beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Gabriele Bock

BockIch wurde 1937 in Bautzen geboren. Mein Vater war ein weitgereister, freiheitsliebender Stuttgarter, meine Mutter war Bautznerin / Sächsin, eine schöne, elegante Frau, sportlich, tapfer, arbeitsam, sie liebte ihren Mann und ihre Kinder, ihren Garten und „die Heimat“. Ich hatte zärtliche Eltern, war ich doch die Jüngste und das einzige Mädchen. Im Hause gab es ständig viele Besucherinnen und Besucher: Kollegen meines Vaters, Großmütter, Freundinnen meiner Mutter, ab 1944 viele Flüchtlinge, bis wir im März 1945 selbst „arme Besucher“ wurden, zuerst in Württemberg, dann in Bayern, von 1945 bis 1949 zogen wir jedes Jahr um. Meine Lyzeum-Schulzeit verbrachte ich in München, engagierte mich bei den ev. Pfadfinderinnen und den Jusos,  studierte dann in Heidelberg und Bonn: politische Wissenschaften, Pädagogik, trat 1958 in die SPD ein, heiratete, bekam den ersten Sohn, war Lehrerin.

1966 begann mein Wanderleben. Mit meinem Mann: als „Gattin“ , mit dem ersten Sohn: als „Mutter“ und mit dem „Sprachlehrer-Diplom des Goethe Instituts“: als „Berufstätige“ wollte ich alles unter einen Hut bringen, natürlich auch die vielen Eindrücke in Tripolis (Libyen), Canberra, Rom, Helsinki und Nairobi, dazwischen die Frauenbewegung in Rom und die Reisen nach Deutschland zur Frauenuniversität nach Berlin. Dazwischen bekamen wir noch zwei Söhne, ich war Lehrerin in englischen und deutschen Schulen, an Goethe Instituten; Elternbeiräte, Kirchenvorstände, Gäste, Empfänge und die feministische Frauengruppe in Rom, die noch immer besteht, beschäftigten mein Gemüt. Erst ab 1989 blieb ich  in Bonn: die Familienphase war abgeschlossen, ich bekam eine „feste Stelle“ beim Goethe Institut.

Und jetzt im Ruhestand? In Bonn:  im Notfall helfe ich als Lehrerin aus – arbeite  im Bonner AK Feministische Theologie – einschließlich der Reisen nach Gelnhausen oder Bad Boll- bin  wieder bei den Genossinnen (AsF). In Köln freue ich mich an den Frauengottesdiensten. In München betreue ich meine Enkelin Frida. In Padua besuche ich Freundinnen zur Deutschlehrer-Fortbildung. Und neben der geliebten Garten- und  der ungeliebten Hausarbeit lese – höre – denke – schreibe ich am liebsten über Frauen, ihre Geschichte und ihre Gedanken.

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