Hier:
    Protokoll vom 14.6.14. Die Lektüregrundlage ist
    Mariarosa Dalla Costa und Selma Jones: Die Macht
    der Frauen und der Umsturz der Gesellschaft. Internationale
    Marxistische Diskussion 36. Merve Verlag, Berlin 1973

  • Nach zugegebenermaßen kurzer Recherche scheint mir der Text „Abschied von der liebgewordenen Heimat ‚Diskriminierung’? in: Frau ohne Herz 30/1992“ von Lising Pagenstecher, den Dorothee Markert in ihrem Text „Stark sein in der Differenz, statt Diskriminierung anzuprangern“ als „sehr wichtig für mich, um nicht in einer „uns einenden Negativheimat“ stecken zu bleiben“ bezeichnet, nicht leicht online zugänglich zu sein. Den würde ich gern lesen.

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