beziehungsweise – weiterdenken

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Neueste Kommentare

  • Birgit Kübler sagt:

    Dorothees Beitrag und ihre Idee einer "Freiheit in Bezogenheit" entspricht absolut meinem Empfinden, doch verschafft es mir Unbehagen, wenn er, wie ich bei manchen Leserinnen zu hören meine, zu Islam- und Kunstfeindlichkeit führt. Also möchte ich noch einmal von vorne denken. Worum geht es? Es geht um die Kunstform der Satire. Laut Wikipedia ist ihr eigen, was uns stört: "Die Satire bedient sich häufig der Übertreibung, kontrastiert Widersprüche und Wertvorstellungen in übertriebener Weise, verzerrt Sachverhalte, vergleicht sie spöttisch mit einem Idealzustand und gibt ihren Gegenstand der Lächerlichkeit preis. Zu ihren Stilmitteln gehören Parodie und Persiflage, zu ihren Tonfällen Ironie, Spott und Sarkasmus..." (Wikipedia 1.12.2020). Zudem ist sie vor allem ein politisches Mittel, um Machtstrukturen zu hinterfragen, anzugreifen und zu schwächen, indem sie diese lächerlich macht. Ich persönlich mag bildliche Satire ganz generell nicht, weil sie im Vergleich zur Comedy extrem vereinfachend und extrem auftreten muss, um überhaupt eine Wirkung zu haben, sprich, in ihrer Bedeutung erkannt zu werden und damit ihren politischen Anspruch zu erfüllen. Im Falle der Mohammed-Karikaturen kann ich nicht umhin zu denken, dass Satiriker*innen sich freuen, wenn es recht laut knallt, denn das hieße ja, ihre Kunst wird verstanden. Ich mache aber einen Fehler, wenn ich denke, dass Satiriker*innen sich freuen, wenn Leute deswegen umgebracht werden. Und darum geht es uns ja in dieser Diskussion, die ich sehr wertvoll finde und die Dorothee auch sehr differenziert angestoßen hat. Wir wollen nicht an Terror sterben. Ich persönlich habe mich auch schon oft gefragt, warum können die nicht einfach mal Ruhe geben und damit aufhören, den politischen Islam mit Mohammed-Karikaturen zu reizen? Denn Fakt ist, dass diese Karikaturen politisch dazu benutzt werden, Hass zu schüren. Wie sonst sollten die Menschen, in Pakistan beispielsweise, davon erfahren, dass es in Paris mal wieder eine neue Zeichnung gibt? Ein Freund, mit dem ich mich deswegen immer mal wieder streite, hat insofern recht, als er sagt, wenn es nicht die Karikaturen sind, dann sind es Miniröcke, Lebensstile etc. die als Objekte zur Anstiftung von Hass gegen den Westen benutzt werden würden. Karikaturen sind hier ja nun aber eine wunderbare Folie, weil sie auf ein religiöses Bilderverbot zielen. Andererseits ist dieses Argument bei genauer Betrachtung auch nicht allzu stichhaltig, weil vermutlich nicht jeder Moslem*, jede Muslima* in einer Mohammed-Karikatur Mohammed erkennen würde. Ich würde also hier wirklich nur vom fundamentalistischen, vom politischen Islam reden, dessen Anhänger dies als ungeheure Verletzung empfinden. Aber vermutlich trifft dies friedliche tief Gläubige auch... Mir kommt es ein bisschen so vor, wie wenn zwei Cliquen böser Buben sich gegenseitig mit Steinen bestückte Schneebälle an den Kopf werfen. Aber dieses Bild täuscht auch, denn die einen haben Waffen und morden und die anderen sind Künstler*innen. Künstler*innen morden nicht, haben selten Macht und wenn, dann nur für kleinste Momente und sind schlecht bezahlt. Sie legen den Finger auf eine Wunde, auf eine Art und Weise, die uns, die wir uns hier austauschen, missfällt. Doch der Dschihad ist nicht aufgrund einiger Karikaturen aus Pariser oder dänischen Dachgeschosswohnungen entstanden. Es sterben weltweit unglaublich viele Menschen aufgrund dieser islamistischen Religionskrieger und ihrer irren Ideologie. Auch ich möchte nicht, dass ich oder andere Menschen hier aufgrund eines aufgestachelten Dschihadisten sterben. Aber wieso sollten ausgerechnet wir hier vor ihnen sicher sein? Es gibt ja durchaus Gründe für deren Erstarken, die unter anderem auch in den Handlungen des Westens ihren Ausgang haben. Diesen Zusammenhang sollten wir mitdenken. Wie können wir damit in Beziehung treten? Satire versucht das immerhin, wenn auch auf eine sehr aggressive und hilflose Art und Weise.

    Artikel: Werte offensiv verteidigen?

  • Sandra Divina Laupper sagt:

    Hallo Dolores! Was bedeutet MA? ich halte es für etwas ungünstig, solche Kürzel zu verwenden, die nur von Insidern verstanden werden können. (Etwas anderes ist es natürlich, wenn es z.B. um "UNO" oder "USA" oder "HIV" geht.) Das gilt natürlich nicht nur für dich und beziehungsweise weiterdenken, sondern auch anderswo! Mit freundlichen Grüßen, Sandra

    Artikel: Dolores Zoe

  • Antje Schrupp sagt:

    @Ina - Ja, unbedingt, genau diese Unterscheidung ist wichtig und, was meine These ist, entscheidend ist dabei der Übergang. Also wie kommt das Kind nach der Geburt an die Person, die dann die "Mutterarbeit" macht? Meine Position ist, dass jedes Verfahren, das gegen den Willen der Gebärenden geht, unethisch ist, d.h. dass es zur reproduktiven Freiheit gehört, dass die Gebärende diesen Prozess mit bestimmt, d.h. entscheiden kann, ob sie selbst, mit einer anderen Person zusammen oder welche andere Person die "Mutter" wird. Die Trennung/Unterscheidung von beidem birgt nämlich die Gefahr der Abwertung der Geburtsarbeit (siehe Aristoteles, siehe Da Vinci, siehe Leihmutterschaft). Ein anderes Problem ist die Vermischung des Mutterbegriffs mit Geschlecht udn Gender. Und dann müssen wir aber auch begrifflich imho die biologische reproduktive Differenz thematisieren. Also ja, genau das ist das Kuddelmuddel, wir brauchen mehr und neue Begriffe, und es ist nicht ganz klar, wo am Ende die "Mutter" landet...

    Artikel: Schwangerwerdenkönnen und Geschlechtlichkeit

  • Ina Praetorius sagt:

    Was ich in dieser wichtigen Debatte hilfreich fände: - An den einfachen Grundsatz anknüpfen, den Sara Ruddick in ihrem Buch "Maternal Thinking" schon im Jahr 1989 formuliert hat: "Eine Folge der Unterscheidung zwischen Geburtsarbeit und Mutterarbeit ist, dass alle Mütter eigentlich als 'Adoptivmütter' betrachtet werden können. Adoptieren heißt, die Verpflichtung zu übernehmen, ein bestimmtes Kind zu schützen, zu ernähren und zu erziehen." Ruddick spricht noch von "Müttern", aber dieser Grundsatz, dass nach jeder Geburt ein Akt der Adoption notwendig ist, ließe sich meiner Meinung nach gut übertragen auf die Differenz von Menschen die schwanger werden können, und anderen Menschen. (Sara Ruddick, Mütterliches Denken. Für eine Politik der Gewaltlosigkeit, Frankfurt/New York 1993, 49). Ich kenne mich im Adoptionsrecht zu wenig aus, aber ich könnte mir vorstellen, dass eine Verallgemeinerung und Anpassung der Adoptionsregeln auf alle Geburten möglich wäre. - An die eingeführte Institution der Pat*innenschaft anknüpfen, die wir ja sogar hier bei bzw-weiterdenken praktizieren: Was bedeutet Pat*innenschaft? Was sagen Pat*innen bei der Taufe? Wozu verpflichten sie sich? Ließen sich existierende Selbstverpflichtungen von Pat*innen zum Ausgangspunkt für eine allgemeine Praxis der elterlichen (älterlichen) Verantwortungsübernahme nutzen?

    Artikel: Schwangerwerdenkönnen und Geschlechtlichkeit

  • Achtundsechzig sagt:

    Habe rückblickend irgendwann die Verarschung meiner Kinheit entlarvt, wo ich mich in falscher Sicherheit glaubte. Haha - was für eine schöne Kindheit! (?) Was war man doch bescheiden und genügsam als Mensch im gesellschaftlichen Block zweiter Klasse im Nachkriegs-Deutschland aber latent die Signale bzw. die Unterschiede interpretierend und sich schämend, sich identifizierend mit den sich den Vergleich suchenden, abnorm mühenden Eltern. Die Mutter eine Vertriebene, eine Getriebene. Schon die sesshafte Kusine in hochmütigem Unverständnis. Und manche Männer nennen sich Urgestein. Im Gegensatz zum Geröll sind sie unbeweglich und rühren sich nicht vom Fleck. Sie hören nicht gern hin, wenn berichtet wird, dass das Land durchzogen ist von jenem "Fremdenhass" auch gegen die "eigene" Spezies. Als junge Frau und Mutter dann einen ungeheuer hohen Preis gezahlt: Heimatlosigkeit und Entwurzelung. Wie über den Tisch gezogen. Was sind die Wurzeln? Den Kindern konnte man keine Wurzeln in die Herkunft mitgeben und somit fallen die Flügel in die Zukunft relativ schwach aus. Als Ältere um eine neue Chance vergeblich gerungen.... Als Alte wachsen die Hände zum Schreiben. Mann - behalt deine Religion! Welch ein Mut! - und welches (z.B. mit dem Leben bezahltes) "Risiko" , welch ein Selbstvertrauen? Gottvertrauen? (oder Kühnheit? Naivität?) in dieser Zeit, in dieser Welt , sechs "eigene" Kinder zu begrüßen!

    Artikel: Es war einmal ein wildes und gefährliches Leben – und heute?

  • Antje Schrupp sagt:

    @Adelheid - solche Fälle gibt es inzwischen öfter, in Deutschland ist seit 2011 für eine Änderung des Geschlechtseintrags keine körperverändernde OP mehr notwendig, d.h., es gibt auch rechtlich und offiziell Männer mit Uterus, also Männer, die schwanger werden können. In der Regel verstehen sie sich als Männer, als Väter, und sie betrachten ihre Transition auch nicht als "Umwandlung", sondern als formale Anerkennung ihres Geschlechts. D.h. es vollzieht sich hier eine Trennung von Biologie und Geschlechtlichkeit, ein Körper mit Uterus ist kein "weiblicher" mehr.

    Artikel: Schwangerwerdenkönnen und Geschlechtlichkeit

  • Sandra Divina Laupper sagt:

    Liebe Ina, angeregt durch deine Denkanstöße (mit denen ich mich zum ersten Mal schon vor mehr als zwanzig Jahren dank einem Artikel von Dir in Via Dogana auseinanderzusetzen hatte), habe ich angefangen, in meinem Unterricht in der Schule einiges umzuschreiben und anders zu gewichten, als es in den Lehrbüchern sonst üblich ist. So stehe ich z.B. den Ausdrücken "aneignende Wirtschaftsweise" (in der Altsteinzeit: sammeln und jagen als Lebensgrundlage) versus "produzierende Wirtschaftsweise" (Jungsteinzeit: Ackerbau und Viehzucht als Lebensgrundlage) sehr skeptisch gegenüber. Ich finde, dass in diesen Begriffen jede Menge Ideologie zu finden ist. So legt der Ausdruck "aneignende Wirtschaftsweise" ein ausbeuterisches Verhältnis zur Natur, aus der sich die Menschen ohne angemessene Gegenleistung das Lebensnotwendige aneignen würden, nahe. "Produzierende Wirtschaftsweise" hingegen legt die Vorstellung nahe, die Menschen würden hier selber das Lebensnotwendige herstellen, ohne es sich von jemand anderem - sprich: der Natur - zu holen und dieses andere damit auszubeuten. In Wirklichkeit ist ja genau das Gegenteil der Fall. Um dieser Ausdrucksweise auszuweichen, verzichte ich lieber ganz auf den Begriff "Wirtschaft", der sowieso gern ideologisch besetzt ist und mit "kapitalistischer Wirtschaft" gleichgesetzt wird. Ich spreche lieber von "Arbeit" und beschreibe die Arbeitsvorgänge, die für die Menschen damals notwendig waren, um sich ihren Lebensunterhalt zu sichern, möglichst detailliert: von der Geburtsarbeit bis zur Geburtenkontrolle, von der Nahrungsbeschaffung bis zur Nahrungsbereitung und -aufbewahrung, von der Herstellung von Werkzeugen und Waffen bis zur Gestaltung der Schlafplätze und Wohnlichkeiten... Das eröffnet ganz andere Perspektiven. Vielleicht kann es auch für Dich nützlich sein, von "Arbeit" anstatt von "Wirtschaft" zu sprechen, weil da der Kreis der potentiell kompetenten Personen schon von vornherein kleiner ist. Weiterhin viel Glück bei Deiner Suche!

    Artikel: Professionelle Ökonomie und Care: Inkompetenz, Desinteresse, Verärgerung und Verunsicherung

  • Adelheid Ohlig sagt:

    In GB gab es vor wenigen Jahren den Fall, dass eine Frau zum Mann umgewandelt war und gleichwohl schwanger wurde, da sie/er den Uterus behalten hatte. Schwierig war es für die Hebammen - von dort hab ich diese Nachricht - wie über diesen Menschen reden während der Geburt, wie sie/ihn ansprechen. Sie/er gebar im Spital, ich glaube in Bristol.

    Artikel: Schwangerwerdenkönnen und Geschlechtlichkeit

  • Anja Boltin sagt:

    @Heinz Mauch: Vielen Dank! Das freut mich sehr! Ich wünsche Ihnen eine gute Adventszeit ... @Fidi Bogdan: Schön. Ja, das Neue ist das Spannende! Und es wächst in seiner schönsten Form wohl direkt aus unserem Vertrauen-Können

    Artikel: Was Sicherheit gibt, und einige offene Fragen

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Von meiner "Art Aussichtsplattform der Weisheit“ sehe ich -auch durch den für mich so dicken Nebel deiner vielen DenkWorte-, dass ich solche Fragen wie z.B. die 4 am Ende deines Artikels (für den ich dir, Anja, danke!) nur befried(ig)end würde beantworten können, wenn ich dem Wissen (ver)traue „..., dass das Leben schon immer ganz genau so war und nur die konkreten Erscheinungsformen sich immer und immer wieder wandeln…“ Ich weiß, das entzieht der Verunsicherung die Grundlage. Und dann erst zeigt sich mir Neues...

    Artikel: Was Sicherheit gibt, und einige offene Fragen

  • Heinz Mauch sagt:

    Ein toller Artikel - vielen Dank! Für mich so etwas wie ein perfekter Einstieg in die kommende Adventszeit, wo die Erwartung auf einen Neuanfang mit anderen Vorzeichen und daraus dann das neue Feiern des Lebens wieder Raum gewinnen können. Gerade in diesen Tagen, wo der Terminkalender Lücken aufweist, könnte man sich mehr mit sich selber treffen - und solche Texte wirken lassen.

    Artikel: Was Sicherheit gibt, und einige offene Fragen

  • N. Aunyn sagt:

    Meine herzliche Anteilnahme. Ich bin sehr berührt von diesem liebevollen Nachruf.

    Artikel: Mitten aus dem Leben

  • Heike Brunner sagt:

    Liebe Dorothee, das ist wirklich sehr nachdenkenswert! Danke dir, LG Heike

    Artikel: Werte offensiv verteidigen?

  • Tina Kuhne sagt:

    Angesichts des Sternchens, das die Schreiberin mal eben hinter Frauen gesetzt hat, schlage ich eine veränderte Überschrift vor: „Für Frauen, Trans*, Nonbinäre, Queere mehr Bewegungsfreiheit in Wald und Parks“. Vielleicht wird dann die Bedeutung dieser Sternchen-Schreibweise etwas deutlicher....

    Artikel: Für Frauen*bewegungsFreiheit in Wald und Parks

  • Mechthilde Vahsen sagt:

    Inspirierend. Ich bin 55 und meine Reise nach innen hat gerade begonnen.

    Artikel: Es war einmal ein wildes und gefährliches Leben – und heute?

  • Uli Feichtinger sagt:

    Danke, liebe Monika, für deine kraftvollen Worte, die innere Bilder malen und Melodien erklingen lassen. Ich bin so froh in einer Welt zu leben, in der ich mich an Role Models wie dir orientieren kann.

    Artikel: Es war einmal ein wildes und gefährliches Leben – und heute?

  • Anja Boltin sagt:

    Liebe Dorothee Markert, auch ich bin sehr angetan von deinen Gedanken. Herzlichen Dank dafür! Genau so kann sie gehen, diese Differenzierung, die wir scheinbar alle so bitter nötig haben: Der Staat hält sich raus, er hat keine Regeln und Verbote bezüglich Meinungsäußerungen und/oder Kunst/Satire zu machen, aber er kann sich sehr wohl zur Anwältin liebevoller und freundlich-achtsamer Beziehungen machen. Und das macht man eben sinnvoller und wohl auch erfolgreicher mit Bitten und gutem Beispiel und einem rationalen Diskurs als mit Fordern und Verbieten.

    Artikel: Werte offensiv verteidigen?

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Wunderschöne Gedanken - großartige Sprache - ergreifende Philosophie - eine einzige Freude, dies zu lesen.

    Artikel: Es war einmal ein wildes und gefährliches Leben – und heute?

  • Kristin Flach-Köhler sagt:

    Liebe Dorothee, vielen Dank für diesen besonnen reflektierten Beitrag von dir und die vielen aktuellen Bezüge, die dich zu diesem Ergebnis kommen lassen: "Nach Trump, den Corona-Erfahrungen und angesichts der menschengemachten Klimaerwärmung, deren Folgen wir von Jahr zu Jahr mehr zu spüren bekommen, ist es vielleicht jetzt endlich an der Zeit, den Vorschlag einiger Feministinnen aufzugreifen, sich über einen Freiheitsbegriff Gedanken zu machen, den sie “Freiheit in Bezogenheit” genannt haben. Es geht um eine Freiheitsvorstellung, die unsere grundlegende Abhängigkeit von anderen Menschen und von der Erde nicht leugnen muss und daher andere Menschen – auch solche, die uns sehr fremd sind – sowie zukünftige Generationen in das Denken und Handeln einbezieht." Das ist der Perspektivwechsel, der sich mit den Erfahrungen dieses Jahres fast schon aufdrängt, ganz so, wie du es beschreibst. Danke dir!

    Artikel: Werte offensiv verteidigen?

  • Anita Stalf sagt:

    Vielen Dank, Frau Markert, für diesen Artikel. Er spricht mir aus dem Herzen . Ich finde auch, es ist ein Mißbrauch von Freiheit, wenn diese dafür benutzt wird, andere Personen oder deren Kultur oder Religion zu beleidigen. Zur Freiheit gehört Verantwortung. Diese vermeintliche "Freiheit der Kunst" die schon so viel Unheil angerichtet hat, ist meiner Meinung nach verantwortungslos und beschämend. Bitte setzen Sie sich weiter für echte Freiheit und Respekt ein. Anita Stalf

    Artikel: Werte offensiv verteidigen?

  • Adelheid Ohlig sagt:

    Merci vielmals, auch ich stimme zu; schon seit langem missfällt mir diese Tendenz, nur um der Provokation willen, blöde, oft frauenfeindliche - nach meinem Geschmack auch billig-dumme - Karikaturen unter dem Deckmantel der Kunst zu verbreiten. Bleiben wir klar und freundlich. Wünschen wir uns doch alle eine respektvolle Gesellschaft.

    Artikel: Werte offensiv verteidigen?

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Ich danke dir, Dorothee, für dein so eigenes weiterdenken! Das zu lesen, tut mir gut. „Freiheit in Bezogenheit“ - die hab ich für mich bisher so gesehen/genannt: ich bin „Gast in meinem Leben“. ... ob die Beschreibungen kompatibel sind?

    Artikel: Werte offensiv verteidigen?

  • Brigitte Leyh sagt:

    Liebe Frau Markert, danke für diese sehr wichtigen Überlegungen. Mit den Karikaturen von Charlie Hebdo geht es mir ähnlich. Warum Menschen verletzen nur um eines Prinzips willen? Aber lassen Sie uns jetzt noch weiter gehen: Viel wichtiger als über geschmacklose Karikaturen und deren Reaktion zu reden wäre es, in Deutschland endlich zuzugeben und offen darüber zu sprechen, in wieweit unsere Religionsfreiheit für Menschenrechtsverletzungen missbraucht wird, wie es sehr beeindruckend z.B. Necla Kelek in ihrem neuesten Buch "Die unheilige Familie. Wie die islamische Tradition Frauen und Kinder entrechtet" darstellt.

    Artikel: Werte offensiv verteidigen?

  • Barbara Lansen sagt:

    Ich denke, dass wir Frauen untereinander zunächst das Problem der eigenen Ohnmacht angehen sollten. Ohne-Macht ist eine der Reaktionen, bei denen ich gleich-Ohnmächtige verdrängen oder nieder- bzw. wegdrängen muss. Wir wissen wie das entstanden ist, wir lesen was wir tun können = einen Zusammenschluss unter Gleichen ist trotzdem "in der Fläche" kaum möglich.

    Artikel: Notwendig ist ein klarer Bruch

  • Monika Krampl sagt:

    Liebe Ina, danke für deine Beharrlichkeit! Ich habe heute den Artikel von Riane Eisler, US-Soziologin, gelesen und musste an dich denken. Vielleicht interessant für dich? Aus dem ausführlichen Bericht: „Sowohl der Sozialismus als auch der Kapitalismus wurzeln in einer dominanzgeprägten Tradition. Für (Adam, Anm.) Smith genauso wie für (Karl, Anm.) Marx war die Natur einzig dafür da, um ausgebeutet zu werden“, erklärt Eisler. Ähnlich habe es sich mit den Frauen verhalten: Ihnen wurde die Fürsorgearbeit im Haushalt überantwortet – natürlich unbezahlt. Ein Grundproblem, das zwar bis heute Bestand habe, von Ökonomen aber meist übersehen werde. Als Ausnahme nennt Eisler den indischen Wirtschaftswissenschaftler und Philosophen Amartya Sen, dessen Forschung zur globalen Gerechtigkeit mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde." https://orf.at/stories/3187108/?fbclid=IwAR0C5-mLJ09WrKNztKXHHv7ENBh1OEKMD6IB7qwhNgzjq_nv1Jt7QmxKT6s

    Artikel: Professionelle Ökonomie und Care: Inkompetenz, Desinteresse, Verärgerung und Verunsicherung

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Großartig! Dieses Lebenswerk, dieses Engagement und diese herausragenden Talente in einer Frau unserer Zeit. Ich bin begeistert!

    Artikel: Frauen in der Musik sichtbar machen: Die Sängerin und Musikpädagogin Renate Lettenbauer

  • Rüdiger sagt:

    Bin auch zur der Zeit aufgewachsen und damals kriegte ich von meiner Mutter anständig den nackten Hintern voll wenn ich was angestellt hatte, aber wie! Konnte tagelang nicht richtig sitzen danach! Ist auch vom Lehrer bemerkt worden.... War halt so...

    Artikel: Ich bin ein Kriegskind gewesen

  • Dorothee Markert sagt:

    Liebe Ina, mich beeindruckt auch, wie beharrlich du dafür kämpfst, dass das Care-Thema in das, was bisher offiziell "Wirtschaft" heißt, Eingang findet. Doch ich zweifle daran, dass es etwas bringt, wenn du diejenigen, von denen du erwartest, dass sie sich damit beschäftigen, auf die Weise vorführst, wie du es in diesem Artikel tust (mit Namensnennung und Kategorisierung nach Inkompetenz, Schweigen, Genervtsein usw.). Ich denke, dass diese Tür damit endgültig zu ist, wenn sie es nicht schon vorher war. Ich verstehe deinen Ärger, aber ein gewisses Verständnis hab ich auch für die Verweigerungshaltung deiner Nicht-GesprächspartnerInnen. Schließlich stellt der Anspruch, Wirtschaft sei Care, ihr ganzes Forschen und Lehren in Frage. Vielleicht wäre es sinnvoller, davon auszugehen, dass Care ein wichtiger, zentraler, grundlegender Teil von Wirtschaft ist, die Gleichsetzung "Wirtschaft ist Care" hat auch mir noch nie eingeleuchtet.

    Artikel: Professionelle Ökonomie und Care: Inkompetenz, Desinteresse, Verärgerung und Verunsicherung

  • Waltraud Jäger sagt:

    Hallo Ramona - ja gibts denn das? Die Ramona von der Maria-Merian-Schule? Wie geht's Dir? So viele schöne Erinnerungen kommen grad hoch, war eine besondere, tolle Zeit... Herzliche Grüße Waltraud

    Artikel: Meine Heldin des Corona-Alltags

  • Anne Newball Duke sagt:

    Hey @Ramona Schlupp, das ist ja cool, ich gebe die Grüße weiter! :) Und @Ina, sehe deinen Kommentar erst jetzt, entschuldige. Ja... ich überlege unentwegt, wie ich mich besser da einbringen kann... ich verteile und bringe ständig Gespräche auf das Thema... adde den WiC-Film wo es nur geht, geradezu manisch... erst gestern ist mir in einem Gespräch der Kopf wieder heiß angelaufen, als mir gesagt wurde, der Begriff "Care" sei ja mittlerweile nicht mehr als nur eine leere Hülse... wo da anfangen, da verlässt mich manchmal die Kraft. Und dann musste ich auch los, meine Tochter von der KiTa abholen, und brauchte erstmal nicht mehr an Vermittlung und Übersetzung weiter rumdenken... Ich bewundere, was du tust, und es vergeht wirklich kaum ein Tag, an dem ich nicht darüber nachdenke, wie das WiC-Denken schneller und wirksam in die Menschen einsickert... In meinen Klima-Aktivist*innen-Kreisen habe ich bisher selten das Gefühl, dass verstanden wird, wie sehr das mit unserer (Klimagerechtigkeits-)Denkarbeit verquickt zu sein hat, damit wir noch irgendwie... tja... erfolgreich sein können, was das Leben auf unserem beschädigten Planeten angeht, was auch immer "erfolgreich" dann bedeutet. Es ist immer so... wenn ich dann "aus Versehen" mal erwähne, dass das in feministischen Denkwerkstätten entstanden ist, dann ernte ich noch größere Augen, die nun zu verstehen vorgeben, in welche Schublade sie MICH und mein Denken jetzt stecken (und abhaken) können... Heute bin ich etwas pessimistisch, aber das wird schon wieder... muss ja! Aufgeben is nicht. Kämpferische und solidarische Grüße, Anne

    Artikel: Meine Heldin des Corona-Alltags

  • Ramona Schlupp sagt:

    Liebe Grüße an Waltraud, ich habe mit ihr damals die Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht und sie schon damals für ihre Energie bewundert. Ramona Schlupp

    Artikel: Meine Heldin des Corona-Alltags

  • Sammelmappe sagt:

    So viel Schmerz, so viel Leid. Mein herzliches Beileid. Wenn Geschwister sterben, dann stirbt so viel Liebe mit.

    Artikel: Mitten aus dem Leben

  • Susanne van Kimmenade sagt:

    Marianne trat im Altenbückener Frauenzentrum zu einer dämmrigen Stunde durch die Türe und mit ihr soviel spritzige Lebendigkeit, dass ich mich spontan über die Ankunft einer jungen Frau in unserer Gruppe freute. Das war Mitte der 90er! Sie ging auf die sechzig zu und war die Lehrerin der Gruppe, eine große Lehrerin, wie sich heraus stellen sollte, der ich sehr viel zu verdanken habe. Was sie uns in der Selbstheilungsarbeit vermittelte, überstieg das für den Verstand fassbare, es schien unglaublich und basierte doch auf Erfahrung und war erfahrbar zumindest für diejenigen von uns, die bereit waren sich einzulassen. Intuitiv wusste ich, dass ich Marianne vertrauen konnte und was sie sagte wahr war. Mystiker sowie Physiker sprechen auf ihre Weisen von dem, was Marianne für uns über alle Sinne erfahrbar machte: Kosmisches Bewusstsein, in der Vielfalt in der es sich kreiert, entfaltet sich als unendliche Weisheit, als unendliche Liebe in jeder Faser unseres Seins. Marianne hatte sich und uns daran erinnert, diese Einheit in der Vielfalt sehen, tasten, hören, ja manchmal auch riechen und schmecken zu können. Mariannes Heilungstätigkeit bestand darin, “nur- wahrzunehmen” sich jenseits unserer dualistischen Prägungen mit allen Sinnen der einen kosmischen Lebensenergie zu öffnen und sie in physischen Schmerzen, ebenso wie in beengenden mentalen Mustern und emotionalen Prägungen wahrzunehmen. Und zu entdecken, wie eben diese Präsens, dieses “Mitschwingen” wie Marianne es nannte die Ausdehnung gebundener Lebensenergie, ihr wieder in den Fluss kommen, Heilung ermöglicht. Mariannes blosse Präsens, ihr freies lebendiges Schwingen, habe ich über viele Jahre immer wieder bei mir selbst und bei anderen als ausreichend erlebt, Lebensenergie anzuregen in die Ausdehnung zu gehen. Erfahrungsgemäss wird diese Ausdehnung von bislang gebundener, verklumpter, eingefrorener Energie oft zunächst als Schmerz, als vorübergehende Lähmung, als aus dem Körper austretende Kälte oder Hitze erlebt. Und das verdanke ich Marianne, in jeder solcher “Krisen” schon die Heilung in ihrer Entfaltung zu sehen, ja mehr noch, in dem Moment, in dem die Verbindung mit der kosmischen Lebensenergie, unserer Essenz, wieder hergestellt ist, Heilung zu erfahren, ein beglückendes Gefühl! Bei unserer letzten Begegnung vor einigen Jahren stellte sich im Austausch, im gemeinsamen Singen (Oberton Singen im Hotelaufzug, Marianne kannte da keine Scheu) und miteinander Schwingen diese grosse Freude unmittelbar ein! Es ging auch über eine Verabredung jede an ihrem Ort zur selben Zeit zu schwingen und die wie wir unter grossem Lachen festgestellt habe, auch wenn sich unser Alltagsbewusstsein bei der Zeitumrechnung – ich lebe im Nahen Osten- vertan hatte. Das kosmische Bewußtein ist unendlich und wir können frei von Raum und Zeit miteinander schwingen. Marianne sagte bei ihrem Vortrag auf dem Frauennaturheilkundekongress 1992: “Hiermit ist auch das Gefühl der Unabhängigkeit davon, ob mich diese Schwingung in das Sterben, in die Lösung von meiner physischen Form führt oder nicht, verbunden.” Du hast Dich lösen können ganz nach dem kosmischen Plan des freien Flusses!

    Artikel: Sie war eine, die genau hinschaute. Ein Nachruf auf Marianne Wex.

  • Anne-Käthi Zweidler sagt:

    Ja, mach bitte weiter liebe Ina. Grad jetzt, wo wegen Corona die Care-Arbeit vielen Leuten endlich ins Bewusstsein dringt, ist deine Hartnäckigkeit wichtig. Ich glaub es war Mahatma Ghandi der gesagt hat: wenn du eine neue Idee vorbringst, wirst du von der Mehrheit zuerst verspottet. Dann wirst du von ihr deswegen bekämpft. Und schliesslich, wenn die Idee langsam aber sicher nicht mehr ignoriert werden kann, dann war genau diese Mehrheit schon immer deiner Meinung. Pass auf, plötzlich behaupten dann genau diese Ökonom*innen sogar, sie hätten die Wissenschaft der Care-Arbeit "erfunden".

    Artikel: Professionelle Ökonomie und Care: Inkompetenz, Desinteresse, Verärgerung und Verunsicherung

  • Dorothee Markert sagt:

    So schön, diese Liebe zum verstorbenen Bruder. Ich weine mit.

    Artikel: Mitten aus dem Leben

  • Stefan Duschl sagt:

    Danke für diesen ganz besonderen Nachruf! Leider durfte ich ihn immer nur kurz kennenlernen, und doch habe ich ihn in dieser kurzen Zeit sehr zu schätzen gelernt. Meine Gedanken wandern noch oft zu ihm.

    Artikel: Mitten aus dem Leben

  • Juliane Brumberg sagt:

    Vielen Dank, liebe Ina, für diesen erheiternden Bericht über traurige Umstände. Er ist nur eins von vielen Beispielen für die seit Jahrzehnten praktizierte "Cancel Culture" von berechtigten feministischen Anliegen. Doch Hartnäckigkeit führt zum Ziel. Lass Dich nicht beirren!

    Artikel: Professionelle Ökonomie und Care: Inkompetenz, Desinteresse, Verärgerung und Verunsicherung

  • Dr. Gisela Forster sagt:

    Ich bin zutiefst bewegt über diesen Text, über diese Gefühle gegenüber dem Bruder, der nun tot ist. Corona ist um uns, auch wenn wir diese mikrokleinen Pünktchen nicht sehen können und nicht sehen dürfen. Wir sollten es trotzdem ernst nehmen, wissen, dass es da ist, und wir sollten in unserem Bewusstsein erkennen, dass auch das existent ist, was wir nicht bildlich definieren und nur über Umwege wahrnehmen können, weil direkt neben uns plötzlich ein toter Mensch liegt.

    Artikel: Mitten aus dem Leben

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Hallo, Antje. Ich würde Dir gern zu dem Thema Mutter - Neugeborenen - Beziehung eine private Geschichte erzählen, doch das geht hier nicht, sobald Persönlichkeitsrechte involviert sind. Und Deine Mailadresse habe ich nicht. Gruß, Gudrun

    Artikel: Ist Leihmutterschaft mit dem Grundgesetz vereinbar?

  • Dagmar Gruß sagt:

    Sehr interessant, ich bin gespannt auf die Diss.!

    Artikel: Queere Auslegungen von Gesetzestexten der Hebräischen Bibel und der Halacha

  • Antje Schrupp sagt:

    PS: Die Verwendung des Begriffs "Mutter" ist an dieser Stelle tatsächlich ein Problem, aber es ist ein generelles Problem, dass in dieses Wort so viel hineinfließt, Biologie, Verantwortlichkeiten, Rechtspositionen, Verhalten, Erwartungen, Gefühle... und so weiter - sodass sich über die damit verbundenen Sachverhalte kaum differenziert sprechen lässt. Das Wort "Mutter" lässt sich vermutlich nicht definieren, sondern ist eine Beziehungsanzeige: Also ich kann sagen, wer meine Mutter ist, aber das ist eine Tatsache, keine Definition. Klar ist, dass die große Mehrzahl der Frauen, die gegen Geld für andere schwanger sind, sich NICHT als Mütter dieser von ihnen geborenen Kinder verstehen. Das ist ein politisches Problem, weil wir dann u.U. Neugeborene ohne Mütter haben, wie bei wegen Corona in der Ukraine gestrandeten Babies, die nicht abgeholt werden konnten. Ob die Lösung für dieses Problem das alte Römische "Mater semper certa est" wage ich zu bezweifeln, ich halte diese von außen vorgenommene Verpflichtung Schwangerer auf die (soziale) Mutterrolle inzwischen für eine der Wurzeln patriarchaler Ordnungen.

    Artikel: Ist Leihmutterschaft mit dem Grundgesetz vereinbar?

  • Antje Schrupp sagt:

    Ja, schade, mal sehen, auf wann der Film verschoben wird...

    Artikel: Bohnenstange. Ein Film über das Leben.

  • Antje Schrupp sagt:

    @Gudrun - Die Ethnologin, mit der zusammen ich in der verlinkten Talkshow war, hat genau solche Fragen den Frauen gestellt, die für andere schwanger sind, in der Ukraine und in den USA. Mir war auch einiges von dem, was sie gesagt hat, neu. Zum Beispiel, dass es nicht besonders arme Frauen sind, die das machen, auch wenn Geld ihre Hauptmotivation ist. Also nicht die, die "ums Überleben kämpfen", sondern es sind zum Beispiel welche, die selbst kleine Kinder haben und sagen, statt acht oder zehn Stunden am Tag irgendwo einen Knochenjob zu machen, bin ich lieber zuhause und schwanger und bekomme dafür Geld. Ein anderer interessanter Punkt ist, dass viele dieser Schwangeren durchaus eine empathische Beziehung zu dem Fötus aufbauen, also singen, kommunizieren, usw. aber dennoch keinen Wunsch danach haben, nach der Geburt die Mutter dieses Kindes zu sein. Ich kann mir das auch gut vorstellen, ich habe ja keine eigenen Kinder, war und bin aber Tante von Kindern, und für die Zeit, in denen ich die versorge, gehe ich (bilde ich mir ein) sehr empathisch und liebevoll mit ihnen um (wie eine "Leihmutter", vielleicht), aber das bedeutet nicht, dass ich sie nicht auch gerne wieder zu ihren Eltern zurückbringe, wenn die vereinbarte Zeit um ist.

    Artikel: Ist Leihmutterschaft mit dem Grundgesetz vereinbar?

  • PaulH sagt:

    Und ich erinnere mich an meine Kindheit: niemand antwortete auf meine drängenden Fragen die ich stumm stellte. Und ich erinnere mich an die Zeit nach der Kindheit: unübersehbar viele antworteten auf die von mir nicht gestellten Fragen. Und ich lebe in der Corona Zeit: es gibt nur eine Frage: werden wir das überleben und nur drei Antworten: eine sagt Ja, eine sagt Nein, eine dritte: vielleicht. Stumm gehe ich mit meinen schweigenden Beobachtungen in den Wald. Die Bäume schwanken zwischen Leben und Sterben. Auch er ist anders geworden.

    Artikel: Die Welt steht still und ich mit ihr.

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Was sagt weibliche Prostitution über das Geschlechterverhältnis aus? Was ist, wenn weibliche Körper zum männlichen Lustgewinn gekauft werden? Blöde Fragen: Wir sind doch alle so liberal!

    Artikel: Nachlese einer Bordellführung für Frauen

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Mit verwundert der Begriff "Leihmutterschaft" wie auch der Begriff "Ersatzmutter" im dtsch. Embryonenschutzgesetz. ich kann mir keine Mutterschaft leihen - wie sollte das gehen?- doch manche Länder erlauben es, dass die Körper von Frauen samt ihrer Gebärmutter für neun Monate plus Gebären oder Kaiserschnitt gemietet wird. Wie es der Zufall? will, sind das meistens Länder, in denen Frauen schlecht ausgebildet sind und ums Überleben kämpfen müssen. Als werdende Mutter habe ich mit dem heranwachsenden Wesen in mir kommuniziert und meine Lieblingsmusik gehört (das Hören ist das erste sich entwickelnde Organ), es durch meinen Bauch hindurch gestreichelt. Und wie glücklich war ich, wenn es durch Bewegungen reagierte. Ob auch eine gemietete Frau mit dem Kind kommuniziert und es streichelt, wohl wissend, dass sie dieses Kind nicht in ihren Armen wiegen wird, ihm nicht die wichtige "Muttermilch" geben darf? Es nie wiedersehen wird? "Ersatzmutter" könnte nach dem Tod eine Mutter oder Ablehnung des Kindes jede Frau mit ausreichender Empathie werden, und ich denke, dass das auf viele Adoptivmütter zutrifft.

    Artikel: Ist Leihmutterschaft mit dem Grundgesetz vereinbar?

  • Mechthild Auf dem Berge sagt:

    Liebe Antje, danke für das weitere Einordnen. Zitat von Antje: "Meine Position dazu wäre, dass man aus der Familienform als solcher nichts über das Kindeswohl ableiten kann, und das ist wohl inzwischen auch verschiedenen Studien belegt worden." - Ja, das sehe ich genauso und erlebe es auch in den mir bekannten, teils sehr unterschiedlichen Familienformen so. Zitat von Antje: "Man muss das Kindeswohl inhaltlich definieren und als Gesellschaft dafür sorgen, dass das von Eltern gewährleistet wird – egal um welche Art von Eltern es sich dabei handelt, ..." - Ja, mir geht es um das Kindeswohl und um Kriterien für die Sicherstellung fürsorglicher Elternschaft. Soziale Elternschaft gehörte irgendwie schon immer dazu - wenn wir uns nur mal vor Augen führen, wieviele Mütter bei Entbindungen oder im Kindbett verstorben sind und die Neugeborenen in der Verwandtschaft unterkamen. Ein Blick in die eigenen Ahn*ninnenreihen zeigt das eindrucksvoll für viele Familien. Das Überleben und Gedeihen eines Neugeborenen war und ist vielfach nicht an die Gegenwart der leiblichen Mutter gebunden. Tja, aber wenn soziale Elternschaft zu einem Geschäftsmodell wird ... so viele Fragen ... Eine wichtige Debatte!

    Artikel: Ist Leihmutterschaft mit dem Grundgesetz vereinbar?

  • Jutta Pivecka sagt:

    Ich würde den Film auch gerne sehen. Aber Kino ist ja jetzt erstmal nicht... Zu dem erschütternden Buch von Swetlana Alexijewitsch habe ich vor Jahren mal was geschrieben: https://gleisbauarbeiten.blogspot.com/2014/05/selbst-blut-brennt-swetlana.html

    Artikel: Bohnenstange. Ein Film über das Leben.

  • Katharina Tolle sagt:

    Ich bedanke mich für dieses tolle Interview und die Kommentare dazu! Das Thema ist tatsächlich wesentlich vielschichtiger, als es im ersten Moment scheint. Ich habe während meiner letzten Schwangerschaft flüchtig Frauen aus den USA kennengelernt, die als Leihmütter tätig waren. Erst da wurde mir bewusst, dass Leihmutterschaft in anderen Ländern durchaus erlaubt ist. Die Frage, ob alles, was möglich ist, erlaubt sein soll und alles, was erlaubt ist, gemacht werden muss, zeigt den Kern unserer Gesellschaft. Kaiserschnitt? Aktive Sterbehilfe? Genschere? Atomwaffen? Wissen um Behinderungen? An diesen Fragen wird sich entscheiden, ob die Menschheit mit den technischen Entwicklungen auch moralisch umgehen kann. Einfache Lösungen sind da nicht möglich. Umso wichtiger ist die Diskussion. Danke!

    Artikel: Ist Leihmutterschaft mit dem Grundgesetz vereinbar?

  • Jutta Pivecka sagt:

    Interessant in diesem Jahr die Haltung meines Deutsch-Kurses (lese gerade Klausuren): Fast alle lehnen die Idee des "Mitgemeint"-Seins im generischen Maskulinum ab. Die weibliche Endung "-in" wird von ihnen eingefordert und als ein selbstverständliches Recht der Frauen angesehen, das ihnen "schon immer zusteht". Dagegen - fast ebenso einhellig - wird das "Gendersternchen" als überflüssig und eher lästig angesehen. (Im Unterricht hatten wir das vor der Klausur - noch - nicht behandelt.) Es ist ein Kurs, in dem die Frauen die Mehrheit sind, aber die männlichen Teilnehmer vertreten keine andere Position.

    Artikel: Ein Schulaufsatz von 1998 über Geschlechterrollen