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„Wir sind goldwert“ – ein Care-Manifest zum Schweizer Frauenstreik

Von Lorena Gulino

1991 streikte in der Schweiz eine halbe Million Frauen, der grösste Streik, den die Schweiz je gesehen hat; es ist wieder höchste Zeit, uns auf vielfältige Weise sichtbar zu machen. An diesem Freitag, den 14. Juni 2019, streiken die Frauen in der Schweiz zum zweiten Mal. Auch in diesem Jahr engagieren sich viele Frauenkollektive. Solidaritätsbotschaften aus anderen Ländern sind eingetroffen. Wir sind schon jetzt laut und bunt und wir stellen viele Forderungen, die diversen Manifeste sind Zeugnis davon. Zusätzlich haben Vertreterinnen aus sozialen Bewegungen und Gewerkschaften im März einen nationalen Forderungskatalog diskutiert, sie haben ihn gemeinsam angepasst, in den verschiedensten Sprachen vorgelesen und unter tobendem Applaus wurde das Dokument von über 500 Frauen in Biel verabschiedet.

Der Frauenstreik wird um Mitternacht mit Topfkonzerten und Streikliedern eingeläutet. Den ganzen Tag finden dezentral Sitzpausen, Workouts, Versammlungen, Theateraktionen, Demonstrationen und vieles mehr statt. Mehrere lokale Radios berichten den ganzen Tag über, Journalistinnen und Fotografinnen arbeiten rund um die Uhr.

Wir wissen, dass nicht alle Frauen so streiken können, wie sie es sich wünschen. Arbeitgeber haben in den letzten Wochen ihre Drohgebärden deutlich geäussert, Frauen würden entlassen, da der Streik illegal ist, obwohl in der Verfassung festgehalten. Aus unserer Warte ist illegal, dass Frauen trotz Gesetzgebung am Ende jedes Jahres 100 Milliarden Franken weniger Geld im Beutel haben, obwohl sie gleich viel wie Männer arbeiten. Aber an diesem Tag geht es um mehr als um den Lohn: Darüber hinaus wollen wir Frauen Freiräume schaffen und uns selbst wichtig nehmen.

Denn wir sind goldwert! Unter diesem Motto tritt der Theaterchor des Feministischen Leseseminars in Zürich auf und skandiert das Care-Manifest, das wir voriges Jahr eigens für den Frauenstreik verfasst haben. Rund 40 Frauen diskutierten unter der Leitung von Tove Soiland über die tiefgreifenden Veränderungen in der Care-Arbeit und deren Auswirkungen. Wir sind Frauen aus unterschiedlichen Generationen und Berufsfeldern, die meisten von uns sind oder waren im Care-Sektor tätig, so wie 60 Prozent aller berufstätigen Frauen. Wir haben über theoretische Texte debattiert und diese durch eigene berufliche Erfahrungen und durch unser Fachwissen ergänzt.

Das Care-Manifest ist die Essenz aus unseren Seminaren: „Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen: Manager haben nichts im Care-Sektor zu suchen!“ Heute ist der Patriarch nicht mehr der alte bärtige Mann, es gibt modernere Formen. Im Care-Sektor manifestiert sich das Patriarchat unter anderem in Form des Managements und in der Gestalt des Managers. Der Manager ist eine Metapher; die Frauen leisten Basisarbeit während an der Spitze oft ein Manger sitzt, der Betriebsökonomie studiert hat, ein Vielfaches mehr verdient, fachfremd ist und insbesondere modernisieren will. Arbeiter_innen und Gewerkschaften wehren sich gegen den Spardruck und gegen die Entsolidarisierung, die ausgeübt werden.

Doch im Stillen findet eine weitere fundamentale Veränderung statt: Unter dem Deckmantel der Professionalisierung und Modernisierung werden Arbeitsabläufe in kleinste Teile zerlegt und neu zusammengesetzt, um mehr Effizienz zu erlangen. Dadurch fällt die eigentliche Beziehungsarbeit weg, da sie sich weder in einfachen Worten noch in Prozesse zwängen lässt. Nicht nur Druck auf die Löhne wird ausgelöst, sondern auch eine Entwürdigung und Entmündigung unserer Arbeit. Unsere Berufssprache wird verändert, fachfremde Steuerungssysteme bestimmen den Arbeitsalltag, erzwingen mehr Verantwortung bei gleichzeitiger Abnahme der realen Einflussmöglichkeiten. Wenn wir uns Zeit für ein Gespräch nehmen, fällt es auf uns selbst zurück, weil wir die Zeit an einem anderen Ort oder von unserer Freizeit stehlen müssen. Oder wir geraten unter Legitimationsdruck, wir müssen erklären, weshalb wir zu teuer sind und die Fallpauschale nicht eingehalten haben. Doch Einfluss auf die Rahmenbedingungen haben wir nicht.

Im Verlaufe der Leseabende wurde uns bewusst, dass diese Ökonomisierung nicht nur bei Privatisierungen stattfinden, sondern dass der Staat ein wichtiger Treiber ist. In den 1990er-Jahren hat er überall in der Verwaltung das New Public Management eingeführt. Auch die linken Parteien unterstützten das Vorgehen, der Care-Arbeit eine betriebswirtschaftliche Logik aus dem industriellen Sektor aufzudrücken. Zudem stiess diese Veränderung mit dem Wunsch der Frauenbewegung zusammen, die Hausarbeit endlich in Lohnarbeit umzuwandeln. Diese Forderung kam den neoliberalen Kräften entgegen, denn dadurch konnten sie den Ernährerlohn abschaffen und somit das durchschnittliche Lohnniveau senken. Doch schon bald wurden Stimmen laut, der Care-Sektor sei zu teuer, es müsse gespart werden. Denn natürlich lässt sich im Care-Sektor – ausser mittels Lohndumping – wenig Geld sparen, Menschen sind keine Produkte und können nicht schneller gefüttert, schneller erzogen, schneller gepflegt werden. Die Lesegruppe will darauf aufmerksam machen, dass Pflege- und Sorgearbeit keine Luxusgüter sind. Es ist ein politischer Entscheid, wenn nicht genügend Geld für Care-Arbeit bezahlt wird: Wir haben genug davon, immer als Kostenfaktor zu erscheinen. Wir mit unseren bescheidenen Löhnen subventionieren den Rest der Wirtschaft – nicht umgekehrt!

Unsere Arbeit lässt sich nicht mit Managementmethoden standardisieren. Erfahrung und Wissen sind einzige Garantien für einen guten Standard. Wir wissen selber, was gute Care-Arbeit ist. Wir fordern das Ende der Berufsenteignung und der Bevormundung. Wir fordern den Abzug des Managements aus dem Care-Sektor. Wir haben unsere eigenen Güterkriterien für unsere Arbeit, die wir anwenden und weiterentwickeln wollen. Wir wollen befreit werden von Ressourcen bindenden Prozessabläufen des Qualitätsmanagements. Wir wollen befreit werden von Kennziffern, Evaluationen, Benchmarking, Feedback und Massnahmen formulieren. Alle diese Begriffe machen uns Berufsfrauen und –männer im Care-Bereich mundtot und machen unsere fachliche Erfahrung und unser fachliches Wissen unsichtbar. Wir wollen von uns selbst ausgehen, unsere eigene Praxis ins Zentrum rücken.

Deshalb fordern wir die Rücknahme der Fallpauschalen und fordern an ihrer Stelle die Bedarfsfinanzierung: Alles, was gearbeitet wird, soll auch bezahlt werden!

Link zum Care-Manifest des Feministischen Leseseminars in Zürich

Autorin: Lorena Gulino
Eingestellt am: 11.06.2019
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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Bach, Diana sagt:

    Liebe Lorena Gulino

    Vielen Dank für die grundsätzliche Analyse nicht nur der Lohnunterschiede, die ja nur ein Aspekt der rundum widersinnigen oder widersprüchlichen, geschlechterspezifischen Politik und Wirtschaft sind. Das einseitige Sparen und Rationalisieren nicht nur im Care-Bereich, hat zu desolaten Lebens- und Arbeits-, ja bis zur menschenfeindlichen und -bedrohenden Umwelt- und Naturkatastrophe hingeführt. Denn die Mittel werden in jeder Hinsicht für die nekrophilen (E. Fromm) (High-)Technik und die Bereicherung einer Elite verwendet. Es sind rein männliche Bedürfnisse, die damit befriedigt werden, und sie führen von der fürsorglichen, achtsamen und natürlichen Denk- und Denkweise zugunsten ganzheitlichen lebensorientierten Handelns und Waltens immer weiter weg.
    Es freut mich, dass wir sehr ähnliche Schlüsse ziehen und Erkenntnisse nahe legen, Sie in Bezug auf den Care-Bereich und ich weniger bereichsspezifisch, doch auch in der Hoffnung, dass diesmal an den frauenverachtenden sowie lebens- und naturfeindlichen politischen und wirtschaftlichen Grundfesten nachhaltig oder nachhallend und unnachgiebig gerüttelt wird. In diesem Sinn erlaube ich mir hier auch noch meine gleichen und teils weiterführenden Gedanken, die ich mir im Hinblick auf den Frauenstreik gemacht habe,anzufügen.
    So wie es kurz vor dem angekündigten Anlass am 14. Juni auf Grund verschiedenster Rücksichten gegenüber der Wirtschaft und Politik aussieht, wird der Frauenstreik niemandem wehtun. Die Wirkung steht deshalb in Frage.
    Doch auch aus einem weiteren wesentlichen Grund wäre eine spürbare Wirkung kaum zu erwarten. Die Klage bezieht sich einseitig auf die wirtschaftlich und gesellschaftlich benachteiligte Stellung der Frauen. Die ist wirklich ungerecht. Dies wissen wir spätestens seit dem letzten Frauenstreik. Genauer: seit Jahrtausenden. Es gab viele mutige Frauen wie bspw. Olympe de Gouges, die sich sogar unter Lebensgefahr gegen die Ungerechtigkeit und Ausbeutung öffentlich wehrten. In ihrem Manifest von 1798 prangert sie die politische Rechtlosigkeit der Frauen als illegitim an: Artikel 16: Eine Verfassung aber, an deren Ausarbeitung nicht die Mehrheit der Bevölkerung [die Frauen] mitgewirkt hat, … wird null und nichtig“ (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Olympe_de_Gouges#Manifest_über_die_Rechte_der_Frau_und_Bürgerin). Ihr Leben endete unter dem Schafott. Und die Organisatorinnen des diesjährigen Frauenstreiks haben sich wegen verschiedentlicher Entlassungsdrohungen beeindrucken lassen. Viele Frauen können nun also nicht demonstrieren, getrauen sich nicht zu demonstrieren, da ihre Abwesenheit in die Arbeitszeit fiele. Ein Streik ist doch aber nur ein Streik, wenn er während der Arbeitszeit stattfindet. Wollte frau nicht hauptsächlich auf ihre Unentbehrlichkeit (ohne Frau steht alles still oder geht nichts mehr, sind die männlichen Vorgesetzten aufgeschmissen) am Arbeitsplatz aufmerksam machen? Obwohl nichts laufen würde ohne sie, haben sie weniger Rechte. Oder eben genau deshalb! Obwohl ER von ihren Leistungen und Diensten überproportional profitiert, ist SIE unterprivilegiert und ihre Leistung in irrationaler Weise unterbewertet. Und wenn sie dagegen auf die Strasse geht, MUSS dies als strafbarer Tatbestand geahndet werden. Hierin liegt überhaupt der Angelpunkt der Ungerechtigkeit.
    Unsere Forderung 220 Jahre nach Olympe de Gouges (!) sollte klar und deutlich genauso lauten: Das Gesetz eines Staates, der den Frauen in jedem Bereich nicht mindestens 50 Prozent wirtschaftliche und politische Mitsprache, Mitentscheidung und Mitwirkung gewährt ist null und nichtig. Die Gesetzgeber (viele unter ihnen in der Person eines Arbeitsgebers), die das Gesetz betreffs Gleichberechtigung missachten, MÜSSEN daher dafür endlich haften, das heisst ihres Amtes enthoben bzw. entlassen oder mindestens gebüsst werden.
    Auf Grund der Jahrtausende langen einseitigen Ausbeutung und Unterdrückung der Frauen und der Natur, bestimmt durch eine Politik, der nicht das Leben, sondern nur das Geld (das Wirtschaftswachstum zwecks Bereicherung) wichtig ist, stehen wir 2019 auch noch vor einer drohenden (Um-)Weltkatastrophe. Ausbeutung und Entrechtung der Frauen sowie der Natur hängen eng zusammen. Dieselben, welche die Frauen verachten, verachten auch die Gesetze der Natur. Die weibliche Qualität, ihre Fähigkeit, nicht nur mit dem Verstand zu urteilen, sondern auch mit dem Gefühl, somit ökologisch, lebensorientiert und daher mittels gesundem Menschenverstand, wird bis dato als minderwertig erachtet oder mehr noch ignoriert.
    Die wirtschaftliche Benachteiligung der Frauen, die ungerechte Lohnpolitik und die Zerstörung der Natur, Verwässerung und Wirkungslosigkeit der entsprechenden Gesetze ist die eine Seite. Doch zu nennen wäre auch, wie wenige Männer bereit sind, die (ihre) Frauen in ihren rechtmässigen Forderungen und in ihrem Denken öffentlich und privat zu unterstützen und wie wenige Frauen sich bewusst sind, wie sie selbstbetrügerisch zu ihren Ungunsten und des allgemeinen Wohls patriarchal denken. Sie unterstützen die männerdominierte Politik zum Nachteil der Menschheit, der Tier-, Pflanzen-, Um- und Lebenswelt oder Fürsorglichkeit. Die vielen unausweichlichen Sach- und Verhaltenszwänge nicht mitgerechnet.
    Deshalb: Soll der Streik nachhaltig wirken, erfordert dies von uns Frauen selbstbewusste und unbedingte Verweigerung der bisherigen destruktiven und ungerechten beziehungsweise frauendiskriminierenden Politik und Verwaltung, solange, bis die Mehrheit der ZeitgenossInnen aufgewacht ist, bis mindestens 50 Prozent in Parlament und Wirtschaft Frauen sind. Im Parlament von Ruanda (!) sitzen zurzeit 64 Prozent Frauen, die frauensolidarisch politisieren. Sie haben das Land befriedet, neu aufgebaut, aus einem gescheiterten Staat ein Vorzeigeland gemacht. Eine ruandische Geschäftsfrau meinte, sie stelle mehrheitlich Frauen an; denn die Männer bräuchten ihren Lohn für sich allein, für Bier und Motorrad, eine Frau verwende ihren Lohn NACHHALTIG für die ganze Familie (vgl. Frauenwunderland von Barbara Achermann, 2018).
    Das Manifest von Olympe de Gouges wartet auf die Wiederauflegung. Für eine spürbare Wirkung bräuchte es voraussichtlich weitere öffentliche Aktionen und vor allem eine anhaltende breite Frauensolidarität, wenn möglich begleitet von immer mehr Männern, bis die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern realisiert und die ökologische Katastrophe, bspw. das Insektensterben, hervorgerufen durch das verantwortungslose entfesselte Wachstum in der Bewirtschaftung unserer Erde, der MUTTER ERDE, zum PARITÄTISCH FRAUENBETEILIGTEN Tagesgeschäft geworden ist.

  • Ute Plass sagt:

    Textauszug aus: https://geschichtedergegenwart.ch/ueber-die-begriffe-hinausdenken-weshalb-schweizer-frauen-streiken/

    „Es ist klar, dass der Protest nicht im Rahmen eines klas­si­schen wirt­schaft­li­chen Streiks ausge­tragen werden kann. Hinter den fest­ge­stellten Miss­ständen steht nicht (nur) ein konkretes Anstel­lungs­ver­hältnis, sondern ein komplexes System sozialer, kultu­reller und poli­ti­scher Bedingt­heiten. Dadurch wird auch unklar, an wen sich die Streik­for­de­rungen über­haupt richten sollten – an den Staat, an die Wirt­schaft, die Gesell­schaft oder an den eigenen Partner? Oder adres­siert der Streik auch die Frauen selbst, die über­pro­por­tional viel unbe­zahlte Repro­duk­ti­ons­ar­beit zu leisten willig sind oder sich mit schlecht bezahlten und gering geschätzten Berufen im Care-Sektor zufrieden geben?

    Frau­en­streik 1991, Quelle: derfunke.ch

    Die Forde­rungen des Frauen*streiks sind auch 2019 so komplex und viel­stimmig wie die Verhält­nisse, auf die sie reagieren. Es geht sowohl darum, neue Debatten um Lebens- und Wirt­schafts­mo­delle anzu­stossen, wie darum, konkret etwas zu bewegen – etwa Arbeit­ge­bende in die Pflicht zu nehmen, die Diskus­sion über die Vertei­lung der inner­fa­mi­liären Repro­duk­ti­ons­ar­beit aufzu­nehmen oder stereo­type Rollen­bilder und deren perma­nente Repro­duk­tion in der Erzie­hung und im Bildungs­system zu ändern.

    Darüber hinaus lenkt der Frauen*streik von 2019 den Blick über die Geschlech­ter­ver­hält­nisse hinaus auch auf andere – inter­sek­tio­nale – Diskri­mi­nie­rungs­achsen. Die in die (Niedrig-)Lohnarbeit verla­gerte Repro­duk­ti­ons­ar­beit wird vor allem von Frauen* mit gerin­geren Bildungs­chancen, mit soge­nannten „Karrie­reun­ter­brü­chen“, von Frauen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund – und solchen, die zur Über­nahme von Pfle­ge­ar­beiten zeit­weise „impor­tiert“ werden – über­nommen. Die beruf­liche Geschlech­ter­se­gre­ga­tion vermengt sich mit Klassen- und Herkunfts­fragen.

    Frau­en­streik in Polen, Quelle: http://ost-passage-theater.de

    In dieser inter­sek­tio­nalen Perspek­tive wird schnell klar, dass „Frau“ eben nicht gleich „Frau“ ist und die Forde­rungen nach glei­chen Rechten und Chancen sehr unter­schied­liche Schritte, aber auch eine Plura­li­sie­rung des Verständ­nisses von „Frau“ erfor­dern. Um dies zu verdeut­li­chen, operiert der jetzige Frauen*streik 2019 mit dem Aste­risk hinter „Frau“ (der in der Schweiz mal mehr, mal weniger liebe­voll „Frau­ens­ternli“ genannt wird): Der so gefasste Begriff „Frau*“ soll einer­seits Raum bieten für jene, die nicht seit Geburt als Frau gelten oder sich selbst nicht so defi­nieren: trans Frauen, nonbi­näre oder inter­ge­schlecht­liche Personen, aber beispiels­weise auch trans Männer, die weib­lich sozia­li­siert wurden. Er soll aber auch ganz grund­sätz­lich betonen, dass „Frau“ keine natür­liche, sondern eine konstru­ierte und natu­ra­li­sierte Kate­gorie ist, an der gesell­schaft­liche Diskri­mi­nie­rung ansetzt und die zur Folie für weitere Diskri­mi­nie­rungen anhand anderer Grenz­zie­hungen (Haut­farbe, sozialer Status, etc.) wird.

    Der Schweizer Frauen*streik ist so auch ein Aufruf, mehr­fache Diskri­mi­nie­rungen wahr­zu­nehmen und mit einer Vernet­zung über soziale und andere Grenzen hinweg dage­gen­zu­halten. Mit einer Vernet­zung, die Frauen* nicht, wie es im diskri­mi­nie­renden Akt geschieht, zu einer homo­genen Gruppe macht, sondern unter­schied­liche Selbst­ent­würfe und gesell­schaft­liche Ausgangs­si­tua­tionen aner­kennt und sichtbar macht.“

  • Ute Plass sagt:

    Habe die Nachdenkseiten auf den Beitrag von Lorena Gulino hingewiesen, die heute in ihrem Newsletter darauf verweisen :-)

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=52461#h08

    Darunter auch noch ein weiterer lesenswerter Artikel zum Frauenstreik.

  • Gré Stocker-Boon sagt:

    Es wird bunt und schön,mit dem ganzen Können der Frauen am Frauenstreik.Viva la Musica!

  • Danke! Und jetzt noch vernetzen mit WIDE, WiC, CareRevolution, CareMachtMehr, DenkNetz, ABC des guten Lebens, Tour de Lorraine, Denkumenta, Frauen*synode und mehr! Ihr seid nicht allein!

  • Ute Plass sagt:

    Dieser Beitrag passt zu den Anliegen des Frauenstreiks.

    https://awblog.at/zeit-fuer-zeitverwendungserhebung/

  • Ute Plass sagt:

    SO WAR DER FRAUENSTREIK.
    Gross, grösser, grossartig

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=53202#h13

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