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Vergewaltigung und Geschlecht oder: Denk nicht an einen Elefanten!

Von Antje Schrupp

vergewaltigungMitte der 1980er Jahre, ich war Anfang zwanzig, unterhielt ich mich bei einem Klassentreffen mit einem ehemaligen Mitschüler. Ich hatte gerade meine ersten Studiensemester in Frankfurt hinter mir und dabei den Feminismus entdeckt – in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen war, hatte es so etwas nicht gegeben, in der Schule natürlich auch nicht.

Mit dem Eifer einer Frischbekehrten stand ich also auf einem Balkon und erklärte diesem jungen Mann, den ich seit zehn Jahren kannte, dass alle Männer potenzielle Vergewaltiger sind. Ich kann mich noch an seinen ungläubig-entsetzt-furchtsamen Blick erinnern, mit dem er fragte: „Du meinst wirklich, jeder Mann? Auch ich?“ – „Ja, auch du!“ Woran ich mich auch erinnern kann, ist das Gefühl meiner eigenen Überheblichkeit, der Überheblichkeit einer Erleuchteten gegenüber denen, die noch gedanklich im finsteren Mittelalter kleben.

Vergewaltigung, schreibt Mithu M. Sanyal in ihrem neuen Buch, ist das am stärksten „gegenderte“ Verbrechen. Im Rahmen einer patriarchalen Ordnung war das so, in der weibliche Sexualität als passiv und männliche als aktiv definiert war. Aber es ist auch in den Erzählungen der Frauenbewegung so geblieben: Vergewaltigung gilt als „das Verbrechen des Patriarchats“ schlechthin, ja sogar als das hauptsächliche Mittel, mit dem Männer Frauen in Schach halten.

Mithu M. Sanyal, die schon mit ihrem ersten Buch „Vulva“ ein kulturelles Tabu bearbeitet hat (und von der wir hier im Forum auch bereits Texte veröffentlicht haben), hat jetzt also ein zweites heißes Eisen in Angriff genommen. Dabei stellt sie vermeintlich selbstverständliche Narrative, auch feministische, auf den Prüfstand. Sie fragt: Was genau unterscheidet denn eine Vergewaltigung von einem anderen Gewaltverbrechen? Welche Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit werden durch die Debatte über Vergewaltigung immer wieder erneut verfestigt? Warum, zum Beispiel, glauben immer noch viele, eine Frau sei im öffentlichen Raum besonders gefährdet, während in Wirklichkeit das Risiko von Männern, Opfer einer Gewalttat zu werden, viel größer ist? Warum warnen wir nicht die Jungen davor, sich nachts auf die Straße zu wagen?

Aktuelle Beispiele, anhand derer sich die symbolische Ordnung heutiger Vergewaltiungsdiskurse untersuchen lässt, gibt es zur Genüge; von der erneut aufgeflammten Debatte über Roman Polanski bis zur Silvesternacht von Köln, von Gesetzesinitiativen wie „Nein heißt Nein“ bis zur Anklage gegen Gina Lisa Lohfink wegen Falschbeschuldigung. Vor allem eine Vorstellung hält sich dabei hartnäckig: dass eine Vergewaltigung nicht nur den betroffenen Menschen konkret verletzt, sondern in irgend einer Weise auch die „Weiblichkeit“ der Opfer beschädigt, sofern es Frauen sind.

Früher war es die Ehre, die „Anständigkeit“ einer Frau, von der ihre Weiblichkeit abhing und die durch eine Vergewaltigung zerstört wurde. Frauen, deren Lebenswandel bürgerlichen Normen widersprach, konnten daher in der Logik einer vorfeministischen symbolischen Ordnung qua Definition nicht vergewaltigt werden: Sie hatten ja keine Ehre, keine „legitime Weiblichkeit“, die ihnen durch eine solche Tat genommen werden konnte. Dass diese Sichtweise keineswegs bloße Geschichte ist, zeigte sich in der Berichterstattung über Gina Lisa Lohfink, deren „Huren-Stigma“ sowohl im Prozess als auch in dessen medialer Darstellung permanent aufgerufen wurde.

Doch auch die feministische Vorstellung, wonach Vergewaltigung ein spezieller Auswuchs des Patriarchats sei, fügt dem Angriff auf die körperliche Selbstbestimmung des Opfers sozusagen einen zusätzlichen Angriff auf dessen „Weiblichkeit“ hinzu. Mitunter führt das zu Erwartungshaltungen gegenüber Betroffenen, das Erlebte auf eine bestimmte Art und Weise zu verarbeiten – zum Beispiel, wenn sie nicht genügend oder nicht richtig „leiden“. Manchmal wird ihnen dann vorschnell unterstellt, etwas zu verdrängen. Und oft tut die öffentliche Empörung über eine Vergewaltigung der Betroffenen sogar deutlich mehr Gewalt an als die Tat selbst – so geschehen bei Samantha Geimer, dem Opfer im Fall Polanski.

Ich habe in Sanyals Appell, das Thema Vergewaltigung nicht ständig direkt an die Kategorie Geschlecht zu binden, Parallelen zu meinen eigenen Überlegungen in Bezug auf Care gefunden. Eine Vergewaltigung ist ein Übergriff, der die sexuelle Selbstbestimmung einer Person missachtet. Und das ist so, ganz unabhängig davon, welches Geschlecht die beteiligten Personen haben. Ebenso wie Care eine Tätigkeit ist, die Menschen füreinander leisten (müssen), und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht. Ja, es stimmt, dass derzeit in der Realität viel mehr Frauen vergewaltigt werden als Männer, und dass noch viel mehr Vergewaltigungen von Männern begangen werden als von Frauen. Genauso wie es stimmt, dass Care-Arbeit weit davon entfernt ist, „geschlechtsneutral“ unter Menschen aufgeteilt zu sein.

Aber wenn wir in unserem Engagement für eine Veränderung dieser Zustände selbst immer wieder diese Verbindung aufrufen, dann ist das vielleicht genauso kontraproduktiv wie die Aufforderung: „Denk nicht an einen Elefanten!“

Erst wenn wir uns davon lösen, Frauen und Männer in einem bestimmten vorgefertigten Verhältnis zueinander zu sehen, sind wir frei, um darüber nachzudenken, was im Fall einer Vergewaltigung tatsächlich geschieht. Wie wir selbst das interpretieren und einordnen wollen – und zwar sowohl „wir“, die wir an einer neuen, postpatriarchalen symbolischen Ordnung arbeiten, als auch „wir“ im Sinne von: diejenigen von uns, die eine Vergewaltigung erlitten haben. Und wir können feststellen, dass es sich um eine vielschichtige und komplexe Angelegenheit handelt, deren Bedeutung nicht von vornherein gegeben ist, sondern die wir mit prägen. Und entsprechend sind wir mit verantwortlich für das, was dabei an Narrativen herauskommt.

Um wieder zur anfangs geschilderten Episode zu kommen: Natürlich ist so ein Satz wie „Jeder Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger“ rein logisch richtig. Aber in den meisten konkreten Situationen ist er eben auch sinnlos. Weder hilft er potenziellen Opfern, Gefahrensituationen richtig einzuschätzen, noch hilft er dabei, kulturell zu vermitteln, warum die Achtung vor der sexuellen Selbstbestimmung aller Menschen für ein gutes Leben unverzichtbar ist.

Jedenfalls hat Mithu M. Sanyal hier erneut ein weitgehend tabuisiertes Phänomen kulturwissenschaftlich durchgearbeitet. Und das ist absolut lesenswert!

Mithu M. Sanyal: Vergewaltigung. Nautilus Flugschrift. 238 Seiten. 16 €

PS: Am Samstag, 22. Oktober, werde ich im Rahmen der Reihe „Open Books“ während der Buchmesse mit Mithu über das Buch sprechen: um 17 Uhr im Haus am Dom

 

Autorin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 28.09.2016
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Cindy sagt:

    Ich empfinde diesen Beitrag als Katastrophe für alle Frauen wie mich, die sexuelle Gewalt erleben mussten.

    Gewalt ist immer schlimm, egal gegen was oder wen. Da stimmen wir überein.

    Vergewaltigung kann und darf allerdings nicht vom historischen Kontext „gelöst“ werden; sie war und ist ein Machtinstrument, um Frauen weltweit zu besitzen, sie zu unterwerfen und ihnen ihre Freiheit und Autonomie zu zerstören. Das ist ein Fakt.
    Wann haben wir uns davon verabschiedet, mutig und klar zu benennen, was uns Frauen schadet? Der Moment scheint jetzt gekommen. Dabei sprechen wir doch erst einen Augenblick all das Leid aus, das wir unser Leben lang erfahren müssen.

    Es ist nicht „eine Person“, die von ihrem Ex-Freund immer wieder vergewaltigt wird. Es ist nicht „eine Person“, die von einer Gruppe von Männern vergewaltigt wird, weil sie nicht dem gängigen Rollenklischee entspricht und ihr das Lesbisch sein ausgetrieben werden soll. Es ist nicht „eine Person“, die darum kämpft, dass das ihr angetane Verbrechen auch als solches wahrgenommen und verurteilt wird (https://www.facebook.com/feministischeparteidiefrauen/posts/1802465710037388). Es ist nicht „eine Person“, die gerade irgendwo auf der Welt sitzt und sich fragt, ob sie das Kind ihres Vergewaltigers zur Welt bringen möchte.
    Es ist eine Frau.

    „Jeder Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger“ – das ist ein so wichtiger Satz. In einer Zeit, in der nur noch von „Menschen“ und „Personen“ im Zusammenhang mit Verbrechen geschrieben wird (gerne mal Zeitungen, Nachrichten, … ansehen und mitzählen), ist es umso wichtiger, Täter zu benennen. Und das sind eben Männer. Alle Männer.

    Ich komme nicht umhin diesen Beitrag noch einmal als katastrophal zu bezeichnen. Er trieft nicht nur aus allen Poren von Poststrukturalismus (wird sind scheinbar schon post-alles; wir müssten eigentlich im Paradies leben), sondern zertrampelt die Arbeit der Frauenbewegung, Gewalt zu benennen und sie eben nicht durch Wischiwaschi-Formulierungen in die Neutralität abgleiten zu lassen.

    Gewalt gegen Frauen ist und bleibt eines der größten Probleme der Welt. Gewalt hat einen Täter und ein Opfer – und keiner von beiden ist nur „eine Person“.

  • Ute Plass sagt:

    „Jeder Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger“

    In dieser Logik wäre auch jede Frau eine potenzielle
    Vergewaltigerin, da sie für die Menschen, denen sie körperlich überlegen ist (insbesondere Kinder) eine potenzielle Gefährdung darstellte.

    Solche Zuschreibungen führen zu nichts, außer zur Aufrechterhaltung eines Schuldvorwurfs u. Opfergefühls, das verhindert den verantwortlichen und humanen Umgang mit eigener Macht zu reflektieren.

  • Schier, Johanna Helen sagt:

    Ute,ich habe den Beitrag von Antje Schrupp mit Interesse gelesen.Der Satz „jeder Mann ist ein Vergewaltiger“ wird hier
    bei den Kommentaren zum Artikel völlig aus seinem Zusammenhang gerissen. Antje Schrupp hat mit diesem Satz einen harmlosen
    ehemaligen Mitschüler irritiert. Das tut ihr leid. So habe ich es verstanden.

  • Ute Plass sagt:

    @Johanna – bin nicht davon ausgegangen, dass Antje sich heute mit einer solchen Aussage identifiziert.

    Habe den Satz deshalb zitiert, weil dieser vor Jahren in Frauen-Notruf-Einrichtungen plakatiert ausgehängt wurde und mir diese Aussage immer Bauchschmerzen bereitet hat.

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Der Inhalt des Begriffs „Ehre“ einer Frau ist durch und durch patriarchal festgelegt, gut nachzulesen bei allen monotheistischen Religionen und Mythen. Demnach unterliegt also eine Frau – sprich ihr gesamter Körper, ihr gesamtes Dasein – dem Wohlwollen und/oder dem Zugriff/Übergriff entweder des Mannes, der sie besitzt oder eines fremden Mannes, der dem Besitzer seinen Besitz Frau und damit dessen Ehre steitig machen will. Besonders fällt das in Kriegen auf, wenn mit der Erniedrigung von Frauen aus dem Volk des Feindes die Kampfmoral des Gegners geschwächt werden soll. Nirgendwo in den patriacheln Mythen und Religionen ist von der eigenständigen Würde von Mädchen und Frauen die Rede. Nur dank des Kampfes von Frauen – unterstützt von einsichtigen Männern – wurde die eigenständige Würde der Frau in demokratischen Verfassungen und Gesetzen anerkannt – wenn auch längst noch nicht umfassend. Vergewaltigungen verletzen so nachhaltig das gesamte Wesen von Frauen, erschüttern ihr Vertrauen, dass ich mich frage, wieso in diesem Zusammenhang überhaupt die Überlegungen zu CARE nur angedacht werden können. Das tut richtig weh! Ja, es stimmt, auch Männer und Jungen werden von Männern vergewaltigt. Lt. unserer Strafstatistik wird dieses Verbrechen aber hauptsächlich an Frauen und Mädchen begangen. Vielleicht ist die andere Dunkelziffer einfach größer.
    Aus mehreren Filmen und Berichten zu noch matriarchal leben Gesellschaften weiß ich, dass es dort noch nicht einmal einen Begriff für Vergewaltigung gibt. Ich danke Cindy für ihren offenen Kommentar.

  • Auch ich finde der Artikel von Antje Schrupp ist eine Katastrophe für die Opfer sexueller Gewalt und für die Frauenbewegung, die den Widerstand dagegen aufgebaut hat.
    Der Elefant an den wir nicht denken sollen ist die patriarchale Macht, Unterdrückung und Ausbeutung, die uns faktisch überall begegnet.
    Mittlerweile wird die Marginalisierung von Frauen dadurch betrieben, dass ihre Existenz als rein subjektive Definition gesehen wird: „Ich bestimme selbst welches Geschlecht ich habe“.
    Das ist eine akademische, eng auf privilegierte Kreise in der westlichen Welt beschränkte, Festlegung.
    Eine „richtige“ Frau ist eine Person, die gegen ihren Willen geschwängert, also vergewaltigt und zur Austragung des Kindes gezwungen werden kann. Und genau das ist immer noch die Realität von wahrscheinlich der überwiegenden Mehrheit der Frauen der Welt.
    Die patriarchale Definition davon, was eine „richtige“ Frau ist, wird dort wo patriarchale Gewalttätern vollkommen die Herrschaft an sich reissen, wie im Jugoslawienkrieg und in den vom IS beherrschten Gebieten, zur tödlichen Realität. Diejenigen, die keine „richtigen“ also gebärfähigen Frauen sind, werden erschossen. Die Patriarchen dieser Welt wissen worum es geht: „Um die Verfügungsgewalt über Uteri“ wie es in der Ethnologie so schön genannt wird.
    Das der Körper, der Menschen produzieren kann, auch noch CARE-Arbeit leisten kann ist eine willkommene Dreingabe.
    Es ist eine Illusion, da würde sich automatisch, mit der Zeit, etwas ändern. Alle positiven Veränderung der Lage der Frauen sind mit Blut, Schweiss und Tränen erkämpft worden. Von Frauen wie wir.

  • Manuela Schon sagt:

    Danke an Cindy, Gudrun und Margot: Zum Beitrag ist alles gesagt was zu sagen ist.

    Eine Frage habe ich: „Im Rahmen einer patriarchalen Ordnung war das so, in….“ – Soll, das heißen die Gesellschaft in der wir leben ist nach Meinung der Autorin NICHT mehr patriarchal?

    Zum grundsätzlichen Verständnis empfiehlt sich u.a. die Lektüre von Gerda Lerner. Hilft sicher!

  • Also ich wundere mich ja schon über einige Kommentatorinnen, denn aus meiner Sicht leben wir hier tatsächlich nicht unter Zuständen wie sie anderswo leider noch immer herrschen. Wir sind auch nicht im Krieg und die allermeisten Männer, denen wir im Leben hierzulande begegnen, sind KEINE Vergewaltiger.

    Deshalb verstehe ich auch, dass sich viele beleidigt fühlen durch den Spruch „alle Männer sind potenzielle Vergewaltiger“. Der Satz ist genauso wahr wie „Wir sind alle potenzielle Mörder/innen“ – was bringt das also? Die Bezichtigung beleidigt alle Menschen, die sich weit davon entfernt fühlen, irgend einem Mitmenschen ein Leid anzutun, hält aber im Fall des Falles niemanden ab zu morden, denn wer das tut, hat einen heftigen Grund und befindet sich außerhalb der „normalen Realität“, in der das Tötungsverbot wirkt.

    Im übrigen war ein Lebensgefährte von mir in der Pubertät Opfer einer sexuellen Nötigung durch eine ältere Frau, die ihn übelst belastet hat. Und mehrere Jahre war ich mit einem Mann befreundet, dessen Psyche völlig durcheinander war, weil er über Jahre von seiner Mutter missbraucht wurde. Ute Plass hat recht, wenn sie schreibt

    „In dieser Logik wäre auch jede Frau eine potenzielle
    Vergewaltigerin, da sie für die Menschen, denen sie körperlich überlegen ist (insbesondere Kinder) eine potenzielle Gefährdung darstellte.“

    Sanyals Fragen halte ich ebenfalls für berechtigt:

    „Welche Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit werden durch die Debatte über Vergewaltigung immer wieder erneut verfestigt? Warum, zum Beispiel, glauben immer noch viele, eine Frau sei im öffentlichen Raum besonders gefährdet, während in Wirklichkeit das Risiko von Männern, Opfer einer Gewalttat zu werden, viel größer ist? Warum warnen wir nicht die Jungen davor, sich nachts auf die Straße zu wagen?“

    Ja warum nicht? Und welchen erzieherischen Sinn soll es haben, allen Jungs und jungen Männern zu erzählen, sie seien potenzielle Vergewaltiger? Oder sie als Studierende in Kurse zu zwingen, die ihnen das Erfordernis des „konsensuellen Sex“ vermitteln sollen (Cambridge) – was ja unterstellt, das sei eine ihnen völlig fremde Vorstellung.

    Selbstverständlich kann und soll man Gewalt benennen. Vergewaltigung ist ein Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung, ist eine schwere Straftat und hat auch einen nicht gerade soften Strafrahmen.

    Daraus aber ein „ewiges Narrativ“ von der „toxischen Männlichkeit“ zu machen, an der Mann per männlicher Geburt zwangsweise teilhat – also das halte ich für kontraproduktiv!

  • Bari sagt:

    Ja vieles ist schon gesagt, mag sein, dass wir heute nicht mehr in den Kampfzeiten leben, in denen Frauen mit dem Spruch: alle Männer sind potentielle Vergewaltiger“ , Aufmerksamkeit für ein lebenzerstörendes Verbrechen erhalten und ein Nachdenken anregen. Das mag durchaus für mehr und mehr jüngere Männer im Westen gelten.
    Aber, dann kommt Donald Trump mit seinen sexixtischen, vulgären Prahlereien und entschuldigt sich, ja so reden halt Männer in der Umkleidekabine !
    Und kein Aufschreien der Männer, sondern ein zugestehen, na ja Männer unter sich reden schonmal derbe über Frauen.
    Solange das selbst bei uns so ist, sind wir lange noch nicht im postpatriarchat angekommen !
    Der Kampf bleibt weiter die Aufgabe von Frauen und Männern um die Würde jedes einzelnen!
    Liebe Grüße Bari

  • Ute Plass sagt:

    „Daraus aber ein „ewiges Narrativ“ von der „toxischen Männlichkeit“ zu machen, an der Mann per männlicher Geburt zwangsweise teilhat – also das halte ich für kontraproduktiv!“
    Sehr treffend @ClaudiaBerlin.

  • In den Zeiten von Kriegen in Irak, Syrien etc. ist es eben auch eine Tatsache, dass Vergewaltigung als Kriegswaffe eingesetzt wird. Durch UNO-Konventionen zwar geächtet, geschieht sie leider auch heute. Opfer können dabei ach Männer werden, welche dem Feind angehören. In Afrika werden sie dann „Buschweib“ genannt, was irgendwi auch für sich selbst spricht …

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