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Weiterdenken und Austausch sind gefragt

Wir sammeln Best-practise-Beispiele

Während der Tagung begann das Sammeln guter Beispiele.  Foto:  Juliane Brumberg
Während der Tagung begann das Sammeln guter Beispiele. Foto: Juliane Brumberg

von Juliane Brumberg

Als Ergänzung zu der bzw-Tagung im Oktober sammeln wir gute Beispiele darüber, wie das eigene (feministische) Begehren in die Welt gebracht worden ist.

Während der bzw-Tagung "Sichtbar und einflussreich ohne sich anzupassen" waren sich die Teilnehmerinnen einig, dass es sich nicht lohnt im Jammern stecken zu bleiben. (http://www.bzw-weiterdenken.de/index.php?m=artikel&rub=3&tid=229) Sie tauschten deshalb an Hand von Beispielen aus, wie sie ihr feministisches Begehren in die Welt gebracht haben. Genannt wurden zum Beispiel die Gründung eines Frauenbuchverlages an Stelle der Tätigkeit im Stadtrat, ein Erzählcafe zum Muttertag, bei dem Frauen über die welterklärenden Aspekte ihrer Mütter erzählt haben - mit dem Ziel, sichtbar zu machen, dass die Welt durchaus nicht nur von männlichen Philosophen und Politikern erklärt wird. Ein anderes Beispiel berichtete davon, wie die TeilnehmerInnen eines eher konservativen Bibelkreises durch das Vorstellen der "Bibel in geschlechtergerechter Sprache", die ihnen bis dahin nicht bekannt war, zu verändertem Denken angeregt wurden.

Wir fragen nun also unsere Leserinnen:

Wir haben Sie Ihr, wie habt Ihr Euer feministisches Begehren in die Welt gebracht und wie ist es Ihnen dabei ergangen? Welche Methode haben Sie dabei angewandt, welche Wege seid Ihr gegangen?

Wo und wann kann das, was wir machen, auf eine andere symbolische Ebene gehoben werden, oder geht dann was kaputt und es ist kontraproduktiv?

Habt Ihr Beispiele, wie durch ein anderes Setting der Teufelskreis des Aneinander-vorbei-Redens durchbrochen werden konnte?

Zur letzten Frage hatte Michaela Moser aus Wien während der Tagung ein einleuchtendes Beispiel. Sie erzählte von der Beobachtung, dass wichtige Funktionsträger vor einer großen Öffentlichkeit in einem gefüllten Saal nicht in der Lage seien, über ihre Zweifel, ihre Ratlosigkeit oder auch mal über ihr Scheitern bei der einen oder anderen Angelegenheit zu sprechen. Also habe man bei einer Veranstaltung das übliche konfrontative Setting aufgelöst und all die Politiker und "wichtigen Männer" an kleine Tische mit vier oder fünf Betroffenen (in diesem Fall von Armut) gesetzt - und siehe da, plötzlich war es möglich, dass die Politiker in Beziehung gingen, den Beteiligten am Tisch zuhörten und auch mal von eigenen Schwächen oder Versagen erzählten.

Diese Veränderung des Settings leuchtete allen Tagungsteilnehmerinnen als sehr sinnvolles Verfahren ein, das weiterentwickelt werden könnte.

Deshalb an dieser Stelle unser Aufruf: Nutzt die Kommentarfunktion, erzählt Eure Beispiele! In diesem Forum besteht die Möglichkeit, in Beziehung zu gehen und sich über viele Kilometer hinweg gegenseitig mit guten Ideen anzustecken.

Autorin: Juliane Brumberg
Redakteurin: Juliane Brumberg
Eingestellt am: 19.10.2009

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