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Rubrik denken

Das Gespür für die notwendige Vermittlung

Von Dorothee Markert

Auf dem Markt des Glücks

Wenn ein Land militärisch sehr viel stärker geworden ist als seine Nachbarn, geschieht es immer wieder, dass ihm die Fähigkeit zu einer guten Außenpolitik verloren geht, es macht schlimme Fehler und lernt nichts daraus. In der Antike wurde das mit einer gefährlichen Arroganz erklärt, die zu Dummheit führe, was als Strafe der Götter interpretiert wurde.

Luisa Muraro hat eine andere Erklärung: Im Besitz bedrohlicher Machtmittel zu sein, verführt dazu, die Arbeit der notwendigen Vermittlung nicht mehr für nötig zu halten, die unter der vorherigen Bedrohung durch einen Gegner getan werden musste. Und so wird einfach damit aufgehört, nach Worten zu suchen, die von der Gegenseite verstanden werden könnten und die vielleicht sogar zu einer Einigung führen könnten. Das geht so weit, dass ein Denken vorherrscht, in dem der Standpunkt des Anderen nicht mehr verstanden und auch nicht mehr vorhergesehen werden kann. Und schließlich denkt man die Welt so, als würden die Anderen gar nicht existieren. Als Muraro die vielen Nachrichten über den 11. September 2001 hörte und las, war sie besonders betroffen von der, dass die Regierung der Vereinigten Staaten erst nach dem Terroranschlag bemerkte, dass sie keine Übersetzer aus dem Arabischen beschäftigte.

Muraros Erklärung zum Verlust der Vermittlungsfähigkeit hat den Vorteil, dass sie auch dann zutrifft, wenn es keine Überlegenheit über die Anderen gibt. Jene Dummheit trete aus sehr unterschiedlichen Gründen auf, aus Unsicherheit, Einsamkeit und Angst beispielsweise, und sie bedeute, dass aufgehört wird, nach Worten zu suchen, die zum Ausdruck bringen könnten, was dem jeweiligen Menschen geschieht, was er oder sie fühlt, wahrnimmt und will. Gesprochen wird nur noch mit Floskeln und Wiederholungen dessen, was andere gesagt haben, oder es wird gar nicht mehr gesprochen. Jene Menschen verzichten darauf, sich in einen größeren Zusammenhang zu stellen, in dem es auch noch andere Menschen gibt und solche Dinge wie beispielsweise den Wechsel der Jahreszeiten. Das kann sehr früh im Leben geschehen, oft schon in der Grundschule. 

Auch wenn Muraro ein paar Gründe genannt hat, wie es zu jenem Verlust kommen könnte, hat sie eigentlich keine Ahnung, warum die sprachliche Intelligenzentwicklung bei bestimmten Menschen zum Stillstand kommt. Es könnte auch eine Art Resignation sein, weil die Vermittlung, die immer notwendig ist, niemals ausreicht. Die Arbeit der notwendigen Vermittlung beginnt mit dem Sprechenlernen und wird wieder aufgenommen beim Erlernen des Lesens und Schreibens. Man müsse anerkennen, meint Muraro, dass das Erlernen der alphabetischen Schrift entmutigend sei, dass es eine ungeheure Mühsal bedeute, bis man schließlich die Früchte der Anstrengungen ernten könne. Sie zählt auf, was sie alles konnte, als sie in die Schule kam, und das sei dann alles plötzlich nichts mehr wert gewesen. Geholfen hat ihr die Freude an der Schönschrift. Es sei so wichtig, dass die Grundschullehrkräfte darauf achten, dass keines der Kinder zurückbleibt und aufgibt.

Da in den feministischen Gruppen der 1970er-Jahre sehr viel gestrickt wurde, stellte Muraro sich vor, die Wollknäuel in den Taschen seien beim Aufziehen der Maschen alter Kleidungsstücke entstanden, so wie es in ihrer Kindheit war, in einer durch den Krieg verarmten Region. Und deshalb wählte sie das Bild vom Maschen-Aufziehen für die Arbeit der notwendigen Vermittlung, um zu zeigen, dass das Material aus der Vergangenheit wiedergewonnen werden muss, bevor das Leben neu beginnen kann. Der wahre Anfang kommt als etwas Zweites, nach etwas, das schon da war, das vor dem Verlorengehen gerettet worden und neu präsentiert worden ist, indem es in die Möglichkeit des Seins eingeschrieben, ins Sein gebracht wird.

„Vermittlung“ ist ein klassisch philosophischer Begriff, es gibt jedoch auch große DenkerInnen, die von einer „Wiederaufnahme“ oder „Wiederbelebung“, von einer „Reprise“  sprechen. Vielleicht wollen sie damit auch daran erinnern, dass das Ergebnis nicht garantiert ist und auch nicht ein für alle Mal gewonnen wird, sie wollen sich also von jeder Art von „euphorischem verbalen Optimismus“ (Elvio Fachinelli) distanzieren. Für Luisa Muraro macht die unterschiedliche Bezeichnung hier keinen substanziellen Unterschied. Für sie ist die Wiederaufnahme dasselbe wie Vermittlung. Beide haben gemeinsam, dass sie die Vergangenheit rehabilitieren und sie neu darstellen, wodurch sie sie in die Gegenwart holen, lebendig und verfügbar machen und wieder in Umlauf bringen. Und das bezieht sich nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auf alles, was dazu verdammt war, ein Nichts zu sein.

Dem Begriff der Vermittlung ist auch eine religiöse Bedeutung aufgepfropft worden, und zwar in Form der christlichen Tradition von Jesus Christus, dem Vermittler zwischen Gott und den Menschen, dem Retter der Menschheit und der ganzen Schöpfung. Zu diesem Thema kam Simone Weil immer wieder zurück, mit Verzweigungen, die sich über ihre ganze philosophische Forschung erstrecken. Die religiöse Sprache habe im Allgemeinen die Gabe, vor allem wenn sie von der Kunst begleitet werde, dem, was Muraro „Arbeit am Symbolischen“ und „notwendige Vermittlung“ nennt, eine dramatische Intensität zu verleihen. Muraro betont aber, die religiöse Sprache könne hilfreich sein, doch sie ersetze nicht die Aufgabe, in erster Person nach Worten zu suchen. Die Heiligen hätten immer nach den passenden Worten gesucht, doch die Priester täten das nicht und könnten dies auch nicht lehren. Stattdessen lehrten sie, sich gut zu benehmen, ohne die Arbeit der Vermittlung weiterzuführen. Ihnen fehle die Erkenntnis, dass beides nur zusammen möglich sei oder zusammen scheitere. Eine Moral, die nicht die Kraft der Vermittlung zwischen mir und mir und zwischen mir und der Welt hat, taugt nichts. Sie ist nicht praktikabel und überzeugend.

„Vermittlung findet statt, wenn die Worte, die ich finde, um meine Erfahrung auszudrücken, mich diese Erfahrung so wahrnehmen lassen, wie ich es vorher nicht konnte, mir ermöglichen, sie besser zu sehen, als sie mir zunächst erschien, sie mich akzeptieren und annehmen lassen, wie ich es vorher nicht konnte. Die Vermittlung, genauso wie die Wiederaufnahme, reduziert sich nicht auf eine Reproduktion oder eine Wiederholung, sie aktiviert einen Kreislauf und erweckt ein Mehr. Das zeigen viele Beispiele, positive und negative“ (S.122). 

Um jenem „Mehr“ einen Wert zuzusprechen, wurde früher und wird auch noch heute auf Bezeichnungen wie Wahrheit, Gerechtigkeit und Güte zurückgegriffen. Muraro hat es sich, soweit sie dazu in der Lage ist, zur Aufgabe gemacht, jene Worte vor dem leider allzu häufigen Missbrauch zu schützen und damit auch vor dem daraus folgenden Misstrauen gegenüber solchen Begriffen. Für Muraro geht von diesen Worten eine Resonanz auf die stumme Bitte um Rettung aus, die in erster Linie von den Dingen kommt, aber auch von den Menschen. 

Vermittlung ist nicht notwendigerweise das Werk besonders kluger Köpfe und besteht auch nicht notwendigerweise in großen Werken oder gehobenen Diskursen. Sie kann einfach nur ein Gefühl sein, das von einem flüchtigen Gedanken begleitet ist, von einem halben Wort wie jenem, das einem beim Aufwachen am nächsten Morgen nach einem Einweihungsfest oder einer wichtigen Zeremonie einfällt: Jetzt fängt es wirklich an, ich bin eine Schülerin, eine verheiratete Frau, ein Priester, ich habe die Verantwortung für eine Firma, ich werde nicht zurücktreten … Manche Erfahrungen müssen Jahr um Jahr warten und unzählige Male wiederholt werden, sie können wie tief verschüttet sein, bevor sie auf einen Dialog stoßen, der sie in das Gegenwärtige einmünden lässt. Zu wieder anderen werden die passenden Worte blitzschnell gefunden. Manchmal muss man, um bestimmte Worte zu finden, darauf warten, dass eine Sprache und ein Kontext dafür geschaffen werden. So geschah es bei den Treffen zwischen feministischen Frauen, die voller Worte und Schweigen waren.

Die Sprache, die wir normalerweise sprechen, ist ein ständiges Sich-Bilden, Sich-Auflösen, Sich-Neu-Bilden, denn sie arbeitet immer an der Vermittlung, häufig ohne dass uns das bewusst ist. Aber in manchen Phasen, in bestimmten Epochen und in bestimmten Kontexten geschieht das mit einer solchen Intensität, dass wir beinahe den Lärm ihrer Betriebsamkeit hören können. 

Als lebendig gilt eine Sprache in dem Maße, „wie sie den Kreislauf aktivieren kann, der sie selbst ist, den Kreislauf zwischen dem unmittelbaren und vermittelten Sprechen, der Erfahrung, die das Bewusstsein weckt, und dem Bewusstsein, das die Erfahrung erhellt, in einem kontinuierlichen Wechsel der jeweiligen Ausgangspunkte, wobei keiner davon eine Vorrangstellung bekommt“ (S. 123). Innerhalb eines solchen Kreislaufs lernen wir sprechen und beginnen, „ich“ zu sagen. Bekannterweise erscheint das „ich“ spät in der kindlichen Sprache, und doch ist es dieses „ich“, das von da an immer im Hintergrund des sprachlichen Kreises auftaucht wie ein ununterdrückbares Trugbild.

Wenn manche Menschen Erzählungen über die Vergangenheit hören, in denen sie sich nicht wiederfinden, protestieren sie und sagen: „Aber ich war doch dort“. Sie berufen sich dabei auf die eigene Erfahrung im Namen jenes Kreislaufs der Vermittlung, in dem sich, wie wir nie vergessen sollten, das unmittelbar Erlebte immer weiter repräsentiert. Es geht ihnen also nicht um eine Erinnerung oder um eine eingeforderte Identität, sondern um ein Mehr. Etwas von ihnen hat sich im Zentrum des Kreislaufs niedergelassen, und dessen unvergleichlichem Leuchten kann das Vergehen der Zeit nichts anhaben. Wer solche Erfahrungen macht, die sich nicht im Raum-Zeit-Gefüge des alltäglichen Geschehens einordnen lassen und sich nicht mit gewöhnlichen Worten abfinden, verliert dieses „Mehr“ also nicht durch das Vergehen der Zeit, doch durch Einsamkeit kann es durchaus verloren gehen. 

Luisa Muraro erzählt dazu eine Erinnerung aus ihrer Kindheit: Ein entfernter Verwandter kam aus einem deutschen Gefangenenlager, wo er zweimal knapp dem Tod entronnen war, und trat durch die Hintertür ins Haus, die direkt in die Küche führte, wo Muraros Mutter gerade eine Mahlzeit zubereitete. Mit lauter Stimme sprach er über seine Erlebnisse – „die Erlebnisse eines ins Leben Zurückgekehrten“ könnte man sie nennen – und zog schließlich ein Stück dunkles Brot aus seiner Tasche, das er sich trotz des Hungers aufgespart hatte, das hielt er hoch wie eine Hostie. Muraros Mutter hatte weder Lust noch Zeit, ihm zuzuhören. Schließlich merkte er das, verstummte und ging weg. So ging es wohl sehr vielen Menschen, die am Ende des zweiten Weltkriegs gebraucht hätten, dass ihnen jemand zuhört, als sie sich selbst und den anderen Menschen erklären wollten, wie es kam, dass sie noch am Leben waren.

Im Gegensatz zu jenem Leid erinnert Muraro sich an die Freude in den feministischen Bewusstwerdungsgruppen, als die Frauen damit begannen, Erfahrungen einer Herrschaft in Worte zu fassen, die sie bis dahin erlitten und über die sie geschwiegen hatten, von denen sie sogar noch nicht einmal etwas gewusst hatten, genauso wenig wie über ihre Wünsche und Sehnsüchte. Es war ein großes Glück, dass sie sich über ihre Erfahrungen und die fehlenden Worte dafür austauschen konnten. Muraro erinnert sich an den „Tanz des Wörtchens ich, der sich von der einen zur anderen verlagerte, wie es dieses Pronomen immer tut, wenn mehrere Menschen miteinander sprechen, ohne einer vorgefassten Ordnung zu folgen. Doch das würde noch nicht für einen Tanz ausreichen. Zum Tanz kam es, weil das Wort ich von einer zur anderen wanderte, ohne zu demselben Ort, derselben Rolle oder derselben Identität zurückzukehren, da sich ja von einem Übergang zum nächsten die Positionen schon verändert hatten“ (S.125). Anders als bei einer Pluralität von schon Gedachtem kam es dabei zu einer Beweglichkeit des Geistes, die dann vorhanden ist, wenn eine Person aufhört, sich an der Übereinstimmung mit etwas schon Gedachtem oder einem Sagen-Müssen auszurichten, und stattdessen die Erfahrung zum Motor des Denkens macht. Was dann allmählich sichtbar wird, ist nicht mehr die Welt der schon abgeschlossenen Vermittlungen. Wenn gerade eine solche Beweglichkeit im Entstehen ist, kündigt sich das durch ein großes Schweigen an. Muraro erinnert sich tatsächlich auch an diese Schweigephasen, die so tief waren, dass darin das Rauschen der Gedanken zu hören war.

Was Muraro hier beschreibt, ist keineswegs die Entdeckung von etwas, das sich hinter dem Ich verborgen hatte. Es ist eine Art Sich-Lösen von etwas Festgezurrtem, das einer Bewegung zum Leben verhilft. Mit dem gemeinsamen In-Bewegung-Kommen von Dingen und Worten, ohne vorher festgelegte Positionen und ohne Prioritäten, kommt die Subjektivität ins Spiel (im Italienischen gibt es auch den Ausdruck mettersi in ballo: die Tanzfläche betreten). „Ins Spiel kommen“ bedeutet immer auch, „sich aufs Spiel setzen“, also aus einem geschützten Raum heraustreten und sich vorbehaltlos der Veränderung aussetzen, die gerade im Gange ist. Jenem „Tanz“ oder „Spiel“ gaben die Diotima-Frauen den Namen Von-sich-selbst ausgehen (partire da sé). Damit ist Folgendes gemeint: „Auf den objektiven Standpunkt von außen verzichten, um sich in die jeweilige Realität hineinziehen zu lassen. Sich dabei von sich selbst lösen (das Ausgehen von etwas, also das Losgehen, ist ein Sich-Lösen vom vorherigen Ort), um sich in die Bewegung der Veränderung von sich selbst und der Sprache hineinzubegeben, wobei das eine vermittels des anderen geschieht“ (S. 126). Das heißt: Die Selbstveränderung geschieht durch die Sprache und die Veränderung der Sprache durch die Selbstveränderung. 

In der Linguistik wird unter linguistischer Kompetenz die Autorität verstanden, die denen zugesprochen wird, die in einer bestimmten Sprache aufgewachsen sind. In Analogie dazu gibt es auch eine symbolische Kompetenz, mit dem Unterschied, dass hier im sprachlichen und nicht-sprachlichen Kontext Autorität ausgeübt wird, mithilfe der Fähigkeit, Dinge und Worte zusammenzubringen und sich selbst mitten hinein zu begeben und sich dabei auch selbst aufs Spiel zu setzen. Das meint Muraro, wenn sie vom Sinn oder dem Gespür für die notwendige Vermittlung spricht, andere sprechen vom Verantwortung-Übernehmen. Dabei wird ein spezieller Zusammenhang hergestellt, der nicht logisch ist, weil er nicht nur die Beziehungen zwischen den Worten in Betracht zieht, sondern auch die zwischen Dingen und Worten. Und diese Beziehungen können nur stabilisiert werden, wenn man sie nicht festlegt, so wie beim instabilen Gleichgewicht des Radfahrens oder Seiltanzens, das dort ja ebenfalls die Voraussetzung für Mobilität ist.

Um verständlich zu machen, was mit symbolischer Kompetenz gemeint ist, erzählt Muraro von einer alten Frau, die diese Kompetenz in ihrer Nachbarschaft ausübte. Manchmal kommentierte sie nur, was geschah, manchmal urteilte sie oder gab denen einen Rat, die sich mit der Bitte darum an sie wandten. Das tat auch ein junges Ehepaar, das gerade ein schwer krankes Kind bekommen hatte. Sie sagte: „Wenn es leben will, bringt es ins Krankenhaus, wenn nicht, lasst es gehen“ (S. 127). Muraro zufolge ist dabei bemerkenswert, dass dem Kind das Wort gegeben wird, das dann von den Eltern interpretiert wird und zu einer Entscheidung führt, was die Schuldgefühle der Eltern mildern kann.

Heutzutage erwarten viele Menschen, so Muraro weiter, vom Recht, von der Ethik und von den Naturwissenschaften Antworten auf Fragen, die durch Situationen entstanden, die noch nicht einmal versuchsweise in Worte gefasst worden sind. Dabei geht es um schwerwiegende Fragen zum Beginn und zum Ende des Lebens, zu dem, was dabei bestimmend oder hinderlich ist, zur Verantwortlichkeit der Einzelnen und der Gemeinschaft. Es sind Probleme, zu denen die alten Formulierungen verlorengegangen sind, zusammen mit der symbolischen Kohärenz einer Welt, die etwa bis zu Muraros Kindheit dauerte.

Muraro hält es für nutzlos und meint, es führe auf Abwege, wenn in festgefügten sprachlichen Werken, beispielsweise in Gesetzestexten, nach Antworten gesucht wird, wobei die Arbeit der Vermittlung zwischen Menschen in Fleisch und Blut übersprungen wird. Denn nur bei dieser Tätigkeit werden wir dazu gebracht, aufs Neue und besser über die Beziehung zwischen denen, die wir durch unsere soziale Identität sind, und unserem Sein als lebendige und begehrende Körper in dieser Welt nachzudenken. Die Fachsprachen haben schon ihre jeweilige Nützlichkeit, aber sie werden auf schlechte Weise genutzt, wenn nicht bedacht wird, dass es ihnen nicht entspricht, die Worte des originarium einzubeziehen, das „hier“ und „jetzt“, „du“ und „ich“. Und daher erleichtern sie nicht die Verknüpfung der Sprechenden mit ihren Erfahrungen und verhindern die Möglichkeit der Erneuerung sowohl für die Sprache als auch für die Sprechenden. So kommt es, dass wir uns mit vielen auf absurde Weise präzisen Antworten auf schlecht oder gar nicht formulierte Fragen wiederfinden. Es wird auf Werte gepocht, ohne diese im Austausch mit seines- oder ihresgleichen herauszuarbeiten, es kommt zu einer Frontenbildung und ideologische Unterschiede schieben sich vor das tatsächlich gelebte Leben.

Nicht bedacht beim Gebrauch von Fachsprachen wird auch, dass sich menschliches Leben unentwirrbar aus Natur, Geschichte und unvorhersehbarem Geschehen zusammensetzt. Es gibt Lebensläufe, die schon vor ihrer biologischen Datierbarkeit beginnen, im Begehren, in Träumen und in Prophezeiungen, während es bei anderen schwierig ist, einen Anfang zu finden. Nicht bedacht wird zudem, dass das Ja jeder einzelnen Frau ein notwendiger Übergang ins Leben ist. Das Leben ist von sich aus ein Prozess ohne Beginn und ohne Ende, das seinen Rhythmus durch Sprünge und Übergänge bekommt.

Am Beginn eines menschlichen Lebens steht ein symbolischer Akt. Bei den alten Römern nahm ihn der pater familias vor. Nach christlicher Lehre beginnt das menschliche Leben, wenn Gott die Seele des ungeborenen Kindes erschafft. „Und was sagen wir?“, fragt Muraro. Wenn wir die Antwort darauf ohne die Arbeit der notwendigen Vermittlung finden wollen, kommen wir in richtige Sackgassen. „Wann können wir davon ausgehen, dass jemand tot ist?“, wird gefragt, doch für besser hält Muraro die Frage: „Wann sollen wir ihn oder sie gehen lassen, bis wohin können wir ihm oder ihr folgen, wo müssen wir mit unseren Bemühungen aufhören? Wir sollten auf die Bitten der sterbenden Person hören, denn Sterben ist ihr Wagnis, nicht unseres.

Persönlich in etwas verwickelt zu werden, wird immer mehr vermieden. Wenn die Antworten in den Gesetzbüchern zu finden sind, wie man uns ständig glauben lässt, wird sich ja auch niemand mehr einmischen wollen. Wer wird die Fragen stellen, wenn wir uns alle aus der Verantwortung stehlen? Wenn die Antworten an die Fachsprachen delegiert werden, sind sie nicht mehr mit dem Kreislauf der großen Vermittlung verbunden, der auch den nicht-sprachlichen Kontext einbezieht (und damit das bildet, was „Welt“ genannt wird). Dadurch verlieren wir den Sinn für die Realität und damit jegliche Orientierung.

Nach Jakobson ist es das symbolische Handeln, das in uns den Sinn für die Realität nährt. Ohne symbolisches Handeln geschieht das, was wir jetzt schon wahrnehmen: Alles wird vorgetäuscht, und schließlich glauben wir, dass alles vorgetäuscht werden könne. 

Als der Bürgermeister von Muraros „reicher Stadt“ (Mailand) mitten im Winter anordnete, die Luftschächte der Metro mit scharfen Spitzen zu überbauen, angeblich um die Schönheit des Stadtbilds zu erhalten, weil dadurch Wohnungslose daran gehindert werden konnten, sich nachts wie üblich dort hinzulegen und sich aufzuwärmen, wie sollte man das deuten? Dass die Einwohner ein Monstrum gewählt hatten? Oder vielmehr einen Dummkopf? Oder dass er, ihr rechtmäßiger Repräsentant, ihnen vorführen wollte, wie weit man sich schon vom städtischen Ethos entfernt hatte, was ihnen bis dahin noch nicht bewusst geworden war? Und was inspirierte ihn, der als mittelmäßig tüchtiger Mann bekannt war, den der Zufall in dieses Amt gehoben hatte, dazu, den diffusen Egoismus der Einwohnerschaft zu einem solchen Extrem zu verdichten, dass man sich wirklich schämen musste? War das auf seiner Seite eine zwar gewagte, aber im Grunde korrekte Interpretation des Auftrags derer, die ihn gewählt hatten, oder hatte er sich mit all seinem guten Willen des in der Öffentlichkeit stehenden Mannes schwerwiegend in der Interpretation vertan? War es ein politischer Fehler, ein Mangel an Ethik oder der Verlust der Orientierung? Schließlich löste sich alles auf durch ein allgemeines Erschrecken und Fremdschämen, das dann zur Zurücknahme der Anordnung führte.

Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts gab es in der Philosophie eine „ethische Wende“. Viele begannen darüber nachzudenken, dass die Wirtschaft, die Politik und die Wissenschaften eine moralische Korrektur oder Ergänzung nötig hätten. Dafür gab es nach der Niederlage des Kommunismus mit seinen Plänen für soziale Gerechtigkeit, nach der Globalisierung der Märkte und der Kriege und der Hochentwicklung naturwissenschaftlicher Technik viele Gründe.

Aber niemand in diesem Umfeld scheint wahrgenommen zu haben, dass sich gerade ein weibliches Begehren zeigte, das darum kämpfte, eine Rolle zu spielen, und das sich selbst ins Spiel brachte. Oder es wurde in dem Ungleichgewicht nicht erkannt, das durch das Auftauchens eines Begehrens nach Freiheit, moralischer Ressourcen und eines Ansatzpunktes für Veränderung entstanden war. Stattdessen wurde nur eine Forderung nach Gleichheit wahrgenommen. Es wird behauptet, dass sich andere, beispielsweise diejenigen, die nach „Humanressourcen“ für den Arbeitsmarkt und für Machtpositionen suchten, hier nicht so sehr geirrt haben.

Als eine, die nicht an das Gutsein von guten Vorhaben glaubt, lässt sich Luisa Muraro in Theorie und Praxis von der Autorität leiten, die dem Leben der Sprache immanent ist. Erstmals lernte sie darauf zu hören während der Achtundsechziger-Zeit in ihrem Kampf um die Befreiung der Worte, dann trat sie in die Gemeinschaft der Frauen ein und nahm teil an einer Erforschung der Sprache, die sie damals „Welterschaffung“ nannten oder „die Welt zur Welt bringen“. Das Begehren nach Freiheit ist nicht der Wunsch nach einem Ding, das Freiheit genannt wird, sondern es ist das Begehren, sich frei ausdrücken zu können. Denn das Begehren spricht – von Natur aus, könnte man sagen – es will sprechen, und wenn es daran gehindert wird, spricht es trotzdem, in den Träumen und in bestimmten Symptomen. Die einzig wahre Autorität, die dem Begehren wirklich entspricht, ist die Autorität der Sprache und der Ausdrucksfähigkeit allgemein.

Die lebendige Sprache, die uns für unser Realitätsgefühl Orientierung bietet, tut das, ohne rational oder irrational, ohne logisch oder unlogisch, wahrhaftig oder falsch, gerecht oder ungerecht zu sein. Wie gelingt ihr das? Zweifellos durch uns, die wir sie sprechen, doch diese Antwort reicht noch nicht aus. Muraros Erfahrungen und Beobachtungen zufolge sind, wenn der Kreislauf der Entsprechungen zwischen Worten und Dingen funktioniert und diejenigen einbezieht, die sich zum Ausdruck bringen, keine kodifizierten Gesetze und Moralvorstellungen notwendig. Dagegen braucht jede soziale Ordnung, in der es keine symbolische Aktivität gibt, die alle einbezieht, ob sie das will oder nicht, bestimmte Auflagen, die sich in eine Form der Herrschaft verwandeln, und diese ruft wiederum unseren Widerstand hervor. Ohne jenen Kreislauf, der das wenige oder viele an Gerechtigkeit und Wahrheit hervorbringt, zu dem wir fähig sind und das uns akzeptabel erscheint, werden Wissen und Gerechtigkeit zu offenen Türen für eine willkürliche Macht, die darüber entscheidet, was wahr und gerecht ist, und das führt zu Formen der Irrealität und des Misstrauens.

Notwendig, aber nicht ausreichend sei die symbolische Arbeit, die dem Sein ermögliche, nicht ins Nichts zu fallen, die der Gerechtigkeit eine Stimme gebe und die Güte über den Egoismus siegen lasse. Muraro spürt der Bedeutung des „notwendig, aber nicht ausreichend“ nach: Was geschieht genau, weil die symbolische Arbeit nicht ausreicht? Die einfache Antwort lautet: das Ergebnis ist diese Welt. Sie ist das Ergebnis einer nicht ausreichenden Vermittlung, einer fehlenden Entsprechung zwischen den Dingen und den Worten, die laufend Überflüsse und Mangelsituationen hervorbringt. Die Vermittlungsarbeit ist wie eine Leiter, der die letzten Sprossen fehlen, wie ein Schiff, das wegen starker Strömung nicht anlegen kann. Warum das so ist, dafür fand Muraro mehr Antworten in den Märchen als in der Philosophie.

Der „große Platon“ entwickelte die Theorie, das Sein und genauso die Gerechtigkeit, die Güte und die Schönheit seien nicht von dieser Welt. Mithilfe der Mythen lehrte er, jenseits von dieser Welt gäbe es einen Himmel, in dem die Ideen, die uns Orientierung geben, auf vollkommene Weise gelten. Vor unserer Geburt hätten wir in diesem Himmel gelebt. Platon konzipierte also das Plus als ein Licht, das schon lange vor uns existierte und das unsere symbolische Arbeit unterstützt und ihr den Charakter einer Wiederaufnahme verleiht. Denn sie besteht nach dieser Theorie im Wesentlichen in der Arbeit, uns an unsere vergessene Existenz als Bewohner des Ideenhimmels zu erinnern.

Muraro „wagt es nicht“, Platon in diese Höhen zu folgen, auch wenn Denkerinnen, die ihr bei dieser Untersuchung am nächsten standen, dies taten: Simone Weil, Iris Murdoch und Cristina Campo. Stattdessen schlägt sie eine Antwort vor, zu der sie ein altes Buch chinesischer Philosophie angeregt hat, Die Kunst des Krieges von Sun Tzu (oder Sun Zi), das älter ist als die Werke des Konfuzius. Hier wird die Unvollkommenheit der Vermittlung nicht als Begrenztheit oder Mangel verstanden, sondern als Übergang, als eine weitere Möglichkeit, die uns angeboten wird und die, einfach nur weil sie da ist, den Blick auf die Dinge verändert.

Dieses Buch „voller Weisheit“ richtet sich an einen General, der vor 2500 Jahren seine Armee in den Krieg führte. Doch die Lehre des taoistischen Meisters lässt sich Muraro zufolge auf viele Situationen anwenden, vom Geschäftsleben bis zu Liebesbeziehungen. Sun Tzu lehrt, die Konfliktsituationen mit den vorhandenen Mitteln zu meistern, durch Selbsterkenntnis und Wissen über den Gegner und die umgebende Welt. In der Sprache des Buches heißt das, den Krieg ohne schwere Schäden zu gewinnen, möglichst ohne überhaupt zu kämpfen und – noch besser – ohne dass der Sieg sichtbar wird.

Der Gehorsam des Generals gegenüber dem Kaiser wird in dem Text ständig betont. Aber im achten von dreizehn Kapiteln, in dem verschiedene Variationsmöglichkeiten des Kampfes aufgeführt sind, steht als eine der Varianten folgendes: „Es gibt Wege, die nicht gegangen werden dürfen, Heere, die nicht angegriffen werden dürfen, Städte, die nicht belagert werden dürfen, Positionen, die nicht durch einen Überraschungsangriff eingenommen werden dürfen und Befehle des Herrschers, die nicht ausgeführt werden dürfen“ (Su Tzu, zit. n. Muraro S. 132). Muraro betont, dass es hier nicht um einen Widerspruch zum übrigen Text gehe, in dem ja der Gehorsam unterstrichen wird, und auch nicht um eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. So wie auch Simone Weil oft wiederholt, dass die notwendige Vermittlung eine Form des Gehorsams gegenüber der Notwendigkeit sei, steht auch hier außer Frage, dass es notwendig ist, den Befehlen des Kaisers unbedingt Folge zu leisten. Doch es kann auch vorkommen, dass das nicht gilt, was wir für gesichert hielten. Und der Autor des Textes will einfach nur, dass der General weiß, dass das vorkommen kann.

Muraro zufolge zeigt Sun Tzu hiermit, dass die notwendige Vermittlung nicht ausreicht und dass man darüber sonst nichts wissen muss. Die Bedeutung dieses Rätsels wird aber erst in seiner Wirkung offensichtlich: Wenn wir den gedachten Ungehorsam als Möglichkeit präsent halten, wie es der taoistische Meister lehrt, wirkt das auf den Gehorsam zurück und macht aus gehorsamem Handeln ein freies Handeln. Denn jedes Mal, wenn der Bote des Kaisers mit dessen Befehlen kommt, kann er Befehle überbringen, die nicht befolgt werden dürfen. Und so trägt die Unterwerfung des Generals unter den Kaiser sowie unsere Unterwerfung unter die Notwendigkeit und die Notwendigkeit der Vermittlungsarbeit von Anfang bis Ende das Kleid der Freiheit.

Mit dieser „Variationsmöglichkeit“ bindet sich das Gleichgewicht, das in der Lage ist, bei der Suche nach Worten das Reale zu retten und mit dieser Arbeit etwas Wahres und Gerechtes zu schaffen, von jeglicher idealen, materiellen oder normativen Festlegung los und kann wieder in Bewegung kommen. Es wird zum instabilen Gleichgewicht des Seiltänzers und der Radfahrerin und erfüllt damit die Bedingung der symbolischen Kompetenz. Ebenso wie Muttersprachler in ihrer Sprache immer neue Sätze bilden können, passend zu den Kontexten und zu ihren jeweiligen Erfordernissen, was linguistische Kompetenz genannt wird, bedeutet symbolische Kompetenz, zu lernen, sich in der Welt zu orientieren, ihre noch nicht verwirklichten Möglichkeiten herauszulesen und umzusetzen. Dabei entdecken wir auch, wie wir verhindern können, dass die notwendigen Vermittlungen sich zu einem Herrschaftssystem verschließen. Dass sie nicht ausreichen, ruft unsere Freiheit auf, die Kraft und die Klugheit zu entwickeln, um einen Durchgang zu schaffen zwischen all dem, was schon entschieden, interpretiert und vorhergesehen ist auf der einen Seite und dem noch nicht auf der anderen. Also zwischen all dem, was von meinen Erfahrungen schon interpretiert ist, all dem, was schon definiert ist als etwas, das zählt, oder das stattdessen als unwichtig oder verachtenswert gilt, all dem, was schon durch Expertenwissen geklärt ist, all dem, was schon von den Mächtigen dieser Welt entschieden worden ist, in erster Linie hinsichtlich der Wirtschaft – und dem noch nicht. Und dieses noch nicht ist nur eine kaum sichtbare Spur, aber wenn wir ihr folgen, kommen wir an ein Meer, ja an einen riesigen Ozean von Möglichkeiten oder sogar an mehrere davon.

Um zu erklären, was sie mit einer lebendigen Vermittlung meint, schlägt Muraro ein Gedankenexperiment vor: „Denkt an all die Gerechtigkeit, die aus Respekt vor dem Gesetz nicht verwirklicht wird, an all die Freiheit, zu der die soziale Ordnung den Zugang versperrt, an all das Wissen, das aufgrund der Wissenschaften verloren geht, an all die Schönheit, die durch ästhetische Vorstellungen unsichtbar gemacht wird, an all die Liebe, die durch moralische Gesetze pervertiert wird, an all die Freuden und Genüsse, die wir durch die Technik verlieren“ (S.137). Anstatt darüber zu verzweifeln, könnten wir uns, wie Platon das lehrte, dem Wahren und Schönen, der Liebe, der Freiheit und der Freude zuwenden, mit der Sicherheit, dass das, was fehlt, irgendwo zu finden ist, vielleicht nicht im Ideenhimmel, aber in mir, als kleiner Lichtblitz, und ganz sicher auch im Geist der anderen. 

Mit folgenden Worten über die lebendige Vermittlung beendet Muraro das Kapitel und auch ihr Buch: Diese sei, „als gehe man als Schwangere durch die Welt, schwanger mit dem, was die Welt in diesem Moment tatsächlich nicht ist, nicht weiß und nicht kann. Oder, falls man den Blick dafür hat, als gehe man der Welt entgegen und könne wahrnehmen, dass sie schwanger ist mit ihrem Plus“ (ebd.).

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Juliane Brumberg sagt:

    Liebe Dorothee, nun also das letzte Kapitel zu Luisa Muraros Buch, nochmal ein besonders wichtiges Kapitel, das einmal mehr aufzeigt, wie wertvoll und notwendig gelingende Vermittlung ist. Mein Dank am Ende dieser Serie gilt nicht nur Luisa Muraro, die uns ihre Gedanken auf dem ‚Markt des Glücks‘ zur Verfügung gestellt hat, sondern auch Dir, die Du sie übersetzt und damit uns vermittelt hast. Sie sind nun auch in der deutschsprachigen Welt und für jede die und jeden der weiterdenken möchte auffindbar. Das ist ein großes Geschenk.Danke!

  • Anne Newball sagt:

    Liebe Dorothee, ich danke dir von ganzem Herzen. Diese Übersetzung ist so ein riesiges Geschenk für mich.
    Ich bin manchmal einfach nur erstaunt… für meine Form des utopischen Denkens brauchte ich vor etwa einem Jahr ein Denkmodell… und bin zu Adornos Dialektik gestoßen und krampfe mich seither mal mehr, mal weniger damit ab. Und nun lese ich hier von Kontiguität, von den Beziehungen zwischen Dingen und Worten, vom „Kreislauf der Entsprechungen zwischen Worten und Dingen“, über das Ungesagte usw. usf., und plötzlich ist alles viel klarer und entspricht viel mehr meinem Universum, und kein Krampf mehr weit und breit. Was mich erstaunt, ist nicht nur, dass da Luisa Muraro und andere Philosophinnen wohl schon in diese Richtung gedacht haben, sondern das tolle Gefühl: ganz irre bin ich also nicht gewesen, in diese Richtung zu denken. Und zudem wieder einmal das Gefühl, nicht allein zu sein.
    Heute martere ich mich mal nicht mit der Ungenügsamkeit: noch so viel nicht zu wissen und gelesen zu haben; und mit der Rastlosigkeit: dass alles Lesen nicht reichen wird, um zu wissen und verstehen, was ich wissen und verstehen und vor allem übersetzen will.
    Heute bin ich glücklich, denn heute habe ich für eine ganze bestimmte Denkfaser in mir eine Leiter bekommen, der die letzten Sprossen nicht fehlen. ;) Vielen vielen lieben Dank, liebe Dorothee!

  • Dorothee Markert sagt:

    Danke, liebe Juliane und liebe Anne, eure Kommentare machen auch mich glücklich, weil sie mir vermitteln, dass meine Übersetzungsarbeit sinnvoll ist.

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