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Neueste Kommentare

  • Kathleen Oehlke sagt:

    Vielen Dank über diese Einblicke, liebe Dorothee. Ich selbst besitze zwar keine Mikrowelle, bin aber sehr froh darüber, dass bei mir "im G'schäft" welche in den Pausenräumen zur Verfügung stehen.

    Artikel: Die Mikrowelle

  • Anne Lehnert sagt:

    Vielen Dank für deinen Bericht. Die Mikrowelle scheint die Lösung auch für unsere Mahlzeiten, wenn Kinder und Eltern zu unterschiedlichen Zeiten heimkommen. Seltsam, dieser Widerwille gegenüber der Mikrowelle, den ich auch habe, ohne genau sagen zu können wieso. Ein Misstrauen dieser Technik gegenüber, wie du schreibst, vielleicht, das Platzproblem, auch dass das Essen nicht ganz gleichmäßig warm wird. Und das Ideal der gemeinsamen Familienmahlzeit natürlich. Lange aßen alle Kinder in ihren verschiedenen Betreuungen und Mensen, wir Eltern bei der Arbeit, oder zu Hause allein. Dann kam Corona, und wir gewöhnten uns an gemeinsame Mahlzeiten. Ich hatte Zeit und Muße zum Kochen und genoss das auch, mit ausreichender Planung richtige Mahlzeiten zuzubereiten. Und es gab die Devise, dass niemand meckern durfte. Inzwischen, mit weniger Zeit und Muße - und mehr Gemecker oder einfach unterschiedlichen Vorlieben - macht es nicht mehr so viel Freude, sondern ich empfinde das Kochen als lästige Pflicht... Manchmal übernehmen Kinder oder Mann sie, meistens ich. In die Mensen ist niemand zurückgekehrt. Zumindest das Problem, dass das Essen dann kalt wird und aufgewärmt werden muss, könnte die Mikrowelle lösen.

    Artikel: Die Mikrowelle

  • Caroline sagt:

    Liebe Birge herzlichen Glückwunsch! Ich verstehe die Ambivalenz gegenüber so staatlicher Anerkennung, aber ich finde es toll, dass du den Preis erhalten hast! Dass deine Arbeit noch sichtbarer wird. Und das Interview hat mir sehr gut gefallen! ganz herzliche Grüsse, caroline

    Artikel: „Es war mir immer wichtig, dass vor allen Dingen die Frauen ins Sprechen kommen“

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Interessant, dass es anderen Menschen mit den Staubsaugern auch so schlecht ging. Bei mir kam noch eine Hausstauballergie dazu, die rebellierte, wenn der Dreck, den herkömmliche Staubsauger hinten wieder rauspusten, in meiner Nase landete und diese zu Juckorgien und Nießanfälle stimulierte. Mit dem Erfolg, dass ich Staubsaugen irgendwann ganz aufgab. Meine sehr einfühlsame Mutter meinte, die Staubnester in den Ecken wären sehr hilfreich gegen Kleinstbakterien, die sich darinnen verfangen. Mein Hals-Nasen-Ohrenarzt empfahl mir schließlich einen Staubsauger, bei dem der Staub im Wasser hängen bleibt und dann mit dem Wasser ausgeschüttet werden kann. Ich habe den nun: Ist zwar auch ein unhandliches Ding, aber es funktioniert: Staub wird keiner hochgewirbelt und Staub kommt nirgends heraus. Alles bleibt im Wasser. Und wenn man dieses Wasser anschaut, dann weiß man wieviel Staub sich darinnen versammelt hat: Solche Massen, dass das ganze Wasser zu einer dunkelgrauen Brühe versumpft - und sich lange Schluderiane und Schlinggebilde darinnen sammeln. Alles glücklicherweise im Wasser und nicht in meiner Nase. Dies meine Erfahrungen, aber ich lerne gerne dazu.

    Artikel: Der Staubsauger

  • Maria Drexler sagt:

    liebe Juliane, du hast sehr ausführlich und genau ein ganzes Staubsaugerzeitalter beschrieben... bis der Akku Sauger kam. ja ich hatte dieselben leidigen Probleme mit schwerem Gerät, Kabeln, die sich nicht aufrollen wollen usw. Letztlich hatte ich auch nie einen Platz, wo er mit Saugschlauch gut stehen konnte, ohne dass alles umfiel. Da ich immer schon in Wohnungen oder Häusern mit Holz- oder Steinboden wohne, ist es für mich inzwischen ein Leichtes den Besen rauszuholen, zusammenkehren und mit dem Handfeger die Wollmäuse in den Müll zu befördern. und das alles in Ruhe, ohne Lärm Für mich ist wichtig, dass ich einen guten Besen aus Rosshaar und einen Handbesen aus eben diesem Material habe. ja die muss ich auch pflegen, ausstauben, ab und an mal waschen. Sie tun seit -zig Jahren ihren Dienst. Alles ohne Stromverbrauch und mir wird sogar warm bei dieser Hausarbeit. Wo mir manchmal ein Sauger abgeht - das ist bei Kästchen, Geschirrschubladen o.ä. der. Fall, wo ich mit Saugen mehr Erfolg hätte, als mit Auswischen kleiner Flächen mit Ecken und so. Bei Teppichen ist er sicher auch gefragt. Wie haben das die Berber in ihren Zelten früher eigentlich gemacht? Ich bin gespannt auf weitere Kommentare. Viele Grüße Maria

    Artikel: Der Staubsauger

  • ursula sagt:

    Liebe Juliane, ich teile deine Begeisterung.

    Artikel: Der Staubsauger

  • Sandra Divina Laupper sagt:

    Schlicht: Danke, Jutta, für diesen Text!

    Artikel: Jin, Jiyan, Azadî. Zan, Zendegi, Āzādi.

  • Hermann sagt:

    Sehr geehrte Frau Kampmann, kennen Sie zufälligerweise das Buch von Margaretae Porete: Speculum simplicium animarum Könnten Sie mir sagen woher ich das Buch bekommen kann? Mit freundlichen Grüßen, Hermann

    Artikel: Im Nichts befestigt

  • Elfriede Harth sagt:

    Furchtbare Zustaende! Ich fand zu diesem Thema Die Anstalt vom 15. November https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-15-november-2022-100.html sehr beeindruckend.

    Artikel: Jin, Jiyan, Azadî. Zan, Zendegi, Āzādi.

  • Brigitte Leyh sagt:

    Entschuldigung: Der Pick-up ist das Auto mit Ladefläche, in dem Chelsea zeitweise lebte

    Artikel: Mit Herzblut gelesen: Chelsea Mannings „README.Txt“

  • Sammelmappe sagt:

    Diese Serie gefällt mir immer besser und ich finde es wunderbar, wie sie wächst und sich entwickelt.

    Artikel: Der Wasserkocher

  • Ulrich Wilke sagt:

    Ein erschütterndes Schicksal, eine schlimme soziale Umwelt. Ich hatte beim Lesen nicht das volle Verständnis, weil ich nicht weiß, was Frau Leyh mit "Pick-up" meint: In meinem Wörterbuch steht: "Empfänger, Tonabnehmer, Schalldose, Plattenspieler".

    Artikel: Mit Herzblut gelesen: Chelsea Mannings „README.Txt“

  • Adelheid Ohlig sagt:

    atemberaubend stark, welch ein Mut, merci fürs aufmerksam machen, frohen Mut fürs neue Jahr, herzliche Grüsse Adelheid

    Artikel: Mit Herzblut gelesen: Chelsea Mannings „README.Txt“

  • Karin Hügel sagt:

    Bestanden! Hier Verweise: http://www.karinhuegel.art/huegelkarindissertation.html https://www.uva.nl/en/content/events/2022/12/studien-zu-queeren-lesarten-der-hebraischen-bibel.html

    Artikel: Queere Auslegungen von Gesetzestexten der Hebräischen Bibel und der Halacha

  • Juliane Brumberg sagt:

    Das ist eine Weihnachtsgeschichte, die mich wirklich berührt, im Gegensatz zu all dem Kitsch, der sonst so angeboten wird.

    Artikel: Weihnachten, ungefähr 1882: Wie Margarete Susman erfuhr, dass sie Jüdin ist

  • Adelheid Ohlig sagt:

    Ich bin entzückt vom Text mit den bildhaften Bezügen zu alten Zeiten, zu uns selbst und vermisse gleichfalls die hübschen Wörter wie Tülle und Kesselpfeife. Frohen Advent wünscht Adelheid

    Artikel: Der Wasserkocher

  • Daniela Ghielmetti sagt:

    Emanzipation, Gleichstellung betrifft nicht nur lesbische usw. (FLINTA-) Frauen, es betrifft ALLE Frauen weltweit. Vielfach geht das vergessen. Da war Alice Schwarzer echt führend. In diesem Zusammenhang kann ich das Buch " Was Männer kosten. Der hohe Preis des Patriarchats" nur empfehlen. Schreibende Männer werden immer ernst genommen, auch von patriarchalen Frauen, und das hier wäre die Hoffnung, dass sich wirklich, echt, etwas verändert.

    Artikel: Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer

  • Fidi Bogdahn sagt:

    „…damit ist dann sozusagen „der Witz“ von Gott weg…“ Gott ohne Humor, Lust und Freude zu sehen, erscheint mir jedenfalls witzlos.

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Antje Schrupp sagt:

    PS: Wobei Gott, um das nochmal klarzustellen, für mich nichts Mysteriöses oder so sein muss, sondern ich kann mir Gott auch als das „alles der Welt“ vorstellen, oder das „große Umunsherum“, wie Ina mal sagte, also es muss nichts Außer-Physikalisches oder Wunderhaftes sein. Ein Problem habe ich nur, wenn ein Teil der Welt vergöttlicht wird und ein anderer eng-göttlicht, so etwa: Mütterlichkeit ist göttlich, Väterlichkeit nicht, oder Natur ist Göttlich, Technik nicht. Denn mit dieser Unterscheidung ist Gott dann „verweltlicht“ worden, indem wir Menschen anfangen, Gott mit irdischen Maßstäben zu definieren. Damit ist dann sozusagen „der Witz“ von Gott weg und das Prinzip funktioniert nicht mehr für mich, sondern wird banalisiert (oder eben esoterisch, indem da ein „Geheimnis“ reinbehauptet wird, zu dem eben nur Eingeweihte oder Initiierte Zugang haben).

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Antje Schrupp sagt:

    @Anne: Danke für deine Anfragen, die ich sehr interessant finde, aber das ist wirklich schwer zu versprachlichen. Ich glaube, der Punkt ist bei mir der Versuch, Gott als Transzendenz zu erhalten. Ich brauche einen Begriff für den Umgang mit dem nicht Verfügbaren, mit dem, was über das Weltimmanente hinausgeht, was nicht in ihm aufgeht. Das ist für mich der Sinn des Wortes „Gott“. Mütterlichkeit, gegenseitige Abhängigkeit, Verwobenheit aller Erscheinungen der Natur usw. hingegen sind für mich „irdische“ Dinge, und ich halte die Überhöhung bzw. „Vergöttlichung“ des Mütterlichen für einen patriarchalen Move, der dazu diente, dies abzuspalten und aus dem Bereich der Politik, des Verhandelbaren, des Relativen zu verbannen ( wobei dann die monotheistischen Religionen genauso wie du schreibst ihren Anteil hatten). Ähnlich ist wohl meine Abneigung gegen alles „Esoterische“ zu verstehen, das auch oft eine Argumentationsfigur ist, bei der bestimmte Zusammenhänge behauptet werden, ohne der politischen Verhandlung ausgesetzt zu sein. Zum Beispiel - weil du nach meiner Reaktion auf Claudias Kommentar fragtest, dass „die Erde uns alles gibt, was wir brauchen“. Das ist ja nun einfach nicht wahr. „Gott“ gibt uns alles, was wir brauchen, aber die Erde eben faktisch gerade nicht. Die Erde bewirkt, dass Menschen verhungern, getötet werden, leiden usw, und zwar auch ohne Klimakatastrophe. Das ist eben so auf der Erde. Sie gibt natürlich auch vieles Schöne und Gute, aber auch vieles Schreckliche usw. Auch Mütterlichkeit ist nicht ungebrochen gut, auch Mütter können Schlimmes machen (dazu haben die Italienerinnen ein ganzes Buch mal gemacht: Der Schatten der Mutter). Um das „Alles was wir Brauchen“ fassen (und daran glauben) zu können, brauche ich daher einen Bezug auf ein „Mehr“ (=Gott), das nicht verfügbar, greifbar, erfassbar usw. Ist, etwas Jenseitiges, im Unterschied zur Erde, der Mutter usw. Die alles „diesseitige“ Phänomene sind. Ist das irgendwie verständlich?

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Anne Lehnert sagt:

    Vielen Dank für den Filmtipp. Es ist ein wunderbarer Film, der mich noch sehr beschäftigt, und du beschreibst sehr gut den behutsamen Umgang der Regisseurin mit ihren Protagonistinnen.

    Artikel: WALCHENSEE FOREVER- Mütter und Töchter, Hippies und Tabus

  • BettinaS sagt:

    Ich fände ja eine Auseinandersetzung mit den Forderungen und Positionen von Alice Schwarzer auch angebracht, aber die fehlt mir hier gerade. Das Beispiel mit der Bundeswehr ist konkret, da kann ich mitdenken, danach liest es sich nur noch wie eine Aneinanderreihung von Schlagwörtern. Im Sommer hörte ich auf einer langen Autofahrt über mehrere Pässe den Podcast "Alles gesagt?" mit Alice Schwarzer. In 5 Stunden und 14 Minuten erzählt sie da "von ihrer ungewöhnlichen Kindheit, ihrer engen Freundschaft mit Simone de Beauvoir, ihrer ungebrochenen Lust am Streit mit Frauen wie mit Männern, ihrer Kritik am politischem Islam, ihrer Liebe fürs Tanzen – und über das Geheimnis einer glücklichen Beziehung". Das Gespräch begleitet mich immer noch. Ich kann es sehr empfehlen.

    Artikel: Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer

  • Dorothee Markert sagt:

    Nein, Inge von Bönninghausen, das ist kein Quatsch. Ich habe bei einem der ersten bundesdeutschen Frauentreffen (1972 oder 1973) den Streit darüber miterlebt, ob Alice Schwarzer, die etwas von der französischen Frauenbewegung erzählen wollte, überhaupt reden durfte. (Allerdings hat sie dann nicht mehr aufgehört zu reden und wurde schließlich auf unschöne Weise vom Rednerpult entfernt). Und ich wurde später selbst von der aktiven Frauenszene in Freiburg gemobbt, nachdem ich in einem Zeitungsinterview kritisiert hatte, dass sie einen Vortrag von Katharina Rutschky durch Drohungen im Vorfeld und Pfeifkonzerte verhindert hatte, anstatt sich mit ihr verbal auseinanderzusetzen.

    Artikel: Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer

  • Gabriele Schärer sagt:

    SORRY: DER LINK FUNKTIONIERT NUR IN DER SCHWEIZ Liebe Anne, so ist es und das tut mir leid. Ich habe grade im Netz geforscht, als Abonnentin kann ich auch in Dt.land gucken, deswegen fiel mir das früher nicht auf.

    Artikel: „Die schönste Revolution des 20. Jahrhunderts“

  • Antje Schrupp sagt:

    @Inge von Bönninghausen - naja, der erste Teil deiner Erwiderung widersprichst meinem Text aber nicht, denn wenn A nicht von B getrennt werden kann, kann natürlich auch B nicht von A getrennt werden. Von daher versteht sich das von selbst, und das wird auch im intersektionalen Ansatz immer wieder betont, nicht zuletzt von Kimberley Crenshaw selbst - keine Frauenbefreiung ohne Befreiung anderer diskriminierter Gruppen, und keine Befreiung anderer diskriminierter Gruppen ohne Frauenbefreiung. An dem Punkt sind wir uns also wohl einig. Zu der Frage, inwiefern Emanzipation unterdrückerische Systeme stärkt: Das kommt natürlich auf das System an, auf die jeweilige Kultur. Ich habe hier von der westlich-europäischen Moderne gesprochen, und dort ist ja Emanzipation - nicht in Bezug auf die Frauen zwar, aber in Bezug auf „niedriggestellte“ Männer gegenüber „höhergestellten“ Männern ein Kern des Anliegen. Es ging der Aufklärung um Emanzipation, aber sie schloss die Frauen aus. Es ging der Französischen Revolution um Freiheit und Gleichheit - aber nicht für Frauen. Diese Konzepte von (patriarchal-bürgerlich-moderner-europäischer) Emanzipation werden gestärkt, wenn sie Frauen einbeziehen, denn der Ausschluss der Frauen hatte ihren eigenen Prinzipien zuwidergelaufen. Ich habe also über bestimmte Kontexte gesprochen und nicht eine allgemeine Regel aufgestellt. Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass die Emanzipation von Frauen andere Systeme durchaus zum Einsturz bringen kann, am Katholizismus beobachten wir das ja grade. Aber wir beobachten auch, dass er durch die Emanzipation der Frauen ins Wanken gerät, weil Emanzipation per se eben KEIN Kernbestandteil der katholischen Kultur ist. Ansonsten: Du beobachtest wirklich „Weißen-Bashing“? Wo denn? Ich halte das für ein rechtspopulistisches Framing. Es gibt kein Weißen-Bashing in irgendwie relevantem Ausmaß, nirgends.

    Artikel: Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer

  • Inge von Bönninghausen sagt:

    Git, dann setze ich mich mal mit den hier zu lesenden Positionen von Antje Schrupp auseinander. Sie postuliert, dass die "Emanzipation von Frauen niemals von anderen Diskriminierungsformen getrennt werden darf." Es ist umgekehrt: die Emanzipation ethnischer, religiöser, kolonisierter und anderer diskriminierter Gruppen kann nicht getrennt werden von der Emanzipation der Frauen. Frauen aller Hautfarben, aller Ethnien, aller Religionen, aller Klassen, kolonial oder kolonisiert haben Männer über sich, bzw. leben in männliche Strukturen. Das Patriarchat ist über-all-mächtig. Das habe ich auf den UN Weltkonferenzen in den 90ern gelernt, insbesondere der Menschenrechtskonferenz Wien1993 , der Weltbevölkerungskonferen Kairo1994 , und auf der 4. Weltfrauenkonferenz Peking 1995. Hätte ich dort oder würde ich heute Freundinnen aus Zimbabwe, Gambia, den Philippinen oder Mexiko sagen, die Normen ihrer diktatorischen, fundamentalistischen, rassistischen, korrupten Regime würden durch ihre Emanzipation glaubwürdiger, sie würden mich zu recht nicht mehr für voll nehmen. Das in diesen Zusammenhängen zur Zeit übliche Weißen-Bashing finde ich nur eitel. Und zu Dorothee Markert: Da ich erkennbar zur Frauenbewegung gehör(t)e, weise ich das Gemunkel, es habe (von wem auch immer) eine Order gegeben, mit Alice nicht mehr zu reden, zurück. Das ist Quatsch.

    Artikel: Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer

  • Anna Blietschau sagt:

    Alice Schwarzer hat sicherlich ihre Verdienst. Das ist wohl so. Auf einige hatte sie mit der EMMA auch großen Einfluß. Bei anderen hat sie kaum eine Rolle gespielt. Als die EMMA heraus kam, war ich bereits im Aachener Frauen- zentrum und in diesem Rahmen wurden auch schon einige "Aktionen" durchgeführt. Die EMMA habe ich seinerzeit mal gelesen. Fand die Courage aber interessanter. Der Streit um die Frage: Frauen in die Bundeswehr (mit Dienst an der Waffe ), haben wir vom Zentrum natürlich auch mit bekommen. Die Frage, die sich uns damals stellte war: Ist wirklich jeder Männerraum so toll und erstrebenswert, dass Frauen ihn sich nun "erobern" sollten. Meine Antwort damals: Nein! Ich hielt es mit der Journalistin Peggy Parnaß, die die Ansicht vertrat: " Nicht Frauen rein in die Bundeswehr, sondern Männer raus!" Richtig, sehe ich heute noch so. Verärgert waren wir "ProjekteFrauenLesben", wenn in irgendwelchen Medien Alice Schwarzer als das " Gesicht" der Frauenbewegung bezeichnet worden ist. Ich sag mal so: Die FrauenLesbenbewegung, die hätte es auch ohne Alice Schwarzer gegeben. Umgekehrt gilt das nicht. Egal, sie wäre so oder so eine streitbare feministisch geprägte Journalistin geworden. Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es sehr viele einflussreiche FrauenLesben innerhalb der Bewegung gab, die vieles auf den Weg gebracht haben, sich jahrzentelang eingesetzt haben und mittlerweile zum Großteil vergessen worden sind. Wie ja oben bereits erwähnt. Ich möchte an dieser Stelle meine Freundin Anke Schäfer erwähnen, die leider mittlerweile verstorben ist. Danke.

    Artikel: Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer

  • Dorothee Markert sagt:

    Die beiden Alice-Filme hab ich gern angeschaut, da sie etwas herüberbrachten aus der Zeit der beginnenden Frauenbewegung, in der ich damals auch gelebt, gearbeitet und gekämpft habe. Nach der Dokumentation "Die Streitbare", in der nichts von dem Feminismus sichtbar wird, den es schon vor Alice Schwarzer gab und der mir wichtig war und ist, und wieder einmal der Eindruck erweckt wurde, als sei Alice Schwarzer die Frauenbewegung (gewesen) und nicht nur ihr (auch oft verzerrtes und entstelltes) Gesicht in den Medien, dachte ich darüber nach, ebenfalls etwas dazu zu schreiben. Was mich davon abhielt: Wir haben auf bzw-weiterdenken nichts geschrieben zum 80. Geburtstag von Luisa Muraro und auch nicht zum 70. Geburtstag von Chiara Zamboni, und diesen beiden Frauen verdanken wir, die von den Denkerinnen der sexuellen Differenz gelernt haben, wirklich sehr viel. Warum sollten wir also etwas zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer schreiben? Doch als ich dann Antje Schrupps Text dazu auf ihrem eigenen Blog "Aus Liebe zur Freiheit" las, schlug ich ihr trotzdem vor, ihn auch auf bzw-weiterdenken zu veröffentlichen. Denn in Antjes Artikel geht es ja nicht um eine Würdigung von Alice Schwarzers Geburtstag, sondern um die Hauptunterschiede zwischen ihrer und anderen inhaltlichen Positionen der Frauenbewegung sowie um Kritik an den Medien, die immer noch versagen, etwas davon sichtbar werden zu lassen. (Vielleicht hätten wir die Überschrift ändern sollen!) Alice Schwarzer hat einige Themen in den Mainstream gebracht, die dort dringend diskutiert gehörten, doch durch ihre Vereinfachungen und ihre besserwisserische Haltung hat sie dabei auch viel Schaden angerichtet. Denn es war jahrzehntelang nötig, gegen das von ihr geprägte Bild des Feminismus anzukämpfen, bevor andere Menschen überhaupt etwas zu Frauenthemen hören wollten. Sehr betroffen machte mich allerdings die Stelle im zweiten Teil des Alice-Films, als von "der Frauenbewegung", also einigen Frauen, die sich als deren Führerinnen aufspielten, die Order herausgegeben wurde, keine Gespräche mit Alice Schwarzer zu führen und ihr keinerlei Informationen zukommen zu lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies so oder so ähnlich tatsächlich stattgefunden hat. Und das lässt mich vermuten, dass es auch die Frauenbewegung mit ihrem Dogmatismus der Anfangszeit war, die durch ihr Mobbingverhalten gegenüber Alice Schwarzer verhindert hat, dass über unterschiedliche Positionen und Richtungen weiter diskutiert und gestritten werden konnte, was es vielleicht ermöglicht hätte, schließlich doch da und dort irgendetwas Gemeinsames zustande zu bringen.

    Artikel: Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer

  • Claudia von der Tauber sagt:

    Gute Analyse!!! Claudia von der Tauber

    Artikel: Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer

  • Antje Schrupp sagt:

    @Anne - echt nicht? Ich hatte es nicht ausprobiert, weil ich die DVD habe. Aber ich frag mal nach!

    Artikel: „Die schönste Revolution des 20. Jahrhunderts“

  • Anne Newball Duke sagt:

    Wenn ich nicht in der Schweiz lebe/angemeldet bin, kann ich den Film nicht sehen, gelle? Ich habs nämlich versucht, mich angemeldet usw., aber am Ende hats nicht geklappt.

    Artikel: „Die schönste Revolution des 20. Jahrhunderts“

  • Heidi Malzacher sagt:

    euch beiden ein herzliches Dankeschön für die lieben Worte.

    Artikel: Unterwegs mit einem Plakat über die Weisheit der Frauen

  • Anne Newball Duke sagt:

    Mir lässt das immer noch keine Ruhe. Was bedeutet "Vergöttlichung des Mutter-Begriffes"? Ailton Krenak (ein "indigener Vordenker", steht auf dem Buchcover) schreibt: "Alle alten Geschichten nennen die Erde Mutter, Pacha Mama, Gaia. Eine vollkommene, unsterbliche Göttin, ein Quelle der Gnade, der Schönheit und des Überflusses. Man denke an das griechische Bild von der Göttin des Wohlstands mit ihrem Füllhorn, aus dem sich ununterbrochen Reichtum über die Welt ergießt... In den anderen Traditionen, in China und Indien, in Nord- und Südamerika, in den ältesten Kulturen ist der Bezug eine mütterliche Versorgerin. Keine Spur von einer männlichen oder Vaterfigur. Wenn das Bild eines Vaters dort einbricht, dann immer zum Plündern, Zerschlagen oder Herrschen." (In: "Ideen, um das Ende der Welt zu vertagen", S.46) Jedes Mal, wenn ich gerade versuche, mir die "Vergöttlichung des Mutter-Begriffes" schreibend aufzudröseln, klingt das dumm, deswegen lasse ich jetzt nur mal das Zitat wirken, und vielleicht kann eine andere damit was anfangen und das weiterdenken. Irgendwie blieb mir auch das mit dem "Glaubenskrieg" hängen... Ich meine, ich kann mir vorstellen, dass es zwei gleichwertige Annäherungen daran sind, wie Care für die Welt im Körper ankommen kann. Ich mache hier übrigens eher Kommentare zu Kommentaren und nicht so sehr zum Text. Vielen Dank für diesen, Anne Claire Mulder! Er eröffnet mir wieder die Möglichkeit zu verstehen, was Gott für andere Menschen bedeuten kann.

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Heidi Malzacher sagt:

    danke für die lobenden Worte. Heidi

    Artikel: Unterwegs mit einem Plakat über die Weisheit der Frauen

  • Heike Brunner sagt:

    Danke für den Hinweis auf das Jubiläum des Filmes und das interessante Interview!

    Artikel: „Die schönste Revolution des 20. Jahrhunderts“

  • Anne Newball Duke sagt:

    @Antje: ich verstehe nicht: warum ist Claudias Annäherung an die vielfältigen Bindungen an die Welt esoterisch (und warum ist diese Form - wenn du sie schon esoterisch nennen willst - negativ konnotiert?), und die über Gott ganz unproblematisch? Ist Gott nicht auch eine (westlich geprägte) kulturelle Imagination, die uns Europatriarch*innen eine Menge Ursprungsgeschichten geliefert hat mit für Frauen oft unverdaulichen Inhalten, die bis heute in unseren Körperinnen auf weiterhin ungute Art wirken? Mir ist der Zugang über Gott leider auch total verschlossen. Die Inhalte dessen, was wir uns wünschen oder anstreben, sind dabei ja gleich. Ich weiß nicht... ich habe immer das Gefühl des Ausgeschlossenseins, wenn der Weg über Gott gegangen wird. Als müsste ich mir noch eine Menge Bibel usw. anlesen, um hier mitreden zu können. Am Wochenende habe ich es mal wieder versucht, aber ich komme schon über "der HERR" und "Der Mensch im Garten Eden" nicht hinaus. "Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen!" Ich weiß, die Theolog*innen werden jetzt tief seufzen und nicht wissen, wo sie anfangen sollen, mir irgendetwas zu verdeutlichen. Aber das ist die Hürde, da ist das Unverständnis, hier beginne ich zu stottern und mich klein zu fühlen. Was ich aber verstehe: was für mich ein anstrengender Umweg wäre, den ich nicht bereit bin zu gehen, ist für andere ein Zugang zum Verstehen, eine Erleichterung des Verstehens, weil Gott schon tief in der Körperin und im Denken verankert ist. Mir ist der Zugang über "Mutter Erde" auch nicht sonderlich eingängig. Das liegt aber auch daran, dass ich mich zu den Verbindungen zu belebter und unbelebter Welt bisher wenig in Beziehung gesetzt habe. Ich finde das geradezu erschreckend. Ich erarbeite es mir jetzt mit viel Energie und großer Lust über verschiedenste feministische Philosoph*innen, von denen viele ihr Wirken und Denken in den Naturwissenschaften begonnen haben, dann u.a. über die Wissenschaftskritik gegangen sind, und dann auch begonnen haben, über die Verbindungen auf der in der von der Welt zu philosophieren. Das ist einer meiner Zugänge. Aber ehrlich gesagt bin ich mittlerweile auch gar nicht mehr abgeneigt, auch andere Wege auszuprobieren, wozu einige Praktiken zählen, die bisher immer mit dem schwabbeligen Begriff "esoterisch" kleingemacht wurden. Hier braucht es einfach auch viel mehr Weiten des Denkblickwinkels und Ausdehnung der Forschung (gerade der westlich geprägten) in noch unbekannte Denk-Galaxien. ;).

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Ulrich Wilke sagt:

    Bewundernswert mutig und so materialsparend.

    Artikel: Unterwegs mit einem Plakat über die Weisheit der Frauen

  • Brigitte Leyh sagt:

    Was für eine großartige Frau! Und was für eine großartige Idee!

    Artikel: Unterwegs mit einem Plakat über die Weisheit der Frauen

  • Caroline sagt:

    Liebe alle, vielen Dank für die vielfältigen Assoziationen und Gedanken zum Artikel. Ich kann nicht auf alles eingehen, bin auch nicht sicher, ob ich alles verstehe, aber werde beim weiteren Nachdenken gern darauf zurückkommen...über Müssiggang und Musse nachzudenken finde ich gerade besonders interessant....Müssiggang ist negativ konnotiert, Musse nicht...musste die Musse (haha, ja, ok, ich sehe das Problem mit dem Doppel-s, aber in der Schweiz ist es halt so...) abgewertet werden, damit sie weniger attraktiv scheint?

    Artikel: Otium fürs Volk!

  • Caroline sagt:

    Liebe Anne-Claire, danke für den Artikel, den ich mit Interesse gelesen habe. Dabei habe ich an meine Idee, dass Care ein Kriterium sein könnte für alles, was wir tun...Wenn du Gott als Care siehst, meinst du damit, dass Care überall ist oder srin sollte? Care nicht im engeren Sinn, sondern in einer breiten Bedeutung? Mir steht "Gott" in meinem Denken nicht zur Verfügung, ich habe aber den Eindruck, care als Kriterium zu sehen, ist ähnlich. Auch innerweltlich ist ja nicht alles verfügbar... danke für die Anregungen! Hauthunger kannte ich nicht als Wort, gefällt mir auch.

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Antje Schrupp sagt:

    @Claudia - ich finde deinen Kommentar, ehrlich gesagt, etwas "glaubenskriegerisch". Nur weil du mit dem Begriff "Gott" nichts anfangen kannst, soll sich auch niemand anderes damit beschäftigen? Anne Claire, die Autorin dieses Textes, ist Theologin. Natürlich schreibt sie über Gott. Ich persönlich finde die Vergöttlichung des Mutter-Begriffs problematisch und deine Mail ziemlich esoterisch, aber es wäre doch interessant, über solch unterschiedlichen Zugänge miteinander ins Gespräch zu kommen. Wenn man aber den eigenen Denkhorizont absolut setzt, geht das natürlich nicht.

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Antje Schrupp sagt:

    Liebe Ulrike - leider nicht, ich habe im System geschaut, aber deinen Kommentar nicht gefunden!

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Ulrich Wilke sagt:

    "Es rettet uns kein höh`res Wesen: kein Gott, kein Kaiser, kein Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen , da können nur wir selber tun."

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Ulrike Loos sagt:

    Grade habe ich einen sehr zustimmenden Kommentar geschrieben, aber er ist mir wohl davon gerutscht… ob ihn eine wiederfinden kann???ul

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Claudia von der Tauber sagt:

    Ich werde ungeduldig . Wieso konstruiert ihr jetzt in den Begriff "Gott " Care? Ist die Erde nicht schon seit Anfang der Zeit unsere Mutter mit den kosmischen Energien. Und gibt SIE uns nicht alles was wir brauchen? Wir müssen uns nur wieder erinnern und Liebe und Verbindung mit ihr aufnehmen . SIE Ist immer bei uns und schöpferisch, kreativ tätig in uns. Hier sind wir aufgehoben. Wieso sehen wir das nicht.? Grüße von der Tauber

    Artikel: Corona. Care. Gott.

  • Anne Newball Duke sagt:

    Liebe Antje, ach cool, so viele tolle Fragen. Beginne ich gleich mit der Letzten: ja, das Wort fällt im Film. Ich glaube, Yaya sagt auf der Erkundungstour zu Abigail so etwas wie "Wahnsinn, wir du in kurzer Zeit hier so ein Matriarchat aufgebaut hast." Und ja klar hast du recht. Mit Gleichheitsfeminismus und "so werden wie die Männer", unterschreibe ich alles. Und auf die Kapitalismuskritik einzugehen, die Östlund anbietet, darauf hatte ich tatsächlich keine Lust. Seine einfach Antwort ist, dass die Reichen halt Steuern zahlen sollen ("Pay taxes!"). Das ruft der (angeblich) mit Kommunismus sympathisierende Captain in die Lautsprecherdurchsagen der Yacht, als dieses am Wanken ist. Das ist mir ein zu einfaches und zu billiges und natürlich am Ende total unwirksames Kapitalismus"reparatur"-Angebot, und mir meine Zeit zu schade, das gerade zu biegen. Ich kann am Ende nicht genau sagen, warum mich etwas anspricht, warum ich Lust habe, dem Feminismuskonzept nachzugehen. Vielleicht ist es diese sehr prickelnde Ambivalenz zwischen "Ich liebe den Film!" und den darin gemachten Aussagen, die ich dann gar nicht so prickelnd finde. Und vielleicht finde ich den Film aber so gut (ich habe so viel böse Freude empfunden, ich habe wirklich so viel gelacht und mich richtig gut unterhalten gefühlt), dass ich für mich diese Ambivalenz aufarbeiten muss. Und dann denke ich, dass das vielleicht auch für andere interessant ist, die wie ich an diesen Östlund-Filmen nagen. Woran hat Östlund Interesse? Gute Frage. Ich denke schon, wie ich auch schrieb, dass er den oberflächlichen pc-Feminismus, im Grunde auch den Gleichheitsfeminismus, aufs Korn nehmen will. Und er zeigt schon recht deutlich, wie dieser Feminismus vom Kapitalismus einverleibt wird. Diese deutliche Sprache fand ich ziemlich gut. Und auch wichtig. Und nein, ich denke nicht, dass er "patriarchale Werbung" macht. Aber das kann vielleicht einen andere Kinogängerin anders beurteilen. ;) Und er macht auch keine Werbung für die Rückkehr zum Kapitalismus (wie der Spätkapitalismus aussieht, hat er ja mit all dem Gekotze gezeigt); das ist halt nur das, was unweigerlich passiert, wenn es nur vom selben zum selben geht. Er denkt nicht darüber hinaus. Er bietet keine Lösung an. Er zeigt nur recht deutlich, also... er spielt sehr eindrücklich aus, was passiert, wenn Matriarchat auch nicht besser (also: auch nicht feministischer) ist. Vielleicht hat mir der Film zu gut gefallen, als dass ich möchte, dass die Schauenden rausgehen und lediglich sagen, "ja ok, keine Lösung weiterhin in Sicht", sondern dass sie sagen, "ok, so gehts auch nicht, beides geht nicht, weil es dasselbe ist, aber wie denn dann".

    Artikel: „Pseudo-Feminist!“ Liebe in Zeiten des Kapitalismus in Triangle of Sadness

  • Antje Schrupp sagt:

    PS: Noch eine Frage: Wer bringt denn hier für die Situation der Machtumkehr den Begriff „Matriarchat“ ins Spiel - Östlund selbst, im Film, oder die Kritik oder du? (

    Artikel: „Pseudo-Feminist!“ Liebe in Zeiten des Kapitalismus in Triangle of Sadness

  • Antje Schrupp sagt:

    Hallo Anne, danke für Hinweis auf Film und Regisseur, die ich beide nicht kenne. Aber es klingt spannend. Allerdings dachte ich beim Lesen deines Artikels die ganze Zeit schon das, was du ganz am Ende schreibst: Warum erzählen wir nicht endlich andere Geschichten? Die Geschichte von „Wenn Frauen an der Macht wären wären sie genauso doof wie die Männer“ ist ja eine uralte Behauptung, die schon immer das Ziel hatte, die Nutzlosigkeit von Feminismus zu behaupten, eben mit dem Argument „Die Welt und die Menschen sind eben so“. Leider hat der Gleichheitsfeminismus dieses Narrativ bedient, indem das „So werden wie die Männer“ sogar als feministisches Ideal ausgegeben wurde, aber in meiner Wahrnehmung doch nur von wenigen. Die Hauptströmung der Frauenbewegung/ des Feminismus hat doch immer darauf bestanden, dass es nicht um „umgekehrte Rollen“ geht, sondern um eine Umwälzen der symbolischen Ordnung. Gerade diejenigen, die für Matriarchale Kulturen eintreten und eingetreten sind, haben immer ganz deutlich gesagt, das es natürlich NICHT darum geht, dass Frauen herrschen statt der Männer, dieses „Matriarchat ist auch nicht besser“ ist doch selbst schon patriarchale Propaganda. Daher meine Frage: Ist „Triangle of Sadness“ wirklich ein kapitalismuskritischer Film, oder ist er ein patriarchaler Propagandafilm? (Letzteres schließt ja nicht aus, dass er als Film „gut“ ist, also gute Dialoge, Inszenierung usw.). Oder dient vermeintliche Kapitalismuskritik ihm als Argument dafür, patriarchale Propaganda zu machen? Oder - das ist vielleicht das Wahrscheinlichst: Hat der Regisseur vielleicht einfach gar kein Interesse am Feminismus (und in der Folge vermutlich auch keine Ahnung davon), sondern wollte nur den Kick „Frauen und Männer-Konfusion meets Arm-und-Reich-Konfusion“ mitnehmen? Hilft ja nichts, ich werd mir den Film wohl anschauen müssen :))

    Artikel: „Pseudo-Feminist!“ Liebe in Zeiten des Kapitalismus in Triangle of Sadness

  • Elfriede Harth sagt:

    Liebe Jutta, ich habe in der Tat den Roman nicht gelesen, ich kann also nicht auf das Buch reagieren, sondern nur auf Deinen Artikel. Den ich damit gar nicht negativ kritisieren will. Ich will nur anmerken, dass die beschriebene schwierige Befreiung aus kulturellen Mustern und Zwaengen nicht auf betimmte Kulturkreise beschraenkt ist, sondern etwas bleibt, das "wir" wohl alle erleben. Auch "bei uns" im (post-)"christlichen" Westen ist noch ein weiter Weg zu gehen, um "uns" zu befreien. Was uns Frauen hier als "Freiheit" und "Fortschritt" verkauft wird..... ein Beispiel gibst Du selbst, mit der Reform des Unterhaltrechts bei Scheidung. Was unser Umgang mit unserer Koeperlichkeit und mit allem was in "unserem Kulturkreis" "Liebe". "Beziehung", "Sexualitaet, etc.. anbelangt.... kann ich nur auf einen Artikel von Antje Schrupp verweisen, der zwar schon einige Jahre alt ist, aber dennoch nicht so viel an Aktualitaet verloren hat. Er befindet sich hier auf diesem Blog: https://www.bzw-weiterdenken.de/2010/04/mehr-korperkontakt/

    Artikel: Sonst nichts.

  • Jutta Pivecka sagt:

    Liebe Elfriede, leider verstehe ich nicht ganz, inwiefern sich Dein Kommentar auf diesen Roman bezieht (wie Du am Ende ja auch schreibst). Die beiden Protagonistinnen ringen nicht um eine Bezeichnung für ihre Beziehung; es geht vielmehr darum, dass ihre Prägungen und die (Zwangs-)Verhältnisse unter denen sie aufwachsen, es ihnen nicht ermöglichen sich selbst (und sich eben auch gegenseitig) so zu lieben, wie sie es ersehnen, weil sie zu sehr versuchen, sich anzupassen. Dass Du im zweiten Teil Deines Kommentars als christliche und westliche Frau zwei Aspekte muslimischer Kultur (nicht Religion, denke ich) meinst positiv darstellen zu müssen, finde ich schwierig, vor allem, weil dies so oft geschieht, wenn eine Frau aus einer muslimischen Kultur ihre eigenen negativen Erfahrungen in dieser Kultur (ob künstlerisch oder dokumentarisch) darstellt. Ich habe es schon oft erlebt, dass dann ausgerechnet Frauen aus westlichen Kulturen meinen, sie müssten in der Debatte unbedingt etwas Positives an dieser Kultur erwähnen. Dagegen ist mir dies noch nie passiert, wenn ich über meine Erfahrungen in der evangelikalen Gemeinde gesprochen habe. Jede lässt dann stehen, wie ich es erlebt habe und anerkennt, wie viel Leid dies für mich verursacht hat.Ist es nicht eigenartig, dass muslimisch sozialisierte Frauen in unserer Gesellschaft dieses Mitgefühl häufig nicht erfahren, wenn sie über ihre Erfahrungen schreiben oder erzählen? Sondern dass - wie nun Du in diesem Kommentar - (ihnen) jemand sagen muss, dass es doch auch großartige Seiten an dieser Kultur gibt, Du nennst Harem und Burka. Ich persönlich finde Harem und Burka gar nicht interessant und bin sehr froh, dass ich keine Bekanntschaft mit ihnen gemacht habe und - vor allem! - nicht machen muss. Und ich kenne einige Frauen aus Afghanistan, die sehr froh darüber sind, das Kleidungsstück los geworden zu sein. Für das Recht, nicht in einem Harem leben zu müssen und keine Burka tragen zu müssen, würde auch ich kämpfen, so wie gegenwärtig die Frauen im Iran für das Recht, keinen Hijab tragen zu müssen. Die Bücher von Eva Illouz habe ich gelesen. Eine ausführliche Auseinandersetzung damit kann ich hier nicht leisten, einige der Thesen finde ich überspitzt.

    Artikel: Sonst nichts.