beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neueste Kommentare

  • Dorothee Markert sagt:

    Auch ich bin gerade 70 geworden und kann viel mit Monikas Text anfangen, auch wenn ich meine Tagebücher ganz bestimmt (noch) nicht wegwerfen werde. Im Lauf des letzten Jahres hab ich mich gegen ein Buchprojekt entschieden, in dem ich die am Ende des 2. Weltkriegs geschriebenen Verlobungsbriefe meiner Eltern mit meinen Erinnerungen an unser Familienleben in den 50er- und 60er-Jahren zusammenbringen wollte. Als ich die ersten Episoden zu Papier gebracht hatte, merkte ich, dass mir der Aufenthalt in dieser Vergangenheit überhaupt nicht gut tat. Monikas Text bestärkt mich in dem Entschluss, mich von dem Projekt endgültig zu verabschieden. Mir haben gegen das Hadern über mein Leben mehrere Interviews zu meinen politischen Aktivitäten geholfen, besonders das von Juliane Brumberg hier auf bzw-weiterdenken. So kann ich meine Vergangenheit nun endlich "gut sein lassen" und mich an dem freuen, was jetzt noch kommt.

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Christine Varwick zu Stirpe sagt:

    Liebe Monika, dein beeindruckender Beitrag erreicht mich gerade in dem Moment, wo ich mich mit "döstädning" beschäftige, der Kunst, das Wesentliche zu erkennen und mich von Überflüssigem zu trennen. Welch eine "Duplizität der Fälle" in meinem Leben! Margareta Magnusson schreibt ih Ihrem Buch, wie wohltuend die schwedische Kultur des "Döstägnings" sich auswirken kann, auf das eigene Leben aber auch auf die Leben derjenigen, die nach unserem Ableben unseren Nachlass abarbeiten werden. Die Autorin schreibt unter anderem darüber, die persönlichen Notizen, Tagebücher, Arbeitsbücher schon mal in Liebe loszulassen, auch als Fürsorge für die Nachwelt. Dein Artikel, liebe Monika, motiviert mich jetzt noch zusätzlich. Mein Leben wird klarer, wenn ich meine schriftlich fixierten durchgemachten Entwicklungen ziehen lassen, in Dankbarkeit und Liebe. Und meinen Kindern bleibt es später erspart, sich in meine längst unwichtig gewordenen seelischen Erdbeben hineinziehen zu lassen. Aufräumen und Loslassen als Akt der Liebe, für mich selbst und für meine Liebsten. Herzlichen Dank!

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Diana Engelhardt sagt:

    Danke für deinen Beitrag,Monika, ich habe einiges mit dir gemeinsam, jedoch musste ich für mich deinen Text umschreiben...Vielleicht interessiert es dich? Ich koche meinen Tee selbst und trinke ihn - mit mir und oft mit anderen Mein Gefäß ist nicht voll,es hat ein großes Fassungsvermögen. Ich verarbeite mit Hirn und Herz Erlebtes und Empfundenes.Ich verdichte es auch in Versen und Prosatexten des Schmerzes, des Leids und der Verzweiflung genauso wie die der Sehnsucht, der Liebe, der Freude und der Glücksmomente; das Entdecken und Freilegen des verschütteten Selbst in den Jahren der Selbsterfahrung und der Therapien; das Lernen und das Wachstum auf vielen Ebenen über die Jahre. Ich sehe meine Schrift, wie sie sich über die Jahrzehnte verändert hat, so wie Themen und Inhalt sich wandelten; Ich schaue in Fotoalben, sehe meine Zeichnungen und Texte an, aber mit jeweils ganz neuen Augen und Einsichten. Auch die, die ich über meine Mutter geschrieben habe – wie habe ich mich an ihr abgearbeitet – mein Ringen, geliebt und gesehen zu werden (was ihr erst – aber immerhin – kurz vor ihrem Tod möglich war)! Ich lasse meine Vergangenheit bei alledem los, indem ich sie durchschaue. Das bringt mich weiter, ich kann abhaken und freue mich über neue Erkenntnisse. Mein Leben – mein tägliches Leben – in den wenigen Jahren, die mir bleiben – dem gebe ich mich natürlich oft und ganz im jeweiligen Augenblick hin. Selbstverständlich entsorge ich auch Überflüssiges in meinem Haushalt und Leben. Jedoch das Wichtigste, langjährig Durchdachte lasse ich binden und ordne es ein. Ich möchte bis zuletzt mein aufarbeitendes Lesen und Schreiben fortsetzen um Neues zu erkennen. Ich lerne weiter daraus. Natürlich lerne ich auch von Mitmenschen, von den Erfahrungen, die ich mit ihnen mache. Ich bin ganz bei ihnen, aber nicht leer. Ich werde immer neugierig, interessiert und wissbegierig bleiben… zum Glück ist Lernen mein größtes Hobby geblieben, das Schreiben auch. Dadurch wird mein ganzheitliches Ich, welches – mein gelebtes Leben – und mein jetziges Leben – beinhaltet, immer wundervoller. Es wird bewusster, und ich schöpfe aus der Fülle. Ich nenne das Reifen. Wahrscheinlich werde ich, so reifer werdend, noch öfters stiller sein, zuhören, abwägen und reiflich darüber nachdenken. Das mag ich, denn ich habe (noch als Urgroßmutter) stets neue Aufgaben zu lösen – ich werde leben, um die zu sein, zu der ich geworden bin …auch für andere… das macht mich aus. Hoffentlich bis zum Ende.Diana Engelhardt

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • ClaudiaBerlin sagt:

    Alle Achtung vor diesem Schritt - in diesem Alter!!! Im Umgang mit alten Verwandten lernte ich schon als Kind, dass alte Menschen anscheinend in der Vergangenheit leben. Das wollte ich für mich nicht. Im mittleren Alter begann ich, zu entsorgen - immer bei Umzügen, zunehmend auch die "Herzblut-Inhalte", alte Briefe, Fotos, kreative Werke etc. Ich wollte durch diese Maßnahme verhindern, dass überhaupt Stoff da ist, mit dem ich "in der Vergangenheit versacken" könnte. Nun bin ich 65 und merke, dass ich gut daran tat, es rechtzeitig zu tun! Ich weiß nicht, ob ich es heute noch schaffen würde, soviel wegzuwerfen, wie in jüngeren Jahren. Dein Text berührt sehr - ich wünsche dir viele schöne Jahre in der Gegenwart!

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Im vergangenen Jahr wollte eine Freundin ihre gesamte feministische Literatur, die sie Jahrzehnte begleitet hatte, abgeben, ich konnte das nicht nachvollziehen. Jetzt habe ich selbst meine feministischen Bücher aussortiert, die zu einem großen Teil noch aus der Unizeit (80er Jahre) in meinen Regalen standen. Voraussichtlich, wenn keine sie geschenkt will, landen sie im öffentlichen Bücherschrank unserer ländlichen Gemeinde.

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Edeltraut Winder-Schobel sagt:

    Liebe Frauen! Euer Wunsch, die Tagebücher los zu werden, kann ich nachvollziehen. Was mir aber nicht gefällt , ist, dass ihr sie zerreißen wollt. Ich finde es wichtig, sich von diesen Büchern in Dankbarkeit zu verabschieden. Sie haben euch lange Jahre einen wichtigen und guten Dienst getan. Dann könnt ihr sie ja (ev. auch nur symbolisch) kompostieren oder verbrennen, sodass die Bücher/euere Geschichte euch nährt bzw. wärmt, euch Kraft für die Gegenwart gibt und so zur Ruhe kommen kann. LG Edeltraut Winder-Schobel

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Herzlichen Glückwunsch! Ansonsten: kein weiterer Kommentar. Johanna Helen Schier

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Susanne Voß sagt:

    Liebe Monika - Ma Prem Chandana, vielen Dank! Du tust mir mit diesen Deinen Worten einen großen Gefallen. Über hundert Tagebücher, alle geschrieben für den Moment, haben mir geholfen, meine Wirklichkeit zu erfahren, mich "abzuarbeiten" an den Verletzungen und mich zu heilen, durch Verstehen und Vergeben und ins eigene Sein finden. Beim Lesen in manchen Tagebüchern begegnete ich der Fremden in mir, der Weisen, immer auf der Suche nach mir selbst. Beim Umzug versuchte ich, mich von meinen Tagebüchern zu trennen, das war vor drei Jahren. Ich hatte Zweifel als ich Mehrere zerrissen hatte. Jetzt fühle ich, dass ich von diesem geliebten, gelebten Leben Abschied nehmen kann. Mit Deinen Worten wird mir die Frage in mir bewußt und ich bekomme auch die Antwort, die Freiheit bedeutet und Unabhängigkeit. Das, was das Schreiben bewirkt und ermöglicht, das geschieht und ist geschehen. Das Gewordene ist verinnerlicht. Für wen oder wozu sind die Tagebücher da? Um geschrieben zu werden. Das ist der Sinn. Durch das Schreiben erfüllt sich das Erlebte zum Eigenen. Die Dokumente des Vergangenen sind verinnerlicht, integriert. Ich habe mit dem Tagebuch begonnen mit der Absicht zu leben, mit dem Entschluss, weiter zu leben. Jetzt bin ich 71 und das Leben ist noch nicht fertig. Es war und ist eine ständige Bemühung - schreibend - unterwegs zu sein, zu mir und zu all den Anderen. Dass es eine Verbündete gibt im Tagebuchschreiben, das freut mich sehr. Liebe Grüße Susanne Ma Yogadevi

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Elfriede Harth sagt:

    Inzwischen wird Gewalt an Frauen immer mehr angeprangert, von #NiUna Menos bzw #NiUnaMas in Lateinamerika zu #MeToo, #Aufschrei, die Gewalt, die Frauen angetan wird, wenn sie daran gehindert werden, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden aber auch die gegenwärtige Debatte um die obstetrische Gewalt (also die Gewalt im Kreisssaal). Alles Formen der Gewalt, die mit dem Körper von Frauen zu tun haben, Körper, die - wie ein Territorium - enteignet, in Besitz genommen, ausgebeutet, misshandelt, verwertet werden.... Ich frage mich immer wieder, ob es sich mit all diesen Gewaltformen nicht letzten Endes um eine Art unbewussten Uterusneids handelt.... Wut darüber, dass der eigene Körper nicht schwanger werden kann, nicht Leben hervorbringen kann. Also der Drang, sich zu beweisen, dass "man" dennoch die Kontrolle, die Herrschaft hat.

    Artikel: Tanz auf dem V-ulkan

  • Sammelmappe sagt:

    Ist schön zu lesen, wie Du so zurückblicken kannst. Ich habe diese früheren Zeit leider mit zu vielen Männer verbracht. Mathematik, Informatik, Systemadministration. Zweiter Bildungsweg, große Liebe, großes Leid, immer finanziell unsicher. Die besseren Menschen habe ich immer gesucht und manchmal gefunden.

    Artikel: Sind Frauen (nicht) die besseren Menschen?

  • Dorothee Markert sagt:

    Ja, lieber Uli, so sehen das wahrscheinlich die meisten Männer und auch einige Frauen. Falls dich eine andere Sichtweise interessiert, empfehle ich dir das Buch von Diotima: "Macht und Politik sind nicht dasselbe", Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/Taunus 2012

    Artikel: Wie eine Deportation

  • Ulrich Wilke sagt:

    Politik besteht aus Maßnahmen und Unterlassungen, welche Macht erringen oder bewahren. Macht ist die Möglichkeit, über andere zu herrschen. Insofern verwechsle ich nicht Politik und Macht.

    Artikel: Wie eine Deportation

  • Sammelmappe sagt:

    Beim Lesen des Artikels muss ich ein bisschen Schmunzeln: "Da politisch engagierte „ältere“ Frauen sich weniger auf diesen modernen Plattformen bewegen, ging das Problem zunächst an vielen vorbei." Vielleicht denkt sich da irgendwo eine jüngere Frau: Mich als junge Frau besorgt dabei, wie ganz freiwillig auf Erfahrungen in neuen Kommunikations- und Netzwerkmöglichkeiten verzichtet und sich in eine genarationenbeschränkte Isolation begeben wird.

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Bettina Schmitz sagt:

    Danke für die Reaktionen auf meinen Bericht! Die Empörung der ersten Nachricht hat mich schon überrascht. Ich bin mit einigen christlichen Menschen befreundet und diese empfinden mein Suchen und Finden des weiblichen Göttlichen keineswegs als Provokation, sondern sogar häufig als Bereicherung. Auf der institutionellen Ebene und historisch gesehen sind die meisten christlichen Kirchen leider keineswegs immer so friedlich wie die frohe Botschaft, die sie verkünden. Auf dem Holle-Fest sind auch Christ*innen herzlich willkommen.

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Ute Plass sagt:

    Schließe mich dem Kommentar von @Gisela Forster nur zu gerne an. Wünschenswert, dass allüberall viele Frauen-Freiluft-Galerien entstehen. :-)

    Artikel: Liebe zur Arbeit der Frauen: Die Museumskuratorin Elisabeth von Dücker

  • Ju Sp-St sagt:

    @Marie-Dorothee: wenn die 'christliche Botschaft von Liebe, Nächstenliebe und Feindesliebe (...)allen „germanischen Gottheiten“ turmhoch überlegen' ist, dann sollte sie erfreut darüber sein, Bereicherung zu erfahren, von so viel älteren und naturverbundenen Erzählungen, Mythen und Religionserfahrungen unserer Vorfahren. Schade, dass Sie sich so angegriffen fühlen ...

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    @ Marie-Dorothee: Sorge und Fürsorge sind nicht dem Xtum vorbehalten. Wie die germanische Religion so wurden weltweit auch andere frauenfreundliche Weisheitstraditionen marginalisiert. Es ist Zeit, dass sie wiederentdeckt und -belebt werden!

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Gabriele Menzendorf sagt:

    Herzlichen Dank für den warmen und interessanten Bericht, der mich bereichert und anregt, mal wieder in Vera Zingsems Buch zu lesen. Schade, Marie-Dorothee, daß Sie andere Erfahrungen anscheinend sofort ausschließen.

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Marie-Dorothee Herder sagt:

    Hallo Bettina, dass die Anbetung angeblicher "germanischer Gottheiten" dem seit dem Jahr 1000 lebendigen Christentum und dem lebendigen christlichen Glauben komplett ins Hesicht schlägt, kommt Ihnen nicht in den Sinn? Die christliche Botschaft von Liebe, Nächstenliebe und Feindesliebe ist allen "germanischen Gottheiten" turmhoch überlegen, die keinerlei tiefgehende Botschaft haben!

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Zauberhaft Bilder! Ich bin tief beeindruckt und erstaunt, dass es dieser Frau und ihren Freundinnen gelungen ist, solch große wunderbare Gemälde direkt in der Stadt zu schaffen. Für die Zukunft wünsche ich viel Kreativität und viele Frauenthemen behandelnde Gedanken und Werke.

    Artikel: Liebe zur Arbeit der Frauen: Die Museumskuratorin Elisabeth von Dücker

  • Sammelmappe sagt:

    Das ist ein toller Buchtipp! Will ich unbedingt lesen.

    Artikel: Das Leben leidenschaftlich lieben!

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Der ganzen Redaktion auch von meiner Seite ein glückliches Frauenjahr! Mit frohem Gruss aus der CH Esther.

    Artikel: "... ich bin verdammt, allein durch mein Geschlecht, ..."

  • Antonia Federer-Aepli sagt:

    liebe bzw Redaktion danke für den Artikel und danke für eure Arbeit. Danke für das Foto, auf dieser Seite. Es hat mich sehr gefreut und an die tollen Tage und die Begegnungen mit einigen von Euch an der Denkumenta im vergangenen Jahr erinnert. seid herzlich gegrüsst Antonia

    Artikel: "... ich bin verdammt, allein durch mein Geschlecht, ..."

  • Ulrich Wilke sagt:

    Ach, als Mann zu leben ist auch kein Unglück. Fragen wir doch mal Menschen, die Erfahrung in beiden Geschlechtsrollen haben, was besser ist!

    Artikel: "... ich bin verdammt, allein durch mein Geschlecht, ..."

  • Adelheid Ohlig sagt:

    Ja, freuen wir uns, dass wir hier und jetzt leben! Ich bin dankbar, dass wir doch einiges erreicht haben. Gleichwohl: weiter geht es. Denn allein beim finanziellen hapert es allüberall immer noch. Glückauf zum neuen Jahr, seien wir frohgemut, herzliche Grüsse Adelheid

    Artikel: "... ich bin verdammt, allein durch mein Geschlecht, ..."

  • Hiltrud Warntjen sagt:

    Gerade lese ich das Buch, die Rezension von Dorothee Markert hat mich bewogen, mir das Buch zu kaufen. So viele schöne spannende beglückende Gedanken. Luisa Muraro ist nach meinem Eindruck klar gegen Krieg, Gewalt etc. positioniert. Da kann ich dann der Aussage über Angela Merkel und ihre Exzellenz gar nicht zustimmen. Weder zum Thema Krieg, Waffenexporte, Kriegsindustrie in Deutschland ist sie exzellent dabei, noch zum Thema Klimawandel, das eng mit dem Thema krieg verwoben ist, weil Kriege die größten Umwelt-, Natur- und Menschenzerstörer sind! Woran machen Sie denn die "Exzellenz" der Angela Merkel bloß fest?

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Anja Boltin sagt:

    Mehr und mehr taucht "sacred activism" auch in unserem Umfeld auf ... Es tut sich was! https://m.youtube.com/watch?v=UTxPy2_AO7k&feature=youtu.bettps://m.youtube.com/watch?v=xqW32I74lgo

    Artikel: Ein Plädoyer für die Kunst des Balancierens über den Abgrund

  • Ute Plass sagt:

    Da die Autorinnen der Flugschrift sicherlich von Hannah Arendt mit inspiriert wurden, verweise ich hier auf die von Mithu Sanyal besprochene Graphic Novel: https://www.deutschlandfunk.de/ken-krimstein-die-drei-leben-der-hannah-arendt-ekstatische.700.de.html?dram:article_id=467122

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Sammelmappe sagt:

    Dass die Diskussionen von 1999 noch online sind merke ich erst jetzt. Das ist großartig!

    Artikel: Zwanzig Jahre Flugschrift!

  • Martin Mair sagt:

    Volle Zustimmung. Das war ja auch ein Ansatz der "neuen Linke" in den 60er Jahren. Die ist leider verschwunden bzw. hatte sich nicht weiter entwickelt. Schade, dass anscheinend immer wieder von vorne angefangen werden muss. Wenn ich mir anschaue, was neoliberale Karrierefrauen in der Politik machen, würde ich keinerlei Hoffnung rein auf ein Geschlecht machen. Das wäre ja sexistisch. "Frauenpolitik" findet allzuoft im engen Rahmen des herrschenden Wirtschaftssystems statt.

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • peterwilhelm Theodor sagt:

    Toll....endlich Mal was listig, lustig politisch Kreatives! Denken ist Handeln...Vorsichtig Weiterdenken! Pwtheodor!

    Artikel: Fragen einer denkenden Frau

  • Ulrich Wilke sagt:

    Politik besteht aus Maßnahmen oder Unterlassungen,welche dazu dienen, Macht zu erringen oder zu erhalten. Wirtschaft und Kapitalismus sind keineswegs Synonyme: Kapitalismus ist eine Wirtschaftsform, bei der die Produktionsmittel Privateigentum sind und die Arbeitskraft eine Ware ist. Der Gestaltungsspielraum ist größer als Null (wer das nicht wahrhaben will, lähmt seine Aktivität). Wir müssen für den Frieden kämpfen, für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen, für die Gleichberechtigung der Frauen, für die Verringerung der Ausbeutung, für Bildung und damit für die Entfaltungsmöglichkeiten jeder Persönlichkeit.

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Ute Plass sagt:

    "Die Beziehungen zwischen Menschen in den Blick zu nehmen und zu verändern heißt deshalb, die Ökonomie zu verändern." Unbedingt!

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Ein großartiker Artikel! Es wäre gut, wenn auch Männer diesen Text lesen würden - und vor allem, wenn es ihnen gelänge, andere Schwerpunkte in ihrem Leben zu setzen und vermehrt Kunst und Kultur in ihr Denken und Handeln zu bringen. Noch ist das wunderbare der Kultur und auch des Kunstschafffens vor allem im weiblichen Leben zu sehen, nicht im männlichen. Auch hier müssen wir etwas ändern.

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Ute Plass sagt:

    "Es wird keine Erneuerung der Ökonomie, keine Lösung der wirtschaftlichen Probleme ohne eine Erneuerung der Beziehungen geben." Das eine bedingt wohl das andere, sprich: Eine Erneuerung der Ökonomie fördert auch mit eine Erneuerung der Beziehungen. Daher gut, immer mit der Erneuerung zu beginnen, die im Hier u. Jetzt schon möglich ist. Sehr passend dazu Antjes BGE/Care-KriseVortrag:http://www.antjeschrupp.de/nur-ein-baustein-nicht-die-loesung Auch das Luxemburger Beispiel betrachte ich als Baustein zur bedingungslosen Existenzsicherung, welches mit zu einer Erneuerung der Beziehungen zueinander führen könnte: https://www.deutschlandfunk.de/verkehrswende-in-luxemburg-bus-und-bahn-bald-kostenlos.795.de.html?dram:article_id=467066

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Frauke Thein sagt:

    Dieser Text spricht mir aus der Seele! Versuche als freischaffende Malerin immer wieder das Bewußtsein dafür zu öffnen, dass Kultur und Kunst ein "Grundnahrungsmittel" und kein Luxusgut ist und Kultur bereits mit unserer Kommunikation untereinander beginnt. Das Kultur und Kreativität im weitesten Sinne Kommunikation ist, die uns in größere, existenzielle Lebens- oder Sinnzusammenhänge einbettet.

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • bella sagt:

    Super schön geschriebener und tiefer Text - du sprichst mit Sicherheit für viele andere Mütter, die es nicht wagten es auszusprechen, zuzugeben..;-) Der nächste Auszug kommt mit Sicherheit ..freu mich auf die nächsten Artikel !

    Artikel: Ciao Mama

  • Ute Plass sagt:

    @Antje: "Ich finde den Ansatz, dass wir Älteren „die nächste Generation erreichen“ müssen um ihnen die Welt zu erklären, eigentlich verfehlt, zuerst einmal müssten wir sie ernst nehmen, in ihren Anliegen, in ihren Wünschen und auch in ihren Kompetenzen." Sehe ich auch so. "Unter dem Motto “Wir kündigen den Generationenvertrag – und machen einen neuen“ wird die Lobby der Jugend gegenüber den Verantwortlichen in der Politik und Öffentlichkeit die Stimme erheben und Mitbestimmung einfordern. https://wirkuendigen.de/wir-fordern/

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Ute Plass sagt:

    @Antje: " In der Öffentlichkeit haben Frauen sich immer „inszeniert“, und zwar auch in einem konventionellen Sinn. Heute ist halt der Unterschied, dass junge Frauen massenhaft in der Öffentlichkeit sichtbar sind. Das ist doch gut." Die Inszenierung von Frauen in 'früheren Zeiten' spielte sich wohl oft auf einer Art von Heiratsmarkt ab. Frauen konkurrierten um männliche Heiratskandidaten, die zumeist auch Existenzsicherung bedeuteten. Heute ist es der Kapitalmarkt, für den sich (nicht nur) Frauen inszenieren. Die Sichtbarkeit bis hin zur Zuschaustellung von Frauen gehorcht wohl weniger dem Ruf aus 'Liebe zur Freiheit' als vielmehr dem Zwang zur kapitalen Verwertung. Die Frage ist warum, für was und für wen diese Inszenierung gut sein soll? Ich denke schon, dass es Aufgabe von "uns Älteren" ist, unsere Jugend vor diesem Zwang zur Optimierung und Verwertung zu schützen.

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Das Problem verändert sich, je nachdem aus welcher Perspektive, aus welchem Blickwinkel und aus welchem Seinszustand der eigenen Welt hingeschaut wird. Ich persönlich fühle mich als sehr modern, kann mit den neuen Medien sehr gut umgehen, kann programmieren und bin im www und in der Politik aktiv tätig. In Instagramm oder facebook bin ich allerdings nie eingestiegen, das ist mir zu oberflächlich und hautnah. Allerdings sind mir die geschilderten Erscheinungsweisen nicht fremd. Hinzufügen kann ich das, was ich als Lehrerin für Kunst sehr genau sehe, nämlich, dass Mädchen um so untergebener und unterwürfiger werden, je mehr vorgegeben starke Jungs in einer Klasse das Sagen haben oder sich die Macht schnappen. Die Lehrkräfte schauen auf die Jungs und treten in einen Machtkampf mit denen ein, die Mädchen sitzen total zugeschminckt mit knappster Hose und bauchfreiem Nabel zusammengedrängt in einer Reihe und spielen die Rolle der schönen verführerischen Stummen. Und sie schauen dabei aus wie die Puppen des Kinderfernsehens, genauso wie Juliane Brumberg es beschreibt. Selbstbewusste und klar und laut denkende und sprechende Mädchen, wie sie in früheren Klassen oder in Mädchenklassen zu finden waren, gibt es immer weniger. Über die Ursachen sollten Frau und Mann intensiv nachdenken. Der Artikel von Juliane Brumberg ist eine gute Anregung hierzu.

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Antje Schrupp sagt:

    Liebe Juliane, danke für den Bericht. Ich finde die Analyse allerdings ein bisschen eindimensional, und zwar unter zwei Aspekten: Erstens halte ich es für ein Gerücht, dass Frauen "früher" (wann immer das gewesen sein mag) weniger auf Äußerliches geachtet hätten. In der Öffentlichkeit haben Frauen sich immer "inszeniert", und zwar auch in einem konventionellen Sinn. Heute ist halt der Unterschied, dass junge Frauen massenhaft in der Öffentlichkeit sichtbar sind. Das ist doch gut. Und man darf nicht vergessen, dass die "Influencerinnen" realen Einfluss habe. Als Kylee Jenner vor einigen Wochen angekündigt hat, Snapchat nicht mehr so regelmäßig zu benutzen, ist die Aktie direkt deutlich gesunken. Sascha Lobo sagt dazu ein paar interessante Dinge in diesem Podcast: https://viertausendhertz.de/plb09/ Zweitens: Es stimmt gar nicht, dass alle Influencerinnen so total angepasst sind. Das ist eine Masche, es gibt aber auch viele mit dezidiert anderen Profilen, die ganze Body-Positivity-Bewegung für mehr Vielfalt bei Körpern etwa, oder die Sichtbarkeit Schwarzer Frauen usw. das alles spielt sich ebenfalls in sozialen Medien über Influencerinnen ab. Oder es gibt Typen, die eher abseits vom Mainstream sind wie Billie Eilish (nur 1 Beispiel), die ebenfalls Vorbilder für junge Frauen sind. Ich finde den Ansatz, dass wir Älteren "die nächste Generation erreichen" müssen um ihnen die Welt zu erklären, eigentlich verfehlt, zuerst einmal müssten wir sie ernst nehmen, in ihren Anliegen, in ihren Wünschen und auch in ihren Kompetenzen.

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Fidi Bogdahn sagt:

    „Wehe, wenn wir der Erfahrung nicht treu bleiben aus dem Wunsch heraus, etwas ausführlicher und dauerhafter zu erklären, als die Erfahrung erlaubt. Denn in diesem Fall verliert sie ihre Gabe zum Kontakt und zum Austausch mit der Realität.“ oh, wie oft ich das -wohl in missionarischem Eifer- habe schmerzhaft erfahren müssen; incl. mich tröstender Erklärung: ich hätte eben "die Perlen vor die Säue geworfen“; oh weh! Und jetzt? durch diesen Text lern ich „eine perlengeschmückte Sau in mir“ zu erkennen; und ich darf diese Erfahrung hier benennen. Ein reales Gefühl von Glück!

    Artikel: Zwei Zeiten des Übergangs

  • Antje Schrupp sagt:

    @Ute - Ich denke, dass es zwei unterschiedliche Dinge sind. Es ist ein Glück, eine Frau zu sein, aber das bedeutet ja nicht, dass die betreffende Person dann mit allem in ihrem Leben Glück hat, oder immer und ständig glücklich ist. Man kann ja auch das Glück haben, eine gute Gesundheit zu haben, aber das Pech, arm zu sein. Eine gute Gesundheit ist aber auch dann doch ein Glück. Natürlich gibt es Umstände, in denen sich das Glück, eine Frau zu sein, vielleicht schlechter „genießen“ lässt als anderswo. Und natürlich ist das eben auch eine Frage der Perspektive, die man einnimmt. Ob man etwas als Glück oder als Pech interpretiert, das hängt ja auch mit dem eigenen Begehren zusammen. Schwangerwerdenkönnen zum Beispiel ist ein Glück, wenn du es willst, und ein Pech, wenn du es auf keinen Fall willst.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Dorothee Markert-Knüfer sagt:

    @ Ulrich Wilke Zu deinen beiden Fragen: Was Geschlechterdifferenz ist, könntest du googeln. Und dann hier im Forum beispielsweise die zusammengefassten Kapitel von „Auf dem Markt des Glücks“ lesen. Es gibt Bibliotheken voll Literatur dazu. Auf jeden Fall kann es nicht einfach mal kurz in einem Kommentar beantwortet werden. Für „weibliche Kultur“ gilt dasselbe. Denn es umfasst alles, was Frauen hervorgebracht haben für ein gutes Leben und Zusammenleben und die Gestaltung der Welt. Im engeren Sinn ist weibliche Kultur auch das gemeinsame Nachdenken von Frauen, was weibliche Kultur ist bzw. wie sie sein sollte. Insofern ist dieses Forum auch ein Ort, an dem an weiblicher Kultur gearbeitet wird.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Ulrich Wilke sagt:

    Was ist weibliche Kultur?

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Ute Plass sagt:

    "Glück oder Pech qua Geburt, so würden sie sagen, entscheidet sich heute an anderen Dingen: Ob du reich geboren wirst oder arm, mit europäischem Pass oder nicht, in einem bildungsbürgerlichen Haushalt oder nicht und so weiter." @Antje - Meinst Du denn nicht, dass dies alles mit entscheidend ist für das 'Glück eine Frau zu sein'?

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Antje Schrupp sagt:

    @Carola - Sie schreibt ausdrücklich vom Glück, als Frau geboren zu sein - der italienische Originaltitel lautet: "Non è da tutti. L'indicibile fortuna di nascere donna". Es ist natürlich eine Anspielung und in gewisser Weise eine Gegenrede zu Beauvoir, ich denke, der Grund wird an dem Beispiel des Privilegs deutlich. Frausein ist nichts, was man sich erarbeiten kann (oder muss), sondern es fällt einer sozusagen qua Geburt in den Schoß. Ob man für dieses Privileg, das nicht alle Menschen haben, hingegen Verantwortung übernimmt, das ist tatsächlich eine Entscheidung, die man erst als Erwachsene trifft, aber das Privileg kann man eben nicht verlieren. Interessant finde ich in dem Zusammenhang übrigens, dass sich die Debatte über Trans-Geschlechtlichkeit ebenfalls genau in diese Richtung bewegt hat - weg von Beauvoir, hin zu Muraro wenn man so will. Denn es hat sich eben gezeigt, dass trans Personen nicht das Geschlecht "wechseln", wie früher gesagt wurde, sondern dass sie sich (gegebenenfalls, aber nicht notwendigerweise) dem Geschlecht, das sie bei der Geburt schon hatten, "angleichen", etwa durch eine Operation. Also auch dort das Wissen bzw. die Betonung dessen, dass Geschlecht nichts ist, was man sich aussucht, sondern etwas, das bereits qua Geburt da ist - und dann aber natürlich auf die unterschiedlichsten Weisen "performt" werden kann und muss.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Liebe Antje Schön, deine bedenkenswerten und klugen Worte im Nachhinein nochmals in Ruhe 'kauen' und somit besser 'verdauen' zu können; -danke! Last but not least finde ich das Photo toll vor dem Plakat des Frauen*streiks 2019 welches Bezug nimmt auf das Hauptwerk der mittelalterlichen Philosophin Christine de Pizan ¨Die Stadt der Frauen": https://de.wikipedia.org/wiki/Christine_de_Pizan Mit frohem Gruss und herzlich Esther.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Carola sagt:

    Vielen Dank für diese ausführlichen und sehr offenen Gedanken! Ich habe eine Frage: Schreibt Muraro selbst wirklich von dem Glück als Frau "geboren" zu sein, oder ist das Deine Interpretation? Ich hätte es von den Zitaten her, die Du von Muraro bringst, eher als "Glück, eine Frau [geworden zu] sein" interpretiert. Auch die von Dir beschriebene Verantwortung kann nur ein erwachsener Mensch wahrnehmen. Wir man nicht als Kind geboren? Zumindest ein symbolisches Mutter/Tochter Paar ist gerade in Frankreich sehr weit verbreitet: Anna und Maria werden finden sich in den Kirchen sehr häufig. Vermutlich lässt sich darüber streiten, in wie weit das tatsächlich eine weibliche Symbolik ist. Aber eine Reminiszenz daran ist es in jedem Fall, denke ich. Ansonsten vermisse ich heute schmerzlich eine "Kultur der Frauen*". Ich habe z.B. die in der Zeit der Frauenbewegung entstandenen Frauenbuchläden, sehr geliebt. Nicht, dass es diese Kultur nicht hier und dort noch gibt Aber leider ist sie schwer zu finden. Und ja, wir haben eine Verantwortung. Danke für die Erinnerung daran.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?