beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "erinnern"

Kapitel 8: Abstrakte Beziehungen und formalisierte Rechte: wie Gesellschaft denken?

Zum 20. Jubiläum der Flugschrift „Liebe zur Freiheit, Hunger nach Sinn“ veröffentlichen wir hier im Forum den Text erstmals online. Dies ist das 8. Kapitel: Abstrakte Beziehungen und formalisierte Rechte.

Neu in "lesen"

Was hat meine Kleidung mit mir zu tun?

Wenn Elke Heidenreich sich Gedanken macht über Kleiderfragen, kommt ein Buch mit Kurzgeschichten dabei heraus. Adelheid Ohlig stellt es uns vor.

Neu in "erzählen"

Geburtshilfe – eine Weihnachtsgeschichte

Die Weihnachtsgeschichte neu erzählt von Kathrin Bolt.

Neu in "denken"

Der Sprung / Salto della specie

Sind Frauen die Verliererinnen der Corona-Krise? Nein, sie sind Protagonistinnen eines Zivilisationssprungs! Dieser Text erschien im Mai 2020 aus Anlass der Covid-Pandemie. Einige der Unterzeichnerinnen sind dem Mailänder Frauenbuchladen oder der Philosophinnengruppe Diotima in Verona verbunden.

Neu in "anschauen"

Aus der Zeit gefallen (4) – Wir sprechen über “Schlafen werden wir später” von Zsuzsa Bánk

Mit Blick auf den Roman „Schlafen werden wir später“ von Zsuzsa Bánk sprachen wir über Freundinnenschaft.

Neu in "handeln"

Corona & Carearbeit – Leider nichts dazugelernt…

Obwohl die zweite Covid-Welle, mit der wir derzeit zu kämpfen haben, lange absehbar war, haben die politisch Verantwortlichen in Bezug auf die Systemrelevanz von Care-Arbeiten nichts dazugelernt. Ein Kommentar von Uta Meier-Gräwe.

Die Vulva und das Heilige

Von Dorothee Markert

Als dieses Transparent vor anderthalb Jahren in Freiburg an der Universitätskirche hing, freute ich mich sehr. Nicht nur über die mutige politische Aktion von Maria 2.0 (hier haben wir schon einmal über diese Bewegung berichtet), sondern vor allem auch darüber, dass damit endlich wieder etwas zusammengebracht wurde, das in der Zeit vor den patriarchalen Religionen und ihrer Abwertung der Sexualität sowohl für Frauen als auch für Männer einmal selbstverständlich war: Ein heiliger Ort, eine heilige Frau und ihre heilige Vulva. Natürlich musste das Transparent nach ein paar Tagen wieder abgehängt werden, weil manche meinten, es beleidige ihre Muttergottes. Was für ein Unsinn! Dass die Vulva unendlich oft beleidigt, erniedrigt, missbraucht, geschändet, verletzt, verstümmelt und unsichtbar gemacht wurde im Lauf der patriarchalen Geschichte, nimmt ihr nicht ihre Bedeutung als der Ort, durch den wir alle zur Welt gebracht wurden und ohne die es kein neues menschliches Leben gäbe.

Das Weihnachtsfest kommt dieser Wahrheit schon ziemlich nah. Immerhin steht im Mittelpunkt der christlichen Weihnachtserzählung eine Schwangere, die ein Kind zur Welt bringt, was viele Menschen in Entzücken versetzt und Arme und Reiche dazu bringt, vor diesem Wunder niederzuknien und durch Geschenke einen Beitrag zu leisten, dass es Mutter und Kind gut geht. 

Letzte Woche las ich in der Zeitung, dass – ebenfalls in Freiburg – ein Crowdfunding-Projekt gestartet wurde mit dem Ziel, etwas gegen die Tabuisierung der Vulva zu tun, die ja bisher fast nur in pornographischen Darstellungen sichtbar wird: Sie produzierten einen Abreißkalender mit 365 Aufnahmen von Vulven in all ihrer Unterschiedlichkeit, und der ist nun für 2021 schon ausverkauft. Wer also etwas über die Schönheit und Vielfalt von Vulven erfahren möchte, könnte beim Vulvaversity-Kollektiv darauf drängen, dass der Kalender nachgedruckt wird, oder gleich einen fürs nächste Jahr bestellen.

beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint