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Rubrik Blitzlicht

Die Revolution kommt nicht im Fernsehen (und auch nicht auf Facebook)

Von Antje Schrupp

Foto: Rasande Tyskar/Flickr.com (cc by-nc)

Gestern abend erzählte mir eine Freundin, die während des G 20-Gipfels in Hamburg war, um die Proteste gegen das Treffen der Staatschefs und -chefinnen zu unterstützen, vom „Solidarity Summit“, dem alternativen Gipfeltreffen von sozialen Bewegungen. 2000 Menschen haben sich da getroffen und diskutiert, es sei sehr international zugegangen, differenzierte und radikale, also an die Wurzel gehende Analysen und Ideen vorgetragen worden. Und: Alle Podien, die sie selbst mitbekommen habe, seien mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt gewesen. Auch bei den Diskussionen sei darauf geachtet worden, zum Beispiel mithilfe quotierter Redelisten, dass aus dem Publikum heraus Männer nicht die Redezeit dominieren. Und entsprechend hoch sei eben das inhaltliche Niveau des Treffens gewesen.

Ich selbst war ja während des G20-Treffens in den USA und konnte das alles nur medial verfolgen. Von den Debatten des alternativen Gipfels habe ich dort so gut wie nichts mitbekommen. Sowohl die professionellen Medien wie auch meine Timelines auf Facebook und Twitter waren voller Beiträge zu der Gewalt im Schanzenviertel (die wohl ein wenig anders abgelaufen ist als von der Polizei zunächst dargestellt). „Macker unter sich“ – das schien, laut medialer Darstellung, der wesentliche Kern der Proteste in Hamburg gewesen zu sein.

Aber eigentlich ist es eben wohl ganz anders gewesen, und womöglich ist das die wirklich gute, die revolutionäre Nachricht: dass die internationale Alternativbewegung schon längst größtenteils die „Mackerei“ hinter sich gelassen hat, dass Frauen und andere „männlichkeitskritische“ Menschen inzwischen bewirkt haben, dass hier eine andere Kultur, eine andere Praxis der Politik entstanden ist.

Gil Scott Heron sang mal in einem seiner Lieder vor Jahrzehnten: The Revolution will not be televised. Vielleicht muss es richtiger heißen: The Revolution is not being televised. Weil wir schon mitten drin sind.

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Autorin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 05.08.2017
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