beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "anschauen"

MEAT JOY. Meet Joy. Carolee Schneemann-Retrospektive im MMK in Frankfurt

Das MMK Frankfurt/Main zeigt bis zum 24. September eine beeindruckende Retrospektive zum Werk Carolee Schneemanns. Carolee Schneemann ist vor allem als Performance-Künstlerin bekannt, durch ihre bahnbrechenden Performances wie „Eye Body“ (1963), „Meat Joy“ (1964) oder „Body Collage“ (1967), in deren Mittelpunkt auch ihr eigener Körper steht.

Neu in "handeln"

Gemeinschaftliches Wohnen und Carearbeit – zum Scheitern verurteilt?

Die große Herausforderung an neue Wohnformen: Wie lässt sich die Alltagsarbeit zur Zufriedenheit aller organisieren?

Neu in "denken"

Sich in der Differenz verwurzeln – wie geht das?

In ihrer Untersuchung, wie sie zu den Frauen wurden, die sie heute sind, zeigen die beiden Autorinnen Maria Livia Alga und Sara Bigardi, was für ihren Weg aus der alten Ordnung heraus wichtig war.

Neu in "erinnern"

Hat die Frauenbewegung mitgestaltet

Christel Göttert wird 75, Anlass für eine Würdigung.

Neu in "denken"

„Selbstverständnis“ statt „Identität“

Das Thema Identität kommt oft auf, wenn Kultur, Geschlecht oder Religion in Frage zu stehen scheinen oder in Frage gestellt werden – oder wenn entsprechende Ängste ins Spiel gebracht werden. Cornelia Roth denkt über den Begriff nach und schlägt als Alternative vor, von Selbstverständnis zu sprechen.

Neu in "Blitzlicht"

Arbeit und Augenhöhe

Eine Home-Story in der Zeitschrift „Bunte“, so nehmen einige an, kostete den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Thorsten Albig, seine Wiederwahl. Im Interview äußerte sich Albig zur Trennung von seiner langjährigen Ehefrau. Er habe sich mit der Hausfrau und Mutter nur noch selten „auf Augenhöhe ausgetauscht“, so gab der SPD-Politiker an. Obwohl Albig sich im Gespräch durchaus […]

Wertebildung ist keine Einbahnstraße

Von Juliane Brumberg

Foto: Jerzy Sawluk / pixelio.de

Leitkultur und Wertevermittlung sind Schlagworte in der interkulturellen Debatte. Insbesondere Politiker und Politikerinnen fordern medienwirksam, dass Immigrant_innen und geflüchtete Menschen ihr Leben an „unseren Werten“ auszurichten hätten. Dabei wird übersehen, dass auch die Werte der „westlichen Kultur“ durchaus zu hinterfragen sind und dass Anspruch und Wirklichkeit oft nicht übereinstimmen. Das gilt auch und insbesondere für die Freiheit und Gleichberechtigung von Frauen, die meist an erster Stelle genannt werden, ohne dass dabei reflektiert wird, dass es auch in unserer deutschen Kultur massive Diskriminierung von Frauen gibt. Als Beispiel seien nur Gewalt, ungleiche Bezahlung oder sexistische Werbung genannt.

Das Grundgesetz ist die Basis, die alle in Deutschland lebenden Menschen zu respektieren haben. Darüberhinaus fördert es ein gutes Zusammenleben, wenn wir unser Leben nach gemeinsamen Werten ausrichten. Doch diese können wir Menschen, die in anderen Kulturen geprägt worden sind, nicht einfach vermitteln und überstülpen. Werte werden gebildet, günstigstenfalls in einem gemeinsamen Prozess, in interaktiven Beziehungen von Angesicht zu Angesicht.

Ein erster Schritt gemeinsamer Wertebildung ist die Selbstreflexion auf beiden Seiten. Die menschliche Ebene muss über die kulturellen Grenzen hinweg spürbar sein. Es geht darum, sich selbst und andere verstehen zu wollen, um Achtung statt Abwertung. So gilt es, die Sehnsucht nach einem guten Leben für alle zu wecken. Die echten Werte sind das, was man tut. Sie erwachsen aus einem lebendigen Miteinander. Deren Wunsch nach Zugehörigkeit bietet die Chance, die Immigrant_innen zu erreichen. Die Grenze verläuft nicht zwischen „denen“ und uns, sondern zwischen Menschen, die an ihren Werten arbeiten wollen und denen, die genau das ablehnen.

An der Münchner Hochschule für Philosophie wird derzeit eine Handreichung für Wertebildungsmaßnahmen im interkulturellen Kontext erarbeitet, die im Dezember 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Ziel ist es, damit Integrationsbeauftragte und Ehrenamtliche vor Ort zu unterstützen.

beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint