beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neueste Kommentare

  • Bettina Schmitz sagt:

    Danke für die Reaktionen auf meinen Bericht! Die Empörung der ersten Nachricht hat mich schon überrascht. Ich bin mit einigen christlichen Menschen befreundet und diese empfinden mein Suchen und Finden des weiblichen Göttlichen keineswegs als Provokation, sondern sogar häufig als Bereicherung. Auf der institutionellen Ebene und historisch gesehen sind die meisten christlichen Kirchen leider keineswegs immer so friedlich wie die frohe Botschaft, die sie verkünden. Auf dem Holle-Fest sind auch Christ*innen herzlich willkommen.

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Ute Plass sagt:

    Schließe mich dem Kommentar von @Gisela Forster nur zu gerne an. Wünschenswert, dass allüberall viele Frauen-Freiluft-Galerien entstehen. :-)

    Artikel: Liebe zur Arbeit der Frauen: Die Museumskuratorin Elisabeth von Dücker

  • Ju Sp-St sagt:

    @Marie-Dorothee: wenn die 'christliche Botschaft von Liebe, Nächstenliebe und Feindesliebe (...)allen „germanischen Gottheiten“ turmhoch überlegen' ist, dann sollte sie erfreut darüber sein, Bereicherung zu erfahren, von so viel älteren und naturverbundenen Erzählungen, Mythen und Religionserfahrungen unserer Vorfahren. Schade, dass Sie sich so angegriffen fühlen ...

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    @ Marie-Dorothee: Sorge und Fürsorge sind nicht dem Xtum vorbehalten. Wie die germanische Religion so wurden weltweit auch andere frauenfreundliche Weisheitstraditionen marginalisiert. Es ist Zeit, dass sie wiederentdeckt und -belebt werden!

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Gabriele Menzendorf sagt:

    Herzlichen Dank für den warmen und interessanten Bericht, der mich bereichert und anregt, mal wieder in Vera Zingsems Buch zu lesen. Schade, Marie-Dorothee, daß Sie andere Erfahrungen anscheinend sofort ausschließen.

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Marie-Dorothee Herder sagt:

    Hallo Bettina, dass die Anbetung angeblicher "germanischer Gottheiten" dem seit dem Jahr 1000 lebendigen Christentum und dem lebendigen christlichen Glauben komplett ins Hesicht schlägt, kommt Ihnen nicht in den Sinn? Die christliche Botschaft von Liebe, Nächstenliebe und Feindesliebe ist allen "germanischen Gottheiten" turmhoch überlegen, die keinerlei tiefgehende Botschaft haben!

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Zauberhaft Bilder! Ich bin tief beeindruckt und erstaunt, dass es dieser Frau und ihren Freundinnen gelungen ist, solch große wunderbare Gemälde direkt in der Stadt zu schaffen. Für die Zukunft wünsche ich viel Kreativität und viele Frauenthemen behandelnde Gedanken und Werke.

    Artikel: Liebe zur Arbeit der Frauen: Die Museumskuratorin Elisabeth von Dücker

  • Sammelmappe sagt:

    Das ist ein toller Buchtipp! Will ich unbedingt lesen.

    Artikel: Das Leben leidenschaftlich lieben!

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Der ganzen Redaktion auch von meiner Seite ein glückliches Frauenjahr! Mit frohem Gruss aus der CH Esther.

    Artikel: "... ich bin verdammt, allein durch mein Geschlecht, ..."

  • Antonia Federer-Aepli sagt:

    liebe bzw Redaktion danke für den Artikel und danke für eure Arbeit. Danke für das Foto, auf dieser Seite. Es hat mich sehr gefreut und an die tollen Tage und die Begegnungen mit einigen von Euch an der Denkumenta im vergangenen Jahr erinnert. seid herzlich gegrüsst Antonia

    Artikel: "... ich bin verdammt, allein durch mein Geschlecht, ..."

  • Ulrich Wilke sagt:

    Ach, als Mann zu leben ist auch kein Unglück. Fragen wir doch mal Menschen, die Erfahrung in beiden Geschlechtsrollen haben, was besser ist!

    Artikel: "... ich bin verdammt, allein durch mein Geschlecht, ..."

  • Adelheid Ohlig sagt:

    Ja, freuen wir uns, dass wir hier und jetzt leben! Ich bin dankbar, dass wir doch einiges erreicht haben. Gleichwohl: weiter geht es. Denn allein beim finanziellen hapert es allüberall immer noch. Glückauf zum neuen Jahr, seien wir frohgemut, herzliche Grüsse Adelheid

    Artikel: "... ich bin verdammt, allein durch mein Geschlecht, ..."

  • Hiltrud Warntjen sagt:

    Gerade lese ich das Buch, die Rezension von Dorothee Markert hat mich bewogen, mir das Buch zu kaufen. So viele schöne spannende beglückende Gedanken. Luisa Muraro ist nach meinem Eindruck klar gegen Krieg, Gewalt etc. positioniert. Da kann ich dann der Aussage über Angela Merkel und ihre Exzellenz gar nicht zustimmen. Weder zum Thema Krieg, Waffenexporte, Kriegsindustrie in Deutschland ist sie exzellent dabei, noch zum Thema Klimawandel, das eng mit dem Thema krieg verwoben ist, weil Kriege die größten Umwelt-, Natur- und Menschenzerstörer sind! Woran machen Sie denn die "Exzellenz" der Angela Merkel bloß fest?

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Anja Boltin sagt:

    Mehr und mehr taucht "sacred activism" auch in unserem Umfeld auf ... Es tut sich was! https://m.youtube.com/watch?v=UTxPy2_AO7k&feature=youtu.bettps://m.youtube.com/watch?v=xqW32I74lgo

    Artikel: Ein Plädoyer für die Kunst des Balancierens über den Abgrund

  • Ute Plass sagt:

    Da die Autorinnen der Flugschrift sicherlich von Hannah Arendt mit inspiriert wurden, verweise ich hier auf die von Mithu Sanyal besprochene Graphic Novel: https://www.deutschlandfunk.de/ken-krimstein-die-drei-leben-der-hannah-arendt-ekstatische.700.de.html?dram:article_id=467122

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Sammelmappe sagt:

    Dass die Diskussionen von 1999 noch online sind merke ich erst jetzt. Das ist großartig!

    Artikel: Zwanzig Jahre Flugschrift!

  • Martin Mair sagt:

    Volle Zustimmung. Das war ja auch ein Ansatz der "neuen Linke" in den 60er Jahren. Die ist leider verschwunden bzw. hatte sich nicht weiter entwickelt. Schade, dass anscheinend immer wieder von vorne angefangen werden muss. Wenn ich mir anschaue, was neoliberale Karrierefrauen in der Politik machen, würde ich keinerlei Hoffnung rein auf ein Geschlecht machen. Das wäre ja sexistisch. "Frauenpolitik" findet allzuoft im engen Rahmen des herrschenden Wirtschaftssystems statt.

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • peterwilhelm Theodor sagt:

    Toll....endlich Mal was listig, lustig politisch Kreatives! Denken ist Handeln...Vorsichtig Weiterdenken! Pwtheodor!

    Artikel: Fragen einer denkenden Frau

  • Ulrich Wilke sagt:

    Politik besteht aus Maßnahmen oder Unterlassungen,welche dazu dienen, Macht zu erringen oder zu erhalten. Wirtschaft und Kapitalismus sind keineswegs Synonyme: Kapitalismus ist eine Wirtschaftsform, bei der die Produktionsmittel Privateigentum sind und die Arbeitskraft eine Ware ist. Der Gestaltungsspielraum ist größer als Null (wer das nicht wahrhaben will, lähmt seine Aktivität). Wir müssen für den Frieden kämpfen, für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen, für die Gleichberechtigung der Frauen, für die Verringerung der Ausbeutung, für Bildung und damit für die Entfaltungsmöglichkeiten jeder Persönlichkeit.

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Ute Plass sagt:

    "Die Beziehungen zwischen Menschen in den Blick zu nehmen und zu verändern heißt deshalb, die Ökonomie zu verändern." Unbedingt!

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Ein großartiker Artikel! Es wäre gut, wenn auch Männer diesen Text lesen würden - und vor allem, wenn es ihnen gelänge, andere Schwerpunkte in ihrem Leben zu setzen und vermehrt Kunst und Kultur in ihr Denken und Handeln zu bringen. Noch ist das wunderbare der Kultur und auch des Kunstschafffens vor allem im weiblichen Leben zu sehen, nicht im männlichen. Auch hier müssen wir etwas ändern.

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Ute Plass sagt:

    "Es wird keine Erneuerung der Ökonomie, keine Lösung der wirtschaftlichen Probleme ohne eine Erneuerung der Beziehungen geben." Das eine bedingt wohl das andere, sprich: Eine Erneuerung der Ökonomie fördert auch mit eine Erneuerung der Beziehungen. Daher gut, immer mit der Erneuerung zu beginnen, die im Hier u. Jetzt schon möglich ist. Sehr passend dazu Antjes BGE/Care-KriseVortrag:http://www.antjeschrupp.de/nur-ein-baustein-nicht-die-loesung Auch das Luxemburger Beispiel betrachte ich als Baustein zur bedingungslosen Existenzsicherung, welches mit zu einer Erneuerung der Beziehungen zueinander führen könnte: https://www.deutschlandfunk.de/verkehrswende-in-luxemburg-bus-und-bahn-bald-kostenlos.795.de.html?dram:article_id=467066

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • Frauke Thein sagt:

    Dieser Text spricht mir aus der Seele! Versuche als freischaffende Malerin immer wieder das Bewußtsein dafür zu öffnen, dass Kultur und Kunst ein "Grundnahrungsmittel" und kein Luxusgut ist und Kultur bereits mit unserer Kommunikation untereinander beginnt. Das Kultur und Kreativität im weitesten Sinne Kommunikation ist, die uns in größere, existenzielle Lebens- oder Sinnzusammenhänge einbettet.

    Artikel: Kapitel 1: Politik als Arbeit an der Kultur

  • bella sagt:

    Super schön geschriebener und tiefer Text - du sprichst mit Sicherheit für viele andere Mütter, die es nicht wagten es auszusprechen, zuzugeben..;-) Der nächste Auszug kommt mit Sicherheit ..freu mich auf die nächsten Artikel !

    Artikel: Ciao Mama

  • Ute Plass sagt:

    @Antje: "Ich finde den Ansatz, dass wir Älteren „die nächste Generation erreichen“ müssen um ihnen die Welt zu erklären, eigentlich verfehlt, zuerst einmal müssten wir sie ernst nehmen, in ihren Anliegen, in ihren Wünschen und auch in ihren Kompetenzen." Sehe ich auch so. "Unter dem Motto “Wir kündigen den Generationenvertrag – und machen einen neuen“ wird die Lobby der Jugend gegenüber den Verantwortlichen in der Politik und Öffentlichkeit die Stimme erheben und Mitbestimmung einfordern. https://wirkuendigen.de/wir-fordern/

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Ute Plass sagt:

    @Antje: " In der Öffentlichkeit haben Frauen sich immer „inszeniert“, und zwar auch in einem konventionellen Sinn. Heute ist halt der Unterschied, dass junge Frauen massenhaft in der Öffentlichkeit sichtbar sind. Das ist doch gut." Die Inszenierung von Frauen in 'früheren Zeiten' spielte sich wohl oft auf einer Art von Heiratsmarkt ab. Frauen konkurrierten um männliche Heiratskandidaten, die zumeist auch Existenzsicherung bedeuteten. Heute ist es der Kapitalmarkt, für den sich (nicht nur) Frauen inszenieren. Die Sichtbarkeit bis hin zur Zuschaustellung von Frauen gehorcht wohl weniger dem Ruf aus 'Liebe zur Freiheit' als vielmehr dem Zwang zur kapitalen Verwertung. Die Frage ist warum, für was und für wen diese Inszenierung gut sein soll? Ich denke schon, dass es Aufgabe von "uns Älteren" ist, unsere Jugend vor diesem Zwang zur Optimierung und Verwertung zu schützen.

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Das Problem verändert sich, je nachdem aus welcher Perspektive, aus welchem Blickwinkel und aus welchem Seinszustand der eigenen Welt hingeschaut wird. Ich persönlich fühle mich als sehr modern, kann mit den neuen Medien sehr gut umgehen, kann programmieren und bin im www und in der Politik aktiv tätig. In Instagramm oder facebook bin ich allerdings nie eingestiegen, das ist mir zu oberflächlich und hautnah. Allerdings sind mir die geschilderten Erscheinungsweisen nicht fremd. Hinzufügen kann ich das, was ich als Lehrerin für Kunst sehr genau sehe, nämlich, dass Mädchen um so untergebener und unterwürfiger werden, je mehr vorgegeben starke Jungs in einer Klasse das Sagen haben oder sich die Macht schnappen. Die Lehrkräfte schauen auf die Jungs und treten in einen Machtkampf mit denen ein, die Mädchen sitzen total zugeschminckt mit knappster Hose und bauchfreiem Nabel zusammengedrängt in einer Reihe und spielen die Rolle der schönen verführerischen Stummen. Und sie schauen dabei aus wie die Puppen des Kinderfernsehens, genauso wie Juliane Brumberg es beschreibt. Selbstbewusste und klar und laut denkende und sprechende Mädchen, wie sie in früheren Klassen oder in Mädchenklassen zu finden waren, gibt es immer weniger. Über die Ursachen sollten Frau und Mann intensiv nachdenken. Der Artikel von Juliane Brumberg ist eine gute Anregung hierzu.

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Antje Schrupp sagt:

    Liebe Juliane, danke für den Bericht. Ich finde die Analyse allerdings ein bisschen eindimensional, und zwar unter zwei Aspekten: Erstens halte ich es für ein Gerücht, dass Frauen "früher" (wann immer das gewesen sein mag) weniger auf Äußerliches geachtet hätten. In der Öffentlichkeit haben Frauen sich immer "inszeniert", und zwar auch in einem konventionellen Sinn. Heute ist halt der Unterschied, dass junge Frauen massenhaft in der Öffentlichkeit sichtbar sind. Das ist doch gut. Und man darf nicht vergessen, dass die "Influencerinnen" realen Einfluss habe. Als Kylee Jenner vor einigen Wochen angekündigt hat, Snapchat nicht mehr so regelmäßig zu benutzen, ist die Aktie direkt deutlich gesunken. Sascha Lobo sagt dazu ein paar interessante Dinge in diesem Podcast: https://viertausendhertz.de/plb09/ Zweitens: Es stimmt gar nicht, dass alle Influencerinnen so total angepasst sind. Das ist eine Masche, es gibt aber auch viele mit dezidiert anderen Profilen, die ganze Body-Positivity-Bewegung für mehr Vielfalt bei Körpern etwa, oder die Sichtbarkeit Schwarzer Frauen usw. das alles spielt sich ebenfalls in sozialen Medien über Influencerinnen ab. Oder es gibt Typen, die eher abseits vom Mainstream sind wie Billie Eilish (nur 1 Beispiel), die ebenfalls Vorbilder für junge Frauen sind. Ich finde den Ansatz, dass wir Älteren "die nächste Generation erreichen" müssen um ihnen die Welt zu erklären, eigentlich verfehlt, zuerst einmal müssten wir sie ernst nehmen, in ihren Anliegen, in ihren Wünschen und auch in ihren Kompetenzen.

    Artikel: Aktueller denn je: Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen

  • Fidi Bogdahn sagt:

    „Wehe, wenn wir der Erfahrung nicht treu bleiben aus dem Wunsch heraus, etwas ausführlicher und dauerhafter zu erklären, als die Erfahrung erlaubt. Denn in diesem Fall verliert sie ihre Gabe zum Kontakt und zum Austausch mit der Realität.“ oh, wie oft ich das -wohl in missionarischem Eifer- habe schmerzhaft erfahren müssen; incl. mich tröstender Erklärung: ich hätte eben "die Perlen vor die Säue geworfen“; oh weh! Und jetzt? durch diesen Text lern ich „eine perlengeschmückte Sau in mir“ zu erkennen; und ich darf diese Erfahrung hier benennen. Ein reales Gefühl von Glück!

    Artikel: Zwei Zeiten des Übergangs

  • Antje Schrupp sagt:

    @Ute - Ich denke, dass es zwei unterschiedliche Dinge sind. Es ist ein Glück, eine Frau zu sein, aber das bedeutet ja nicht, dass die betreffende Person dann mit allem in ihrem Leben Glück hat, oder immer und ständig glücklich ist. Man kann ja auch das Glück haben, eine gute Gesundheit zu haben, aber das Pech, arm zu sein. Eine gute Gesundheit ist aber auch dann doch ein Glück. Natürlich gibt es Umstände, in denen sich das Glück, eine Frau zu sein, vielleicht schlechter „genießen“ lässt als anderswo. Und natürlich ist das eben auch eine Frage der Perspektive, die man einnimmt. Ob man etwas als Glück oder als Pech interpretiert, das hängt ja auch mit dem eigenen Begehren zusammen. Schwangerwerdenkönnen zum Beispiel ist ein Glück, wenn du es willst, und ein Pech, wenn du es auf keinen Fall willst.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Dorothee Markert-Knüfer sagt:

    @ Ulrich Wilke Zu deinen beiden Fragen: Was Geschlechterdifferenz ist, könntest du googeln. Und dann hier im Forum beispielsweise die zusammengefassten Kapitel von „Auf dem Markt des Glücks“ lesen. Es gibt Bibliotheken voll Literatur dazu. Auf jeden Fall kann es nicht einfach mal kurz in einem Kommentar beantwortet werden. Für „weibliche Kultur“ gilt dasselbe. Denn es umfasst alles, was Frauen hervorgebracht haben für ein gutes Leben und Zusammenleben und die Gestaltung der Welt. Im engeren Sinn ist weibliche Kultur auch das gemeinsame Nachdenken von Frauen, was weibliche Kultur ist bzw. wie sie sein sollte. Insofern ist dieses Forum auch ein Ort, an dem an weiblicher Kultur gearbeitet wird.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Ulrich Wilke sagt:

    Was ist weibliche Kultur?

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Ute Plass sagt:

    "Glück oder Pech qua Geburt, so würden sie sagen, entscheidet sich heute an anderen Dingen: Ob du reich geboren wirst oder arm, mit europäischem Pass oder nicht, in einem bildungsbürgerlichen Haushalt oder nicht und so weiter." @Antje - Meinst Du denn nicht, dass dies alles mit entscheidend ist für das 'Glück eine Frau zu sein'?

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Antje Schrupp sagt:

    @Carola - Sie schreibt ausdrücklich vom Glück, als Frau geboren zu sein - der italienische Originaltitel lautet: "Non è da tutti. L'indicibile fortuna di nascere donna". Es ist natürlich eine Anspielung und in gewisser Weise eine Gegenrede zu Beauvoir, ich denke, der Grund wird an dem Beispiel des Privilegs deutlich. Frausein ist nichts, was man sich erarbeiten kann (oder muss), sondern es fällt einer sozusagen qua Geburt in den Schoß. Ob man für dieses Privileg, das nicht alle Menschen haben, hingegen Verantwortung übernimmt, das ist tatsächlich eine Entscheidung, die man erst als Erwachsene trifft, aber das Privileg kann man eben nicht verlieren. Interessant finde ich in dem Zusammenhang übrigens, dass sich die Debatte über Trans-Geschlechtlichkeit ebenfalls genau in diese Richtung bewegt hat - weg von Beauvoir, hin zu Muraro wenn man so will. Denn es hat sich eben gezeigt, dass trans Personen nicht das Geschlecht "wechseln", wie früher gesagt wurde, sondern dass sie sich (gegebenenfalls, aber nicht notwendigerweise) dem Geschlecht, das sie bei der Geburt schon hatten, "angleichen", etwa durch eine Operation. Also auch dort das Wissen bzw. die Betonung dessen, dass Geschlecht nichts ist, was man sich aussucht, sondern etwas, das bereits qua Geburt da ist - und dann aber natürlich auf die unterschiedlichsten Weisen "performt" werden kann und muss.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Liebe Antje Schön, deine bedenkenswerten und klugen Worte im Nachhinein nochmals in Ruhe 'kauen' und somit besser 'verdauen' zu können; -danke! Last but not least finde ich das Photo toll vor dem Plakat des Frauen*streiks 2019 welches Bezug nimmt auf das Hauptwerk der mittelalterlichen Philosophin Christine de Pizan ¨Die Stadt der Frauen": https://de.wikipedia.org/wiki/Christine_de_Pizan Mit frohem Gruss und herzlich Esther.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Carola sagt:

    Vielen Dank für diese ausführlichen und sehr offenen Gedanken! Ich habe eine Frage: Schreibt Muraro selbst wirklich von dem Glück als Frau "geboren" zu sein, oder ist das Deine Interpretation? Ich hätte es von den Zitaten her, die Du von Muraro bringst, eher als "Glück, eine Frau [geworden zu] sein" interpretiert. Auch die von Dir beschriebene Verantwortung kann nur ein erwachsener Mensch wahrnehmen. Wir man nicht als Kind geboren? Zumindest ein symbolisches Mutter/Tochter Paar ist gerade in Frankreich sehr weit verbreitet: Anna und Maria werden finden sich in den Kirchen sehr häufig. Vermutlich lässt sich darüber streiten, in wie weit das tatsächlich eine weibliche Symbolik ist. Aber eine Reminiszenz daran ist es in jedem Fall, denke ich. Ansonsten vermisse ich heute schmerzlich eine "Kultur der Frauen*". Ich habe z.B. die in der Zeit der Frauenbewegung entstandenen Frauenbuchläden, sehr geliebt. Nicht, dass es diese Kultur nicht hier und dort noch gibt Aber leider ist sie schwer zu finden. Und ja, wir haben eine Verantwortung. Danke für die Erinnerung daran.

    Artikel: Was könnte das Glück, eine Frau zu sein, bedeuten?

  • Anne Newball sagt:

    Ja, komplex, liebe @Ute Plass, finde ich auch. Und wie gesagt, relativ viel (nicht kapitalistisch verwertete) Zeit bräuchten wir dafür. Aber wahrscheinlich, je weiter wir voranschreiten, desto einfacher und natürlicher (und "natürlich" jetzt mal ganz provokativ ohne Anführungsstriche) wird ein solches Denken wahrscheinlich, so zumindest meine ins Utopische gesponnene Vorstellung ;). Danke, liebe @Antje! Das freut mich. Danke auch für den Lese-Tipp!

    Artikel: Mithilfe feministischer Science Fiction neue Welten denkbar machen

  • Ute Plass sagt:

    Kurzweilig und lebendig geschrieben. Für was so ein 'Auszugsschmerz' alles gut sein kann, zeigt ja die kunstvoll gestaltete Tapete :-)

    Artikel: Ciao Mama

  • Dorothee Markert sagt:

    Danke, liebe Jutta, dass du uns diesen hochinteressanten Vortrag zugänglich gemacht hast!

    Artikel: Minne und künstliche Intelligenz. Heike Schmitz über die "Zwei Augen der Liebeskraft. Minnen und Denken"

  • Antje Schrupp sagt:

    Danke für den Artikel und insbesondere auch für den Hinweis auf Delany, den ich schon länger mal lesen wollte. Die Idee, dass Menschen noch gar nicht denken, ist sehr klasse, weil es natürlich sofort Phantasien darüber auslöst, was alles möglich wäre, wenn wir mal damit anfangen würden! Übrigens hat gerade auch die Zeitschrift Wir Frauen ein Heft zum Thema Utopien gemacht - https://wirfrauen.de/ - ich habe es aber noch nicht gelesen. Der Hauptartikel handelt aber wohl von Dystopien.

    Artikel: Mithilfe feministischer Science Fiction neue Welten denkbar machen

  • Ute Plass sagt:

    "Die auftauchenden Widersprüche und Widerstände wiederum müssten in Worte gefasst und auf ein vorläufiges synthetisches Ganzes hin reflektiert werden. Und zwar nicht, um die Welt finalistisch und positivistisch zu beschreiben, sondern um mögliche nächste Handlungsoptionen diskutierbar und verhandelbar zu machen. Der Erhalt des planetarischen Ökosystems in der Form, in welcher es sich als Mensch gut und im Einklang mit den anderen Lebewesen leben lässt, ist dabei die einzige Vorgabe." Ja, eine wahrhaft komplexe und alles andere als immer leichte Aufgabe. Bleiben wir dran.... ✨

    Artikel: Mithilfe feministischer Science Fiction neue Welten denkbar machen

  • Ute Plass sagt:

    Klaus Theweleit: „Einer der Hauptzwecke der Bibel und des Koran besteht darin, Lebensregeln für Frauen aufzustellen“ https://www.deutschlandfunk.de/klaus-theweleit-einer-der-hauptzwecke-der-bibel-und-des.2849.de.html?drn:news_id=1075612

    Artikel: Was Feministinnen vom Apostel Paulus lernen könnten

  • Dorothee Markert sagt:

    An @Gudrun Nositschka Liebe Gudrun, da stimme ich dir zu. Danke für diese Einschränkung des "in allen Zeiten und an allen Orten", die Hoffnung macht.

    Artikel: Was Feministinnen vom Apostel Paulus lernen könnten

  • Ute Plass sagt:

    Hat nichts an Aktualität verloren. Freue mich auf die Veröffentlichung in loser Reihenfolge. :-)

    Artikel: Zwanzig Jahre Flugschrift!

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Liebe Dorothee, diesen Satz mit Männern, die "in allen Zeiten und an allen Orten. dazu tendierten, den Frauen Vorschriften zu machen usw." und das auch auf Paulus zutrifft, habe ich nicht überlesen. Ich denke, dass dieses Verhalten sich erst mit der Durchsetzung der patriarchalen Religionen fast weltweit etablierte und dadurch geradezu gefördert worden ist. Dass auch eine geschwisterliche Haltung zwischen den Geschelchtern möglich war und noch immer ist, scheinen einige matriarchale Gruppen zu bezeugen.

    Artikel: Was Feministinnen vom Apostel Paulus lernen könnten

  • Ute Plass sagt:

    @Antje - "....Dass dort soziale Hierarchien nicht wirken sollen. Also ich lese die Stelle nicht als Abwehr von Unterschieden, sondern als Kritik an Herrschaftsverhältnissen. Das grundsätzliche Problem mit der EINS bleibt aber natürlich." Daher habe ich mich nicht mit "Eins in Christus" aufgehalten, sondern am jesuanischen Geist von Freiheit u. Liebe orientiert, der ohne "Christus-Erhöhung" auskommt.

    Artikel: Was Feministinnen vom Apostel Paulus lernen könnten

  • Antje Schrupp sagt:

    Liebe Dorothee, liebe Ute, Ich habe die Stelle im Galaterbrief mit dem "Eins in Christus" immer so gelesen, dass das "Christus" eine Einschränkung der "Eins" bedeutet. Also: Wir sind unterschiedlich, aber sofern wir Gemeinde Christi sind, betrachten wir uns gegenseitig als Eins, also in Bezug auf diese Gemeinschaft gelten diese Hierarchien nicht. Denn es sind ja nicht einfach nur Unterschiede, sondern Herrschaftsverhältnisse, die hier thematisiert werden. Das ist etwas, das sich bei Paulus überhaupt durchzieht als Kriterium für das, was eine Gemeinde ausmacht: Dass dort soziale Hierarchien nicht wirken sollen. Also ich lese die Stelle nicht als Abwehr von Unterschieden, sondern als Kritik an Herrschaftsverhältnissen. Das grundsätzliche Problem mit der EINS bleibt aber natürlich.

    Artikel: Was Feministinnen vom Apostel Paulus lernen könnten

  • Ute Plass sagt:

    Liebe Dorothee Markert, "vielleicht war der Text, auf den du dich beziehst, mal so gemeint, dass es um die gleiche Würde aller Menschen ging." Wer das noch so gemeint haben könnte weiß ich nicht. Ich habe diese Stelle für mich so ausgelegt. ;-) Wie schon gesagt: Biblische Texte wurden und werden auf vielfältige Weise gelesen und interpretiert und leider auch benutzt zum Zwecke der Unterdrückung, Ausgrenzung............. Machtmissbrauch (nicht nur mit Bibeltexten) aufzudecken und zu benennen bleibt eine ständige Verpflichtung. Dieses "eins in Christus" sollte nicht fundamentalistischen Gruppierungen überlassen werden, sondern braucht eine eigene Sicht und Deutung auch von feministischer Theologie, Philosophie. Selber bin ich keine bibelkundige, gläubige Christin, allerdings mit geprägt durch eine christliche(Un)Kultur für die mir seinerzeit Frauen wie Elga Sorge, Mary Daly, Dorothee Sölle... die Augen geöffnet haben, sozusagen 'mein Damaskuserlebnis'. :-)

    Artikel: Was Feministinnen vom Apostel Paulus lernen könnten

  • Ute Plass sagt:

    @Gudrun Nositschka -es gibt ja keine Eindeutigkeit, in Bezug auf biblische Text-Auslegung. Daher gut, wenn auch eine befreiungstheologische, feministische Exegese 'mit mischt'.

    Artikel: Was Feministinnen vom Apostel Paulus lernen könnten

  • Dorothee Markert sagt:

    Liebe Gudrun Nositschka, Ich glaube, du hast den Satz überlesen „Doch auch er tendierte wie andere Männer in allen Zeiten und an allen Orten dazu, den Frauen Vorschriften zu machen, um das Problem zu lösen, das Männer mit Frauen haben", weil du daran hängengeblieben bist, dass Luisa Muraro den Begriff "Frauenfeind" in Bezug auf Paulus für übertrieben hält. Für übertrieben, nicht für falsch. Du hast natürlich Recht mit dem, was du von der Wirkungsgeschichte Frauen reglementierender Paulusworte im Rahmen der Kirchen schreibst. Und Luisa Muraro leugnet ja nicht, dass das zu kritisieren ist. Doch ich denke, dass es sich trotzdem lohnt, von Paulus etwas zu lernen, was übrigens in der Interpretation seiner Schriften nicht zufällig unter den Tisch gefallen ist.

    Artikel: Was Feministinnen vom Apostel Paulus lernen könnten