beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Rubrik denken

Gott, die Kreuzigung und ich

Von Antje Schrupp

… und zwei, drei Gedanken zum interreligiösen Dialog

Kreuz

Foto: Joy Fera/fotolia.com

War es notwendig, dass Jesus hingerichtet wurde? Hat die Kreuzigung eine heilsgeschichtliche Bedeutung gehabt? Über diese auf den ersten Blick vielleicht ziemlich abstrakte und wenig alltagsrelevante Frage habe ich kürzlich in einer kleinen Gruppe mit drei anderen christlichen Theologinnen diskutiert.

Wir waren auf das Thema gekommen, als wir über einen Text sprachen, den eine der Teilnehmerinnen zum Thema „traumagerechte Theologie“ geschrieben hatte. Sie setzt sich darin unter anderem mit der Frage auseinander, welche Wirkungen das Bild des unschuldig leidenden Jesus auf Menschen hat (oder haben kann), die sexuelle Gewalt erfahren haben. Immerhin wird hier ein erlittenes Unrecht positiv interpretiert. Jesus, so die verbreitete christliche Interpretation, sei „für die Sünden der Menschen gestorben“. Damit sei die Überwindung des Todes möglich geworden. Wird damit nicht die Vorstellung erzeugt, dass es notwendig sein kann, Opfer zu bringen? Was bedeutet das für Menschen, die selbst unschuldige Opfer von ungerechter Gewalt geworden sind?

Innerhalb der feministischen (christlichen) Theologie ist die Bedeutung des Kreuzes schon lange umstritten. Immer wieder haben Frauen ihr Unbehagen über die zentrale Rolle geäußert, die der Kreuzestod Jesu im Christentum hat: Soll wirklich Leid und Tod der Dreh- und Angelpunkt einer Religion sein? Ist es nicht besser, die positiven Seiten von Jesu Wirken ins Zentrum zu stellen, seine beispielhafte Zuwendung zu den Armen und Ausgestoßenen, seine Ethik?

Was die seelsorgerliche und praktische Seite des Themas betrifft, so waren wir vier in der kleinen Diskussionsgruppe uns einig: Christliche Theologie muss im konkreten Leben – also in Predigten, im Gespräch, beim Schreiben theologischer Texte – viel  mehr als bisher die Möglichkeit einkalkulieren, dass das jeweilige Gegenüber vielleicht selbst Opfer (oder auch Täter oder Täterin ist) einer Gewalttat ist. Keinesfalls darf der Eindruck entstehen, dass eine „gute Christin“ sich in ihr Schicksal ergibt, Autoritäten nicht in Frage stellen darf und ihrem Leiden irgendwie einen höheren Sinn abgewinnen soll. Und keinesfalls dürfen Täter und Täterinnen sich darauf herausreden, dass wir doch letztlich alle irgendwie „sündig“ sind.

Uneinig waren wir uns aber über die Frage, ob dieses Problem lediglich eines der Umsetzung und des Feingefühls ist – oder ob es den Kern des christlichen Glaubens selbst betrifft, also die Frage nach dem, was genau damals passiert ist und wie wir das interpretieren.

Nach Ansicht von zwei der Mitdiskutantinnen kann Jesu Tod auch anders denn als Verherrlichung der Selbstaufopferung interpretiert werden: Insofern in Jesus (nach christlichem Verständnis) Gott selbst leidet, stellt er (sie) sich an die Seite der Menschen. Gott steigt gewissermaßen von seinem/ihrem Allmachtsthron herunter und erniedrigt sich. In keiner anderen Religion ist Gott so radikal als „Mitleidende/r“ im wahrsten Sinne des Wortes gedacht. Tatsächlich hat dieses Gottesbild des unschuldig Leidenden ja zum Beispiel in der Befreiungstheologie viele Inspirationen und Impulse für eine Veränderung der Gesellschaft zum Besseren mit sich gebracht.

Ist der Kreuzestod Jesu damit aber tatsächlich eine heilsgeschichtliche „Wende“ in der Beziehung zwischen Gott und den Menschen gewesen? Oder war Jesu Hinrichtung genau das, was auch jede andere Gewalt ist, die Menschen erlitten haben und heute noch erleiden, nämlich – sinnlos?

Ich würde das so sagen. Und ich glaube, dass damit nichts von der Erkenntnis, die für die Geschichte des Christentums mit der Kreuzigung verbunden ist, verloren gehen muss. Das heilsgeschichtlich bedeutsame „Ereignis“, wenn man so will, war meiner Ansicht nach nicht Jesu Hinrichtung. Die war nur eine von vielen sinnlosen Gewalttaten, wie es sie dauernd überall gibt. Man muss das nicht nachträglich mit Sinn ausstatten oder darin gar eine weltgeschichtliche Wendung im Verhältnis zwischen den Menschen und Gott machen.

Allerdings ereignete sich damals dennoch etwas, das von großer Bedeutung war: Und zwar in den Köpfen und in den Gesprächen der Menschen, die um Jesus trauerten, also in der frühen christlichen Gemeinde. Ihnen erschloss sich während sie über diesen sinnlosen und ungerechten Tod ihres Freundes und Weggefährten nachdachten, ein Aspekt Gottes, der bis dahin nicht sehr bekannt oder verbreitet gewesen war: Nämlich dass Gott nicht der große Zampano ist, für den viele ihn hielten, nicht der Allmächtige, der nach eigenem Gutdünken in die Welt eingreift und den einen hilft und die anderen bestraft. Sondern dass Gott sich angesichts des (sinnlosen) Leidens auf die Seite der Opfer stellt, dass er/sie mitleidet, sich nicht „herausmogelt“.

Und diese Erkenntnis war das eigentlich wichtige „Ereignis“: Menschen erkannten, dass Gott so schwach ist wie sie selbst – aber dass sich gerade dadurch eine Perspektive eröffnet, die über das Gegebene herausführt. Sich auf Gott zu beziehen bedeutet nicht, dass man hier einen starken Kämpen zur Seite hat, sondern gerade ganz andere Maßstäbe und Orientierungsmöglichkeiten. Solche nämlich, die die innerweltlichen Machtkämpfe zwischen den Menschen transzendieren: Das bedeutet es, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Diese Wahrheit über Gott erkannten die frühen Christinnen und Christen in dieser historischen Situation, vor die sie gestellt waren. Das ist schon ein großartiges Ereignis gewesen, denn das ist ja nicht leicht zu erkennen. Die Versuchung ist groß, sich Gott als stark, heldenhaft, allmächtig (männlich) vorzustellen. Es ist verlockend zu glauben, dass man als frommer Mensch quasi auf der richtigen Seite ist, der Seite der Gewinner. Sogar im Christentum, obwohl es die Kreuzigung am Anfang hat, ist dieser Irrglaube immer wieder da gewesen. Wahrscheinlich braucht es für die meisten Menschen einen so herben Rückschlag, wie die Kreuzigung es für die Jesus-Anhängerinnen und -Anhänger war, um darauf zu kommen, dass Gott genau so gerade nicht ist.

Aber, und das ist der springende Punkt: Diese Wahrheit ist nicht exklusiv christlich. Es war nicht notwendig, dass Gott in Jesus „sterben musste“, wie es viele Christinnen und Christen glauben. Sondern es ist nur eben zufällig so gewesen, dass es in dieser Situation dann tatsächlich erkannt wurde. Die Kreuzigung hat den Erkenntnisprozess beflügelt. Aber man kann diese Wahrheit über Gott auch anders erkennen. Es gibt nicht einen „christlichen Gott“, der mitleidet, und einen anderen, meinetwegen „jüdischen“ oder „muslimischen“ Gott, der der große Allmächtige, der Richter und Rächer ist. Sondern Gott ist, wie sie ist, und kein Mensch und keine Religionsgemeinschaft kann für sich beanspruchen, Gott endgültig und definitiv zu kennen.

In den verschiedensten Lebenssituationen erleben wir Menschen etwas von „Gott“, und wir haben die Möglichkeit, diese Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Die Situationen, in denen wir etwas über Gott erfahren, sind immer zufällig, kontingent. Es könnten genauso gut auch andere Situationen sein. Und im Falle der frühen Christinnen und Christen, war es eben diese Situation. Aber sie war nicht notwendig. Sie war trotz allem sinnlose Gewalt.

Möglicherweise hat die Erfahrung der Kreuzigung des von seinen Anhängerinnen und Anhängern als „Erlöser“ geglaubten Jesus dazu geführt, dass in der christlichen Religion der mitleidende Aspekt, die Skepsis gegenüber Vorstellungen von Gott als eine Art Herrscher, der quasi „Machtpolitik“ betreibt, ein größeres Gewicht hat als in anderen Religionen. Einige Hinweise darauf gibt es. Zum Beispiel ist die Trennung von Staat und Kirche, also von „religiösem“ und „weltlichem“ Bereich meiner Meinung nach nicht zufällig in den christlichen Ländern entstanden (ich halte, aber das wäre ein anderer Artikel, die Säkularisierung nicht für eine Gegenbewegung gegen das Christentum, sondern für eine Weltanschauung, die daraus hervorgegangen ist – im Guten wie im Schlechten).

Auch in der christlichen Mystik, vor allem in der weiblichen Mystik, ist dieser Aspekt stark – eindrücklich zum Beispiel beschrieben in einem Begriff, den Margarete Porete vor 700 Jahren von Gott geprägt hat: der Fern-Nahe. Die Nähe Gottes besteht darin, anwesend zu sein in jeder noch so beschissenen und ungerechten und unerträglichen Situation, die Menschen hier auf der Erde erleiden. Und die Ferne Gottes besteht darin, dass sie niemals innerhalb der irdischen Logik zu fassen ist, dass sie eine andere Realität eröffnet, andere Kriterien und Maßstäbe, eine andere Ordnung, die nicht begrenzt ist durch die innerweltlichen Gesetze, und dennoch real.

Die „Kontingenz Gottes“ hat Luisa Muraro das genannt – eine Formel, die zum Ausdruck bringt, dass Gott nicht „existiert“ im Sinne eines Etwas, das quasi als Objekt untersucht und bewiesen (oder widerlegt) werden kann, sondern dass Gott „ist“: anwesend in einer bestimmten Situation, nicht anwesend in anderen. Gott ist Platzhalterin für das Andere, ein Bezugspunkt, der den Horizont über das Gegebene, Bekannte, Beweisbare hinaus erweitert.

Bekanntlich teilt nicht die gesamte Christenheit diese Auffassung. Margarete Porete wurde für ihre angeblich „gotteslästerlichen“ Thesen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auch in der christlichen Geschichte war immer wieder die Meinung vorherrschend, dass „unser Gott“ der bessere, richtigere ist. Und meiner Meinung nach steckt auch hinter der Behauptung, der „christliche Gott“ sei irgendwie „wahrer“ als zum Beispiel der muslimische oder der jüdische, noch ein Abglanz der Vorstellung von Gott als dem „großen Zampano“. Denn auch, wenn seine Großartigkeit gerade darin vermutet wird, dass er sich von seiner Allmacht letztlich durch die Menschwerdung und den Kreuzestod entledigt hätte, ist das nur eine durch die Hintertür wieder eingeführte Großartigkeit.

Außerdem: Diese Seite Gottes haben die Christinnen und Christen vielleicht besser erkannt als die Menschen in anderen Religionen, weil sie zufällig mit der Kreuzigung konfrontiert waren. Allerdings ist ebenso wahrscheinlich, dass andere Religionen auch ihrerseits bestimmte Seiten Gottes besonders gut kennen aufgrund ihrer jeweiligen zufälligen Erfahrungen. Wer Gott „liebt“, müsste eigentlich daran interessiert sein, was das eventuell ist.

Jedenfalls hat sich Gott nicht in dem Moment, als Jesus hingerichtet wurde, irgendwie verändert. Gott ist immer wie sie ist. Auch schon bevor Jesus hingerichtet wurde, war Gott Gott. Das Ereignis, das christlicherseits an Karfreitag und an Ostern gefeiert werden kann, ist deshalb nicht die Kreuzigung und die Auferstehung selbst – an der Kreuzigung gibt es nichts zu feiern, sie war vollkommen sinnlos, so sinnlos wie jedes unschuldige Leiden auf der Welt. Sie war nicht notwendig, damit wir Menschen etwas von der „Fern-Nähe“ Gottes lernen – sie hat nur einigen von uns dabei etwas auf die Sprünge geholfen. Zu feiern ist nicht die Kreuzigung, sondern der Erkenntnisgewinn, den die frühen Christinnen und Christen daraus hatten.

Und deshalb finde ich auch nicht, dass die Frage von Kreuz und Auferstehung ein theologisches Hindernis im interreligiösen Dialog ist. Für mich als eine, die in einer christlichen Kultur aufgewachsen ist, ist das einfach das historische Geschehen, an dem sich bei uns viele Diskussionen über das Wesen Gottes entzündet haben. Aber ein Gespräch über dieses Wesen Gottes, darüber, was ihr Wille ist, wie wir Menschen mit ihr/ihm in Beziehung sind (und wie und wann nicht) – all das kann ich gut auch mit Leuten führen, für die der Tod von Jesus völlig irrelevant ist und nichts mit Gott zu tun hat. Sie haben ihr Wissen über Gott eben anderswo her – so what?

Ich habe überhaupt kein Interesse daran, Musliminnen oder Jüdinnen (oder auch  Atheistinnen) davon zu überzeugen, dass Jesus Gott war und die Kreuzigung ein heilsgeschichtliches Ereignis. Sondern was mich interessiert ist, mich mit ihnen darüber auszutauschen, was Gott ist. Natürlich würde ich mich mit ihnen streiten, wenn sie Gott als großen Zampano darstellen – aber meiner Erfahrung nach tun das die wenigsten von ihnen.

Kein Mensch kann alle Erfahrungen der Welt gemacht haben. Unsere unterschiedlichen historischen, zufälligen Geschichten haben uns mit einem breiten Erfahrungsschatz ausgestattet, die Diskussion darüber hat uns klüger, wissender, erfahrener gemacht. Es ist sinnvoll, das mit anderen zu teilen, was jedes Kind schon weiß. Und warum sollte das, was für einzelne Menschen gilt, nicht auch für Kulturen und religiöse Traditionen gelten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Gott gefällt, wenn wir uns darüber streiten, wer den besseren hat. Ich denke eher, es würde ihr gefallen, wenn wir unsere jeweiligen Bemühungen, ihrem Willen näher zu kommen, vereinen würden.

Autorin: Antje Schrupp
Redakteurin: Antje Schrupp
Eingestellt am: 17.05.2010

Kommentare zu diesem Beitrag

  • Horst Peter Pohl sagt:

    Ecce homo

    Als Gequälter und Gekreuzigter ist Jesus zutiefst Mensch gewesen. Christen sagen dazu, ist Gott zutiefst Mensch geworden.

    Menschen brauchen nicht nur einen Gott, den sie loben und preisen könne, weil er „alles so herrlich regieret“, sondern auch einen, von dem sie wissen, dass er mit-leidet.

    Ich gehe noch weiter: dass Jesus nicht nur gequält und gefoltert wurde, sondern auch die Gottverlassenheit des gequälten Menschen durchlitten hat.

    „Ecce Homo“ weist auf den gequälten Menschen und will ihm vor Gott und dem Menschen seine Würde geben.

    Für mich hieß das immer: dass ich Gott nicht sehen kann ohne die Qualen des Menschen zu sehen.

  • Nicole Ganss sagt:

    Am Ende ist nicht der Tod, sondern der Sieg über den Tod

    Ich bezweifel zwar, dass es uns gelingen wird, das Geschehen um Kreuz und Auferstehung hier auf Erden zu enträtselen, aber ich möchte mal teilen, so wie ich das sehe:
    Jesu Tod war von einer hammerharten und traurigen Zwangsläufigkeit: In dieser Menschen-Welt war kein Platz für einen, der so eng mit Gott in Verbindung steht. Menschen konnten und können es nicht aushalten, wenn einer kommt und ihnen vormacht, dass man auch anders leben kann als sie: ohne Vorurteile, mit Liebe, voller Vertrauen und solidarisch mit Opfern. Die Ermordung Jesu, seine Art zu sterben, hält uns da immer wieder den Spiegel vor, damit wir unsere Sünde, also unser Misstrauen zu Gott, erkennen. Aber Gott hat es nicht nötig, dieses schreckliche Geschehen in dieser Art als Mittel zu benutzen, nur damit wir über uns selbst erschrecken und bereuen, sondern er hat einen grösseren Plan: Jesus geht in den Tod, er geht an den Ort der völligen Gottesferne, und dieses Paradoxon „Gott geht an den Ort, wo Gott nicht sein kann“ bricht ein für alle Mal die Gewalt, die der Tod über die Menschen hat. Der Tod, der „der Sünde Sold ist“. Diese Zwangsläufigkeit ist nun gebrochen: Da wo wir Menschen umkehren zu Gott, werden wir befreit von der Macht des Todes und den Konsequenzen der Sünde.
    Als Zeichen dafür haben wir Jesu Auferstehung. Er ist aus dem Tod zurückgekehrt, so wie wir es auch tun werden.

  • Manuela sagt:

    kein Zufall

    ich glaube nicht, dass die Kreuzigung ein Zufall war. Wer konsequent gegen den Strom lebt, dem begegnet die Aggression des Systems nicht zufällig.

  • Antje Schrupp sagt:

    Kein Zufall, Kontingenz

    @Manuela – ja, du hast recht, in dem Sinne „zufällig“ dass es keinen Anlass gegeben hätte, war die Kreuzigung nicht. Es war ja eine Hinrichtung, also eine juristische Reaktion auf etwas, das Jesus „getan“ hatte. Ich meinte „Zufall“ im Sinne von „Kontingenz“, also im Hinblick auf eine übergeordnete schicksalhafte Notwendigkeit (eben das christliche „Erlösungsgeschehen“). Ich wollte nur as Wort Kontingenz nicht schreiben, weil es ein Fremdwort ist, von dem viele nicht wissen, was es bedeutet.

  • Walburga Rüttenauer-Rest sagt:

    Inkarnation

    Nach Guardini war der Kreuzestod Jesu in Hinblick auf unsere Erlösung nicht notwendig. Er hätte auch hochbetagt als Familienvater im Kreise seiner Lieben sterben können. (So R.Guardini)Wichtig allein ist die Inkarnation und die schließt erstens den Tod ein und beinhaltet zweitens ein Eingebundensein in den geschichtlichen Kontex, der hier (Zufall oder nicht) zum Tod durch das Kreuz führte. Leider wurde schon sehr bald das Sterben am Kreuz glorifiziert. Aber alle Entwicklungen im Christentum und seiner Theologien sind eine Fortsetzung der Inkarnation Gottes, die bis auf den heutigen Tag nicht abgeschlossen ist.

  • Karin Hügel sagt:

    Karin Hügel, Hinweis auf eine Karfreitagspredigt zum 4. Gottesknechtlied

    Ich finde Antoinette Wires Sicht in ihrem Beitrag „1 Corinthians“ interessant, welche das wechselhafte Verhältnis vom Schicksal des Paulus und der Textstelle 1. Korintherbrief 1,18-25 folgendermaßen erläutert: Der Inhalt der Christusverkündigung des Paulus bringt seinen Statusverlust mit sich; dieser Statusverlust lässt ihn dann wiederum Christus auf diese Weise interpretieren. Göttliche Weisheit ist nunmehr nach Paulus Gottes Erwählung der Torheit.
    Außerdem weise ich auf meine Gedanken zum Thema Leid und Erlösung in meiner Examenspredigt zum 4.Gottesknechtlied für den Karfreitag auf meiner Website hin: http://www.unet.univie.ac.at/~a9104666/huegelkarinpredigt.html.

  • Wolfgang Klug sagt:

    Hallo,

    für mich ist Christi Leben und Verkündigung Basis meiner Erlösung.
    Sein Tod ist Konsequenz aus seiner Lehre, die der herrschenden Priesterklasse nicht verständlich war, für sie war es Blasphemie. Aber dass dieser Opfertod Gott-gewollt sei, hat mich schon immer bedrückt. Nach dem Buch von Jörns (und einer Aussage von Herrn Schneider, der ja jetzt unser leitender Bischof ist, ist dieses Unbehagen nun weg. Und das obwohl mein Konfirmationsspruch 1. Kor. 1, Vers 18 ist..

  • chiarajohanna sagt:

    1. Nach meinem persönlichen Empfinden …
    war die Kreuzigung von Jesus notwendig!
    Darüberhinaus gibt die Bibel uns noch einen zusätzlichen
    Hinweis auf das flehende Gebet Jesu:
    „Vater, wenn Du willst …
    das der Kelch an mir vorübergehen, dann …“ .
    (DEMUT GEGENÜBER GOTT – IST SPÜRBAR!)

    2. Auch, wenn ich es mir als „Mensch“ …
    anders wünsche,
    so muß es doch AUS GOTTES SICHT (!) …
    notwendig gewesen sein !

    3. Persönlicher Hinweis:
    Wäre Jesus in eine HEILE WELT hineingeboren worden,
    dann wäre die Kreuzigung vielleicht nicht notwendig,
    da ja schon alles HEIL ist; in dieser Welt.

    4. Aber, das Gegenteil ist der Fall …
    damals – wie heute!

    5. Jesus hat alles erfahren …
    jede Ausdrucksweise des Bösen.
    Die 14 Kreuzes-Stationen zeigen es eindringlich!

    6. Bemerkenswert ist aus meinem Empfinden,
    das Jesus darunter nicht zerbrochen ist,
    sondern das die Verbundenheit mit Gott …
    der Glaube, die Liebe, die Hoffnung …
    ihm Kraft gab!

    7. Und vor allem, so eine Kraft,
    das er am Kreuz noch sagen kann:
    „Vater, vergib Ihnen, sie wissen nicht, was sie tun“!

    8. DIESE KRAFT NENNT SICH LIEBE!
    UND DIE ALLUMFASSENDE LIEBE EINES TIEFEN HERZENS …
    IST STÄRKER ALS DER „KALTE UND BERECHNENDE TOD“ !

    9. Subjektiv empfunden = subjektiv geschrieben!
    Das heißt mit Vorbehalt!

    10. Die Beantwortung all unserer offenen Fragen …
    KANN NUR GOTT – SELBST BEANTWORTEN!

    11. UND SO IST ES GUT – MIT SOKRATES ZU SAGEN:
    “ ICH WEISS – DAS ICH NICHTS WEISS “ !

    12. AUS DIESER – UNSERER „MENSCHEN-PERSPEKTIVE“ …
    IST ES IMMER GUT, WENN MAN DEM LESER …
    EINEN ZUSÄTZLICHEN HINWEIS GIBT,
    DER DARAUF HINWEIST, DAS ALLES NUR SUBJEKTIV
    NIEMALS ABER OBJEKTIV SEIN KANN,
    IM SINNE: „DER WEISHEIT – LETZTER SCHLUSS“!!!

    +++
    chiarajohanna

Verweise auf diesen Beitrag

Weiterdenken