beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "denken"

Wer ist eine Frau?

Bei einer Redaktionssitzung entspann sich kürzlich eine Diskussion zwischen Jutta Pivecka und Antje Schrupp über die Bedeutung des Körpers für das Frausein. Auf Anregung der anderen Redaktionsmitglieder trafen wir uns dazu noch einmal zu einem Gespräch, das wir hier in vier Teilen dokumentieren.

In diesem ersten Teil beginnen wir mit der Frage: Wer ist eine Frau?

Neu in "erzählen"

Das Märchen vom perfekten Leben mag niemand mehr hören

Nicht nur durch anpreisende Erfolgsgeschichten, sondern auch durch Berichte vom Scheitern lassen sich Menschen ermutigen, meint Franziska Schutzbach.

Neu in "denken"

Eine Liebe zwischen Stadt und Land

Schönen Frauen in schöner Landschaft beim Arbeiten, Politik machen, Feiern und Sex haben zuschauen: Das verspricht der Film „La belle saison – eine Sommerliebe“.

Neu in "anschauen"

Lenas Klasse, oder: Sexualisierte Gewalt trotz Geschlechter-Egalität

Wie hängen sexualisierte Gewalt und Kultur miteinander zusammen? Überlegungen ausgehend von dem Film „Lenas Klasse“.

Neu in "lesen"

Angela Merkel in fünfzig Variationen

Lesetipp für alle Merkel-Fans und Merkel-Faszinierten: In „Fifty Shades of Merkel“ hat Julia Schramm Fakten, Anekdoten und Überlegungen zur ersten deutschen Bundeskanzlerin gesammelt.

Neu in "lesen"

Frauenliebe und -freundschaft sind der Motor der Revolution

Barbara Beuys erinnert an faszinierende, bewegte und bewegende Frauen, die sich zwischen 1900 und 1914 über ähnliche Fragen verständigten und stritten wie wir heute: die Rolle der Frau als Mutter, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die sexuelle Selbstbestimmung.

Die Versuchung, nicht selber denken zu müssen

Von Juliane Brumberg

Die Sehnsucht nach einfachen Lösungen ist überall gegenwärtig. Das zeigt der Zulauf zu den populistischen Bewegungen aus der rechten Ecke, die mit einer eindeutigen Bewertung von richtig und falsch auf sich aufmerksam machen. Wir gebildeten und aufgeklärten Bürger_innen distanzieren uns selbstverständlich davon; versuchen „alternativ“ – was auch immer das heißt – zu leben, halten uns für informierte Konsumentinnen und achten auf (inflationär entstandene) Güte- und Bio-Siegel.

2016_05_09_Cover_Trinkwalder_fairarschtDoch wer weiß genauer, was sich eigentlich hinter solchen Siegeln verbirgt, wer macht sich die Mühe, sich genauer zu informieren? Auch da locken die einfachen Lösungen, die Bequemlichkeit, uns nicht selber informieren zu müssen, sondern auf das Gütesiegel verlassen zu können. Und dabei werden wir, wie die Öko-Unternehmerin Sina Trinkwalder nachweist, nicht selten „fairarscht“. Als Gründerin einer Textilfirma, die Bio-Kleidung in Deutschland herstellt, hat sie, durch einschlägige Erfahrungen gebranntes Kind, selber gedacht und nachgeforscht, was es mit all den schönen Siegeln auf sich hat. In ihrem neuen Buch „fairarscht“ stellt sie uns dieses Wissen zur Verfügung. Die Ergebnisse, gerade auch, was den „fairen Handel“ mit den Ländern des Südens angeht, sind nicht nur ernüchternd, sie sind erschreckend. Der Untertitel „Wie Wirtschaft und Handel die Kunden für dumm verkaufen“ weist indirekt auf die Verbraucher_innen hin, die sich gerne das selber-denken abnehmen lassen. Die Sehnsucht nach den einfachen Lösungen, sie funktioniert nicht. Das gilt nicht nur in der Politik, sondern auch für verantwortungsbewusste Konsument_innen.

Sina Trinkwalder, FAIRARSCHT, Wie Wirtschaft und Handel die Kunden für dumm verkaufen, Knaur Verlag München 2016, 200 S., 12,99 €.

Autorin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 10.05.2016
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… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint