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DER KÜHLSCHRANK

Von Jutta Pivecka

Dritter Beitrag aus der Serie: “Küchengeschichte(n) – wie Haushaltsgeräte die Care-Arbeit veränderten und verändern“

Als Kind habe ich mir geschworen, niemals mehr „einzumachen“, sobald ich das selbst entscheiden könnte. Dem Schwur bin ich treu geblieben. Ich hasste das Einmachen und das Eingemachte. Tagelang in der Waschküche am großen Herd nichts anderes tun als Einkochen, Weckgläser füllen, Gummiringe auflegen, Gläser fest verschließen. Eine selten stumpfsinnige Arbeit, wie ich fand. In unserer Großfamilie waren alle Frauen im Herbst mehrere Tage damit beschäftigt. Und wofür? Damit man anschließend den ganzen Winter hindurch diese fürchterlichen säuerlichen Sachen (Äpfel, Beeren, Kraut, Bohnen, rote Beete etc. ppp.) essen konnte. Ich bevorzugte „modernes“ Konservengemüse aus der Dose.

Ich komme auf diesem – vielleicht etwas umständlich erscheinenden – Weg zu meinem eigentlichen Thema, dem Kühlschrank, weil es mir vor allem um seine Funktion im Haushalt geht, um das Problem, auf das er reagiert: die kurze Haltbarkeit vieler Lebensmitteln zu verlängern. In meiner Kindheit wurden im privaten Haushalt noch jene Methoden alltäglich angewandt, die sich über die Jahrtausende entwickelt hatten: einkochen, einsäuern, salzen, räuchern. 

Unser neuer großer Kühlschrank

Dass auch das Kühlen eine Möglichkeit ist, das Problem der Vorratshaltung zu lösen, war offenbar schon unseren Vorfahren in der Steinzeit bekannt. Sie bauten Eisgewölbe, nutzten kühle Höhlen und Erdlöcher. Die indigenen Völker Nordamerikas entwickelten „Tiefkühlgerichte“. Das Succotash, ein Bohnen-Mais-Eintopf, wurde im Winter von den Irokesinnen zu Eisplatten gefroren, so mindestens steht es in einem meiner Kochbücher. Im Mittelmeerraum wurde in der Antike Handel mit Eisblöcken und Schnee als Luxusgütern betrieben. Erst im Spätmittelalter gelang es dann Eis künstlich herzustellen, z.B. aus Salpeter und Wasser. 

Über Jahrhunderte, ja fast Jahrtausende gab es kaum technischen Fortschritt, was die Kühlungsmethoden angeht. Man beschränkte sich auf dick ummauerte Kühlhäuser oder „Kühl“-Schränke, für die maschinell hergestelltes Eis angeliefert wurde. So etwas besaßen allerdings bis ins 19. Jahrhundert hinein in der Regel nur besonders reiche Haushalte. Manche Gemeinden unterhielten Gemeinschaftskühlhäuser. Erst die Elektrifizierung führte zum entscheidenden Durchbruch; durch sie konnten Kühlgeräte in den privaten Haushalten betrieben werden, zunächst auf Ammoniak-Basis. Vor dem 2. Weltkrieg waren diese Geräte noch enorm teuer und wurden fast nur in Hotels, Gastronomie oder im Handel eingesetzt. In Europa wurden Kühlschränke erst durch die Massenproduktion in den 50er Jahren für „Normalverdienende“ erschwinglich. 

Ich erinnere mich an die riesigen amerikanischen Kühlschränke, die in den Fernsehserien meiner Kindheit zu sehen waren und die jetzt wieder als “retro-chic” gelten. In den Küchen meiner Mutter, meiner Tanten und meiner Freundinnen waren die Kühlschränke wesentlich kleiner, oft waren sie in die Einbauküche integriert. Auch meine Großmutter hatte selbstverständlich einen Kühlschrank und anders als beim Elektroherd hatte sie keinerlei Vorbehalte gegen dieses Gerät. Butter, Milch, Sahne, Fleisch ließen sich im Kühlschrank bequem frisch halten und mussten nicht mehr rasch verbraucht werden. Die Speisekammer wurde dennoch weiterhin genutzt. Heutzutage sind sie aus den Küchen vollständig verschwunden, nur wer in einem Altbau lebt, hat noch sowas. Das „Einmachen“ gehörte in den Haushalten meiner Kindheit zum Alltag, war noch kein „Hobby“, wohl weil auf dem Land, wo ich aufgewachsen bin, viele Lebensmittel noch aus dem eigenen Garten kamen und man nur „zukaufte“. 

Schon mehr als ein Jahrhundert vorher hatte die Konserve (das luftdichte Verschließen von Nahrungsmitteln), erfunden von Nicolas Appert, und erstmals von der napoleonischen Armee im großen Stil verwendet, Haushalte unabhängiger von der eigenen Ernte gemacht. Es ist offensichtlich, finde ich, dass ohne diese Erfindung der Massenzuzug in die Städte (die in der Soziologie so viel diskutierte „Urbanisierung“) im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Europa kaum möglich gewesen wäre. Auch in den Städten wurde allerdings in den Familien saisonales Obst und Gemüse eingekocht. Mein Vater erzählt, dass schlecht haltbare Lebensmittel auf den Fensterbänken im Laufe des Tages umgelagert wurden, so dass sie immer im Schatten lagen. Auch musste man stets darauf achten, dass die Katzen nicht dran kamen. Milch und vieles andere musste täglich frisch geholt werden. Wurstwaren gab es, wenn überhaupt, nur geräuchert oder getrocknet. Käse musste schnell verbraucht werden, wenn es kein Hartkäse war.

Heutzutage ist das Einmachen wieder in Mode gekommen. Sterne-Restaurants werben mit ihren selbst eingelegten Spezialitäten und Hobby-Köchinnen tauschen ihren Rezepte fürs Einwecken aus. Ich dagegen mag noch immer all das Eingelegte gar nicht und kein Trend kann mich davon überzeugen, auch nicht, wenn die angesagtesten Methoden jetzt aus Südamerika oder Korea kommen sollen. Konserven spielen allerdings in meiner Küche auch keine Rolle mehr. Man bekommt ja fast alles frisch rund ums Jahr auf dem Markt. Was es grade frisch nicht gibt, darauf kann man verzichten oder besorgt es nötigenfalls als Tiefkühl-Gemüse im Supermarkt. 

Tiefgekühltes musste ich allerdings immer schnell verbrauchen, denn über die längste Zeit meines Erwachsenenlebens hatte ich nur ein ganz kleines Tiefkühlfach, in das maximal die Eiswürfelform und zwei Packungen Spinat passten. Als wir Ende der 90er Jahre in unser Haus einzogen, stand im Keller zwar noch eine riesige Eistruhe, aber deren gigantischer Stromverbrauch sorgte dafür, dass wir die ganz schnell abgeschaltet und entsorgt haben. Erst seit etwa einem halben Jahr haben wir einen großen Kühlschrank, dessen unterer Teil mehrere Tiefkühlfächer enthält. Es zeigt sich: Auch dies hat unsere Koch- und Essgewohnheiten schon wieder ein wenig verändert. Wir kochen größere Portionen, um Reste einzufrieren. Ich backe auf einen Schlag drei Zitronenrollen, weil es so schön schnell geht und man sie ja wunderbar einfrieren kann. Für Notfälle ist jetzt immer eine Tiefkühlpizza vorrätig. 

Der Kühlschrank änderte in den Haushalten innerhalb einer Generation die Essgewohnheiten . Auf den Speisezetteln stehen nun, so nehme ich es wahr, viel weniger Eintöpfe und Schmorgerichte, die sich über mehrere Tage halten. Man isst jeden Tag etwas anderes und hält dies auch für selbstverständlich. Erst durch den Kühlschrank, zunächst im Handel und dann in den privaten Haushalten, wurde es möglich auf viel mehr frische Produkte Zugriff zu haben. Verschiedene Wurstwaren, unterschiedliche Käsesorten, Joghurte, Sahne, Quark, Obst und Gemüse – all das ist stets und überall verfügbar.

Inzwischen ist der Kühlschrank mit seiner oft magnetischen Tür in vielen Küchen auch ein Nachrichtenbord. So ist es auch bei uns. Wir hängen Postkarten daran, Eintrittskarten, Zeitungsausschnitte, Erinnerungenfetzen. Unsere Söhne bringen von überall aus der Welt Magnete für uns mit. In fremden Küchen schaut man sich gerne das Kühlschrank-Bord an und erfährt so einiges über die Gastgeber. Kühlschränke gibt es in den kleinsten Küchen und auch in jede Studentenbuden ohne Küche passt ein Mini-Kühlschrank. Inzwischen sind in Deutschland 99,9 % der privaten Haushalte mit Kühlschrank ausgestattet. Auch beim Kühlschrank zeigt sich aber, dass gemeinschaftliche Nutzung in einer individualisierten Gesellschaft gar nicht so einfach zu handhaben ist. Der fast schon sprichwörtliche Streit in Wohngemeinschaften um den Joghurt zeugt ebenso davon wie der innere Zustand der Kühlschränke in vielen Büro-Küchen (Auch an meinem Arbeitsplatz übrigens; ich nutze den dortigen nie.)

1989 (in Folge des sogenannten Montreal-Protokolls) wurde die Nutzung von FCKW in der EU verboten, die in den meisten Kühlschränken als Kältemittel eingesetzt wurden. Seit 1995 dürfen sie in den Industrieländern nicht mehr verwendet werden, seit 2010 weltweit nicht mehr. FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) sind sehr beständig und trugen maßgeblich zur Zerstörung der Ozonschicht bei. Das Verbot von FCKW gilt vielen als Beispiel dafür, dass es möglich ist, Verbote weltweit durchzusetzen und dadurch – ohne Wohlstandsverluste – die Umwelt zu schützen. Einen wichtigen Beitrag dazu lieferte – mit Unterstützung von Greenpeace – eine Entwicklung des ehemaligen DDR-Herstellers Foron, der ein Gerät entwickelte, das reine Kohlenwasserstoffe als Kältemittel verwendete. Allerdings sind auch diese immer noch klimaschädlich, wenn auch deutlich weniger als FCKW. Neuere Entwicklungen setzen auf CO2 als Kältemittel, dessen klimaschädliche Wirkung noch geringer ist. Meines Wissens wird es jedoch bisher überwiegend im Lebensmittelhandel und in der Industrie eingesetzt. 

Auf den Kühlschrank im Haushalt verzichten – ich denke, kaum eine hierzulande mag sich das ausmalen. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man „einmacht“ oder räuchert, weil es ein schönes Hobby ist oder weil man muss. Auch trägt der Kühlschrank nicht unwesentlich zu einer gesünderen Ernährung bei. In vielen asiatischen und afrikanischen Staaten haben erst 30-40% der Haushalte einen Kühlschrank. Aber in China besitzen bereits fast 90% der Haushalte einen. Wichtige Voraussetzung für die Versorgung privater Haushalte mit Kühlschränken ist die Infrastruktur (Elektrifizierung und Logistik). Ich jedenfalls finde, dass die Verfügbarkeit eines Kühlschranks ein wichtiger Wohlstandsindikator ist. Zweifellos wünschen sich Millionen von Frauen auf der Welt einen Kühlschrank im eigenen Heim.

Bisher erschienen in der Reihe:

  1. Der Herd
  2. Die elektrische Getreidemühle

Kommentare zu diesem Beitrag

  • Merci von Herzen für diesen fundierten, informativen, mit persönlichen Erinnerungen angereicherten Bericht: ich las ihn gerne und wurde selbst an meine Kindheit erinnert. Danke für die vielen Querverweise in all die Richtungen, in denen so ein Gerät wirksam wurde, wird, die Möglichkeiten, die mit dem Gebrauch einher gingen, gehen…merci und herzliche Grüsse
    Adelheid

  • christine obermayr sagt:

    Interessante Kulturgeschichte. Und daneben soviel unerklärliches Beiwerk. Ansichten einer Städterin? Ich verstehe beispielsweise nicht, weshalb bei einem Artikel über die Bedeutung des Kühlschrankes das Einkochen so schlecht gemacht werden muss. Die Aufbewahrung durch Einkochen und durch Kühlen lässt sich in keiner Weise vergleichen. Einkochen ist auch immer eine Form der Verarbeitung für die Direktverwendung. Einkochen ist auch Wissen über die Qualität dessen, was ich esse.
    Kühlschrank und Gefrierschrank sind für mich zwei wesentliche Geräte. Aber ja, ich koche ein: Marmeladen und auch – wenn der Ertrag des Gemüsegartens entsprechend ist – auch Eingelegtes in Essig. Das ist aber nicht sauer, weil ich hochwertigen Essig verwende. Die Marinade verwende ich dann für Salate. Gibt guten Geschmack zusätzlich.
    Außerdem ist es auch ziemlich umweltfreundlich, weil: keine Transportwege, wiederverwendete Gefäße, kein Einsatz von Pestiziden. Gekauftes Gemüse ist bei mir saisonal regional. Alle Erträge an Sommergemüse sind eingefroren oder eingemacht. Was interessieren mich Paprika, Tomaten, Zucchini, Auberginen, Gurken, … im Gemüseregal im Herbst, Winter und Frühling? Überlege mal: Wo das herkommt? Wer das erntet? …
    Und nein. Gemüsebeet und Einkochen sind nicht einfach ein Hobby. Das ist Grundversorgung. Das ist Wissen um Heranziehen, Wachsen, Ernten und Haltbarmachung. Und es kostet Zeit. Und gerade die Arbeit im Gemüsegarten ist nicht immer nett. Da gehört auch Schneckenvernichtung, Kartoffelkäferabklauben, Drahtwurm, Engerling … dazu. Ich töte im Sommer vielfach. Das gehört dazu, wenn ich was zum Essen bekommen möchte. Gemüse wird nicht so klinisch rein erzeugt, wie es im Gemüseregal erscheint.

  • Jutta Pivecka sagt:

    Liebe Christine, das weiß ich alles. Ich bin auf dem Land groß geworden (keine “Städterin” von Haus aus, aber nun seit vielen Jahren gerne eine). Ich wollte immer weg vom Land und vor allem von den vielen, vielen Hausarbeiten. Daran hat sich nichts geändert. Das Eingemachte schmeckt mir einfach nicht. Ich weiß aber genau, wie vielen das Einkochen Freude macht. Mir halt nicht. Und ich bin sehr froh, dass ich es nicht muss. Wie bei so vielen anderen zeitfressende Hausarbeiten, für die ich angelernt wurde, die mir aber nie Freude gemacht haben. Ich wünsche mir halt, dass auch meine Unlust auf diese Arbeiten anerkannt wird – und meine Dankbarkeit für die Techniker_innen und Ingenieur_innen, die es ermöglicht haben, dass ich sie nicht mehr machen muss. Gerade darum schreibe ich diese Serie – weil ich überzeugt bin, dass die Bedeutung der Technik und der Massenproduktion im Haushalt vielfach übersehen wird. Für mich ist die Herstellung solcher Geräte auch Care-Arbeit.

  • Dorothee Markert sagt:

    Liebe Jutta, durch deinen Artikel hab ich mich an die Zeit erinnert, bevor wir einen Kühlschrank hatten. Am grauslichsten war es für mich, wenn ich Lebensmittel in den Erdkeller bringen oder dort holen musste, der noch tiefer lag als die normalen Keller, in denen Kohlen, Kartoffeln und Äpfel gelagert wurden. Er war voller Spinnweben, in die man manchmal hineinfasste, wenn man den Lichtschalter suchte. Dort musste ich auch Eier holen, die in einer glibbrigen, weißen Masse gekühlt wurden, die „Wasserglas“ hieß.
    Milch beim Bauern holen mussten wir Kinder abwechselnd morgens vor der Schule, also oft im Dunkeln. Was übrig blieb, ließ man in einer Keramikschüssel sauer werden. Die gab es dann mit Brotbrocken und Zucker und Zimt zum Abendessen. Das mochte ich gern.
    Das Einmachen und das tägliche Milchholen behielten wir trotz Kühlschrank bei, nur dass wir dann Joghurt machten statt Sauermilch.

  • Jutta Pivecka sagt:

    Liebe Dorothee, das ist ja spannend, von “Wasserglas” habe ich noch nie gehört. Das werde ich mal recherchieren. Milch habe ich auch noch beim Bauern (d.h. bei meiner Tante) geholt in blechernen Kannen.

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Jutta, Du schriebst hier als ziemlich letzten Satz dieses:
    “Ich jedenfalls finde, dass die Verfügbarkeit eines Kühlschranks
    ein wichtiger Wohlstandsindikator ist.“

    Ein Kühlschrank -von derzeitiger NormGröße,
    in dem alles nur Wünschenswerte gekühlt aufbewahrt werden kann,
    so dass alles stets vorhanden ist, wenn das Verlangen danach kommt…
    …beinhalten diese unsere Kühlschränke nicht eher den Überfluss?
    Ich jedenfalls möchte diese gekühlte Fülle nicht als Wohlstand bezeichnen,
    schon gar nicht als erstrebenswerte Norm für die Menschheit!

  • Jutta Pivecka sagt:

    Liebe Fidi, da sind wir allerdings verschiedener Meinung zu diesem Thema. Denn für mich ist genau das Wohlstand, vor allem auch die Ersparnis an Zeit und Energie, die für andere Formen der Haltbarmachung von Lebensmitteln aufgewendet werden müssen. Auch bin ich sehr froh, in einer arbeitsteilig organisierten Wirtschaft zu leben, in der ich nicht, wie in einer Subsidiarwirtschaft, fast alles Notwendige selbst produzieren muss. Überfluss finde ich persönlich nicht per se schlecht. Aus meiner Sicht wird “Überfluss” vor allem in protestantischen Kreisen gerne als illegitim gebrandmarkt und moralisch ihm der Verzicht als überlegen gegenübergestellt. Letztlich geht es dann meist darum, festzulegen, was “notwendig” und was “überflüssig” ist. Für mich z.B. ist Kaffee absolut überflüssig. Also, weg damit! Ob sich da alle einverstanden erklären würden, die anderen gern Verzicht “predigen”? Ich möchte lieber gänzlich darauf verzichten, “erstrebenswerte Normen” für das aufzustellen, worauf andere Menschen verzichten sollen. Ich selbst will und werde auf einen Kühlschrank der gegenwärtigen Normgröße nicht ohne Zwang verzichten. Ich sehe in meinem Umfeld auch kaum jemanden, der dazu bereit wäre. (Und dabei ist nicht einmal eingerechnet, dass ich selbst erst in meinem 57. Lebensjahr einen Kühlschrank dieser Normgröße erworben habe – vorher war meiner ja kleiner als die hierzulande übliche “Norm”.)

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Tja, liebe Jutta, was soll ich dazu sagen…
    Du hast recht, wir sind da -das zeigt sich deutlich in deinem Kommentar-
    sehr unterschiedlicher Meinung; und aus meiner Sicht ist es noch mehr:
    wir denken Im Grundsätzlichen unterschiedlich.
    (z.B. existiert für mein Denken und Handeln dieses, dein Wort, „Verzicht“ nicht)

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Hallo liebe Jutta.

    Wir, drei Vegetarierinnen ü 60, ehemalige Großstädterinnen, nun (wieder)
    auf dem Land lebend, jede für sich auf ihrem “Gehöft” arbeitend, haben unsere
    Tiefkühltruhen und Kühlschränke schon vor Jahren abgestellt.
    Unsere Erdkeller sind gefüllt (nicht überfüllt) mit Gemüse, Obst, Säften etc. und so weiter…
    Vergnügte Grüße vom Lande, Johanna Helen

  • Jutta Pivecka sagt:

    Das ist wirklich spannend, auch, weil es statistisch auf den ersten Blick so unwahrscheinlich erscheint, dass ein Beitrag auf einer Seite, die kein Millionenpublikum hat, ausgerechnet gleich von 3 Personen gelesen wird, die zu den 0,1% in Deutschland gehören, die keinen Kühlschrank (mehr) haben. Es spricht wohl dafür, dass diese Seite von einem sehr speziellen Publikum aufgerufen wird, für das ein Leben ohne elektrische Haushaltsgeräte offenbar wesentlich vorstellbarer ist, als für die überwältigende Mehrheit, zu der ich gehöre. Es ist schön, dass ihr entscheiden könnt, so zu leben, wie ihr es möchtet.

  • Jutta Pivecka sagt:

    Liebe Fidi, vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen, wenn ich in meiner Antwort weniger den “Verzicht” akzentuiert hätte, als auf den “Überfluss” einzugehen, von dem Du geschrieben hattest. Schon lange wollte ich einmal eine “Apologien des Überflusses” schreiben – denn in meinem Denken hängt vieles genau davon ab, dass es “Überschuss”, “Überfluss” gibt, damit ein “gutes Leben” überhaupt möglich ist. Und wahrscheinlich ist es diese Differenz im Grundsätzlichen, die Du meinst.

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Hallo Fidi. “Erstrebenswerte Norm…?” Ich lebe (fast) vegan und empfinde seit meiner
    Ernährungsumstellung in keiner Weise einen Mangel. Im Gegenteil!
    Und: Einen Kühlschrank oder gar eine Tiefkühltruhe brauche ich nicht. Ich wüsste nicht,
    welche Lebensmittel ich hier lagern sollte. Mein Erdkeller ist ideal für meine
    Lebensform.

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