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UNSER BLUT FEIERN. Eine Wende in der Kulturgeschichte der Menstruation?

Von Jutta Pivecka

Als das Mädchen, nennen wir sie Shirin, an diesem Morgen erwacht, fühlt sie eine warme Feuchtigkeit zwischen ihren Schamlippen. Mit der Hand tastet sie in freudiger Erwartung und findet auf ihren Fingerspitzen das dunkle Blut der Menstruation. Shirin ruft ihre Mutter herbei und die beiden umarmen sich, stolz die Mutter auf das Mädchen, das sie geboren hat und das zur Frau wird, stolz die Tochter auf die Mutter, der sie entsprungen ist und die sie ins Frausein einführt. Die Mutter schmückt Shirin mit ihren schönsten Kleidern und legt ihr edlen Schmuck an. Bruder und Vater hängen im ganzen Haus und an der Fassade Girlanden auf und schreiben mit Kreide die große Nachricht an die Tür. Sie eilen von Haustür zu Haustür, um die Nachbarn und Freunde zum großen Fest einzuladen. Am Abend werden die Lichter angezündet, eine großes Büffet steht für alle bereit, Musik spielt. Shirin erhält Geschenke von allen, man umarmt und küsst sie, nur ihre Freundin Pia ist ein wenig zurückhaltend und Shirin weiß auch, warum. Pia wartet noch auf ihre erste Menstruation, den schönsten Tag im Leben eines jungen Mädchens.

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Diese Geschichte spielt offensichtlich in einer noch wenig individualisierten Gesellschaft, in der es verbindliche Rituale, viel Gemeinschaftssinn und ebenso viel soziale Kontrolle gibt. Es könnte sein, dass einige, vielleicht viele sich in so einer Gesellschaft unglücklich fühlen, in Rollen gedrängt, die sie nicht spielen möchten, in Geschlechterstereotypen und –normen gezwängt, denen sie nicht entsprechen. Vielleicht gäbe es emanzipatorische Bestrebungen gegen die Verherrlichung des Monatsblutes, gegen die Vorherrschaft der gebärfähigen Frauen und die Macht der Mütter.

Wir leben nicht in so einer Gesellschaft und sind auch nicht (mehr) die Erbinnen einer Kultur, die Weiblichkeit, Fruchtbarkeit und das Menstruationsblut verehrt. Im Gegenteil. Wir sind die Erbinnen von Kulturen, denen die Menstruation der Frau peinlich, schädlich, giftig und gefährlich erschien. Die „Heiligen Schriften“ der monotheistischen Religionen lassen keinen Zweifel daran. In der Tora gilt die Menstruation als „unrein“. Sieben Tage sind Frauen von allen rituellen Handlungen ausgeschlossen. Den Männern, an die der Text sich richtet, wird der Geschlechtsverkehr mit den Unreinen verboten. Ein Paar, das dem zuwider handelt, wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und getötet (3. Moses, 15, 16-30). In den Evangelien findet sich nichts zum Thema, aber sobald sich die christliche Religion institutionalisierte, wurde die Menstruation zum Zeichen der sexuellen Triebhaftigkeit der Frau und zu einem der Gründe, sie aus der Priesterschaft auszuschließen. Im Koran wird die Menstruation als „Plage“ bezeichnet (Sure 2, Vers 222-223) und auch hier gelten die menstruierenden Frauen als „unrein“; die Männer werden angewiesen, sich von ihnen fern zu halten.

Ein Blick in die Kulturgeschichte des Umgangs mit Menstruation offenbart eine krude Mischung aus (männlicher) Angst vor der Gebärfähigkeit der Frau, Unwissen und Aberglauben. Der Anteil dieses unheilvollen Mixes an den sogenannten „Frauenleiden“ rund um die Menstruation lässt sich kaum ermessen. Wie würden Frauen ihre Menstruation erleben, wenn sie nicht Erbinnen dieser wirren und angsterfüllten Mythen wären, nach denen die menstruierenden Frauen giftig sind, hysterisch, geil, bösartig, ja mörderisch? Sabine Hering und Gudrun Maierhof zeigen in „Die unpässliche Frau“ wie lange sich diese Mythen auch in den sogenannten Wissenschaften hielten und wie sehr sie die Geschichte der Frauenheilkunde prägten. Dagmar Margotsdotter-Fricke schreibt in „Menstruation – von der Ohnmacht zur Macht“, dass „in jeder Untersuchung über Menstruationserleben … von Beschwerden ausgegangen (wird). Es gibt keinerlei Untersuchungen, die ein positives Menstruationserleben voraussetzen!“ Die frühesten Artefakte der Menschheit zeigen dagegen Fruchtbarkeitsgöttinnen und es ist gut vorstellbar, dass es Kulturen gegeben hat, die eine positive Einstellung der Frauen zu ihrem Menstruationsblut erzeugten.

Dagegen bezeugen die schriftlichen Überlieferungen des Patriarchats häufig weniger die Einstellung der Frauen selbst zu ihrer Monatsblutung, als die „Sorge der (männlichen) Umwelt über die Bedrohung, die von der Menstruierenden ausgeht“ (Hering/Maierhof). Dabei wissen die gelehrten Männer lange Zeit gar nicht, wovon sie reden. Stur wird zum Beispiel über Jahrhunderte behauptet, das menschliche Leben gehe allein vom männlichen Samen aus. Die Eierstöcke in ihrer Bedeutung werden erst im 19. Jahrhundert „entdeckt“. Der Zusammenhang zwischen Ovulation und Menstruation erschließt sich noch schleppender. Die Menstruation gilt als Krankheit, die das Scheitern der „gesunden“ Schwangerschaft anzeigt. Die frühen Gynäkologen führen dies auf mangelnde Hygiene oder Hysterie der Frau zurück, eine allmonatliche Krise, die sie sich selbst zuzuschreiben hat oder – fortschrittlicher – der sie wegen ihres anfälligen Nervenkostüms ausgeliefert ist. Die Periode gilt als „periodisches Irre-Sein“ (Hering/Maierhof) der Frau, wovon – wissenschaftlich nachgewiesen (sic!) – temperamentvolle Brünette heftiger betroffen sind als spröde Blondinen. Empfohlen wird den „Kranken“ Schonung in jeder Hinsicht, ein Tipp, den sich aber nur die Zielgruppe der wohlsituierten Bürgerfrauen zu eigen machen konnte, während die große Mehrzahl der Frauen, die sich Ruhe nicht leisten konnten, ihrer „Krankheit“ ausgeliefert blieben. Auch wird von einigen Ärzten behauptet, ein Wechseln der Menstrualbinde oder des Nachthemdes während der Periode sei schädlich, da dies den Verlauf und die Stärke der Blutung beeinflussen könne. (Man muss sich die Frauen vorstellen, die diesen Ratschlägen folgten: Sieben Tage im Blut durchtränkten Hemd!) Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde die Menstruation und die sich um sie rankenden „Beschwerdefelder“ auch zum beliebten Argument gegen die Berufstätigkeit oder das Wahlrecht der Frau, denn wegen ihrer wiederkehrenden Blutungen war sie ja offensichtlich weder belastbar noch zurechnungsfähig. Gynäkologen reihen sich nur zu gern bei den Anti-Feministen ein: „Schlägt die Frauenbewegung Wege ein, die zu einer gesundheitlichen Schädigung und zu einer Umstempelung auch derjenigen Mädchen führen, welche Ehefrauen und Mütter werden, dann wird ein kostbares Familiengut bedroht, dann geraten die höchsten Interessen des Volksganzen in Gefahr. Dann haben die Männer nicht nur das Rechts, sondern die Pflicht, sich der Bewegung entgegenzustellen…Und im gleichen Sinne muss dann auch der berufene Vertreter der Gesundheitslehre, der Arzt tätig sein.“, schreibt der Gynäkologe Menge 1913 (zit. Nach Hering/Maierhof).

Trotzdem: Nach dem ersten Weltkrieg gibt es erstmals wegwerfbare Damenbinden („Camelia“) auf dem Markt, die berufstätigen Frauen ermöglichen, zu arbeiten, ohne dass ihr „Zustand“ augenfällig wird. Doch immer noch halten sich hartnäckig auch die absonderlichsten Wahnvorstellungen über Menstruation. Der Wiener Professor Schick berichtet 1920, dass er beobachtet habe, wie langstielige Rosen durch die Berührung mit einer Menstruierenden verwelkt seien. Seine Kollegen nehmen diesen Hinweis auf, um die These von der Menstruation als „Selbstentgiftung“ der Frau auszubauen. Erst in den 30er Jahren geraten der weibliche Zyklus und die Hormone ins Blickfeld der Medizin. Das Wissen um die zyklischen Vorgänge im weiblichen Körper, das Jahrtausende über von „weisen“ Frauen gehütet und weitergegeben worden war, wird erst jetzt „wissenschaftlich“ verifiziert. Die Nazis wünschen sich schließlich „eierstockstabile“ Frauen (Vgl. Hering/Maierhof). Ab den 5oer Jahren werden in der medizinischen Fachpresse die Vor- und Nachteile des „Tampons“, eines Imports aus den USA, diskutiert; auch diese Diskussion wird überwiegend wieder von Männern geführt.

Der kulturelle Wandel von der Isolation und „Schonung“ der menstruierenden Frauen zum Verlangen nach Reinlichkeit und Arbeitsfähigkeit durch verbesserte, marktkonforme Hygieneartikel wirkt nur teilweise befreiend. Die Periode ist auch in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts etwas, das Frauen als Belastung empfinden sollen und auch empfinden. Der Geruch und die Ausscheidungen des Monatsblutes gelten weiterhin und verstärkt als eklig. Die „Tage“ sind etwas, worüber im Flüsterton und nur unter Frauen geredet werden soll. Noch als ich schon in einer Studentenwohnung wohnte, fand mein Vater es Mitte der 80er Jahre abstoßend, dass Tampon-Packungen im Bad „offen“ herumstanden. Er gehört einer Generation von Männern an, die mit solchen „Frauensachen“ nicht konfrontiert werden wollten. Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre galten Kneipen und Diskotheken als emanzipiert und fortschrittlich, in denen in den Toiletten Tampons auslagen. (Eine Praxis übrigens, die nach meiner Beobachtung, dann wieder zurückging. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass die „Schamhaftigkeit“ gegenüber der Monatsblutung wieder gestiegen ist, je größer der Einfluss der „Hygieneindustrie“ durch Werbung wurde.)

Der Tampon wurde in den 70er Jahren nach meiner Erinnerung als „fortschrittliche“ Methode, um das Blut aufzufangen, angesehen, weil er die Bewegungsfreiheit der Frauen während „der Tage“ weniger einschränkte, als die zu dieser Zeit noch sehr unkomfortablen und dicken Binden. Ich erinnere mich aber auch daran, dass in meiner Jugend unter älteren Frauen durchaus noch Warnungen vor dem Tampon kursierten, die sich vor allem um den Erhalt der „Jungfräulichkeit“ der Benutzerin sorgten. Dass Tampons möglicherweise gesundheitsschädlich sind, weil Rückstände in der Scheide verbleiben, wurde breiter erst im Zuge der Ökologie-Bewegung in der Öffentlichkeit diskutiert.

Dass es schon seit 1937 ein Patent auf eine Alternative zu den Müll produzierenden Artikeln im Drogerieregal gab, wusste ich bis vor wenigen Monaten nicht. Die Firma „Ruby Cup“, ein Startup junger Unternehmerinnen, bat mich, die Menstruationstasse auszuprobieren, die „Ruby Cup“ in Deutschland vertreibt. Ich war skeptisch, besonders weil ich seit einigen Monaten an den ersten Tagen der Menstruation sehr heftige Blutungen habe. Aber Handhabung und Kapazität der Menstruationstasse erwiesen sich der Tampon- und Bindenkonkurrenz gegenüber als deutlich überlegen. Die kleine „Tasse“ aus Silikon, die eher wie eine Glocke aussieht, wird zusammengepresst in die Scheide eingeführt, wo sie sich ausdehnt, um das Blut aufzufangen. Das Auffangvolumen reicht selbst an den blutreichsten Tagen mindestens 4 Stunden. Eine solche Menstruationstasse, behaupten die Herstellerinnen, ist 10 Jahre haltbar. Wenn das stimmt, werde ich keine anderen Menstruationshygiene-Produkte mehr brauchen. Es entsteht kein Müll und gesundheitlich soll die Tasse auch unbedenklich sein. Mir gefällt die auf der Webseite und in der Werbung des jungen Unternehmens eingenommene positive Haltung zur Menstruation und zum weiblichen Körper (im Gegensatz zu derjenigen der marktgängigen Hersteller von Menstruationsprodukten, die die Blutung als „Problem“ darstellen), das soziale Engagement der Gründerinnen (für jede verkaufte Tasse spendet „Ruby Cup“ eine an ein Mädchen in Kenia) und vor allem das Produkt. (Auch andere Unternehmen bieten solche Tassen an. Siehe unten) Allerdings frage ich mich schon, warum ein so überzeugendes Produkt nicht flächendeckend in Drogerien und Supermärkten angeboten wird. Das wäre eine eigene Recherche wert. Gibt es etwa Absprachen zwischen Drogerien und den mulitlateralen Konzernen, die gängige „Hygieneprodukte“ herstellen?

Interessant fand ich auch, dass auf Wikipedia als ein „Nachteil“ der Tasse bezeichnet wird, was ich als Vorteil empfand: dass Menstruationsblut gesammelt ansehen zu können. Tatsächlich ist das in der Tasse gesammelte Blut ein völlig anderer Anblick als das am Tampon oder der Binde klebende. Die Tasse ans Licht hebend, lässt sich das Blut richtig betrachten und es kann als schön empfunden werden. In íhrer Form erinnert die Tasse an einen Kelch, sogar eine Empfindung von Feierlichkeit mag sich einstellen.

Insofern kann (nicht muss) die Tasse auch ein Mittel auf dem Weg sein, die negative, vom männlichen „Gebärneid“ (Margotsdottir-Fricke) geprägte Haltung gegenüber der weiblichen Menstruation zu überwinden. Vielleicht wird es auf diesem Wege auch Rituale, wie das am Anfang des Artikels beschriebene fiktive geben können, die den Monatszyklus als Zeichen der Weiblichkeit feiern.

Menstruationstassen gibt es von:

Ruby Cup aus Dänemark/Deutschland http://www.ruby-cup.com/de/

Divacup aus Großbritannien (http://divacup.com)

Femmecup aus Großbritannien (über Amazon)

Ladycup aus Tschechien (http://www.ladycup.de)

Lunette aus Finnland (http://www.lunette.com/de/)

Mooncup aus Großbritannien (http://www.lunette.com/de/)

Die Tassen kosten zwischen € 25 und € 30.

 

Literatur

Dagmar Margotsdotter-Fricke: Menstruation – von der Ohnmacht zur Macht, Christel Göttert Verlag 2004

Sabine Hering/Gudrun Maierhof: Die unpässliche Frau. Sozialgeschichte der Menstruation und Hygiene, Mabuse Verlag 2002

 

 

 

Autorin: Jutta Pivecka
Redakteurin: Jutta Pivecka
Eingestellt am: 22.06.2014
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Zweidler sagt:

    Liebe Jutta
    das beschreibene Ritual der ersten Mens sibt es tatsächlich. Die Tamilinnen und Tamilen feiern es fast genau so, jedenfalls in der Schweiz und wohl auch anderswo. Die erstmals blutende junge Frau wird gefeiert, sie erhält Geschenke, die Verwandtschaft kommt, es gibt ein grosses Fest mit Essen, Musik, neuen Kleidern etc.
    Dumm ist nur, dass dieser freudvolle Umgang mit der Mens überhaupt keine Gleichstellung der Frauen bewirkt. Vom Moment des Menarche-Festes an werden die tamilischen jungen Frauen mehr oder weniger eingesperrt. Sie dürfen sich nicht mehr mit ihren früheren Freunden und (Schul)Kameraden treffen, um ihre Jungfräulichkeit nicht in Gefahr zu bringen, um ihre und die Ehre ihrer Familie nicht in Gefahr zu bringen etc.
    Der Knackpunkt ist drum nicht die angebliche Unreinheit der Frau durch das Blut. Der Knackpunkt sind die patriarchalen Familienstrukturen, die uns alle nach wie vor mehr oder weniger bewusst prägen, sogar in der kapitalistischen Welt(un)ordnung.
    Danke trotzdem ganz herzlich für die Idee mit dem Blut-Kelch!
    Anne-Käthi Zweidler

  • Jutta Pivecka sagt:

    Danke, liebe Anne-Käthi, für den Hinweis auf die tamilischen Rituale. Die kannte ich nicht. Aber ich hatte schon, als ich mir die Geschichte ausdachte, den Verdacht, dass ein solches Ritual auch problematisch sein kann, weil es die Frau auf das „Kinderkriegen-Können“ festschreiben könnte. Und gerade so scheint es bei den Tamilen ja auch zu sein. Eingebettet ein eine patriarchale Kultur ist ein solches Ritual eben geradezu gefährlich. Es stimmt: der Knack sind die patriarchalen Familienstrukturen.

    Dennoch glaube ich, dass die Geschichte/n von der Unreinheit des Blutes prägend für das Verhältnis vieler Frauen zu ihrer Monatsblutung sind und vielleicht auch mit ursächlich für viele „Krankheiten“ und viel Unwohlsein, das mit der Menstruation verbunden wird. Das Blut im „Kelch“ der Menstruationstasse anschauen zu können, fand ich tatsächlich schön und ich hätte mir schon gewünscht, weniger stark mit dem „Ekel“ vor dem Blut „geimpft“ worden zu sein.
    Herzliche Grüße

  • Der Artikel rief Erinnerungen in mir wach, wie wir in den achtziger Jahren in Menstruations-Schwitzhütten oder im Wald – ohne Unterlage nackt auf der „nackten“ Erde sitzend – versuchten, unsere patriarchalen Konditionierungen loszuwerden… Gibt es sowas eigentlich heute noch? Mein Eindruck ist, dass die jungen Mädchen heute wieder ziemlich schamhaft mit ihrer Blutung umgehen. Andererseits kann ich aus Erfahrung sagen, dass auch und gerade heute Ritualfeiern des ersten Blutes etwas Wunderschönes sind!

  • Erika Fuchs sagt:

    Günstiger als bei den hier vorgeschlagenen Herstellern ist die Menstruationstasse bei MeLuna – http://www.meluna.org

  • Marianne K. sagt:

    Mir scheint, bei jungen Frauen ist die Menstruation eher ein Auslaufmodell. Pille, Dreimonatsspritze und Verhütungsstäbchen (für 3 Jahre) werden mit dem Ziel gewählt, gar keine oder nurmehr ganz selten eine Blutung zu bekommen – siehe z.B. diesen Thread

    http://www.urbia.de/forum/48-verhuetung/2269025-bei-welcher-verhuetung-bleiben-die-tage-definitiv-aus

    Leider haben viele Pech und das Ziel der Blutungslosigkeit wird nicht erreicht, evtl. gar das Gegenteil.

    Grundsätzlich verstehe ich aber schon, dass frau keinen Bock auf Menstration hat. Es bedeutet ja faktisch nichts als Einschränkung, hygienische Zusatzarbeit, bei vielen auch Schmerzen, tagelang.

    Selbst wenn beim ersten Mal ein Fest gefeiert würde, würde sich daran nichts ändern.

  • Kati sagt:

    Die von Erika genannte Meluna kann ich sehr empfehlen!

  • susanne sagt:

    Ich benutze seit ca. 2 Jahren noch einen Menstruations-Cup und werde nie mehr etwas anderes verwenden. Bei dem Hersteller „MeLuna“ kann man aus vielen Größen, Farben und „Griffen“ sowie Materialstärken das passende für die jeweilige Lebenssituation für sich finden (Teen-Ager/Jungfrau, schwacher Beckenboden, Erwachsen aber keine Geburten, …)
    Liebe Frauen: unbedingt ausprobieren! Es hält wirklich viel länger und man hat nicht das Problem, nicht genug „Wechselmedien“ dabei zu haben!

    @Jutta Pivecka: Die Cups halten ca. 10 Jahre und sind relativ günstig in der Anschaffung (je nach Hersteller kosten sie soviel wie ein paar Tamponsschachteln)- da ist sind die Gewinnmöglichkeiten für Unternehmer nicht sehr groß und der Anreiz soetwas zu bewerben, gering. Aber Mundpropaganda ist etas tolles!
    Man müsste mal mit dem Drogerie-Markt DM sprechen, die ja doch – im Ansatz- alternativ denken, ob die das nicht in ihr Sortiment aufnehmen könnten? Auch sollte man mit Profamilia, Hebammen und Frauenärzten darüber sprechen und einfach Werbung machen!
    In Großbritannien gibt es die Cups soweit ich weiß regulär in Drogerien, auch als Wegwerfmodell, wobei da der ökologische Vorteil gegenüber Binden und Co wieder wegfällt.

  • Dorothee Markert sagt:

    1973 habe ich in den USA bei einer Selbstuntersuchungsgruppe in einem Frauenzentrum teilgenommen. Da konnten wir bei einer teilnehmenden Frau, die gerade ihre Menstruation hatte, sehen, wie ein Tropfen Blut aus dem Muttermund kam. Das sah auch sehr schön aus, wie ein Rubin. Eine Zeit lang haben wir dann auch mit Naturschwämmchen experimentiert, die in die Vagina eingeführt und nach ein paar Stunden herausgeholt und ausgewaschen wurden. Für mich war die Menstruation – vielleicht seit dieser Zeit – immer etwas Positives. In der oft schlaflosen Nacht davor fielen mir oft sehr kreative Lösungen ein oder ich hatte gute Ideen für die Texte, an denen ich gerade arbeitete.

  • Gudrun Nositschka sagt:

    Ich hoffe sehr für die jungen Frauen, dass sie schnell lernen, wie wichtig die Menstruation für ein selbstbestimmtes Leben ist. Nur so können sie aus der Entfremdung durch sprich Umklammerung der Pharmaindustrie lösen. U. a. berauben die Eingriffe in den Hormonhaushalt den besonderen Geruchssinn und führen so Frauen, die Männer sexuell attraktiv finden und Kinder haben wollen, biologisch mit dem Bruder-Typ zusammen. Das führt in vielen Fällen dazu, dass sie zur sog. Reproduktionsmedizin greifen werden, mit durchaus gefährlichen gesundheitlichen Folgen.
    Anstelle des „Gebärneids“ von Männern zitiere ich Erkenntnisse von Mary Daly aus Gyn/Ökologie, 1991, dass das „wahre Objekt männlichen Neids die weibliche Kreativität in all ihren Dimensionen ist“.

  • Alexandra Rauch sagt:

    Ich übe seit einem Jahr ein Ablassen und gehe auf Toilette. Habe als Absicherung Binden.
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass junge Mädchen heutzutage vermehrt zur Pille greifen und auch nicht richtig über den natürlichen Zyklus der Frau aufgeklärt werden.
    Dazu habe ich auf facebook eine Gruppe für Frauen gegründet. Zur Zeit nennt sich die Gruppe „freie Menstruation“.

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