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Fragen einer denkenden Frau

Von Iris Welker-Sturm

Das Blitzlicht „Wie war das mit den Freudensprüngen?“ hat Iris Welker-Sturm auf die Idee gebracht, uns ein kurzes Gedicht zum Thema „Freudensprünge“ und „Ende des Patriarchats“ zu schicken.

"allons-y" von Iris Welker-Sturm

„allons-y“ von Iris Welker-Sturm

 

Fragen einer denkenden Frau

Der gemachte Mann – wer hat ihn gemacht?
Der Mächtige – wer hält ihn an der Macht?
Das Gemächt – wer macht es mächtig?

Sibyllinische Antwort einer Dialektsprecherin:
Mecht doch nix.

 

…angeregt durch Brechts Fragen eines lesenden Arbeiters.

 

in: iris welker-sturm, das unerhörte zwischen. gedichte  & mokka kaos, Münster/Hamburg 2014

 

Autorin: Iris Welker-Sturm
Redakteurin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 09.12.2016
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Leonie sagt:

    Die Überschrift dieses Postings empfinde ich als sehr unglücklich! Legt irgendwie nahe, dass „denkende Frauen“ die Ausnahme seien. Warum denn nicht „Fragen einer Denkerin“ ?

  • Bettina sagt:

    Ja, ich verstehe, was Leonie an der Überschrift unglücklich findet. Andererseits wäre es interessanterweise möglicherweise weniger ‚unglücklich‘, wenn es – in anderem Zusammenhang – hieße „einer träumenden, einer lachenden, wie auch immer Frau“. Für mich drückt dieser Titel aus, was alles passieren kannen, wenn wir nur mal denken, wirklich nachdenken und die Dinge hinterfragen“ und vielleicht ist es immer noch so, dass die Frau, nicht nur als denkende etwas am Rande steht und deshalb mehr erkennen kann, dass sie eher sieht und denkt, dass der Kaiser nackt ist und dann über all das, was an ihm so hängt in aller Ruhe nachdenken kann. Über die besondere Erkenntnis aus einer marginalisierten Position haben haben ja auch Philosophinnen wie Luisa Muraro, Brigitte Weisshaupt, bel hooks nachgedacht. Mich erinnert das auch an Margaret Cavendish, auch eine Philosophin. Sie hat von 1623 bis 1673 gelebt und an ihre gelehrten Zeitgenossen Fragen wie die folgende gestellt: „Warum betreiten Männer die Existenz von Feen, verbrennen aber Frauen als Hexen auf dem Scheiterhaufen.“ Sie hatte zu ihrer Zeit den Spitznamen „Mad Madge“, manche ihre Erkenntnisse wurden erst durch zeitenösssische Wissenschaft bestätigt ….

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