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Forum für Philosophie und Politik

Neueste Kommentare

  • Brunhild Krüger sagt:

    Es irritiert mich, wenn hier von der "Frauengeschichte in der ehemaligen DDR" gesprochen wird. Es gab die DDR und es gab in der DDR Frauenpolitik und Frauengeschichte. Die "ehemalige DDR" - was soll das sein? Die "neuen Bundesländer" liegen auf dem Gebiet der "ehemaligen DDR".

    Artikel: Geschichte von Frauen und Lesben dokumentiert

  • Ute Plass sagt:

    ".....aber ein wunderbarer Anfang ist gemacht." :-)

    Artikel: Geschichte von Frauen und Lesben dokumentiert

  • Spangler Karin sagt:

    Das Buch bringt vieles auf den Punkt, was sonst nur mit der Lektüre von sehr vielen Publikationen möglich wäre. Es ist ein Plädoyer dafür, die Macht der Frau neu in den Blick zu nehmen Frau Lammel kommt zu dem Ergebnis, dass fünf Millionen Jahre Frauenmacht gerade mal 3000 Jahren der Männerherrschaft gegenüberstehen. Es ist ebenfalls ein Plädoyer für die runde, dicke Frau. Sie nimmt u.a. Bezug auf Herlinde Koelbl "Starke Frauen". Das Abschlusszitat des Buches von Rainer Maria Rilke macht die Intention und Vision deutlich: "Vielleicht ist über allem eine große Mutterschaft, als gemeinsame Sehnsucht." Als Religionspädagogin hat mich besonders auch das Kapitel über die Verdrehung und Verfälschung des Schöpfungsmythos in der Bibel interessiert. Die patriarchale Überfremdung der Bibel wird hier unüberlesbar. Mich stört lediglich, dass Frau Lammel von der Schöpfungsgeschichte als Bericht spricht. Das ist der Schöpfungstext nun gerade nicht. Die unterschiedlichen Aspekte zur weiblichen Körperlichkeit lassen vieles aufscheinen, was Frau in der Gegenwart beschäftigt. Sehr lesenswertes Buch mit eindrücklichem Bildmaterial. Danke. Karin Spangler

    Artikel: Eine Feier der Weiblichkeit

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Quoten ermögichen so eine Art Frauen-Talentsuche in den Parteien. Konkret: Es steht ein Listenplatz zur Verfügung, der für eine Frau reserviert sein muss, und der so lange leer bleibt, bis sich eine Frau dafür meldet. So ein Vorgang ermöglicht Frauen, sich überhaupt erst für einen Platz zu bewerben. Natürlich ist die Angst der Herrschenden in einer Partei groß, dass sich eine Frau melden könnte, die stärker ist oder eine größere Ausstrahlung hat, als die männlichen Kandidaten auf den umliegenden Plätzen - und die letztendlich gegen die Männer auf der Liste gewinnen könnte. So werden oftmals bewußt Frauen für Quotenplätze gesucht und ausgewählt, die eher schwach sind und damit eben keine Konkurrenz. Dies zeigt sich anschaulich bei Aufstellungsversammlung: Platz 1 geht an einen starken Mann. Für Platz 2 muss eine Quotenfrau gesucht werden, und wer macht das Rennen: eine besonders angepasste, wenig sagend und kaum etwas ausstrahlende Frau, Platz 3 geht dann wieder an einen starken Mann. Talentierte Frauen werden nach hinten geschoben und erreichen nur einen so unbedeutenden Listenplatz, dass sie bei der Wahl dann verschwinden. Trotzdem ist der Qutotenplatz für Frauen eine Chance. Mir selbst gelang es auch nur über einen Quotenplatz für Frauen, in ein politisches Gremium gewählt zu werden.

    Artikel: Was bringt die Quote – und was nicht?

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Ziemlich ernüchternd diese Bilanz. Was heisst das nun für die nach wie vor im Raume stehenden Forderingen nach Quoten landauf und landab?

    Artikel: Was bringt die Quote – und was nicht?

  • Ute Plass sagt:

    "Heute geht ein für Europa einzigartiges Projekt online: Es startet das Digitale Deutsche Frauenarchiv." https://www.deutschlandfunkkultur.de/deutsches-frauenarchiv-geht-online-wir-sind-immer-noch.1008.de.html?dram:article_id=428004

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Elisa Bolliger-Eggli sagt:

    Wie wohltuend und uns verbindend, dass dank dem Beitrag von Juliane Brumberg das Lebenswerk und insbesondere die matriarchalen Göttinnen-Bilder der Künstlerin Waltraut Beck bis in die Schweiz zu sehen und zu er-kennen sind. Vielen herzlichen Dank! Elisa Bolliger-Eggli, Frauenkultur, Aarau, Schweiz.

    Artikel: Kleine Göttinnen ganz groß

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Danke, liebe Juliane, für diese liebevolle Femmage an Waltraut Beck und ihrer Göttinnen - Mailerei. Schön zu wissen, dass es im Museum Schilligsfürst von ihr eine Dauerausstellung gibt.

    Artikel: Kleine Göttinnen ganz groß

  • Ute Plass sagt:

    Hörenswerter Beitrag über "das komplizierte Verhältnis der Geschlechter" , und wie Selbstermächtigung von Frauen auch aussehen kann: https://www.deutschlandfunk.de/metoo-debatte-das-komplizierte-verhaeltnis-der-geschlechter.1184.de.html?dram:article_id=424409 Der verschriftliche Beitrag dazu ist nicht vollständig, daher unbedingt die Hör-Version anklicken.

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Wunderschön diese Plastiken und Bilder! Ein ergreifendes Lebenswerk! Eine beeindruckende Persönlichkeit!

    Artikel: Kleine Göttinnen ganz groß

  • Adelheid Neumann sagt:

    Ich will hier nur kurz meinen Dank aussprechen,daß ich die -eure - Adresse entdecken durfte und ich mich über jeden Brief freue,den ich hier zu lesen bekomme. Ich kenne mittlerweile doch einige Frauen aus Deutschland,aus der Alma Mater Akademie,der Hagia Akademie, und ..... wie fein,daß es das Netz gibt.... DANKE allen Frauen,ich fühle mich immer wieder aufs Neue gestärkt!! Liebste Grüße aus Wien Adelheid Neumann

    Artikel: Kleine Göttinnen ganz groß

  • Ute Plass sagt:

    @ Gudrun: "Oder wäre das zu gefährlich für das weitere Bestehen von Patriarchat mit seinen kapitalistischen Ausuferungen? Dann doch lieber dafür sorgen, dass auch Frauen in den Aufsichtsgremien der Atomindustrie, den Waffenschmieden usw. sitzen?" Auch meine Hauptsorge gilt derzeit nicht (mehr) "rückständigen Frauenbildern" sondern eher den hier angeführten "kapitalistischen Ausuferungen".

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Kann es sein, dass die Autorin dafür wirbt, dass Mädchen und Frauen sich ganz und gar der patriarchalen - kapitalistischen Arbeitswelt angleichen sollen? Ist das kein Korsett? Würden wir Frauen dadurch die Welt nicht noch unwirklicher machen? Warum setzen wir uns nicht dafür ein, dass Mädchen und Jungen einen Schulunterricht erhalten, der kein Geschlecht über - oder unterordnet, nicht auf Stereoptypen festlegen will, einfach fair und demokratisch ist? Zum Selberdenken ermutigt? Ebenso in den beruflichen Ausbildungen, in der Arbeitswelt? Und natürlich in der Sprache! Oder wäre das zu gefährlich für das weitere Bestehen von Patriarchat mit seinen kapitalösitischen Ausuferungen? Dann doch lieber dafür sorgen, dass auch Frauen in den Aufsichtsgremien der Atomindustrie, den Waffenschmieden usw. sitzen?

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Heinz Mauch-Züger sagt:

    Eigentlich glauben wir einzig zu wissen, was Männlichkeit ist. Und bereits das ist eine Konstruktion. Von dieser Konstruktion her werden dann die Frauen definiert und damit die Weiblichkeit. Ich meine, Frauen können sich gar nicht von Männlichkeit emanzipieren, sie gestalten sie ja grundlegend mit, entweder durch ihre Bestätigung oder ihre Anfeindung. Es gibt ausser den biologischen Gegebenheiten keine natürliche Einteilung in männlich und weiblich, es gibt nur soziale Konstruktionen und darauf basierende Vollzüge, welche uns vermitteln, das ist männlich und das ist weiblich. Fazit: Frauen, macht euer Ding, macht eure eigenen Fehler, feiert eure eigenen Erfolge und bereichert damit die Welt - auch diejenige der Männer. Der Kampf der Geschlechter ist eine dieser miesen Geschichten, welche nur Verlierer hinterlässt. Man frage sich einfach, wem eine solche Geschichte nützt, oder ganz zeitgemäss, wer an einer solchen Ausgangslage verdient. Also, Frauen bauen ihre Welt: ihr Business, ihr Netzwerk, ihre Strukturen - und natürlich sind Männer willkommen, jemand muss ja nachher abwaschen.

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Bari sagt:

    Danke, sich so klar mit den eigenen Schwächen und Irrwegen auseinanderzusetzen und Konsequenzen zu ziehen, ist eine Tugend , die ich von Männern eher nicht kenne. Danke für die offene Darstellung.

    Artikel: „Bist Du Feministin?“ „Na, was denn sonst?“

  • Bari sagt:

    in meiner Kindheit in den 60ern gab es nicht soviel rosa Spielzeug (gab eh weniger als heute) für Mädchen, wieso ist das bei aller vermeintlichen und wirklichen Emanzipation jetzt bloß schon im Kinderzimmer so furchtbar getrennt, das ich doch so ätzend. Und die Frauen machen das ja auch mit???

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Brigitte Leyh sagt:

    Dankenswerte Entlarvung der scheinbaren Chancengleichheit! Wir dürfen nicht ruhen, der Lüge immer wieder die Maske herunter zu reißen. Die klug gewählten Überschriften sowohl des Buches wie auch hier motivieren hoffentlich viele Leserinnen und Leser.

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Ute Plass sagt:

    "Frauen müssen anecken dürfen." Wer, wenn nicht Frau selbst, gibt sich dazu die Erlaubnis?!

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Danke für diese Rezension! Erstaunlich und beängstigend das Beharrungsvermögen von Geschlechterstereotypen, aber auch deren steter Reproduktion.

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Sonja sagt:

    Frauenbratwurst! Gelächter. Gestern irgendwo gelesen: Jemand kommt sich das neue Baby angucken, sagt: hach, ist die Kleine süß! Die Mutter: das ist ein ER. Der Besuch: mit rosa Schnuller? Die Mutter: tja, er ist schwul! :-)

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Ute Plass sagt:

    Sehr beeindruckend, dass und wie sich Barbara Linnenbrügger hier auch der Sehnsucht nach "geführt werden" stellt und die damit verbundenen Irrungen u. Wirrungen nicht tabuisiert. Nicht nur dafür gebührt ihr ein großes Danke

    Artikel: „Bist Du Feministin?“ „Na, was denn sonst?“

  • Jutta Pivecka sagt:

    Ich erwähnte dieses Beispiel, weil es das war, worüber diese junge Frau reden wollte und wozu sie sich kompetent fühlte. Deine Reaktion illustriert meiner Meinung nach ganz gut die Thematik des Ausgangstextes.

    Artikel: Meryams Rede

  • Johanna Helen Schier sagt:

    "Hoppla" Jutta. Worum geht es in Fitness-Studios? Um bestimmte Körperbilder, oder? Bei allem Respekt für Deinen Arbeitsalltag kann ich jetzt gerade nicht nachvollziehen, aus welchem Grund Du dieses Beispiel wählst. Und: Ja! Sie sind unter uns, da stimme ich Dir zu. Jene, solche und andere, die ungern in Augenhöhe kommunizieren, vielmehr gönnerhaft sich "kümmern".

    Artikel: Meryams Rede

  • Marianne sagt:

    Die geschilderte Situation macht mich nachdenklich. Rollenspiel Wie würde ich denken wenn ich der Mann wäre, was würde mich bewegen mich so zu platzieren? Wohl kaum die reine Frage nach einer guten Badestelle, eher die Aussicht auf einen/zwei Frauenkörper, dazu unbekleidet, eine Gelegenheit sich in Position zu bringen, vielleicht kann ich landen oder zumindest etwas sehen was mich erregt oder zufrieden stellt. Rollenwechsel: was denke ich wenn ich eine der Frauen wäre die sich hier in der Situation findet ohne ihr Zutun? Spontaner Gedanke drängt sich auf, der will was (was weiß ich nicht). Nächster Gedanke ich fühle mich unwohl und versuche die Lage für mich einzuordnen. Ich spüre die innere Spannung und Adrenalin steigt spürbar, ich bin innerlich auf dem Sprung und mobilisiere meine Energie um etwas abzuwehren was (noch) nicht ist; ich weiß aber aus "Erfahrung" dass etwas passieren könnte, was auch immer. Und genau DAS will ich nicht. Es ist unerheblich ob es ein farbiger Mann oder ein hellhäutiger Mann ist, ich will nicht in eine Situation gebracht werden in der ich als Frau beginne mir Fluchtmöglichkeiten oder Abwehrmechanismen auszudenken wenn ich an einem Strand liege. Ich will kein Kopfkino aufgezwungen bekommen. Gegenmaßnahme: Wachsamkeit, absolut kein Entgegenkommen, kein Lächeln, und im Ernstfall eine passende Gegenmaßnahme als eingeübtes Reaktionsmuster ohne Nachsicht. Leider muss Frau solche Denkweise lernen. Und wie ein pensionierter Polizist vor kurzem in einem SV-Kurs sagte, sich nicht unbedacht in gefährliche Situationen bringen. Diese können vielfältig sein, leider, dass ein Baggersee am hellen Tage bereits dazugehören könnte macht mich wütend.

    Artikel: Am See

  • Jutta Pivecka sagt:

    Sorry, Johanna Helen, das hat doch gar nichts mit akademischer Bildung zu tun. Sondern damit, welche Bereitschaft besteht, diese Frauen nicht nur als welche wahrzunehmen, die durch Religion und/oder Haushaltstätigkeiten geprägt sind oder sich definieren wollen. Heute zum Beispiel habe ich erlebt, dass eine junge Frau aus Syrien sich mit einer jungen Frau aus Deutschland angeregt über Fitness-Studios und deren Vor- und Nachteile ausgetauscht hat. Mit meiner Arbeit versuche ich solche Gespräche und Begegnungen zu ermöglichen, in denen nicht (nur) auf die folkloristischen oder religiösen Aspekte Bezug genommen wird. Das ist möglich, ohne "akademisch" zu sein. Es erfordert nur, diese beschränkte und beschränkende Sichtweise aufzugeben. Ich beobachte aber schon, anders als Dorothee, dass es viele "unter uns" gibt, die genau das nicht wollen, weil es ihnen ermöglicht, sich selbst zu bestätigen und aufzuwerten, ohne sich Konflikten, Auseinandersetzungen und auch Konkurrenz stellen zu müssen.

    Artikel: Meryams Rede

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Jutta! "Wie gestalten wir Begegnungen mit Migrantinnen" Du formulierst einen bestimmten Anspruch und Erwartungen im Umgang miteinander, dem akademisch gebildete Frauen entsprechen könn(t)en. "Einfach strukturierte" Mitmenschinnen sind mit dieser Form des aufeinander Zugehens überfordert.

    Artikel: Meryams Rede

  • Jutta Pivecka sagt:

    @Danke, Antje, für Deinen Kommentar. Ich wollte nach dem Lesen etwas Ähnliches schreiben, bin aber in den letzten Wochen kaum dazu gekommen, irgendwas zu schreiben oder zu kommentieren. Meine Beobachtungen decken sich mit Deinen. Ich war auch schon erschrocken, als unter dem letzten Text von Safeta Obhodja auf unserer Seite die Kommentare sofort wieder auf die Diskriminierung von Kopftuchträgerinnen abzielten, statt auf die von Safeta Obhodja thematisierte Ausgrenzung von Migrantinnen aus muslimisch geprägten Ländern, die eben nicht solchen Zuschreibungen entsprechen (wollen). Auch meine eigenen Verhaltensweisen versuche ich daraufhin zu analysieren. Letzthin hat es mich sehr traurig gemacht, dass eine gute, langjährige Freundin, aus dem Iran stammend, nicht religiös, sich in Deutschland immer unwohler fühlt, tatsächlich sogar mit dem Gedanken spielt, im Alter zurück nach Teheran zu gehen, "weil ihr mich hier ja nicht so wollt, wie ich bin." Sie hat schon länger das Gefühl, dass sie entweder Hassobjekt der "neuen" Rechten ist oder bestenfalls mit Verwunderung bis Ablehnung wahrgenommene "Ausnahme" für jene, die sich als "Unterstützerinnen" von Migrantinnen begreifen. So wie sie ist (religiös gleichgültig, freizügig, skeptisch, melancholisch, an Literatur und klassischer Musik interessiert), sind "die" ja eigentlich nämlich nicht. Als erwünscht erlebt sie ausschließlich Folklore (Essen, Handarbeit,Tanzen), interreligiöse Begegnungen zwischen Eingottgläubigen und Diskriminierungsdiskurs. Wer damit nicht dienen kann oder will, wird uninteressant. Ich finde schon, dass wir überprüfen sollten, inwiefern "wir" an dieser Wahrnehmung Anteil haben und ihr durch unser Verhalten Vorschub leisten. Wie gestalten wir Begegnungen mit Migrantinnen - Sind es nicht immer wieder Zugänge über diese drei Ebenen, über die sie inszeniert und organisiert werden? Wäre ich Migrantin in einem anderen Land, würde ich auf diese Weise mit Sicherheit ausgrenzt, da ich weder gerne koche noch handarbeite oder tanze und mich keiner Religion mehr zugehörig fühle und mich sicher auch nicht gerne immer nur über Diskriminierung definieren würde.

    Artikel: Meryams Rede

  • Antje Schrupp sagt:

    @Dorothee - ich finde nicht, dass es "wegen einer einzigen Kränkung" ist, dass Meryam den Kontakt abbricht. Sondern weil sie in dem Moment, wo Anne sie fragt, ob sie mit dem Jurastudium "zu hoch" greift, realisiert, dass es Anne nie um sie als Person ging, sondern um sie als "Typus". Sonst hätte sie nämlich gewusst, dass Meryam "nach Höherem" strebt, dass sie ein Individuum ist und nicht in der Rolle der Hilfebedürftigen aufgeht. Das wird dann durch die Anfrage zu der Jubiläumsrede bestätigt, in der deutlich wird, dass Meryam nicht als Person, die besondere Kenntnisse und eigene Ansichten in Bezug auf das Thema hat, angefragt wird, sondern als "Typus", weshalb sie auch genau die Geschichte erzählen soll, die diesen Typus anschaulich macht. Ich glaube, dass dieses Problem in Beziehungen zwischen "deutschen Helferinnen" und "Migrantinnen mit Problemen" sehr häufig vorkommt und strukturell ist, aber von deutscher Seite regelmäßig mit derselben Entrüstung zurückgewiesen wird wie sie auch in deinem Kommentar zu lesen ist. Und dass dieses irgendwie Denken, die Migrantinnen wären "undankbar", tatsächlich interkulturelle Beziehungen stört, und zwar eben genau die so wichtigen zwischen westlichen Frauen und säkularen Migrantinnen.

    Artikel: Meryams Rede

  • Lovis sagt:

    Danke für Deinen Leserinnenbrief! Es gibt einen Grund für das Wort Vaterland. Eigentlich drei. Oben schon genannt, Besitz von Land, in Deinem Text beschrieben, die einzigen mündigen Menschen waren Männer, und früher bekamen Kinder natürlich unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Mutter die des Vaters... lg

    Artikel: "Prüde", "verklemmt", "humorlos", "realitätsfern", ...

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Die Problematik habe ich in einer etwas anderen Spielart selbst erlebt: Da können aussenstehende Frauen nicht verstehen, dass frau im System der röm.-kath. Kirche leidet und fast vor die Hunde geht. Auch gerade linke Frauen geben lieber der Religionsfreiheit den Vorrang, statt Diskriminierungen anzumahnen!

    Artikel: Meryams Rede

  • Judith sagt:

    helfen ist gut, am besten ohne erwartungen! das die person der man hilft, auf ewig zu dank verplichtet ist. irgendwann ist die mission erfüllt (göttin sei dank!) und es wird keine hilfe mehr benötigt. wenn jemand eigenständig agiert, und nicht irgendwelchen vorgedachten erwartungen entspricht, sollte das eigtlich begrüßt werden. wer damit probleme hat, hat für mich irgendwie probleme mit seinem ego. die sollten nicht in so beziehungen, die nicht auf augenhöhe laufen befriedigt werden. ich fragte mich auch ernsthaft wer hier eigentlich überheblich ist?

    Artikel: Meryams Rede

  • Johanna Helen Schier sagt:

    "... dass MYRIAM WEGEN EINER EINZIGEN KRÄNKUNG DEN KONTAKT ABBRICHT..." So ungewöhnlich ist es nicht: Zufällig haben wir im Freundinnenkreis ähnliche, zunächst unverständliche Verhaltensweisen kennengelernt. Hier. Bei uns. In Norddeutschland. Die Eine hilft der Anderen in einer schwierigen Notlage und unerwartet wird der Kontakt abgebrochen von der ehemals Hilfsbedürftigen. Ganz normal: Welche wird schon gerne langfristig an die eigene Hilflosigkeit erinnert.

    Artikel: Meryams Rede

  • Dorothee Markert sagt:

    Ich schätze Safeta Obhodjas' Erzählungen, weil sie zum Denken anregen und oft quer zu dem stehen, was in unseren Kreisen üblicherweise zum Thema "Integration" gedacht und gesprochen wird. Aber ich bin auch jedesmal ein bisschen verstört und verärgert. In dieser Erzählung kann ich endlich mal benennen, was mich stört: Nach dem, was Meryam und Anne miteinander durchgestanden haben, was insbesondere auch Anne für Meryam riskiert hat, finde ich es ungeheuerlich, dass Meryam wegen einer einzigen Kränkung den Kontakt abbricht, anstatt sich mit Anne und deren Denken kritisch auseinanderzusetzen. Durch Meryams gekränkten Rückzug wird geradezu verhindert, dass es an dieser Stelle mit der (beidseitigen) Integration weitergeht. Dasselbe geschieht nochmals am Ende der Erzählung, wobei Anne hier (von der Erzählerin) auch noch unterstellt wird, ihr gesamtes Engagement diene eigensüchtigen Interessen wie Machtgewinn, Sich-besser-Fühlen-als-andere, Sich-über-andere-Stellen, Andere-Ausnutzen usw. Ich kenne jedenfalls keine Frau, die sich wie Anne engagiert und dabei so respektlos den anderen Frauen gegenüber ist, wie es hier dargestellt wird.

    Artikel: Meryams Rede

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Diese Geschichte ist die narrative Umsetzung eines Artikels der Autorin, in dem sie genau expliziert, wo ihr Unbehagen liegt. Nachzulesen hier: http://www.bzw-weiterdenken.de/2018/01/integrationstheater-mit-frauen-eine-wichtige-gruppe-fehlt/

    Artikel: Meryams Rede

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Danke für diesen Einblick in den 'Maternalismus' von Feministinnen, welche in ihrer Wahrnehmung offenbar auch immer wieder Stereotypen aufsitzen und einen unhaltbaren Kulturrelativismus praktizieren! Und ja: Gerade linke Feministinnen sind auf diesem Auge vielfach blind.

    Artikel: Integrationstheater mit Frauen: Eine wichtige Gruppe fehlt

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Interessante Geschichte, welche zeigt, dass es für Frauen, die anwaltschaftlich für und mit anderrn Frauen unterwegs sind, unabdingbar ist, sich bezüglich des Machtgefälles immer wieder zu hinterfragen.

    Artikel: Meryams Rede

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    "Wissenschaft und Gesellschaft haben bei der Aufarbeitung versagt". Diesem Schlußsatz ist nur zuzustimmen. Wenn ich meine Schulklasse anschaue: Wir sind alle Anfang 1946 geboren, so wirkt diese Gruppe zunächst heil. Auf Nachfragen und auf Grund persönlicher Recherchen stellte sich jedoch heraus, dass viele dieser Klasse keinen echten Vater haben, manche sind in eine bestehenden Familie eingegliedert worden, andere wurden Zeit ihres Lebens über ihre Herkunft angelogen, einigen ist es zufällig durch das Finden von Dokumenten geglückt, Anhaltspunkte über ihren wirklichen Vater zu finden, anderen nicht. Eine weiß auch heute nur, dass ihr Vater ein französicher Soldat war, ihre Familie, ihre Eltern und Geschwister haben Jahrzehnte geschwiegen bzw. auf Nachfragen nicht geantwortet. Darunter leidet sie seit vielen Jahren. Nicht die Wahrheit schmerzt, sondern die Ignoranz dessen, was wirklich geschehen war. Manche unserer Klasse waren das Resultat von Vergewaltigungen, andere von flüchtigen Liebesbeziehungen, alle haben das gleiche Schicksal, dass sie mit ihren Fragen allein gelassen wurden. Oft zufällig haben wir dann doch darüber geredet, viele Jahre später, und Frieden mit dem Sein und Schicksal geschlossen oder weiter in Trauer gelebt. Manche haben verziehen und Verständnis gezeigt, für eine Zeit, die von Gewalt geprägt war und die vor niemandem Halt machte.

    Artikel: „Als die Soldaten kamen“ von Miriam Gebhardt

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Liebe Michaela Lusru Ich finde es schwierig, mit Ihnen zu diskutieren. Klar ist auch Militarismus oder der amerikanische Exceptionismus, wie Sie ihn so wortreich kommunizieren ein Teil eines kyriarchen Unterdrückungsmechanismus(um halt doch im Wortspiel von Schüssler-Fiorenza zu bliben). Das Ziel ist nicht ein Matriarchat, sondern eine möglichst herrschaftsfreie Gesellschaft und Welt und dies in Bezug auch auf unsere Mitwelt und 'Mutter Erde'. Freundlich grüsst Sie Esther Gisler Fischer.

    Artikel: Gefährliche Nähe

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Danke liebe Gudrun Nositschka für diesen Ihren Bericht, den ich erst jetzt zu lesen vermochte. Ich habe an derselben Alma Mater wie Mary Daly studiert und dort sowohl Befreiendes wie Einengendes erlebt.

    Artikel: Mary Daly und ihr Traum in GRÜN

  • Dagmar celeste sagt:

    How about staying in touch ? In love and gratitude Dagmar ( Angela White)

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster

  • Dagmar Braun Celeste sagt:

    My dear What a wonderful life .....as one of the seven Donau priest erin Ben I will always be grateful to you and Christine Lumetzbergervfor the firefight , courage and hard work it took to organize our ordination. I will always remember fondly our conversations I advance of that great sacred event. And yes......I am glad they captured part of your essence the fun living Little girl who lives to play and knows how to help her girl playmates to manifest the joyful essence of priestly sisterhood. As a mother if 6 , grandmother if 13 and great grandmother of Theodora birn this june I have earned the right to Not only call myself ordained in apostolic succession to Peter and Paul But as an elder in ancient succession to Miriam, Mary and Mary magdala . Please co

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster

  • Ute Plass sagt:

    "......, denn in seinem Heimatland würde dieser Mann es sicher nicht wagen, sich mitten zwischen zwei Frauen hinzusetzen, obwohl es genug andere Sitzmöglichkeiten gegeben hätte." Vielleicht doch, wenn arme Menschen sich davon eine 'Einnahmequelle' erhoffen. :-( https://www.zeit.de/2014/18/sextourismus-ostafrika

    Artikel: Am See

  • Bari sagt:

    Hi, solche Situationen kenne ich von Männern egal, wo sie herkommen. Ich finde es schwierig darauf angemessen zu reagieren. Habe mir auch deshalb das schwimmen allein im Freien abgewöhnt. Schade eigentlich

    Artikel: Am See

  • Susanne Voß sagt:

    Als ich mit meinem Hund die letzte Runde um ca. 24.30 Uhr ums Haus ging, spät abends, radelte ein Mann den Geh-Weg entlang, auf dem ich ging. Er war ein jüngerer Mann, ein Farbiger, vermutlich ein Afrikaner. Ich bin eine ältere Frau. Der Mann hielt an und fragte mich, sehr freundlich in Englisch, ob ich hier mit meiner Familie wohne und machte den Eindruck, als wollte er ein Schwätzchen mit mir halten. Ja hab ich geantwortet und hab mich danach geärgert, dass ich nicht mehr ungestört nachts, gemütlich nochmal vor die Tür gehen kann, wann ich will und wann es mir paßt. Ich hatte ein ungutes Gefühl. Nachts angesprochen zu werden, an meinem Wohnort, am Stadtrand von München war neu für mich. Männliche Migranten waren in der nahegelegenen Turnhalle eines Gymnasiums untergebracht und waren auch tagsüber, in Gruppen oft zu sehen. Ich hatte damals beschlossen, mich anzupassen, bin in dieser Zeit nicht mehr, wie gewohnt, später als 21.00 Uhr rausgegangen, weil ich einfach nicht angequatscht und ausgefragt werden will, weder von Migranten, noch von Fremden.

    Artikel: Am See

  • Ute Plass sagt:

    "..., nach- und weiterdenken könnten und müssten jedenfalls diejenigen, die über die entsprechenden Privilegien verfügen überall und jederzeit." Hier eine Möglichkeit, in die vom Deutschlandfunk gestartete Denkfabrik-Aktion die vielen Denkweisen weiter zu geben: Deutschlandradio und seine drei Programme suchen Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit. Intendant Stefan Raue erklärt, was sich dahinter verbirgt. https://www.deutschlandradio.de/denkfabrik.3618.de.html Wie kann ich mich beteiligen? Welche Themen bewegen Deutschland? Wir wollen wissen, mit welchen großen Fragen wir uns Ihrer Meinung nach auseinandersetzen sollten. Werden Sie Teil der Denkfabrik und schicken Sie uns Ihre Vorschläge bis zum 15.08.2018 an: denkfabrik@deutschlandradio.de per Post an: Deutschlandradio Intendanz Raderberggürtel 40 50968 Köln oder über unseren Hörerservice: Tel. 0221-345 18 31

    Artikel: Scharfe feministische, anti-faschistische und anti-militaristische Patriarchatskritik und Alternativen

  • Ute Plass sagt:

    So nötig wie das tägliche Brot: Denken und weiter denken um aus dem Gefängnis von eingegrenzten Denkgebäuden herauszufinden. Passt zu dem, was ich auf Antjes Blog verlinkt habe: https://antjeschrupp.com/2018/07/28/wie-kommen-wir-aus-der-scheisse-wieder-raus/#comments

    Artikel: Scharfe feministische, anti-faschistische und anti-militaristische Patriarchatskritik und Alternativen

  • Romana Schallhofer sagt:

    Hätte niemals gedacht, dass die gesellschaftliche Entwicklung so retour gehen kann. Unvorstellbar, dass wir das zulassen!!€

    Artikel: Wie Armut produziert wird - und was wir dagegen tun können

  • Rotger Heilmeier sagt:

    Ein schöner Text, der meine verstorbene Mutter, Liselotte Heilmeier-Beerheide, gefreut hätte.

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster

  • Gerda Maria Sperl sagt:

    Mit grossem Stolz habe ich diesen Artikel ueber Dich gelesen, der mich sehr beruehrt hat. Wir haben viel gemeinsam - Du insbesondere bezueglich der Rolle der Frau in unserer Gesellschaft, ich in meinem Lebensprojekt, die Aermsten der Armen in Afrika zu unterstuetzen. Deine Kusine Gerda aus Rom.

    Artikel: Die Donaupriesterin Gisela Forster