Forum für Philosophie und Politik
Schon lange wurde in den Mainstream-Medien nicht mehr so häufig und engagiert über die „Frauenfrage“ diskutiert wie in den letzten Monaten. Keine Talkshow, keine Politrunde, die derzeit ohne das Thema auskommt. Ein guter Anlass, um den verschiedenen Aspekten der aktuellen Debatten etwas tiefer auf den Grund zu gehen.
Die – wieder einmal – geführte Quotendiskussion nimmt Andrea Günter zum Anlass für einige Überlegungen. Eigentlich ist das Thema ja langweilig und schon endlos debattiert worden. Lassen sich in den Argumenten trotzdem neue Einsichten und Aspekte entdecken? Ja, meint sie, denn die Quote könnte ein Platzhalter dafür sein, dass individualistische Lösungen nicht funktionieren können. (zum Artikel)
Ein anderer Dauerbrenner ist die Frage nach dem Verhältnis von Feminismus und Religion. Ein neues, von Schweizer Feministinnen verfasstes Manifest beschäftigt sich mit der Frage, wie weibliche Freiheit und Religion sich zueinander verhalten. Ina Praetorius hat die Präsidentin des interreligiösen Think-Tanks, die Muslimin und Islamwissenschaftlerin Amira Hafner-Al Jabaji, zu ihrer Arbeit und zum Manifest befragt. (zum Artikel)
Es geht bei all dem nicht um Gleichstellung – auch wenn das inzwischen unhinterfragtes gesellschaftliches Credo zu sein scheint. An einem Text aus der Anfangszeit der feministischen Bewegung und einem späteren Frauenbewegungslied zeigt Dorothee Markert, dass die Frauen schon damals nicht an Gleichstellung dachten, dass sie weder männerfeindlich noch klagende Opfer, sondern fest entschlossen waren, an einem eigenen Weg zum guten Leben für sich und für alle zu arbeiten. (zum Artikel)
Der Schlüssel für einen friedlichen und produktiven Umgang mit der Differenz unter Frauen (und auch zwischen Frauen und Männern) liegt für Anne Claire Mulder in der Wahrnehmung und dem Respekt vor dem „Dazwischen”. Grundlage ihrer Überlegungen sind Texte von Luce Irigaray. Der Text liegt bisher leider nur auf Englisch vor – falls jemand eine Übersetzung ins Deutsche spendieren möchte, würde das uns und unsere nicht englischsprachigen Leserinnen sehr freuen! (zum Artikel)
Wenn es um das Verhältnis von weiblicher Freiheit und Mutterschaft geht, ist das Werk von Simone de Beauvoir immer ein wichtiger Referenzpunkt. Oft wird ja gesagt, Beauvoir sei „mutterschaftsfeindlich“. Andrea Günter zeigt, dass das nicht stimmt. Sie findet in Beauvoirs Texten vielmehr ein hellsichtiges Plädoyer für freie Mutterschaft. (zum Artikel)
„Gemeinsam sind wir stark” – davon sind viele überzeugt. Doch was, wenn die Arbeit immer nur an einer hängen bleibt, wenn niemand mitzieht? Einige Überlegungen von Inga Wocker zum Thema „Teamwork”, ausgehend von ihren eigenen, nicht immer nur positiven Erfahrungen damit. (zum Artikel)
Juliane Brumberg empfiehlt ein Buch zu einem Thema, über das nicht so gerne gesprochen wird: das Leben nach einer Krebsdiagnose. In „Die zärtliche Berührung“ von Tina und Razvan Georgescu kommt allerdings noch eine Fülle von anderen Themen ins Spiel. (zum Artikel)
Antje Schrupp empfiehlt die Kindheitserinnerungen von Sylvie Weil. Die Nichte der radikalen und kontroversen Philosophien Simone Weil wurde 1942 geboren. Das war ein Jahr, bevor ihre berühmte Tante im Alter von nur 34 Jahren starb, in deren Schatten sie ein Leben lang stand. Eine spannende Lektüre, nicht nur für ausgewiesene Weil-Fans. (zum Artikel)
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