beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neueste Kommentare

  • Elfriede Harth sagt:

    Wichtige Diskussion. Gerade die Grenzfälle ermöglichen es, sich grundsätzliche Fragen zu stellen, und die Gegebenheiten nicht einfach ungefragt hinzunehmen. In einer Zeit des Umbruchs, wie die, die wir gerade erleben, sind solche Auseinandersetzungen ganz wichtig. In einem ersten Schritt wurden Sexualität und Reproduktion voneinander getrennt, nun Reproduktion von Sexualität. Was macht das mit dem Bild, das wir von unserer Leiblichkeit haben? Wie erfahren wir Abhängigkeit voneinander? Am anderen Ende steht das Sterben. Was wird damit? In wieweit sind das (noch) Erfahrungen, die zu unserem Menschsein gehören, es prägen oder gar definieren? Gerade jetzt in Zeiten von Corona stellen sich da viele Fragen....

    Artikel: Ist Leihmutterschaft mit dem Grundgesetz vereinbar?

  • Barbara Lansen sagt:

    Hallo Bettina, jetzt erst bin ich auf die Seiten "beziehungsweise ....." gestossen und damit auch auf Deinen Bericht. Du bist für mich die erste Frau von der ich lese, dass sie sich mit dem Buch von Jutta Voss beschäftigt hat. Ich besitze das Buch schon seit Jahren. Dein Bericht über Frau Holle sowie die Raunächte bereiten mir tiefe Freude und geben mir Mut, auf diesem Wege weiter "Fuß zu fassen".

    Artikel: Mit Frau Holle ins Neue Jahr

  • Anna Blietschau sagt:

    Ich habe mich wirklich sehr über den Nachruf gefreut. Ich selber habe Marianne bei Safia kennengelernt. Sie wohnte eine Zeit lang auch in Wüstenbirkach. Für mich war Marianne eine Art versponnene Spiritfrau und ich eine verkopfte "Ichweißnichtwas." Aber wenn wir uns trafen, führte das immer zu sehr intensiven Gesprächen, in denen wir uns gegenseitig mit unseren Gedanken über das Mensch -Sein bereichern konnten. Und dass dies möglich war, lag zum Großteil nicht an mir, sondern an Mariannes Zu-Geneigtsein. Vielen Dank!

    Artikel: Sie war eine, die genau hinschaute. Ein Nachruf auf Marianne Wex.

  • carmen-francesca banciu sagt:

    Liebe Antje Schrupp, vielen Dank für die Rezension. Sie macht neugierig auf den Film und ich bin sehr gespannt auf den November. Herzlich Carmen-Francesca Banciu

    Artikel: Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

  • Antje Schrupp sagt:

    @Heike, danke für die Info zu dem Buch, das wusste ich noch gar nicht!

    Artikel: Bohnenstange. Ein Film über das Leben.

  • Heike Brunner sagt:

    Hallo Antje, Danke für Deine Rezension! Ich freue mich schon auf den Film und bin froh, dass er trotz allem wohl nicht nur "schrecklich" ist, was bei so einer Themenlage natürlich schnell passieren kann. Ich hab zu dem gelesen, dass sich der Regisseur auch an dem Buch von Swetlana Alexijewitsch: "Der Krieg hat kein weibliches Gesicht" orientiert / inspiriert hat. Ein ebenfalls sehr zu empfehlendes Buch, was mich sehr bewegt hat und wirklich noch mal ganz neue Perspektiven zu diesem geschichtlichem Kapitel eröffnete. LG Heike

    Artikel: Bohnenstange. Ein Film über das Leben.

  • Ute Plass sagt:

    Hoffe sehr, dass die Einsichten von Riane Eisler nicht ungehört verhallen. Danke, liebe Ulrike, für deinen langen Atem, dass du dran geblieben ist, damit dieses Buch nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Viel Glück :-)

    Artikel: Wege zu einer sorgenden Wirtschaft

  • Anne Newball Duke sagt:

    @ClaudiaBerlin, vielen Dank für deinen Kommentar! "Die ganze Bewusstwerdung darüber, auf was dieser Wohlstand basiert, was er für furchtbare Schäden und Leiden anrichtet und welche Zukunft immer wahrscheinlicher wird – dieser “globalisierte Blick aufs Ganze” führt aus meiner Sicht eher in eine hintergründige kollektive Depression, auf deren Vorderseite steigende Aggressivität, angestrengte Ignoranz/Verleugnung, verstärkte Egozentrik und verschiedene Formen des Eskapismus sichtbar werden. Früher war Zukunft etwas, worauf man hoffen konnte: dass es besser wird, zumindest für die Kinder. Das ist weg! Die Zukunft erscheint uns heute als alles verschlingendes schwarzes Loch, aus dem es kein Entrinnen gibt und dessen Randphänomene sich bereits zeigen." Nnnja, genau das glaube ich eben nicht! Wir Menschen sind nicht nur fähig, apathisch in den Untergang zu laufen. Es gibt noch andere Wege, die wir immer noch einschlagen können. Roman Krznaric, dessen Buch "The Good Ancestor" ich gerade lese, sagt, es gibt grob die drei Wege: Breakdown (davon sprichst du, Claudia), Reform (wird uns auf lange Sicht auch nicht viel helfen) und die Transformation. In dieser wiederum gibt es verschiedene Wege und Möglichkeiten. Ich mag die Mischung aus utopischem Denken und dem "Eine-Welt-Gedeihen" (One-planet-thriving, so nennt er es). Dann gibt es jene, die schon voll auf dem Wege sind. Vergessen wir doch die nicht!! Sie sind (noch) in der Minderheit, aber sie sind schon total in Fahrt und Bewegung! Die FFFs haben gestern eine Studie vorgestellt, wie wir es schaffen könnten, das 1,5Grad-Ziel für Deutschland einzuhalten. Das ist einfach nur großartig. Eigentlich müssten wir diese Studie, die nur ein Anfang sein kann, jetzt überall diskutieren, sie auseinandernehmen und vor allem ergänzen ("Soziales" kommt darin noch gar nicht vor). Aber das macht so viel Mut, und so geht's voran. Noch ein Satz zu deinem letzten Kommentar in Klammern: Klar, vielleicht anspruchsvoll. Aber die "Sterbebett-Theorie"? So schwer zu verstehen? Ich versuche schon immer auch zwischendurch, zwischenzulanden und wieder mitzunehmen. Und vielleicht muss man so einen Text dann auch mal ausdrucken und in Ruhe lesen und nicht am Handy in der S-Bahn lesen. Zumindest, wenn man einen Erkenntnisgewinn haben möchte. Ich meine das nicht "von oben herab". Aber ist er wirklich nicht verständlich, oder braucht es nur Zeit und Ruhe, um ihn zu verstehen? Wenn ich mir von einem Text einen Zugewinn an Erkenntnis verspreche, dann gebe ich mir jedenfalls Mühe, ihn zu lesen und zu durchdenken, wenn er also eventuell viele Denk-Geschenke für mich bereit hält. Anders geht es ja nicht. Oder mich interessiert ein Vorwärtskommen in meiner Gedankenwelt nicht. Roman Krznaric schreibt an einer Stelle: "Ideas have the power to change the world, but only when people put them into practice." Das kann auf so vielen verschiedenen Wege geschehen. Ideen zuzulassen und zu verdauen, das ist m.E. eine sehr aktive und sehr wirksame Praxis. Und dann können wir auf die Straße gehen und demonstrieren und Druck machen. Und dann können wir eine neue Partei gründen. Und dann können wir neue und wichtige Forschungen angehen, die ein gutes Leben auf einem beschädigten Planeten erforschen, mögliche Szenarien dafür entwickeln etcpp. So viele Möglichkeiten gibt es des Aktivwerdens. Was mich mittlerweile wirklich wirklich frustriert (aber deswegen stecke ich noch lange nicht den Kopf in den Sand), ist, wenn Überforderung und irgendwelche "Menschen-sind-halt-so-und-so"-Statements als Ausrede dafür genommen werden, nichts zu tun. Roman Krznaric schreibt dazu: "The idea that collapse is inevitable is not only empirically unproven but also promotes a fatalistic inertia and apathy. 'By turning people's attention toward preparing to the doom, rather than focusing on structural political and economical change', argues cultural thinker Jeremy Lent, "Deep Adaption threatens to become a self-fulfilling prophecy, icreasing the risk of collapse by diluting efforts toward societal transformation.'" Dem habe ich vorerst ;) nix hinzuzufügen.

    Artikel: Nachdenken über Arrival I (von III): Zukunft als Ankunft

  • Esther Gisler Fischer sagt:

    Ein spannend geschriebener Bericht über eine spannende Frau: Danke Juliane!

    Artikel: Setzt sich ein gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und liebt Frauengeschichte: Die Gleichstellungsbeauftragte Heike Ponitka

  • Heike Brunner sagt:

    Liebe Barbara Peveling, Danke für deine kritische Rezension. Ich habe den Film noch nicht gesehen, nur den Trailer, aber etwas in meinem Bauchraum flüsterte die ganze Zeit argwöhnisch und ich konnte mich nicht recht entschließen, ihn an zu schauen, nun weiß ich warum. Vielleicht lese ich erst mal den Undine Bachmann Text, Danke für die Anregung. LG Heike

    Artikel: Spaziergang mit Undine

  • Ina Praetorius sagt:

    Liebe Frau Pichler, ja klar erinnere ich mich, vor allem an eine Tagung im Kardinal König-Haus. Schön, Sie hier wieder zu treffen!

    Artikel: Rosemarie von Schweitzer (1927-2020) und die kritische Wissenschaft vom Haushalten. Eine Begegnung

  • claudia l. sagt:

    Mir fällt zu undine ein wie fatal es ist die mythen als spiegel menschlicher eigenschaften zu sehen. Wenn wir nicht immer mitbedenken, dass undine die erde selbst ist, hier als wasserelement, und somit grenzenlos liebend ,unabhängig ,eine unbändige kraft, dann kommen wir in unendliche frau/mann interpretationen, die zu keinem ende führen. Wenn wir dann nicht sehen, dass frauen allgemein die kräfte der erde, gebären zukönnen symbolisieren, dann sind wir nur tragtiere. Der mann ist nicht nur symbolisch der sohn der erde, deshalb gilt seine grenzenlose liebe der erde mit all ihren erscheinungsformen. Das sollte unsere verhaltensweisen prägen. Grüße von frau holle der leidenschaftlich liebenden erde im herbstlichbunten kleid.

    Artikel: Spaziergang mit Undine

  • Martina Horak-Werz sagt:

    Vielen Dank, liebe Barbara Peveling, für diesen Text! Es wird wirklich Zeit, dass wir etwas verändern, dass wir neue (vielleicht sogar unsere eigenen) Geschichten erzählen. Martina

    Artikel: Spaziergang mit Undine

  • Gertraud Pichler sagt:

    Liebe Frau Dr. Praeetorius! Vielen Dank für Ihren sehr liebevollen und würdigen Nachruf anlässlich des Ablebens von unserer sehr geschätzten Frau Prof. Dr. Rosemarie von Schweitzer. Ich freue mich, dass Sie die erste Begegnung mit Frau Prof. von Schweitzer bei meiner ersten IFHE - eurpäischen Konferenz 1996 in Wien hatten, für die ich verantwortlich war. Wir haben uns dann bei weiteren Tagungen in Wien gesehen. Vielleicht erinnern Sie sich noch. Ich hoffe es geht Ihnen gut. Vorraussichtlich werden wir Frau Prof. Dr. von Schweizer am 3. November 2020 in Gneizendorf, Niederösterreich, an ihrem Geburtsort und in der Familiengrabstätte zur letzen Ruhe betten. Für so viele Jahre von wunderbaren Begegnungen mit Frau Prof. Dr. Rosemarie von Schweizer bin ich sehr dankbar. Mit herzlichen Grüßen, Gertraud Pichler

    Artikel: Rosemarie von Schweitzer (1927-2020) und die kritische Wissenschaft vom Haushalten. Eine Begegnung

  • RUTH PIA SCHMID sagt:

    Guten Morgen, ich hatte Cécile Keller 1970 in Genf kennengelert wo wir ein Zimmer im katholischen Mädchenheim geteilt haben. Leider haben wir den Kontakt verloren und ich würde sehr gerne Cécile kontaktieren. Könnten sie mir bitte ihre Adresse bekanntgeben, oder meine e-mail an Cécile weiterleiten. Vielen herzlichen Dank. Ruth Pia SCHMID 22 rue de Vermont CH 1202 GENF SCHWEIZ

    Artikel: Das Jahr der Erde

  • Martina Feulner sagt:

    Ganz herzlichen Dank, Ina Praeetorius, für diese Erinnerungen. Sie eine mir ganz wichtige akademische Lehrerin, deren Denken, Intervenieren und Handeln mich sehr geprägt haben. Es erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit sie kennengelernt zu haben.

    Artikel: Rosemarie von Schweitzer (1927-2020) und die kritische Wissenschaft vom Haushalten. Eine Begegnung

  • Anja sagt:

    Danke, @Margot, das eröffnet mir einen neuen Horizont. Und ja, es lohnt ganz bestimmt, sich über den Zusammenhang von Angstabwehr und Verachtung Gedanken zu machen. Und @Rava, auch deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen, auch mir geht es um die ganz klare "Wiederverkörperung" der Wut in uns Frauen und die Erlaubnis, wieder glasklar lebensdienlich zu agieren, mit allem was dazu gehört. Ich danke euch!

    Artikel: Vom rationalen Umgang mit unzivilisierten Gefühlen

  • Johanna Beyer sagt:

    Vielen Dank für diese Erinnerung an Rosemarie von Schweitzer. Ihre Arbeiten sind mir im Studium Mitte der Siebziger Jahre begegnet, auch im Zusammenhang mit den Forschungen von Ann Oakley zur Soziologie der Hausarbeit. Damals war das Thema noch nicht unter dem Begriff "Care" gefasst, aber sehr präsent. Und leider erst jetzt wieder; Unerledigtes kehrt zurück!

    Artikel: Rosemarie von Schweitzer (1927-2020) und die kritische Wissenschaft vom Haushalten. Eine Begegnung

  • Monika Krampl sagt:

    Corinna Voigt-Kehlenbeck – danke für Ihren Kommentar. Ich möchte gerne meine Sichtweise und Wahrnehmung dazu schreiben. Ich habe in den letzten Jahren vieles in meinem Leben ausgelichtet – darunter einiges weil ich musste und vieles weil ich wollte. Weder bei dem einen noch bei dem anderen spreche ich leicht darüber. Denn alles Auslichten / aller Verzicht / ist mit einem Abschiednehmen und einem Loslassen verbunden. Auch das Freiwillige. Und dass das eine leichter fällt als das andere hat nichts mit freiwillig oder unfreiwillig zu tun – sondern mit dem Loslassen von lieben Erinnerungen / Vorlieben und Gewohnheiten. Auf das Auto habe ich damals aus Überzeugung verzichtet, nicht weil ich es musste. Ich wohne zwar jetzt in der Landeshauptstadt St. Pölten, jedoch ist es mit Besuchen in der Umgebung eher dann doch ein ländlicher Bereich. Deshalb, ja, wie sie erwähnt haben – „eine größere Einbuße von Freiheit und Spontaneität.“ Ich musste schmunzeln über den „Ritt in die untergehende Sonne des Cowboys“. Ich setze dieses Verhalten / Bedürfnis / nicht einem männlichen Muster / Verhalten gleich. Da würde / müsste ich doch sagen, dass ich seit Jahrzehnten als „Cowgirl“ lebe. Als Cowgirl, das sich immer wieder aufmacht, um in die untergehende Sonne zu reiten, der jedoch die Treffen mit Freund*innen am Lagerfeuer, um sich Geschichten zu erzählen / zu singen und zu lachen / sich in den Arm zu nehmen / sehr wichtig sind. Ein kurzer Exkurs in die Vergangenheit. Als ich zwischen 5 und 7 Jahre alt war (also 1955 – 1957) hatte meine Mutter, damals war ich das einzige Kind in der Klasse, deren Eltern geschieden waren – eine Arbeitskollegin die nie verheiratet gewesen war, und die in einer winzigen Garconniere mit Klo am Gang lebte. Im Wohn-Schlaf-Zimmer hatte sie ein schmales Bett, das man aufklappen konnte und das in der Wand verschwand. Ich war fasziniert. Ich wollte immer bei den Besuchen mit. Ihre Wohnung (eine Wohnung für eine Frau alleine!, ich schlief damals im Ehebett mit meiner Großmutter) für sie alleine, - und meine Mutter und sie rauchten und lachten laut. Wenn ich das aus heutiger Sicht betrachte, war ich wohl nicht nur fasziniert, es erschreckte mich und gleichzeitig bewunderte ich sie. Nun heute – jetzt – gibt es viele Frauen, die so wie ich auch, gerne und sehr bewusst alleine leben. Auch im Alter. So lange es möglich ist. „So lange es mir möglich ist“ - das ist mir sehr bewusst. Ich habe einige Freund*innen, die in verschiedensten gemeinsamen Wohn- und Lebensprojekten leben. Verschieden von der Größe her und vom finanziellen Aufwand. Anders und neu auch von den Strukturen und der Kommunikation – ein weites Lernfeld. Es gibt auch bereits Projekte mit einem neuen Finanzierungsmodell – dem „Vermögenspool“, gegründet von Markus Distelberger. Dieser schafft die Möglichkeit, sich auch mit geringen finanziellen Möglichkeiten zu beteiligen. Ich finde es sehr schön, dass uns – egal ob Frauen oder Männer - heute viele verschiedene Lebensmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Was aus meiner Sicht notwendig ist, dass all diese Möglichkeiten mehr bekannt werden. Da gibt es einen großen Informationsmangel. Obwohl ich jetzt schon viel geschrieben habe, wäre da noch vieles dazu zu sagen, z.B. wie von Ihnen auch erwähnt – Statuseinbußen; sowie körperliche Veränderungen im Altwerden; oder auch das Leben in verschiedenen Beziehungsmodellen; etc. etc. Zur „Angewiesenheit“ möchte ich gerne David Steindl-Rast zitieren: „Liebe ist das Ja zur Zugehörigkeit / Verbundenheit.“ Vieles ist uns heute möglich – und das ist schön!

    Artikel: Reflexionen über überlebens-notwendige Lebensveränderungen und Verzicht

  • Antje Schrupp sagt:

    @mechthild - hm, doch, die IBAN ist richtig - DE84 1203 0000 1069 9022 19 und @Sibylle - die Stadt ist Berlin! Vielen Dank für eure Spenden!!!

    Artikel: Wir brauchen ein bisschen Geld von euch!

  • Sibylle Dorn sagt:

    Meine Bank möchte noch eine Ortschaft für die Begünstigte...

    Artikel: Wir brauchen ein bisschen Geld von euch!

  • Margot Müller sagt:

    Antje schreibt weiter oben: "ich weiß nicht, wie ich aufhören könnte, sie (Menschen mit einer bestimmten toxischen Vermishchung aus Boshaftigkeit, Egoismus und Dummheit) zu verachten." Nun, -auch wenn mein Kommentar spät kommt - vielleicht kann ich da helfen: Ich verachte diese Menschen nicht weil ich sie fürchte. Ihre Boshaftigkeit, der Egoismus und auch ihre Dummheit sind jedes für sich und mehr noch zusammen brandgefährlich! Ich verachte diese Menschen nicht, weil ich grosse Angst vor ihnen habe. Ich respektiere ihre Gefährlichkeit und bin sehr, sehr vorsichtig wenn ich mit ihnen zu tun habe.

    Artikel: Vom rationalen Umgang mit unzivilisierten Gefühlen

  • Mechthilde Vahsen sagt:

    Meine Bank sagt, dass die IBAN unvollständig ist ...

    Artikel: Wir brauchen ein bisschen Geld von euch!

  • Voigt-Kehlenbeck, Corinna sagt:

    Die Impulse sind wertvoll und ermutigend. Dennoch fällt natürlich auf, dass wir leicht über Verzichtsleistungen sprechen können, die wir bereits freiwillig erbracht haben. Wenn Sie sich einschränken in Ihrem Wohnraum, so ist dies sicherlich erforderlich, wenn die Rente kleiner wird. Auf den Verzicht eines Autos sind Sie längst gewohnt und verzichten deshalb ja nur bedingt mehr, als Ihnen lieb ist. Auf ein Auto zu verzichten in der Großstadt, ist naheliegend, allein wegen des mangelnden Parkraums, ist oft ein Abwägen zugunsten der eigenen Bequemlichkeit (ich suche auch nicht gern Stunden im Viertel nach einem Parkplatz - dann fahre ich lieber mit Bus und Bahn). Im ländlichen Bereich ist der Verzicht auf ein Auto mit weit größeren Einbussen von Freiheit und Spontaneität verbunden. Die Frage der Zukunft wird aber mehr sein, als das, was wir gewohnt sind: Verzicht auf Privatsphäre, wenn wir im Alter doch noch mal wieder in Wohngemeinschaften ziehen? Da wird es spannend, denn dann geht es darum, welche Verzichtsleistungen sind erforderlich, auch wenn wir sie ungern erbringen. Und wenn es dann um die Gefahr der Exklusion aufgrund von Statuseinbußen geht, dann geht es um wirkliche (soziale) Veränderungen. Diese Diskussion ist eine, die sich um Angewiesenheit auf Hilfe und Nachbarschaft bezieht und diese ist dringend erforderlich, denn dies organisiert sich nicht mehr über den STatus der Unabhängigkeit, für den der Ritt in die untergehende Sonne des Cowboys abzieht. Dies ist ein männliches Muster, die Hoffnung auf die Abwesenheit von Angewiesenheiten. Dies aber ist ein (männlich konnotierter) Freiheitsbegriff, über den wir gerade im Alter diskuiteren müssen. Und dann wird es wirklich spannend, wie wir das, was wir aufgeben (mit anderen gemeinsam?) kompensieren können.

    Artikel: Reflexionen über überlebens-notwendige Lebensveränderungen und Verzicht

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Liebe Adelheid Ohlig, zu Ihrer Frage gibt es bereits Forschungsergebnisse, die die Linguistin PD Dr.in Friederike Braun der Uni Kiel auf der Tagung der Gerda-Weiler-Stiftung zum Thema "MutterSPRACHE" 2008 in Hannover vorgestellt hatte. Sehr erhellende Ergebnisse was das "generische Maskulinum" im Gehirn auslöst - weit und breit wird eine Frau noch nicht einmal mitgedacht, auch nicht von Frauen!

    Artikel: Was Sprache mit uns macht

  • Ulrich Wilke sagt:

    Julia Gebert machts richtig: solange Leben ist, ist Hoffnung. Es gibt Vorbilder, die Karzinome zum Verschwinden gebracht haben, und zwar ohne Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie. Noch besser gehts mit Freude und geeignetem Lebenswandel. Wenn ich zaubern könnte, wünschte ich der Tapferen Glück und Gesundung.

    Artikel: Gegen den Krebs kämpfen - warum der Ausdruck passt

  • Elfriede Harth sagt:

    Danke für diesen Hinweis. Ich bin sehr gespannt auf den Film. Und danke auch für Dein ausgezeichnetes Plädoyer für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung von Schwangeren!

    Artikel: Niemals Selten Manchmal Immer

  • Jens sagt:

    @Jutta: Danke! Danke für diesen Beitrag. Du bist eine Frau, und Du darfst es sein. Genauso, wie ich ein Mann bin - es sein darf, es aber ohnehin nicht ändern kann. Ist halt so. Habe mir ja auch nicht aussuchen können, in welchem Jahrhundert ich leben will, oder ob ich als Mensch oder als Amöbe geboren werde. Es gibt eben ein paar Dinge im Leben, die man sich nicht aussuchen kann. Und es ist wohl am besten, wenn man akzeptiert, dass die Dinge so sind, wie sie sind. Du tust das, ich tue es auch. Wichtig ist doch viel mehr, dass weder Du als Frau gegenüber Männern noch ich als Mann ggü. Frauen benachteilgt werden. Eine Bevor- oder Benachteiligung darf es nur geben, wenn wir besser oder schlechter sind als andere, aber niemals aufgrund unseres Geschlechts (unserer Herkunft etc.). Darum lohnt es sich zu kämpfen!

    Artikel: Ich bin keine menstruierende Person.

  • Susanne Stier sagt:

    Dankeschön für diese wunderbaren Gedanken. Sie tun mir gerade in meiner Seele sehr gut. Sprechen sie doch auch soviel von Hoffnung.

    Artikel: Reflexionen über überlebens-notwendige Lebensveränderungen und Verzicht

  • Sandra Divina Laupper sagt:

    Ja, da Generationenverhältnis gibt mir auch immer wieder zu denken, speziell das Verhältnis zwischen Frauen verschiedener Generationen! Ich kann den Autorinnen Recht geben, was die Schwierigkeiten betrifft, wenn es um Konflikte geht, die ich (1967 geboren) zwischendurch mit Frauen auszusehen habe, die der 68er Generation (oder wenig jünger) angehören. Ich denke dabei an Frauen aus der Frauenbewegung, mit denen ich ja in Wirklichkeit eine gute Beziehung habe. Nur der Aspekt "Konflikt" ist immer wieder weniger befriedigend ausgefallen, zumindest für mich. Ich habe dabei das Gefühl, mein Gegenüber zu überfordern, weshalb ich im allgemeinen einlenke... Freilich, es ist auch immer wieder schwierig, die Frauen von vorangehenden Generationen in ihrer Erfahrungswelt zu verstehen. Im Moment lese ich z. B. den Beitrag von Lia Cigarini im Buch "La carta coperta" (Hrg. von Chiara Zamboni), in dem sie von ihren Erfahrungen mit den diversen politischen Praktiken der 70er und 80er Jahre (Selbsterfahrung, Praxis des Unbewussten... ) erzählt. Obwohl ich schon einiges Theoretisches (v. a. natürlich "Wie weibliche Freiheit entsteht" vom Frauenbuchladen von Mailand) dazu gelesen hatte, habe ich bei dieser persönlich gehaltenen Erzählung einiges mehr verstanden. Es war freilich höchste Zeit für solche Erzählungen (in diesem Sammelband gibt es mehrere davon, von verschiedenen Frauen)! Wer weiß, warum das nicht früher möglich war...

    Artikel: Kapitel 3: Das Generationenverhältnis: Verschiebungen und Tradierungsbrüche

  • Dirk Stabernack sagt:

    Geschlechterstereotype haben immer eine kategorisierende und wertende Funktion, im patriarchalen Kontext haben weibliche Stereotype eine abwertende, weil sie sich sofort von der männlichen in nur eine Richtung entfernen: in die, die die negative Konnotation mitliefert. Eine Frau wäre anderes, eine Frau wäre ein Objekt, eine Frau wäre so geboren. Und sie soll stolz darauf sein, das sie so ist. Sich für ihren zugewiesenen Platz bedanken. Im kostenlosen Hörspiel, Hörbuch Salammbo werden Geschlechterstereotype dargestellt und in eine Geschlechterdiskussion gebracht, indem eine Utopie einer antipatriarchalen Gesellschaft gezeichnet wird, die diese Artefakte verstärkt darstellt, auch Frauen, die sich nicht bewusst sind, dass sie Gefangene ihrer Rolle sind, wird bewusst gemacht, dass sie manipuliert werden. Ständig, seit ihrer Kindheit, als Teenager, im Erwachsenenalter, in ihrer Freizeit, im Job, in ihrer Peer-Group. In jeder Rolle, die sie in der Gesellschaft spielen. Brechen sie aus, bekommen sie eine Reaktion zu spüren. Diese sieht, je nach Kontext, drastisch aus.

    Artikel: Das innere Korsett: Rückständige Frauenbilder und wie sie heute noch Frauen die Luft abschnüren

  • Adelheid Ohlig sagt:

    Wie schön, ja, ich mochte den Film auch, er schwingt durch diesen Text wieder in mir, merci von Herzen Adelheid

    Artikel: Nachdenken über Arrival III (von III): Über den Lebenssinn und die Sterbebett-Theorie

  • Heike sagt:

    Danke für Eure verschiedenen Perspektiven und Kommentare, es ist ein Thema was viel berührt, bewegt, privat und auch politisch ist und jede Generation anscheinend neu verhandelt.

    Artikel: Mut zum Blut

  • ClaudiaBerlin sagt:

    Ich habe die Pille in den 70gern 3 Jahre genommen - und erst nach dem Absetzen bemerkt, dass "Kopfweh" nicht zwingend zum Leben gehört! Dass dem Körper vorgegaukelt wird, frau sei schwanger, ist ein so tiefer Eingriff... das war mir damals nicht wirklich klar. Dass ich z.B. kaum Lust auf Sex hatte, war auch eine Pillenwirkung - im Kontext "Schwangerschaft" aber nachvollziehbar. Ich finds gut, wenn junge Frauen pillenkritischer werden. Und auch, dass es nicht alle toll finden, gar keinen Zyklus mehr zu haben. Dass mit Pille nur ein "Fake-Zyklus" erzeugt wurde, war mir damals auch nicht klar. Gleichzeitig finde ich den neuen "Kult ums Bluten" nicht besonders ansprechend. Mir ist das zuviel Bohei um körperliche Vorgänge. Die einen machen Körperoptimierungen, Identitätsfestigungen per Tattoos, Sporteln bis zum Schönheitsideal - die anderen vertiefen sich ins selbst bestimmte Bluten - mir kommt das alles vor wie eine Kompensation der gefühlten äußeren Machtlosigkeit auf politischer und wirtschaftlicher Ebene.

    Artikel: Mut zum Blut

  • Adelheid Ohlig sagt:

    Ja, auch ich erfahre in meinen Luna Yoga Kursen die Neugier der jungen Frauen, was alles körperlich selbst zu bestimmen ist. Mit Luna Yoga lässt sich nämlich dank ausgleichender Übungen der Zyklus in seiner natürlichen Weise erfahren. Durch die Stärkung der Beckenmuskulatur kann mit der Menstruation ebenso verfahren werden wie mit den anderen Ausscheidungen: so wie frau spürt, wann sie zur Toilette muss, können wir lernen, wann wir das Blut entlassen. In einigen Kulturen in Afrika und in Asien lernen Mädchen dies von Müttern oder Tanten.Im Luna Yoga geben wir dieses Körperwissen weiter. Eine wunderbare Erfahrung!

    Artikel: Mut zum Blut

  • Fidi Bogdahn sagt:

    Rava (du) schrieb(st) die Tage: „ .. lass die Ohnmacht doch einfach da sein, du musst im Hier und Jetzt gar nicht handlungsfähig sein, DU DARFST ohnmächtig sein, lass dich ohnmächtig SEIN.“ DAS ist dann genau die Ohnmacht, die alle Lebenskraft in sich birgt und in Dankbarkeit zu ganz eigener Handlungs- d.h. für mich auch Bewegungsfähigkeit ermächtigt. - Ich möchte mit meinem kleinen Kommentar den Blick bzgl. Ravas Erfahrung erweitern und von mir erzählen: diese „Ohnmacht“ habe ich z.B., die ich in fortschreitend, chronischer Krankheit(MS) lebe, zunehmend und seit Jahren als Kraftquelle freigelegt. Will euch nur sagen: diese Lebens“macht „ lässt sich überall finden... (-und wohl auch ohne Gewalterfahrung oder Krankheit)

    Artikel: Sexuelle Gewalt: Wi(e)der das Schweigen. Wider die Diktatur der Heilung

  • Brigitte Leyh sagt:

    Sehr interessante Gedanken. Trotzdem: Die Pille bedeutete für mich jahrzehntelang, frei von Angst vor Schwangerschaft zu sein. Ich hatte nie Probleme damit und hätte sie liebend gerne ohne Pause durchgenommen, wenn ich gewusst hätte, dass das Pausieren unnötig war.

    Artikel: Mut zum Blut

  • Rava Katz sagt:

    Liebe Frauen, liebe An, Brigitte, Regine, Mieke, Mechthild, Judith Danke für eure Rückmeldungen. Es macht mich sehr froh, dass ich mich mit-teilen konnte, dass meine Erfahrungen und Gedanken teil-bar sind. Bin erstmal so ein bisschen sprachlos, - vor Freude - aber 'es spinnt' weiter in mir. Ich würde diesen Raum gerne offen halten, erweitern .... habe da so 'analoge' Visionen ... so etwas wie einen Kongress … Liebe Judith, Was du schreibst, berührt mich. Ich, und ich denke wir alle, die wir sexuelle Gewalt erfahren haben, kennen diese überflutenden Gefühle. Und klar hilft es, sie in der Vergangenheit zu verorten. Aber trotz allem wollen sie ja erinnert und 'verarbeitet' werden, und mit dieser Flut von Gefühlen kommt dann auch sozusagen die doppelte Ohnmacht. Die Ohnmacht aus der Vergangenheit und die Ohnmacht der Gegenwart, weil die Gefühle so überflutend da sind, und eine sich dann auch in dem Moment der Erinnerung, der ja aber in der Gegenwart liegt, so handlungsunfähig fühlt. Ich kenne dieses Bedürfnis, dagegen anzukämpfen, irgendetwas zu tun, um handlungsfähig zu bleiben, oder irgendetwas zu tun, um diese Gefühle, die mich so handlungsunfähig machen, wieder zu verdrängen, weil ich sie nur stückchenweise erinnern und verdauen kann. Irgendwann kam dieser Moment, so etwas wie eine Kehrtwende, da war so etwas wie eine innere Stimme, die gesagt hat : lass die Ohnmacht doch einfach da sein, du musst im Hier und Jetzt gar nicht handlungsfähig sein, DU DARFST ohnmächtig sein, lass dich ohnmächtig SEIN. Und das war so erleichternd! So wie du das auch beschreibst, ein zärtliches und zugleich stärkendes Gefühl für mich selbst. Ich freu mich sehr, dass das bei dir angekommen ist! Rava

    Artikel: Sexuelle Gewalt: Wi(e)der das Schweigen. Wider die Diktatur der Heilung

  • Rava Katz sagt:

    Ich denke schon, dass es Verhaltensweisen von Menschen gibt, wo es wichtig ist, dass eine sich ganz klar positioniert. Dass wir als Frauen unserem Bedürfnis, der Intension und Intuition nach einer ich nenne es mal 'weiblichen Ordnung' nachgeben und nachgehen. Kommunikation und Kompromissbereitschaft sind sicherlich auch wichtige ( weibliche) Qualitäten, aber genauso wichtig finde ich es in bestimmten Situtionen Stellung zu beziehen, kompromisslos zu sein, Grenzen zu ziehen. Aber, da gebe ich Juliane Blumberg recht, das geht nicht durch Verachtung. Andererseits das Wort : 'Kritik' , und die Haltung die damit signalisiert wird, finde ich für bestimmte Situationen nicht klar genug. Ich würde an dieser Stelle den Begriff : "MISS-ACHTUNG" vorschlagen. Weil ich finde der macht es möglich, mich klar von einem bestimmten Verhalten eines Menschen abzugrenzen ohne die Achtung von ihm als Menschen zu verlieren. Und das was Antje Schrupp schreibt, dass sie es wichtig findet, die 'Verachtung" auch zuzulassen, dass diese instinktiv ( einer weiblichen Ordnung entspingt) und unter Umständen überlebenswichtig ist, das denke ich auch. Aber ich würde das lieber den "heiligen Zorn" nennen, dieses instinktive Wissen, wann es - um das Leben, das Lebendige zu erhalten, not-wendig ist sich abzugrenzen, im Zweifesfall auch zu 'zerstören', oder gar zu' töten', und das meine ich jetzt eher im übertragenen Sinne. Ich glaube das haben wir Frauen verlernt. Uns fehlt das Vorbild der zornigen Göttin, die auch zerstörerische Kräfte besitzt, nicht gegen, sondern aus Achtung vor dem Leben. Von Ute Schiran habe ich mal den Satz gehört : Die Frauen müssen wieder lernen zu töten, damit das Morden endlich aufhört. Aber das ist sehr dünnes Eis!! Also insgesamt ein Terrain, das nur mit sehr viel Sorgfalt, Achtung und Achtsamkeit betreten werden sollte! Ich finde den Ausdruck "heiliger Zorn" geeigneter, weil er ent-personifiziert ist, sich also nicht gegen eine Person richtet, sondern gegen ein bestimmtes Verhalten, z.B. die Anwendung von Rücksichtslosigkeit, von Macht und Gewalt usw.

    Artikel: Vom rationalen Umgang mit unzivilisierten Gefühlen

  • Judith sagt:

    mir gefällt die auseinandersetzung von dir mit diesem thema auch sehr! aber ich merke auch, wie es mich ängstigt, auch weil bei mir diese ängste aus einer zeit her rühren, die ich nicht wirklich abrufen kann, da möglicherweise und wahrscheinlicherweise sie ein sehr frühes stadium meines lebens betreffen. und ich tappe da immer noch im dunklen von: war da was?, wahrscheinlich schon!, fühlt sich so an!, aber auch eine verdrängung dieser überflutenden gefühlen, die ich so gerade nicht zulassen möchte, weil ich mich dann nicht selber auffangen kann, eben eine enorme ohnmacht spürbar wird, die mich bedrückend ängstigt. all die jahre habe ich mir immer gewünscht auf menschen zu treffen, die nicht gleich mit vorgefertigtem daherkommen, wie man zu fühlen und zu denken hätte, und einen neuen druck in mir ausgelösen, so ähnlich wie du es beschreibst mit der heilung. so hat ein heilungsprozeß auszusehen, sonst ist er keiner, sonst macht man wieder etwas falsch, und nicht richtig, bemüht sich zu wenig und und und... im moment denke ich mir das diese heilung wahrscheinlich so individuell ist wie unsere leben. ich habe mir immer eine ehrliche auseinandersetzung gewünscht, auch mit anderen frauen, wo auch dieser bereich eben nicht von konkurrenz geprägt ist, und jede das benennen kann wo sie gerade steht, und was ist, ohne relation zu irgend etwas, und ohne gleich eine bewertung aufgebrezelt zu bekommen. ich muß sagen ich bin ein bisschen müde geworden dabei... aber wenn ich solche beiträge lese, dann macht mir das schon auch mut, und ich spüre auch ein bisschen eine zärtlichkeit bei der auseinandersetzung mit diesem thema für mich selber, und ich spüre wie es zu mir dringt, und mit mut macht ganz behutsam und zärtlich mit mir zu sein in diesem heilungsprozeß, in diesem leben. also dein text hat in mir ein zärtliches gefühl im umgang mit mir selber ausgelöst, transportiert und dafür wollte ich mich bedanken!

    Artikel: Sexuelle Gewalt: Wi(e)der das Schweigen. Wider die Diktatur der Heilung

  • Mechthild Auf dem Berge sagt:

    Vielen Dank für diesen berührenden Text, Rava! Deine Erfahrungen kann ich total nachempfinden und merke, dass auch ich dieses "Nichtteilenwollen" meiner Erlebnisse durch andere Frauen nur zu gut kenne. Auch ich fühle mich fremd im "gültigen System". Das Schwierigste war es lange Zeit für mich, meine "Schwester Einsamkeit" als ständige Wegbegleiterin zu akzeptieren. Es gelingt mir allerdings immer besser! Deine Beschreibung des "Ohne-Macht-Seins" als weiten weiblicher Raum, als Teil des menschlichen Daseins, finde ich schön. Auch wie du beschreibst, dass genau in diesem Raum Verbundenheit und Geborgenheit auffängt und trägt. Ganz großartig und zukunftsweisend finde ich folgende Sichtweise, die du aus deinen Erfahrungen extrahierst: "Für mich sind die Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, Botschafterinnen, Wegbereiterinnen, ‚Lehrerinnen‘, die den Weg aus der Gewalt kennen, weil sie bereits Räume kennen, die außerhalb des Systems liegen. Räume voller Möglichkeiten, größer und weiter als die, die innerhalb des Systems vorstellbar sind." Diese prophetischen Funktionen werden von betoffenen Frauen wahrscheinlich aus einem inneren Drang heraus wahrgenommen. Denn nur Schweigen geht ja einfach gar nicht mehr mit all dem Erlebten, oder? Für mich jedenfalls nicht! Jedesmal, wenn ich versuchsweise bei geeigneten Anlässen meine eigenen Gewalt-/Missbrauchserlebnisse oder ähnliche heikle Themen aufgreife, gibt es unterschiedliche Reaktionen: Manchmal gibt es plötzlich Totenstille und offene Ablehnung, manchmal in unterschiedlichem Umfang Nachfragen, manchmal sogar ein Danke. Ich jedenfalls will NICHT schweigen, wenn ich von den schrecklichen Dimensionen aktueller Sexueller Gewalt gegen Kinder vom Säuglingsalter an lese oder höre. Und wenn ich von den belastenden Ermittlungen der Polizeibeamt*innen zur Befreiung dieser Kinder erfahre. Oder wenn ich von Frauen in der Prostitution erfahre, die durch frühen erlebten sexuellen Missbrauch nichts anderes gelernt haben, als dass ihr Körper für andere zur Benutzung da ist. Oder wenn ich von Manipulation und Einschüchterung in hierarchischen Verhältnissen beispielsweise in medizinischen Behandlungen höre, die zu sexuellen Übergrifen führen. Es kann gut sein, Rava, dass die Ablehnung anderer Frauen darauf beruht, wie du es herleitest, dass sie nicht an ihre eigene "Ohnmacht" erinnert werden wollen. Bislang hatte ich vermutet, es könne fehlende Sprachfähigkeit zu Sexuellen Themen sein, vielleicht weil diese als Tabu empfunden werden. Deine Vermutung finde ich noch schlüssiger, weil tiefgehender und umfassender. Ich bin froh über deinen Artikel. Er zeigt mir, ich bin gar so nicht allein mit meinen Empfindungen und Themen und mit meinem drängenden Begehren, an den frauen- und kinderfeindlichen Zuständen etwas zu ändern!

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  • Mieke Hartmann sagt:

    Danke für diesen Text. Ich bin auch als Kind vergewaltigt worden. Jetzt bin ich 50, bald 51. In den letzten Monaten, in denen ich mich auch mit all den Schwankungen der Wechseljahre auseinandersetze, schält sich mir mehr und mehr heraus, in welchen Zusammenhängen ich mich wohl fühle, und in welchen nicht. Und ich stelle zu meinem Leidwesen fest, dass die Orte und Zusammenhänge, in denen ich mich nicht wohl fühle, in der großen Mehrheit sind. All mein Leben habe ich versucht mich anzupassen. Warum? Um mich in Sicherheit zu fühlen. Aber das hat natürlich nie geklappt. Nach und nach habe ich all diese Räume verlassen, Familie, Arbeitsstellen, politische Gruppen... Jetzt fühle ich starke Einsamkeit und Unsicherheit, die mich sehr ängstigen, denn es sind noch keine Strukturen an die Stelle der alten getreten. Aber ich weiß jetzt besser wonach ich suchen muss, und ich bin zuversichtlich, dass ich die Orte und Zusammenhänge, in denen ich mich wohl fühle, finden kann. Ich denke, dass ich diese Strukturen auch selber schaffen kann, und auch mit Menschen, die mir schon nahestehen. Es fällt mir nur schwer, diese "guten" Strukturen zu beschreiben. Der Begriff Ohnmacht war mir bisher nicht so in den Sinn gekommen, aber er trifft auf gute Resonanz in mir. Vielen Dank dafür. Und auch: immer wieder habe ich Zweifel und falle wieder in das Denken zurück, dass ich mich anpassen muss, dass ich falsch bin und "richtig" werden muss - Heile werden muss. Dieser Text hilft mir, meinen Weg weiterzugehen, indem er mir Zuversicht gibt, andere unterwegs treffen zu können, denn alleine werde ich ihn nicht lange gehen können.

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  • Regina Hunschock sagt:

    Danke, genau da gehts lang. Das pathologische System, die kranken Herrschafts- und Macht-über-Systeme benennen. Den 8.3.2021 nicht zu einem Forderungskatalog machen, was Frauen noch brauchen, wollen, können..., Klin(i) kenputzen, sondern anprangern, was wirklich der Heilung bedarf. Dorothea Walter schreibt in ihrem Buch über die Ankunft der Zärtlichkeit, „dass in Wahrheit mit der Schändung an Frauen das heilige sakrale Zentrum der Menschheit geschändet wird". Und die Frauen der Syrischen Revolution, die Frauenarmee der Rose, die sich selbst verteidigt im Krieg, weil es sonst niemand tut, weiten den Begriff der Selbstverteidigung der Frau auf alle Bereiche aus. Ökologie, Ökonomie und gründen eine Soziologie der Frau. Ich kann da mal etwas zu schreiben.

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  • Brigitte Leyh sagt:

    Mich macht der großartige Text sehr betroffen. Seit immer mehr Frauen "zugeben" (!), dass sie mißbraucht und/oder vergewaltigt worden sind (wozu MeToo meiner Meinung nach einen Beitrag geleistet hat), steigt die politische Brisanz. Wie oft habe ich gehört "Kennst du vielleicht eine Frau, die vergewaltigt worden ist?" und ich habe nicht ehrlich geantwortet und auf weit Entfernte verwiesen, um der Pathologisierung zu entkommen. Ihre Zeilen, Frau Katz, haben mich überzeugt, wie wichtig es ist, dass wir Frauen dieses Spiel nicht mehr mitmachen: Ich wurde vergewaltigt und werde in Zukunft dazu stehen! Sie sind nicht allein.

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  • an sagt:

    Das spricht mir aus der Seele. Vielen Dank für den Text

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  • Ute Plass sagt:

    Mir leuchtet weiterhin das ein, was der israelische Historiker Moshe Zuckermann u.a. zur 'Banalität des Bösen' schreibt: "Man braucht keine großen Hasser und blutrünstigen Mörder, man muß die perfekt arbeitenden Bürokraten haben, die dann beschließen, hunderttausend in diesem Zug und die nächsten hunderttausend mit jenem Zug zu deportieren."

    Artikel: Vom rationalen Umgang mit unzivilisierten Gefühlen

  • Anja sagt:

    Liebe @Ute, ja, genau. Selbsterkenntnis um unbewusste Projektion zu vermeiden oder wenigstens sich davon (im Nachhinein wieder) distanzieren zu können, falls es passiert. Genau darum geht es mir. Damit sich keine Feindbilder verfestigen. Und @Antje, den Satz von dir finde ich auch sehr zutreffend: ***Eichmann hatte sich gerade NICHT zwischen Denken und Fühlen aufgespalten, denn der DACHTE sich die Legitimiät des Bösen zurecht und FÜHLTE dann auch genauso.*** Wenn wir das nämlich zur Kenntnis nehmen, dass diese Leute genau so fühlen, wie sie reden und denken, dann gelingt es uns besser, die Gefahr, die von ihnen ausgeht, ernst zu nehmen und über diese Gefahr vernünftig nachzudenken, anstatt unsere Zeit damit zu verschwenden, nach Gründen zu suchen, die z.B. psychologisierend oder pathologisierend "erklären", warum die das "nicht so gemeint haben" oder was für "Hilfe" die brauchen oder irgendwelche anderen Gedanken, die v.a. die Funktion haben, uns zu beruhigen, zu entängstigen, moralisch zu überhöhen oder sonstwie zu entlasten. Um @Antje zu kolportieren: Vielleicht kann es uns - im Gegensatz zu Eichmann - gelingen, die *Legitimität des Bösen zu FÜHLEN*, damit wir besser und sachgerechter über das Böse NACHDENKEN können?! Und @Ute, wenn ich meine eigenen Schatten und Abgründe realistisch kenne, bin ich wohl auch realistischer in der Einschätzung anderer, die diese Abgründe gerade (aus)leben.

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  • Antje Schrupp sagt:

    @Ute - Arendt bescheinigt Eichmann nicht ein Unvermögen im Selberdenken, sondern ein Unvermögen, sich in das Schicksal anderer hineinzuversetzen. Ich glaube nicht, dass Arendt die Banalität in staatlichen Machtstrukturen und Institutionen sah, sie hielt Regierungen und Institutionen im Gegenteil für wichtig. Die Banalität bestand darin, dass Menschen wie Eichmann schulterzuckend bekundeten, dass sie sich für das von ihnen selbst mitverursachte Leid anderer Menschen weder interessierten noch zuständig fühlten, und über ihre eigene Rolle dabei weder groß nachdachten noch irgendwie ein Problem darin sahen, Befehle auszuführen, die für alle wissbar darin bestanden, Menschen zu ermorden. Eichmann hatte sich gerade NICHT zwischen Denken und Fühlen aufgespalten, denn der DACHTE sich die Legitimiät des Bösen zurecht und FÜHLTE dann auch genauso.

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  • Ute Plass sagt:

    @Anja –“Ich weiß auch nicht, ob ich damit aufhören SOLLTE, denn wie gesagt, laut Hannah Arendt ist die Banalität des Bösen durchaus ansteckend, wenn man sich zu lange in seine Gesellschaft begibt.” “Die Banalität des Bösen” verstehe ich nicht nur als das ‘personifizierte, individuelle Böse’ , sondern gesellschaftliche (Macht)Strukturen, Institutionen, Wirtschaft, Kultur, Familie......die Angepasstheit, Gehorsam, Denkverbote .... einfordern. Gerade die Erfahrungen eines Nazi-Regimes zeigen, was dazu führen kann zu MittäterInnen/ MitläuferInnen zu werden. Das beschreibt H.Arendt ja eindrücklich in ‘Eichmann in Jerusalem’, den sie als ‘normalen Menschen’ bezeichnet, dem sie allerdings so etwas wie Unvermögen im Selberdenken attestiert. Dieses Unvermögen dürfte sehr viel damit zu tun haben, dass sich Menschen, wie Eichmann, in ihrem Denken und Fühlen aufgespaltet haben. Nun, ein weites Feld, welches Persönlichkeiten wie Fromm, Adorno, Marcuse .... mit beackert haben. Verstehe ich dein Anliegen auch dahin gehend, dass du anregen und ermutigen willst, dem Eigenen (auch bösen) auf den Grund zu gehen, und das dazu die Beachtung ‘aller’ Emotionen, gehört, da diese ‘Selbsterkenntnis’ lehren? D.h. Gefühle gehören dann auch be-dacht, sprich reflektiert, um sie nicht ‘auf andere’ zu projizieren. Ist natürlich nichts Neues (Freud lässt grüßen), aber gut sich immer wieder darauf zu besinnen. Was die Angst vor ‘böser-Menschen-Ansteckung’ betrifft, diese hat ja durch Corona derzeit Hochkonjunktur. So wünsche ich mir sehr, dass dieser Angst, und den vielleicht noch nicht sichtbaren Gründen, nachgespürt wird.

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  • Anja sagt:

    Danke, Susanne! Ja, so sehe ich es auch. Gefühle, die nun mal da sind, nicht rationalisierend "wegzumachen" (und an ihre Stelle Pflichten, Tugenden oder andere starre Handlungsschemata zu setzen), kann etwas verändern, das insgesamt dann wieder gut und nützlich sein wird. Zum Beispiel kann ich mir vorstellen, dass wenn ich es vollkommen zulasse, zu fühlen, was Verachtung mit mir macht, dann komme ich ganz tief am Grunde dieses erschreckenden Gefühles auf die Erkenntnis, dass auch ich voller Hass und Rachegedanken bin und dass ich selbst es bin, die auch den anderen (weil er so "völlig falsch" ist) existentiell bedrohen und "wegmachen/vernichten" will. Und DARAUS könnte dann vielleicht wieder das (echte) Mitgefühl erwachsen ("Feindesliebe"), ohne das ein Dialog ja tatsächlich nicht möglich ist. Da hat Antje schon Recht mit ihrer ursprünglichen Bemerkung, dass wenn ich nicht mehr glaube, dass der andere irgendwie Recht haben *könnte* (und sei es nur sein Recht auf eine eigene Meinung!), gibt es keine Beziehung, keine Hinwendung, keinen Dialog.

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