beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "erzählen"

Eine richtige deutsche Familie

Gudrun Nositschka hat sich über die multikulturelle Familiengeschichte ihrer Vorfahren Gedanken gemacht und erzählt davon.

Neu in "lesen"

Ein durch und durch politisches Buch über das Schwangerwerdenkönnen

Leseerfahrungen beim neu erschienenen Buch von Antje Schrupp: „Schwangerwerdenkönnen“

Neu in "anschauen"

Im Film erklärt: Was ist Wirtschaft?

Ein kurzer Animationsfilm beschreibt, wie es dazu kam, dass es in der Wirtschaft nicht mehr um wirtschaften, sondern nur noch um Geld verdienen geht.

Neu in "erinnern"

Vielseitig interessiert – Die Stiftungsverwalterin Gudrun Nositschka

Gudrun Nositschka ist eine Bewahrerin des Erbes: Das Erbe ihrer weiblichen Vorfahren aus Ostpreußen, das Erbe der Matronenheiligtümer in der Eifel, das geistige Erbe Gerda Weilers, nach der eine Frauenstiftung benannt ist, die sie betreut.

Neu in "denken"

Vertrauen in das Gute

Drittes Kapitel von Luisa Muraros Buch „Auf dem Markt des Glücks“

Neu in "denken"

Another Mother

Kaum jemand hat sich so radikal mit den Bedingungen weiblicher Freiheit auseinandergesetzt wie die italienischen Differenzfeministinnen in Mailand und Verona. Ihr vor allem von der Philosophin Luisa Muraro geprägter Ansatz ist im deutsch- und englischsprachigen Raum vielen nicht bekannt, obwohl er wichtige Impulse für aktuelle feministische Debatten enthält. Vielleicht hilft ein neuer englischer Sammelband, eine Brücke zu schlagen.

Das Ende des Mythos vom „lieben Geschlecht“

Von Ina Praetorius

Das Foto von Angela Merkel, Ursula von der Leyen und Annegret Kramp-Karrenbauer, drei Frauen in hohen politischen Ämtern, hat Aufsehen erregt. Die taz mäkelte auf ihrem Titel herum: „So haben wir uns das Ende des Patriarchats aber nicht vorgestellt.“

Hier nochmal an alle, die meinen, mit Frauen* an der Spitze (zum Beispiel Europas) müsse es jetzt aber bitteschön „besser werden“: 

Das Ziel von Gleichstellung oder Emanzipation (oder wie ihr es nennen wollt) ist nicht Freiheit unter der Bedingung, lieb sein zu müssen. Sondern Freiheit. Punkt. Daraus folgt: Frauen dürfen gut, böse oder sonstwie sein, normale Menschen halt.

Das Gute daran, dass Frauen jetzt so zahlreich in der Politik aktiv werden, ist nicht, dass es jetzt „besser“ wird, sondern dass deutlich wird: Frauen sind nicht die besseren Menschen. Und aus dieser Tatsache folgt das eigentlich Gute, nämlich: dass von nun an ALLE, Männer* und Frauen*, sich für ein gutes, sinnvolles öffentlich/privates Leben zuständig fühlen müssen, weil niemand mehr das Gute auf den Mythos eines (lange eingesperrten, jetzt freigelassenen) „lieben Geschlechts“ projizieren kann.

Das Beste, was der Welt passieren kann, ist also: dass die Hoffnungen auf einen Automatismus „Bessere Politik durch Frauen“ schwinden. Denn dieses Schwinden ist der Anfang der Verantwortung aller für das öffentlich/private Gute.

Autorin: Ina Praetorius
Eingestellt am: 07.08.2019

beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint