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Rubrik Blitzlicht, unterwegs

Feministisch-politische Sommertage in Österreich

Von Antje Schrupp

Wie Ihr vielleicht schon mitbekommen habt, findet im August die feministisch-politische Sommertagung DENKUMENTA in Österreich zum Thema „Über_setzen. Gutes Leben für die ganze Welt“ statt. Vom 16. bis 19. August (mit Möglichkeit eines Verlängerungstages) treffen wir uns im Tagungshaus St. Arbogast (in der Nähe von Feldkirch und nicht weit vom Bodensee). Das Programm wird von den Teilnehmer*innen selbst gestaltet, und die Liste der Workshops ist inzwischen schon lang und fein. 

Vor sechs Jahren haben wir schon einmal so eine Konferenz gemacht, am selben Ort, und es bestand der allgemeine Wunsch nach Wiederholung. 2013 war auch das Jahr der Dokumenta in Kassel, deshalb haben wir unsere Veranstaltung „Denkumenta“ genannt. Denn wir wollen eben kein klassisches Konferenzformat haben, sondern eher etwas Fluides, mit genügend Raum für Spontanes, für Begegnungen, für wirklichen Austausch.

Ich habe jetzt schon ein paarmal gehört, dass welche glauben, die #Denkumenta wäre nur für Fortgeschrittene oder Eingeweihte, und deshalb zögern, sich anzumelden, weil sie uns* noch nicht kennen oder nicht persönlich kennen. Aber so langweilig sind wir gar nicht.

Alle (die sich für die Themen interessieren) können kommen, man braucht kein Vorwissen. Man braucht keine feministischen Grundlagen kennen oder Philosophiekenntnisse, wirkliches Interesse und die Bereitschaft, sich auf andere und vielleicht neue Perspektiven einzulassen, reicht. Es ist eine Konferenz, zu der Frauen einladen, aber es sind alle Gender willkommen, wenn sie an einem Austausch über feministische Ideen interessiert sind.

Und: Man muss selbst keinen Vortrag halten oder Workshop geben, man darf auch einfach nur kommen und dabei sein. Zuhören und mit-machen sind eh unterschätzt.

Die Teilnahme kostet 245 Euro (Dreibettzimmer pro Person), 295 Euro (Doppelzimmer pro Person) oder 365 Euro (Einzelzimmer), alles inklusive Übernachtung, Essen und Tagungsbeitrag. Theoretisch kann man auch auf dem Gelände zelten, Essen und Tagungsbeitrag ohne Übernachtung kosten 165 Euro. Das Duschen müsste man dann irgendwie organisieren, weil es keine Zeltplatz-Facilities gibt. Aber da wir das gesamte Haus und Gelände gemietet haben, würde auch das irgendwie gehen. Wer soviel Geld nicht hat, kann uns bei der Anmeldung mitteilen, wie viel Zuschuss sie benötigt, wir versuchen das Defizit dann über Spenden irgendwie aufzutreiben (hat vor sechs Jahren geklappt).

Mehr zur Konferenz unter www.denkumenta.de

Oder bei offenen Fragen einfach eine Mail schicken an denkumenta2019@gmail.com.

Autorin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 11.07.2019

Kommentare zu diesem Beitrag

  • Hanna Strack sagt:

    Es ist gut, dass und was Jutta Pivecka über unsere Mütter schreibt. Als ich meine Mutter (geb.1906) beerdigte, habe ich aus dem Gottesdienst eine Klageliturgie gemacht und mehrmals Kyrie eleison singen lassen. Immer wenn es schön war im Leben meiner Mutter, war es bald zu Ende: 1. Weltkrieg, Inflation, Matrosenaufstand in Lübeck, kein (sehnsüchtig gewünschtes) Studium, Kirchenkampf in Lübeck, eine glückliche Ehe von 1934 bis 1938, dann täglich Feldpostbriefe, Kriegerwitwe.
    Ein Thema, das noch erwähnt werden muss, ist der sexuelle Notstand vieler junger Kriegerwitwen. Durch Kindheitserlebnisse sexuell gestört, konnte meine Mutter ihr eigenes Begehren nur verdammen, unterdrücken, ja verteufelte die Sexualität schlechthin. Das hatte fatale Folgen, auch für ihre Kinder.
    Dieser Artikel reizt mich, Mutters Biografie zu schreiben, doch es wäre zu belastend.
    Eines Morgens wachte ich auf mit der Frage auf den Lippen: „Warum musste ich in diese schwierige Familie hinein geboren werden?“ und ich hörte die Antwort: „Damit du die heilenden Kräfte erfährst!“. Dafür bin ich dankbar.

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