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Das, was nicht von mir abhängt

Von Antje Schrupp

Ein wichtiges Thema im Feminismus und vor allem im Differenzfeminismus ist schon immer die Kritik an einer männlichen philosophischen und politischen Tradition, die Freiheit mit Autonomie verwechselt. Stattdessen haben wir in vielerlei Diskussionen und Publikationen den Fokus auf die Beziehungen gelegt, in denen Menschen erst frei werden. Davon ausgehend rückte auch die Beschäftigung mit Abhängigkeit, mit dem Unverfügbaren, mit Bedürftigkeit als grundlegende Bedingungen des Menschseins in den Fokus.

Die italienische Philosophin Wanda Tommasi, seit Jahrzehnten eine der zentralen Figuren der Philosophinnengruppe Diotima in Verona, hat sich in ihrem neuen Buch explizit mit dem beschäftigt, „was nicht von mir abhängt“, wie schon der Titel sagt. In diesem Text will ich für die deutschen Leserinnen und Leser die (für mich) interessantesten Thesen zusammenfassen.

Stoiker und Mystikerinnen

Tommasi beginnt mit einem Rückblick auf die Philosophiegeschichte und identifiziert zwei Traditionen, die sich ebenfalls bereits ausdrücklich damit auseinandergesetzt haben, dass Menschen sehr vieles nicht beeinflussen können, was sie jedoch unmittelbar betrifft und teilweise auch gefährdet.

Die Stoiker im alten Griechenland entwickelten daraus die Idee, der Vernunft gemäß zu leben bedeute, dass man sich nur um das kümmert, was von einem selbst abhängt, und alles andere mit Gelassenheit hinnimmt. Diese Philosophie steht unter modernen Bedingungen ein wenig im Ruch der Verantwortungslosigkeit, da sie ja unter Umständen bedeutet, dass man auch schrecklichen Ereignissen, da man sie nicht beeinflussen kann, mit „stoischer Gelassenheit“ zuschaut. Tommasi weist aber darauf hin, dass die Stoiker – wie generell die Menschen in ihrer Zeit – davon ausgingen, dass „Vernunft“ nicht etwas nur Individuelles ist, sondern dass Vernunft den ganzen Kosmos durchzieht, und dass es eine Verbindung zwischen der kosmischen und der menschlichen Vernunft gibt. Das Bild ist also nicht, dass „dort“ die schreckliche Welt ist und „hier“ der stoische Mensch, der sich um all das nicht kümmert, sondern dass beide in einer Verbindung stehen. Das ändert sich eben in der Moderne, als die Vernunft zu einer rein menschlichen Angelegenheit wird: Wir sind heute überzeugt, dass nur die Menschen vernünftig sind, aber nicht die sie umgebende Welt. Damit verliert die Vernunft „ihre intime Verbindung mit der Realität“, wie Tommasi schreibt, und wird stattdessen von ständigem Zweifel geplagt.

Die zweite Tradition, mit dem Unverfügbaren umzugehen, ist die Religion und speziell die Mystik. Wie Teresa von Avila sagt: Man soll das tun, was man tun kann, und für den Rest auf Gott vertrauen. Auch in dieser Philosophie gibt es eine Verbindung zwischen dem, was von mir abhängt, und dem, was nicht von mir abhängt. Und auch diese Verbindung hat die Moderne gekappt, da sie das Konzept „Gott“ aus ihrem Repertoire gestrichen hat.

Tommasis Ausgangs-Diagnose ist also die Krise des modernen Subjekts im Umgang mit dem Phänomen der Abhängigkeit und des Unverfügbaren: Weil wir Menschen uns nicht mehr in Syntonie mit etwas Größerem verstehen, weder mit der kosmischen Vernunft noch mit dem Schöpferwillen Gottes, ist die Tatsache, dass so vieles von dem, was geschieht, nicht von uns abhängt, sehr viel gravierender. Für Stoiker und Mystikerinnen war es gewissermaßen nicht so schlimm, wenn sie nur wenig Einfluss hatten, weil sie ihren Einfluss als einen Baustein in etwas Größerem verstanden und sie ihre Aufgabe nicht darin sahen, die ganze Welt zu bewegen, sondern nur darin, ihren (kleinen) Beitrag an dem Sinn des größeren Ganzen auszurichten.

Das wenige, das vom modernen Subjekt abhängt, ist hingegen wirklich einfach nur noch – sehr wenig.

Gefühle, Feminismus, Psychoanalyse

In einem zweiten Kapitel beschäftigt sich Tommasi mit den Gefühlen: Sie seien „der Abdruck in mir von dem, was nicht von mir abhängt.“ Hier stellt sie zunächst Sartre bzw. den Existenzialismus, der als Antwort auf die Krise der Moderne die „Selbstvergöttlichung des Subjekts“ beschrieben habe (also zu Ende gedacht hat, was es bedeutet, wenn nur der Mensch selbst Vernunft hat, es bedeutet nämlich, dass es keine von ihm unabhängigen Werte etc. gibt), der spanischen Philosophin Maria Zambrano (1904-1991) entgegen, die über die „passive Disposition des Bewusstseins“ geschrieben hat, das bereit ist „das Wahre nicht zu suchen, sondern zu empfangen.“

Anschließend beschäftigt sich Tommasi ausführlich mit Feminismus und Psychoanalyse, die beiden seien „die zwei wesentlichen Triebkräfte, die das gefühlvolle Subjekt der Gegenwart mit hervorgebracht haben“. Das Paradox des Feminismus bestehe darin, dass die weibliche Subjektivität genau in dem Moment, wo sie überhaupt erst einmal ans Licht kommt, sich sofort selbst veräußerlicht wird. In der Psychoanalyse werden die Verletzlichkeit des Selbst, die Dynamik des Begehrens usw. bearbeitet, alles Dinge, die die „Herrschaft“ des Subjekts über sich selbst in Zweifel ziehen. Während das männliche Subjekt über lange Zeit die Illusion der eigenen Autonomie und Kontrolle kultiviert hat, und nur mit dem Aufkommen der Psychoanalyse zugeben musste, nicht Herr im eigenen Haus zu sein (weil es das Unbewusste gibt), kommt mit dem Feminismus das weibliche Subjekt ans Licht, indem es bereits die psychoanalytische Lehre von der Natur des Unbewussten und des Begehrens als Essenz hat, und so auch die Verletzlichkeit im Inneren anerkennt, das heißt, die Illusion von Kontrolle und Herrschaft über sich selbst entwickelt sich im weiblichen Subjekt gar nicht erst.

Das ist keine bequeme Position: Gerade dann, wenn die Frauen endlich ebenfalls den Platz des Subjekts einnehmen, der zuvor ein rein männlicher war, wird entdeckt, dass dieses Subjekt gar keine Herrschaft über sich selbst hat, wegen der innerlichen Fremdheit des Begehrens. Die Schwierigkeit, das Begehren zu fassen, hat mit der Anstrengung zu tun, die es kostet, eine innere, intime und unbewusste Andersheit zu akzeptieren, und zur gleichen Zeit einer äußerlichen Andersheit zu begegnen, mit der man (eben aufgrund des eigenen Begehrens) in einer permanenten Beziehung steht, in eine Anstrengung der Auseinandersetzung, die ständig neu geführt werden muss.

Der Gewinn, der aus dieser unbequemen Positionen folgt, schreibt Tommasi, ist dass dabei der Übergang zwischen dem Inneren und im Äußeren immer offen gehalten wird, sodass die eigene subjektive Erfahrung und die eigene Einzigartigkeit nicht überflüssig werden auch nicht angesichts einer Welt, in der so vieles nicht „von mir abhängt“.

Begehren in der Philosophie

Im nächsten Kapitel setzt Tommasi sich mit der Philosophiegeschichte in Bezug auf das Begehren auseinander. Dabei gibt es verschiedene Stränge, die einen verstehen Begehren als Mangel, die anderen als Fülle.

Simone Weil trifft dabei eine Unterscheidung: Ihrer Ansicht nach ist das Begehren schlecht, wenn es sich auf weltliche feste Objekte richtet, aber es ist gut, wenn es sich auf etwas Größeres richtet – daraus entsteht ihre Idee, dass das Begehren „ausgebildet“, im Sinne von geformt und erzogen werden müsse. Das erinnert wieder an die Stoiker, die ebenfalls dafür plädierten, das Begehren nur auf das zu richten, was in der eigenen Verfügbarkeit liegt, nämlich die Vernunft und die moralische Wahl.

Die Vorstellung von einer Erziehbarkeit des Begehrens ist für die heutige Psychoanalyse jedoch ebenso wie für den heutigen Feminismus undenkbar: Für den Feminismus ist das Begehren die authentische Manifestation der weiblichen Subjektivität, für die Psychoanalyse ist es ein Zugang zum Unbewussten.

Das „poröse“ Subjekt

Tommasi führt hier die Vorstellung von einem „porösen“ Subjekt ein (benannt nach „Poros“, dem Vater von Eros): Die Poren seiner Haut sind offen sowohl in die Richtung des Unbewussten als auch in die Richtung der Kontingenz und auf die anderen hin. Was diesen letzten Punkt betrifft, so bleibt das Begehren des Mangels offen für eine Frage, die sich auf die anderen richtet, nämlich die Abhängigkeit von deren Anerkennung.

Tatsächlich wurde in der Einschätzung vieler (zum Beispiel Nancy Fraser) der Kampf um Anerkennung zum bestimmenden Merkmal der politischen Kämpfe des 20. Jahrhunderts. Laut Carla Lonzi ist jedoch der Kampf um Anerkennung ein Merkmal von Auseinandersetzungen zwischen Nationen, er ist nicht geeignet, um das Verhältnis zwischen Männern und Frauen zu beschreiben, da man dieses auch nicht als Verhältnis von Herr und Knecht verstehen kann – so wie Hegel es als Ursprungsfigur der Anerkennungsforderung beschrieben hat.

Mit der Frau, so Lonzi, betritt vielmehr ein „unvorhergesehenes Subjekt“ die Bühne, das sich in der Anerkennung durch andere Frauen konstituiert. Der Differenzfeminismus geht im Anschluss an Lonzi von einem weiblichen Begehren aus, das nicht eine Kopie des männlichen ist.

Drei Zweifel in Bezug auf das weibliche Begehren

Aber (fragt nun Tommasi selbstkritisch): Ist das nicht ein Mythos, dass es solch ein anderes authentisches originelles weibliches Begehren gibt? Eines, das in der Lage ist, sich von den männlichen Zielen abzugrenzen und den Weg zu bereiten für ein Anderswo, zu einer anderen Welt innerhalb dieser Welt?

Erster Zweifel: Ist die Idee von einem ursprünglichen weiblichen Begehren nicht eine romantische Lüge? Viel weibliches Begehren, zum Beispiel bei den Mystikerinnen, hat mit der Beziehung zu einem göttlichen Anderen zu tun, mit einer Transzendenz, das heißt, diese Frauen haben darin eingewilligt, eine Autorisierung für das eigene Begehren zu bekommen. In der mystischen Tradition, die vor allem eine weibliche Tradition ist, schreibt Tommasi, liegt vielleicht das Geheimnis, das es erlaubt, ein eigenes Begehren zu haben, ohne so zu tun, als wäre man im Besitz eines ursprünglichen, einzigartigen, unwiederholbaren Begehrens.

Tommasis zweiter Zweifel betrifft die Objekte des Begehrens, also die Annahme, das weibliche Begehren sei ein Weg zu einer besseren Welt. Man kann aber Objekte des Begehrens nicht moralisch bewerten, denn jeder und jeder begehrt offensichtlich, was er oder sie will, „und mehr gibt es dazu nicht zu sagen“. Aristoteles war der Ansicht, das Ziel des Begehrens sei Glück und die einzelnen Objekte des Begehrens seien Mittel zum Zweck, das Glück zu erreichen. Luisa Muraro unterscheidet zwischen solchen Objekten, die eine gute Wiedererstattung der Beziehung zur Mutter sind, und solchen, die dieser entgegenstehen.

Der dritte Zweifel hat mit dem Thema des Begehrens und der Sexualität zu tun. Indem die Beschäftigung mit dem Begehren im Differenzfeminismus zunehmend politisch wurde, und es darum ging, dass Frauen sich auf andere Frauen beziehen, ist das heterosexuelle Begehren in den Hintergrund geraten und in großen Teilen ist es sozusagen ein „desexualisierter“ Feminismus geworden.

Das Gute am Begehren ist, dass es Ungleichgewicht und Ungleichheit ins Spiel bringe, auch die Ungleichheit „zwischen sich und sich selbst“. Begehren ist der Hebel, das eigene „ungleiche“ Begehren in die Welt zu bringen, woraus dann immer wieder neue Vermittlungen entstehen.

Allerdings entsteht daraus auch das Problem des Fehlens des Begehrens. Es existiert eine weibliche Depression, wenn das Begehren nicht nur fehlt, sondern tatsächlich verstummt und weggeht, und sie ist weit verbreitet. Daraus entstand unter den Diotima-Philosophinnen die Arbeit am Negativen. Jedenfalls gilt: Ein sehr großes Ungleichgewicht kann einerseits das Begehren anfeuern, andererseits aber auch lähmen.

Die mystische Weisheit, die innerhalb religiöser Gesellschaften entstanden ist, hat gelehrt, die eigene Kleinheit zu akzeptieren, ohne dass man sich deshalb gleich als Nichts fühlt und auf die eigene Impotenz reduziert wird. Denn in diesem Horizont hatte jede und jeder ungeachtet der eigenen Grenzen gleichermaßen Würde im Gegenüber zu Gott und konnte aus der eigenen Bedürftigkeit eine Ressource in der Beziehung mit dem Göttlichen machen. Wir heute haben keinen solchen Horizont, der größer ist, und jeder und jedem erlaubt, in der eigenen Kleinheit zu bleiben, ohne dass man sich deshalb auf ein Nichts reduziert fühlt. Stattdessen haben wir das Ideal einer Gleichheit, die jegliche Ungleichheit auf fundamentale Weise inakzeptabel macht.

Verletzlichkeit durch Beziehungen

Tommasi schreibt dann, warum es problematisch ist, von „Care“ als einer weiblichen Haltung zu sprechen, weil die Frauen sich ja daraus befreien wollten und diese Arbeit auch heute nicht einfach weiter übernehmen wollen, ohne von den Männern etwas zurück zu bekommen. Stattdessen schlägt sie vor, vom weiblichen Subjekt als einem relationalen Subjekt zu sprechen, bei dem die Suche nach Freiheit eben nicht unabhängig ist von der Abhängigkeit, denn die Freiheit gewinnt man in wirksamen Beziehungen, in die das Subjekt eingebettet ist.

Damit gewinnt auch der Aspekt an Bedeutung, dass unsere Vulnerabilität, unsere Verletzlichkeit nicht nur damit zusammenhängt, dass wir körperliche Wesen sind und entsprechende Bedürfnisse haben, sondern auch damit, dass wir Beziehungen haben mit Menschen, die uns verletzen können, verlassen können, täuschen können. Wir sind physisch und psychisch mit anderen verbunden, und diese Verbindung macht uns verletzlich.

Laut Freud gibt es drei Quellen der menschlichen Verletzbarkeit: die Verletzbarkeit des Körpers, die Naturgewalten, die Beziehungen der Menschen untereinander. Die ersten beiden sind sozusagen „unschuldig“, die anderen sind sehr komplex. Insofern das weibliche Subjekt die Freiheit in der Bezogenheit sucht, ist es natürlich auch sehr viel verletzlicher gegenüber dem Leid, das von Beziehungen verursacht wird.

Freiheit als Antwort auf das Reale

Man hat selten eine klare Linie, anhand derer man unterscheiden kann zwischen dem, was von mir abhängt, und dem, was nicht von mir abhängt. Normalerweise hat man es mit einer ununterscheidbaren Ansammlung von Dingen zu tun, von denen manche in unserer Macht liegen und andere nicht.

Tommasis Schlussthese: Die menschliche Freiheit spielt sich nicht darin ab, das Reale zu befehlen oder zu kontrollieren, sondern darin, auf das Reale zu antworten. Wir müssen handeln im Rahmen der Umstände, der Notwendigkeiten, der Zufälle, die wir uns nicht ausgesucht haben, und der Beziehungen, in die wir eingebunden sind, und in diesem Rahmen das tun, was von uns abhängt, ohne auf unsere Freiheit zu verzichten, aber auch ohne im Gegenteil anzunehmen, dass alles von uns abhängt.

In dieser Hinsicht gibt es Ähnlichkeiten in den Philosophien von zum Beispiel Hannah Arendt, Simone Weil oder Jeanne Hersch: Freiheit bedeutet, innerhalb von Umständen, die bereits vorgegeben sind, etwas zu tun. Simone Weil hat geradezu eine Leidenschaft für die Akzeptanz. Die Akzeptanz öffnet „eine Straße der Freiheit innerhalb von Umständen, die man nicht gewählt hat“.

Genau das steht auch im Zentrum des Denkens der sexuellen Differenz: nämlich der freie Sinn der Geschlechterdifferenz, also dem Frausein eine freie Bedeutung zu geben. Eine Frau zu sein ist die erste Sache in meinem Leben, die nicht von mir abhängt, die ich aber annehmen kann, indem ich ihr einen freien Sinn gebe. Einen Sinn, in dem das, was nicht von mir abhängt, nicht nur als Gewicht auf mir lastet, sondern in dem ich diese Dinge benutzen kann, um das zu verfolgen, was mir am Herzen liegt.

Das kann ein Sinn für Freiheit sein, nicht nur in Bezug auf die Geschlechterdifferenz, sondern auch in Bezug auf viele andere Zufälle, von denen unsere Leben gezeichnet sind: Es ist die Herausforderung einer Freiheit, von dem auszugehen, was nicht von mir abhängt. Das zu akzeptieren, was wir nicht verändern können, setzt Energien frei, die nämlich nicht dazu verbraucht werden, das Unausweichliche zu negieren, sondern wir richten die Ressourcen, die uns bleiben, auf das, was in unserer Macht steht.

Dieser Kontakt mit unserer eigenen Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit kann uns außerdem fähiger machen, auch die Verletzungen anderer zu verstehen. Die Tatsache, dass so viele Dinge, die uns tief berühren, nicht von uns abhängen, versetzt uns in einen prekären Zustand und liefert uns der Gnade des Zufalls aus, der genauso gut wie schlecht sein kann. Diese Vorstellung widerspricht dem heutigen Zeitgeist, der aus allem ein Objekt der Wahl machen möchte.

Das, was von mir abhängt, und das, was nicht von mir abhängt, ist eine Kreuzung zwischen dem Subjekt und den Umständen. Was nicht von uns abhängt, kann die Form eines Geschenks annehmen, aber auch die Form einer Zumutung.

Wanda Tommasi: Ciò che non dipende da me. Vulnerabilità e desiderio nel soggetto contemporaneo, Editori Liguore, Napoli 2016.

Meh von Wanda Tommasi: Eine andere Welt in dieser Welt 

Autorin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 03.06.2018
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Ute Plass sagt:

    „Das, was nicht von mir abhängt“ erinnert mich an das sog. „Gelassenheitsgebet“.
    „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

    Wesentlich zum Weiterdenken finde ich Tommasis ‚Zweifel am weiblichen Begehren‘, besonders Ihre Frage: “ Ist das nicht ein Mythos, dass es solch ein anderes authentisches originelles weibliches Begehren gibt? Eines, das in der Lage ist, sich von den männlichen Zielen abzugrenzen und den Weg zu bereiten für ein Anderswo, zu einer anderen Welt innerhalb dieser Welt?“

    Dass Mensch sich überhaupt seines eigenen Begehrens bewußt werden kann, halte ich für über-lebensnotwendig in dieser unserer Welt, in die fast täglich die Botschaft ergeht, dass mannfrau Leistung und Profit begehrenswert finden und entsprechende Wege in diese Richtung gehen soll-t-en.

    Das eigene Begehren zu erkennen passt natürlich nicht in diese vorherrschenden Botschaften, da es ein wunderbar-gefährliches Potential für deren Veränderung in sich trägt.

    Danke, Antje, für diese großartige Übersetzung und Zusammenfassung.

  • Johanna Helen Schier sagt:

    Ja! Ute Plass… „sich des eigenen Begehrens bewusst werden…“
    Die wahren Bedürfnisse erkennen. Dies ist der erste Schritt
    zum politischen Handeln in einer Gesellschaft, die auf Leistung zielt und auf Profit.

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