beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neueste Kommentare

  • Christine Jung sagt:

    Vielen Dank, liebe Heike, für Deine Erfahrungen und die Tipps. Übermorgen ist es soweit und wir werden die Ausstellung besuchen. Ich bin schon sehr gespannt!

    Artikel: Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert

  • Anne Newball Duke sagt:

    "Die Kinder, vor allem die Söhne, werden so in dem Glauben gehalten, sie könnten in einer gelingenden Beziehung leben, ohne selbst etwas dazu beizutragen." Dieser Satz hat mich gerade berührt. Der Beitrag der Kinder (ich sehe jetzt mich als Tochter) zu einer gelingenden Beziehung... warum habe ich da gerade keine richtige Idee? Oder besser gesagt, habe ich so viele sehr unterschiedliche, dass ich nicht recht weiß, was genau das nun wäre? Ich muss mehr darüber nachdenken. (Gibt es eventuell irgendwelche Denkanregungen?)

    Artikel: Kapitel 4: Mütter und Kinder: mütterliche Autorität stärken

  • Anne Newball Duke sagt:

    Ja, liebe Heike, vielen Dank! Dein Text - vor allem dein Einstieg! - macht sehr viel Lust auf die Ausstellung... aber auch ich komme wohl kaum hin.

    Artikel: Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert

  • Brigitte Leyh sagt:

    Danke, Heike Brunner, für diese interessante Darstellung! Jetzt tut es mir richtig leid, dass ich weit weg von dieser Ausstellung wohne...

    Artikel: Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert

  • Anne Newball Duke sagt:

    Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen, liebe @Heike und @Sammelmappe. :) @Martin Mair, Danke auch für die Ergänzungen, die vielen Links! Ich habe mich durchgeklickt und sehe nirgendwo einen Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe. Ich glaube irgendwie auch nicht, dass das, was ich geschrieben habe, "Schwarz-Weiß-Denken" ist. Ich habe meinen Finger in einen Satz gebohrt, der von vielen Menschen meines Erachtens viel zu schnell ins eigene Denken übernommen wird, ohne dass dessen Aussage und Wirkmächtigkeit durchdrungen wurde. Sicher, ich hätte viel mehr ansprechen können, viel viel mehr gehört dazugedacht, aber das sprengt dann doch den Rahmen eines solchen Artikels; mir ging es auch darum, dass dieser Artikel eine Möglichkeit, vielleicht einen Anfang darstellt, sich selbst zu befragen und weiter zu denken, so wie Sie es im Grunde tun. Sie haben recht: Das ganze Thema rund um die Folgen des Kampfes gegen die Corona-Pandemie im globalen Süden habe ich nur ganz wenig angetippt. Die ZEIT macht es diese Woche: https://www.zeit.de/2020/22/hungersnot-corona-pandemie-globaler-sueden. Die Überschrift hier, "Tödlicher als das Virus", zielt auf eine ganze andere Form der Analyse hin; hier wird der Zusammenhang zwischen den Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und den tödlichen Auswirkungen in den einzelnen Weltregionen (hier in Niger und einer Region in Indien) differenziert dargestellt. In dem Artikel, sowie auch in vielen, die Sie oben verlinkt haben, geht es um eine solche differenzierte Sichtweise, und es geht eben auch um das Anregen notwendiger Änderungen in der Gestaltung des globalen und lokalen (wirtschaftlichen) Miteinanders (siehe z.B. Ihr Link zum Corona-Manifest). Das finde ich gut, da sie mögliche Bedenken, Richtungen, Richtlinien und Wege aufzeigen je nach Region usw. Wogegen ich letzten Endes angeschrieben habe, sind vor allem die zwei Kernpunkte, die mit dem neoliberal durchdrungenen "more-death"-Denken á la Trump, Palmer, Krause, Dibelius etcpp. verbunden sind: Dass zum einen das Hochfahren der Wirtschaft die einzige Lösung ist, um wieder... ja... um was... den Vor-Corona-"Normalzustand" wieder zu erreichen? Unseren ("westlichen") Wohlstand zu erhalten? (DAS ist für mich Schwarz-Weiß-Denken: wenn es darum geht, um alles in der Welt "zurückzuwollen" ohne Rücksicht auf alle Warnungen aus dem Bereich Klima, Flüchtende etcpp.) Und zum anderen, dass der Satz und seine größtenteils nicht durchdrungene Wirkmächtigkeit oft sehr leichtfertig ins eigene Denken übernommen wird, um das eigene Denken ja nicht wirklich beanspruchen zu müssen, weil wenn dies einmal entzündet würde, nicht selten - wie ich oben bereits schrieb - "alles", und damit meine ich jetzt erstmal grob und verallgemeinernd unsere Gesellschaftsordnung, anders und neu gedacht werden müsste. Und das ist doch für viele - nicht ohne Grund! - überfordernd und abschreckend. Und ich will aber dennoch genau dazu anregen und Mut machen und entzünden! Das brauchen wir doch so dringend, denn ein back for good wird es - so sehr es sich viele sicher erhoffen - nicht geben, ob die Zusammenhänge (z.B. zwischen den Krisen) nun verstanden wurden oder nicht. Und noch haben wir etwas Zeit und Spielraum (Klimaforscher*innen reden von höchstens einer Dekade...), selbst in andere und neue Richtungen zu denken und dann auch andere und neue Wege zu gehen.

    Artikel: Tod und Rose

  • Nora de Baan sagt:

    Liebe Denk*erinnen, danke für diesen inspirierenden Text und das angeregte Weiterdenken. Ich, als Kunstschaffende, meine, dass selbst die Kunst sich an Parametern wie Nützlichkeit und Effizienz orientieren sollte, sofern diese beide Begirffe in einem Care-Sinne verwendet werden: Die Care-nützlichkeit von Kunst ergibt sich aus dem Potential, durch nicht Ziel-/Profitorientiertes unproduktives und produktives (Weiter)entwickeln von Ideen einen Ausdruck für Dinge zu (er)finden, die davor nicht auf diese Weise sichtbar waren. Die Care-effizienz von Kunst ergibt sich aus der entwickelten Ausdrucksstärke und Beziehungsfähigkeit einer künstlerischen Arbeit mit ihrem "Publikum"(Spricht das "Kunstwerk" mit den "Kunstwerkerfahrenden Personen, oder schafft es bloss Besitzansprüche"?).

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Samnelmappe sagt:

    Großartig geschrieben und toll bebildert!

    Artikel: Tod und Rose

  • Martin Mair sagt:

    Huch, immer dieses Schwarz-Weiß-Denken. Der von den großen starken Männern autoritär verordnete Shutdown ist ja bei weitem nicht die einzige Möglichkeit, mit dem Virus umzugehen! Japan hat über 125 mio Einwohner und unter 800 Tote laut Statistik und ist ohne autoritären Lockdown ausgekommen! Es gibt auch medizinische Gründe dagegen, weil die Versorgung anderer Kranker in der autoritären Variante leidet und insbesondere die Vorerkrankungen, die ein großes Risiko darstellen, unbehandelt bleiben! Expert*innen fordern daher auch mehr Aufmerksamkeit für die Behandlung der chronischen Vorerkrankungen, die auch wieder die unteren Schichten mehr betrifft. Auch sonst fällt auf, dass viele "Risikofaktoren" zu den Zivilisationskrankheiten der westlichen Indsutriestaaten gehören. Ebenso dürfte es den Faktor Luftverschmutzung und andere Umwelteinflüsse geben. Da bleiben die Mitursachen ebenso verdrängt. https://www.aerztezeitung.de/Politik/Verschleppte-Krankheiten-oft-gefaehrlicher-als-Corona-408979.html https://www.aerztezeitung.de/Politik/Forscher-richten-den-Fokus-auf-indirekte-Folgen-der-Pandemie-408969.html Für das von den patriachalen Hindunationalisten regierte Indien werden mehr Tote durch medizinische Nichtversorgung befürchtet. Hier trifft es insbesondere die Armen, auch Frauen! https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31089-8/fulltext Ebenso Kinder! Gerade in Bezug auf den Süden ist die Frage der sozialen Gerechtigkeit zu stellen! https://www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(20)30249-7/fulltext Mit gutem Grund rät die WHO zu mehr Partizipation der Community! https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31054-0/fulltext Oder medico: https://www.medico.de/ein-corona-manifest-17746/ Ein Virus, dessen Sterberate etwa 5 x Grippe entspricht und weil es neu ist (und sich daher schneller verbreitet) das Gesundheitssystem zu überlasten droht (darum gings eigentlich) ist nicht wirklich "das größte Problem" auf Erden. Hunger und Krieg und viele andere Killer bekommen auffallend wenig Aufmerksamkeit, haben aber viel mehr Opfer zur Folge. Auch die in Alten- und Pflegeheime abgeschobenen Alten erfahren keine Aufmerksamkeit, solange die "normale" Grippe die Sterbekapazitäten des "Gesundheitssystems" nicht überfordert und Schlagzeilen in den Sensationsmedien bringt. Da gäbe es massive grundlegende Kritik über den Umgang mit Leben und Tod in der kapitalistischen Industriegesellschaft zu formulieren!

    Artikel: Tod und Rose

  • Heike sagt:

    Danke Anne, sehr inspirierender Artikel!

    Artikel: Tod und Rose

  • Marlies Hesse sagt:

    Wer das Gendern noch nicht eingeübt hat, wird es spätestens nach der Lektüre des lesenswerten Beitrags tun. Er animiert geradezu, es nicht zu unterlassen.

    Artikel: Gendergerechte Sprache ist mehr als ein paar weibliche Endungen

  • Elisabeth von Dücker sagt:

    Ein für mich sehr anregender Beitrag, liebe Juliane, herzlichen Dank! Habe gleich den newsletter abonniert, liebe Grüße von Elisabeth

    Artikel: Gendergerechte Sprache ist mehr als ein paar weibliche Endungen

  • Dorothee Markert sagt:

    Ein informativer Artikel, der sehr angenehm zu lesen ist. Vielen Dank!

    Artikel: Gendergerechte Sprache ist mehr als ein paar weibliche Endungen

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Wenn Kinder, die ich geboren habe, ihren Geburtstag feiern, ist es auch mein "Mamatag". Die Silbe MA steht für Leben und der Begriff Mama in der Verdoppelung für die Fähigkeit von Frauen, nach der Geburt dieses Kind auch mit ihrer Milch für eine Weile nähren zu können, am Leben zu erhalten. Mittlerweile wird diese Zuwendung nicht mehr kleingeredet. Sollte ich von einem fremden Menschen mit Mama angeredet oder benannt werden, könnte ich daher antworten: "Danke für diese Ehrbezeichnung. Doch die steht nur Ihrer Mutter zu."

    Artikel: Ich bin nicht deine Mama! – aber soll ich Mutter sein?

  • Anne Newball sagt:

    Danke, liebe Maria! Komischerweise weiß ich noch nicht mal, ob ich dasselbe Unbehagen teile, aber mich überkommt jedenfalls auch jedes Mal irgendwie an diesem Tag ein noch nicht näher definiertes Unbehagen, und ich habe mich und dieses Unbehagen noch nie in irgendeinem Artikel wiedergefunden. Du kommst dem hier aber sehr sehr nahe, und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr trifft es wahrscheinlich ganz viel! Der Kommentar ist sehr spontan, ich lasse deinen Text nochmal tiefer wirken und werde mir jetzt die von dir oben erwähnten Texte von Juliane Brumberg und Luisa Muraro zu Gemüte führen, ob ich dann meinem eigenen Je-ne-sé-quoi-mich-stört und warum ich es eigentlich auch wieder ganz toll finde, gerade von den zweien gefeiert zu werden, die mich "Mama" nennen, auf die Spur zu kommen. Danke für diesen wichtigen Anschubser zum Tieferdenken!

    Artikel: Ich bin nicht deine Mama! – aber soll ich Mutter sein?

  • Dorothee Markert sagt:

    Danke, liebe Juliane und liebe Anne, eure Kommentare machen auch mich glücklich, weil sie mir vermitteln, dass meine Übersetzungsarbeit sinnvoll ist.

    Artikel: Das Gespür für die notwendige Vermittlung

  • Anne Newball sagt:

    Eine Deutung muss ich korrigieren; jetzt, wo ich den Film auf DVD noch einmal geschaut habe: Elsa wendet sich tatsächlich erst am Ende, als sie im vereisten Fluss Ahtohallan an Vergangenheitsschnipseln vorbeiläuft, von ihrem Freiheitsschrei, ihrer Performance von "Let it go" ab. In meiner Deutung oben glaubte ich, das hätte AM ANFANG des zweiten Films stattgefunden, da sie sich zu dem Zeitpunkt eben immer noch nicht komplett frei gefühlt hat, ja sogar Rückschritte die eigene Freiheit betreffend hingenommen hat. Dass sie sich so nah AM ENDE ihrer Reise noch von diesem doch so entscheidenden und wichtigen Moment in ihren Freiheitsbestrebungen verschämt abwendet, ist mir nun auch nicht wirklich klar. Hier scheint Jeanna Kadlec mit ihrer Deutung nun doch richtig zu liegen.

    Artikel: Zwei Schwestern – dann eine Weile nichts. Nachdenken über E. und A. und die Wiederentdeckung von Hans Christian Andersens 'Die Schneekönigin'

  • Anne Newball sagt:

    Liebe Dorothee, ich danke dir von ganzem Herzen. Diese Übersetzung ist so ein riesiges Geschenk für mich. Ich bin manchmal einfach nur erstaunt... für meine Form des utopischen Denkens brauchte ich vor etwa einem Jahr ein Denkmodell... und bin zu Adornos Dialektik gestoßen und krampfe mich seither mal mehr, mal weniger damit ab. Und nun lese ich hier von Kontiguität, von den Beziehungen zwischen Dingen und Worten, vom "Kreislauf der Entsprechungen zwischen Worten und Dingen", über das Ungesagte usw. usf., und plötzlich ist alles viel klarer und entspricht viel mehr meinem Universum, und kein Krampf mehr weit und breit. Was mich erstaunt, ist nicht nur, dass da Luisa Muraro und andere Philosophinnen wohl schon in diese Richtung gedacht haben, sondern das tolle Gefühl: ganz irre bin ich also nicht gewesen, in diese Richtung zu denken. Und zudem wieder einmal das Gefühl, nicht allein zu sein. Heute martere ich mich mal nicht mit der Ungenügsamkeit: noch so viel nicht zu wissen und gelesen zu haben; und mit der Rastlosigkeit: dass alles Lesen nicht reichen wird, um zu wissen und verstehen, was ich wissen und verstehen und vor allem übersetzen will. Heute bin ich glücklich, denn heute habe ich für eine ganze bestimmte Denkfaser in mir eine Leiter bekommen, der die letzten Sprossen nicht fehlen. ;) Vielen vielen lieben Dank, liebe Dorothee!

    Artikel: Das Gespür für die notwendige Vermittlung

  • Ina Praetorius sagt:

    Super! Und jetzt noch Briefe an Ökonomieprofs und Chefredakteur*innen schreiben. https://inabea.wordpress.com/2019/07/17/professor-schweigsam/

    Artikel: Meine Heldin des Corona-Alltags

  • Ute Plass sagt:

    "Deshalb hoffe ich auf einen Wandel / eine Veränderung der Menschen und vor allem auch der Politik." Passend dazu die Reflexionen zur Kritik an d. Warengesellschaft: https://www.krisis.org/2020/klimakrise-und-gesellschaftliche-transformation-in-zeiten-von-corona/

    Artikel: Mut und Zuversicht für alle

  • Ute Plass sagt:

    "Was braucht es zu einem guten Leben?" Diese Frage ist durch die "Corona-Krise" für nicht wenige Menschen zur Sinnfrage geworden. Allerdings braucht es jetzt sehr, sehr viel an konstruktivem Wollen und vielfältigem, kreativen Denken zur Frage: "Wie kommen wir hin zu einem guten Leben für ALLE?" Viele gute Impulse, Ideen, Gedanken.... dazu sind vorhanden: Z.B. https://www.akademie-solidarische-oekonomie.de/unterwegs/ Damit viele Menschen mitgestalten und entscheiden können, braucht es auch mehr als Parteien-Demokratie: https://www.mehr-demokratie.de/news/voll/mit-buergerraeten-politik-mit-den-menschen-gestalten/ Die bereits im Gange befindende Weltwirtschaftskrise erfordert unser aller Wachsamkeit, auch weil die politisch-wirtschaftliche.. Weichenstellung sehr entscheidend sein dürfte, was die Zukunft uns allen bringt.

    Artikel: Mut und Zuversicht für alle

  • Brigitte Leyh sagt:

    Sklaven im Amerika trugen automatisch den Nachnamen ihres "Besitzers". Im Patriarchat ist die Übernahme des Namens des Ehemannes durch die Frau bei der Heirat ähnlich, schließlich war die Ehefrau jahrhundertelang Mündel des Gatten. - In meiner Jugend war für uns Mädchen ein neuer Nachname gleichbedeutend mit bestätigter Akzeptanz als Frau "Ich habe einen Mann abgekriegt!" Ich selbst habe bei meiner ersten Heirat 1978 das neue Namensrecht genutzt und meinen Namen einfach behalten wie auch bei der zweiten Heirat, nie im Leben hätte ich darum gewürfelt. Bei Kindern ist es für mich viel naheliegender, den Namen der Mutter zu nehmen, schließlich bleiben so viele Mütter alleinerziehend zurück. Ich finde es sehr traurig, wie viele junge Frauen auch heute noch auf ihren Namen verzichten und ihrem Bräutigam so wenig Emanzipation abverlangen. Da liegt für mich das Schlachtfeld und nirgendwo sonst.

    Artikel: Abschied vom Vater-Namen?

  • Juliane Brumberg sagt:

    Liebe Dorothee, nun also das letzte Kapitel zu Luisa Muraros Buch, nochmal ein besonders wichtiges Kapitel, das einmal mehr aufzeigt, wie wertvoll und notwendig gelingende Vermittlung ist. Mein Dank am Ende dieser Serie gilt nicht nur Luisa Muraro, die uns ihre Gedanken auf dem 'Markt des Glücks' zur Verfügung gestellt hat, sondern auch Dir, die Du sie übersetzt und damit uns vermittelt hast. Sie sind nun auch in der deutschsprachigen Welt und für jede die und jeden der weiterdenken möchte auffindbar. Das ist ein großes Geschenk.Danke!

    Artikel: Das Gespür für die notwendige Vermittlung

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Unsere patrilineare Namensgebung geht nun schon so lange, dass wir es bei einer Entscheidung drehen und wenden können solange wir wollen - jeder Name bleibt patrilinear wie Esther Gisler Fischer sagt. Warum nicht eine eingetragene Möglichkeit in Kombination mit dem Vornamen der Mutter für Töchter und Söhne anbieten? Dann wäre ich Hedwigstochter.

    Artikel: Abschied vom Vater-Namen?

  • Hannah Schierlorek sagt:

    Namensänderungen, die den neuen Lebensabschnitt sichtbar machen! Viele von uns brauchen dafür keine Gesetze, sie ändern einfach ihren Namen, manchmal sind es kleinste Veränderungen. Bei Unterzeichnung von Verträgen etc. unterschreiben wir selbstverständlich mit vollem rechtlich abgesicherten Namen.

    Artikel: Abschied vom Vater-Namen?

  • Ina Praetorius sagt:

    Oh wie schön, wenn eine sich schreibend aus dem Gefängnis der falschen Alternativen in die Freiheit der zwanglosen Vielfalt hinein bewegt. Danke, Coorsin Heinerschwester!

    Artikel: Abschied vom Vater-Namen?

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Danke Frau Coors für Ihren interessanten Artikel! Eine Namensregelung wie sie etwa in Spanien oder Lateinamerika gebräuchlich ist wäre m.E. die beste aller Lösungen: Da erhält ein KInde je den Namen von Mutter und Vater. Ich selbst habe menen Geburtsnamen behalten, was im CH Namensrecht in dem SInne möglich ist, als er dem Namen meines Mannes vorangestellt werden kann. Aber auch mein Nachname ist ja auf patrilinearem Wege zustande gekommen ... Freundlich grüsst Sie Esther Gisler Fischer.

    Artikel: Abschied vom Vater-Namen?

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Bei allem Respekt vor Ihren Leistungen in jeder Hinsicht und Ihrer besonderen Lebenslage: Ich persönlich fühle mich nach dem Lesen Ihres Beitrags erschöpft.

    Artikel: Immer nur völlig kraftlos, müde und erschöpft

  • Dorothee Markert sagt:

    Liebe Bettina, danke dass du diese Erfahrungen aufgeschrieben hast. Beim Lesen liefen mir die Tränen, zuerst aus Mitgefühl für euren Leidensweg, aber dann auch, weil ich so berührt war von deiner Haltung zu dem, was euch da passiert ist, wie du es annimmst und das Beste daraus machst.

    Artikel: Immer nur völlig kraftlos, müde und erschöpft

  • Bettina Schmitz sagt:

    Liebe Susanne Voß, vielen Dank für Ihre Hinweise. Ja, Anthony Williams war auch für uns hilfreich; Selleriesaft begleitet uns seitdem und wir haben die Ernährung in diesem Sinne umgestellt und zwei Fastenrunden nach AW absolviert. Es war eine der Empfehlungen, die zumindest nicht geschadet haben und vielleicht sogar ein wenig erleichtert. - Nicht erwähnt habe ich die A-logische Erlösungsarbeit nach Gabriele Schliesser, von der unser Sohn nicht besonders überzeugt ist, die mir jedoch sehr geholfen hat. - Ich selbst bin BodyTalk-Anwenderin und auch diese Methode hilft ein wenig; ich bin sogar durch unseren Sohn auf diese Ausbildung gekommen, die mich sehr bereichert, auch wenn es mich manchmal ärgert, dass selbst diese tolle Methode ihn noch (!)nicht gesund gemacht hat. Danke für Ihre Wünsche! - Liebe Frau Dr. Forster, auch Ihnen ganz herzlichen Dank für Ihre Wünsche und Ihre mitfühlenden Worte, herzlich, Bettina Schmitz

    Artikel: Immer nur völlig kraftlos, müde und erschöpft

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Ein berührender Artikel. Der Sohn meiner Freundin hat die gleich Krankheit. Das Abitur hatte er noch geschafft, danach sogar eine Lehre abgeschlossen und im Anschluss noch ein Studium absolviert. Dann stülpte sich die Erschöpfung über ihn und er konnte nichts mehr arbeiten und keine Aktivitäten mehr zeigen. Die Familie hat ihn so akzeptiert, wie er ist. Alle nehmen sehr viel Rücksicht und versuchen, mit ihm in gutem Kontakt zu sein und mit ihm in Liebe verbunden zu bleiben. Für uns Freundinnen und Freunde gibt es auch keine andere Möglichkeit. Auch wir müssen uns sagen: Er ist so - und es ist gut so wie es ist. Es ist sein Leben. Wir stehen am Rande. Wir sind ferne Begleiterinnen und Begleiter - in freundschaftlicher Verbundenheit mit der ganzen Familie.

    Artikel: Immer nur völlig kraftlos, müde und erschöpft

  • Susanne Voß sagt:

    Liebe Bettina Schmitz, eine große Hilfe habe ich für mich durch die Ernährungsempfehlungen des Heilers Anthony William gefunden, eines seiner Bücher MEDICALFOOD ist sehr aufschlussreich, was das Entstehen von Krankheiten betrifft, die Heilung, das Entgiften, etc..Für mich ist der Inhalt des Buches bahnbrechend und die Anwendung der Empfehlungen ebenso in der Wirkung. Zum Pfeifferschen Drüsenfieber= EBV gibt es viel Information darin auch. Dr. Joachim Mutter, in Konstanz hat viele Zusammenhänge herausgefunden. Hinter mir liegt eine Zeit von ca. 18 Jahren im Erschöpfungszustand, der einige Krankheiten zur Folge hatte. Diagnose wurde gestellt von Dr. Eustachi im Kompetenz-Zentrum für Komplementärmedizin und Naturheilweisen, München, Kaiserstraße, gehört zum Klinikum Rechts der Isar. Die sogenannte normale Medizin ist noch nicht soweit, Ursachen von Krankheiten zu erkennen. Es werden in der Regel nur Symptome mit Hilfe der Pharmazie behandelt. Auf der Homepage chronisch krank natürlich gesund, von Kristina Fredriksson gibt es viel Hilfe, sie war unter anderem auch selber mit EBV erkrankt. Alles Gute Susanne Voß

    Artikel: Immer nur völlig kraftlos, müde und erschöpft

  • Anita Weeber sagt:

    70 Jahre welch eine tolle Zahl,dankbar für vieles schöne und auch vielem Unnötigem, beides zusammen ergibt meine Lebenserfahrung die jeder macht uneingeschränkt, das ist so gewollt um das Gesamtbild eines Menschen zu vollenden. Wir müssen nicht alles entsorgen, was uns ausmacht, Bücher, Briefe und Fotos. wenn es für meine Kinder keine Bedeutung hat, sollen sie einen Kontainer bestellen, jetzt ist es noch bei mir

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Sammelmappe sagt:

    Eins der wenigen Dinge, die ich in diesen Wochen bedauere, ist, dass ich es nicht gleich zu Beginn in die Ausstellung geschafft habe. Bisher habe ich mich noch nicht bis in die virtuelle Ausstellung getraut, aber Dein Artikel spornt mich an.

    Artikel: "Poesie - Auflehnung - Einsamkeit" - "Fantastische Frauen" in der Frankfurter Schirn

  • Heike sagt:

    Liebe Jutta,sehr gerne hätte ich die Ausstellung gesehen, gut vielleicht klappt es ja noch, aber so macht es diese gleich noch mal spannender! Merci für deine Ein-blicke-drücke!

    Artikel: "Poesie - Auflehnung - Einsamkeit" - "Fantastische Frauen" in der Frankfurter Schirn

  • Juliane Brumberg sagt:

    Liebe Jutta, toll, dass Du über die Ausstellung geschrieben hast. Ich war auch noch im Februar dort, durchaus mit dem Ziel, darüber zu schreiben. Die Ausstellung hat mich sehr beeindruckt und ich habe viel gelernt, doch schnell stellte ich fest, dass mir, um darüber zu schreiben, die Kompetenz fehlt. Um so mehr freue ich mich jetzt über Deinen Bericht mit den Anregungen zum weiterdenken und sich weiter mit den Surrealistinnen zu beschäftigen.

    Artikel: "Poesie - Auflehnung - Einsamkeit" - "Fantastische Frauen" in der Frankfurter Schirn

  • Antje Schrupp sagt:

    @INa - sorry, dass ich jetzt erst antworte: Ich finde nicht, dass Nützlichkeit/Effizienz und Care einander ausschließen. So würde ich jedenfalls argumentieren: Dass die herkömmliche auf Profit ausgerichtete kapitalistische Wirtschaft ja gerade nicht so nützlich und effizient in Bezug auf Bedürfnisbefriedigung ist als etwa lokale Schneiderinnen in Ruanda. Denn der Grund, warum wir lokale Schneiderinnen vor Altkleiderspenden bevorzugen ist ja nicht, dass wir eine romantische Vorstellung davon habe, wie schön das Handschneidern ist, sondern dass es eben tatsächlich nützlicher und effizienter ist, wenn man mit der Kategorie Care statt mit der Kategorie Profit an die Betrachtung herangeht. Im Gegensatz würde ich bei Kunst und Kultur tatsächlich sagen, dass es ein Bereich ist, der sich nicht an Nützlichkeit und Effizienz orientieren sollte (deshalb ist es finde ich auch nicht gut, wenn Kunst und Kultur zur Ware wird).

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Ina Praetorius sagt:

    @Antje - Würdest du denn sagen, dass man z.B. in der Landwirtschaft, der Textilbranche oder der Autoproduktion an "Nützlichkeit und Effizienz" denkt oder denken sollte, nicht/weniger aber in den Sektoren von "Care im engeren Sinne", also Pflege oder Erziehung? So ein bisschen hört sich dein Text für mich an. Es gibt aber Entwicklungen, die darauf hindeuten, dass es auch in den klassischen Produktionsbranchen Trends hin zu mehr Care gibt. Zum Beispiel sagen viele Leute, dass kleinbäuerliche Landwirtschaft mit einer Beziehungskultur zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen ökologisch und hinsichtlich Ernährungssicherheit und -souveränität mehr Sinn macht als industrielle Landwirtschaft. Oder zum Beispiel hat Ruanda am 1. Januar 2019 Altkleiderimporte verboten, um das einheimische Schneiderinnenhandwerk, das traditionell auf beziehungshaft-massgeschneiderte Kleidung setzt, zu fördern. Hinzu kommt, dass immer mehr der vielleicht trotzdem noch notwendigen industriellen Fertigung von Maschinen übernommen wird. Für mich machen solche Entwicklungen die Unterscheidung zwischen dem Care-Sektor und den klassischen Produktionssektoren je länger je unnötiger, und Care wird immer sinnvoller als Kriterium für die ganze Ökonomie, was im Endeffekt bedeuten könnte, dass die Unterscheidung zwischen Care- und Produktionssektoren sich erübrigt. Vielleicht sogar die zwischen Kunst und Ökonomie? Ich schlingere mal wieder durchs postpatriarchale Durch/einander - auf der Suche nach neuen sinnvollen Kategorien :-)

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Ulrich Wilke sagt:

    Ein bedeutender Schriftsteller hatte festgelegt, dass nach seinem Tod die Tagebücher zu vernichten seien. Wie gut, dass der Erbe das nicht getan hat! Eine alte Bekannte hatte mir berichtet, dass sie allen "Gruscht wegegeworfen hatte. Das Nächste, was ich von ihr vernommen hatte, war, dass sie kurz danach gestorben ist.

    Artikel: Hineinwachsen in mich – mein 70. Geburtstag – ein neuer Lebensabschnitt

  • Antje Schrupp sagt:

    @Ina - Zur Unterscheidung/Abgrenzung von Kultur und Ökonomie - für mich ist Kultur ein übergeordneter Begriff, er umfasst sozusagen das gesamte Ordnungsprinzip einer Gesellschaft, Ökonomie, Kunst, Religion usw. sind Unterbereiche der Kultur. Natürlich kann man auch da dann wieder fragen, inwiefern man wirklich zwischen zum Beispiel Kunst und Ökonomie trennen kann, und vielleicht kann man das auch nicht, aber ich denke doch, dass es sinnvoll ist, hier zu unterscheiden. Also zum Beispiel finde ich es gut, dass man bei Ökonomie an Kriterien wie Nützlichkeit und Effizienz denkt, bei Kunst hingegen nicht. Also Ökonomie ist imho ein Teil der Kultur, aber nicht die ganze Kultur. Care hingegen wäre eine Haltung, die für die Kultur insgesamt wichtig wäre, nicht nur für die Ökonomie (Care in der Kultur z.B. könnte heißen, dass man auf bestimmte Kunstproduktionen verzichtet, weil sie andere verletzen, auch ohne dass es verboten ist usw.).

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • anne-Claire Mulder sagt:

    Hallo Antje, hallo Ina, Dein text, Antje, bringt vieles auf dem Pukt, und ich mag sie sehr. Ich habe ihn auch geteilt mit einigen Bekannten in den Niederlände. In hoffe dass diese Bekannten auch die Kommentaren lesen werden weil diese auch sher interessant sind. Ich mag die Gedanken über Adoption, Ina, in dieser Hinsicht. Einerseits sehe ich sie als eine Konsequenz unseren gedanken über Geburtlichkeit und Bezogenheit (ABCdesgutenlebens.org), andererseits denke ich dass Adoption ein Form von Versprechen ist, ein Versprechen auf Micro-ebene zwischen eng mit dem Kind verbundene Personen, aber auch ein gesellschaftiches Versprechen dass wir allen ein Leben als WürdetragerInnen gönnen.

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Ina Praetorius sagt:

    Und noch eine Frage: Wie ist im Text das Verhältnis von Ökonomie und Kultur gedacht? Ganz am Anfang schreibst du, Antje, dass "'Care' nicht einfach nur ein weiteres ökonomisches Thema ist, sondern etwas mit unserer gesamten Kultur, der symbolischen Ordnung und unseren Beziehungen zu tun hat." Willst du damit sagen, dass Ökonomie per Definition "nur" die beziehungsfreie Herstellung von Sachen (Stichwort: Auto, Fliessband) umfasst? Und wenn ja, soll das so bleiben? Für mich wäre das eine falsche Alternative in diesem Sinne: einem Sektor "entfremdete industrielle Sachenproduktion" steht ein Sektor "Beziehungshafte Care-Arbeit" gegenüber. Weil es aber (meiner Erfahrung nach zumindest) diesseits der Industrieproduktion auch Beziehungen zu Sachen gibt (zu meiner Wohnung zum Beispiel, die ich sauber halte), müsste das Neudenken von Beziehungen sich auch auf die Ökonomie als Ganze inkl. Sachenproduktion beziehen. Mit dieser Idee wären wir ja in guter Gesellschaft, denn ich meine, dass Karl Marx das gemeint hat, als er die "entfremdete" Arbeit im Kapitalismus kritisierte.

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Ina Praetorius sagt:

    Mir ist beim Lesen dieses Textes das Buch "Maternal Thinking" (1989, deutsch: Mütterliches Denken, 1993) von Sara Ruddick wieder eingefallen. Auf S. 49 der deutschen Ausgabe schreibt sie: "Eine Folge der Unterscheidung zwischen Geburtsarbeit und Mutterarbeit ist, dass alle Mütter eigentlich als 'Adoptivmütter' betrachtet werden können. Adoptieren heisst, die Verpflichtung zu übernehmen, ein bestimmtes Kind zu schützen, zu ernähren und zu erziehen..." Der Begriff "Adoption" enthält Freiheit und Verbindlichkeit gleichzeitig, hat also viel mit dem zu tun, was bei Arendt "Versprechen" heisst. Vielleicht würde es sich lohnen nachzuforschen, wie genau Adoption juristisch definiert ist und ob sich an diese Definition für die weitere Debatte anknüpfen lässt. Die Idee, dass jedes Kind ein Adoptivkind ist, insofern es Menschen braucht, die sich bewusst für eine Fürsorgebeziehung entscheiden, egal ob sie biologisch verwandt sind oder nicht, könnte weiterführend sein. Ruddicks Vorschlag, den Akt des Adoptierens statt den Automatismus einer Care-Verpflichtung aufgrund biologischer Verwandtschaft zu verallgemeinern, finde ich inspirierend. https://books.google.ch/books/about/Mütterliches_Denken.html?id=qua-AAAACAAJ&redir_esc=y

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Maria Coors sagt:

    Liebe Dorothee, danke für den tollen Artikel. Ich muss gestehen, dass ich ein bisschen über den Begriff "Deportation" gestolpert bin. Das habe ich vor Kurzem schon mal mit jemandem besprochen, der sich im politischen Kontext "Abschiebung" in Deutschland bewegt und auch sagt, dass er das im Englischen gebräuchliche Wort deportation im Deutschen wegen des Kontextes Auschwitz nicht herausbringt. Mir geht es ähnlich. Aber die anderen historischen Beispiele, die du anführst, finde ich sehr plausibel und mir ist aus dem Bereich der jüdischen Geschichte auch noch das Beispiel der sog. Nikolaisoldaten eingefallen. Die "Deportation" 12-jähriger jüdischer Jungen in zaristische Militärschulen, aus denen sie erst viele Jahre später und ihren Familien völlig entfremdet als gute Untertanen des Zaren wieder entlassen wurden. Aus der Mutterperspektive habe ich auch den Eindruck, dass die "Durchsetzung der Geschlechterdisziplin" bei kleinen Jungs sehr viel brutaler verläuft als bei Mädchen. Mädchen, die sich nicht an die Mädchengrenzen halten, kommen als "Tomboys" eine Weile sozial noch ganz gut durch. So erlebe ich das jedenfalls bei meiner Tochter. Sie wird zwar öfter "missgendered" weil sie die "falschen" Farben anhat, die "falschen" Interessen und kurze Haare hat etc., aber es wird irgendwie schmunzelnd akzeptiert. Bei Jungen hingegen werden Mädchenfarben, Weinen, Glitzerkram etc. öfter und härter sanktioniert. Das erlebe ich selbst im engeren Bekanntenkreis in "milder" Form, etwa wenn bedauert wird, dass die Oma einen rosafarbenen Pullover für das größere Kind gestrickt hat. Den kann mensch nun ja nicht an das kleinere männliche Kind weitergeben...Vielleicht kehrt sich diese Dynamik in der Pubertät um. Das hat sich jedenfalls für mich damals so angefühlt, dass ich Freiheitsbeschränkungen aufgrund meines Geschlechts zunehmend an der Grenze zum Erwachsenenalter gespürt habe. Im Bezug auf die kleinen Jungs bin ich mir mit der Altersgrenze 10 nicht so sicher. Wie gesagt, ich habe das Gefühl, dass das z.T. schon sehr viel früher anfängt. Und während ich gegenüber erwachsenen Männern und ihren "Struggles im Patriarchat" eine manchmal eher etwas harte Haltung von: "Emanzipiert euch selbst!" habe, glaube ich für diese kleinen Jungs müssen wir irgendwie mitdenken und mitkämpfen. Und ich kann nur zustimmen, diese toxischen Vorstellungen von Männlichkeit müssen aktiv verlernt werden. Den Quatsch nicht mehr glauben. Es ist gefährlich und macht Menschen unfrei und unglücklich!

    Artikel: Auch eine Deportation: In eine Männlichkeit, die von der Welt der Frauen getrennt ist

  • Ute Plass sagt:

    Dass wegen dem vermeintlichen Schutz der Alten-Generation .... die Jugend sich mehr oder weniger wegsperren muss, wird bei Wiederholung dieser Wahnsinns-Maßnahmen ganz sicherlich nicht dazu beitragen, das Generationen-Verhältnis 'solidarisch' aufzustellen. Angesichts der Tatsache, dass weltweit tagtäglich 15000 Kinder unter fünf Jahren elendig zugrunde gehen, erscheinen mir all die "Schutzmaßnahmen" unglaubwürdig, wiewohl ich gerne daran glauben möchte, dass jetzt das humane Zeitalter angebrochen sein soll, dass dem Schutz der Alten u. Schwachen höchste Priorität einräumt.

    Artikel: Kapitel 3: Das Generationenverhältnis: Verschiebungen und Tradierungsbrüche

  • Anke sagt:

    Hallo Antje Schrupp, vielen Dank für diesen klaren Text. Das Thema Beziehung, besser Beziehungslosigkeit in unserer Gesellschaft geht m.E. über Carearbeit und die beziehungsmäßig „nur“ verrechtlichten Familienpflichten noch weit hinaus. In jeder menschlichen Beziehung stecken m.E. diese Fürsorgeanteile, das Versprechen, füreinander ganz oder in bestimmten Bereichen einzustehen. Sonst ist es eben keine Beziehung. Und oft haben wir auch keine Beziehung mehr zueinander. Lieber einzeln autonom sein, allerhöchstens nebeneinander her autonom sein, in der Liebe oder bei der Erwerbsarbeit. „Autonome Beziehungen“ gibt es in meinem Wortverständnis nicht, denn echte Beziehungen haben immer eine zeitliche Dimension, Beziehung ist nichts Punktuelles. Und über die Zeitdauer einer jeden noch so gleichgewichteten Beziehung wird sich Stärke und Schwäche auf beiden Seiten auch einmal zeigen. Und dann ist der Fürsorgeaspekt sofort da, bei jeder Beziehung. Und in der Realität „autonomer Beziehungen“ ist die Trennung dann auch sofort da. Ich tue mich daher schwer, bei diesen modernen „Augenhöhebeziehungen“, bei den Lebensabschnittspartnerschaften von einer wirklichen „Beziehung“ zu sprechen. Oft war da eben nie eine Beziehung. Wir vermeiden, uns überhaupt auf Beziehungen einzulassen. Wir vereinzeln lieber, halten das für sicherer, absicherbarer, versicherbar. Bei Vereinzelungsprozessen wird - gerade aktuell in der Wirtschaft - auch oft darauf spekuliert, Beziehungen und damit eben „Sorge füreinander“, Solidarität zu verhindern. Denn es lässt sich besser Geld verdienen mit einer anonymen Crowd als mit einer betriebsratsgestärkten Belegschaft. Genauso wie die vereinzelte Hausfrau mit Kleinkind in der privaten Kleinfamilienküche leicht zu unterdrücken ist. Dabei brauchen alle Menschen funktionierende Beziehungen, nicht nur die Schwachen, und Beziehungen lassen sich nie „einkaufen“. Beziehungslosigkeit macht die Menschen psychisch krank, „einsam“, wie es heute problembewusst heißt. Und den Menschen wird dann empfohlen, eine „Therapie“ „einzukaufen“. Eine gute Therapie versucht immer, Menschen wieder „beziehungsfähig“ zu machen, wobei aber natürlich wie in der Pflegearbeit in der therapeutischen Arbeit der Aufbau von "Beziehung" zur therapierenden Person absolut verboten ist. Was für eine schreckliche Welt.

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Ute Plass sagt:

    Aktuell zeigt sich - unter dem Schirm der Corona-Krise - dass alte Menschen pauschal als Risikogruppe eingestuft werden, um darüber sog. Schutzmaßnahmen zu verordnen, die für mich alles andere als Schutz bedeuten, sondern Entmündigung.

    Artikel: Kapitel 3: Das Generationenverhältnis: Verschiebungen und Tradierungsbrüche

  • Antje Schrupp sagt:

    @Christine Varwick zu Stirpe - Ich verstehe nicht ganz, wie diese Assoziationen über das, was ich mit meinem Text sagen wollte, zustandekommen. Jedenfalls schreibe ich überhaupt nichts gegen gelingende Mutter-Kind-Beziehungen und ich sage auch nicht, dass sie unwichtig sind. Ich sage nur, dass sie in Freiheit stattfinden sollen, und das bedeutet, dass es eine Kultur dazu geben muss und sie nicht direkt aus der Biologie abgeleitet werden können.

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • b-e-r sagt:

    "die Gesellschaft" ---warum sollte "die Gesellschaft" WOLLEN? MÜSSEN? Meines Wissens hat sich noch in jedem Kind, das in frühen Zeiten von den leiblichen Eltern (oder einem Elternteil) getrennt worden ist, früher oder später das starke Blutsband gerührt!

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Christine Varwick zu Stirpe sagt:

    Hallo Frau Schrupp, was verstehen Sie genau unter "Care Revolution"? In vielen Punkten stimme ich Ihnen zu: Ja, Sorgearbeit (auch Kindererziehung und -pflege) ist NICHT selbstverständlich und sollte NICHT ohne wertschätzendes Entgeld, ohne Anerkennung, ohne Respekt und ohne Freiwilligkeit jemandem quasi "von Natur aus" zugewiesen werden! Aber was hat das mit dem Muttersein, mit der Mutterrolle zu tun? Es wirkt verstörend auf mich, eine sogenannte "Care Revolution" zu fordern und dafür die sicherste Beziehung die wir alle kennen - die Mutter-Kind Beziehung - dermaßen in Frage zu stellen, als würden Mütter sich ausschließlich opfern, wenn sie ihre Kinder aufziehen. Es gibt kaum erfüllendere Beziehungen als die zwischen prosozialen Müttern und ihren Kindern, lebenslang. Kaum mehr Freude und zukunftsorientierte Lebensbejahung als im Zusammenleben mit kleinen und jungen Menschen. Was Sie anführen als angeblich fehlende Einsicht, dass auch andere Personen als die biologische Mutter ein Baby großziehen könne, funktioniert doch seit Menschengedenken ganz selbstverständlich: Wenn eine Frau nicht in der Lage oder willens ist, ihr Kind persönlich aufzuziehen, haben sich seit eh und je andere mütterliche Menschen gefunden, das Kind zu versorgen und großzuziehen. Massenhaft starben unsere Vorfahrinnen im Kindbett, wer zog die Kleinen auf? Andere Frauen aus der Verwandtschaft oder Nachbarschaft haben diese Babys gestillt und versorgt. Kinder, die nicht auf diese Weise versorgt wurden, sind gestorben, ganz einfach. Kooperation und gegenseitige Unterstützung in Not ist angeborenes und kulturell gefördertes menschliches Verhalten. Das belegt mittlerweile die moderne Neurobiologie (vgl Joachim Bauer). Gerade die Mutter-Kind-Beziehung ist bekanntermaßen der Dreh und Angelpunkt in der Philosophie der Frauen. Denn wir lernen genau dadurch, uns als abhängige und bezogene Menschen zu definieren, was von Ihnen ja ebenfalls als grundlegend wichtig erachtet wird. Die Tatsache, dass einzelne Frauen ihr eigenes Kind nicht aufziehen können oder wollen, gab es immer schon und es gab immer schon gesellschaftliche Lösungen dafür, überall auf der Welt. Diesen Umstand argumentativ zu verwenden, um ein gesellschaftliches Umdenken zur Carethematik zu befördern, widerstrebt allerdings meiner Logik. Ja, es ist für mein Verstehen sogar falsch! Denn wie sollen die von Ihnen geforderten respektvollen, freundlichen Carebeziehungen zwischen Empfangenden und Leistenden der Sorgearbeit überhaupt gelernt werden, wenn nicht durch unser aller Erlernen von freundlichem und zugewandtem Verworgtwerden als Kind? Mir ist klar, dass Sie das Beispiel einer "zugewiesenen" Mutterschaft exemplarisch anführen, sehr geehrte Frau Schrupp. Dennoch ist es für mein Empfinden so, als würden Sie in Ihrer Argumentation die Essenz der Symbolischen Ordnung der Mutter ad absurdum führen. Ich wünsche mir, dass Mütter ihr persönliches Glück mit ihren Kindern finden, dazu aber gesellschaftliche Anerkennung und angemessenen finanziellen Ausgleich für ihre Pflegearbeit erhalten - denn sie ziehen die Kinder genauso für uns alle auf. Wir alle brauchen die junge Generation demnächst als die Stützen der Gesellschft.

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen

  • Antje Schrupp sagt:

    @Anja Lorenz - Ja, ich würde das tatsächlich so sagen, dass Kinder kein Recht darauf haben, dass "ihre Eltern" für sie sorgen. Die Frage ist ja auch, wer "die Eltern" sind. Vaterschaft zum Beispiel wird ja ganz unterschiedlich definiert, Mutterschaft kann bei IVF auch in zwei zerfallen. Ich finde, auch Elternschaft müsste kulturell bekräftigt werden, etwa per Versprechen nach der Geburt. Als erste kann die Mutter dieses Versprechen geben, das sehe ich auch so. Oder jemand anderes mit ihrer Einwilligung. Aber wenn niemand "verspricht", sich um das Kind zu kümmern, ist die Gesellschaft zuständig. Man kann niemanden dazu zwingen oder "von Natur" verpflichten. In den allerallermeisten Fällen wird aber die Mutter für das Kind sorgen wollen, weil warum wäre sie sonst schwanger geworden. Man macht eine Schwangerschaft ja normalerweise nicht zum Spaß, sondern weil man ein Kind will. Aber das ist kein Automatismus: Es gibt auch ungewollte Schwangerschaften, oder es kann sein, dass eine Schwangere im Lauf der Monate etwas erlebt, was sie ihren Kinderwunsch ändern lässt... All das müsste meiner Ansicht nach auch möglich sein und dann muss die Gesellschaft einspringen. Genauer schreibe ich dazu in meinem Buch "Schwangerwerdenkönnen".

    Artikel: Care, Corona und eine Politik der Beziehungen