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Neueste Kommentare

  • Ute Plass sagt:

    Ein Text mit Tiefgang, der mir die Augen öffnet für das 'sowohl abhängig, als auch frei sein'. Und das in einer so klaren Sprache und wunderbar konkreten Weise. Danke für dieses Vermächtnis.

    Artikel: Frei handeln - auch als abhängige Wesen

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Hallo Fidi! Wenn Du sinngemäß sagst: "Ich bin hier, ich warte auf nichts, akzeptiere und lebe die Endlichkeit in all meiner Unvollkommenheit" berührt mich das sehr.

    Artikel: Frei handeln - auch als abhängige Wesen

  • Dorothee Markert sagt:

    Auch Aussagen wie die, ein Verhalten, eine Kritik oder was immer würde "dem Patriarchat in die Hände spielen" - sie kommt in den Kommentaren gleich zweimal vor - halte ich für eine der Methoden, andere mundtot zu machen und sich nicht für ihre Anliegen zu interessieren bzw. ihnen nicht wirklich zuhören zu wollen. Das ist zwar nicht ganz so direkt wie die Verunglimpfung als Verräterin, als "patriarchale Frau" oder als "gar keine richtige Frau mehr", doch es ist auch ein Argument, das eine weitere Auseinandersetzung erschwert oder gar unmöglich macht. In der Linken wurde diese Methode auch eingesetzt, wenn eine Kritik nicht erwünscht war, dann hieß es, man spiele damit dem Kapitalismus in die Hände oder man stabilisiere das System.

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Fidi: Ich warte auch nicht, sondern lebe und lasse mein Tun durch die Heilige Geistkraft beflügeln.

    Artikel: Frei handeln - auch als abhängige Wesen

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Esther, es ist halt meine lebendige Erfahrung, das mit der Freiheit (in und vor allem trotz oder sogar wegen? der unendlich vielen Abhängigkeit), die mir es schon heute schenkt, das Leben in Fülle zu er-kennen. Ich warte auf nichts, denn der Geist des Lebens weht, wo ich bin und so wie ich bin - in all meiner Unvollkommenheit. Da ist für mich heute schon Ewigkeit! Wo denn sonst? Auch Gruß zurück.

    Artikel: Frei handeln - auch als abhängige Wesen

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Liebe Figi Der Hybris, immer alle und alles zu sein, möchte ich gar nicht erliegen. Lieber bin ich gemeinsam mit Anderen unterwegs nach der Suche von Freiheit in Abhängigkeit. Ganz christlich eben als eine von vielen bin ich Teil des Hoffnungskörpers, der sich nach dem 'Leben in Fülle' für alle sehnt. Sei herzlich gegrüsst von Esther.

    Artikel: Frei handeln - auch als abhängige Wesen

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Esther, wenn du schreibst "…ich bin nur eine von vielen…", fällt mir der Precht´ Buchtitel "Wer bin ich, und wenn ja wie viele?" ein. Jedoch wie viele ihr auch immer sein möget, es bleibt letztlich eine abzählbare, begrenzte Menge. Die verändert zwar, aber es ändert sich nicht wirklich etwas. Und da denke/lebe ich das für mich anders: ich BIN "alle"/alles, immer, egal wie und wo ! Das ist mein Normalsein, meine Freiheit, in all der Abhängigkeit, in der ich lebe. Allerliebsten Dank und Gruß an Ursula!

    Artikel: Frei handeln - auch als abhängige Wesen

  • Gré Stocker-Boon sagt:

    Ja,und ich habe Ursula kennen gelernt,als Mitbauerin vom Zürcher Labyrinth anfangs der Neunziger Jahre,als Vierte,im Viereck,als Fremde die dazu kam,als "Burgfriede" insgesamt,als Lebenskunstwerk.Ursula hat auch die Niederlande und der Insel Ameland kennen gelernt,von woher meine mütterlichen Verwandschaft und Ahnen herkommen.Sie hat dort oben am Wattenmeer auch diese Freiheit in Verantwortung und die Gezeiten kennen gelernt und sprach gelegentlich mit mir darüber.Es tut mir sehr leid,dass nun Ursula unerwartet so daliegend im Spital ist,und erst recht zu uns gehört.Sie hat mit ihren Einsatz,Fähigkeiten und eigene Sprache vieles bewirkt.Ihre Einfühlsamkeit mit den Menschen,ihr Blick und unerwartete Gesten sind ein grosser Schatz in ihre innerlichen Schatzkiste.Oft hat sie diese Schatzkiste ausgegraben und neu in Szene gesetzt.Es möge Ursula gut gehen.Liebe Grüsse: Gré

    Artikel: Frei handeln - auch als abhängige Wesen

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Eine berührende Rede mit vielen Ideen; -jene der Kirchgemeinde als Haushalt nehme ich als Pfarrerin gerne mit, obwohl ich nur eine von vielen Haushälterinnen bin .... Zur Sprache und zur Sehnsucht nach Resonanz;-Verstehen und Verstandenwerden ein Gedicht von Johannes Bobrowski: Sprache abgehetzt mit dem müden Mund auf dem endlosen Weg zum Hause des Nachbarn

    Artikel: Frei handeln - auch als abhängige Wesen

  • ursula jung sagt:

    Divide et impera! habe ich mal im Lateinunterricht gelesen. Die widerlichen Angriffe auf A. Schwarzer, diese Mißachtung einer vielgereisten klugen alten Frau spielen dem Patriarchat in die Hände.

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Juliane Brumberg sagt:

    Ich bin überrascht über Kommentare, die innerfeministische Debatten für eine Vergeudung von Zeit und Energie halten oder aber Streit unter Frauen nur intern führen wollen. Um selbst nicht zu eng im Denken zu werden sondern zu wachsen, halte ich es für sehr wichtig, Frauen die sich für feministische Anliegen – welcher Art auch immer – einsetzen und ganz andere Positionen vertreten, zunächst einmal mit Empathie zu begegnen und zuzuhören. Zu versuchen, zu verstehen, wie Antje schreibt. Ich persönlich habe für mich nicht den Anspruch, zu einzelnen Themen eine immer gültige „richtige“ Meinung zu haben. Selber kein Fan von Alice Schwarzer, habe ich doch viele politische Mitstreiterinnen, die auf Alice Schwarzer nichts kommen lassen. Im Gespräch mit ihnen melde ich meine Kritikpunkte an, kann es aber auch gut zulassen, wenn sie (zunächst?) auf ihrer Meinung beharren, denn ich sehe diese Frauen generell engagiert für die selben Themen, die auch mich umtreiben. Meine Beobachtung ist, dass es meist nicht gelingt, andere Menschen in einer Diskussion sofort zu überzeugen. Doch trifft man mit einem zeitlichen Abstand wieder aufeinander, hat sich oft doch etwas bewegt. Veränderungen brauchen Zeit.

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Ute Plass sagt:

    “ Und dass die Voraussetzung für ein Gespräch eben nicht ist, dass ich oder wir bereits eine Ebene der Verständigung gefunden haben, sondern dass wir uns gegenseitig zugestehen, dass die Motivation, die uns zu unseren Positionen geführt hat, der Einsatz für die Freiheit der Frauen ist.” Ja, das wäre sehr wünschenswert, wie notwendig, wenn der innerfeministische Diskurs sich darauf besinnen würde. Dein Beitrag ist ja ein wesentlicher Appell in diese Richtung Die Frage ist, warum es so nicht passiert? Eine meiner Vermutungen: Weil die Bereitschaft zur Verständigung durch (öffentliche) Zuschreibungen wie rassistisch, faschistisch, antisemitisch, sexistisch... beschädigt bis zerstört wird? Zuschreibungen dieser Art mutieren leider oft zu Kampfbegriffen und versetzen diejenigen, die davon getroffen werden (sollen) in eine Unrechtsituation, suggerieren moralische Verworfenheit und verletzten meist zutiefst. Verleumdungen und Rufmord sind dann schnell bei der Hand und von Verständigung weit und breit nicht mehr die Rede. Es gilt weiterhin an der Frage dran zu bleiben, "..welche Voraussetzungen es für einen Diskurs geben sollte." *Geschützte Sprechräume* kommt mir noch in den Sinn.

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Emmerich Claudia sagt:

    Meine große Bewunderung gilt dem Ehepaar Fitko

    Artikel: Erinnerung an Lisa Fittko

  • Antje Schrupp sagt:

    @ute - Ich habe mir zum Thema BDS ja bereits eine Meinung gebildet, und es würdejetzt hier zu weit führen, diese Debatte aufzumachen. Aber es geht ja in diesem Beitrag nicht um unsere Einschätzung von BDS, sondern um die Frage, welche Voraussetzungen es für einen Diskurs geben sollte. Meine These ist halt, dass auch dann, wenn ich die Position einer anderen für indiskutabel halte (aufgrund meiner bisherigen Auseinandersetzung mit dem Thema), dass auch dann sie als Gesprächspartnerin respektiert werden kann. Und dass die Voraussetzung für ein Gespräch eben nicht ist, dass ich oder wir bereits eine Ebene der Verständigung gefunden haben, sondern dass wir uns gegenseitig zugestehen, dass die Motivation, die uns zu unserem Positionen geführt hat, der Einsatz für die Freiheit der Frauen ist.

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Ute Plass sagt:

    Mir ist nicht verständlich, warum Schwarzer und Hark/Butler sich nicht zum direkten Austausch zusammenfinden? "Verleumdung und Rufmord" kommen zum Einsatz, wenn 'die andere Seite' als Feind oder Gegnerin betrachtet wird, die vergessen läßt was das einmal vorhandene, auch gemeinsame, Anliegen gewesen war und vielleicht auch noch ist. Vielleicht sind die Sieg-Niederlage-Gelüste und das Rechthabenwollen dann doch stärker als Wunsch und Bestreben nach dem guten Leben aller? Wie wär’s Antje, du lädst als Moderatorin die beiden zum Gespräch ein? :-)

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Ute Plass sagt:

    Hier noch der Link zum Beitrag von Amira Hass: http://der-semit.de/amira-hass-fordert-schmerzhafte-sanktionen-der-europaeer-gegen-israel/

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Ute Plass sagt:

    Es geht doch zuerst darum "Butlers Ansichten" zu verstehen, bevor solch ein 'Urteil' wie Antisemitismus gefällt wird. Ich finde es wichtig ohne Vorverurteilung in einen Dialog einzutreten. Erst dann kann ich wissen, ob und was und ob überhaupt ich etwas von Butlers Ansichten rezipieren kann und will. Wenn Butlers Ansichten bezüglich Sanktionen, der Sorge und Auflehnung gegen Gewalt und Zerstörung entspringen, wie sie im folgenden Beitrag die israelische Journalistin Amira Hass beschreibt, kann ich nicht verstehen, warum die BDS-Kampagne als antisemitisch gebrandmarkt wird? Ob die Kampagne als sinnvoll erachtet wird oder nicht, darüber müßte doch zu diskutieren sein oder nicht?

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Brigitte sagt:

    Innerfeministische Debatten sind meines Erachtens eine Vergeudung von Zeit und Energie. Das gemeinsame Handeln bleibt damit auf der Strecke und spielt dem Patriarchat in die Hände. Wenn eine Feministin ganz gleich welcher Ausrichtung zu einem feministischen Thema die gleiche Ansicht wie ich vertritt, besteht die Möglichkeit, gemeinsam zu handeln. Mehr erwarte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Und angesichts einer Welt von Trump, Putin, Erdogan etc. müssen wir m. E. eher handeln als innerfeministisch diskutieren.

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Antje Schrupp sagt:

    @ute - da ich Verständnis für den BDS tatsächlich für indiskutabel halte und den BDS für eine antisemitische Organisation, was würde das dann deiner Meinung nach für meine Möglichkeit heißen, Judith Butlers Ansichten zu rezipieren? Wäre das dann also unmöglich?

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Ute Plass sagt:

    "....ebenso wie ich im Übrigen auch Judith Butler respektiere, obwohl ich ihre wohlwollende Haltung gegenüber der antisemitischen BDS-Kampagne für vollkommen indiskutabel halte." Widerspricht dieses "vollkommen indiskutabel" nicht dem Appell dieses Beitrages,"eine andere Feministin mit ihrer Position ernst zu nehmen, ihre Ansichten und Argumente abzuwägen und sich mit ihnen inhaltlich auseinanderzusetzen"? Wer mit Begriffen wie Rassismus oder Antisemitismus belegt wird, hat doch schon von vorneherein eine ungute Ausgangs-Gesprächsbasis, weil diese eine Verteidigungshaltung und Schuldzuschreibung provoziert und daher so etwas wie eine offene, konstruktive Gesprächshaltung erschwert bis verunmöglicht.

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Donate McIntosh sagt:

    "Die Erfahrungen und Ansichten anderer Frauen ernst zu nehmen ist die wichtigste Waffe des Feminismus" - völlig d'accord! Aber das Hauptproblem in diesem Streit ist doch, dass Schwarzer direkt aus den alltäglichen Diskriminierungserfahrungen von Frauen heraus schreibt, während Butler und Hark aus dem Elfenbeinturm nicht heraus können oder wollen. Direkte Lebenserfahrung auf der einen Seite, akademische Theorie auf der anderen. Das kann doch gar nicht gut gehen. Wie soll eine Verständigung möglich sein, wenn beide Seiten verschiedene Sprachen sprechen? P.S. Bitte meine neue Emailadresse beachten

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Monika sagt:

    Ich teile meistens die Artikel der EMMA, die ich seit Beginn mit Interesse lese. Streit unter Frauen sollte, meiner Meinung nach, intern geführt werden, denn sonst wird alles noch schlimmer durch den Missbrauch von patriarchalen Personen, die wenig davon wirklich verstehen. EMMA hat z.B. jetzt eine gute Stellungnahme über den Streit von sogannaten Feministinnen gegen Terre des Femmes veröffentlicht. Auch dort ist der Streit ein Trauerspiel für uns Frauen. Hoffentlich lernen wir davon, unsere Kritik direkt zu führen ohne öffentliche Diskussionen . Herzlichst, Monika

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Martina Mair sagt:

    Uns was ist mit der Debatte zwischen Feministinnen und der ganz normalen Außenwelt? Für mich sind diese in sich abgeschlossenen Ideologieblasen nicht wirklich nachvollziehbar. Wo bleibt der offene POLITISCHE Diskurs im Sinne von Hannah Arendt, die auch persönlich ein Vorbild sein kann, weil sie sich praktisch nie auf die Ebene der persönlichen Eifersüchteleien und Gruppen-Hick-Hack begeben haben dürfte (zumindest in ihren Schriften nicht). Die Zerstörung des POLITISCHEN RAUMES an sich könnte doch ein übergreifendes Thema für als Subsub...Szenen sein!

    Artikel: Verleumdung und Rufmord - wie die Chance auf eine innerfeministische Debatte vergeben wird

  • Renate Schmidtsdorff-Aicher sagt:

    Auch danke an Inge Kleine und an Anne Busch ! Mir jedenfalls geht es darum, die handelden MÄNNER SICHTBAR ZU MACHEN. Ich beziehe mich speziell auf die Prostitution. Dort ist es so, ES SIND DIE FREIER, WELCHE NOT ÜBER FRAUEN UND KINDER BRINGEN UND SCHANDE ÜBER DIE MÄNNLICHKEIT. Deswegen müssen AUCH IN DEUTSCHLAND die Freier verfolgt werden. Wie frei oder unfrei, vernünftig oder unvernünftig dort Frauen handeln und entscheiden, da sollten AUSSTEIGERINNEN befragt werden. Sie können uns ganz Wesentliches über Freiheit sagen. Bei der Vollverschleierung ist es doch so, dass in ihrem Lebenskontext Frauen ihr Leben riskierten, wenn sie entschieden, ihr Haar und ihr Gesicht zu zeigen. Wenn sie es dennoch wagen, dann ist unsere Solidarität gefragt, ihnen beizustehen, damit sie ein freies Leben ohne Gewalt von ihren Familien leben können. Wenn sie es nicht wagen, sind wir nicht gefragt, IHR Handeln ihre eigene Person betreffend zu bewerten; das steht uns einfach nicht zu. Mir kommt es absurd vor, da was definieren zu wollen.

    Artikel: Woran entscheidet sich der freie Wille einer Frau?

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Wunderbar; -danke für den Tipp!

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    @ Hanna Strack: Ich sorgte michvin meiner Zuschrift nicht um die Väter, sondern forderte implizit deren Beteiligung an der Arbeit mit einem Knd; - neudeutsch Care-Arbeit genannt. Mit dem Mütterlichkeitsgedönse kann ich herzlich wenig anfangen.

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Judith sagt:

    so ein schmarrn. ich übe keinen druck aus! ich sage lediglich meine meinung, und bin einfach dafür, meinungen und menschen erst mal so stehen zu lassen, und nicht immer gleich so viel hinein zu interpretieren, zu bewerten, und gleich so ne wissenschaftliche abhandlung aus allem zu machen. es sollte einfach nett gemeint sein, so empfinde ich es. und jetzt laßt mir mal schön meine empfindungen. amen!

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Hanna Strack sagt:

    Frauen werden von der Empfängnis bis zum Wochenbett schon seit Jahrhunderten mit Vorschriften überschüttet, früher waren es die Kirchenmänner, heute sind es die Verheißungen der Medizin, der Ernährung- und Wellnessbranche, insofern ist der Artikel sehr gut., Nur: Judith macht dasselbe, wenn sie wieder Druck ausübt: Seid so und nicht so... Mit selbst geht es allein um die Stärkung der Frauen, sodass sie selbst spüren und einfordern, was ihnen gut tut. Väter sind emotional beteiligt, wenn sie da sind, Die Sorge um die Väter, wie in einer Zuschrift, ist eine Ablenkung. Sie haben ihre eigenen Themen. Ich kenne diese Vorwürfe in Bezug auf meine Bücher zur Spiritualität in Schwangerschaft und Geburt. Es ist auf jeden Fall eien Differenzthematik. Hanna Strack

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Ute Plass sagt:

    @Judith - Mut machen für die neue Lebenssituation mit Kindern finde ich sehr in Ordnung. :-) Dazu passt jedoch nicht "die Mutterliebe" die "Grundlage für alles" sein und "über alles hinweg helfen" soll. Das halte ich für einen Irrtum. Diese (von der Autorin gut gemeinte) Botschaft hat im Leben von nicht wenigen Frauen auch viel Schaden angerichtet.

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Schier, Johanna Helen sagt:

    Esther, da ist sie ja, unsere fem. Fremdenführerin! Antje Schrupp: Kleine feministische Fibel, Patu....

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Ich bin zwar 'Altfeministin', besass jedoch auch noch nie einen Fremdenführer; -wofür auch? Der Weg entsteht doch im Gehen ...

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Judith sagt:

    eine schreibt von ihren erfahrungen, will mut machen, na und? ist das zu wenig tiefsinnig analytisch irgendwas? mir jedenfalls nicht, und es ist verständlich geschrieben, und man braucht keinen fem-fremdenführer. den besitzen aber wahrscheinlich eh nur so eingeweihte altfeministinnen.

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Ute Plass sagt:

    "Alles wird gut. Versprochen." Mir geht diese Art von Mütterlichkeitsgedudel und Fühldichgut-Esoterik gehörig auf die Nerven.

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Oder noch pointierter Johanna Helen: Wo ist die Väterlichkeit?

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Esther, Dein Kommentar erfrischt mich und ich frage: Wo ist die MÄNNLICHKEIT im Reproduktionsdilemma?

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Mir ist dieser Artikel allzu mutterselig. 'Du musst gar nichts.' ist zwar entlastend. Wer muss dann: Vielleicht der Vater, der in diesem Artikel gar nicht vorkommt?

    Artikel: "Du musst gar nichts!"

  • Andrea v.d. Meden sagt:

    1Nicht nur in Deutschland gibt es diese Situazion,sondern in ganz Europa und ich hoffe ,dass es gelingt ,die Aufnahmeregelung zu spenderne,auch um eine Familienzusammenfuehrung zu erleichtern

    Artikel: „Als Paul über das Meer kam“, ein bewegender Dokumentarfilm

  • Ina Praetorius sagt:

    Ja, genau so ist es. Auch ich gehöre zu Dorothees Freundinnen, die "in irgendeiner Weise Migranten und Migrantinnen unterstützen", und zwar schon seit Anfang der 1990er Jahre. (Damals waren es vor allem Tamilinnen und Tamilen). Es stimmt, dass es sich dabei um eine "schwierige und belastende Arbeit" handelt, bei der die Behörden uns je länger je mehr "Steine in den Weg legen". Es stimmt auch, dass die europäische (in meinem Fall: die schweizerische) "Flüchtlingspolitik" voller unnötiger Ungereimtheiten ist und dass es genau die Massnahmen brauchen würde, die Dorothee einfordert. Nur etwas möchte ich korrigierend hinzufügen: Allen empörenden Widersprüchen zum Trotz handelt es sich beim Zusammenleben mit den Neuankömmlingen zumindest in meinem Fall nicht nur um einseitige "Belastung" und "Hilfe". Gäbe es nämlich diese Leute nicht, die immer wieder neu überraschend in die selbstzufriedene Behäbigkeit unseres Tals einbrechen (oder schon vor Jahren eingebrochen sind), mir wäre hier sterbenslangweilig. Allen strukturellen Unmöglichkeiten zum Trotz haben wir viel Spass zusammen, ja, und wahrscheinlich würde ich schon lange nicht mehr hier wohnen, wenn es die immer wieder neu improvisierte gemeinsame Kultur von MigrantInnen und Einheimischen nicht gäbe. - Was soll ich daraus schliessen? Sicher nicht, dass es keine grundlegend neu gedachte Migrationspolitik im Sinne von Dorothees Text braucht. Vielleicht bloss, dass ich ein bisschen egoistischer bin als es der Text suggeriert?

    Artikel: „Als Paul über das Meer kam“, ein bewegender Dokumentarfilm

  • Juliane Brumberg sagt:

    Dorothee, das hast Du beeindruckend beschrieben. Ich habe den Film nicht gesehen, aber auch mir will es nicht in den Kopf, wieso unser Staat, nachdem er erst viel Geld für Flüchtlingsbetreuer_innen, Integrationsbeauftragte etc. aufbringt, dann keine Lösung dafür findet, dass gut integrierte junge Menschen, die sich sehr lernwillig und -fähig gezeigt haben, im Land bleiben können. Zumal alle wissen, in welches Elend sie zurückgeschickt werden.

    Artikel: „Als Paul über das Meer kam“, ein bewegender Dokumentarfilm

  • Ute Plass sagt:

    Sehe ich auch so: "TV-Moderatorinnen und –Moderatoren verschenkten wertvolle Sendezeit mit unsinnigen oder unsäglichen Fragen." Dazu: http://www.deutschlandfunk.de/moderatoren-beim-tv-duell-das-journalistische-resultat-war.2907.de.html?dram:article_id=395054 Welche wichtigen Fragen noch ausgelassen wurden, ist auf den heutigen NachDenkSeiten zu lesen.

    Artikel: Die Qual der Wahl - wenig drin für Frauen. Bundestagswahl 2017

  • Ute Knüfer sagt:

    Ein großartiger Artikel von Dorothee Markert. Ihr Aufbegehren, ihren Zorn und ihre Betroffenheit hat sie wie immer gut verdichtet zu einer politischen Bestandsaufnahme und Perspektive, auf der Grundlage ihrer Liebe zur Welt. Ich wollte den Film unbedingt sehen, weil ich immer am besten und leichtesten in Bezogenheit und in Beziehung zu jemandem lerne, in diesem Fall in der Beziehung zu Paul. Es ist alles nicht neu, was ich im Film erfahre, aber ich kann mich und wollte mich auch nicht dem entziehen, was ich "spür"bar im Film erfahre. Menschenrecht und unantastbare Würde aller Menschen sind durch die bisherige Praxis des Asylrechts nicht gegeben. Ich habe 1989 einen Libanesen kennengelernt, der, verfolgt von Syrien, mit seiner Familie in Deutschland Asyl suchte. Er stammte aus einer gut situierten Familie in Beirut, war damals um die 30 Jahre alt. Bis zum Zeitpunkt meines letzten Kontakts zu ihm war er 18 Jahre in Deutschland geduldet und durfte nicht arbeiten. Ich habe das als grausame "Menschenrechtsverletzung" erlebt und durch Bürokratie verhinderte Integration.

    Artikel: „Als Paul über das Meer kam“, ein bewegender Dokumentarfilm

  • Ute Plass sagt:

    "Viele Bürger an den deutschen Bahnhöfen applaudierten sich selbst als Teil eines Landes, das weltoffen und hilfsbereit ist. Und sie applaudierten Bundeskanzlerin Angela Merkel und den vielen Ehrenamtlichen. Ein typischer Fall von falscher, fehlgeleiteter Empathie, sagt Fritz Breithaupt. Das Problem dabei: wer sich mit den Helfern identifiziert, versetzt sich nicht wirklich in die Lage der Notleidenden. Nicht die Flüchtlinge, sondern die Helfer spielen hier die Hauptrolle. Wer so denkt, will vor allem Anerkennung für die Hilfe und stellt hohe Erwartungen an die Menschen" http://www.deutschlandfunk.de/empathie-nicht-nur-nett.886.de.html?dram:article_id=394739

    Artikel: „Als Paul über das Meer kam“, ein bewegender Dokumentarfilm

  • Ute Plass sagt:

    Danke, Dorothee, für diesen "Aufschrei", der hoffentlich gehört wird, wenn noch viele Menschen mit aufschreien. Gut, wenn dein Beitrag von allen, die ihn lesen, weiter in die Welt kommt.

    Artikel: „Als Paul über das Meer kam“, ein bewegender Dokumentarfilm

  • claudia l. sagt:

    Und sehr beeindruckend die selbstbewußt nackte frau vor der kirche in weikersheim, die mit blumen geschmückt war. Schade, dass ich kein bild davon in den kommentar geben kann. Herzlichst

    Artikel: Frauen, die Grenzen markieren und Klarheit ausstrahlen

  • Anne Busch sagt:

    Danke @ Inge Kleine für diese treffende und aus meiner Sicht durch nichts zu ergänzende Schlüssigkeit der Argumentation. Ich halte es für eine logische aber fatale, akademistisch spitzfindige Denkfigur, innerhalb patriarchaler Strukturen den Fokus auf ein irgendgeartetes, angeblich freiheitliches Handeln von Frauen (und Männern) zu legen. Dieses also mit einer einzig durch sich selbst begründbaren Qualität zu belegen. Insbesondere dann, wenn dieses Handeln in seiner Konsequenz doch in Wahrheit nichtsweiter tut, als den vorgeschriebenen Wertekanon und Handlungsspielraum, der Frauen zugewiesen wird, zu bedienen und damit zugleich dazu beiträgt, diese Beschränkungen - bishin zur entmenschten Betrachtung und Behandlung - immer wieder aufs Neue zu stabilisieren, fortzuschreiben, ja sogar als erstrebenswert zu postulieren. Ja, Frauen handeln und denken im Patriarchat frei im Sinne der Struktur, die ihnen in Grenzen Spielräume erlaubt. An welchem Punkt und ob überhaupt diese Beschränkung durchbrochen werden kann, ist individuell sehr verschieden und hat tatsächlich mit Mut und Bewusstheit zutun. Es macht eben z.B. einen Unterschied, ob eine Frau sich zum HausfrauundMutter-Dasein im Sinne der Struktur (siehe AFD) entscheidet oder ob sie ihr Muttersein völlig neubetrachtet und dann ganz notwendig sich selbst, ihr Handeln und ihre Umwelt dahingehend verändert, oft gegen immense Widerstände. Nichts wird ihr dann aber mehr bewusst sein als die Tatsache, dass sie letztlich dennoch solange unfrei ist, solange das Patriarchat ihre Handlungsspielräume durch entsprechende strukturelle Abhängigkeiten diktiert. Und sie wird das auch entsprechend kommunizieren. Sich die Freiheit zu nehmen, das eigene Handeln als frei zu bezeichnen, ohne ein Verständnis für die Konsequenzen oder eben die Tatsache, dass es eine solche Freiheit garnicht gibt, weil wir immer in Bezogenheit agieren, würde ich eher Opportunismus nennen. Ganz wertfrei würde ich Diesen jedoch als bewusste oder unbewusste Anpassung bezeichnen, als Handlung oder Aktion, die in einer bestimmten Situation mit dem geringsten energetischen Aufwand für das Individuum Lösungsmöglichkeiten bietet, oder schlicht das Überleben sichert. Mut oder Nonkonformismus ist immer anstrengend und nicht selten wird das Individuum dafür garnicht belohnt. Dieser große oder kleine Funke ist es aber, der der wohlfeilen "Freiheit", der angeblichen Autonomie, den Rücken kehrt. Und sei es nur in der Tatsache mündend, dass er künftig verhindert, dass etwas Freiheit genannt wird, das in Wahrheit garkeine ist. Weil mit dieser Art des Freiheitsgedankens etwas erkauft wird. Nämlich die Verleugnung der Konsequenzen jenseits des eigenen ganz engen Radius und schlimmer noch, die Verleugnung des eigenen Selbst. Diese "Freiheit" bleibt immer ein Kompromiss der Anpassung, der in der Summe mehr schadet, als er nützt. Weil er gerade nicht in Bezogenheit gedacht wird. Das genau hat system.

    Artikel: Woran entscheidet sich der freie Wille einer Frau?

  • Ute Plass sagt:

    Beim Lesen dieses Beitrages: http://www.deutschlandfunk.de/nach-der-pariser-migrationskonferenz-merkel-baut-eine-mauer.720.de.html?dram:article_id=394901 fragte ich mich: "Woran entscheidet sich der freie Wille einer Frau, die Bundeskanzlerin ist?"

    Artikel: Woran entscheidet sich der freie Wille einer Frau?

  • chris sagt:

    Ich schliesse mich meiner vorherigen Kommentatorin an und füge noch hinzu: Zitat: „....damit spiegeln sie bis zu einen gewissen Grad auch den heutigen Zeitgeist wieder, der geprägt ist von Fitnessstudios und Yogakursen, mit deren Hilfe junge (und ältere) Frauen ihren Körper in Form halten......“ Ich bezweifel, dass unser heutiger Zeitgeist von o.g. geprägt ist + und dass die Frauen heute alle Sport machen und nur um nur ihren Körper in Form zu halten? Zitat: „.....Das besondere aber ist eine Körpersprache, die vielen Frauen nach mehr als 2000 Jahren Patriarchat verloren gegangen ist...." Es ist widersprüchlich zu oben und inhaltlich schwer nachvollziehbar bzw. Gegenfrage: wie war denn die weibliche Körpersprache der letzten 2000 Jahre? Trotzdem ist die künstlerische Arbeit schön anzusehen + Danke für ausführlichen Infos darüber.

    Artikel: Frauen, die Grenzen markieren und Klarheit ausstrahlen

  • Juliane Brumberg sagt:

    Danke für die Rückmeldung. Auf keinen Fall möchte ich implizieren, Übergriffe auf Frauen seien selbst verursacht. Und sicher, es wird in männlich dominierten Systemen immer wieder versucht, selbstbewusste oder sich abgrenzende Frauen auf verschiedenste Weise klein oder lächerlich zu machen. Trotzdem weisen diese Figuren für mich in eine Richtung, die das Patriarchat zerbröseln lässt. Ich denke, es lohnt sich auszuprobieren, was solche Körperhaltungen mit uns selber machen.

    Artikel: Frauen, die Grenzen markieren und Klarheit ausstrahlen

  • Christine Wartberg sagt:

    Danke für den Hinweis,die Bilder und die Zusatzinformation über die Künstlerin. Bedenkens-wert finde ich den Kommentar dazu. Aussagen wie "Niemand, dem eine Frau so klar entgegentritt, wie diese Skulpturen, käme auf die Idee, sie anzugrapschen oder auf ihre Sexualität zu reduzieren" "Für mich sind die Skulpturen Vorbild für eine Klarheit im Körperausdruck, die keine Übergriffe zulässt." "Wenn Frauen so auftreten, ist das Patriarchat ist zu Ende!" udgl. Das geht nähmlich an der Realität von sehr vielen, selbstbewussten Frauen vorbei. Wenn mit Übegrifen nur sexuelle gemeint sind, würde das intendieren, Frauen der Übergriff ist selbstgemacht - habt euch wohl zu wenig abgegrenzt. Gleichzeitig weiß ich aus eigener Erfahrung, dass klares Auftreten nicht reicht um als Frau nicht als Sexualobjekt gesehen zu werden. Außer Acht gelassen werden dabei auch alle anderen Formen von Übergriffen, die Frauen noch immer erleben, gerade auch weil sie selbstbewusst auftreten und sich nicht Männern unterordnen.

    Artikel: Frauen, die Grenzen markieren und Klarheit ausstrahlen

  • Monika sagt:

    Der Film ist wunderbar und lässt mich lachen und weinen. Unbidingt anschauen! Monika

    Artikel: "Frauenrecht ist Menschenrecht" - Petra Volpes Film "Die göttliche Ordnung"