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Rubrik Blitzlicht

Freitags für die Zukunft

Von Barbara Linnenbrügger

Fridays for Future
Fotos: Barbara Linnenbrügger

Mitte Februar war ich in Darmstadt bei der dortigen Demonstration der jungen Leute fridays for future. Ich war und bin sehr, sehr beeindruckt. Endlich wieder ein öffentliches Zeichen, eine Generation die aufsteht. Die Kompromisslosigkeit ihrer Kernforderung berührt mich sehr tief: Wir wollen eine lebenswerte Zukunft! So einfach und so schlicht … und doch so perspektivlos? Ich finde, dass sie das mit Recht fordern können und ich finde es gut, wenn sie sich nicht (noch nicht!) in die Verantwortung nehmen lassen, sofort mit Strategien zu kommen wie das zu verwirklichen ist. Dafür sind in der Tat wir verantwortlich … dass heißt: Die Eltern, Ur- und Großelterngeneration. Die Forderungen sind denen ähnlich,  mit denen wir schon Ende der 1970er Jahre auf die Straße gingen. Sie werden immer dringlicher.

Ich war mit einer Freundin dort. Für uns passte es nicht, uns in den Demozug einzureihen: Es ist Sache der Kinder und Jugendlichen ihre Formen zu finden, ihren Forderungen Ausdruck zu geben. Aber dann hatte meine Freundin eine gute Idee: Wir haben uns an den Rand gestellt – etwas prominent auf einer breiten Treppe – und haben applaudiert, die ganze Zeit, dem ganzen langen, sehr langen Demozug haben wir applaudiert. Von vielen TeilnehmerInnen wurde das sehr freudig und positiv kommentiert. Diese Form der Unterstützung und des Mutmachens fand ich  angemessen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir viele Ältere und Alte sind, die das tun!

Bei der Eröffnungskundgebung stand eine Frau neben mir, die mir erzählte, dass ihre Tochter, Sechstklässlerin, gestern Abend mit Freundinnen Plakate gemalt habe. Die Mädchen waren Feuer und Flamme, hierherzukommen. Nun säßen sie in der Schule und würden von Lehrern massiv unter Druck gesetzt. Sie haben Angst vor Sanktionen. Besorgt kommentierte die Mutter: „Bin gespannt, ob sie kommen.“

Ich möchte alle auffordern, sich ein Bild und eine Meinung von der Bewegung zu machen und Stellung zu beziehen. Ich finde, dass die Kinder und Jugendlichen das verdient haben. In den Medien wird ihnen zu wenig Beachtung gegeben. So können sie bei Entscheidungsträgern zu wenig Druck machen. Ich fand es auch sehr gut, dass kaum Organisations- und Parteibekundungen zu sehen waren und hoffe, dass sich fridays for future das noch lange bewahren kann, dass die jungen Menschen sich nicht vereinnahmen lassen und dass sie wirklich durchhalten …… bis sich was tut!

Auf der Internetseite können alle Demotermine (für ganz Deutschland) eingesehen werden und ich bin bestimmt – applaudierend – so oft es geht dabei. Und die Jugendlichen brauchen etwas Geld, für Plakate, für Mikroanlagen und was so gebraucht wird, um ihre Forderungen auf die Straße zu tragen.

Fridays for Future


Autorin: Barbara Linnenbrügger
Eingestellt am: 06.03.2019
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Brigitte Leyh sagt:

    Dass die jungen Leute sich engagieren, finde ich auch gut. Nach dem ersten Streik-Freitag bin ich aber dafür, dass die Aktivitäten in die Freizeit verlegt werden. Wenn die Schüler*innen es (hoffentlich!) ernst meinen, dann müssen sie nicht nur „den Politikern“ und ihren Eltern mit den dicken SUVs zu Leibe rücken, sondern auch selbst auf das nächste schicke Handy und den Markenpulli verzichten, auch auf die beliebten Pappbecher und Einmalhandschuhe für den Kauf eines (!) Brötchens… Sie könnten auch Krach schlagen, wenn sie Vatis Hemden aus der Reinigung holen und jedes einzelne in Plastik verpackt zur Abholung auf dem Bügel hängt.
    An der Uni war ich die Einzige, die mit der guten alten Thermoskanne ankam, die jungen Leute hatten alle Becher to go…

  • Ute Plass sagt:

    Der Jugend, die jetzt auf die Strasse geht mit
    moralischen Vorhaltungen, aufgrund deren klimaschädlichen Verhaltens, zu begegnen halte ich für nicht angebracht.
    ‚Unser aller imperialer Lebensstil, incl. seines industriell-militärischen Komplexes‘ steht auf dem Prüfstand. Ich vertraue darauf, dass viele junge Menschen sich damit vertieft befassen und hoffentlich einen langen Atem bewahren werden im Engagement für ein würdevolles, gutes Leben aller auf und mit dem Planeten Erde.
    Das folgende Gespräch mit der Studentin Luisa Neubauer verdeutlicht den Reflektionsprozess nicht weniger junger Menschen:
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/luisa-neubauer-ueber-schuelerstreiks-politiker-nehmt-euch.990.de.html?dram:article_id=442367

    Hier ein Beitrag zu Demonstrieren versus Schulpflicht:
    https://www.publik-forum.de/politik-gesellschaft/fuers-klima-streiken

    @Barbara Linnenbrügger: Sehr schön, wenn ‚wir als ältere Generation‘ der Jugend für Ihr Engagement Beifall zollen. :-)

  • Ute Plass sagt:

    „Die freitäglichen Klima-Proteste von Schülerinnen und Schülern werden nun von wissenschaftlicher Prominenz gestützt. Unter ihnen ist der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Er fordert, das Anliegen der jungen Generation ernst zu nehmen.“
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/scientists4future-fuer-fridays-for-future-wissenschaftler.1008.de.html?dram:article_id=442936

    Da in meiner Stadt mittlerweile auch ‚Fridays For Future‘ stattfindet, mache ich mich jetzt auf den Weg. :-)

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Ich habe mir den von Barbara empfohlenen Link für Spenden angeschaut und nichts gefunden, an welche Person bzw. Organisation eine Spende gehen würde, wie sie verwaltet und an welche SchülerInnengruppe, die demonstrieren wollen, für Plakate usw. weitergereicht wird. So etwas macht mich unruhig.

  • Eveline Ratzel sagt:

    Ich war in Karlsruhe am 8.3. auf der Demo zum Internationalen Frauentag und reichlich verblüfft über die große Anzahl an ganz jungen Demoteilnehmerinnen mit ihren vielen einfallsreichen Plakaten und Spruchbändern. Zwei davon:“Still lovin‘ feminism, §218 und 219a abschaffen“, „We are the granddaughters of the witches, you couldn’t burn“, eine trug ein Plakat, auf dem sinngemäß (natürlich auch auf englisch) stand: Die Männer, die über meine Vagina bestimmen wollen, finden meine Klit nicht.
    Ende letzen Jahres war ich in Achern zu einem Vortrag anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht eingeladen. Es kam aus dem Publikum die Frage, was wir (die älteren politisch aktiven Frauen) tun können, um junge Frauen in politische Aktivität zu bringen. Meine hier verkürzte Antwort: Nix, weitermachen, die jungen Frauen werden kommen, wenn sie kommen, Gründe dafür gibt’s genug.
    Eine Aktivität wie die Freitagdemos oder die zum 8. März hat die Tendenz, sich zu verbreitern in verschiedene Bereiche hinein, das sahen wir schon bei den me too-Protesten. Also halten wir uns doch bitte mit unerwünschten Ratschlägen (Pappbecher etc.) zurück. Applaudieren wir (toll, Barbara L.!), freuen wir uns saumäßig, und Geld können die Youngsters immer brauchen.

  • Ute Plass sagt:

    „FDP-Chef gegen Schülerdemos fürs Klima: „Eine Sache für Profis”
    Christian Lindner dozierte bereits als Oberklässler über “dornige Chancen”. Dass heutige Schüler für Klimaschutz demonstrieren, hält der FDP-Chef für keine gute Idee. […]
    “Ich bin für Realitätssinn. Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis”, sagte Lindner der “Bild am Sonntag” (BamS).
    Statt zu demonstrieren und Stunden zu verpassen, sollten die Schüler lieber in den Unterricht gehen und sich “über physikalische und naturwissenschaftliche sowie technische und wirtschaftliche Zusammenhänge informieren”, sagte Lindner weiter.
    Quelle: SPIEGEL Online

    Anmerkung eines Lesers der Nachdenkseiten: Klimaschutz ist etwas für „Profis“ – z.B. den Abgasbetrügern der Autoindustrie und den Dummschwätzern von der FDP.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=50026#h18

  • Elisabeth R. sagt:

    B.L. „Ich möchte alle auffordern, sich ein Bild und eine Meinung von der Bewegung zu machen und Stellung zu beziehen. Ich finde, dass die Kinder und Jugendlichen das verdient haben. In den Medien wird ihnen zu wenig Beachtung gegeben“ usw.
    ?
    :-)
    Und was liest man im philosophischen JFB-Blog? (Wer sind die Geldgeber?)
    „Fridays for Future: Wer in Wahrheit dahinter steckt“

    Die Münze hat zumindest zwei Seiten (wenn nicht drei….eine sehr schmale gegenüber einer der momentan sehr breiten kulturmarxistischen)
    oder hier(ein weiteres „Kind“, Nicky, 19):
    —->Neverforgetnicky bei PP (David Berger) und Heiko Schrang TV (wo auch schon Lisa Fritz, Sissi Perlinger oder Horst Janson z.B. zu Gast waren)

    Leider, leider….wird ihnen zu wenig Beachtung gegeben.

    Lach?
    HEUL!

  • Elisabeth R. sagt:

    Korrektur: Lisa Fitz

  • Elisabeth R. sagt:

    Heute ist wieder Freitag. Ich streike nicht. Nicht auf diese Weise!
    Lange (lange her) befand ich mich in einer vorgefertigten, „sicheren“ Denk-Blase. Aber die Realität? lehrt mich eines Besseren. Nämlich, dass jene Denkblase an die Wand fährt!
    Und ich sehe den alten Henning Venske beim NDR (Super Gehälter für Meinungsgleichschaltung) rumturnen und wie er sich über die politische Jugend freut. :-)

    Was ich so ganz nebenher wahrnehme: Die Menschen (die ärmeren) an den Kassen beginnen vorsichtig miteinander zu reden! Wenige Worte, die alles sagen! Darüber, dass ihnen nichts mehr bleibt….
    und sie legen ihre abgezählten Cents neben die drei ausgewählten Teile. Um sie herum das nicht verständliche Stimmengewirr.
    Und ich? Ich bin ganz gewiß NICHT MEHR links-rot-grün-bunt. „Gender“ schon gar nicht. Nicht auf diese Weise :-(
    Las jüngst einen SZ-Beitrag über toxisische Männlichkeit.Naja…das AT und sein „Star“ in „weiblichen“ Eigenschaften! Hahaha. Meine Erfahrungen in Jahrzehnten, insbesondere dem letzten, komplettierten durchaus mit toxischer Weiblichkeit. (Mißgunst,Konkurenz, Neid… und Alter schützt vor Torheit nicht und bringt nicht automatisch eine Läuterung. Interessant auch die unterschiedlichen Selbstbilder in „fundamentalistisch“, protesstantisch, katholisch. Eine Einheit? Süß z.B., wo die Ethik bleibt, wenn die katholische Millionärin ihre Güter über die Grenze ab schafft und sich den fettesten Porsche gönnt)

    h ttps://conservo.wordpress.com/2019/04/25/geistiger-widerstand-oder-innere-kuendigung-das-chaotische-irrlichtern-im-merkelland-verlangt-nach-einer-entscheidung/

    h ttps://juergenfritz.com/2019/04/25/fehlvorstellungen-subjektive-wahrheiten/

    Ich vermute, ich bin hier „zu viel“ und nicht tragfähig für diesen Blog und verabschiede mich somit wieder.

  • Elisabeth R. sagt:

    h ttps://conservo.wordpress.com/2019/04/27/conservo-zitat-des-tages-zu-politikern-weltrettern-und-tafel-beduerftigen/

    cool! Aber „den“ und die Kommentare lasse ich noch da

    in dieser Welt und Zeit des guten Lebens, wo die gut lebenden Aktionäre sich an dem Abstieg nach der Gier um ein mieses (toxisches) Produkt ereifern, wo die „soziale“ Politik das Bankendesaster verstärkt (Merkel so wie Scholz)und die täglichen Lügen kein Ende nehmen…Armer Anton, armer Robert,arme Claudia… eure Batterie-Ressourcen für E-Autos sind bald so erschöpft, wie der verheimlichte Greta-Hintergrund.

  • Elisabeth R. sagt:

    cc „Zukunft“ und Menschenrechte
    Noch zur Erklärung: meinen eigenen „Minderheitenstatus“
    (:- ) ) beziehe ich nicht daraus, dass ich (gebranntes Kind, vera… und instrumentalisiert) zur scharfen Religionskritikerin mutiert bin, sondern aus der Tatsache, dass ich zum einen eine kinderreiche Mutter bin (seltenes und ausgegrenztes Fossil . Bewertung: „die Kinder fielen wie die Schnittchen“) , zum anderen Mutter eines mehrfach schwerbehinderten (geistig) Kindes (Ärztin: „Ja haben Sie denn keine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen? Warum haben Sie denn keine…?“), die nach gelebten Erfahrungen und Bodenständigkeit u.a. erkannt hat, dass insbesondere Letzteres in diesem Land KEINE CHANCEN hat! (sind die FAKTEN in den Werkstätten und in den VERWAHR-ANSTALTEN!…wie in den Diakonien… oder bei den anderen Trägern) Das Schlagwort von der Selbstbestimmung entlastet die Gesellschaft von MitverANTWORTung. (Freikaufen etc.)
    https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/kontrovers/index.html
    Zehn Jahre Behindertenrechtskonvention!
    Tja,zumindest als AutistIN wird man/frau inzwischen effektiver eingesetzt…(vom Soros-Netzwerk)

    Im dritten Minderheitenressort *Wohnen im Alter als Frau* wird dann bewußt, dass nach einer solchen Biografie immer noch eine Steigerung möglich ist. Starnberg versus Gelsenkirchen. Oder Tübingen. Herr Palmer und die vielen Bio-Naturkostläden für anspruchsvolle AlbaubewohnerInnen. Bei JFB lese ich über die Neu-Linke. So ist es mit dem Rassismus gegenüber der eigenen Ethnie.
    In die Jahre gekommene (grüne) Theologinnen, Sozialpädagoginnen und was weiß ich, sollen ruhig in ihren Elfenbeitürmen ihre üppigen Pensionen genießen, ihre Luxusprobleme wälzen und Windei-Theorien aushecken!

  • Elisabeth R. sagt:

    und super auch das Statement von Vera Lengsfeld in Sachen gegen Relotius-Jünger (wie bei ZEIT).
    „Der „Kampf gegen Rechts“ ist inzwischen ein hunderte Millionen schweres Unternehmen, das unzählige Initiativen nährt und fördert. Damit die Staatsknete zuverlässig weiter fließt, müssen immer neue „Rechte“ erfunden werden.“
    In dem Sinne.
    Ich bin weder noch
    und sage endlich
    Tschüß

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