beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neueste Kommentare

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Juliane Brumberg, Danke für diesen Bericht über eine starke und hochbegabte Frau. Sie ist zur Zeit in einer schöpferischen Ruhepause. Beruhigend zu lesen, denn: es gibt einen Zusammenhang von Hochbegabung und Burnout.

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster

  • irmgard sagt:

    Liebe Gisela, danke für den interessanten Beitrag. Wir kennen uns seit der Grundschule, aber wieder einmal einige Details aus Deinem aufregenden Leben erfahren. Meine Hochachtung an Dich und Juliane Brumberg. Irmgard

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster

  • Brigitte Leyh sagt:

    Liebe Juliane, toller Text über eine großartige Frau!!!

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster

  • Michaela Lusru sagt:

    @ Michaela Lusru sagt: 18. Juli 2018 um 14:12 Uhr Zu "MaterPaternat": "Nun, was also: Ein Matriarchat? Wie sollte das aussehen und wie käme man dahin? Vorschlag: Ein MaterPaternat – nur gehen wir nicht längst dahin?" MaterPaternat kann in seiner GANZHEIT und inneren Parallelität nur differenzfeministisch begriffen werden und so real existieren ...

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Michaela Lusru sagt:

    zur Aufhellung Der letzte Satz muss im gemeinten Sinn besser so heissen: " ... es sei denn, wir begreifen solche (auch in der EU aufkommenden) exceptionalistische Doktrinen auch ALS „Unterdrückung durch Patriarchat“ in seinen heftigsten Auformungen.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Regina sagt:

    Danke für dieses wertvolle Porträt!!

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster

  • Ute Plass sagt:

    Freue mich sehr, liebe Gisela, hier über dich zu lesen. So wie du damals die Gruppe "Vom Zölibat betroffene Frauen" als Anstoß für kirchenpolitische Aktivitäten gebraucht hast, so sehr hat die Gruppe auch deine Power und deinen Einfallsreichtum gebraucht. Denke gerne an unsere Diskussionen und Aktivitäten zurück. Gibt es inzwischen von dir die Kunstinstallation über Marienbilder und den Leuchtschrein mit dem Hymen Mariens (sozusagen als Pendant zur Vorhaut Gottes, die du ja bereits in deinem Andechser Kulturstraßenprojekt ausgestellt hast)? :-)

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster

  • Michaela Lusru sagt:

    @ Esther Gisler Fischer sagt:12. Juli 2018 um 16:44 Uhr Ach ja, zu: "Analyse der Unterdrückung jenseits geschlechtsspezifischer Diskriminierungen ..." könnte man hinzufügen, was gegenwärtig als wesentlicher zentraler Hintergrund für "Unterdrückung jenseits geschlechtsspezifischer Diskriminierungen" erkannt wurde: der (US-) Amerikanische Exceptionalismus. >bitte selber googeln oder hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanischer_Exzeptionalismus Textauszug: "Wegen ihrer Einzigartigkeit seien die USA an völkerrechtliche Vereinbarungen grundsätzlich nur insoweit gebunden, wie ihnen dies nützt.[8] Auch ließen sich ihre Taten grundsätzlich nicht nach den moralischen Normen bewerten, nach denen die USA die Taten anderer Nationen bewerten. Denn es könne grundsätzliche keine „moralische Äquivalenz“ zwischen den USA und anderen Staaten in der Bewertung ihrer Taten geben, da sich Verbrechen von ‚wesenhaft Guten‘ nicht mit Maßstäben bewerten ließen, die man an Verbrechen von ‚wesenhaft Schlechten‘ anlegt. Folglich mögen die USA zwar gelegentlich ‚Fehler‘ machen, könnten jedoch aus grundsätzlichen Gründen keine Kriegsverbrechen begehen – weder in Vietnam, noch im Irak oder in Syrien. Und aus ebenso grundsätzlichen Gründen könnten sie auch keine Zivilisten ermorden, sondern Zivilisten stürben einfach als ‚kollaterale‘ Folge bester Intentionen. Da die USA wesenhaft gut seien, entzögen sich ihre Taten auch grundsätzlich einer Bewertung nach völkerrechtlichen Normen." Ja, du hast richtig gelesen ... Diese Staats-Doktrin als Form einer auch weltweit praktizierten Unterdrückung artikuliert sich dann so, dass "Amerika überall auf der Welt seine (!) Interessen durchsetzen WIRD..." (Obama auf Westpoint vor seinem versammelten Millitär öffentlich im TV) oder "Amerika-First" (Trump zu jeder Gelegenheit). Solange diese in den USA geltende Staatsdoktrin, die dort keinesfalls unumstritten ist und sogar bekämpft wird, auch weltweit gegen jedes beliebige Land der Erde und seine Menschen amtlich praktiziert wird, mutet es wie ein schnuckliges Perlenzählen an, wenn wir von der Unterdrückung durch "das Patriarchat" reden wollen - es sei denn, wir begreifen solche (auch in der EU aufkommenden) exceptionalistische Doktrinen ALS "Unterdrückung des Patriarchats" in seinen heftigsten Auformungen.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Michaela Lusru sagt:

    @ Esther Gisler Fischer sagt:12. Juli 2018 um 16:44 Uhr "Sexarbeit ist nicht das älteste Gewerbe der Welt, sondern ein Relikt der Sklavenhaltung" - abgesehen davon, dass du wohl die Gänsefüsschen am "ältesten Gewerbe der Welt" entweder nicht gesehen oder nicht verstanden hast oder (dann wohl etwas humorlos) nicht wahrnehmen möchtest, gab es Prostituon sehr wohl vor den Sklaven, denn bereits durch (nach) Prostitution entstanden z.B. auch Sklaven, auch wenn das nicht in die festgefügten Rahmen bestimmter Ideologien passt - also abgesehen davon, ging es in meiner Bemerkung jedoch erkennbar nicht um diese Frage, sondern darum, dass "zumal bekanntlich das „älteste Gewerbe der Welt“ lange vor der Neoliberalität und der Vormacht des Patriarchats im Sinne desw Wortes „fröhliche Urständ“ feierte." Anders: Prostitution gab es lange VOR den Patriarchaten (es gibt viele davon!) und vor der Neoliberalität, was auf auch andere (gesellschaftliche und personelle und naturelle) Kausalitäten hinweist- und was hier erwähnt werden sollte, ohne dies weiter auszuführen. Im übrigen darf ich dich höflich darauf hinweisen, dass es seit über 60 Jahren wissenschaftlich erwiesen KEINE RASSEN unter den Menschen gibt (es sei denn, du meinst mit Rasse nur race - die amerikanische Bezeichnung für unterschiedliche soziale -nicht biologische- Gruppen), ich somit also von (Menschen)RASSE, einem Begriffsrelikt verfehlter nationalistisch geprägter Bestrebungen der letzten Jahrhunderte, nicht gesprochen habe. "Ich kann dich beruhigen: Ich sehe die Welt farbig und nicht schwarz-weiss." - Ja schon, zwei-, drei-, vierfarbig - oder bunt? @Esther Gisler Fischer sagt 12. Juli 2018 um 18:03 Uhr "...differenzierteren Analyse ist das Konstrukt des ‚Kyriarchats‘, welches von der amerikanisch-deutschen Bibelwissenschafterin Elisabeth Schüssler Fiorenza eingeführt worden ist" ... "... in denen dieselbe Person in einem Kontext unterdrückt und in einem anderen Kontext privilegiert sein kann. Es ist eine intersektionale Festlegung des Begriffs des Patriarchats, es erweitert die Analyse der Unterdrückung jenseits geschlechtsspezifischer Diskriminierungen um die Dynamik des Rassismus, Heterosexismus, Klassismus, Ethnozentrismus, der Altersdiskriminierung und anderer Formen der internalisierten und institutionellen Diskriminierung.‘" Zu "Rasse" siehe vorstehend ... Nun, offenbar ist nicht geläufig, dass lange vor der Kreation dieses Begriffes in den systemwissenschaftlichen Forschungen seit 100 Jahren (Bogdanow-Tektologie, Bertalanffy-Allgemeine Systemtheorie und viele nachfolgende ab 50er Jahre) die Rolle von GANZHEITEN (Systemen) und ihrer Teile Elemente und Komponenten) zueinander und zum Ganzen als systemisch organisiert / ausgerichtet beschrieben wurde und Dynamik dieser Beziehungen als Voraussetzung für alle auf Leben beruhenden Entitäten benannt wurde. Allein daraus erklärt sich, dass die "Doppelrolle" von Teilen eines Ganzen als "Herrscher" wie als "Unterdrückter" (als System oder Subsystem ...) die Daseinsweise von lebenden (organisch funktionierenden) Erscheinungen sein muss, das also weder etwas Besonderes noch etwas Neues ist. Da es keine Erscheinung im Leben der menschlichen Gesellschaft gibt, die frei von dieser systemischen (organischen) Einbindung System-Subsystem-Subsubsystem ist, ist es aufgrund dieser systemtheoretischen Erkenntnisse erklärbar, dass grundsätzlich davon auszugehen ist, dass es keine Erscheinung gibt, die nur "Herrscher" oder nur "Unterdrückter" ist. Ein spezieller Bezug auf Patriarchat lässt sich in dieser Erkenntnis nicht wiederfinden, es sei denn, wir verstehen auch dieses so, als auch wieder nur systemisch existierende Form dieses Verständnisses von Ganzheiten. Womit wir wieder bei der Frage wären, ob es nicht auch das Patriarchat (oder gerade das) trifft mit der Erkenntniss, dass Patriarchen stets sowohl "Herrscher" als auch "Unterdrückte" sind, sein müssen, und damit "Patriarchat" nicht (allein) Synonym für Unterdrückung anzeigt. Dies wiederum zeigt auf die Grenzen der Wahrnehmung bestimmter feministischer Exaltierungen und damit auf deren Realitätsferne bei der Veränderung unserer Gesellschaft, z.B. der "Abschaffung des Patriarchats" als gesellschaftliche Ordnungsweise (mehr ist das nicht!). Bisher hat niemand den genauen Zweck dieser "Abschaffung" sowie deren Ziel benannt, auch nicht was (als Ordnungskriterium) an die Stelle des (vermeintlich bestehenden) Patriarchats treten soll. Antje Schrupp danach befragt, ergab die vage Antwort, dass eine solche "später erfolge" ... Nun, was also: Ein Matriarchat? Wie sollte das aussehen und wie käme man dahin? Vorschlag: Ein MaterPaternat - nur gehen wir nicht längst dahin? Und was könnte uns dabei das ‚Kyriarchat‘ ein aus meiner Sicht zurückweisender und Althergebrachtes verfestigend beschreibender Nebenschauplatz (zur Gesellschafts- und Systemtheorie) helfen, anstatt längst erkannte systemische Bedingtheiten zu nutzen? Unterdrückung ist nicht beendet, wenn Patriarchate ausgerottet sind, das sollte allen Interessierten klar sein, da ist wohl etwas mehr an der systemischen Fuktion unserer Gesellschaft und ihrer Vertikalen zu basteln.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Zu dieiner differenzierteren Analyse ist das Konstrukt des 'Kyriarchats', welches von der amerikanisch-deutschen Bibelwissenschafterin Elisabeth Schüssler Fiorenza eingeführt worden ist um 'miteinander verbundene, interagierende, multiplikative Systeme von Herrschaft und Unterwerfung zu beschreiben, in denen dieselbe Person in einem Kontext unterdrückt und in einem anderen Kontext privilegiert sein kann. Es ist eine intersektionale Festlegung des Begriffs des Patriarchats, es erweitert die Analyse der Unterdrückung jenseits geschlechtsspezifischer Diskriminierungen um die Dynamik des Rassismus, Heterosexismus, Klassismus, Ethnozentrismus, der Altersdiskriminierung und anderer Formen der internalisierten und institutionellen Diskriminierung.' (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Kyriarchat)

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Gemach gemach liebe Michaela Lusru:Prostitution oder euphemistisch Sexarbeit ist nicht das älteste Gewerbe der Welt, sondern ein Relikt der Sklavenhaltung(hier nachzulesen: https://www.stopp-prostitution.ch/info/mythen-ueber-prostitution. Welcher Erklärungskategorie du dies zuordnen möchtest, überlasse ich dir. Und klar könnte sich der junge Bulgare prostituieren, tut er vielleicht zur Not sogar, doch statistisch wahrscheinlicher ist wohl, dass er kriminell wird. Mit recht weisst du auf die intersektionalen Komponenten hin, welche unbedingt zu beachten sind, als da sind Rasse, Klasse, sozialer Status, aber halt auch und immer noch Geschlecht. Ich kann dich beruhigen: Ich sehe die Welt farbig und nicht schwarz-weiss.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Michaela Lusru sagt:

    @Esther Gisler Fischer sagt: 8. Juli 2018 um 19:50 Uhr "...beim Phänomen Sexarbeit/Prostitution neoliberaler Kapitalismus und patriarchale Strukturen und Mentalitäten verschränken." Kann es sein, Esther, dass sich in einer Gesellschaft, die seit hunderten von Jahren patriarchalisch und seit hunderten von Jahren "neoliberal" (genau genommenm war Kapitalismus NIE etwas anderes) entwickelt und profiliert hat, logischerweise Alles miteinander "verschränkt", ohne dass da Neoliberalität oder Patriarchalität sich gegenseitig zwangsbedingen würden?? Es ist mir zu billig und zu naiv, diesen beiden Phänomenen gegenseitig die Urheberschaft für das je andere zuschreiben zu wollen, zumal bekanntlich das "älteste Gewerbe der Welt" lange vor der Neoliberalität und der Vormacht des Patriarchats im Sinne desw Wortes "fröhliche Urständ" feierte - es gibt eben auich andere Ursachen für gesellschaftliche Erscheinungen, als "Das" Patriarchat, oder "der" Neoliberalismus, und damit nicht einfach konstruktionell abschaffbare, in welcher Art von Gesellschaft vauch immer ... Und: "Worauf ich aufmerksam machen wollte ist, dass sich ein junger Bulgare wohl nicht prostituieren würde." - Wie kommst du denn nun auf diese Art von Mustopfidee, wieso sollte ein junger Bulgare das nicht tun, wenn es doch viele deutsche und andere junge Männer auch tun? Es gibt docxh nicht nur Frauen und Frauenprobleme auf unserer Welt, und nicht jedes Frauenproblem ist eines, nur weil es Frauen gibt, oder weil das nur bei Frauen anzusiedeln ist. Z.B. die soziale Gleichstellung und -Teilhabe ist vor (!) allem Anderen und damit primär keine zwischen Mann und Frau, sondern zwischen unten und oben, und zwar sowohl für Frau wie für Mann, als eigentliche Ursache für die in der Folge entstehenden Zurücksetzungen von Frauen und deren Verfestigung in der Gesellschaft. Ohne grundsätzliche Lösung dieser Frage bleibt Feminismus ein Nischenproblem einer Gruppe Frauen. Es ist stets das GANZE zu sehen, bevor eilige oder naive Schlussfolgerungen das Handeln verqueren. Ob du insgesamt die Welt eventuell etwas zu simpel siehst, zu schwarz-weiss (gut-böse) ?

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Michaela Lusru sagt:

    Der Versuch (!) der "Entwirrung" der von dir als "gefährliche Nachbarschaften" benannten Probleme ist lobenswert, bleibt jedoch rudimentär, weil z.B.: "Es gibt eine freiheitliche Art der Globalisierung und eine repressive." - Nein, gibt es nicht, da (diese) Globalisierung allein bereits nur als "Amerikanisierung" (Zitat Henry Kissinger)damit bereits vom Wesen allein dem (US-)Amerikanischen Exceptionalismus folgt ("Amerika first"/Trump, "Die USA wird überall auf der Welt IHRE Interessen durchsetzen /Obama auf Westpoint). Dass über dieses Verständnis für alle nicht"amerikanischen" Beteiligten keinesfalls DEREN "freiheitliche" entstehen kann sondern nur das Gegeteil möglich ist, ist auffällig einfach zu erraten. (Alt-Global-Kriegsherr Henry Kissinger: Globalisierung ist NUR Amerikanisierung). Ob der Globalisierung da für deine Sicht erst mal ein völlig anderer Inhalt mit tatsächlich freiheitlichem Namen zu verpassen ist, statt zwar feministisch verbalisiert das einfach hinzunehmen mit dieser Art der (gesellschaftlichen) Globalisierung? Desweiteren deine "rechts-links" Nachbarschaften: Unsere menschliche Gesellschaft ist eine GANZHEIT, sie ent- und besteht nur aus den vorhandenen und nachwachsenden Menschen und ihren Gruppen und orientiert sich auf deren Gleichwertigkeit ihrer Würden und Existenzen, also unverzichtbar auch auf das, was du "Links", "rechts", oder eben randständig und alles dazwischen (der grosse Rest!) nennst. Für die aufgrund so nebeneinander (!) zwangsläufig entstehenden unterschiedlichen gesellschaftlichen Meinungen und Interessen und damit beschworenen Konflikte haben bereits die alten Griechen die auch nach ihrem Wissensstand nicht untadelige oder voll befriedigende Gemeinschaftsregulierung der DEMOKRATIE erfunden und sie gelebt, um Konfliktlösungen ausschliesslich friedlich zu ermöglichen. Bis heute hat sich uns keine sinnvollere und effektreichere Geselschaftsregulierung vorgestellt, als diese äusserst unvollkommene und oft unzureichende Demokratie, die jedoch nur dann ihre Potenzen ausschöpfen kann, wenn sie nicht nur die von sich selbst selektierenden bestimmten Gruppen ist, sondern die Demokratie ALLER vorhandener Gruppen (s. Gruppentheorie!). Das heisst, eine Stigmatisierung bestimmter Gruppen hebelt diese Demokratie bereits im Ansatz aus und beseitigt oder verhindert die Friedlichkeit. Dabei ist es völlig egal, welche dieser Gruppen oder deren Interessen sich in der Sache oder verbal "gefährlich nahe" kommen oder medial (gruppeninteressengeleitet)dazu gestanzt oder degeneriert werden. Aus der Sicht einer erfolgsträchtigen Demokratie ist ein (Gruppen-)"Abdriften" damit bei entsprechender demokratischer Basiseinstellung nicht möglich, oder bedeutungslos, oder verräterisches Zeichen für nichtverstandene rsp. nicht gelebte Demokratie. Weder rechts, noch links, noch liberal, noch konservativ oder "progressiv" sind allein dadurch demokratiefeindliche oder -fördernde Positionen, solange sie GEMEINSAM daran nicht gehindert sondern praktiziert werden. Diese Aspekte erlaube ich mir ergänzend und offensichtlich nicht ohne Grund deinen Ausführungen hinzu zu fügen, mit dem sachten Hinweis, dass der Feminismus nur eine der vielen Gruppen und mitnichten die "first" ist und eine Gesellschaft sich allen Gruppen zuzuwenden hat, will sie friedliches Zusammenleben sicherstellen. PS.: In diesem thematischen Zusammenhang darf ich an meine Frage an Dich erinnern, was denn nach der endgültigen Abschaffung des Patriarchats durch den Feminismus an dessen ordnende, organisierende und stimulierende Stelle treten soll, evtl. ein Matriarchalismus? Es ist noch kein anderes platzwürdiges Modell bekannt, und der Demokratie hätte auch diese und auch alle anderen Vorschläge Rechnung zu tragen ...

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Sammelmappe sagt:

    Ich bin auch schon sehr gespannt, was sie weitermacht. Sie hat ein Buch geschrieben, das aber leider hier nicht zu erhalten ist. Es heißt "Ten Steps to Nanette". Es ist schön, dass durch diese Plattform eine kleine Schnittstelle entsteht, durch die Informationen zwischen den Welten (Filterbubblen) fließen.

    Artikel: Schaut Nanette!

  • Thomas Schupp sagt:

    Das sehe ich ähnlich wie du, Antje. Meine Begriffe, mit denen ich die Welt analysiere, heißen statt freiheitlich und repressiv eben herrschaftsfrei bzw. antiautoritär und autoritär. Mit links und rechts kann ich wenig anfangen.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • user unknown sagt:

    Ich möchte mich da vielen Gedanken anschließen. Es scheint mir eine Tendenz zu geben, sich möglichst plakativ von den dümmsten Vertretern von Gegenpositionen abzugrenzen, was zwar die Anzahl derer, die einem zustimmen könnten, maximiert, aber die eigene Position letztlich zu einer Karikatur reduziert. Die Unterscheidung freiheitlich oder repressiv ist mir dabei auch sehr wichtig, aber einen Universalschlüssel sehe ich darin auch nicht. Es gibt nicht nur eine freiheitliche Art, Apfelkuchen zu backen, und eine repressive. Es gibt jeweils viele Arten und mit "freiheitlich" und "repressiv" sind sie etwas untercharakterisiert. Die Verhaltenskategorisierung selbst scheint mir schon nicht sehr freiheitsorientiert zu sein. Neben der Freiheit sind aber auch Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaat, Minderheitenschutz, Wahrheit und Demokratie für mich Werte, die ich nicht aufgeben will. Wer darüber hinaus will, wer mehr will, der soll es ruhig anstreben, aber wenn eines davon angegriffen oder geopfert werden soll, dann müsste man mich erstmal davon überzeugen, dass das auch funktioniert. Etwa was die Frage nach bulgarischen Prostituierten gibt: Ist das wirklich so, dass es keine männlichen Prostituierten gibt? Ist das wahr? Verhältnisse anzustreben, in denen es attraktivere Alternativen gibt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sollten geschaffen werden. Bis dahin wäre vielleicht schon viel erreicht, wenn man Betroffenen von Kinderprotistution und Zwangsverhältnissen mit Gewalt Rechtschutz und soziale Hilfe zukommen lassen würde und nur noch die anschaffen gingen, die faktisch Alternativen haben. Ich fürchte, wenn ich sage, dass ich nicht will, dass meine Tochter auf den Strich geht, auch Reste patriarchalen Denkens mitschwingen. Die differenzierte Diskussion aller Fragen zwischen Essentialismus und abstrakter Gleichheit sehe ich dabei aber als ein Problem, von dem ich keine Ahnung habe, wie man es lösen oder angehen sollte.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Ute Plass sagt:

    Wie stark Kapitalismus u. patriarchale Strukturen/Mentalitäten miteinander verzahnt sind, zeigt sich ganz besonders im Bereich von sog. Friedenssicherung durch atomare Abschreckung: https://www.deutschlandfunk.de/spiel-mit-der-bombe-der-albtraum-vom-beherrschbaren.740.de.html?dram:article_id=422367

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    @Antje: Klar hast du Recht damit, dass sich beim Phänomen Sexarbeit/Prostitution neoliberaler Kapitalismus und patriarchale Strukturen und Mentalitäten verschränken. Worauf ich aufmerksam machen wollte ist, dass sich ein junger Bulgare wohl nicht prostituieren würde. Dass also wirtschaftliche Not auf patriarchale sexuelle Präferenzen stösst. Es ist m. E. also hilfreich, dass der Fokus mal auf die Freier, deren Sexualität und sie Geschlechterverhältnisse im Spätkapitalismus gelegt wird, wie es die neuste Kampagne der Frauenzentrale Zürich tut: www.stopp-prostitution.ch

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Ute Plass sagt:

    "Gefährliche Nähe" ist eine doppeldeutige Bezeichnung, da diese ja auch mit den eigenen Feind/Abwertung -und Ausschlusskategorien in Kontakt bringen kann und so das unangenehm eigene Verdrängte bewusst werden lässt. Diese hochnotwendige Reflexion und Auseinandersetzung bewahrt evtl. vor moralischem Überlegenheitsgestus, mit dem heute doch sehr rasch Menschen als Nazis, Rassisten, Antisemiten.... etikettiert werden. Das heißt natürlich nicht, Menschen verachtendes, repressives u. verletzendes Verhalten und Denken als gegeben hinzunehmen.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Ute Plass sagt:

    "Eventuelle Gemeinsamkeiten, die ich zwischen mir und meiner „rechten“ Nachbarin bemerke, müssen mich nicht gleich in Panik versetzen, weil sie nicht unbedingt ein Zeichen dafür sind, dass ich auch schon fast rechts bin. Im Gegenteil, sie können mir vielleicht dabei helfen, mit ihr ins Gespräch zu kommen und ihr die Tür (oder das Wurmloch) zurück „zu uns“ zu zeigen. Denn es ist kein weiter Weg." Finde ich sehr gut, dass du auf "eventuelle Gemeinsamkeiten" hinweist. Ein wichtiger Türöffner um ins Gespräch zu kommen.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Miria sagt:

    Hallo Antje, ich finde deine Überlegungen bezüglich der "Nachbarschaft" durchaus interessant. Ich frage mich allerdings, warum diese strikte Trennung bzw nötig ist... Wenn es ein paar Themen gibt, bei denen Feministinnen evtl die gleiche Meinung vertreten wie eine andere bestimmte Gruppe (oder seien es Feministinnen unterschiedlicher Strömungen), warum dann nicht in diesen Punkten einander zustimmen und miteinander arbeiten, um das gemeinsame Ziel zu erreichen? Nur wenn man in einzelnen Punkten Zusammenarbeit, bedeutet das schließlich nicht, dass ich jeder Ansicht der anderen Person zustimme oder die in jeder ihrer Ansichten unterstützte. Kann man nicht auch viel eher bei einem nachbarschaftlichen, vielleicht sogar freundschaftlichem Verhältnis auf den anderen einwirken bzw versuchen, dessen Meinung in einzelnen Punkten zu verändern? Zu einem weiteren Punkt in deinem Text möchte ich (auch wenn es nach meinem Verständnis nur ein Beispiel und somit nicht an vorderster Stelle war) auch noch kurz eingehen: du schreibst "... wobei die am weitesten voneinander entfernten Punkte die „Extremen Linken“ oder die „ganz weit Rechtsaußen“ sind." Allerdings empfinde ich das genau anders, diese beiden Gruppen sind genau das, was du "gefährliche Nachbarschaft" nennst. Auch wenn sie vordergründig behaupten, sie unterscheiden sich stark, so sind sie sich eigentlich viel näher: beide Gruppen finden es legitim, ihre politischen Willen und Überzeugungen mit Gewalt und Repressionen gegen andere Menschen durchzusetzen. Insofern passt auch deine Unterscheidung zwischen "freiheitlich" und "repressiv" nicht, wenn du diese - so wie ich es verstanden habe - analog zu "links" und "rechts" verendest. Sowohl moderate Linke als auch moderate Rechte können freiheitliche Ansichten und Werte vertreten, während die Extreme beider Seiten dies nicht tun. Ich habe schon zu lange als Feministin meine Freiheit und meine Selbstbestimmung als Frau verteidigt, um das nun wieder zu riskieren, weil jemand der Meinung ist, die Repression und Vorschriften und Frauen gegenüber, die von nicht Rechten Gruppen kommen, sind nicht zu verurteilen! Liebe Grüße, Miria PS. Ich hoffe, es ist in Ordnung, dass ich dich hier im Sinne des Umgangs im Internet geduzt habe. :)

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Elisabeth Jankowski sagt:

    Liebe Antje, das ist ja schon mal ein schöner Anfang, über das Thema nachzudenken. Wenn ich aus den Ferien zurück bin, werde ich genauer dazu etwas britragen. Elisabeth Lisa Jankowski

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Antje Schrupp sagt:

    @Esther - Das System, das sehr vielen Menschen, und nicht allein Frauen, nur die Wahl lässt, in die Armut abzusinken oder irgend eine menschenunwürdige Arbeit zu machen, nennt sich neoliberaler Kapitalismus. Ich finde, die Situation wird falsch beschrieben, wenn man das Problem dieser Frauen "nur" auf Patriarchat reduziert. Da fällt dann nämlich die Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen Faktoren hinten runter, die ja hinter dem Ganzen stehen. Du kannst natürlich sagen, "Patriarchat" ist ein Oberbegriff und auch für den Kapitalismus mit verantwortlich. Dann würde ich aber sagen, das ist eine zu allgemeine Analyse, die dem Thema hier auch nicht gerecht wird. Bei Sexarbeit aus Armutsgründen geht es in erster Linie um wirtschaftliche Zwänge, nicht um patriarchale, das ist in meiner Analyse der Unterschied zur Prostitution. Selbstverständlich behaupte ich nciht, dass wirtschaftliche Zwänge etwas Tolles sind und dass es Frauen, die unter ihnen leiden, gut geht. Ich sage, dass sie etwas anderes sind als patriarchale Zwänge.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Im postpatriarchalen Durcheinander (nach Ina Prätorius) verschwimmen in der Tat auch zwischen Feministinnen die Grenzen. Es ist eine Haltung der Differenzverträglichkeit (nach Hans Saner) angesagt; gerade auch in so kontrovers diskutierten Themenfeldern wie der von Sexarbeit und Prostitution. Ich habe deinen diesbezüglichen Kommentar in der ‚Zeit online‘ gelesen und finde all deiner Beispiele zum Trotz die Unterscheidung der beiden Begriffe je nach Kontext spitzfindig: Auch wenn die Bulgarin ohne Druck ihres Vaters schlussendlich „freiwillig“ in Deutschland anschaffen geht, macht sie keine Arbeit, welche eine Frau ihrer Tochter wünscht. Und sie tut es da wohl auch selten unabhängig. Ein System, welches einer Frau nur die Wahl lässt zwischen ihren Körper verkaufen oder in die Armut abzusinken, ist per se patriarchal. Das schleckt auch die sprichwörtliche Geiss nicht weg!

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Danke für den Tipp. Ich werde das Buch auch lesen und bin gespannt, was alles darinnen steht, denn ich weiß auch, wie schön es ist, Tramperin zu sein. Eines war mir aber immer klar und das sollte auch allen klar sein: Es geht nicht, dass ein Mädchen alleine trampt. Das ging früher nicht und geht heute auch nicht. Wir wussten immer, wenn wir zu einer Fernreise aufbrechen, sollten wir uns nicht alleine an den Straßenrand stellen, sondern immer einen entfernten Freund, einen Klassenkameraden oder einen Kumpel mit auf die Reise nehmen. Nicht einen engen Partner, sonst ergeben sich andere Probleme bei den Herausforderungen des Unterwegsseins, sondern einen sogenannten Nebenfreund, einen Interessenskollegen oder einen Jugendkameraden. So eine Reisekameradschaft findet sich und das Zu-zweit sein ist sicherer. Auch kann man sich unterwegs viel erzählen und kann Probleme, die zu Hauf bei solchen Reisen auftauchen, besprechen. Ich erinnere mich mit Freuden, als ein Studienkollege und ich eines Morgens beschlossen, nach Norwegen aufzubrechen, uns sodann an der Nürnberger Autobahn trafen und eine Reise in den hohen Norden starteten - zunächst auf dem Beifahrersitz eines Lastwagens. Unvergessen schön und beeindruckend all die Erlebnisse, Erfahrungen und das unmittelbare Kennenlernen von Land und und vielen verschiedenen Leuten - nicht von der Ferne, sondern von der Nähe. Ganz nebenbei: Seitdem trinke ich Tee ohne Zucker, weil wir in der Einsamkeit Norwegens keinen Zucker bekamen und die Leute dort, die wir beim einsamen Unterwegssein kennenlernten, auch keinen Zucker in ihren Tee schütteten. Nach 3 Tagen schmeckte der Tee ohne Zucker viel besser als mit und seitdem mag ich Tee mit Zucker nicht mehr. Das aber nur nebenbei - eine kleine Erinnerung an wochenlanges Trampen durch die verlassenen Hügel von Norwegen.

    Artikel: Ein ganz eigenes Reisegefühl beim Trampen

  • Heinz Mauch sagt:

    Der Kommentar von Brigitte Leyh bringt es auf die Ebene, die beim Thema "Trampen und Frauen" heute einfach als normal angesehen wird. Gefährlich. Aus Frauen werden "leichte Mädchen" und aus Männern "Vergewaltiger". Was ist nur aus uns geworden, dass wir uns unsere Weltanschauung so manipulieren lassen. Natürlich gibt es "leichte Mädchen" und natürlich gibt es "Vergewaltiger" und daneben gibt es über 90% entdeckerfreudige, spannende Frauen und anständige, lebensbereichernde Männer. Deshalb finde ich den Buchtipp hervorragend als Möglichkeit, die Klischees im eigenen Kopf mal wieder zu sortieren und mutig zu entsorgen, was nur medial und vom Hörensagen aufgebaut wird. Ich weiss, so könnte das Leben ja plötzlich wieder spannend werden, ohne das irgendeine Bedrohung oder ein moralisches Vergehen vorhanden sind, sondern einfach Interesse verbunden mit Abenteuerlust. Der Sommer kann kommen.

    Artikel: Ein ganz eigenes Reisegefühl beim Trampen

  • Beate Stoelzel sagt:

    eine kleine Bemerkung zum Thema Eurozentrismus: Die Ureinwohner Australiens werden in der westlicehn Welt Aboriginals genannt, die Maori wohnen in Neuseeland

    Artikel: Ein ganz eigenes Reisegefühl beim Trampen

  • Brigitte Leyh sagt:

    Es wäre ein Zeichen von Freiheit auch für Frauen,wenn ihr Trampen all die Gefahren mißachten könnte. Dass Tramperinnen - auch wenn sie nicht in der Nähe des Strichs stehen- leicht mit "leichten Mädchen" verwechselt werden, hört frau immer wieder und lässt mich vom Trampen sowas von dringend abraten. Wenn es aber unbedingt sein muss, dann bitte schön Auto-Kennzeichen vorher per sms an eine Freundin senden. ich selbst habe auf einer längeren Fahrt einen jungen Mann mitgenommen, aber nur, weil ich vorher seinen Personalausweis sehen und den Namen an eine Freundin per SMS schicken durfte.

    Artikel: Ein ganz eigenes Reisegefühl beim Trampen

  • Dorothee Markert sagt:

    @Brunhild Krüger: Danke für deine Ergänzung! Ja, Abtreibungen aus finanziellen Gründen könnten staatliche Maßnahmen tatsächlich verhindern helfen, und es ist eine Schande, dass das nicht geschieht. In Freiburg gab es in den 80er-Jahren einen Modellversuch, da wurden Alleinerziehende einige Jahre lang zusätzlich zur Sozialhilfe finanziell unterstützt, so dass sie auf 1000 DM monatlich kamen, wovon man damals recht gut leben konnte. Einige Frauen aus meinem Umfeld haben sich in dieser Zeit einen Kinderwunsch erfüllt oder Kinder bekommen, die ursprünglich nicht geplant gewesen waren. @Ute Plass: Nein, außer mit einer Frau im Hostel, die ein Abzeichen mit "Yes" trug, hatte ich während meiner Reise keine Gespräche mit Aktivistinnen.

    Artikel: Unterwegs in Irland vor der Volksabstimmung zur Abtreibung

  • Luise F. Pusch sagt:

    Danke für die Empfehlung; ich hatte einen Tag zuvor die Empfehlung in der New York Times gelesen, dann kam Deine ausführlichere noch dazu, also hab ich sie mir gleich angesehen. The Great Gadsby, sie ist wirklich großartig! Schade dass ich sie erst kennenlernte, als sie ihren Rücktritt von der Comedy erklärte. Ich bin gespannt auf ihre weiteren Taten und Werke. Hoffentlich bleibt sie uns noch lange erhalten. Sie lebt sehr gefährlich.

    Artikel: Schaut Nanette!

  • Ute Plass sagt:

    "Völlig daneben fand ich im Zusammenhang mit dem Thema Abtreibung Plakate der „Feministisch-sozialistischen Bewegung“, auf denen es hieß „Ja für Gleichheit, Freiheit und Wahl“, denn wie soll in diesem Punkt Gleichheit hergestellt werden?" Treibt seltsame Blüten, dieses "Gleichheitspostulat". Hast du die besagte Bewegung mal darauf aufmerksam gemacht?

    Artikel: Unterwegs in Irland vor der Volksabstimmung zur Abtreibung

  • Brunhild Krüger sagt:

    Vielen Dank für die Informationen und vor allem für diese wunderbaren Argumente. Darf ich hierzu noch eine praktische Erfahrung aus der Situation in der DDR ergänzen? Als damals, 1971 (glaube ich war es), die Volkskammer die Streichung des Paragraphen, der Abtreibung unter Strafe stellte, beschloss, wurde überall heftig darüber diskutiert. Letztlich hat sich diese Entscheidung aber bewährt und zwar aus einem noch ganz anderen Aspekt: Parallel zu dieser juristischen Entscheidung wurde die "Pille" erst verbilligt und schließlich kostenlos an alle Frauen (auch unverheiratete) abgegeben und ein umfangreiches Sozialprogramm zur Förderung junger Familien gestartet. Es gab z. B. für junge Familien einen Ehe-Kredit von 5000 Mark, der jeweils um 1000 Mark für das erste und zweite Kind, um 1500 Mark für weitere Kinder erlassen wurde. Kindersachen waren hoch subventioniert, so dass die ÖKONOMISCHE bzw. FINANZIELLE Situation immer seltener ein Hinderungsgrund für ein Kind war. Worauf ich jedoch vor allem verweisen will (und ich habe im persönlichen Bekanntenkreis drei konkrete Beispiele dafür erlebt), ist die Tatsache, dass es Frauen nun leichter fiel, sich FÜR ein Kind zu entscheiden. In den drei Familien gab es jedesmal schon zwei (Wunsch-)Kinder. Als die Frauen zum dritten Mal - nun aber ungewollt - schwanger wurden und vor der Entscheidung standen, diese Kind auszutragen, entschieden sie sich BEWUSST UND FREIWILLIG FÜR DIESES KIND. Es wurde dann sozusagen im Nachhinein ein "WUNSCHKIND".

    Artikel: Unterwegs in Irland vor der Volksabstimmung zur Abtreibung

  • Dorothee Markert sagt:

    Dass sich doch etwas ändert, wenn auch sehr, sehr langsam, zeigt die Vergabe des diesjährigen Friedenspreises des deutschen Buchhandels an Jan und Aleida Assmann. Auf dem langen Weg dorthin, die Leistungen von Frauen angemessener in der Öffentlichkeit zu würdigen, finde ich es wichtig, immer wieder über solche Gesten, wie die Weitergabe des Nobelpreisgeldes von Albert Einstein an seine Frau, zu sprechen und zu schreiben, auch wenn sie scheinbar folgenlos blieben. Auch Karl Jaspers hat oft betont, auch öffentlich, dass er seine Philosophie zusammen mit seiner Frau Gertrud entwickelt hatte. Doch wir wüssten nichts davon, wenn Jeanne Hersch, die erste Philosophie-Professorin der Schweiz, es nicht in ihrer Jaspers-Biographie erwähnt hätte.

    Artikel: Frau Einstein

  • Brunhild Krüger sagt:

    Auch hier in Deutschland hat man sich schon lange mit dem Schicksal der ersten Frau von Einstein befasst. Es gibt in dem Spiegel-Heft Nr. 50/1999, das sich ganz dem "Jahrhundert-Genie" Einstein widmet, eine kleine Bemerkung zu Mileva resp. der Darstellung in der "EMMA", Ausgabe Oktober 1983. Der Spiegel schrieb ("Lichtgestalt" meint dabei Herrn Einstein): "Eines der hartnäckigsten Vorurteile über die Schattenseiten dieser Lichtgestalt hat die Zeitschrift "Emma" verbreitet. In ihrer Ausgabe von Oktober 1983 stellt sie ihren Leserinnen die Gattin des Genies, die Physikerin Mileva Maric als 'Mutter der Relativitätstheorie' vor." Da fragt man sich schon, warum die Beteiligung von Mileva an seinen Erkenntnissen so hartnäckig und so emotional ausgeschlossen werden muss.

    Artikel: Frau Einstein

  • Daniela Ghielmetti sagt:

    Falls sie Interesse an einer Frau im Schatten ihres Mannes haben, kann ich auch das Buch "Im Schatten Albert Einsteins. Das tragische Leben der Mileva Einstein Maric" geschrieben von Desanka Trbuhovic-Gjuric im Verlag Paul Haupt Bern und Stuttgart empfehlen. Erschienen 1988 mit Abbildungen aus Privatbesitz, Stadtdarchiv Zürich und der Bibliothek ETH Zürich. Dieses Buch zeigt die Lebensgeschichte der Mileva als Lebensgefährtin, und Mutter zweier Söhne, von Albert Einstein. Das Buch basiert auf wahren Gegebenheiten, eine Biographie "zu einer verspäteten Anerkennung Milevas zu verhelfen"

    Artikel: Frau Einstein

  • Juliane Brumberg sagt:

    Zu diesem Thema haben wir bei bzw-weiterdenken schon mal ein Buch vorgestellt: http://www.bzw-weiterdenken.de/2015/09/vorhandene-spielraeume-erkennen-und-nutzen/.

    Artikel: Frau Einstein

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Ja! Ute Plass... "sich des eigenen Begehrens bewusst werden..." Die wahren Bedürfnisse erkennen. Dies ist der erste Schritt zum politischen Handeln in einer Gesellschaft, die auf Leistung zielt und auf Profit.

    Artikel: Das, was nicht von mir abhängt

  • Ute Plass sagt:

    "Das, was nicht von mir abhängt" erinnert mich an das sog. "Gelassenheitsgebet". "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Wesentlich zum Weiterdenken finde ich Tommasis 'Zweifel am weiblichen Begehren', besonders Ihre Frage: " Ist das nicht ein Mythos, dass es solch ein anderes authentisches originelles weibliches Begehren gibt? Eines, das in der Lage ist, sich von den männlichen Zielen abzugrenzen und den Weg zu bereiten für ein Anderswo, zu einer anderen Welt innerhalb dieser Welt?" Dass Mensch sich überhaupt seines eigenen Begehrens bewußt werden kann, halte ich für über-lebensnotwendig in dieser unserer Welt, in die fast täglich die Botschaft ergeht, dass mannfrau Leistung und Profit begehrenswert finden und entsprechende Wege in diese Richtung gehen soll-t-en. Das eigene Begehren zu erkennen passt natürlich nicht in diese vorherrschenden Botschaften, da es ein wunderbar-gefährliches Potential für deren Veränderung in sich trägt. Danke, Antje, für diese großartige Übersetzung und Zusammenfassung.

    Artikel: Das, was nicht von mir abhängt

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    @Heinz Mauch-Züger: Welche 'genialen Aspekte der Kapitalismus für das Zusammenleben in sich trägt' sehe ich nicht. Eher ist der "Götze Markt" (Franz Hinkelammert) eine alles verschlingende Bestie.

    Artikel: Es gibt Alternativen zur Logik des Marktes

  • Ute Plass sagt:

    *Alte* Frauenbewegung mit neuem Elan: http://www.fr.de/politik/oesterreich-die-rebellion-der-alpen-omas-a-1510563,0#artpager-1510563-1 :-)

    Artikel: Vom Versagen der Kleinfamilie

  • Schier, Johanna Helen sagt:

    Auch ich bedanke mich für den Buchtipp und die gelungene Rezension. Die Bestellung des Buches für mich und weitere interessierte Freund_innen ist unterwegs. Uns sind die Zusammenhänge schon seit Studienzeiten (80er Jahre...) bekannt, dennoch lesen wir gern Neugedachtes zum Thema "das Versagen der Kleinfamilie". Schade, dass Nichtakademiker_innen nur weiterhin "by the way" mitdenken können.

    Artikel: Vom Versagen der Kleinfamilie

  • -Ute Plass sagt:

    Danke, Juliane, dass du mit dieser Buchrezension auf diese hochwichtige Thematik verweist. Habe das mal sogleich an meine Töchter und Söhne weiter geschickt, da diese sich in dem 'bitteren Fazit', welches du ziehst, in verschiedenster Hinsicht wieder finden dürften. Heute haben ja tausende Menschen in Berlin wegen der "Kita-Krise" demonstriert, was ich für wichtig und notwendig erachte, aber darüber hinaus hoffe, dass Protest und Widerstand gegen das vorherrschende, zerstörerische Wirtschaftssystem gesamtgesellschaftlich zunimmt , verbunden mit der Einsicht, dass es um das gute Leben für ALLE geht.

    Artikel: Vom Versagen der Kleinfamilie

  • Eveline Ratzel sagt:

    Ja, das liebe Geld in der Ehe - zwei prototypische Beispiele, die ich während dieser Woche erlebt habe. 1. Beispiel, Frau 60plus. Ihr Mann hat mit einer seiner Kolleginnen sexuelle Kontakte. Ihre Rentenerwartung ist erbärmlich niedrig, seine Pensionserwartung sehr rosig. Ihre Reaktion mir gegenüber: Ach, das mit dem Sex wird doch immer überbewertet... 2. Beispiel, Frau 70plus. Sie hat auf der Bank Probleme mit dem Ausdruck ihrer Kontoauszüge und wendet sich an einen Bankangestellten. Der sagt, ihr Mann mache online-banking, da brauche sie doch keine Auszüge. Die Frau erzählt in großer Runde, wie sie reagiert habe. Sie sagt, sowas habe sie noch nie gesagt! Also erfuhr der Bankangestellte, dass sie ein eigenes Konto habe und ihr Mann nicht zu wissen brauche, wofür sie ihr Geld ausgäbe und was sie sich gönne. Über das hinaus, was Juliane Brumberg so präzise und eindrücklich zusammengefasst hat, sind Ehe und Kleinfamilie oft, viel zu oft Orte jahrzehntelanger Zucht und Erpressung, auf die Frauen mit vorauseilendem Gehorsam, Bagatellisierung und diesem verschwörerischen Zwinkern reagieren, das ausdrückt, sie hole sich ihren Anteil schon...Oder Eine strafft sich, blafft den Banker an und verbreitet die story in großer Runde. Als sie dies zum dritten Mal tut, fällt ihr dazu Elisabeth Selbert ein, die mit anderen Frauen zusammen für die Gleichberechtigung im Grundgesetz gesorgt hat.

    Artikel: Vom Versagen der Kleinfamilie

  • Anne Lehnert sagt:

    Oja, das Thema Geld ist auch bei uns gerade eine große Belastung! Vor allem seit ich entschieden habe, weniger in meinem Beruf, also bezahlt, zu arbeiten, um für meine vier Kinder und den Haushalt besser sorgen zu können. Da ich oft mit oder ohne Kinder einkaufe und auch Karten für Theater und Konzerte besorge, muss ich meinen Mann dauernd um Geld bitten. Das finde ich entwürdigend. Auch wenn ich mir mal was gönne, möchte ich mich nicht rechtfertigen müssen. Sicher liegt es daran, dass wir als Paar die neue Einkommenssituation noch nicht berücksichtigt haben, aber grundsätzlich finde ich ein Wirtschaftssystem falsch, das die meist von Frauen geleistete Care-Arbeit nicht würdigt!

    Artikel: Vom Versagen der Kleinfamilie

  • Antje Schrupp sagt:

    @Anja - Ah, danke, so verstehe ich es besser!

    Artikel: Ein Plädoyer für die Kunst des Balancierens über den Abgrund

  • Schier, Johanna Helen sagt:

    An Feiertagen stöbere ich gern in älteren Artikeln von "Beziehungsweise weiterdenken" und lese den Beitrag von Juliane Brumberg von 2011. "Was fehlt, ist Vertrauen." Es geht um das Vertrauen zwischen Patient_innen und Ärzt_innen. Die Kommentare habe ich nicht gelesen... Hinzufügen möchte ich spontan: "Was Du willst, was man Dir tu, das füg auch jedem anderen zu." Patient_innen sollten davon ausgehen können, dass sie so behandelt werden vom Arzt, wie er selbst in einer vergleichbaren Situation behandelt werden möchte.

    Artikel: Was fehlt, ist Vertrauen

  • Anja sagt:

    Liebe Stefanie, jetzt erst hatte ich Zeit, deinen Text aufmerksam zu lesen (noch nicht die Kommentare dazu). Nur diese Bemerkung: Ich verneige mich vor dir und deiner inneren Stärke! Der in meinen Augen wichtigste Satz ist dieser: Männer sind keine Tiere. Alles andere wird sich daraus ergeben. Der Weg ist vielleicht deswegen noch so lang, weil es für dein Ziel eben nicht um uns geht, sondern um die Heilung der kollektiven Wunden bei den Männern. Da können wir nur zweitrangig aktiv werden. Das ist Männerarbeit. Aber da tut sich jetzt auch etwas!!!! Lyla June, indigene Aktivist in, hat gerade ein Lied gemacht zur Heilarbeit für Europa mit Blick auf die Hexenverbrennungen. Und sie hat auf den bisher völlig tabuisierten Aspekt der Traumatisierung der Männer DIESER Frauen hingewiesen. Das ist völlig unterbelichtet bisher. Ein Mann, der aufgrund von institutioneller Übermacht seine Lieben nicht schützen kann, ist ein traumatisierter Mann. Und meiner Meinung nach ist diese "Art" Trauma der Kern der rechten Bewegung, die wir gerade erleben ...

    Artikel: Warum ich Sperma-Care nicht für theologisch oder sonst wie begründbar halte

  • Anja sagt:

    ... und natürlich kann ich das Modell auch andersrum nutzen: warum du, Antje, keinen Bock hast, mit einem Nazi zu reden, ist mir klar, aber warum sieht die andere Frau nicht die Gefahr in dem, sondern vielleicht den starken Mann? Vielleicht gibt es zu ihrer Rechten ein starkes Bedürfnis nach Schutz und das sucht nach Abhilfe. Diese Frau steckt noch im patriarchalen Denken, wonach Schutz für Frauen von starken Männern kommt (sie erfährt die aktuelle Gesellschaft und ihre eigenen Kräfte nicht als stark und beschützend genug um allein darauf vertrauen zu können). Das wissend könnten wir auf sie zugehen und sagen: das BGE wäre ein struktureller Schutz für dich ... wäre das nicht verlockend?

    Artikel: Ein Plädoyer für die Kunst des Balancierens über den Abgrund

  • Anja Boltin sagt:

    Liebe Antje danke für Dein Interesse und die Auseinandersetzung mit meinem Text! Das was ich ausdrücken will, tangiert einen Überschneidungsbereich von psychologischen, politischen, theologischen und philosophischen Themen. Ich habe im Text alles anklingen lassen (insbesondere, wenn man den zweiten auch liest). Um dir zu antworten, würde ich mich aber gern auf den psychologischen Aspekt konzentrieren. Nur in dem Sinne verstehe ich das Balancieren auf der Münze, als inneren Prozess, den jede für sich allein zu tun hat. Es ist eine Aufforderung zur Beschäftigung mit sich selbst, mit dem „Einüben“ von Selbstreflexion bezüglich der Frage: Wo ist mein inneres "Links" (meine Wohlfühlzone, all das wozu ich entspannt und ohne Stess "Ja!" sagen kann, was mich stärker ins Vertrauen bringt etc.) und wo genau habe ich mein inneres "Rechts", also all das, was mich in eine unangenehmere Gemütsverfassung bringt, was mir auferlegt, mich zum Beispiel selbst wieder zu beruhigen oder beruhigende Informationen einzuholen oder andere um Unterstützung zu bitten. Da ist erst einmal gar nichts politisch gemeint! Auch Rechte haben eine Wohlfühlzone, einen Bereich in dem sie problemlos "Ja!" sagen und voll "im Vertrauen" sind (vielleicht so: "Der gehört zu uns! Den hab ich - strategisch - im Griff ... was weiß ich, kann mich da nicht so gut reinversetzen) und einen Bereich wo es für sie innerlich brenzlig wird ("Der gewalttätige linke Aff sagt Nazi zu mir, dabei ist der voll naiv, den schlag ich mit seinen eigenen Waffen!" oder so ... wie gesagt …). Natürlich spiele ich in dem Bild auch mit den politischen Lagern, aber darum geht es mir nur am Rande. Ich will werben für das Know-How von Psychotherapeuten, deren Kernkompetenz es wohl ist, JEDE/N noch so Verrückten verstehen zu wollen/können/müssen, ohne dabei als gesunder Mensch im Sumpf von krankhaften Mechanismen zu versinken. (Ich meine „psychisch krank“ definiert sich schon auch durch kranke Mechanismen, die aber keinesfalls dem kranken Menschen anzulasten sind! Bitte mich da nicht falsch verstehen!). Mir scheint es halt angesichts des Rechtsrucks und der veränderten Debattenkultur dringend geboten, solch ein Wissen auch in die gesellschaftlichen Diskussionen hineinzutragen. Und da sind wir ganz beisammen! Mein Kern ist nämlich genau dein Ansatz von „radikal sein“: Wie viel kann ich meinem Gegenüber gerade noch zumuten, ohne die Beziehung zu ihm/ihr zu riskieren? Wie kann ich im "Vermittelnden Modus" bleiben, ohne mich dabei "verrückt machen" zu lassen?

    Artikel: Ein Plädoyer für die Kunst des Balancierens über den Abgrund

  • Antje Schrupp sagt:

    Liebe Anja, danke für den Text, den ich interessant finde. Sehr gut nachvollziehen kann ich das Bild mit der Balance bei vielen Themen, die auf eine falsche Pro-Contra-Weise diskutiert werden, und wo mein Lieblingsmotto ja ist "Das Gegenteil ist genauso falsch". Also etwa zur Zeit die Frage: "Sollen Frauen sich bei sexualisierten Übergriffen selber wehren oder soll man eine sturkturelle Kulturdebatte führen". Oder "Soll man mit Rechten reden oder nicht". Es gibt sehr viele Debatten, wo die Antwort nicht Entweder-Oder (oft aufgeladen in der Logik von "Rechts-links") ist, sondern Sowohl-als-auch (Was ja auch ein Stichwort im ABC des guten Lebens ist: https://abcdesgutenlebens.wordpress.com/category/sowohl-als-auch/ Wenn es aber nicht um konkrete Themen geht, sondern um eine allgemeine politische Positionierung "Links" oder "Rechts", dann verstehe ich das Bild mit dem Balancieren auf der Seite der Münze nicht. Denn zwischen Links und Rechts gibt es ja so ganz allgemein keine Grenze, sondern es ist ein Diskursfeld mit allen möglichen Positionen. Was für die einen links ist, ist für andere rechts, und nicht zufällig ist ja die Frage, wo genau "die Mitte" ist, sehr umkämpft. Momentan zum Beispiel wird die diskurisive "Mitte" deutlich nach rechts verschoben. Wobei dann dein Bild wieder einiges erklärt: Leute, die mit ihren Positionen vor drei Jahren noch auf dem Rand mittig balancierten, sind jetzt links runtergefallen, weil die Münze insgesamt nach rechts gewandert ist. Dennoch empfinde ich die Positionierung zwischen Links udn Rechts im politischen Diskurs nicht als Balancieren, sondern man kann ja herumwandern. Mein Ideal ist eher "radikal" zu sein, in dem Sinne, dass ich an die Wurzeln eines Themas gehe und nicht auf einem oberflächlichen Pro-und-Contra verharre, wobei der Maßstab dafür aber in der Beziehung liegt, denn Politik ist etwas Zwischenmenschliches: https://antjeschrupp.com/2011/03/09/wie-man-radikal-ist/ Das Balancieren wäre dann für mich eher zwischen dem konkreten Konflikt/Dissens mit der Person, mit der ich gerade spreche, und dem Aufrechterhalten des Gesprächs/Der Beziehung....

    Artikel: Ein Plädoyer für die Kunst des Balancierens über den Abgrund