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Rubrik unterwegs

Begegnung mit der vielleicht ersten deutschen Frau im All

Von Brigitte Leyh

Suzanne Randall. Foto: Astronautin.de

Kürzlich erlebte ich sie bei einer Veranstaltung an der TU Dortmund: die womöglich erste deutsche Frau im Weltall, Dr. Suzanna Randall!

Ohne die private Stiftung „Die Astronautin“ wäre es allerdings nicht dazu gekommen. Auf deren Aufruf nach einer ersten deutschen Astronautin meldeten sich sage und schreibe 500 Frauen in Deutschland!

Suzanna Randall, Astrophysikerin bei der Europäischen Südsternwarte European Southern Observatory in Garching und beim ALMA Teleskop in Chile, erklärte, wie sie in einem mehrstufigen Auswahlverfahren schließlich nach psychologischen und medizinischen Tests an der Spitze landete – zusammen mit einer anderen Frau namens Dr. Insa Thiele-Reich. Die beiden werden nun auf den Flug ins All vorbereitet, die eine jeweils als Reserve für die andere.

Wenn es ihr gelingt, dann wird die sportliche Suzanne Randall die erste Frau aus Deutschland sein, die ins All fliegt. Andere Nationen haben schon seit Jahren zur Hälfte Frauen ins All geschickt, in Deutschland waren es bisher nur Männer, insgesamt elf.

Die 1979 in Köln geborene Randall würde sich mit diesem Flug ab 2020 einen Kindheitstraum erfüllen. Sterne und Planeten haben sie schon immer interessiert, wie sie mit leuchtenden Augen berichtet. Angst hat sie nicht. Auch die vermutete Enge auf der ISS Raumstation sei nicht schlimm, meint sie, die ganze Station sei so groß wie zwei Jumbo-Jets.

Deutschlands vermutlich erste Astronautin tourt derzeit  viel durch die Gegend, notfalls gibt die nur 160 Zentimeter große Frau ihre Interviews auf einem kleinen Höckerchen stehend. Publicity ist für sie nicht nur wegen des noch fehlenden Geldes wichtig. Randall möchte mit ihrem Flug ins All auch den Frauen und Mädchen Mut machen, Mut zum naturwissenschaftlichen Engagement und Studium, sie will zeigen, dass Frauen es bis ins All schaffen können.

Mehr Informationen: www.dieastronautin.de

Autorin: Brigitte Leyh
Redakteurin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 01.11.2018
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Frauen können es bis ins All schaffen. Wieso nicht?

  • Ute Plass sagt:

    Dass Frauen auch den Weg ins All schaffen können ist für mich keine
    Überraschung. Welche Aufträge sie mit ihren Kollegen im All erledigen, für wen und wozu, interessiert mich mehr?

  • Ute Plass sagt:

    Sehr hörenswert:

    Gleichberechtigung in Europa – Vom Frauenwahlrecht zu #MeToo
    Von Frederik Rother

    1. Gleichberechtigung in Großbritannien – Erst schwanger, dann Job weg

    2. Gleichberechtigung in der Schweiz – Die Frauen von Appenzell Innerrhoden

    3. Gleichberechtigung in Schweden – Auch nicht alles rosig

    4. Gleichberechtigung in Russland – Verbotene Berufe für Frauen

    5. Gleichberechtigung in Italien – Frauen zwischen Job und Haushalt

    Sie gingen auf die Straße und protestierten, manchmal auch militant – jahrzehntelang kämpften Frauen in Europa dafür, wählen zu dürfen. 1906 führte Finnland dann als erstes europäisches Land das Frauenwahlrecht ein. Andere skandinavische Staaten folgten. Ab 1918 – also vor genau 100 Jahren – durften Frauen auch in Deutschland ihr Kreuz auf den Wahlzettel machen. In Großbritannien konnten ab 1928 alle volljährigen Frauen wählen. Der Druck der Suffragetten zeigte Wirkung. Eine Sendung über die Geschichte des Frauenwahlrechts in Europa und den Kampf für Gleichberechtigung. Denn der ist für viele auch 2018 noch nicht gewonnen.
    https://www.deutschlandfunk.de/gleichberechtigung-in-europa-vom-frauenwahlrecht-zu-metoo.922.de.html?dram:article_id=427460

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Liebe Ute Plass. Unsere Enkelinnen interessiert: In welchen
    Schulfächern sollte eine „angehende Astronauntin“ besonders gute Noten haben und welche Ausbildungen müssen absolviert werden? Wie „cool“ dürfen bzw. sollten sie sein, um die
    Ausbildung durchzustehen?

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