beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neueste Kommentare

  • Sandra Divina Laupper sagt:

    Zur Vervollständigung des vorangehenden Beitrages möchte ich ergänzen, dass es meiner Meinung wichtig ist, uns ganz bewusst vor Augen zu halten, dass es die Frauen und die Kinder auf beiden Seiten sind, die für diesen Konflikt, der alles andere als auf konstruktive Weise geführt wird, einen viel zu hohen Preis zu zahlen haben. Und dass es leider die Männer sind, die in diesem Konflikt das Sagen haben.

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Sandra Divina Laupper sagt:

    Jetzt habe ich mir alles noch einmal genauer durchgelesen. Leider kommt mir vor, dass von allen Seiten (außer von Fidis Seite), die Argumentationen nicht immer nachvollziehbar sind, aber wichtige Punkte berühren, über die es nicht sinnvoll ist, einfach hinwegzusehen. Deshalb möchte ich an die Leserinnen von bzw. weiterdenken einige Fragen stellen: Ist es nicht klar, dass schon seit der Gründung Israels 1948 zwischen Palästinensern und Israelis ein Konflikt besteht, der von beiden Seiten nicht immer auf lautere Weise geführt wird? Ist es nicht klar, dass es auf beiden Seiten aber auch Menschen gibt, die sich auf glaubhafte und mutige Weise für einen Frieden einsetzen? Und vor allem: Ist es nicht klar, dass es auf beiden Seiten v.a. Männer sind, die sich gewaltsamer Übergriffe, einer unverantwortlichen Kriegsführung und immer wieder auch für Terroranschläge verantwortlich machen, während es vor allem Frauen und Kinder sind, die dafür zu zahlen haben? Ich möchte auf eine Dokumentation verweisen, auf die mich eine Historikerin verwiesen hat, die sich sehr um die Aufarbeitung der Schoah in Südtirol verdient gemacht hat. https://tvthek.orf.at/profile/Weltjournal/1328/WELTjournal-Spezial-Netanjahu-die-USA-und-der-Weg-in-den-Gaza-Krieg/14212651 . Ich hoffe, dass diese Dokumentation auch für andere so hilfreich sein kann, wie sie es für mich gewesen ist. LG, Sandra

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Anne Newball Duke sagt:

    Und was den Oscar angeht, bin ich auch absolut deiner Meinung!!

    Artikel: „Poor Things“ und der Feminismus

  • Anne Newball Duke sagt:

    Huch, ich hatte vorhin gar nicht "Danke" gesagt, Antje; ich finde deine Deutung nämlich total schlüssig, und sie passt eben gut dazu, dass ich ohne tieferes Nachdenken nicht richtig wusste, was Bella eigentlich ist. Danke für diese Denkabnahme! :) Und jetzt verstehe ich auch, dass es bei mir eben so herrlich quietschte, als sie dann aussprach, sie sei irgendwie Mutter und Tochter gleichzeitig. Wie... dachte ich... und dann ist sie eigentlich aber irgendwie keine "echte Frau"? Und zum Thema Prostitution im Film, musste ich während des Schauens immer wieder an Ilan Stephanis immer noch sehr empfehlenswertes Buch "Lieb und teuer: Was ich im Puff über das Leben gelernt habe" denken. Sie kommt darin u.a. zu dem Schluss, dass diese Form des Sexes etwas mit einer macht, mit der Körperin. Dass es ein Abstumpfen gibt, das sie für sich irgendwann nicht mehr ok fand. Sie erzählt radikal von sich aus, was das Buch so lesenswert macht. Ich fand, dass Bella zu ähnlichen Schlüssen kommt wie Ilan Stephani während dieser Erfahrung. Denn letzten Endes wird sie sicher nicht mehr zurück und wieder als Prostituierte arbeiten. Und sie holt auch ihre beste Freundin raus; zumindest legt der Film diese Interpretation nahe. Als Möglichkeit des Verdienstes in einer prekären Lebenssituation im Patriarchat aber wird es im Film ohne Zweifel angesehen. Ich rechne es dem Film an, dass er hier nicht wertet und das einfach so stehen lässt. In gewisser Weise erkundet Bella ja auch die "Freiheiten", die das Patriarchat für die Frauen* so bereit hält. Und was man als weiblich gelesene Person im besten Falle ins Postpatriarchat mitnehmen kann: Erfahrung (auch darüber, was man nicht für sich auf Dauer will) und eine tiefe Freundschaft/Liebe zu einer anderen Frau*.

    Artikel: „Poor Things“ und der Feminismus

  • Anne Newball Duke sagt:

    Liebe Antje, ach, ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich etwas zum Film schreiben soll. Ich war wieder etwas erschrocken, wie negativ die Kritiken waren, fühlte mich an "Barbie" erinnert, und hatte gerade deswegen wahrscheinlich eine unbändige Lust auf den Film. Denn momentan ist es für mich und meinen Geschmack wohl so: je schlechter die Kritiken, desto besser wird der Film sein. Und ich wurde nicht enttäuscht: Ich fand ihn einfach nur grandios. Da ich dann aber auch gar nicht viel mehr sagen konnte und wollte als "DAS ist Kino, den Film MUSS man im Kino gesehen haben", bin ich davon abgekommen, darüber schreiben zu wollen. Mich packt der Film eher von der gewaltigen Bildsprache, er rüttelt mich durch, macht so so viel Spaß. Ich habe das Gefühl, Kino wieder ganz neu zu erleben. Ich liebe Kino, und ich liebe den Film dafür, dass er die Möglichkeiten des Kinos so dermaßen schamlos auskostet. Die Geschichte finde ich einfach nur herrlich; Science Fiction, wie sie leibt und lebt (I mean... nur für Aussagen wie... "ich bin Mutter und Tochter zugleich"... hat sich schon der Besuch gelohnt.). Mein Gefühl sagt mir, der Film ist durch und durch feministisch. Emma Stone ist einfach nur... ich finde kaum Worte. Diese totale Offenheit und dieses Hingeben, ich möchte ihr die ganze Zeit danken dafür. Ich finde, allein so eine Figureninterpretation kann einen Film feministisch machen. Ich finde aber auch die Männerfiguren grandios. Mark Ruffalos Figur verkörpert ja in gewisser Hinsicht auch einen gescheiterten Ken. Ich liebe es, wie die männlichen Schauspieler diese neuen Rollenangebote mit Liebe und Leben füllen. Sie zeigen die große Lust, zumindest spielerisch schonmal das Patriarchat zu verlassen, oder zumindest das ganze Leid des Patriarchats für Männer durchzuprozessieren. Und was das Schöne für sie ist wie schon in "Barbie": den Kens werden Angebote und Wege gezeigt, wie sie in einer postpatriarchalen Gesellschaft dennoch glücklich sein und von einer freien Frau geliebt werden können. Gerade, wo es besonders jungen Männern schwerfällt, ihre Rolle zu finden in einer Welt nach "Me-Too"... hallo!! aufwachen, nicht zurückfallen in reaktionären Bullshit, schaut euch Emma Stone an, und wenn ihr nicht für Bella Feministen werden wollt, dann schaut euch Mark Ruffalo an, den Ritter von der traurigen Gestalt... das seid ihr, wenn ihr euch weiter am Patriarchat festklammern wollt, obwohl sich die Kugel unter euch schon weggedreht hat. Ich bin noch nicht darauf gekommen, dass Bella vielleicht keine Frau sein könnte, Antje; ich hatte eigentlich nur die bisher nicht bearbeiteten Fragen in mir, was sie eigentlich ist. Und ob das alles okay ist, der ganze Sex, die Prostitution usw. Und diese Fragen auszuhalten, da in der Luft, und dabei nur Vergnügen zu fühlen und zu schenken.... das schafft dieser Film für mich. Und dazu eine Bildersprache, eine Kameraführung, die einfach nur berauschend ist. Nach dem Film habe ich mich wie betrunken und glücklich gefühlt, was will ich mehr. DAS ist feministisches Kino!! Warum feministisch? Kein einziger Wink des Filmendes führt die Zuschauer*innen gedanklich zurück ins Patriarchat. Denn an der nächsten Wegecke würde nur Duncans (Mark Ruffalo) traurige Gestalt warten... wer will den schon zurück.

    Artikel: „Poor Things“ und der Feminismus

  • Sandra Divina Laupper sagt:

    Liebe Jutta, Esther, Rachel und Antje! Selten haben mich ein Text und die darauffolgenden Kommentare auf bzw. weiterdenken so berührt und aufgewühlt wie diese zum Text von Jutta "Judenhass, feministisch". Mir ist es ergangen wie Jutta, die bei der Lektüre von Esthers Kommentar vom 15. Januar weinen hat müssen: "Ja, ich habe geweint, vor Angst, vor Schmerz, vor Wut", schreibt Jutta. Allerdings haben mich nicht Esthers Aussagen zum Weinen gebracht - ich fand diese Aussagen auf den ersten Blick nur etwas wirr, empfand sie aber als authentisch, müsste sie mir genauer durchlesen, um die Kritiken von Rachel, Antje und Jutta nachvollziehen zu können. Was bei mir die Tränen in die Augen hat schießen lassen, war der letzte, lange, ausführliche Kommentar von Jutta, in dem du, Jutta, deine Emotionen und deine politische Stellungnahmen in so klare und berührende Worte gekleidet hast, dass ich das Gefühl habe: hier haben wir ein ganz neues Diskussionsniveau erreicht! Wirklich noch einmal danke, Jutta, für deinen Text, der offensichtlich bei mehr als einer Frau einen offenen Nerv getroffen hat, aber auch danke an Esther, Rachel und Antje (an dich doppeltes Danke, Antje, dass du Esthers Kommentar doch freigeschaltet hast!), und auch nochmals danke an Jutta, die du die Kommentare wiederum so ausführlich beantwortet hast. Ein bisschen muss ich Fidi Recht geben, wenn sie sagt, die Kommentare seien zu lang, denn ich werde, wenn ich die Zeit dazu finde, wahrscheinlich jetzt mehrere Tage damit verbringen, mir alles genauer durchzulesen, um vielleicht auch selber etwas zum Thema zu sagen. Aber es ist ein Thema, bei dem so viele Fäden zusammenlaufen und das uns Frauen so nahe geht, dass es in diesem Fall wahrscheinlich unvermeidlich war, so lange Kommentartexte zu schreiben. Liebe Grüße an die gesamte Redaktion von bzw. weiterdenken, Sandra

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Meine Bitte an uns bei bzw-weiterdenken : Artikel samt Kommentaren nach Möglichkeit kürzer verfassen. Ich jedenfalls tue mir dann leichter, was Kraft und Bereitschaft betrifft hier „am Mehr anderer Frauen zu wachsen (Dorothee Markert), -was ja weiterhin mein dankbares Bedürfnis ist… Wie gesagt, es ist eine Bitte - nicht mehr. Fidi Bogdahn

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Jutta Pivecka sagt:

    Liebe Frau Gisler Fischer, es fiel mir sehr schwer unmittelbar auf Ihre Kommentare zu meinem Text zu antworten, so sehr haben Sie mich verletzt, verstört und auch wütend gemacht. Mit einigem Abstand – und da ich aus Ihren wiederholten Kommentaren ableite, dass Sie doch immerhin verstehen möchten, wieso Ihre Einlassungen für mich (und vielleicht auch andere) so unerträglich erscheinen - möchte ich Ihnen nun doch antworten. Schon Ihr Kommentar unter dem Beitrag, den meine Redaktionskollegin Dorothee Markert nach dem brutalen Terrorüberfall der Hamas vom 7. Oktober 2023 schrieb, ließ mich zusammenzucken. Sie schrieben von einem „Freiluftgefängnis“ und darüber, dass Sie noch nie nach Israel gereist seien und dies wohl auch nie tun werden. Zusammengezuckt bin ich vor allem wegen Ihrer Versicherung, Israel nie besuchen zu wollen. Sie boykottieren also den jüdischen Staat als touristisches Ziel. Besuchen Sie auch die USA und Großbritannien, die einen völkerrechtswidrigen Angriff auf den Irak durchgeführt haben, niemals? Oder gar Russland, das unter der Herrschaft von Präsident Putin in mehreren Kriegen ganze Städte dem Erdboden gleich gemacht hat und gezielt zivile Einrichtungen bombadierte? Wie steht es mit der Türkei als Reiseziel, die seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder, auch in den vergangenen Wochen, Luftangriffe auf kurdische Zivilisten durchführt? Auch China müssen Sie selbstverständlich von der Liste möglicher Reiseziele gestrichen haben, so wie die Regierung mit den Uiguren verfährt, die sie in Lagern einsperrt. Wenn Sie nur Länder besuchen, deren Regierungen sich stets an Völkerrecht und Menschenrechte halten, können Sie auch niemals in einen der arabischen Staaten reisen. Oder beschränkt sich dieser Boykott doch auf den einzigen jüdischen Staat? Es sind rhetorische Fragen, denn ich gehe davon aus, dass dem nicht so ist. Zumindest hoffe ich das sehr. Als ich dann allerdings las, was Sie so herz- und erbarmungslos unter meinem Blitzlicht schrieben,nämlich dass die sexualisierte Gewalt während der Terroranschläge vom 7. Oktober nur habe „vermutet" werden können, musste ich tatsächlich weinen. Noch im Laufe des 7. Oktobers waren auf zahllosen Kanälen die von den Terroristen selbst gemachten Aufnahmen der Vergewaltigungen zu sehen. (Ich habe leider einige dieser Original-Aufnahmen ungefiltert gesehen und sie sind seither in mein Gedächtnis gebrannt.) Selbst in den öffentlich-rechtlichen Medien, die die brutalsten Aufnahmen nicht zeigten, sah man, wie eine junge Israelin mit im Schritt blutgetränkter Jogginghose auf einen Laster gezwungen wurde. Aber Sie, wie zahllose andere, wie viele Aktivistinnen des intersektionalen Feminismus, wie „UN Women“, wie linke Gruppierungen überall auf der Welt wollten es nicht sehen. Obwohl alle diese Gruppen und sicherlich auch Sie sich ihrem Selbstbild nach doch sonst immer als solidarisch mit Opfern von Gewalt wahrnehmen. Was unterscheidet die Opfer des 7. Oktobers von all den anderen Opfern, denen geglaubt wurde, obwohl oft unmittelbar viel weniger Beweise vorlagen? So sehr ich auch nach anderen Gründen suchte, ich finde und fand nur einen: dass diese Opfer Bürgerinnen des israelischen, des jüdischen Staates sind. Ja, ich habe geweint, vor Angst, vor Schmerz, vor Wut. Es geht jetzt ein Riss durch viele Gruppierungen, die sich vielleicht vor dem 7. Oktober miteinander verbunden fühlten. Auch der Artikel von Franziska Schutzbach, auf den Sie verweisen, macht dies für mich auf zugleich beschämende und schmerzliche Weise sichtbar. Was sie vorgibt, nämlich sich der Kritik an der Reaktion des intersektionalen Feminismus auf das Massaker vom 7. Oktober zu stellen, verweigert sie geradezu. Ein Innehalten, um sich einmal klarzumachen, was für ein Abgrund sich durch diese Taten der Hamas vom 7. Oktober und die Reaktionen vieler weltweit auf diese aufgetan hat, unterbleibt. Sich von Antisemitinnen und Antisemiten radikal abzugrenzen, auch dann, wenn diese PoC sind, muslimisch oder aus dem „globalen Süden“ kommen, ist offensichtlich zu viel verlangt. Für mich dagegen ist es unausweichlich, hier eine Brandmauer hochzuziehen. Nie wieder kann und will ich solidarisch mit einem oder einer zusammenarbeiten, die oder der nach dem 7. Oktober nicht mit den ermordeten, gefolterten, entführten, mit den zu Tode verängstigten und schockierten Israelis sich solidarisiert hat, sondern Palästina-Flaggen geschwenkt oder von "Widerstand" fabuliert hat. Seit dem 7. Oktober 2023 erleben wir, dass auf den Straßen der „westlichen“ Metropolen Queer-Feministinnen demonstrieren, um die Hamas, die Schwule von Hochhäusern gestürzt hat, zu unterstützen, müssen wir wahrnehmen, dass eine unmissverständliche Distanzierung von den menschenverachtenden Terroristen von muslimischen Verbänden und Einzelpersonen nicht verlangt werden kann, werden wir Zeuginnen, wie die Bilder der Geiseln von „linken“ Antikolonialisten an europäischen und US-amerikanischen Universitäten von den Wänden gerissen und bespuckt werden, wurde gerade erst gestern eine israelische Richterin daran gehindert, auf einer Podiumsdiskussion in Berlin zu sprechen. Jüdische Mitbürgerinnen und -mitbürger werden verfolgt, verstecken ihre Identität, an allgemeinbildenden Schulen kann kein jüdischer Schüler, keine jüdische Schülerin sich offenbaren, ohne sich zu gefährden. Wahrscheinlich werden Sie sich nun missverstanden fühlen, denn ich nehme an, ich hoffe zumindest, dass Sie sich von solchen Demonstrationen fern halten, dass Sie keine Bilder der Geiseln von den Wänden gerissen haben und dass Sie kein Pali-Tuch wie Greta Thunberg um Ihren Hals tragen, um sich mit den Mördern zu solidarisieren. Und dennoch haben mich auch Ihre Kommentare verletzt und verängstigt. Denn Sie haben sie in jenem Umfeld geschrieben, das ich oben beschreibe. Sie ignorieren, was Jüdinnen und Juden derzeit in Europa erleben. Sie ignorieren die Angst und Verzweiflung der Israelinnen und Israelis nach dem 7. Oktober, auch und gerade jener, die sich zuvor für Versöhnung und Verständigung eingesetzt haben. Sie klagen Israel an, ohne auch nur in einem Nebensatz anzudeuten, wie Sie sich den Schutz des Lebens in Israel nach dem 7. Oktober vorstellen, solange die Hamas im Gaza-Streifen herrscht. Für Jüdinnen und Juden in aller Welt ist durch die Reaktionen in der westlichen Welt nach dem 7. Oktober deutlich geworden, dass sie nirgends sicher sind. Ich kann in Ihren Einlassungen nicht einmal den Hauch eines Mitgefühls für die existentielle Bedrohungslage dieser Menschen erkennen. Es ist schrecklich, dass die Hamas Israel in einen Krieg zwingt, der so viele zivile Opfer fordert. Jedes Opfer ist eines zuviel. Die Strategie der Hamas, Zivilisten als Schutzschilde in diesem asymmetrischen Krieg zu nutzen, geht nur zu oft auf. Die Hamas hat ihre Ziele klar formuliert: Sie will den jüdischen Staat vernichten. Solange die Hamas bewaffnet ist, kann es niemals Frieden geben. Wem also das Schicksal der Zivilistinnen und Zivilisten im Gaza-Streifen am Herzen liegt, die muss doch hoffen: „Free Gaza from Hamas“. *** Es gibt keine Antisemiten mehr in Europa, obwohl der Antisemitismus zum jahrhundertelang gepflegten christlichen und kulturellen europäischen Erbe gehört. Wie von Zauberhand ist er vollständig verschwunden. Es gibt heutzutage nur noch „Israel-Kritiker und -Kritikerinnen“. Israel ist „der Jude“ unter den Staaten geworden. *** Ganz zum Schluss: Ich verachte und verurteile daher die sogenannte „Israel-Kritik“. Die rechtsextreme Regierung Benjamin Netanjahus allerdings verachte ich genauso sehr, denn sie agiert rassistisch und menschenverachtend. Netanjahu gehört vor ein Gericht und einige seiner kriminellen Minister in den Knast. Ich grüße Sie und möchte mit dieser Antwort die Auseinandersetzung beenden, die mich psychisch sehr belastet, da mir das bei Ihnen und vielen anderen zutage getretene mangelnde Mitgefühl mit Jüdinnen und Juden große Angst macht. Wir können unmöglich zu einem Konsens gelangen; ich hoffe Sie verstehen das nun. Jutta Pivecka

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Liebe Antje "dein erneuter Kommentar bestätigt nur meine Einschätzung. Eigentlich diskutieren wir in diesem Forum nicht in solchem Ton." Was ist denn falsch an meinem Ton? Ich habe mich nur gg. Unterstellungen deinerseits gewehrt. Wahrscheinlich ist es einfach der Inhalt, der dir missfällt. Und was bestätigt denn deine Einschätzung? Und worin besteht diese? Ich betone nochmals, dass ich nie und nimmer das Existenzrehcht Israels bestritten habe. Tatsache ist jedoch auch, dass Israel, bzw. dessen Regierung durch deren völkerrechtswidrige Politik der Siedlungen die Option einer Zweistaatenlösung während Jahren torpediert hat. Und die Hamas haben sie auch aufgerüstet, um einen Vorwand zu haben, eine solche zu verhindern. Ich verwahre mich auch gegen deiner Unterstellung, ich verharmlose Vergewaltigungen von Frauen in kriegerischen Kontexten. Das tue ich bei der Göttin nicht und sie sind verwerflich und auf Schärfste zu ahnden! SIen sind jeoch leider ein triste Realität. Macht es das Ganze besser, wenn es Soldatinnen unter den Kombattant:innen gibt? Ich bezweilfe es! Nach wie vor werden in Gaza Zivilist:innen erschossen, welche sich eine weisse Flagge zeigend auf der Suche nach Wasser und Nahrung auf die Strasse begeben. Ob da ein Mann oder ein Frau das Gewehr bediente ist einerlei. Es grüsst dich freundlch Esther.

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    @Antje: Deine Kommentare sollen 'sachlich' sein? Sorry! Und du meinst, mich zu kennen? Und was ist an meinem Ton denn nun falsch? Ich habe nur auf diene Unerstellungen reagiert und dein ^mir die Worte im Munde rumdehen'! Apropos sexualisierter Gewalt in Kriegen: Diese ist militärishcen Auseinandersetzungen inhäent; weshalb dies also abstreiten?

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Cornelia Roth sagt:

    Für mich war Helma Mirus eine wichtige Mentorin. Wie Dorothee Markert schreibt, war es ihre freundliche und zugleich souveräne Art, die mir auch half, bei Frauenstudien München einzusteigen - bis ich eines Tages selbst im Vorstand von Frauenstudien landete. Sie ging auf andere ein, blieb aber klar und durchaus radikal. Ihre Frische und ihr Schwung zogen mit! Und sie hatte es gar nicht damit, sich zur charismatischen Frontfrau zu stilisieren - ich kannte sie eigentlich immer im Gespräch mit Mitstreiterinnen. Ich hab mich gefreut, daß ich in den alten Unterlagen von Frauenstudien München ihren obigen Vortrag zum 20. Geburtstag gefunden habe und zur Verfügung stellen konnte - er ist so persönlich und zugleich so klipp und klar!

    Artikel: Zum Tod der Frauenstudien-Gründerin Helma Mirus

  • Christel Göttert sagt:

    In unsere Trauer über den Tod von Helma Mirus fließt zugleich die Dankbarkeit für ihre großartige Person und ihr reiches Wirken für eine Gesellschaft mit feministischem Bewusstsein. Im Jahr 2009 durfte ich Helma Mirus persönlich kennenlernen. Gemeinsam mit Gabriele Meixner war sie zu uns in den Verlag gekommen. Es ging um die Biografie von Erika Wisselinck, die, unterstützt von der Nachlassverwaltung durch Helma und geschrieben von Gabriele, entstehen sollte. Wir waren daran interessiert, das reiche Wissen von Erika festzuhalten und das Buch herauszubringen. Schon 1999 legten wir ein vergriffenes Buch neu auf, das von Helma Mirus und Erika Wisselinck als Dokumentation des Festes der 1000 Frauen in Frankfurt erschienen war: „Mit Mut und Phantasie. Frauen suchen ihre verlorene Geschichte“. In 2000 begegnete ich Erika dann beim Fest des Jahrtausends der Frau im Hambacher Schloss persönlich. Wir machten gemeinsame Planungen, führten in der Folge etliche Telefonate, legten ihr vergriffenes Buch „Anna im Goldenen Tor. Gegenlegende über die Mutter der Maria“ neu auf – zu mehr kamen wir leider nicht mehr. Nun ging es um ihre Biografie. Helma Mirus betreute den Nachlass und wollte sich deshalb persönlich davon überzeugen, dass das Leben von Erika Wisselinck bei uns in guten Händen sei. Mich hat diese Frauensolidarität über den Tod hinaus sehr berührt. So kamen wir zu einem guten Ergebnis und Gabriele konnte ein überzeugendes Werk verwirklichen: „Wir dachten alles neu. Die Feministin Erika Wisselinck und ihre Zeit“ war für Helma, die auch lektorierte, der richtige Titel dieses Buches. Vielen Dank, liebe Juliane, liebe Dorothee, für die wichtige Erinnerung an eine großartige, wegweisende Frau, auf deren Spuren noch viel zu entdecken ist.

    Artikel: Zum Tod der Frauenstudien-Gründerin Helma Mirus

  • Antje Schrupp sagt:

    @Esther - ja, dein erneuter Kommentar bestätigt nur meine Einschätzung. Eigentlich diskutieren wir in diesem Forum nicht in solchem Ton. Und ich verbitte mir echt, dass du meine politischen Ansichten psychologisierst als "deutscher Schuldkomplex". Normalerweise schalten wir Kommentare, die sich nicht sachlich auf das Thema beziehen, nicht frei. Weil wir dich kennen und du normalerweise nicht so bist, haben wir jetzt hier eine Ausnahme gemacht. Ein Punkt ist mir an dem von dir Gesagten noch sehr wichtig, nämlich die Frage nach der sexualisierten Gewalt in Kriegen. Ja, es stimmt, dass sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten leider häufig eingesetzt wird. Es stimmt aber nicht, dass das überall gleichermaßen der Fall ist. Sondern es gibt deutliche Unterschiede im Ausmaß der Anwendung von sexualisierter Gewalt in den unterschiedlichen Armeen. Es ist kein "Boys will be Boys", denn nicht alle Armeen sind diesbezüglich gleich. Wenn man zum Beispiel die Gewalt gegen deutsche Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs anschaut, so waren britische Soldaten daran so gut wie gar nicht beteiligt. In der Roten Armee hingegen war es gängige und akeptierte Praxis, was sich im russischen Militär bis heute in der Ukraine weiterzieht. Auch diese brutale Vergewaltigungspraxis im aktuellen Eroberungskrieg Russlands an Ukrainerinnen ist von einer verantwortungslosen "Friedensethik" weggebügelt worden nach dem Motto "Ach, Armeen sind halt so", was eine absolute Verharmlosung ist. Die Hamas jetzt setzt noch eins drauf, indem sie die Brutalität wirklich auf die Spitze treibt. Nein, ganz klar, das ist nicht das "üblcihe" Gewaltvorgehen, das Kriegen halt eben so inhärent ist. Es ist eine neue und andere Qualität, gerade in Zusammenhang damit, dass die Hamas ihre Vergewaltigungen live und voller Stolz im Internet gestreamt haben. Was viele "pro-palästinensische" Aktivist*innen und auch die UN lange Zeit nicht davon abhält, sie zu bezweifeln. Sehr lesenswert zu all dem ist übrigens das Buch "Unsere Körper sind euer Schlachtfeld" von Christine Lamb, die sich mit dem Thema der sexualisierten Gewalt im Krieg sehr differenziert und kompetent beschäftigt. Im Übrigen schreibt sie darin auch, dass die israelische Armee eine von denen ist, die kaum sexualisierte Gewalt begeht, was vermutlich auch damit zusammen hängt, dass dort schon immer auch viele Frauen Soldatinnen sind. Ich habe das Buch von Lamb für die Blätter rezensiert: https://www.blaetter.de/ausgabe/2020/oktober/die-schaebigste-waffe-von-allen Ebenfalls sehr hörenswert dazu ist der Podcast von Carolin Emcke mit Monika Hauser von Medica Mondiale zum Thema sexualisierte Gewalt im Krieg. Monika Hauser beschäftigt sich ja schon den 1990er Jahren sehr intensiv damit. Der Podcast wurde lange vor dem 7. Oktober aufgenommen, es geht daher vor allem um die Vergewaltigungsmassaker der russische Armee in der Ukraine. https://www.sueddeutsche.de/politik/podcast-carolin-emcke-ukraine-krieg-sexualisierte-gewalt-monika-hauser-1.5758137

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    @Antje: Ich verbitte mir solche Unetrstellungen, ich hätte mich mit den Ideilogien nicht auseinander gesetzt! Ich widerhole mich: Ihr Deutschen leidet an einem Schuldkomplex, was eich blind macht für die Unrecht, welches vom Staate Isral begangen wird! Es ist ein Allgemeinplatz, dass sexualisierte Gewalt in allen bewaffneten Konflikten eingesetzt wird, um die Gegenseite zu demütigen. Soviel zu toxischer Männcihkeit. Du drehst mir meien WOrte im MUnde um, wenn du meine Frage "wie kommt du auf so was?" auf das Existenzrecht Israel beziehtst. Es bezog sich auf die Kritik am Gebarer des Staates Israels; auf nichts anderes.

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Anne Newball Duke sagt:

    Liebe Dorothee, vielen Dank für den Text! Ich komme für mich gerade zu ähnlichen Ergebnissen, was meine Tätigkeit bei den Parents angeht. Seit einem Jahr so viel Streit darum, wohin wir gehen wollen, welche Aktionen ok sind und bei welchen sofort einige rufen: "Was hat denn das mit Klimaarbeit zu tun?!" Interessanterweise wurden sogar die Versuche, eigene ideologische Konstrukte aufzubrechen, als ideologisch bezeichnet. Die Notwendigkeit, sich festzuhalten an Gewissheiten und an der "Richtigkeit des eigenen Denkens" ist größer denn je, gerade bei so einem bodenlos beängstigenden Thema. Jetzt sind wir ein viel kleineres Grüppchen, aber ich habe das Gefühl, wir sind zum ersten Mal befreit von dem ja sehr mächtigen und auch empowernden Gefühl, wir wüssten, wie es ginge und was die anderen alles falsch machen in ihrem Leben, individuell vor allem. Eine Geschichte dazu habe ich auch: Wir hatten vor Weihnachten noch einmal unsere Klimawaage aufgebaut. Da fragen wir immer Passant*innen eine sehr einfache Ja-Nein-Frage; sie können dann ein Steinchen bei Ja oder mein Nein in den Eimer der Waage reinschmeißen, und derweil sind wir schon mitten im Gespräch über das Thema. Es ist für mich eine der einfachsten und interessantesten Formen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Unsere Frage diesmal war "Hat Klimaschutz etwas mit Liebe zu tun?", und hier passierte etwas erstaunliches: Viele Leute wollten sofort lospreschen mit "sollen die Grünen und China und Russland selber erstmal" usw. usf. , das Übliche halt. Aber dann beharrte ich darauf, dass es mir weder um die Grünen noch um die FDP noch um Klimakleber geht, sondern wie es ihr als Person geht mit dem Klimanotstand, ob sie Dinge vermissen wird, die sie liebt, zu denen sie eine emotionale Beziehung hat, die durch den Klimanotstand verschwinden werden oder bereits im Verschwinden begriffen sind oder gar schon ganz verschwunden sind; Landschaften usw. Und da brach ich fast immer durch die ideologische Wand durch. Das Gesicht, die Energie veränderte sich; es war, als hätte ich ein Portal geöffnet. Tatsächlich sprachen wir danach oft wenig; es gab viel stottern, lange "Jas" und "hmmms", seufzen..., manche erzählten von ihren Lieblingsreiseorten und den Korallenriffen dort... Manchmal erzählte ich in die Stille des Gesprächs von Orten, oder was ich unter "Liebe zur Welt" verstand, und warum ich für wichtig halte, wieder tiefe Beziehungen zur Welt - welcher Art auch immer - aufzunehmen. Wir bekamen so viele "Dankes" von Menschen wie noch nie bei einer Aktion. Es gab sogar einige, die noch einmal wiederkamen, nur um uns noch einmal zu danken und zu sagen: "Was für eine gute Frage das ist. Ich werde noch eine Weile darüber nachdenken (müssen)." Mich hat das sehr berührt und bewegt mich immer noch. Für mich ist momentan genau das sinnvolle Klimatätigkeit von der Straße aus. Ich finde, gerade in der Klimapolitik muss vielgleisig gefahren werden. Manche schaffen es, sich in ideologische ("realpolitische") Kämpfe zu schmeißen und kleine Erfolge zu erzielen, die sich wirklich in sinnvollen klimapolitischen Maßnahmen konkretisieren. Manche haben die emotionale Widerstandskraft, sich auf die Straße zu kleben. Ich habe sie nicht. Das meine ich mit "jede Person muss die Klimatätigkeit finden, die ihr liegt." Aber ja... ich bezweifle, dass irgendwer von den Klimaaktiven weiß, wie tief und groß der gesellschaftliche Umbau über die nächsten Generationen sein muss, um den Weg in die planetaren Grenzen aufzunehmen. Die meisten Antworten finden wir nicht in Parteiprogrammen oder schrecklichen wissenschaftlichen Gewissheiten und Horrornachrichten. Wir finden sie tief in uns, denn unsere Körper*innen wissen längst, wie es um uns in der Welt steht. Meine Tätigkeit bei den Parents macht für mich aktuell nur noch Sinn, wenn wir es mit unseren Aktionen schaffen, diese ideologischen Gleise zu verlassen. Not easy. Danke, liebe Dorothee, ich werde deine Beispiele und Ideen in die nächste Parents-Sitzung mitnehmen und dort mit den anderen diskutieren.

    Artikel: Ideologie erkennen

  • Jutta Pivecka sagt:

    @Rachel Ich möchte nicht auf alle Aspekte dieses Kommentars eingehen. Nur soviel: Vielleicht habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt. Daher hier noch einmal ganz knapp: Ich halte es für unsinnig und - mit Blick auf Antisemitismus - geradezu gefährlich, die Kategorien weiß/schwarz oder auch weiß/PoC, die aus der angelsächsischen/US-amerikanischen Debatte übernommen werden, auf alle möglichen Diskriminierungserfahrung zur projizieren. Gerade die Wahrnehmung von Antisemitismus als einer "Unterkategorie" von Rassismus ist Ursache dafür, dass in linken politischen Bewegungen antisemitische Einflüsse geduldet und fortgeschrieben werden. Ich bin alt genug, um mich zu erinnern, wie das schon nach der fürchterlichen Geiselnahme und den Morden in München 1972 geschah. Und seither immer wieder. Ich hatte soviel mehr vom "intersektionalen" Feminismus erwartet.

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Antje Schrupp sagt:

    @Esther - Ich habe mich in den vergangenen Wochen in vielerlei Debatten über den Nahostkonflikt eingeklinkt, und literally in ALLEN ging es am Ende der Argumentationskette um das Existenzrecht Israels. Unzählige Gespräche, und es läuft genau darauf hinaus: Der Staat Israel muss sich "auflösen", oder aber es wird die "EIn-Staaten-Lösung" propagiert, was einen Staat mit jüdischer Bevölkerungsminderheit bedeuten würde. Deine Frage "Wie kommst du darauf" ist der beste Beweis dafür, dass du dich mit der Ideologie der Hamas und ihrem gemäßigten Flügel der Muslimbrüderschaft nicht beschäftigt hast, deren Einfluss auf die Debatte (auch in USA, auch in der UN) vollkommen unterschätzt. Deine Behauptung, die sexualisierte Gewalt hätte anfangs nur vermutet werden können - das schlägt dem Fass nun wirklich den Boden aus. Es ist alles von Anfang an dokumentiert worden, die Hamas-Vergewaltiger haben mit diesen Videos doch selbst angegeben. Noch nie hat es derartige brutale Massenvergewaltigungen gegeben, die so gut dokumentier worden sind, und bei denen die Opfer von Seitens großer feministischer Strömungen keine Solidarität erfahren haben. Eine Schande.

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Rachel sagt:

    Was für ein enttäuschender Kommentar, der ohne viel (Nach-)Denken geschrieben sein muss, denn er macht genau das, was die Juden und Jüdinnen in dem verlinkten Gespräch von Neues Deutschland kritisieren! Und dabei werden sogar noch Emilia Roig, einer schwarzen Jüdin, die Worte im Munde verdreht. Sie sagt ganz klar: "Sind jüdische Menschen weiß? Natürlich sind sie nicht durchweg weiß." Hingegen der Behauptung oben, analysiert - und kritisiert! - sie, dass weiße nicht-jüdische Deutsche, Juden und Jüdinnen "schrittweise und selektiv an das Weißsein assimiliert" haben, weil sie nur so Mitgefühl haben könnten. Solch eine Assimilation hat übrigens schon lange Tradition: Auch Italiener*innen und Ir*innen in den USA wurden nicht immer als "weiß" gelesen. Was Roig jedoch immer wieder betont - im Gegensatz zu den falschen Behauptungen oben: Juden und Jüdinnen sind genauso diverse wie alle anderen Menschen auch. Ich hatte mehr von bzw-weiterdenken erwartet, besonders in der Rubrik "Denken"!

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Liebe Julia Danke für deine Überlegungen, denen zu widersprechen ich jedoch leider nicht umhin komme: Erstens ist Kritik am Staate Israel und seinem völkerrechtswidrigem Gebaren alles andere als gegen seine Existenz gerichtet; wie kommt du auf so was? Zweitens konnte die sexualisierte Gewalt, welche die Hamas bei ihren grässlichen und in aller Schärfe zu verurteilenden Angriffen auf israelische Zivilsti:innen lange nur vermutet werden. Klar ist sie in aller Schärfe zu verurteilen! Drittens vernebelt wohl der kollektive Schuldkomplex vielen Deutschen die Sicht, wenn der Genozid an den Hereros und Namas, der sich vor ein paar Tagen zum 120 Mal jährte dort fast kein Thema ist und der Genozid, der eben in Gaza stattfindet, nicht anerkannt wird. Denn das, was dort passiert ist längst kein "Verteidigungskrieg" mehr! Gerne empfehle ich dir und allen Leser:innen diesen Artikel von Franziska Schutzbach: https://www.republik.ch/2023/12/16/was-heisst-in-diesen-zeiten-feministische-solidaritaet Freundlich grüsst dich Esther.

    Artikel: Judenhass, „feministisch“

  • Ulrich Wilke sagt:

    Woran erkennt man, ob eine Gesellschaft gerecht ist?

    Artikel: Mit der Mutter über Politik sprechen

  • Elmerin sagt:

    Geschätzte Dorothee, nicht nur eine Corona-Leugnerin, hast du da getroffen, sondern eine Schwurblerin, eine Gefährderin, eine Sozialdarwinistin, eine Egoistin und Unsolidarische u.a.m. Ich möchte damit sagen, dass die „Ideologie-Begegnung“, wie du sie bezeichnest, nicht im luftleeren Raum stattgefunden hat, sondern im Zusammenhang des Spaltklimas der Corona-Krise. Auch wenn diese Zeit bereits historisch ist, wirkt sie nach und eine politische Aufarbeitung zu den gesellschaftlichen Verwerfungen findet bis heute nicht statt. Im Kleinenräumigen und Persönlichen ist ein Aufarbeiten bis anhin nur sehr selten möglich. Es begegnen sich zwei Wahrnehmungen und beide sind überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen und die Wirklichkeit richtig einzuschätzen. (Damit verteidige ich nicht das beschriebene Verhalten dieser Frau, das unhöflich, unpassend und frech war! Nicht aber ohne Bezug.) Wie jemand dazu kommt, die Existenz des Corona-Virus, neben ideologischen Gründen, abzulehnen, wäre vielleicht eine interessante Frage? Beide Seiten sollten das eigene Denken hinterfragen und so aufeinander zugehen und ins Gespräch kommen. Denn, wenn es keine gemeinsame Verständigung mehr darüber gibt, was eigentlich vor sich geht, gibt es gibt keine gemeinsame menschliche Welt, sagt Hannah Arendt

    Artikel: Ideologie erkennen

  • Dorothee Markert sagt:

    Liebe Juliane, ich bin sehr froh, dass du diesen Nachruf verfasst bzw. zusammengestellt hast, so dass Helma Mirus jetzt doch noch in unserem Forum gewürdigt wird. Vielen Dank dafür! Helmas Engagement war nicht nur für Frauenstudien München wichtig, sondern auch für einige von uns Redakteurinnen und Autorinnen hier, deren Anliegen es war, das italienische Geschlechterdifferenz-Denken zu vermitteln. So leitete sie eine Tagung in Heilsbronn - ich glaube, es war 1999 - bei der gleich drei Referentinnen dieser Denkrichtung und auch Erika Wisselinck eingeladen waren. Es war eine wunderbare Tagung, mit von Erni Kutter angeleiteten Tänzen. Für mich war es das erste Mal, dass das Referieren mir richtig Freude machte und nicht nur Angst. Und das hatte auch mit ihrer freundlichen und souveränen Moderation zu tun. Mehrmals wurden wir Referentinnen danach zu Vorträgen in München eingeladen einschließlich Übernachtungsangebot von Helma. Und schließlich war Helma auch an der Entscheidung beteiligt, die Druckkosten für eine Buchübersetzung aus dem Nachlass von Erika Wisselinck zu bezahlen, ich glaube, es war für "Denken in Präsenz" von Chiara Zamboni. So haben wir Helma viel zu verdanken. Ich bin sehr traurig, dass sie nicht mehr da ist, denn wir waren auch persönlich ein bisschen befreundet.

    Artikel: Zum Tod der Frauenstudien-Gründerin Helma Mirus

  • Jutta Pivecka sagt:

    Liebe Dorothee, vielen Dank für diesen Text. Du schaffst es mit Deinen Beispielen offenzulegen, was das Ideologische "auszeichnet": die Verweigerung, die Wirklichkeit als gegeben anzuerkennen, auch wenn sie den eigenen Erwartungen, Hoffnungen, Wünschen fundamental widerspricht. Wenn eine immer und von allem weiß, was ist und was zu tun ist, wenn sie "erleuchtet" ist, dann gibt es keine Zweifel und keine Resignation, das kann sicher sehr motivierend und stärkend sein. Nur wenn dann der "erleuchtete" Kopf gegen die real existierende Wand knallt, dann kann es auch besonders weh tun.

    Artikel: Ideologie erkennen

  • Ulrich Wilke sagt:

    Liebe Dorothee, es menschelet halt allerorten. Nun muss man darüber nicht verzweifeln: Es gibt Menschen, denen man vertrauen kann, und solche, denen man nicht vertrauen sollte. Mit zunehmenden Alter wächst die Menschenkenntnis und man erkennt früher als vorher, mit wem man es zu tun hat, und es wächst der Mut auch mal "Nein" zu sagen. Schlimm wäre eine unzulässige Verallgemeinerung; es sind nicht alle schlecht. Da hilft das dialektische Gebet: "Lieber Gott, gib mir das Vermögen, Dinge zu ändern, die zu ändern sind; gib mir Kraft, Dinge zu ertragen, die nicht zu ändern sind, und gib mir die Weisheit zwischen beiden zu unterschei= den!"

    Artikel: Ideologie erkennen

  • Ulrich Wilke sagt:

    Darum sagt man: "Ich vertraue nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe."

    Artikel: Die geschönten Väter-Zahlen des Familienministeriums

  • Dorothee Markert sagt:

    Dieses Auflösen der "Etiketten" (christlich oder atheistisch) gefällt mir deshalb so gut, weil ich neuerdings denke, dass das Sich-in-Beziehung-Setzen zu dem Unverfügbaren, das in unserer Kultur oft "Gott" genannt wird, letztlich etwas ganz Individuelles ist, und genauso unterschiedlich wie eure Positionen in dem Videogespräch. Und da hat es mich auch gefreut, dass ihr am Ende zu einer so großen Offenheit gekommen seid, was Immanenz und Transzendenz angeht oder unterschiedliche Spiritualitäten bis hin zu Esoterik. Da mir das Innehalten und Mich-Spüren sehr schwer fällt, helfen mir Gottesdienste dabei, mich auf diese andere Ebene einzulassen. Da ich mich aber auf keinen Fall zu einem männlich gemalten und bezeichneten Gott in Beziehung setzen will, ändere ich alle Pronomen und Bezeichnungen in "die Gott", "sie", "ihre" usw. Es ist immer spannend, wie sich das dann anfühlt und wann das auch gar nicht passt. Auf diese Weise kann ich aber vieles mitsprechen und mitsingen, ich mag nämlich Rituale und Liturgie. Die "Community", also die Menschen dort, die sich freuen, mich zu sehen, und umgekehrt, helfen mir, regelmäßig hinzugehen, ähnlich wie mir die anderen Communities in meinem derzeitigen Leben (Basketball, Akkordeonorchester, bzw-Redaktion) dabei helfen. Zu den "Geschichten" fiel mir noch ein, dass es ja zwei Arten gibt, sich auf sie zu beziehen, immer neue Geschichten zu lesen, in Filmen zu erfahren oder in Gesprächen zu hören ist die eine, die andere hört und interpretiert dieselben Geschichten immer wieder neu, vielleicht auch durch neue Übersetzungen. Ich mag beides sehr. Also nochmals, vielen Dank euch!!!

    Artikel: Gott und die Welt

  • Dorothee Markert sagt:

    Gerade hab ich einen langen Kommentar zu eurem Video-Gespräch geschrieben, dann hat es mit dem Abschicken nicht geklappt, und jetzt ist er weg. Also erstmal so viel: Danke für die vielen Anregungen in eurem Gespräch, das mir insgesamt sehr gut gefallen hat. Richtig Spaß machte mir, dass sich eure angekündigten "zwei Christinnen und zwei Atheistinnen" während des Gesprächs komplett auflösten und vier ganz unterschiedliche Positionen mit einem je großen Reichtum an Bildern, Fragen, Begehren, Engagement usw. sichtbar wurden.

    Artikel: Gott und die Welt

  • Ulrike Loos sagt:

    Liebe WeiterdenkenFrauen, heute hatte ich seit langem endlich mal wieder Zeit euren Text, der nichts mit meiner Arbeit zu tun hat, zu lesen. Natürlich dachte ich, dass das sehr wenig mit mir zu tun haben würde-aber siehe da, ich konn te mich fast nicht davon lösen, so befreiend fand ich dieses Saubermachthema, gerade weil es nie oder meistens abfällig behandelt und beschrieben wird! Also ich danke der Autorin sehr dafür und bitte alle Frauen mehr darüber zu schreiben und zu reden!!! Liebe Grüße eure Ulrike Loos

    Artikel: Bubi und das Putz-Dilemma

  • Anne Newball Duke sagt:

    Liebe Antje, vielen Dank auch dir für deine Gedanken! Deinen Text über "Ambition", den kannte ich tatsächlich nicht, obwohl ich finde, es scheint so in meinem Text, hehehe! Vor allem, wo es fast denselben Satz bzw. Gedanken darin gibt: "Das Gegenteil von Ambition ist nicht Faulheit..." Wahnsinn. "Opazität" klingt mir, wir sprachen ja auch in der Denkumenta-Vorbereitung schon darüber... ja, das eine ist das Recht darauf, nicht verstanden zu werden; das andere ist aber... ja, es ist im Grunde die andere Seite der Medaille... okay, da wäre dieses Recht gut, aber...mich treibt die Frage um, warum wir das nicht verstehen können und wollen. Ich mag es noch nicht auf sich beruhen lassen, hehe, weil ich glaube, dass es wichtig ist. Geht das?: nicht verstanden werden, und trotzdem Vertrauen zu bekommen? Vielleicht möchte die Person mit den außerordentlichen Erfahrungen ja verstanden werden? Oder fühlt, dass sie sogar verstanden werden MUSS? Was dann? Wie ist es, Erfahrungen zu machen, die andere dir nicht glauben oder in Zweifel ziehen... auch wenn die Zweifelnden gerne würden, aber es ist zu weit entfernt vom eigenen Glaubens"kodex"? Sie können einfach nicht, weil es zu "außer-weltlich", zu "außer-aufklärerisch" klingt. Oder... viele Dinge, die wir erfahren könnten, spüren wir nicht oder lassen wir nicht zu. Sinne, Intuitionen usw., die wir nicht in Anspruch nehmen, nicht ausgebildet haben/ausbilden usw. Es geht dann im Grunde um das Recht und vielleicht sogar die Notwendigkeit, nicht "vernünftig" zu ticken oder so, hehe. Aber ja, großes Thema, über das sich sicher bald noch einiges mehr zu sagen habe. ;)

    Artikel: Und es ward Dunkelheit: Über meine Liebe zur dunklen Jahreszeit

  • Anne Newball Duke sagt:

    Lieber Ulrich, warum ich "Körperin" sinnvoll finde zu nutzen, habe ich in dem Text "Klimatätigkeit ohne Fakten und Daten" versucht zu erklären, unter der Teil-Unterschrift "Kleiner Exkurs: Warum sage ich Körper*in?" (aber eigentlich durchzieht es den ganzen Text). Hier ein paar Ausschnitte daraus: "Da ich schon mehrmals darauf angesprochen wurde, dass das Gendern von „Körper*in“ einige Leser*innen irritiert, möchte ich das kurz erläutern: mich hat die Verwendung von Ilan Stephani in ihren Podcasts sehr überzeugt. So wie es einen Unterschied im Köper*innengefühl macht, ob ich „Oh Göttin!“ oder „Oh Gott!“ ausrufe, so fühle ich mich viel mehr angesprochen, wenn meine Körperin auch grammatikalisch weiblich ist. Ich habe dann das Gefühl, es handelt sich nicht um einen „Durchschnittskörper“ und einen „universalen Körper“, denn tatsächlich sehe ich generisch bei „meinem Körper“ ein merkwürdig schizophrenes Abstraktum, und irgendwie hat dieser Körper gefühlt etwas zu leisten, er muss in gewisser Weise aussehen, er muss täglich „ausgehfertig“ oder „vorzeigbar“ gemacht werden, mein Körper, ich muss mit ihm Dinge tun, weil sie getan werden müssen, er muss performen, er darf beim Sport schwitzen, aber doch bitte nicht bei Aufregung muffeln; man darf ihm gewisse Dinge nicht ansehen, ich muss ihn gesund halten und so weiter und so fort. Wenn ich „Körperin“ sage, muss ich zunächst über das Gefühl springen, dass ich mit diesem Ausdruck nur politische Korrektheit auftischen und mit ihr „angeben“ will á la „schaut mal, wie toll ich so Wörter schon gendere und ihr noch nicht“, und tiefer tauchen, und dann fühle ich mich plötzlich auf gute Art connected mit mir selbst. Ich gendere also nicht für eine oberflächliche Political Correctness, sondern es ist eben ein Schritt, um meinem eigenen Sein näher zu kommen. Denn jetzt – mit der Körperin – habe ich das Gefühl, es geht um mich, es geht tatsächlich um mein Körperingefühl. Ich betrachte mich nicht von außen und auch nicht mit dem Blick anderer Menschen auf mich, sondern ich bin jetzt drinnen im Warmen und Weichen, im Atmen, im Spüren. Dann stehen Fragen im Mittelpunkt wie: wo befinde ich mich im Monatszyklus? Warum bin ich heute so scheinbar grundlos glücklich oder eben so grundlos traurig, warum weine ich random los, warum seufze ich ständig so tief und laut? Wieso habe ich diese Kopfschmerzen gerade? Was könnte ich ihr heute Gutes tun? „Ihr – der Körperin“ und „mir – ich – Anne“: das „in-die-Körperin-Wachsen“ fällt mir immer noch schwer; auch ist unsere Sprache dafür nicht so gut aufgestellt, habe ich manchmal das Gefühl, oder ich muss noch mehr Sprache in diese Richtung suchen. Denn es müsste ja heißen, „was könnte ich MIR heute Gutes tun“, denn ich BIN ja meine Körperin; es müsste also dasselbe sein, oder? Das ist bei mir aber (immer noch) nicht automatisch der Fall. Und das finde ich spannend." Vielleicht macht es das etwas klarer und verständlicher. Liebe Grüße!

    Artikel: Und es ward Dunkelheit: Über meine Liebe zur dunklen Jahreszeit

  • Ulrich Wilke sagt:

    Ich füge "grinsig" meinem Sprachschatz bei, jedoch nicht "Körperin": Wo kämen wir denn dann hin?: Vielleicht zu "Kotin" ("Urin" hat schon eine weibliche Endung.)

    Artikel: Und es ward Dunkelheit: Über meine Liebe zur dunklen Jahreszeit

  • Antje Schrupp sagt:

    Hallo Anne, danke, wieder ein sehr inspirierender Text. Ich gehöre ja auch zu denen, die November und Winter generell nicht mögen, aber es ist weniger das Licht, als die Wärme, die mir fehlt. Stichwort Karibik, bzw. bei mir Brasilien: Da ist es ja auch viel dunkel, die Hälfte des Tages, aber es bleibt WARM. Dunkel und warm, das ist eine Kombination, die mir sehr gut gefällt. Wobei aber natürlich das Einmummeln tatsächlich auch mit der Kälte zu tun hat. Was mir noch einfiel assoziativ dazu einfiel: Kennst du die Theorie der "Opazität" von Edouard Glissant, die Idee finde ich sehr spannend, das "Recht, nicht verstanden zu werden" - es sagt mir was sowohl für die Erde und für Phänomene, als auch zum Beispiel für (feministische) Ideen, die auch oft nicht verstanden werden, obwohl sie wichtig sind. https://www.udk-berlin.de/studium/studium-generale/archiv-der-lehrveranstaltungen-des-studium-generale/archiv-wintersemester-201920/interdisziplinaere-kuenstlerische-praxis-und-theorie-ws-201920/opacity-as-resistance-das-recht-nicht-verstanden-zu-werden/ Ansonsten glaube ich, irgendwo mal gelesen zu haben, dass es Hinweise darauf gibt, dass die zwei Schlaf-Phasen früher in Europa generell verbreitet waren, also dass die Leute so zwischen Mitternacht und 2-3 Uhr wach waren. Finde ich spannend. Und: Beim Thema Ambitionen war ich auch schon mal und bin damals zu sehr ähnlichen Überlegungen gekommen - https://antjeschrupp.com/2012/06/29/alles-was-ich-machen-muss-ist-nichts-kaputt/ Also danke fürs Teilhaben lassen an deinen Gedanken.

    Artikel: Und es ward Dunkelheit: Über meine Liebe zur dunklen Jahreszeit

  • Kathleen Oehlke sagt:

    Liebe Maria, vielen Dank für das schöne Blitzlicht. Damit kann ich was anfangen. Vielleicht gefallen mir unter anderem wegen der Leere die eher kargen Kirchen besser als die über und über verzierten, in denen ich vor lauter Zeug kaum atmen oder sonstwie zur Ruhe kommen kann. Ist mit ungefülltem Raum die ungefüllte Zeit gleich mitgemeint? Oder am besten, das Gefühl für die Zeit verschwindet gleich mit. Wobei wir wieder bei durchtanzten Nächten wären. Doch, da blitzt auch bei mir was.

    Artikel: Techno-Advent oder ein frommes Blitzlicht

  • Brigitte Leyh sagt:

    Wow, Dorothee Markert, das weiterzugeben lohnt sich wirklich! Das wusste ich nicht und darüber muss ich noch sehr nachdenken. Vielen herzlichen Dank für diese wichtige Aufklärung.

    Artikel: "Warum feministische Außenpolitik?"

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    https://www.orellfuessli.ch/shop/home/artikeldetails/A1062789836

    Artikel: FEMI(NI)ZIDE

  • Jutta Pivecka sagt:

    Manchmal ist es ein Gebot der Menschlichkeit Partei zu ergreifen. Angesichts des Massakers an über 1400 Israelis, der grauenvollsten Tat gegen jüdische Menschen seit der Shoa, halte ich das für unbedingt notwendig. Die Hamas führt keinen Krieg. Ihr einziges Ziel ist die Auslöschung der Jüdinnen und Juden. Wer da keine Partei ergreift, der sollte jedes "Nie wieder!" und jedes "Gemeinsam gegen Rechts" in Zukunft im Hals stecken bleiben, finde ich. https://gleisbauarbeiten.blogspot.com/2023/10/am-israel-chai-das-buch-zur-stunde-ist.html

    Artikel: "Aber es ist doch Frieden" ...

  • Winni sagt:

    Hallo! Bin männlich und hab nicht alle Kommentare gelesen. Ich schäme mich meiner Selbst, kann meine Männlichkeit nur schwer annehmen. In meiner Kindheit gab es vor allem von Männerseite gegen mein Innerstes gerichtete Angriffe, auch gegen meine Sexualität. Genaueres, was Übergriffig gegen mich alles passiert ist, weiß ich noch nicht. Was ich sagen kann, ist, dass jede Abwertung des weiblichen Geschlechts durch patriarchale Gewalt/Machtmissbrauch einen Vollangriff auf mich selbst als Mann darstellt. Was auf dieser Welt geschieht, ist pervers - eine Gegenteilwelt von der, die sie eigentlich sein sollte. Heilung - Beziehung - Verbundensein - Sein / Ohn - Macht: Für mich Prüfenswert, was hilft. Systemveränderung: gerne doch! Kann ja nur ;) Grüße Winni

    Artikel: Sexuelle Gewalt: Wi(e)der das Schweigen. Wider die Diktatur der Heilung

  • Fidi Bogdahn sagt:

    "Kriege sind große Empathie-Auslöser, sie funktionieren anders als Naturkatastrophen. Bei Naturkatastrophen fragt man sich, ob man das selbst sein könnte. Bei Kriegen funktioniert es über Parteinahme. Menschen entscheiden sich schnell für eine Partei...“ (aus SZ am 16.10.23)

    Artikel: "Aber es ist doch Frieden" ...

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Liebe Dorothee Es war wohl auch damals kein Friede, wenn 2Mio Menschen in einem Freiluftgefängnis zusammengepfercht waren und ihr Anspruch auf einen eigenen Staat tagtäglich mit Füssen getreten wird! Deshalb bin ich noch nie nach Israel gereist und werde es wohl auch nie tun. Mlg. Esther.

    Artikel: "Aber es ist doch Frieden" ...

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Gibt es auch eine Untersuchung vom Bundesfamilienministerium darüber wie groß oft noch der Druck von Arbeitgebern auf Mütter und Väter ist, die gerne die komplette Elternzeit wahrnehmen wollen? Falls es so eine Untersuchung gäbe, würde sie bestimmt nicht an die große Glocke gehängt werden.

    Artikel: Die geschönten Väter-Zahlen des Familienministeriums

  • Iris Welker-Sturm sagt:

    Vielleicht will das Familienministerium ja die von Pädagog!nnen empfohlene Methode des positiven Vorwegnehmens praktizieren? Nur müsste das dann auch in die Köpfe der potentiellen Väter transportiert werden ;-) und würde wohl ein geschlechtsspezifisches Infomanagement erfordern…

    Artikel: Die geschönten Väter-Zahlen des Familienministeriums

  • Anne-Claire Mulder sagt:

    danke, Antje. Sehr wichtig

    Artikel: Nicht nur der Feminismus soll intersektional sein

  • Johanna Schier sagt:

    Liebe Ina Praetorius. Danke für diesen Artikel und die Auseinandersetzung mit dem Doppelgefühl . "Großmütter, die mit Selbstverständlichkeit Gratisdienstleistungen in jungen Familien erbringen, fühlen sich für mich richtig und falsch zugleich an."

    Artikel: Die politische Ökonomie der Großmütter

  • Claudia von der Tauber sagt:

    Ja, das ist für mich eine sehr detaillierte Rezension. Das Buch ist sehr reich an empirischem Vorgehen zu den Matriarchalen Festen in den Jahreszeiten. Wirklich interessant sind die Überlegungen und Forschungen zum Tarot und der matriarchalen Astrologie. Sehr gut auch die Abgrenzung zur unsäglichen verschwurbelten Esoterik. Sehr gefällt mir auch die Beschreibung und das Vorgehen zu den Lebensaltern. Für meinen eigenen Lebensweg sind die matriarchalen Feste zu üppig und aufwendig gestaltet, ein wenig zu viel Dramaturgik, doch in matriarchalen Gesellschaften sicher so abgelaufen, denn ganze Sippen waren an der Vorbereitung und Gestaltung beteiligt. Chapeau für dieses spirituel ,vielfältige Werk , auch immer zum Nachlesen!

    Artikel: Matriarchale Spiritualität, Jahreskreisfeste und noch mehr

  • Ina Praetorius sagt:

    Hier weiterlesen: https://berlinergazette.de/de/wie-oekofeministische-auffassungen-von-arbeit-helfen-den-boden-fuer-neue-allianzen-zu-bereiten/

    Artikel: Care-Arbeit, Naturprozesse, (ehemalige) Kolonien und Commons: das unterschlagene Außen der kapitalistischen Produktionsweise

  • Anne Newball Duke sagt:

    Ha, ja danke liebe Jutta, auch für den Hinweis mit Margot Robbie, das stimmt natürlich. Ja, die Gitarren-Szene ist grandios, "4 hours later"... hehehe, auch die Verweise auf.. genau, das Mansplaning an "Der Pate" oder "DER Musikgeschichte" usw. Auch die Stiche gegen frühere "Prinzessinnenfilme", wo der (angeblich hässlichen) Heldin nur die Brille abgenommen werden muss, et voilá, schon ist sie schön und jetzt ready für den tollsten Jungen der Schule! Einfach großartig. Ja genau, und dass die Kens eben auch lernfähig sind bzw. sein wollen, vom "Du hast mich enttäuscht!", das Ken Barbie entgegenschmeißt (und ich die einzige im Kino war, die bei diesem Satz laut losgelacht hat... hach... Ryan... hihi), hin zum "Ok, ich finde heraus, wer ich sein kann ohne dich" usw. Liebe Juliane, das freut mich sehr! Have fun, dance the night away ;)!!!

    Artikel: Die Tränen der Barbie (und der Fußballerinnen beim Singen der Hymne)

  • Jutta Pivecka sagt:

    Liebe Anne, wie wunderbar und detailreich du Greta Gerwigs (und - muss man hinzufügen -: Margot Robbies, die den Film auch produziert hat) "Barbie" analysiert hast. Beim Lesen habe ich die Freude, die mir schon das Anschauen des Films bereitet hat, noch einmal ganz stark spüren können. Die Szene, die deiner jüngeren Tochter beim zweiten Schauen am besten gefiel, hat auch mich sehr berührt. Das ist genau - wie Du es auch beschreibst - eine der Stärken dieses Films: dass er es wagt, sentimental zu sein und "zu Tränen zu rühren", ohne in dieser Sentimentalität hängen zu bleiben. Diese Tränen sind produktiv und laden zur Utopie ein. Wie die Barbies "Kendom" außer Kraft setzen mit, wie man früher gesagt hätte, "den Waffen der Frau" (Mansplaining + fingierte Hilflosigkeit) und das gar nicht altbacken daher kommt, sondern fabelhaft schlau und effektiv (weil die Barbies eben von Anfang an nicht als "blonde Dummchen" gezeigt werden, die aus Mangel zu "solchen Mitteln" greifen müssen, sondern als superkompetent auf allen Ebenen), das ist halt auch grandios, finde ich. Und wie alle "Kens" "ihr Fett wegkriegen", nicht nur die Bier trinkenden Super-Bowl-Fans, sondern auch die Indie-Gitarre-spielenden-Softies und die Punks, das gefällt mir auch. Und trotzdem werden sie ja als durchaus als lernfähig gezeigt, die Kens: eine andere Welt wird möglich, sichtbar am Horizont des Strands. (Mein Barbie war die Hawai-Barbie mit Bastrock, supersoftem langem schwarzen Haar und Mandelaugen. Der Bastrock musste gleich weg. Ich habe einen Safari-Anzug für sie genäht. Mein Bruder hatte einen He-Man und einen Jeep; ich ein Zelt und ein Schlauchboot für Barbie. So ging's auf Abenteuerreisen, durch wilde Dschungel und reißende Flüsse hinunter.)

    Artikel: Die Tränen der Barbie (und der Fußballerinnen beim Singen der Hymne)

  • Juliane Brumberg sagt:

    Da hast Du ja einen super-interessanten Artikel geschrieben, liebe Anne, und auf so viele Details aufmerksam gemacht. Ich habe null Barbie-Erfahrung, hatte aber vor, in den Film zu gehen. Nun bin ich sehr gespannt und froh, das nicht nur mit der Mainstream-Intellektuellen Brille tun zu können, sondern auch noch ganz andere Anhaltspunkte bekommen zu haben. Danke!

    Artikel: Die Tränen der Barbie (und der Fußballerinnen beim Singen der Hymne)

  • Gottfried sagt:

    Ich kenne Situationen in Deutschland, in denen Menschen Chinesisch sprechen, andere Französisch, andere Spanisch, andere Brasilianisch, andere Rumänisch, und andere Englisch. In kulturellen Kontexten, oder auch für viele im Alltag, bei der Arbeit. Es gibt dann kein gemeinsames Englisch. Dann ist Deutsch als Brücke gar nicht so schlecht, und es ist für die meisten eine indirekte Brücke, um gemeinsam im Raum in der Zeit zu sein. Danke also für das Bemühen, den Raum nicht nur zu verlassen, sondern mit einigem Zeit- und Energieaufwand gemeinsame Sprache zu suchen. Zum Beispiel Weisheiten der Mechthild oder der Hildegard, von vor vielen Jahrhunderten, da kommt eben das schwierige Wort vor, oder in Indien oder Indonesien oder Tansania, immer wieder anders, was auch immer es jeweils wohl bezeichnen mag.

    Artikel: Würmer, Kröten, Teufel. Nachdenken über „Gott“ und „noch größere Dinge“

  • Elfriede Harth sagt:

    Faszinierend. Es würde mich interessieren, warum bestimmte Bezeichnungen ein bestimmtes Geschlecht haben.... z.B. Die Gruppe, Die Nation, Die Familie, Die Verwandschaft, Die Ethnie, Die Gattung, Die Religion, Die Zugehörigkeit, Die Zivilisation, Die Kutur, Die Menschheit, Die Sorte, Die Art, Die Sprache... und dann wieder andere Der Staat, Der Clan, Der Stamm, Das Volk, Das Vaterland.....Irgendwie erscheint es ja verständich, dass es heißt: Die Vulva, Die Scheide, Die Gebärmutter, Die Matrix, (aber Der Uterus! oder Der Schoß, Abrahams Schoß!), Die Brust.. und Der Hoden, Der Penis...

    Artikel: Viel mehr als weibliche Endungen: Zehn Punkte zur Verwobenheit von Sprache und Geschlecht