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Rope of Solidarity

Von Antje Schrupp

rope_großBrustkrebs und Bergsteigen – zwei Themen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Doch genau sie hat Gabriele Schärer in ihrem neuen Film „Rope of Solidarity“ kombiniert, der am 19. Oktober in der Schweiz ins Kino kommt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schärer sich mit dem Thema beschäftigt – schon vor sechs Jahren hat sie dazu ihren Kurzfilm „Busenfreundinnen“ veröffentlicht (und hier im Forum davon erzählt).

Jetzt erzählt sie die Geschichte von hundert von Brustkrebs betroffenen Frauen, die gemeinsam das Breithorn bei Zermatt besteigen. Die Kamera zeigt die Gruppe, wie sie sich trifft, sich von einem Bergsteiger erklären lässt, wie man einen Berg besteigt, am nächsten Morgen loszieht, ein großartiges Bergpanorama erlebt, aber Wolken auch.

Dazwischengeschnitten sind Interviews mit 15 der Frauen, die von ihrer Geschichte erzählen, davon, wie sie mit der Diagnose konfrontiert worden sind, was sie dabei erlebt haben, wie sie damit umgegangen sind, welche Schwierigkeiten sie hatten, was die Krankheit in ihrem Leben verändert hat und was nicht.

Das hört sich nicht sehr spektakulär an, ist es aber. Denn es gelingt, dass die Frauen der Zuschauerin nicht als „andere“ begegnen, als die, die „dieses Problem“ haben, das man selber nicht hat, sondern sie werden zu Vorbildern. Sie sind ganz unterschiedlich, und gerade deshalb erkennt man sich in ihren Schilderungen wieder. Wer hat denn keine Schwierigkeiten damit, sich anderen verständlich zu machen? Wer hat keine Probleme mit dem Aussehen des eigenen Körpers? Wer kennt nicht Schuldfragen gegenüber von Kindern oder die Angst vor dem Jobverlust? Wer hat keine Angst vor dem Ungewissen und damit, nicht alles „im Griff“ zu haben?

Deutlich wird dabei, dass Verletzlichkeit und Prekarität, das Angewiesensein auf andere eben gerade etwas Normales ist, und dass man trotzdem „das gute Leben in die eigenen Hände nehmen“ kann, wie es im Begleittext zum Film heißt. Und dass das gute Leben nichts ist, was „trotz“ Krankheit, Unglück, schlechtem Wetter möglich ist, sondern gerade in und durch alle Widrigkeiten hindurch.

Der Film kommt am 19. Oktober in der Schweiz ins Kino, aber vielleicht lässt sich ja auch in Deutschland was organisieren? www.ropeofsolidarity.ch

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