beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

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Care, Frauen*streik und Klimastreik im postpatriarchalen Durch/einander

Am 8. März diesen Jahres soll in Deutschland, am 14. Juni in der Schweiz ein Frauenstreik stattfinden. Einige Überlegungen dazu von Ina Praetorius.

Neu in "erinnern"

Die Alltagsforscherin Maria S. Rerrich

‚Cosmobile Putzfrauen‘ ist ein von Maria S. Rerrich geprägter Begriff. Die Forschungsthemen, die die Soziologin miteinander verknüpft hat, sind Genderfragen, soziale Ungleichheit und Familiensoziologie, ergänzt durch Migrationsforschung. Wir stellen sie vor in unserer Serie über Feministinnen aus der ‚zweiten Reihe‘.

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Mein Oscar-Favorit: „The Favourite“

Jutta Piveckas Favorit für die Oscars steht fest: „The Favourite“, ein Film, der den Bechdle-Test mehr als besteht. Klare Empfehlung!

Neu in "denken"

Hilfreiche Wortschöpfungen: Mansplaining und Manspreading

Nachdenken über den Sinn von Begriffen wie Mansplaining und Manspreading

Neu in "handeln"

Was lange währt …. wird manchmal doch gut

Das Frauenwahlrecht hat auf lange Sicht nicht dazu geführt, dass Frauen ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechend in den Parlamenten vertreten sind. Eine Verpflichtung zu paritätisch besetzten Wahllisten könnte Abhilfe schaffen.

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Postpatriarchale Konferenz „Denkumenta 2“: Anmeldungen sind jetzt möglich

Anmeldungen sind ab sofort möglich: Alle, die sich für das Denken der Geschlechterdifferenz interessieren, das ABC des guten Lebens gelesen haben oder sich mit anderen Frauen, Aktivist*innen, politisch Interessierten austauschen möchten, sind im August zur Denkumenta 2 eingeladen.

Freitags für die Zukunft

Von Barbara Linnenbrügger

Fridays for Future
Fotos: Barbara Linnenbrügger

Mitte Februar war ich in Darmstadt bei der dortigen Demonstration der jungen Leute fridays for future. Ich war und bin sehr, sehr beeindruckt. Endlich wieder ein öffentliches Zeichen, eine Generation die aufsteht. Die Kompromisslosigkeit ihrer Kernforderung berührt mich sehr tief: Wir wollen eine lebenswerte Zukunft! So einfach und so schlicht … und doch so perspektivlos? Ich finde, dass sie das mit Recht fordern können und ich finde es gut, wenn sie sich nicht (noch nicht!) in die Verantwortung nehmen lassen, sofort mit Strategien zu kommen wie das zu verwirklichen ist. Dafür sind in der Tat wir verantwortlich … dass heißt: Die Eltern, Ur- und Großelterngeneration. Die Forderungen sind denen ähnlich,  mit denen wir schon Ende der 1970er Jahre auf die Straße gingen. Sie werden immer dringlicher.

Ich war mit einer Freundin dort. Für uns passte es nicht, uns in den Demozug einzureihen: Es ist Sache der Kinder und Jugendlichen ihre Formen zu finden, ihren Forderungen Ausdruck zu geben. Aber dann hatte meine Freundin eine gute Idee: Wir haben uns an den Rand gestellt – etwas prominent auf einer breiten Treppe – und haben applaudiert, die ganze Zeit, dem ganzen langen, sehr langen Demozug haben wir applaudiert. Von vielen TeilnehmerInnen wurde das sehr freudig und positiv kommentiert. Diese Form der Unterstützung und des Mutmachens fand ich  angemessen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir viele Ältere und Alte sind, die das tun!

Bei der Eröffnungskundgebung stand eine Frau neben mir, die mir erzählte, dass ihre Tochter, Sechstklässlerin, gestern Abend mit Freundinnen Plakate gemalt habe. Die Mädchen waren Feuer und Flamme, hierherzukommen. Nun säßen sie in der Schule und würden von Lehrern massiv unter Druck gesetzt. Sie haben Angst vor Sanktionen. Besorgt kommentierte die Mutter: „Bin gespannt, ob sie kommen.“

Ich möchte alle auffordern, sich ein Bild und eine Meinung von der Bewegung zu machen und Stellung zu beziehen. Ich finde, dass die Kinder und Jugendlichen das verdient haben. In den Medien wird ihnen zu wenig Beachtung gegeben. So können sie bei Entscheidungsträgern zu wenig Druck machen. Ich fand es auch sehr gut, dass kaum Organisations- und Parteibekundungen zu sehen waren und hoffe, dass sich fridays for future das noch lange bewahren kann, dass die jungen Menschen sich nicht vereinnahmen lassen und dass sie wirklich durchhalten …… bis sich was tut!

Auf der Internetseite können alle Demotermine (für ganz Deutschland) eingesehen werden und ich bin bestimmt – applaudierend – so oft es geht dabei. Und die Jugendlichen brauchen etwas Geld, für Plakate, für Mikroanlagen und was so gebraucht wird, um ihre Forderungen auf die Straße zu tragen.

Fridays for Future


Autorin: Barbara Linnenbrügger
Eingestellt am: 06.03.2019
Tags: , ,

beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint