beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

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Ausbeutung und Sorgearbeit bei Christine Delphy

Elfriede Harth über die ökonomischen Theorien einer französischen materialistischen Feministin.

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Liliths Schatz

Eine Geschichte über die Sexualität, die Lust und den Menstruationszyklus, rezensiert von Christine Jung.

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Wir handeln relationaler als wir denken

In der „Denkwerkstatt Gerechtigkeit“ hat sich Claudia Conrady an den Beispielen des Rechts und der Familie Gedanken über unser Verständnis von Theorie und Praxis gemacht.

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Politisch Handeln ohne dabei auszubrennen

Elfriede Harth hörte einen Vortrag von Margot Käßmann beim Hessischen Sozialforum – und fand ihn gut.

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Gerechtigkeit ist eine Denkweise, Teil 2: Denken im Mobile

Im zweiten Teil ihres Artikels zu Gerechtigkeit zeigt Andrea Günter auf, dass, um Gerechtigkeit zu denken, es nötig ist, Stereotype zu dekonstruieren und relational zu denken.

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Politisch ist… die Politik der Frauen!

Warum die „Politik der Frauen“ nicht parallel zu einer „Politik der Männer“ gedacht werden sollte, erläutert Luisa Muraro in diesem Text von 1991 – der nach wie vor höchst aktuell ist.

Verbrauchte Worte?

Von Juliane Brumberg

Foto: Bundesrergierung/Kugler

Foto: Bundesrergierung/Kugler

Gut leben in Deutschland – nun also auch mit der Bundesregierung. Im April 2015 hat sie unter diesem Motto eine PR-Kampagne gestartet, über die sie mit den Menschen in Deutschland einen Dialog über ihr Verständnis von Lebensqualität führen möchte.

Von dieser PR-Aktion hat die breite Öffentlichkeit zum ersten Mal Mitte Juli gehört. Die zweite Veranstaltung mit direkter Beteiligung der Kanzlerin in einer Rostocker Schule lief nämlich anders, als erwartet. Nachdem eine Rostocker Schülerin mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus zu weinen angefangen hatte, diskutierten die Medien deutschlandweit darüber, ob die Kanzlerin danach herzlos reagiert oder sie angemessen getröstet hatte, nicht jedoch über ein gutes Leben in Deutschland.

Es war also eine „PR-Panne“, durch die für viele Bürgerinnen und Bürger zum ersten Mal ein Zusammenhang zwischen gutem Leben und Politik sichtbar wurde. In den Verfassungen von Ecuador (2008) und Bolivien (2009) wird die Herstellung der Bedingungen für ein gutes Leben ausdrücklich erwähnt. In der deutschen Verfassung findet sich dazu nichts und unter Politiker_innen gab es diesbezüglich bislang keine Denkanstrengungen.

Stattdessen werden von der Bundesregierung nun jene Worte PR-mäßig genutzt, die Denker_innen zum Beispiel im ABC des guten Lebens, nach intensivem Nachdenken mit viel Inhalt gefüllt haben. Sie sind der Bedeutung der Worte auf den Grund gegangen, haben neue Begriffe ins politische Spiel gebracht und versucht, politisches Denken in eine neue Richtung zu lenken mit Ziel eines guten Lebens für alle.

So lange den PR-Worten der Bundesregierung keine ernsthaften Anstrengungen folgen, ist die Gefahr ist groß, dass der Begriff „gutes Leben“ zu einem verbrauchten Wort wird – viel zu oft in banalen Zusammenhängen gehört, als dass daraus noch richtungsweisende Veränderungen erwachsen können.

Autorin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 01.08.2015
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beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint