beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

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Sehen im Nicht-Sehen: Die Geschichte der Maria Theresia Paradis

Im Kino läuft ab heute Barbara Alberts Film „Licht“ über die Pianistin und Komponistin Maria Theresia Paradis. Wer war eigentlich diese Frau?

Neu in "denken"

„Ökologische Krise und Sorgekrise hängen zusammen“

Interview mit der Sozial- und Kulturanthropologin Yayo Herrero López, einer ökofeministischen Aktivistin und Agraringenieurin aus Spanien.

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Amerikanische Wut: Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Heute läuft in Deutschland der Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ an. Es geht um eine Frau, die sich in einer amerikanischen Kleinstadt mit der Polizei anlegt, weil der Mord an ihrer Tochter auch nach Monaten noch nicht aufgeklärt ist.

Neu in "erinnern"

Der Schrecken verliert sich vor Ort

In wenigen Tagen, am 27. Januar 2018, jährt sich der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 73. Mal. In diesem Zusammenhang erzählt Juliane Brumberg über ihre Erfahrungen mit dem Buch „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ von Monika Held.

Neu in "anschauen"

Der neue Western kommt aus dem Osten. Und er ist weiblich.

In ihrem Film „Marlina – Die Mörderin in vier Akten“ erzählt die indonesische Regisseurin Mouly Surya die Geschichte eines weiblichen Widerstands gegen patriarchale Gewalt.

Neu in "handeln"

Integrationstheater mit Frauen: Eine wichtige Gruppe fehlt

Safeta Obhodjas kritisiert, dass bei der Integrationsdebatte vieles schief läuft. Vor allem eine Gruppe bekommt viel zu wenig Unterstützung, auch von deutschen Feministinnen: Die rebellischen Frauen, die sich gegen patriarchale Strukturen in Zuwanderermilieus zur Wehr setzen und sich daraus befreien.

Mein Multikulti-Alltag

Von Jutta Pivecka

T. war im Sommerurlaub auf Rügen. Sie fand es wunderschön dort: „Die See, die Landschaft, die schönen weißen Häuser. Und überall war es so ruhig und sauber. Klar, da oben gibt´s ja auch so gut wie keine Türken.“ Mir bleibt der Mund offen stehen. T. lacht. „Ich darf das sagen; ich bin ja Türkin.“ Und dann erzählt sie, wie oft sie Stress hat mit den Verwandten in der Türkei, weil sie die mit ihrer Pünktlichkeit und ihrem Ordnungswahn nervt.

Hinten im Raum streitet sich Z., der vor 2 Jahren mit seinen Eltern aus Bulgarien eingewandert ist, derweil heftig mit N., die in der Wetterau daheim ist. Er regt sich auf, weil Schwule sich auf der Straße küssen. N. findet seine Haltung einfach nur „krass“. „Und überhaupt: Was stört dich das denn? Das tut dir doch nix.“ Z. fallen keine Argumente ein, zumal auch der Rest der Gruppe seine Position unmöglich findet. Nur L. und S. geben ihm recht, weil „das eben eklig und unnatürlich“ sei.  L. trägt einen Hijab und die dunkelhäutige S. ist in einer evangelikalen Sekte, die ihren Ursprung an der Elfenbeinküste hat. L., die gestern noch betont hat, wie stolz sie ist, Deutsche zu sein, findet: „Übel, was in Deutschland alles erlaubt ist. Zumal, wenn das dann kleine Kinder auf der Straße anschauen müssen.“ Andererseits widerspricht sie S. heftig, als diese behauptet, es sei unmännlich, Arbeiten im Haushalt zu übernehmen.

Einige aus der Gruppe reden später noch über ein neues Video auf youtube, das den Einfluss der jüdischen Geldmafia und die Schuld der Rothschilds an praktisch allen Gegenwartsübeln darlegt: Klimawandel, Armut, Syrienkrieg usw. „Da ist schon was dran. Von nix kommt nix.“, sagt N. und mir fällt ein, dass ihr Dorf eine Hochburg der mittelhessischen Neonazis ist. „Und dieser Soros ist ja auch Jude.“ Der finanziert angeblich gleichermaßen Israel wie den Einmarsch der Muslime nach Ungarn, oder so ähnlich?

Kein Kommentar.

Autorin: Jutta Pivecka
Eingestellt am: 03.02.2018

beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint