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Plötzlich Teil einer Familie

Von Antje Schrupp

In ihrem Film „Der wundersame Katzenfisch“ erzählt die mexikanische Regisseurin Claudia Sainte-Luce eine spannende Geschichte über Beziehungen, Verantwortung und Freiheit – eben über das gute Leben im Angesicht der Bedürftigkeit. Ein Filmtipp von Antje Schrupp.

Martha und Claudia haben sich im Krankenhaus angefreundet.

Martha und Claudia haben sich im Krankenhaus angefreundet.

Die Supermarktangestellte Claudia (Ximena Ayala) lebt alleine in Guadalajara, Mexiko. Als sie wegen einer Blinddarmentzündung ins Krankenhaus kommt, lernt sie dort ihre Bettnachbarin Martha (Lisa Owen) kennen, eine enthusiastische, lebensfrohe Mutter von vier Kindern, die vor einiger Zeit an Aids erkrankte.

Martha sieht, wie Claudia nach ihrer Operation alleine das Krankenhaus verlässt, und lädt sie sie zu sich nach Hause ein. Und so landet Claudia plötzlich in einer turbulenten, chaotischen Familie: Da sind die zwei schon erwachsenen Töchter Marthas, die durch die Krankheit ihrer Mutter mehr Verantwortung tragen müssen als ihnen lieb ist, die pubertierende jüngere Tochter sowie der jüngste Sohn, der überall sein Aquarium mit hinnimmt, in dem jener Katzenfisch lebt, dem der Film seinen Namen zu verdanken hat.

Claudia ist eigentlich ein sehr introvertierter Mensch, sie hat kaum Freundschaften und offenbar auch keine Familie. Doch sie hat ein gutes Gespür für Notwendigkeiten und wird im Lauf der Zeit Teil eines sozialen Gefüges, dem sie sich nicht mehr entziehen kann (und auch nicht will).

Ein unbedingt sehenswerter Film über Beziehungen, Bedürftigkeit und Vertrauen und darüber, was „Care“ bedeutet. Er kommt am 10. Juli in Deutschland ins Kino.

 

Autorin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 08.07.2014
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